#1

Staatsbürgerkunde in der DDR, wahr oder nicht wahr?

in DDR Zeiten 23.10.2010 22:35
von wosch (gelöscht)
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Hallo Leute, ich stelle hier mal aus dem Lehrbuch "Staatsbürgerkunde" für die 8. Klasse aus dem Jahre 1984 die Seiten 98 - 101 und hätte gerne Eure Meinung dazu gewußt und verspreche in dem hier von mir eröffnetten Thrad nach dem Einstellen nur noch in ihm zu lesen!


Zweimal unternahm das Monopolkapital bisher den Versuch, den Sozialismus in der DDR direkt "zurückzurollen" und eine militärische Konfrontation herbeizuführen,
In der DDR hatte im Sommer 1952 die II. Parteikonferenz der SED den planmäßigen Aufbau der Grundlagen des Sozialismus in Industrie und Landwirtschaft beschlossen.Kennzeichen für jene Zeit waren die beträchtliche Entwicklung der Produktivität, der Neubau von Großbetrieben, die Gründung der ersten LPG, die beachtlichen Masseninitiativen der Werktätigen. Der Sozialismus in der DDR nahm immer sichtbarer Gestalt an und bewies bereits seine historische Überlegenheit. Es deutete sich an, zu welchen gesellschaftsverändernden Taten die Werktätigen im Sozialismus in der Lage sind. Dabei gab es eine Fülle von schwerwiegenden Problemen zu lösen. So reichten die Anzahl und der Ausstattungsgrad von Fabriken der Schwerindustrie nicht aus. Im alten Deutschen Reich hatte die Mehrheit dieser Großbetriebe in den Industriegebieten an der Ruhr, der Saar usw. gestanden, und die gehörten nun zum Territorium der BRD. So faßte die SED Beschlüsse zur vorangigen Entwicklung solcher grundlegenden Produktionszweige. Sie orientiert darauf, daß das nicht einfach eine Frage der Gründung und Organisation neuer Produktionsbetriebe sein konnte, sondern daß die Werktätigen selbst in ihrer täglichen Arbeit wichtige Reserven zur Leistungssteigerung aufdecken mußten. Das waren für viele Leitungen und Parteiorganisationen vollkommen neuartige Aufgaben. Dennoch kam es überall dort, wo geduldig mit den Werktätigen gesprochen wurde, zu einembedeutenden Aufschwung der Aktivisten- und Wettbewerbsbewegung.
All das stand der Absicht der Imperialisten, den Sozialismus zurückzurollen und dabei mit der DDR zu beginnen, direkt entgegen. In zäher, intensiver ----arbeit hatte man in der BRD und in Berlin (West), in Washington, London und Paris den "TagX" vorbereitet - jenen Tag, an dem die DDR vernichtet werden sollte. Die Diversionsakte, die Sabotage-und Spionageaktionen hastten zugenommen, konterrevolutionäre Kräfte waren militärisch und ideologischvorbereitet, eine Liste mit einer "neuen Regierung" - einem Kabinett von treuen Gefogsmännern des Monopolkapitals-, die in der DDR die politische Macht übernehmen sollte, war bestätigt worden. Fieberhaft versuchten diese Kräfte nun, verlorene Positionen zurückzugewinnen. Die westlichen Radiostationen verbreiteten Falschmeldungen über Streiks in der DDR und versuchten, wankelmütige Wektätige aufzuputschen oder zumindestens zu beunruhigen.
Am 17. Juni 2953 drangen Provokateure in die DDR ein und gewannen in Berlin, Leipzig, Halle und einigen anderen Städten der DDR Gruppen von Werktätigen zum Streik. Die aus Berlin (West) eingeschleusten Konterrevolutionäre richteten sofort ihre Aktivität gegen staatliche Diensstellen, Einrichtungen der SED, der anderen Parteien und der Massenorganisationen sowie gegen fortschrittliche Bürger. In einigen Fällen wurden faschistische Kriegsverbrecher, die in Strafanstalten der DDR ihre gerechte Strafe verbüßten, aus den Gefängnissen geholt. Sie hetzten die Massen zum Mord an Volkspolizisten und Parteifunktionäre auf.
Jedoch die Mehrheit der Bevölkerung behielt Ruhe und Übersicht und ließ sich nicht zu solchen Ausschreitungen mißbrauchen. Sowjetische Truppen zerschlugen gemeinsam mit unseren Sicherheitsorganen die konterrevolutionären Kräfte. Innerhalb von 24 Stunden brach der Putschversuch zusammen,
Durch gute Produktionsleistungen bewiesen die meisten Werktätigen, daß sie mit den gefährlichen Plänen des Imperialismus nichts zu tun habeb wollten.
Ein zweiter Versuch des Weltimperialismus, über die DDR in das sozialistische Weltsystem einzudringen, wurde durch die Sicherheitsmaßnahmen vom 13. August 1961 vereitelt. Die NATO hatte detaillierte Pläne für einen Überfall auf die DDR aufgestellt. In einem Blitzkrieg sollte die DDR überrollt werden, nachdem aus Berlin (West) eingeschleuste Konterevolutionäre einen Putsch organisiert und eine "neue Regierung" ausgerufen hätten. Diese "neue Regierung"sollte einen "Hilferuf" an die Westmächte zur "Befreiung" senden, und diesen "Hilferuf" wollten die Imperialisten "beantworten". Bei einem möglichen und zu erwartenden Eingreifen der Armeen des Warschauer Vertrages sollten diese der Agression bezichtigt werden, da sie gegen den Willen der "neuen Regierung" handeln würden. Ein System von internationalen Ächtungsmaßnahmen sollte in Kraft treten, Wirtschaftsboykotte, diplomatische Blockaden. Selbst ein Weltkrieg war eingeplant. 1960/61 stand die Welt vor einem neuen Krieg.
Die sozialistischen Länder konnten detäillierte Kenntnis von diesen Absichten und Plänen erlangen. Streng geheim bereiteten sie die erforderlichen Gegenmaßnahmen vor. In der Nacht vom 12. zum 13. August begann die Aktion, die die Imperialisten in der ganzen Welt überraschte und ernüchterte. Sie, die in den letzten Wochen und Monaten fieberhaft den Überfall auf die DDR vorbereitet hatten, erfuhren durch das Telefon, die Zeitungen oder den Funk: Die DDR hat die Staatsgrenze zu Berlin (West) geschlossen und ist dabei, sie fest und undurchlässig zu machen. Außerdem standen die Truppen aller Mitgliedsstaaten des Warschauer Vertrages bereit, den Sozialismus gegen jeden Agressor zu verteidigen.
Damit wurde der Frieden in Europa gerettet.
Die Soldaten der Nationalen Volksarmee der DDR und die Angehörigen der Volkspolizei wurden durch Kampfgruppen der Arbeiterklasse unterstützt. Unmittelbar nach dem 13, Áugust 1961 entstanden in der DDR zwei große Massenbewegungen: Im Produktionsaufgebot wurde um höchste Leistungen gerungen, um die Auswirkungen des von den Imperialisten sofort verhängten wirtschaftlichen Boykotts in Grenzen zu halten. Das FDJ-Aufgebot hatte zum Ziel, viele Freiwillige für die NVA zu gewinnen, um den Sozialismus sicher und wirkungsvoll zu schützen.
Fassen wir die Ereignisse in zweiwichtigen Schlußfolgerungen zusammen:

1. Die agessivsten Imperialistischen Kräfte in der BRD geben ihr Ziel nicht auf, den Sozialismus zu vernichten. Ihre Aktivitätrn richten sich besonders deshalb gegen den Sozialismus in der DDR, weil die DDR ihr Herrschaftsgebiet einschränkt und weil die Vorzüge des Sozialismus auf die Werktätigen in den imperialistischen Ländern ausgstrahlen.
2. Die DDR und die anderen sozialistischen Länder konnten die Angriffe abwehren, weil die Bürger in ihrer Mehrheit mit dem Sozialismus verbunden waren und weil der Sozialismus sich militärisch zu schützen wußte. "


Ich denke dies ist ein lesenswerter Auszug aus einem Lehrbuch für 14-15 Jährige aus dem Jahre 1984, daß auch noch in den nächsten Jahren Gültigkeit hatte, in einer Zeit also, in der der Kalte Krieg eigentlich vorbei gewesen sein sollte.
Zum Zeitpunkt des 17. Juni war ich 11 und zum 13. August knapp 19 Jahre alt, ich kann mich übrigens an beide Tage noch sehr gt erinnern und ich habe sie selbst auch anders als hier geschildert in Erinnerung!!
So, ich halte mich jetzt ganz hier raus, nun seid Ihr dran. Alle Kraktionen!!!
Schönen Gruß aus Kassel.

PS: Das aus dem von mir zitierte Heft befindet sich übrigens in meinem Besitz.


zuletzt bearbeitet 23.10.2010 22:37 | nach oben springen

#2

RE: Staatsbürgerkunde in der DDR, wahr oder nicht wahr?

in DDR Zeiten 23.10.2010 22:50
von TOMMI | 1.987 Beiträge

Sowas in der Art stand in meinem Stabü-Buch auch drin.
Aber mal abgesehen davon:
Man mag es nicht glauben, aber wir hatten einen Lehrer in diesem Fach, der nicht
nur plumpe Propaganda betrieb, sondern uns zum selbstständigen Denken erzog.
An folgende Begebenheit in einer Stabü-Stunde während meiner Schulzeit kann
ich mich noch erinnern:

Ich musste mich einer mündlichen Leistungskontrolle unterziehen. Der Lehrer fragte
mich: "Wer hat in der DDR das Recht, Gesetze zu erlassen?"
Ich antwortete: "Die Volkskammer!"
Dann kam eine Fangfrage: "Und wer noch??"
"Nur die Volkskammer!"
"Richtig, Note 1, setz dich!"

Ließ man sich das alles durch den Kopf gehen, kannte auch die Bestimmungen der
Verfassung, sah aber die Realität,
musste man unweigerlich zu dem Schluss kommen: "Moment mal, an diesem
Staat stimmt doch was nicht!"
Fand doch eine Gewaltenteilung zwischen Legislative und Exekutive nicht statt und
war der Ministerrat, die verfassungsgemäße Regierung nur eine Marionette der
eigentlichen Regierung, des Politbüros. Hier maßte sich ein Parteigremium
legislative und exekutive Befugnisse an.


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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#3

RE: Staatsbürgerkunde in der DDR, wahr oder nicht wahr?

in DDR Zeiten 23.10.2010 22:52
von ABV | 4.202 Beiträge

Guten Abend Wosch!
Meiner Meinung nach findet man hier zwei Grundirrtümer der DDR: 1. Die Gefahren für die DDR drohen nur von außen. 2. Die Bevölkerung der DDR steht voll und ganz hinter ihrer Regierung und deren Politik.
Der größte Feind der DDR war die DDR selbst. Wir haben uns selbst zu Fall gebracht und dabei noch geglaubt, dass die Bürger hinter uns stehen. Selbst im Sommer 1989, als ca. tausende davonliefen, war der " böse Westen" Schuld. Die Leute hatten einen ungefestigten "Klassenstandpunkt" und deshalb vom "Westen" verführt, basta! Das ganze versuchte ein gewisser Karl Eduard von Schnitzler sogar noch in Prozenten auszudrücken, in dem er die Zahl der Geflüchteten mit der Einwohnerzahl der DDR verrechnete.

Schönen Gruß nach Kassel von der Oder
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#4

RE: Staatsbürgerkunde in der DDR, wahr oder nicht wahr?

in DDR Zeiten 23.10.2010 22:53
von eisenringtheo | 9.175 Beiträge

Irgendwie musste man der Jugend erklären, dass der Volksaufstand 1953 und die "Mauer" 1961" keinen Zusammenhang mit dem Massenexodus aus der DDR in Richtung BRD und Berlin(West) hatten.
Theo Eisenring


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#5

RE: Staatsbürgerkunde in der DDR, wahr oder nicht wahr?

in DDR Zeiten 23.10.2010 23:13
von eisenringtheo | 9.175 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
[quote="TOMMI"](...)Fand doch eine Gewaltenteilung zwischen Legislative und Exekutive nicht statt und
war der Ministerrat, die verfassungsgemäße Regierung nur eine Marionette der
eigentlichen Regierung, des Politbüros. Hier maßte sich ein Parteigremium
legislative und exekutive Befugnisse an.



Als Besucher der DDR las ich die Zeitungen mit großem Interesse. Zu meiner großen Überraschung wurden durchaus auch Missstände der lokalen Behörden angeprangert, bis hin zu wütenden Leserbriefen. Die Parteigremien (meist die SED, konnte aber auch eine andere Partei sein, wenn die schuldige Person in der Exekutive einer anderen Partei angehörte) haben dann unverzüglich wirksame Massnahmen zur Besserung eingeleitet. Offenbar gab es bis ganz hinauf ein duales System von Legislativ-/Exekutiv/Judikativorganen einerseits und Parteiorganen andrerseits, wobei es die Aufgabe der weitblickenden Parteiorgane war, auszubessern, was verbockt worden ist. Die Parteiorgane ihrerseits machten nie Fehler. So wenigstens kam es mir vor beim Zeitungslesen vor.
Ich empfand dieses System genial. Egal wie schlimm es war, es gab immer die Gewähr, dass es gut kommen wird: dank den Parteien, vorab der SED! War das nicht schön?
Theo


zuletzt bearbeitet 23.10.2010 23:14 | nach oben springen

#6

RE: Staatsbürgerkunde in der DDR, wahr oder nicht wahr?

in DDR Zeiten 24.10.2010 03:37
von Peter1960HH | 125 Beiträge

Zitat
"ABV"

Meiner Meinung nach findet man hier zwei Grundirrtümer der DDR: 1. Die Gefahren für die DDR drohen nur von außen. 2. Die Bevölkerung der DDR steht voll und ganz hinter ihrer Regierung und deren Politik.




JA, zu beiden Punkten

ABER, da fehlt ein Punkt

viele negative entwicklungen waren AUCH durch embargopoltik, politische ausgrenzung von märkten, bündnisverpflichtungen, reparationsleistungen (vielfach allein durch die DDr getragen, weil der BRD gegenüber erlassen) verursacht.

ich tue mich sehr schwer mit einseitigen betrachtungen



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#7

RE: Staatsbürgerkunde in der DDR, wahr oder nicht wahr?

in DDR Zeiten 24.10.2010 07:53
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Peter1960HH

Zitat
"ABV"

Meiner Meinung nach findet man hier zwei Grundirrtümer der DDR: 1. Die Gefahren für die DDR drohen nur von außen. 2. Die Bevölkerung der DDR steht voll und ganz hinter ihrer Regierung und deren Politik.




JA, zu beiden Punkten

ABER, da fehlt ein Punkt

viele negative entwicklungen waren AUCH durch embargopoltik, politische ausgrenzung von märkten, bündnisverpflichtungen, reparationsleistungen (vielfach allein durch die DDr getragen, weil der BRD gegenüber erlassen) verursacht.

ich tue mich sehr schwer mit einseitigen betrachtungen


ad Embargo: meinst Du das Embargo gegen Kriegsmaterialien etc. (CoCom-Liste, vgl. http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?CoCom-Liste)?
Außerdem hätten die vom Westen gesperrten Güter doch durchaus aus einer der glanzvollen sozialistischen Wirtschaften im Osten geliefert werden können, oder?

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
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#8

RE: Staatsbürgerkunde in der DDR, wahr oder nicht wahr?

in DDR Zeiten 24.10.2010 09:04
von Freedom (gelöscht)
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Ob dieses Hetzwerk wahr oder nicht wahr ist - sollte sich von allein beantworten können!


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#9

RE: Staatsbürgerkunde in der DDR, wahr oder nicht wahr?

in DDR Zeiten 24.10.2010 10:05
von Freedom (gelöscht)
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Unsere Frau Schuldirektorin persönlich unterrichtete Staatsbürgerkunde (XXXXXX), das aber ihre Tochter regelmäßig nach Westberlin zu DKP-Veranstaltungen fuhr, sagte sie uns nicht!


zuletzt bearbeitet 24.10.2010 16:47 | nach oben springen

#10

RE: Staatsbürgerkunde in der DDR, wahr oder nicht wahr?

in DDR Zeiten 24.10.2010 10:16
von Anton | 156 Beiträge

Hallo wosch,

diese Propaganda war in der DDR Tagesordnung und begleitete uns alltäglich in Zeitungen, Rundfunk und eben auch in Schulbüchern. Als das o. g. Buch erschien, war ich Schüler der 10. Klasse. Keiner meiner Mitschüler hat solch Geschreibsel für bare Münze genommen, zumal jeder daheim das Westfernsehen einschalten und auch die Eltern befragen konnte. Uns wurde das Erlernen der Zwei-Züngigkeit mit in die Wiege gelegt. Immer nach dem Motto: Sage niemals das, was du denkst, sondern sage das, was sie hören wollen. Die Mehrheit der DDR-Bevölkerung handelte so. Im allgemeinen herrschte immer eine gewisse Anti-Haltung zur offiziellen Politik der DDR. Wir Schüler untereinander belustigten uns über die Existenz der DDR und ihre Marionetten-Politiker. Jeder hatte die Realität vor den Augen und kannte die Erzählungen der Eltern und Großeltern, die zum Teil den 2. Weltkrieg als Aktive erlebt hatten und konnten sich dadurch ihre eigene Meinung bilden. Und diese wich erheblich von der oben erwähnten Propaganda ab.

VG Anton



zuletzt bearbeitet 24.10.2010 10:17 | nach oben springen

#11

RE: Staatsbürgerkunde in der DDR, wahr oder nicht wahr?

in DDR Zeiten 24.10.2010 10:32
von eisenringtheo | 9.175 Beiträge

Zitat von Anton
(...) und ihre Marionetten-Politiker. Jeder hatte die Realität vor den Augen (...)VG Anton


Sind doch immer noch Marionetten. Heutzutage der Großindustrie und der Großbanken. Die stets pleiten Staaten hatten plötzliche Hunderte von Milliarden, um zuerst die Banken und jetzt die griechische Wirtschaft zu stützen.... Nein ich will hier keine Vorlesung über Marxismus halten und deshalb bin ich gleich wieder still.
Theo


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#12

RE: Staatsbürgerkunde in der DDR, wahr oder nicht wahr?

in DDR Zeiten 24.10.2010 10:36
von Danny_1000 | 166 Beiträge

Nun ist das natürlich „Schwachsinn“, was da steht. Es lenkt von den inneren Ursachen, die letztendlich zum Scheitern des Experimentes DDR (und Sozialismus im übrigen Ostblock) führten, einfach ab. Der Text geht natürlich auch nicht auf die Stellung der DDR (als angeblich souveräner Staat) im Ostblock ein. Er reduziert die indirekt angesprochenen Entwicklungsprobleme der DDR auf rein äußere Ursachen und suggeriert eine Volkszustimmung zur Politik der SED, die so niemals existierte.

Wahr ist sicherlich, dass der Westen aus den verschiedensten Gründen kein Interesse an einem alternativen Gesellschaftsmodell zu seinem hatte und es auch deshalb mit fast allen Mitteln bekämpfte. Da, wo sich das Mittel des direkten Krieges anbot (zum Beispiel Cuba oder Vietnam) schreckte man auch davor nicht zurück.

Letztlich waren die im Beitrag indirekt angesprochenen Probleme in der DDR und dem übrigen sozialistischen Lager eigentlich ökonomische Probleme. Wir – also der Osten – hat es nicht geschafft, ein Gesellschaftssystem zu gestalten, dass von einer übergroßen Mehrheit der Menschen als attraktiv, lebens- und erhaltenswert angenommen wurde.

So gesehen hat mich Wosch’s Beitrag eigentlich mehr amüsiert als interessiert. Denn ich glaube, dass auch in manchen Geschichtsbüchern des Westens aus dieser Zeit nicht nur Kluges und Weises über die Ursachen der Entstehung von 2 deutschen Staaten, deren Einbindung in die Bündnisse und die sich daraus ergebenden Probleme geschrieben steht.

Gruß
Daniel


Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst !
(Voltaire frz. Philosoph 1694 - 1778)
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#13

RE: Staatsbürgerkunde in der DDR, wahr oder nicht wahr?

in DDR Zeiten 24.10.2010 11:21
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Freedom
Unsere Frau Schuldirektorin persönlich unterrichtete Staatsbürgerkunde (rXXXXXXX), das aber ihre Tochter regelmäßig nach Westberlin zu DKP-Veranstaltungen fuhr, sagte sie uns nicht!



du solltest @freedom, schon bei die historischen wahrheit bleiben.... in wb existierte keine dkp, daher gab es diesbezüglich auch keine veranstaltung der dkp dort.
was sollte übrigens der sinn dessen sein?


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
zuletzt bearbeitet 24.10.2010 16:47 | nach oben springen

#14

RE: Staatsbürgerkunde in der DDR, wahr oder nicht wahr?

in DDR Zeiten 24.10.2010 11:49
von Freedom (gelöscht)
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Zitat von GilbertWolzow

Zitat von Freedom
Unsere Frau Schuldirektorin persönlich unterrichtete Staatsbürgerkunde (XXXXXX), das aber ihre Tochter regelmäßig nach Westberlin zu DKP-Veranstaltungen fuhr, sagte sie uns nicht!



du solltest @freedom, schon bei die historischen wahrheit bleiben.... in wb existierte keine dkp, daher gab es diesbezüglich auch keine veranstaltung der dkp dort.
was sollte übrigens der sinn dessen sein?





Das sehe ich ganz anders. Ganz anders. Die Tochter einer xxxxx fuhr immer dann nach Westberlin wenn zum Gedenken an der Gedenkstätte Plötzensee durch die DKP aufgerufen wurde. Mit dabei die Marionette Herr Herbert Mies.


(bitte keine Beleidigungen )


zuletzt bearbeitet 24.10.2010 16:48 | nach oben springen

#15

RE: Staatsbürgerkunde in der DDR, wahr oder nicht wahr?

in DDR Zeiten 24.10.2010 11:51
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat

Zitat von GilbertWolzow

Zitat von Freedom
Unsere Frau Schuldirektorin persönlich unterrichtete Staatsbürgerkunde (XXXXXX), das aber ihre Tochter regelmäßig nach Westberlin zu DKP-Veranstaltungen fuhr, sagte sie uns nicht!



du solltest @freedom, schon bei die historischen wahrheit bleiben.... in wb existierte keine dkp, daher gab es diesbezüglich auch keine veranstaltung der dkp dort.
was sollte übrigens der sinn dessen sein?



sie hieß auch nicht dkp sondern sew. bis 1991.



zuletzt bearbeitet 24.10.2010 16:48 | nach oben springen

#16

RE: Staatsbürgerkunde in der DDR, wahr oder nicht wahr?

in DDR Zeiten 24.10.2010 11:52
von exgakl | 7.237 Beiträge

Zitat von Freedom

Zitat von GilbertWolzow

Zitat von Freedom
Unsere Frau Schuldirektorin persönlich unterrichtete Staatsbürgerkunde (XXXXXX), das aber ihre Tochter regelmäßig nach Westberlin zu DKP-Veranstaltungen fuhr, sagte sie uns nicht!



du solltest @freedom, schon bei die historischen wahrheit bleiben.... in wb existierte keine dkp, daher gab es diesbezüglich auch keine veranstaltung der dkp dort.
was sollte übrigens der sinn dessen sein?





Das sehe ich ganz anders. Ganz anders. Die Tochter einer xxxxxxxx fuhr immer dann nach Westberlin wenn zum Gedenken an der Gedenkstätte Plötzensee durch die DKP aufgerufen wurde. Mit dabei die Marionette Herr Herbert Mies.





in Berlin existierte die SEW = Sozialistische Einheitspartei Westberlins.....

P.S. gibts eigentlich ein Wochenendfahrverbot für Busse?


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
zuletzt bearbeitet 24.10.2010 16:49 | nach oben springen

#17

RE: Staatsbürgerkunde in der DDR, wahr oder nicht wahr?

in DDR Zeiten 24.10.2010 11:56
von Gert | 12.354 Beiträge

Ich habe mir den Auszug den Wosch ins Netz stellte aufmerksam durchgelesen. Fazit: der Inhalt ist erstens üble Propaganda und zweitens basiert diese Propaganda ganz einfach auf konstruierten Tatsachen, also Lügen.
Beispiel : der Aufruhr 17.Juni 53. die wirkliche Ursache für den Streik und Aufruhr in der DDR waren die extrem schlechten Lebensbedingungen im Jahr 1953, es mangelt an allem, vor allen Dingen an Lebensmitteln. Die Menschen waren sehr unzufrieden, das habe ich als 9- jähriger Bub sogar registriert. Dann kam als Auslöser und als letzter Tropfen , der das Fass zum überlaufen brachte, eine Lohnkürzung( ich glaube 10%, bin mir aber nicht sicher ) des SED Staates für die Bauarbeiter an der Stalinallee in Berlin( Lohnkürzung in Form von Erhöhung Planvorgaben, d.h mehr Arbeit für's gleiche Geld). Die Arbeiter traten spontan in den Streik und demonstrierten gegen den Ulbricht Staat. Das ganze uferte plötzlich sowohl geografisch als auch vom Inhalt aus. Den wirtschaftlichen Forderungen folgten
politische Forderungen nach mehr Freiheit. Das einzige was damals gut funktionierte war der Repressionsapparat gegen die eigene Bevölkerung. Da war nichts mit ausländischen Provokateuren usw. Die einzige Mitwirkung des Westens bestand sicher darin, dass westdeutsche Radiostationen darüber berichteten und die Tatsachen über die ganze Republik transportierten. Wenn der Russe mit seinen Panzern nicht eingegriffen hätte, wärs das gewesen für die DDR, sie hätten nicht mal den 5.Jahrestag erlebt.

Weiterhin der 13.August Mauerbau. Auch hier war nichts von außen der Grund, wie Weltkriegsgefahr, ausländische Provokateure und ähnlichem Unsinn zu sehen. Ich war an dem Tag 17 Jahre alt und zum Zelten mit Freunden an der Ostsee. Uns war sofort an dem Sonntag Morgen danach, als wir die Nachricht hörten, klar, warum diese Sache geschehen ist. Im Sommer 1961 stiegen die Flüchtlingszahlen aus der DDR über das offene Tor Berlin von Monat zu Monat an und erreichten den Rekord, wenn ich mich recht erinnere, von 33000 Menschen in einem Monat. Anstatt aber die Politik, die zu diesem Aderlass führte zu überdenken und zu ändern, damit die Menschen da blieben, griffen die SED Leute zu dem Mittel, das ihnen immer zuallererst einfiel, wenn nichts mehr geht, nämlich Gewalt. Sie riegelten das Fluchtschlupfloch Westberlin mit Gewalt ab, um diese Bewegung einzudämmen. Das war der eigentliche Grund für den Bau der Mauer und nichts anderes.

Viele Grüße aus dem Rheinland


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 24.10.2010 11:57 | nach oben springen

#18

RE: Staatsbürgerkunde in der DDR, wahr oder nicht wahr?

in DDR Zeiten 24.10.2010 12:05
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von eisenringtheo

Zitat von Anton
(...) und ihre Marionetten-Politiker. Jeder hatte die Realität vor den Augen (...)VG Anton


Sind doch immer noch Marionetten. Heutzutage der Großindustrie und der Großbanken. Die stets pleiten Staaten hatten plötzliche Hunderte von Milliarden, um zuerst die Banken und jetzt die griechische Wirtschaft zu stützen.... Nein ich will hier keine Vorlesung über Marxismus halten und deshalb bin ich gleich wieder still.
Theo




Theo, nur mit dem Unterschied zu heute, wenns dir in diesem Land nicht gefällt, kannste noch heute gehen.Keiner wird dich aufhalten. Die Marionetten der DDR zwangen dich ja auch noch , das Theaterstück bis zum bitteren Ende anzuschauen, da war nix mit abhauen in der "nächsten Pause".

Viele Grüße aus dem Rheinland


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#19

RE: Staatsbürgerkunde in der DDR, wahr oder nicht wahr?

in DDR Zeiten 24.10.2010 12:13
von Freedom (gelöscht)
avatar

Zitat von glasi

Zitat

Zitat von GilbertWolzow

Zitat von Freedom
Unsere Frau Schuldirektorin persönlich unterrichtete Staatsbürgerkunde (xxxxxxxxx), das aber ihre Tochter regelmäßig nach Westberlin zu DKP-Veranstaltungen fuhr, sagte sie uns nicht!



du solltest @freedom, schon bei die historischen wahrheit bleiben.... in wb existierte keine dkp, daher gab es diesbezüglich auch keine veranstaltung der dkp dort.
was sollte übrigens der sinn dessen sein?



sie hieß auch nicht dkp sondern sew. bis 1991.





Ob sie nun in Westberlin war oder nicht steht doch gar nicht zur Debatte. Fest steht das Herbert Mies immer dabei war - wenn an der Gedenkstätte Plötzensee man sich traf.


zuletzt bearbeitet 24.10.2010 16:50 | nach oben springen

#20

RE: Staatsbürgerkunde in der DDR, wahr oder nicht wahr?

in DDR Zeiten 24.10.2010 12:15
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Vielleicht findet Einer mal noch das Polizeiprotokoll vom 17/18.Juni aus Ostberlin, wo eben "der ostdeutsche Bauarbeiter Schulen verwüstete und in Brand steckte, ebenso andere regierungsnahe Gebäude gleich mit, Menschen in den Westteil der Stadt aus ihren Wohnungen entführte in nach Westberlin verschleppte und vieles mehr". Das meinte er mit Streik? Wohl kaum wird er das gemeint haben, und die Rattenfänger aus dem Westen, die sich in seine Reihen eingeschlichen hatten, sie hatten schon Erfahrung in ihrem Handeln und Tun, denn der Sozialismus lag ihren Auftraggebern, dem Großkapital aber auch sowas von quer unter der Nase, quer ging es wohl nicht?
Schrieb ich gerade "ostdeutscher Bauarbeiter noch gefrustet von Verordnungen, die drei Tage zuvor vom Staate DDR rückgängik gemacht worden", soweit ich richtig gelesen habe?
Und Gert, ich persönlich finde die Schließung der Staatsgrenze zum damaligen Zeitpunkt genau richtig, die DDR wollte den Sozialismus und der hätte mit offner Grenze eben nicht funktioniert. Was bitte war daran falsch?

Rainer-Maria


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