#1

DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 23.10.2010 10:27
von Angelo | 12.394 Beiträge

Was waren denn DDR Vertragsarbeiter ? Welche Aufgaben hatten die und vor allem wo kamen die her ? War das in der DDR das selbe wie bei uns Sub-Unternehmer aus Jugoslawien,Spanien oder Portugal ? Hatte die DDR zu weniger Arbeiter für die VEB ? Oder warum gab es Vertragsarbeiter ?


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#2

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 23.10.2010 10:38
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zur schnellen Information:

http://de.wikipedia.org/wiki/Vertragsarbeiter

Gruss

icke



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#3

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 23.10.2010 10:43
von Angelo | 12.394 Beiträge

Vertragsarbeitnehmer wurden für die Verstärkung für unterbesetzte Arbeitsbereiche in der DDR hergeholt wie z. B. in der Leichtindustrie oder auch in der Konsumgüterindustrie. Die jeweiligen Bedingungen, Aufenthaltsdauer, Rechte und Anzahl der Vertragsarbeitnehmer wurden vertraglich mit der jeweiligen Regierung individuell ausgehandelt (durch einen sog. Staatsvertrag). Die Dauer der Aufenthaltsgenehmigung variierte zwischen zwei und sechs Jahren je nach Herkunft. Ein ständiger Aufenthalt jedoch war vertraglich und gesetzlich nicht vorgesehen. Das Mitbringen von Familienangehörigen war ausgeschlossen. Nach Ablauf der vertraglichen Frist mussten die Vertragsarbeitnehmer in der Regel die DDR verlassen und in ihr Heimatland zurückkehren. Die Vertragsarbeitnehmer wohnten während ihres Aufenthalts in getrennten Wohnheimen meist von DDR-Betrieben eingerichtet und deutlich abgetrennt von den DDR-Bürgern.

Warum waren gerade diese Bereiche Unterbesetzt ? Muße man da eine besondere Qualifikation haben ? Oder war dieser Job einer der schlechtesten den keiner machen wollte ?


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#4

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 23.10.2010 12:12
von Peter1960HH | 125 Beiträge

Zitat von Angelo
Warum waren gerade diese Bereiche Unterbesetzt ? Muße man da eine besondere Qualifikation haben ? Oder war dieser Job einer der schlechtesten den keiner machen wollte ?



Ich kann da nur Vermutungen anstellen.

Es gab tatsächlich Produktionszweige, die unter Arbeitskräftemangel litten, trotz aller Berufslenkung und so weiter.

Das lag daran, dass bestimmte Zweige der Volkswirtschaft überdurchschnittlich expandierten (Mikroelektronik, Bauwesen in Berlin und Bezriksstätten z.B.) und für einen Arbeitskräfteabfluss aus anderen Bereichen führten - denn diese Entwicklungen waren längerfristig und somit mit einem Umzug der ganzen betroffenen Familien verbunden.

Das heist, die in den betroffenen Produktionsbereichen oft arbeitenden Frauen waren auch weg.

Man darf nicht vergessen, dass der Anteil werktätiger Frauen ausgesprochen hoch war.

Ich denke da nur an die in Erfurt aus dem Boden gestampften Wohngebiete für tausende Familien, deren Angehörige in der Mikroelektronik arbeiten sollten.

Solch einen personellen Aderlass konnten manche Regionen und Produktionsbereiche nicht ausgleichen und führte wohl zu solchen Ergebnissen wie die Vertragsarbeiter.

Die Produktionsergebnisse mussten ja trotzdem geschafft werden, denn die DDR war ja gerade in der Leichtindustrie und Konsumgüterindustrie verantwortlich für die Belieferung des RGW und auch für die vielen Versandhäuser in der BRD (man glaubt gar nicht, wieviel ich in der Sowjetunion in Kaufhäusern an Artikeln aus der DDR entdeckte- oft kaum wiederzuerkennen mit ihren lautmalerischen Bezeichnungen in kyrillischen Buchstaben - ein Spaß der Extraklasse jedesmal UND ebenso für viele wenig vorstellbar, was alles unter dem Label UNIVERSUM, PRIVILEG und sonstige in den schönen bunten Katalogen aus der DDR kam und gern gekauft wurde, weil billig UND gut/langlebig)

Ist ein Versuch einer Erklärung - gibt bestimmt noch weitere Gesichtspunkte (Arbeitskraft gegen Waren, Ausbildung gegen Rohstoffe u.s.ä.)



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#5

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 23.10.2010 14:30
von Backe | 480 Beiträge

Viele Vertragsarbeiter kamen aus Vietnam und Kuba.Zumindest in Brandenburg/Havel.Die Vietnamesinen arbeiteten bei BRAKI als Näherinnen.Brandenburger Kinderbekleidung.Dort wurden u.a.Jenshosen genäht,auch für den Westen.
Die Kubaner waren im Stahl-und Walzwerk und bei den Getriebewerken,heute ZF angestellt.


"Nicht die Kinder bloß speist man mit Märchen ab" Gotthold E. Lessing
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#6

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 23.10.2010 14:45
von eisenringtheo | 9.168 Beiträge

Meine Bekannte, die im Textilbereich arbeitete und noch arbeitet, behauptete damals (und auch heute) noch, man habe die Vietnamesinnen geholt, um ein höheres Arbeitstempo durchzudrücken. Man habe jedoch in informellen Gesprächen erreicht, dass sich die Asiatinnen dem deutschen Arbeitstempo angepasst haben. Nachprüfen kann man das natürlich nicht und die Geschichte meiner Bekannten wirkt auch heute noch abenteuerlich.
Theo Eisenring


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#7

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 23.10.2010 16:00
von Peter1960HH | 125 Beiträge

@ eisenringtheo - so ganz weit hergeholt ist dies nicht - zumindest kann ich mir vorstellen, dass so manch ein normer sowas zumindest im hinterkopf hatte, als er diese im allgemeinen doch sehr fleissigen bienchen zur verfügung hatte.

mit den kubanischen und angolanischen arbeitern in der metallindustrie kann ich es mir nicht vorstellen, da kenn ich eher andere geschichten ...



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#8

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 24.10.2010 00:00
von VNRut | 1.485 Beiträge

Ich habe hier mehrere Artikel gefunden:

http://www.politische-bildung-brandenbur...sen/index1.html
http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Vertragsarbeiter
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgesc...agsarbeiter-ddr
http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/pr...ben-in-der-ddr/
http://www.stern.de/panorama/vietnamesen...aum-637993.html
http://www.dhm.de/ausstellungen/zuwander.../rooms/0602.htm

Übrigens meine Lebenspartnerin arbeitete auch bei BRAKI (Brandenburger Kinderbekleidung) als Vertragsarbeiterin. Und während meiner Tätigkeit im Bauwesen (KKW Stendal und FDJ-Initiative Berlin) hatte ich viel mit Vietnamesen zu tun. Vietnamesen arbeiteten im Fernsehwerk Staßfurt (RFT), im Ofenbau (E-Herde) "höllisch-heiße Herde aus Egeln" (EGE) und in vielen anderen Branchen der DDR-Wirtschaft. Als billige Arbeitskraft hat man sie in der DDR nicht gesehen. Eher war es eine Aufbauhilfe (Wirtschaftswunder) für die DDR, wovon auch der Staat SR Vietnam und die vietnamesischen Arbeitnehmer (Unterstützung für ihre Familien in der Heimat) profitierten. In der DDR wurden Vietnamesen auch als Akademiker ausgebildet.

Nebenbei nähten die "fleißigen Bienchen" aus VN auch Jeanshosen, -jacken, -westen etc. für die Bevölkerung und verdienten sich zusätzlich etwas dazu. Zu dieser Zeit war reger Containerverkehr mit Fahrräder, Mopeds etc. Richtung Vietnam. Leider hatte man diese Hilfsbereitschaft und Freundschaft der Vietnamesen nach der Wende schnell vergessen und sah sie plötzlich als Fremde und Konkurrenten.

Gruß VN_Rut


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
zuletzt bearbeitet 24.10.2010 00:10 | nach oben springen

#9

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 24.10.2010 00:21
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Angelo, der mit wichtigste Punkt in dem Link von icke über die DDR-Vertragsarbeiter...Textauszug:" Nach Ablauf der vertraglichen Frist mussten die Vertragsarbeiter in der Regel die DDR verlassen....".
Das mein Freund vergleiche jetzt mit den Gastarbeitern im schönen Westdeutschland und ehrlich, wir würden heute nicht vor einem Riesenberg Problemen stehen, wenn, ja wenn die Gastarbeiter ebenfalls in der Regel Westdeutschland verlassen...hätten müssen.

Rainer-Maria und nur mal aus Neugier, war dein Vater ebenfalls ein Gastarbeiter? Du musst nicht antworten, aber ich meine, da könnte was dran sein. Und bitte, ich bin kein Nazi, eher ein Bürger Wachsam, geboren 1953 in der DDR.


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#10

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 24.10.2010 01:10
von TOMMI | 1.987 Beiträge

Eigentlich waren es auch Gastarbeiter, ähnlich wie im Westen. Nach offizieller Lesart erfuhren sie bei uns eine
Berufsausbildung.
Die ersten die zu uns kamen, waren die Ungarn. Nach einer gewissen Zeit fuhren sie wieder nach Hause.
Immer bevor welche nach Hause fuhren warfen sie ihr letztes Kleingeld aus dem Fenster.
Für uns Kinder war es ein Gaudium.
Dann kamen die Kubaner. Sie blieben dadurch in Erinnerung, wenn es ihnen passte, urplötzlich die Arbeit
zu unterbrechen und anzufangen zu tanzen. Als sie im Winter zum ersten Mal Schnee sahen, freuten sie sich,
wie Kinder. Gelegentlich spielten sie auf unseren Schulsportplatz Baseball.
Dann kamen Mocambikaner, teilweise ziemlich arm. Einer hatte nicht einmal Schuhe. Ihnen ist es bei uns
wie im Paradies vorgekommen.
Zum Schluss kamen (Nord)-Koreaner. Sie traten ganz adrett auf. Mit Anzug, Schlips usw. Als sich bei uns die
Wende abzeichnete, waren sie ganz schnell weg. Sie sollten wohl nicht auf den Geschmack kommen.
Zudem waren die ganze Zeit Vietnamesen da.
Einige der Ungarn, Kubaner und Vietnamesen sind dann auch dageblieben.
Vietnamesen führen Textil- und Ramschläden und auch die, welche die China-Restaurants führen, sind
tatsächlich Vieatnamesen.


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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#11

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 25.10.2010 23:29
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von eisenringtheo
Meine Bekannte, die im Textilbereich arbeitete und noch arbeitet, behauptete damals (und auch heute) noch, man habe die Vietnamesinnen geholt, um ein höheres Arbeitstempo durchzudrücken. Man habe jedoch in informellen Gesprächen erreicht, dass sich die Asiatinnen dem deutschen Arbeitstempo angepasst haben. Nachprüfen kann man das natürlich nicht und die Geschichte meiner Bekannten wirkt auch heute noch abenteuerlich.
Theo Eisenring




at Theo,

der ursprüngliche Grund war es eher nicht,aber...Folgeerscheinung schon!
Es trifft zu, das die vietnamesischen Vertrgsarbeiter(besonders die weiblichen)z.B. als Näherinnen in Textil und Schuhbranche sehr schnell waren.
Jeder der in Betrieben dieser Branchen gearbeitet hat wird bestätigen,das es heisse Disskussionen mit BGL also Betriebsgewerksschaftsleitung und Betriebsleitung gab...wie soll das nur werden mit den Normen die momentan gelten.
Oftmals wurde zurückgerudert und Vieles blieb beim wie "das haben wie schon immer so gemacht"...

Aber auch die weitere Einführung von grösseren Anteilen an Leistungs-abhängigen Lohnanteilen in den Arbeitsverträgen bei Neueinstellungen und Umsetzungen wurde genutzt um bessere Ergebnisse zu erreichen.
Beim Arbeitsrecht der DDR aber nicht so einfach wie hier hingeschrieben.

Bevor man also die Normen enorm anhob(was gelinde gesagt, Stress pur bedeutet hätte)hat man sehr gute Technik in Schlüsselpositionen
des Produktionsablaufes eingesetzt und dann eben mit Mehrpersonal" gegen die flinken Maschinen"gearbeitet.
Somit kam es öfter vor,das nicht der gesamte Betrieb in zwei Schichten gearbeitet hat,sondern nur der Teil,der die halbfertigen Produkte
aus dem Vorlauf des Tages in der zweiten Schicht dann fertigstellte.


Der wichtigtste Grund war der Mangel an Arbeitskräften und besonders nicht zu vergessen,das mit Beginn der achziger Jahre auch der Zweischichtbetrieb in der verarbeitenden Leichtindustrie eingeführt wurde.
Wurden Betriebe in Kombinaten rekonstruiert,mit Millionen,auch an Valutamark für Technik ausgestattet mussten diese Investitionen auch wieder reinkommen.

Das Schlimmste was ich persönlich zu höhren bekam war einmal,das Maschinenimporte in andere Betriebe des Kombinates,ich sage mal aus unserem "Investvorhaben"verlagert wurden,weil die Rückflussdauer des Kredites bei uns "zu schnell "gegangen wäre.
Wir hätten also auch die "Norm versaut",so kann es eben auch laufen.
Wirtschaftlich natürlich nicht aktzeptabel,aber gabs eben auch.
Die hier im Fred schon angesprochene Ausbildung von Vertragsarbeiter gegen Rohstoffe zu verrechnen ,war für die an Devisen schwache
DDR schon von Vorteil.


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#12

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 26.10.2010 09:21
von Angelo | 12.394 Beiträge

DDR-Vertragsarbeiter wurden ausschließlich in Wohnheimen untergebracht. Ein Leben in einer eigenständigen Wohnung wurde Ihnen nicht gestattet. Laut völkerrechtlichen Vereinbarungen standen ihnen in den Wohnheimen mind. 5 Quadratmeter Wohnfläche zu.Von allen RGW-Ländern (= Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe) beschäftigte die DDR mit Abstand die größte Zahl ausländischer Arbeitskräfte. Zwischen 1966 und 1989 warb die DDR rund 500.000 Arbeitskräfte aus Algerien, Vietnam, Polen, Mosambik, Ungarn und anderen kommunistischen Staaten an. Quelle Youtube


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#13

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 26.10.2010 14:21
von Südharzer | 570 Beiträge

Weil Mitte der 70-ziger Jahre kaum jemand Interesse hatte in der Gips-und Zementindustrie zu arbeiten hat man begonnen Algerier anzuwerben. Mit denen konnte man gut auskommen,sie haben ihre Arbeit selbstständig erledigt und haben sofort begonnen ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Untergebracht waren sie in eigens für sie gebauten Baracken in der Nähe unseres Werkes.Anfang der 80er Jahre wurde,warum weiß ich nicht,begonnen die Leute wieder abzuschieben.
Einige haben eine deutsche Frau geheiratet und wohnen noch heute in unserer Region.

Da ihr Glaube es ihnen nicht erlaubte, haben sie den Verzehr von Schweinefleisch in unserer Kantine abgelehnt.
Bis eines Tages bei einer Feier im Suff doch mal davon probiert wurde. Plötzlich gab es die Vorderung an unsere Küchenfrauen doch täglich Schnitzel oder andere leckere Sachen aus Schweinefleisch zuzubereiten.


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#14

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 26.10.2010 17:08
von Gert | 12.354 Beiträge

Ist es richtig, dass man auf die heute noch auf dem Ex Territorium der DDR anzutreffenden vietnamesischen Gastarbeiter sehr herablassend schaut, um nicht zu sagen diskriminierend seitens der (ost) deutschen Bevölkerung sie behandelt. Ich habe bei Besuchen das als Schimpfwort einzuordnende Wort " Fidschis " für vietnamesische Menschen gehört. Wer kann dazu näheres berichten ?


Viele Grüße aus dem Rheinland


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#15

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 26.10.2010 17:18
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Gert
Ist es richtig, dass man auf die heute noch auf dem Ex Territorium der DDR anzutreffenden vietnamesischen Gastarbeiter sehr herablassend schaut, um nicht zu sagen diskriminierend seitens der (ost) deutschen Bevölkerung sie behandelt. Ich habe bei Besuchen das als Schimpfwort einzuordnende Wort " Fidschis " für vietnamesische Menschen gehört. Wer kann dazu näheres berichten ?


Viele Grüße aus dem Rheinland


nein gert im gegenteil.
fidschi war schon immer ein begriff für vietnamesen ohne es als schimpfwort zu sehen,einfach so wie man auch ami sagt zu us bürger.
und herabsehen tuen sicher nur die staatlichen stellen denn die fidschis sind ein ruhiges volk,haben inzwischen eine mafiastruktur aufgebaut wo fast jeder arme zigaretten kauft.kriege handeln die unter sich aus.ich persönlich denke das ostdeutsche eher die türken mehr hassen weil sie gegen deutsche beleidigend und verbrecherich rüber kommen.sie intregieren sich nicht.ich selbst sah vor einem türkischen geschäft in kreuzberg mal ein plakat mit der aufschrift"wer schweinefleisch ißt,ist ein schwein"
da braucht man nicht überlegen ob die multikulti kultur in berlin gescheitert ist oder warum ich nur menschen kenne die stolz auf sarazins sätze sind.wenn die presse die stimmung anders beschreibt lügt sie um zu beschönigen.
die russen machen langsam ärger mit ihrer spielhallenmafia produzieren sie kriminalität.
andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#16

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 26.10.2010 20:52
von VNRut | 1.485 Beiträge

Zitat von EK 82/2

Zitat von Gert
Ist es richtig, dass man auf die heute noch auf dem Ex Territorium der DDR anzutreffenden vietnamesischen Gastarbeiter sehr herablassend schaut, um nicht zu sagen diskriminierend seitens der (ost) deutschen Bevölkerung sie behandelt. Ich habe bei Besuchen das als Schimpfwort einzuordnende Wort " Fidschis " für vietnamesische Menschen gehört. Wer kann dazu näheres berichten ?


Viele Grüße aus dem Rheinland


nein gert im gegenteil.
fidschi war schon immer ein begriff für vietnamesen ohne es als schimpfwort zu sehen,einfach so wie man auch ami sagt zu us bürger.
und herabsehen tuen sicher nur die staatlichen stellen denn die fidschis sind ein ruhiges volk,haben inzwischen eine mafiastruktur aufgebaut wo fast jeder arme zigaretten kauft.kriege handeln die unter sich aus.ich persönlich denke das ostdeutsche eher die türken mehr hassen weil sie gegen deutsche beleidigend und verbrecherich rüber kommen.sie intregieren sich nicht.ich selbst sah vor einem türkischen geschäft in kreuzberg mal ein plakat mit der aufschrift"wer schweinefleisch ißt,ist ein schwein"
da braucht man nicht überlegen ob die multikulti kultur in berlin gescheitert ist oder warum ich nur menschen kenne die stolz auf sarazins sätze sind.wenn die presse die stimmung anders beschreibt lügt sie um zu beschönigen.
die russen machen langsam ärger mit ihrer spielhallenmafia produzieren sie kriminalität.
andy






Hallo Andy,
das sehen die Vietnamesen etwas anders. Habe hier einige Artikel über "Fidschi als Schimpfwort" mit Gerichtsurteil.

http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/w...-teil-4-fidschi
http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...0347/index.html
http://books.google.de/books?id=EpXSJI4j...20warum&f=false
http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2004/08/03/a0234

Grüße VN_Rut


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
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#17

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 26.10.2010 22:06
von Boelleronkel (gelöscht)
avatar

Zitat von Gert
Ist es richtig, dass man auf die heute noch auf dem Ex Territorium der DDR anzutreffenden vietnamesischen Gastarbeiter sehr herablassend schaut, um nicht zu sagen diskriminierend seitens der (ost) deutschen Bevölkerung sie behandelt. Ich habe bei Besuchen das als Schimpfwort einzuordnende Wort " Fidschis " für vietnamesische Menschen gehört. Wer kann dazu näheres berichten ?


Viele Grüße aus dem Rheinland




at Gert,

auch zu DDR Zeiten sind selbst Leitungskadern aus allen Ebenen diese Worte über die Lippen geglitten.
Sicher war das weder der Standardton,noch gewollt oder gefördert,aber und das ist nicht zu leugnen,es gab es.
Derart Dinge ziehen sich ja bis heute durch alle Bevölkerungsschichten und rund um den Erdball.
Unangebracht wird eben immer eine Pauschalisierung und dümmlicher Poppulismus sein,damit kommt man nicht weiter.

In Wittstock wohnten die vietnamesischen Vertragsarbeiter in einem"Neubaublock"Plattenbau und Bürger der Stadt war bei akutem Wohnungsmangel so etwas schwer zu vermitteln,obwohl dieser Block extra vom Ministerium für Leichtindustrie mit Geld des Kombinates Schuhe Weissenfels gebaut wurde.
Somit haben die vietnamesischen Vertragsarbeiter die in Wittstock wohnten und jeden Tag mit Bussen nach Neuruppin gefahren werden mussten, die Sportschuhe (also die aus echtem schwarzem Leder mit feiner Porosohle)für den gesamten Armeebedarf der DDR mitproduziert.
Schon damals war die "Welt"wirtschaftlich ein Dorf.
Klar konntest Du auch höhren,die "Fidschies"wohnen da in einem schönen neuen Bau und ich krieg keine Wohnung,nur gerufen hat Sie der Staat DDR und die Vertragsarbeiter haben sicher auch oft Arbeiten erledigt,die ein DDR Bürger nicht mehr machen wollte und in andere Betriebe abgewandert ist.
Hm...


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#18

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 14.10.2012 19:00
von Gelöschtes Mitglied
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Habe den Fred mal hervorgeholt,da ich vor kurzem darüber wieder einen Bericht las.
Die Mosambikaner kämpfen heute immer noch um ihren Lohn.....denen ihnen ihr Land noch schuldet.

Der Ruf der Madgermans......

Das unendliche Warten auf den DDR-Lohn

"Jahrelang schufteten Tausende Mosambikaner in Ostdeutschland, doch den größten Teil ihres Gehalts haben sie nie bekommen.

Als Rassisten ihn in der DDR als "Neger" oder "Affen" beschimpften, schluckte Lázaro Magalhães seine Wut herunter und dachte an die vielen Ostmark, die ihm später in seiner Heimat ein gutes Leben ermöglichen sollten. Als seine Landsleute ihn nach seiner Rückkehr nach Mosambik als "Madgerman" als "Menschen, der aus Deutschland kommt" beschimpften, dachte er wieder an die Ostmark. Doch die Wut konnte er nun nicht mehr herunterschlucken. Denn Magalhães und bis zu 20.000 weitere mosambikanische Vertragsarbeiter, die in Fabriken, Bergwerken und anderen Betrieben in der DDR geschuftet hatten, haben den versprochenen Lohn nie erhalten. Seit 22 Jahren kämpfen Magalhães und seine Mitstreiter dafür, dass die alten Rechnungen beglichen werden und ihnen späte Gerechtigkeit widerfährt."

Hier weiterlesen: http://www.welt.de/print/die_welt/politi...n-DDR-Lohn.html

Oder ansehen: http://www.youtube.com/watch?feature=pla...e&v=Ud5wWdpY9oU


Bildquelle: http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/...rid,187957.html

Gruß ek40


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#19

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 14.10.2012 19:15
von DoreHolm | 7.690 Beiträge

EK40, warum verwendest Du den Begriff "geschuftet"?. Die haben ihre Arbeit genauso gemacht wie ihre deutschen Kollegen, egal ob im Bergwerk oder in einer Fabrik. Die waren hier, um eine Ausbildung zu erhalten und dazu ist man nicht in der Lage, wenn man den ganzen Tag "geschuftet" hat. Ich glaube, Du weißt nicht so richtig, was schuften bedeutet. Richtig geschuftet im Sinne diesen Wortes hat wohl in der DDR kaum jemand. Naja, ich kenne aus unserem Betrieb natürlich auch Leute, für die war es schon schuften, wenn sie von ihren 8 3/4 h Arbeitszeit mal weniger als 3 h im Pausenraum verbringen konnten.



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#20

RE: DDR-Vertragsarbeiter

in Leben in der DDR 14.10.2012 19:43
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von DoreHolm im Beitrag #19
EK40, warum verwendest Du den Begriff "geschuftet"?. Die haben ihre Arbeit genauso gemacht wie ihre deutschen Kollegen, egal ob im Bergwerk oder in einer Fabrik. Die waren hier, um eine Ausbildung zu erhalten und dazu ist man nicht in der Lage, wenn man den ganzen Tag "geschuftet" hat. Ich glaube, Du weißt nicht so richtig, was schuften bedeutet. Richtig geschuftet im Sinne diesen Wortes hat wohl in der DDR kaum jemand. Naja, ich kenne aus unserem Betrieb natürlich auch Leute, für die war es schon schuften, wenn sie von ihren 8 3/4 h Arbeitszeit mal weniger als 3 h im Pausenraum verbringen konnten.
Ich möchte dich höflichst darauf hinweisen,dass von mir kein Text mit der Bedeutung schufften verfasst wurde!!!
@DoreHolm,es ist lediglich ein Zitat aus dem miteingestellten Link!
Hättest du diesen geöffnet und den Beitrag gelesen,dann würdest du mich jetzt sicherlich nicht so Grundlos ob dieser Tatsache bezichtigen!
Die Anführungszeichen hast du sicherlich übersehen......mach ruhig so weiter.
Aber gut,wenn es dir Spaß macht......
Fahre ruhig fort....mit deinen haltlosen Unterstellungen........
Diese bekommt ja hier nun mal jeder 1:1 mit,wenn er denn richtig&verstehend liest ......
Deine Ignoranz amüsiert mich nur noch,stellst du dich doch hier selber bloß.....

Edit: Ein f vernichtet.


Backe hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 14.10.2012 19:46 | nach oben springen


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