#1

Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 22.10.2010 09:07
von SCORN (gelöscht)
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ich habe lange überlegt ob ich dieses thema hier starte, aber die debatte im geschlossenen thema zur veranstaltung in neuhardenberg zeigt dass sehr wohl diskusionsbedarf besteht. darüber hinaus steht eine antwort von Huf auf meine frage aus und die aussagen von wosch bedürfen auch der korrektur.

das schiessen mit allen dort genannten waffen( im neuardenberg thema) ist durch die sportordnungen der großen deutschen schützenverbände gedeckt!(waffen wie die ak 47 allerdings nur als halbautomaten) die aussagen von wosch diesbezüglich entbehren jeder grundlage und sind wohl seinem unwissen geschuldet.

die grundfrage in diesem thema ist allerdings: bringt ein totalverbot des legalen privaten waffenbesitzes ein mehr an sicherheit in diesem land oder sind das potjemkinsche dörfer die durch politik und medien hier am horizont gezeichnet werden?

einige statements im anderen thema zeigen dass unwissen und vorurteile hierzu auch bei einigen usern in diesem forum herrschen.

auf eine vernünftige diskussionskultur hoffend,

gruss
SCORN


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#2

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 22.10.2010 10:01
von matloh | 1.204 Beiträge

Hat schon mal jemand die Anzahl der Morde/Gewalttaten in .de oder .at mit den USA verglichen?

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
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#3

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 22.10.2010 10:08
von Angelo | 12.397 Beiträge

Also wenn es nach mir ginge könnte das Waffengesetz in Deutschland noch härter sein,man sollte nur mal an die Amokläufe hier in Deutschland denken wo haben die denn die Waffen her ? Beim Papa aus dem Waffenschrank geklaut weil damit einfach unsachgemäß umgegangen wird. Ich bin halt kein Freund von Waffen und ich veruteile jeden der scharfe Waffen zuhause hat und die noch rum liegen läßt wie Spielzeug gerade wenn Kinder im Haus sind. Wie oft ist es schon zu schlimmen Unfällen mit Waffen gekommen ?

http://www.focus.de/panorama/welt/unfall..._aid_67116.html

http://www.gamersglobal.de/news/19541

http://www.bild.de/BILD/news/2009/05/29/...t-entdeckt.html

http://www.sueddeutsche.de/panorama/waff...isten-1.1003183


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#4

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 22.10.2010 10:17
von 94 | 10.792 Beiträge

Und ich verurteile ALLE, die pauschal andere verurteilen.
Ich versuche jetzt mal ein sachliches Argument in die Diskussion einzubringen. Eine Waffe, ein Verband bezeichnet diese als Sportgerät (sic!), hat noch NIE einen Menschen getötet. Es sind immer Menschen, die den Abzug betätigen.
Anderseits kann ich der Versuchung nicht wiederstehen, die Diskussion etwas weiter zu emotionalisieren. Wieviele Unfälle auch und besonders mit tödlichen Ausgang entstehen im Straßenverkehr unter dem Einfluß von Alkohol? Sollte da nicht die StVO deutlich verschärft werden,hä?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#5

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 22.10.2010 10:25
von sentry | 1.108 Beiträge

Beim Alkohl im Straßenverkehr könnte das ja noch funktionieren, denn man kann die Einhaltung relativ einfach kontrollieren...jedenfalls viel einfacher als die sachgemäße Verwahrung von Waffen in privaten Haushalten.
Wenn dann noch vielleicht der Entug des Fahrzeuges drohen würde oder auch Haft, würden sich vielleicht doch einige mehr zurückhalten.
Aber zu Hause würden Sie vielleicht doch die Kanone auf den Nachttisch legen, weil sie Angst vor rumänischen Diebesbanden haben. Und wenn sie dann morgens verschlafen haben und zur Arbeit hetzen und der schulgemobbte Bengel mit dem Doom-T-Shirt findet die Waffe...naja...das hätte man wohl auch mit schärferer Gesetzgebung nicht verhindern können.


zuletzt bearbeitet 22.10.2010 10:25 | nach oben springen

#6

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 22.10.2010 10:35
von exgakl | 7.238 Beiträge

Hallo @all,

die Frage ist doch m.E. erstmal, was der einzelne unter einer Waffe versteht. Grundsätzlich kann ja alles als eine Waffe angewand werden.
Die Waffe ansich scheint mir nicht das Problem zu sein. Eher die Verrohung der Gesellschaft, abhandenkommen von Wertevorstellungen usw. . Das ist m.E. das eigentlich gefährliche daran, nicht die Waffe an sich. Ich bin mir sicher, das wer eine Straftat mit Waffengewalt verüben will, auch an eine Waffe kommt.
Was soll bei einem Verbot z.B. mit Luftdruckwaffen geschehen? Die kann heute jeder frei kaufen (bis 7,5 Joule) und sich problemlos tunen, ist zwar nicht legal, aber alles dafür kann ich in Deutschland legal beschaffen und darf es auch besitzen.
Pfeil und Bogen... sollte das dann auch verboten werden? Schließlich ist man damit früher auch auf die Jagd gegegangen und hat damit auch Kriege geführt.
M.E. bringt ein Waffenverbot nichts, wie gesagt... die Zustände, die zu solchen Amokläufen usw. führen müssen minimiert bzw. behoben werden.

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#7

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 22.10.2010 10:40
von wosch (gelöscht)
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Zitat von SCORN
ich habe lange überlegt ob ich dieses thema hier starte, aber die debatte im geschlossenen thema zur veranstaltung in neuhardenberg zeigt dass sehr wohl diskusionsbedarf besteht. darüber hinaus steht eine antwort von Huf auf meine frage aus und die aussagen von wosch bedürfen auch der korrektur.

das schiessen mit allen dort genannten waffen( im neuardenberg thema) ist durch die sportordnungen der großen deutschen schützenverbände gedeckt!(waffen wie die ak 47 allerdings nur als halbautomaten) die aussagen von wosch diesbezüglich entbehren jeder grundlage und sind wohl seinem unwissen geschuldet.

die grundfrage in diesem thema ist allerdings: bringt ein totalverbot des legalen privaten waffenbesitzes ein mehr an sicherheit in diesem land oder sind das potjemkinsche dörfer die durch politik und medien hier am horizont gezeichnet werden?

einige statements im anderen thema zeigen dass unwissen und vorurteile hierzu auch bei einigen usern in diesem forum herrschen.

auf eine vernünftige diskussionskultur hoffend,

gruss
SCORN




SCORN, wenn es im Sinne des Gesetzgebers ist, daß ich meine scharfen Waffen Jedem mir Unbekannten, sofern er 18 Jahre alt ist, gegen ein Entgelt zum Schiessen in die Hand drücken darf, dann ist ja Alles in Butter. In einer Zeit, in der man schon für den Besitz eines Luftgewehr´s mit mehr als 7,5 Kj einen "Kleinen Waffenschein" vorweisen muß, kann ich mir das allerdings so nicht vorstellen! Bestimmte Reaktionen im geschlossenen Thread verstärken im Nachhinein meine Sicht der Dinge.
Daß man unter bestimmten Vorraussetzungen auch angemeldeten Waffen auf dafür bestimmten Schießanlagen sein Hobby fröhnen darf, ist ein ganz anderes Kapitel und wird von mir auch nicht abgestritten!

Schönen Gruß aus Kassel.


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#8

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 22.10.2010 11:06
von Angelo | 12.397 Beiträge

Zitat von 94
Und ich verurteile ALLE, die pauschal andere verurteilen.
Ich versuche jetzt mal ein sachliches Argument in die Diskussion einzubringen. Eine Waffe, ein Verband bezeichnet diese als Sportgerät (sic!), hat noch NIE einen Menschen getötet. Es sind immer Menschen, die den Abzug betätigen.
Anderseits kann ich der Versuchung nicht wiederstehen, die Diskussion etwas weiter zu emotionalisieren. Wieviele Unfälle auch und besonders mit tödlichen Ausgang entstehen im Straßenverkehr unter dem Einfluß von Alkohol? Sollte da nicht die StVO deutlich verschärft werden,hä?




Was ist das denn für ein vergleich ? Waffen mit Autos zu vergleichen
Im übrigen ist die StVO in den letzten Jahren erheblich verschärft worden. Aber es gibt Menschen für die ist eine Strafe von 400 Euro nichts.
Beim Alkohol gebe ich dir recht das ist auch eine Waffe die schon vielen Menschen das leben gekostet hat.
Waffen gehört nur in Hände die damit auch umgehen können und dazu zählt bei mir nur die Polizei. Wie viele Sportschützen haben die Waffe schon gegen Menschen erhoben die vielleicht mit der eigenen Frau durchgebrannt sind ? Gut es gab auch fälle bei der Polizei wo die Dienstwaffe benutzt worden ist das beste Beispiel war der Hammermörder Norbert Pöhlke.

http://de.wikipedia.org/wiki/Norbert_Poehlke


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#9

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 22.10.2010 11:13
von eisenringtheo | 9.187 Beiträge

Bei uns kommt nimmt man nach der Grundausbildung (Rekrutenschule) das Gewehr oder die Pistole nach Hause und behält es bis zum Ende der Reserve (derzeit dreissig Jahre), um die Wiederholungskurse und die Schiessübungen damit zu absolvieren. Immer wieder kommt es vor, dass es "Unfälle" oder Straftaten gibt

http://www.blick.ch/news/schweiz/ich-ste...hen-darf-151846
http://www.blick.ch/news/schweiz/ihr-tod...ilitaers-126794
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/stan.../story/12288124

Wenn man zusätzliche Schiessübungen geleistet hat, darf man das Gewehr bei der Entlassung aus der Armee als Eigentum behalten.

Seit einiger Zeit kriegt man die Munition nicht mehr nach Hause (Eine versiegelte Aludose)
http://www.news.ch/Armee+will+versehentl...8439/detail.htm

Theo


zuletzt bearbeitet 22.10.2010 11:16 | nach oben springen

#10

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 22.10.2010 11:42
von VNRut | 1.486 Beiträge

Ich möchte hier keine Sportschützen, Jäger (Beruflich oder Hobby), Waffenlobbyisten etc. verurteilen, dafür gibt es in Deutschland Richter und vom Staat verordnete Waffengesetze. Waffen sind immer gefährlich und bedürfen meines erachten schärfere Gesetze zum richtigen Aufbewahren.

Das nicht nur der normale Bürger zum Amokschützen werden kann, beweißt ein Beispiel aus dem Jahre 2007
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,478238,00.html

Außerdem, am Anfang der Anthropologie* (die Lehre, Wissenschaft vom Menschen) stand nun mal der Jäger und Sammler**, daher verständlich das sich diese Waffen-liebe beim Mann erhalten hat.

*http://de.wikipedia.org/wiki/Anthropologie
**http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4ger_und_Sammler

VN_Rut


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
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#11

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 22.10.2010 11:47
von SFGA | 1.519 Beiträge

An sich kann man sich drehen und wenden. Das Gesetz kann noch so hart sein. Die Personen die eine Waffe brauchen egal welches Kaliber kaufen/tauschen die im Laden oder bei härterem auf dem Schwarzmarkt. Also Amokläufe u.a. wird es immer geben.
Guckt z.B. mal in Berlin was da abgeht.


JgRgt 1 Schwarzenborn / HFlgUstgStff 1 Holzdorf

Wenn einer von uns müde wird,der andere für ihn wacht.Wenn einer von uns zweifeln will,der andere gläubig lacht.Wenn einer von uns fallen sollt',der andere steht für zwei,denn jedem Kämpfer gibt ein Gott den Kameraden bei.
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#12

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 22.10.2010 11:49
von don71 (gelöscht)
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Man wird nie verhindern können das einige kranke Köpfe sich eine Waffe besorgen und Straftaten begehen. Trotz aller Gesetze usw. Gruß Jürgen


zuletzt bearbeitet 22.10.2010 11:50 | nach oben springen

#13

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 22.10.2010 11:57
von Mike59 | 7.979 Beiträge

Bei allem für und wieder, der Gesetzgeber hat ja kaum eine chanche die offiziellen Waffen zu kontrollieren. Es ist aber unbestritten das der Anteil der illegalen Waffen bedeutend höher ist. Aus welchem Grund beschaffe ich mir denn illegal eine Waffe und aus welchem Grund offiziell?
Also nun jeden der Die Waffe als Sportgerät betrachtet oder als Handwerkszeug (Jagd) nachzusagen das eine Gefahr für die Bevölkerung ist, ist wie wenn ich behaupte wer Motorsport betreibt ist eine Gefahr für den Straßenverkehr.
Anbei eine klare Aussage zum Umgang mit Waffen.
Mike59


Dateianlage:
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#14

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 22.10.2010 12:00
von mannomann14 | 625 Beiträge

Die Gesetze sind schon ausreichend streng ausgelegt,daß Problem ist nur die Kontrolle der Einhaltung,hier liegt die Verantwortung bei den Gemeinden und Städten,deren Kassen im Moment wohl schon arg gebeutelt sind.
Nun mag es bei den Sportschützen unterschiedliche Motive geben diesen Sport auszuüben,dementsprechend geht man dann wohl auch mit den entsprechenden Bestimmungen um. In meinem Bekanntenkreis sind auch einige Waffenbesitzer,hier kann ich nur sagen,daß diese nach meinen Erfahrungen sehr verantwortungsvoll mit ihren Waffen umgehen und sie ständig verschlossen halten und den Schlüssel für ihren Waffenschrank nicht mal für die Familienmitglieder zugänlich ist( wie es auch sein soll).
Wie schon geschrieben,ist es der Mensch,der die Waffe zu einem tödlichem Instrument macht.
Auch Worte können eine Waffe sein,gehen wir damit immer alle verantwortungsvoll um? Sie unterliegen keinen Gesetzen und wir richten so manches mal damit Schaden an.
mannomann


Etwas über mich zu schreiben, um sich dann daraus ein Bild von mir machen zu können , wäre ungefähr so, wie der Versuch Architektur zu tanzen...
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#15

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 22.10.2010 14:22
von SCORN (gelöscht)
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"Das Verbot von Waffen bedeutet weniger Mißbrauch von Waffen" ist ein ein Irreführung und läst sich mit Fakten widerlegen!

Wer sich mit legalem Waffenbesitz befaßt, trifft immer auf dieselben "Fakten", die benutzt werden, um Restriktionen zu fordern oder Waffenbesitzer zu diskreditieren. In den USA nennt man dies (Schein-)Fakten "factoids", da sie in steter Wiederholung verwandt werden, um den Ruf nach Verschärfung des Waffenrechts zu begründen, ohne zu prüfen, ob die Behauptungen auch nur ansatzweise einen Bezug zur Realität haben.
US Bundesstaaten mit einer geringen Anzahl von Waffen weisen Mordraten auf, die über der von Texas liegen, wo die höchste Waffendichte zu finden ist.

Staaten, die nahezu gleich viele Schußwaffen (wie in Texas) aufweisen, Beispiel Vermont, liegen in der Mordrate um den Faktor zwanzig niedriger (vergleichbar mit Deutschland oder Schweiz).

Noch so eine Behauptung, die sich an "amerikanischen Verhältnissen" eindeutig widerlegen läßt.

New York hat ein sehr restriktives Waffenrecht mir einer sehr hohem Mordrate, Vermont ein sehr liberales Waffenrecht mit geringen Mordraten. Vermont hat aber dreimal soviele Waffen im Volk.

England erlebt derzeit ein anderes Paradox: Nach dem "Handgun Ban" sank die Zahl der Waffen im Volk nicht wie erwartet, die Waffenbesitzer wichen nur auf andere erlaubte Feuerwaffen aus. Gleichzeitig stellte der Zoll einen stark zunehmenden Zustrom von verbotenen Waffen (Pistolen/Revolver) nach England fest.

Daneben steigt derzeit in England die Zahl der bewaffneten Raubdelikte massiv an - trotz des Verbotes der Faustfeuerwaffen.

Nach der Lott-Studie (More Guns, Less Crime), ist eher die umgekehrte Korrelation richtig. In den 31 Staaten, der USA, die das sog. concealed carrying (das verdeckte Tragen der Waffen) erlauben, zeigt sich eine erhebliche Reduktion an Gewalttaten. Lott gibt in seiner Studie Zahlen an, die er bei einem flächendeckenden Erlauben des "concealed carrying" in den USA an weniger Opfern annimmt.

natürlich kann man die verhältnisse in den USA nicht mit hier vergleichen. aber auch in Europa kommt man zu ähnlichen schlussfolgerungen wenn man z.b. die Schweiz mit einem sehr hohen anteil von Feuerwaffen in privathaushalten ansieht oder England mit einem der restriktivsten waffengesetze überhaupt.

Gruss
SCORN


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#16

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 22.10.2010 18:22
von LO-Fahrer | 607 Beiträge

Vor einiger Zeit, als es noch legal war, hatte ich als Kabelmesser (Werkzeug) ein Butterfly. Auf den Spruch "Oh, eine gefährliche Waffe", antwortete ich mit einem Zitat des Schriftstellers Robert Heinlein: Es gibt keine gefährlichen Waffen, nur gefährliche Menschen.
In diesem Sinne: Ist ein Messer mit dem ein Mensch erstochen wird eine gefährlichere Waffe als das Küchenmesser eines Kochs? Ist eine Axt die man zum Holzhacken benutzt harmloser als die, mit dem einem Menschen der Schädel eingeschlagen wird? Ist ein Gewehr, daß zu einem Amoklauf benutzt wird anders aufgebaut als ein Jagdgewehr? Über das Thema "Kampfhunde" will ich gar nicht erst reden. Das Problem ist doch immer der Mensch, nicht das Gerät!!


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#17

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 22.10.2010 18:44
von S51 | 3.733 Beiträge

Das Hauptproblem bei der Forderung nach schärferen Gesetzen ist doch immer die Tatsache, dass solche Gesetze von jenen beachtet werden, die sich sowieso an Gesetze halten.
Von jenen, die sich nicht an Gesetze halten aber eben nicht.
Deshalb bringen immer schärfere Gesetze nachweisbar einfach nichts. Immer, wenn sie das sinnvolle Maß überschreiten, was in der Bundesrepublik mindestens seit der vorletzten Verschärfung der Fall ist, zeigen sie keine Wirkung mehr.
Wer Straftaten begehen will, der plant eh schon etwas Vebotenes. Da ist es egal, ob er ein Küchenmesser, eine Axt, den Benzinkanister oder nur Kohlenanzünder oder eben eine greifbare Schußwaffe benutzt. Er/sie wird es tun. So oder so.
Amokläufe haben eine gesellschaftliche Ursache. Unser Lebensprinzip ist "cool" sein. Was immer dies bedeutet. Mal ist man cool, wenn man besonders rücksichtslos ist, wenn man besonders frech ist oder auch besonders mutig. Hin und wieder auch, wenn man sich als besonders anständig erweist. Werbung hat eher das niederbrüllen, und sei es nur, um sich "reich" zu kaufen, besonders Scharf (mit einem Fotoapparat) zu schießen, besonders rücksichtslos sein zum Inhalt. Da muss etwas geändert werden denn dies wirkt vor allem auf Menschen mit nicht so fester Persönlichkeit. Auf Menschen, die Vorbilder brauchen. Wer wäre das nicht?
Was ich grundsätzlich mehr und mehr vermisse, ist Augenmaß.
Es gibt einfach grund böse Menschen, die werden nur durch Fakten gestoppt. Wehrhafte Bürger, funktionierende Polizei, handlungsfähige Strafverfolgung. Gesetze stoppen diese Menschen nicht denn an so etwas halten sie sich nicht.
Es gibt verzweifelte Menschen, die werden nur durch Hilfen oder, siehe oben gestoppt. Gesetze und deren Sanktionen stoppen nur bis zu einem gewissen Grad. Danach auch nicht mehr.
Deshalb bringt es nichts, sinnvolle Gesetze immer unsinniger zu verschärfen. Aber es bringt etwas, Leuten mit Problemen zu helfen. Gegen alles Übrige muss man sich wehren können, denn nur die Aussicht auf mehr Schaden als Nutzen kann einen Angreifer vom Angriff abhalten.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#18

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 22.10.2010 18:50
von Altermaulwurf (gelöscht)
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Ich bin natürlich für legalen Waffenbesitz, denn warum soll ich Freiheitsrechte unnötig einschränken ?
Mit einem Verbot benachteilige ich den gesetzestreuen Bürger gegenüber den Kriminellen und nimmt mir die Möglichkeit meine Familie zu schützen.
Was macht der Staat mit seinem Gewaltmonopol ? Bei Stuttgart 21 harmlose Demonstranten niederknüppeln, aber bei Auseinandersetzungen mit jugendlichen Gewalttätern bestimmter ethnischer Gruppen, wird selbst bei Randale abgehauen und lieber ein Strafzettel geschrieben. Es gab ja mal ein paar Spaßvögel die haben die Reaktionszeit der Polizei gemessen, einmal bei Ölwechsel auf der Strasse und dann bei randalierenden "Russen" vor dem Haus. Das Ergebnis war beschämend und kann sich jeder denken.

Leider werden in dieser ganzen Debatte sehr emotionsstark und mit falschen Argumenten Waffenbesitzer mit bekannter Manier von Gutmenschen in eine bestimmte Ecke gedrängt und versucht der Mehrheit einen Minderheitswillen auf zu zwingen.
Die jetzigen Regelungen sind mehr als ausreichend und reglementieren schon über Gebühr.
Die Ursachen für Gewalttaten läst man dabei gern außen vor und sieht nur das Werkzeug und statt mit einer legalen Waffe würde dann eben eine illegale Waffe oder ein Messer benutzt werden.
Bei so tragischen Ereignissen wie in Erfurt hat mehr als nur eine Vorschrift im Waffenrecht versagt, die Ursachen lagen wo anders und die Tat hätte bei entsprechendem Umgang mit dem Täter im Vorfeld verhindert werden können.
Mittlerweile wird ja schon an allen "Fronten" versucht dem Bürger bestimmte Freiheiten zu reglementieren. Das geht bei Computerspielen los wo selbsternannte Heilsbringer um den Kriminologen Pfeiffer selbst Autorennen verteufeln..............
Für die Interessen des Großkapitals darf man dann allerdings eine Waffe in die Hand nehmen und seine Haut in Afghanistan zu Markte tragen. Da hört die Empörung und der Humanismus vieler Gutmenschen dann plötzlich auf..........


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#19

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 22.10.2010 19:16
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Das Interessante an den Diskussionen um die Verschärfung oder Nichtverschärfung des Waffenrechts ist eine moralische Seite, die nach meiner Auffassung kaum wahrgenommen oder nur wenig diskutiert wird. Wenn ich recht informiert bin, ist sowohl der Anteil schwerster Gewalttaten im Rahmen der Kriminalfälle als auch die absulte Zahl dieser Fälle seit Jahren rückläufig. Dennoch haben wir eine steigende Medienpräsenz dieser Fälle. Dabei kann es nicht um die Anzahl gehen. Es geht um die Qualität bzw. hier besser gesagt die Intensität der Darstellung dieser Fälle. Suchaktionen werden über Wochen minutiös dargestellt, Jahrestage werden immer wieder hervorgeholt und und und. Nach den Medien geht es nur um die Information der Bevölkerung und die Sensibilisierung der Menschen. Tatsächlich wird die Ware Information hier bis zum letzten Cent ausgeschlachtet. Würden Anteil der Geschehnisse und Bedeutung für die Menschen mit der Gewichtung der Information in Balance sein, würden wir aus Richtung Kriminalität plötzlich in einer recht friedlichen Welt leben. Aber das Ausschlachten sichert höhere Profitraten. Insofern ist der Vergleich von 94 mit dem Alokoholmissbrauch am Steuer gar nicht so schlecht, denn in diesem Zusammenhang führt verantwortungsloses Handeln wesentlich häufiger zu Schaden und dem damit verbundenen menschlichen Leid, als das bei Schusswaffen und deren Besitzern anzutreffen ist. Aber solche Fälle haben kaum den Bruchteil der Intensität der Darstellung von Gewaltkriminalfällen, also auch Schusswaffenanwendungen.

Das Problematische an den Diskussionen selbst ist, dass Statistiken kaum geeignet sind, Glaubensgrundsätze zu erschüttern, da jeder Glaubensgrundsatz auch für ihn passende Statistiken finden kann. Nun gut. Meine Meinung zu dem Thema selbst? Ich habe für mich mit Schusswaffen weitestgehend abgeschlossen. Ich brauche so etwas nicht mehr für mich. Das ist eine private Haltung, die ich keinem anderen aufzwingen will, zumal zu meinem Freundeskreis auch Sportschützen gehören, denen ich ihre Passion gönne. Nach meiner Auffassung verdienen Waffenproduktion und Waffenhandel mehr Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, als der Waffenbesitz. Ich würde es entschieden ablehnen, Waffen als Mittel zum privaten Schutz freizugeben. Aber Waffen in den Händen nachweislich damit ausgebildeter Leute stellen für mich eine vergleichsweise sehr geringe Gefahr dar. Dass es auch in diesen Fällen Unachtsamkeiten, Fahrlässigkeit und Missbrauch geben kann, kalkuliere ich dabei ein. Gesetzliche Verbote schaffen eher den Raum für Illegalität. Was Legal ist, lässt sich leichter kontrollieren. Nach meiner heutigen Auffassung stände heutzutage eine Verschärfung des Waffenrechts in Deutschland in keinem Verhätnis zum Nutzen, es würde eher kontraproduktiv wirken. Dabei sähe ich auch das Problem der Definition und Abgrenzung, das hier bereits angesprochen wurde. Da möchte ich zum Beispiel mal den Butterflymesserschwinger sehen, der es mt mir und meinem besten Küchenmesser aufnehmen könnte ...

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#20

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 22.10.2010 19:48
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat

Zitat von SFGA
An sich kann man sich drehen und wenden. Das Gesetz kann noch so hart sein. Die Personen die eine Waffe brauchen egal welches Kaliber kaufen/tauschen die im Laden oder bei härterem auf dem Schwarzmarkt. Also Amokläufe u.a. wird es immer geben.
Guckt z.B. mal in Berlin was da abgeht.


das sehe ich genauso und deswegen bringt die ganze diskusion überhaupt nichts. wer eine waffe will bekommt auch eine. Z.B anfang der 90 hätte mann von der abziehenden roten armee alles bekommen können. lg glasi



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