#661

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 04.01.2013 00:14
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #659
Wer fuer Waffenverbot ist sollte auch gleich den naechsten Schritt tun und Privatpersonen den Besitz von Kraftfahrzeugen untersagen und natuerlich den Fuehrerschein entziehen. Autos toeten Menschen. Ausserdem braucht man doch heute keine Autos mehr. Jeder kann mit dem Bus oder der Bahn fahren

http://www.autobild.de/artikel/geisterfa...ll-3765587.html

Also Waffengegner bitte Eure Fuehrerscheine jetzt sofort abgeben, denn schliesslich wollt Ihr doch mit Eurer unnoetigen Rumfahrerei keine Menschen in Gefahr bringen, oder...........................?


Du hast doch ein Ei am laufen............


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#662

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 04.01.2013 00:40
von S51 | 3.733 Beiträge

Nein, wieso?
Er verallgemeinert nur etwas krass.
Wenn als Maßstab für ein Verbot gelten soll, was man damit anrichten kann, wenn man andere schädigen will, dann macht es keinen Unterschied, ob man nun seine Waffe oder sein Auto abgeben soll. Oder seine Messer, Hammer, Axt, Motorsage - eigentlich alles, womit man jemanden schädigen kann. Letzten Endes sogar die Spezies Mensch oder Tiere selbst.
Wenn als Maßstab für ein Verbot gelten soll, wodurch mehr Menschen sterben, dann rangieren die Dinge des täglichen Lebens inklusive der Schlaftabletten weit vor allen eigentlichen Waffen.
So gesehen ist die Konzentration auf die "Waffe" an sich eigentlich schlicht willkürlich, nur subjektiv aber eben nicht objektiv begründet. Oder eben in der schlichten Wahrheit, dass man sich auf Waffen konzentrieren möchte, weil man nur zu gut weiß, dass es praktisch keinen Schutz vor Krimineller Energie gibt. Außer durch deren Verfolgung was aber ausgerechnet jene Personen nicht oder nur eingeschränkt wollen, die so gegen Waffen sind.
Oder ganz einfach: Selbst die schlimmsten "Verbotler" wissen (und billigen) dass durch kriminelle Energie immer Menschen zu schaden kommen. Es muß für sie nur so aussehen, als ob sie was dagegen täten und da ist es natürlich einfacher, sich auf Dinge zu konzentrieren, die nur wenige statt alle oder fast alle haben.
Problem dabei ist jedoch, dass dies ineffektiv ist. Eigentlich nichts bewirkt und es immer wieder Opfer geben wird. Weil es sich nicht verhindern läßt. Für solche "Verbotler" aber ist der Griff nach immer neuen Verboten, auch wenn sie gar nichts bewirken, dann immer einfacher. Hat man einmal angefangen... Viele oder eigentlich alle Diktaturen haben so und deshalb begonnen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#663

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 04.01.2013 01:05
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von SCORN im Beitrag #650
Zitat von Hackel39 im Beitrag #649





Fuchs und Igel hinken .
Die kommen beide bewaffnet zur Welt und können normalerweise auch nicht sprechen und wenn der Fuchs hungrig genug ist, kriegt er den Igel trotzdem kaputt.
Übrigens braucht der Fuchs den Igel nur anzupissen, dann geht er auf und der Fuchs beißt rein.

So nun sagt sich Fuchs und Igel Gute nacht.


jo, so einfach ist die welt

wer es nicht versteht kann es sich auch zweimal anschauen: http://www.youtube.com/watch?v=NhVhrjuIncg

und wer dieses Land sicherer machen möchte durch ein total Verbot legaler Waffen sollte konsequenterweise gleich hier weitermachen:

http://www.youtube.com/watch?v=jwJTUBU8aSI





man hat vergessen in deinem filmchen zu erwähnen wer blöd schaut wenn die schulkameraden am nächsten tag nie mehr wieder kommen! trotz eines hoch bewaffneten 'rektors' und noch blöder schauen diese wenn sie dann zum 'beschützenden onkel' wieder in die schule müssen obwohl dieser es gar nicht kann !!!



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#664

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 04.01.2013 01:11
von S51 | 3.733 Beiträge

Wenn das mit diesem "blöd schauen" nur nicht so einseitig wäre. Fairerweise hättest du dann nicht unterlassen zu erwähnen, wie "blöd" jemand schaut, der wehrlos in das "Rohr blickt".
Alles eine reine Frage der Sichtweise. Wobei nichts tun zu können immer etwas endgültiger ist als nichts tun zu wollen. Jedenfalls dann, wenn man auf der wehrlosen Seite ist. Auch das wieder eine Frage der Sichtweise.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#665

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 04.01.2013 01:14
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von S51 im Beitrag #664
Wenn das mit diesem "blöd schauen" nur nicht so einseitig wäre. Fairerweise hättest du dann nicht unterlassen zu erwähnen, wie "blöd" jemand schaut, der wehrlos in das "Rohr blickt".
Alles eine reine Frage der Sichtweise. Wobei nichts tun zu können immer etwas endgültiger ist als nichts tun zu wollen. Jedenfalls dann, wenn man auf der wehrlosen Seite ist. Auch das wieder eine Frage der Sichtweise.


meinst du damit waffen in eine schule zu tragen wäre die richtige !!!???



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#666

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 04.01.2013 03:18
von S51 | 3.733 Beiträge

Schau, die Frage wäre, wenn man sie schon so stellt, wen man die Waffen in die Schule tragen läßt.
All die Taten bisher geschahen mit Waffen, Brand- und Sprengmitteln, welche sich die Täter illegal beschafft haben. Ergo würde hier ein Verbot von was auch immer nichts ändern. Verboten ist schon verboten.
Mit Verboten also läßt man dann die Täter nach wie vor Waffen in die Schulen tragen. Egal wie man es verflucht, man läßt es zu. Denn sie würden sich diese nach wie vor illegal beschaffen. Was soll sie daran hindern, Verbot? Ist es doch schon. Ganz bewußt sogar läßt man sie denn jeder sieht es, jeder weiß es und nur die Krokodilstränen werden immer dicker weil dieselben Leute diesen Tätern dann noch und nöcher mildernde Umstände zubilligen und neue Chancen eröffnen. Sozusagen auf ein Neues, immer und immer wieder.
Was sind schon ein paar Opfer?
Unsereins hat, geprägt von jahrhundertelangem Glauben seiner Vorfahren an die Obrigkeit einen Rochus vor Waffen, vor der Möglichkeit sich zu wehren. Ist ja schließlich subversiv ganz gewaltig und furchtbar. Aber sehen wir es nüchtern. Wie oft eigentlich knallt es in Israel beispielsweise? Wo doch fast jeder Israeli ab einem bestimmten Alter mit "Eisen" rumrennt. Die Dinger mitunter auf dem Tisch liegen. OK, dort gibt es die Auseinandersetzung mit den Arabern, speziell mit den Palästinensern aber warum hören wir nichts oder nur wenig von solchen Massenmördern in der israelischen Gesellschaft?
Was, wenn unsere Angst vor Waffen nur ein Popanz ist? Eben weil wir daran etwas Besonderes sehen? Sehen wollen?
Dann wäre es egal, ob da jemand in eine Schule mit Waffen rennt um Verbrechen zu begehen. Er käme nicht weit und genau das wüßte er auch und es ist nun mal so, dass solche Täter dann - einfach aufgeben wie zum Beispiel der Norweger als er wirklich nach langer, viel zu langer Zeit auf mögliche Gegenwehr traf.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


Wanderer zwischen 2 Welten und SCORN haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.01.2013 03:29 | nach oben springen

#667

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 04.01.2013 06:29
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von S51 im Beitrag #666
Schau, die Frage wäre, wenn man sie schon so stellt, wen man die Waffen in die Schule tragen läßt.
All die Taten bisher geschahen mit Waffen, Brand- und Sprengmitteln, welche sich die Täter illegal beschafft haben. Ergo würde hier ein Verbot von was auch immer nichts ändern. Verboten ist schon verboten.
Mit Verboten also läßt man dann die Täter nach wie vor Waffen in die Schulen tragen. Egal wie man es verflucht, man läßt es zu. Denn sie würden sich diese nach wie vor illegal beschaffen. Was soll sie daran hindern, Verbot? Ist es doch schon. Ganz bewußt sogar läßt man sie denn jeder sieht es, jeder weiß es und nur die Krokodilstränen werden immer dicker weil dieselben Leute diesen Tätern dann noch und nöcher mildernde Umstände zubilligen und neue Chancen eröffnen. Sozusagen auf ein Neues, immer und immer wieder.
Was sind schon ein paar Opfer?
Unsereins hat, geprägt von jahrhundertelangem Glauben seiner Vorfahren an die Obrigkeit einen Rochus vor Waffen, vor der Möglichkeit sich zu wehren. Ist ja schließlich subversiv ganz gewaltig und furchtbar. Aber sehen wir es nüchtern. Wie oft eigentlich knallt es in Israel beispielsweise? Wo doch fast jeder Israeli ab einem bestimmten Alter mit "Eisen" rumrennt. Die Dinger mitunter auf dem Tisch liegen. OK, dort gibt es die Auseinandersetzung mit den Arabern, speziell mit den Palästinensern aber warum hören wir nichts oder nur wenig von solchen Massenmördern in der israelischen Gesellschaft?
Was, wenn unsere Angst vor Waffen nur ein Popanz ist? Eben weil wir daran etwas Besonderes sehen? Sehen wollen?
Dann wäre es egal, ob da jemand in eine Schule mit Waffen rennt um Verbrechen zu begehen. Er käme nicht weit und genau das wüßte er auch und es ist nun mal so, dass solche Täter dann - einfach aufgeben wie zum Beispiel der Norweger als er wirklich nach langer, viel zu langer Zeit auf mögliche Gegenwehr traf.


Ähm, tja soviel dazu: http://www.handelsblatt.com/politik/inte...en/2535492.html............


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#668

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 04.01.2013 08:25
von eisenringtheo | 9.193 Beiträge

Ein aktueller Fall aus den Schweizer Bergen
http://www.bild.de/news/ausland/schiesse...45114.bild.html

http://www.nzz.ch/aktuell/panorama/daill...ylle-1.17919156
Wer will, kommt zu Waffen. Dem Invalidenrentner wurden alle Waffen schon vor Jahren eingezogen und er hätte legal auch keine mehr erwerben können.
Theo


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#669

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 05.01.2013 12:09
von SCORN | 1.456 Beiträge

Zitat von Boelleronkel im Beitrag #658




Ach ja "Scorn"wie schoen das Du einem so schoen die Welt erklaeren kannst...ich frag mich manchmal nur wo waren all die "Gut Menschen "zu DDR Zeiten...als es darum ging die Leute aus befreundeten Armeen ausfindig zu machen und gegebenenfalls auch zu bestrafen,die unter anderem eben auch meine Freundin vergewaltigt und eine Schulfreundin mit dem LKW tot gefahren haben......
Sach mal...wo wart all Ihr "Gut Menschen da"???


Menno wenn ich Manches Geschwiebsel hier lese...mir wird richtig kotzuebel......



Tschuess erst mal BO




was fragst du mich dass? mach ein Thema darüber auf, vielleicht bekommst du Antworten!


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#670

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 05.01.2013 12:12
von SCORN | 1.456 Beiträge

Zitat von frank im Beitrag #663


man hat vergessen in deinem filmchen zu erwähnen wer blöd schaut wenn die schulkameraden am nächsten tag nie mehr wieder kommen! trotz eines hoch bewaffneten 'rektors' und noch blöder schauen diese wenn sie dann zum 'beschützenden onkel' wieder in die schule müssen obwohl dieser es gar nicht kann !!!


@Frank: versuch es dann mal mit diesem Clip wenn dir die anderen zu hoch sind:
http://www.youtube.com/watch?v=Fc2e2FQfRQ4


zuletzt bearbeitet 05.01.2013 12:14 | nach oben springen

#671

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 05.01.2013 12:17
von Diskus303 | 485 Beiträge

Zitat von SCORN im Beitrag #669
Zitat von Boelleronkel im Beitrag #658




Ach ja "Scorn"wie schoen das Du einem so schoen die Welt erklaeren kannst...ich frag mich manchmal nur wo waren all die "Gut Menschen "zu DDR Zeiten...als es darum ging die Leute aus befreundeten Armeen ausfindig zu machen und gegebenenfalls auch zu bestrafen,die unter anderem eben auch meine Freundin vergewaltigt und eine Schulfreundin mit dem LKW tot gefahren haben......
Sach mal...wo wart all Ihr "Gut Menschen da"???


Menno wenn ich Manches Geschwiebsel hier lese...mir wird richtig kotzuebel......



Tschuess erst mal BO




was fragst du mich dass? mach ein Thema darüber auf, vielleicht bekommst du Antworten!



Hat er doch gar nicht: (Dich) gefragt....


Gruß Axel
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#672

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 06.01.2013 00:27
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von SCORN im Beitrag #670
Zitat von frank im Beitrag #663


man hat vergessen in deinem filmchen zu erwähnen wer blöd schaut wenn die schulkameraden am nächsten tag nie mehr wieder kommen! trotz eines hoch bewaffneten 'rektors' und noch blöder schauen diese wenn sie dann zum 'beschützenden onkel' wieder in die schule müssen obwohl dieser es gar nicht kann !!!


@Frank: versuch es dann mal mit diesem Clip wenn dir die anderen zu hoch sind:
http://www.youtube.com/watch?v=Fc2e2FQfRQ4



ist mir da nicht's !!! aber versuch doch mal zu verstehen das weniger in dieser sache mehr ist !! abgesehen vom vorbildeffekt den jeder erziehungsberechtigte ob privat oder staatlich hat , wäre es doch schwachsinn scharfe waffen in eine schule zu bringen , als alles zu versuchen diese von unseren kindern fern zu halten ??? das hauptangriffsziel solcher täter wäre natürlich auch zu erst der ihm gefährlich sein könnte und von ungewolltem mißbrauch ganz zu schweigen !!! die waffe ist nun mal im haus und somit schon eine 'gefahr' wenn sie nicht sachgemäß verschlossen wird .! selbst wenn das passiert , wer garantiert das bei einem 'geplantem verbrechen' der 'potenzielle gegner' nicht zuerst ausgeschaltet wird ?? schon hätte man eine waffe mehr auf der 'bösen seite' ???



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#673

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 06.01.2013 02:44
von student | 89 Beiträge

In den USA geht das Recht zum Besitz und Tragen von Waffen auf das Jahr 1791 zurück (2. Verfassungszusatz). In diesem wird aber dieses Recht ausdrücklich in den Zusammenhang mit der Landesverteidigung und dem Milizsystem unter den Bedingungen eines Krieges gestellt. Das Milizsystem kann nur funktionieren, wenn die Milizionäre ihre Waffen zur sofortigen Verfügung haben, immer die Verhältnisse des 18.Jahrhunderts berücksichtigend. Auch wenn eine etwas abseits liegende Farm von Banditen oder Marodeuren angegriffen wurde, war es sinnvoll, sofort Waffen zur Verteidigung von Haus und Hof zur Verfügung zu haben.

Auch das Wahlsystem der USA geht ja auf Verhältnisse zurück, die schon längst nicht mehr zutreffen, deswegen wird es aber trotzdem beibehalten. Das jetzt hier gültige Waffengesetz wurde bei seiner Einführung ja auch heftig und kontrovers diskutiert, und einige der Bestimmungen sind tatsächlich, sagen wir mal, skurril, vor allem was die kalten Waffen angeht.

Das eigentliche Problem scheint mir auch nicht darin zu liegen, welche Waffen zu welchem Verbrechen mit welchen Auswirkungen benutzt werden oder wurden. Viel interessanter ist nach meiner Auffassung, aus welchen Gründen Gewalt überhaupt eine akzeptable Option ist. Abgesehen von echten Durchgeknallten, die alles benutzen, was ihnen gerade in die Hände fällt, ist es oft die Tatsache, daß eine Waffe eine lange erlebte Ungleichheit der Chancen ausgleichen kann. Das Ergebnis stellt sich schnell und mit einer gewissen Garantie ein. Man läuft weniger Gefahr, überwältigt zu werden und wieder in der vorher oft durchgemachten Lage zu sein. Das kann sowohl physische als auch psychische Gewalt sein. Irgendwie ist das mit dem Notwehrexzeß vergleichbar, der bezeichnenderweise strafmildernd oder sogar strafausschließend beurteilt werden kann.

Nicht zu unterschätzen ist m.E. nach auch die zunehmende Toleranz gegenüber Gewalt (bei den Tätern) durch die überbordende Gewaltdarstellung in den Medien, bei Computerspielen und dergleichen. Die Hemmschwelle sinkt bei allem, was als alltäglich empfunden wird. Man vergleiche das Geschrei in den Medien wegen eines Schulmassakers in den Nachrichten mit der nach fünf Minuten in der Werbung folgenden Verzückung über die "realistischen Effekte" eines Computerspiels, bei dem möglichst genau gezeigt wird, welche Wirkung die virtuellen Waffen haben.

Ob Gewalt als Option mehr oder weniger akzeptiert wird, ist eine Frage des kulturellen Niveaus, und leider gibt es das Phänomen, daß viele sich bereitwillig der Massenkultur eines Volkes anpassen, das in geistiger Hinsicht immer noch auf dem Planwagen durch die Prärie rollt und Büffel und Indianer abknallt. Man muß, wenn man das Recht des Stärkeren zum Prinzip seiner Politik und seiner Wirtschaft macht, auch akzeptieren, daß sich dieses Recht innerhalb der Gesellschaft allumfassend durchsetzt.

Wir haben dann zwei widerstreitende Erscheinungen: Einerseits die in Sonntagsreden von Pfarrern und deren Töchtern gerne verbreitete Forderung, man möge doch im Falle des Falles die andere Wange auch noch hinhalten, und andererseits das Erleben, daß Rücksichtslosigkeit Erfolg bringt, gleichgültig auf welcher Ebene und in welcher Hinsicht. Dann wollen die Täter, oft im Gefühl der Ohnmacht, zumindestens spektakulär enden. Da wenigstens können sie sicher sein, denn Gewalt wird nachgefragt. Der gleiche Bürger, der sich entsetzt über einen möglichst dramatischen Vorfall zeigt, kann sich gar nicht sattsehen an möglichst realistischen Beiträgen im Fernsehen. Man möchte sehen, wie Menschen sterben, aber selber dabei in Sicherheit sein.
Faust erster Teil: "Nichts Schönres weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei, wenn hinten, weit in der Türkei, die Völker aufeinanderschlagen ..."

Ich wünsche mir manchmal, man könnte die verfetteten, hamburgerfressenden und colasaufenden Hersteller von Computerspielen gerichtlich dazu verurteilen, wenigstens ein halbes Jahr irgendwo tief in der (Dings..., Sch. ...) real erleben zu müssen, was sie möglichst realistisch darzustellen versuchen.

Es wird nichts besser dadurch, daß man das Faustrecht einführt und derjenige recht hat, der schneller zieht. Die Frage ist doch vielmehr, daß genau das glorifiziert wird, als das Kennzeichen des Erfolgsmenschen gilt. Ich persönlich sehe keinen Unterschied zwischen dem um sich schießenden Schüler und dem erfolgreichen Betriebssanierer, der entlassene Angestellte in den Selbstmord treibt. Nur die Darstellung in der Öffentlichkeit ist eine andere.


silberfuchs60, DoreHolm und Hackel39 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#674

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 06.01.2013 02:47
von SCORN | 1.456 Beiträge

Zitat von frank im Beitrag #672


ist mir da nicht's !!! aber versuch doch mal zu verstehen das weniger in dieser sache mehr ist !! abgesehen vom vorbildeffekt den jeder erziehungsberechtigte ob privat oder staatlich hat , wäre es doch schwachsinn scharfe waffen in eine schule zu bringen , als alles zu versuchen diese von unseren kindern fern zu halten ??? das hauptangriffsziel solcher täter wäre natürlich auch zu erst der ihm gefährlich sein könnte und von ungewolltem mißbrauch ganz zu schweigen !!! die waffe ist nun mal im haus und somit schon eine 'gefahr' wenn sie nicht sachgemäß verschlossen wird .! selbst wenn das passiert , wer garantiert das bei einem 'geplantem verbrechen' der 'potenzielle gegner' nicht zuerst ausgeschaltet wird ?? schon hätte man eine waffe mehr auf der 'bösen seite' ???


Frank, nehme es mir nicht übel aber dein Beitrag ist etwas verworren! Weder hat hier jemand gefordert großkalibrige Schusswaffen in die Schulen hierzuland zu bringen noch scheint dir die Realität in Bezug auf die aktuelle Gesetzeslage im Waffenrecht in Deutschland bekannt zu sein!
Meines Wissens nach haben sich die Luftdruckgewehre in den Schulen der DDR welche in den AG Schießen verwendet wurden auch nicht negativ auf die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder ausgewirkt!

Aber es hat keinen Zweck in dieser Diskussion auf Fakten und Tatsachen zu setzen! Wo "Glaube" und "Gefühl" diese ersetzen und gepaart mit grober Unkenntnis die Diskussion geführt wird macht es keinen Sinn mehr zu diskutieren!

Da ich aber den "Glaubenskämpfern" in dieser Sache nicht gänzlich das Feld überlassen will, werde ich mich auf das einstellen von Fakten beschränken!
Hier mal was aus dem aktuellen Leben, wo Waffen wie hier gewünscht, den Behörden übergeben wurden!

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt...89013914eb.html

SCORN


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#675

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 06.01.2013 03:07
von student | 89 Beiträge

@ scorn, ganz schnell und spontan: Das Problem dabei ist auch nicht, ob diese Kinder in der AG Schießen mit Luftdruckgewehren oder mit Haubitzen geschossen haben, sondern was man ihnen erklärt hat, warum sie das Schießen üben sollen. Das habe ich vorhin vergessen zu erwähnen: Die Zeit des kalten Krieges hat sicher dazu beigetragen, Gewalt als Option salonfähig zu machen, weil ja stets "die anderen" die Bösen waren und Gewaltanwendung deshalb als legitim dargestellt wurde. Was mich dabei besonders gestört hat, angefangen von diesen AG's bis hin zur Beeinflussung der Soldaten an der Grenze: Es war auf unserer Seite stets von "Haß" die Rede, Haß als Erziehungsziel. Dabei spielt es keine Rolle, ob dieses Ziel erreicht wurde oder nicht, das Problem liegt in der emotionalen Kategorie, die angesprochen wurde. Das nur als Ergänzung.


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#676

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 06.01.2013 03:56
von SCORN | 1.456 Beiträge

Zitat von student im Beitrag #675
Es war auf unserer Seite stets von "Haß" die Rede, Haß als Erziehungsziel. Dabei spielt es keine Rolle, ob dieses Ziel erreicht wurde oder nicht, das Problem liegt in der emotionalen Kategorie, die angesprochen wurde. Das nur als Ergänzung.


Ich war nicht an der Grenze! Von Haß hat man bei uns im "Polit" und pro Forma geschwafelt, angehoben hat es keinen! Das lag zum nicht geringen Teil auch daran dass die Politoffiziere nie mit "draußen" waren! Und ich diente auch in einer Einheit in welcher man denen von der anderen Seite nur allzuoft Auge in Auge gegenüberstand!

Die Behauptung in den AG Schießen der Schulen wäre zu DDR Zeiten von Haß die Rede gewesen kann ich absolut nicht bestätigen, das ist meiner Meinung nach großer Quatsch und Wasser auf die Mühlen der Geschichtsfälscher ala' "Hubertus K." welche genau so einen Schwachsinn unters Volk bringen!

SCORN


zuletzt bearbeitet 06.01.2013 03:56 | nach oben springen

#677

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 06.01.2013 11:59
von Gelöschtes Mitglied
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Ich habe sehr wenig Zeit, habe aber gestern Nacht alles durchgelesen zum Thema hier. Spaeter mehr. Ich wuerde gerne noch zu einigen Aussagen hier KURZE (das verspreche ich!) Aussagen machen.

Nur so viel zum Lamentieren der einen und der anderen. Bleibt objektiv, nicht jeder denkt wie in den USA, nicht jeder denkt wie in der Schweiz oder in Deutschland. Und vieles ist einfach nicht mehr zu veraendern. Weder legale, noch illegal Waffenbeschaffung und auch die nicht die niedrige Hemmschwelle fuer Verbrechen mit diesen Waffen.
In zehn Jahren USA haben mein Mann und ich konstant eine Kleinwaffe nach jeweiliger Wahl im Auto bei uns gehabt, bzw. durften wir diese durch CWP mit uns tragen. Ich merkte schnell, dass ganz besonders bei Fahrten in die Stadt er diese immer auf Funktionalitaet ueberpruefte. Der Amerikaner ist fest davon ueberzeugt, dass er Feinde hat, und das auch im eigenen Lager. z.B. nicht nur jede aeltere Dame in unserem Bekanntenkreis (die aelteste ist 82, die juenste 18, Bier trinken darf diese noch nicht) hat eine geladene Pistole in der Handtasche, die ein unzumutbare Gefaehrdung darstellt, es fehlt sichtlich nicht nur die richtige Handhabung. Besagte aeltere Dame hat auch in ihrem Bett zwei ‘ausserordentlich stark durchschlagende’ grosskalibrige geladene und entsicherte Gewehre neben sich liegen und drei deutsche Schaeferhunde auf dem Grundstueck. Sie moechte sich nicht auf ihre Alarmanlage verlassen. Dazu koennte man Buecher schreiben.

Ich kenne Waffen nicht erst seit meinem Aufenthalt in Vereinigten Staaten. Nach nur kurzer Zeit und das Kennenlernen einer hoechst alarmierenden hautnahen Kriminalitaet in allen Bereichen des Lebens, ging das Tragen einer Waffe zur Tagesordnung ueber. Ganz abgesehen von unseren ueblichen Gaengen mit eigenen Waffen als Sportschuetzen zur Anlage fast an jedem Wochenende.
Es kam bei uns in mehr als zehn Jahren niemals zu einem Vorfall. Es ist mehr als eine Normalitaet diese Waffen bei sich zu haben, vielmehr eine Pflicht fuer US Buerger, eine Pflicht, die sie sich aufgrund der Constitution nicht antun muessen aber weiterhin antun werden, mit all dem Denken und der Mentalitaet der gerichtet ist auf einen Feind (den findet man immer!) und der eingelblaeute Verteidigungsstrategie. Defense is the best insurance. Verteidigung ist die beste Versicherung.
Auf der anderen Seite des Atlantiks, hier in Deutschland oder Russland, wuerde ich nicht auf die Idee kommen, eine Waffe konstant mit mir herumzutragen.
So sehe ich allerdings, dass nicht nur Pfeffer und Salz in die Unterhaltung mit hineingeschmissen werden, sondern einiges ohne Relevanz zur Sache hier. Straftaten jeder Art, die nicht mit einer Waffe ausgeuebt werden z.B.
Jedoch, einiges hier zum Ausdruck kommt, was zwar weit OT ist, aber dennoch mit Bestimmtheit, die Vielfaeltigkeit des Denkens in Deutschland wie auf einer Parade zur Schau stellt. Interessant das Denken und auch die Formulierung der nach mehr als 23 Jahren grenzueberschreitenden Ansichten ueber viele Dinge in diesem vereinten Land durch ein immer noch oftmals sehr entzweites Volk. Die Diskussion hier mit schwarzem, weissem und nicht zuletzt rotem Pfeffer, ergibt eine Brisanz in Deutschland, die nirgendwo anders so zu finden ist. Eine koestlich gewuerzte Mahlzeit. Weiter so. Gruss, Larissa

PS: auf das Thema Hass und der hier teilweise unsinnigen Behauptungen werde ich im DHdS eingehen


zuletzt bearbeitet 06.01.2013 12:23 | nach oben springen

#678

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 06.01.2013 12:29
von Alfred | 6.867 Beiträge

Zitat von student im Beitrag #675
@ scorn, ganz schnell und spontan: Das Problem dabei ist auch nicht, ob diese Kinder in der AG Schießen mit Luftdruckgewehren oder mit Haubitzen geschossen haben, sondern was man ihnen erklärt hat, warum sie das Schießen üben sollen. Das habe ich vorhin vergessen zu erwähnen: Die Zeit des kalten Krieges hat sicher dazu beigetragen, Gewalt als Option salonfähig zu machen, weil ja stets "die anderen" die Bösen waren und Gewaltanwendung deshalb als legitim dargestellt wurde. Was mich dabei besonders gestört hat, angefangen von diesen AG's bis hin zur Beeinflussung der Soldaten an der Grenze: Es war auf unserer Seite stets von "Haß" die Rede, Haß als Erziehungsziel. Dabei spielt es keine Rolle, ob dieses Ziel erreicht wurde oder nicht, das Problem liegt in der emotionalen Kategorie, die angesprochen wurde. Das nur als Ergänzung.



Hallo,

mit eingen Worten sollte Mann / Frau vorsichtig sein.
Einiges muss wohl auch in die eine oder andere Zeitschiene eingefügt werden.
Jedoch sollte man heute nicht so tun, als hätten nur die Soldaten der DDR auf die Brüder und Schwestern in der BRD geschossen.
Heute kommt es immer wieder zu der Einteilung Ost / BÖSE, West / GUT.
Alle hatten IHR Feinbild. Bei allen herrtschte Übereinstimmung, " wer uns angreift, unabhängig davon welche Uniform er trägt oder welche Sprache er spricht, ist dein Feind".

Der Vier Sterne General Günter Kießling schrieb 1993 :

" So kam es dann, dass sie mich gleich mit der schwerwiegensten Frage der Bundeswehr Gründerzeit aufspießten. Schießen Sie auch auf die Deutschen von drüben ? Ich parrierte: Wenn es zum Krieg kommen sollte, müssen und werden wir auf jeden schießen, der uns angreift. Dann stehen uns zwangsläufig Amerikaner und Briten auf unserer Seite näher, als die angreifenden Deutschen".


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#679

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 06.01.2013 13:43
von DoreHolm | 7.714 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #678
Zitat von student im Beitrag #675
@ scorn, ganz schnell und spontan: Das Problem dabei ist auch nicht, ob diese Kinder in der AG Schießen mit Luftdruckgewehren oder mit Haubitzen geschossen haben, sondern was man ihnen erklärt hat, warum sie das Schießen üben sollen. Das habe ich vorhin vergessen zu erwähnen: Die Zeit des kalten Krieges hat sicher dazu beigetragen, Gewalt als Option salonfähig zu machen, weil ja stets "die anderen" die Bösen waren und Gewaltanwendung deshalb als legitim dargestellt wurde. Was mich dabei besonders gestört hat, angefangen von diesen AG's bis hin zur Beeinflussung der Soldaten an der Grenze: Es war auf unserer Seite stets von "Haß" die Rede, Haß als Erziehungsziel. Dabei spielt es keine Rolle, ob dieses Ziel erreicht wurde oder nicht, das Problem liegt in der emotionalen Kategorie, die angesprochen wurde. Das nur als Ergänzung.



Hallo,

mit eingen Worten sollte Mann / Frau vorsichtig sein.
Einiges muss wohl auch in die eine oder andere Zeitschiene eingefügt werden.
Jedoch sollte man heute nicht so tun, als hätten nur die Soldaten der DDR auf die Brüder und Schwestern in der BRD geschossen.
Heute kommt es immer wieder zu der Einteilung Ost / BÖSE, West / GUT.
Alle hatten IHR Feinbild. Bei allen herrtschte Übereinstimmung, " wer uns angreift, unabhängig davon welche Uniform er trägt oder welche Sprache er spricht, ist dein Feind".

Der Vier Sterne General Günter Kießling schrieb 1993 :

" So kam es dann, dass sie mich gleich mit der schwerwiegensten Frage der Bundeswehr Gründerzeit aufspießten. Schießen Sie auch auf die Deutschen von drüben ? Ich parrierte: Wenn es zum Krieg kommen sollte, müssen und werden wir auf jeden schießen, der uns angreift. Dann stehen uns zwangsläufig Amerikaner und Briten auf unserer Seite näher, als die angreifenden Deutschen".


Klar, "wer uns angreift !". In der offiziellen Stellungnahme wird von jeder Seite immer davon ausgegangen, daß man angegriffen wurde und nie, daß am selbst angreift. Das wäre nun wiederum eine sicherlich völkerrechliche Definition, wann man von einem Angriff sprechen kann und wann es sich umverteidigen handelt. Auch ein Präventivangriff kann u.U. als eine Verteidigung hingestellt werden. Wurde ja nahezu stets in der Vergangenheit von der Seite, die zuerst schoss, so dargestellt. Siehe auch Israel in ihren Kriegen gegen die Nachbarn.
Wenn eine Division unter Alarmzustand gesetzt wird und stunden später wird ihr befohlen, auf gegnerisches gebiet zu marschieren mit der Begründung, daß der Feind dort und dort einmarschiert ist, wird es für nur sehr wenige der Divisionsführung möglich sein, den Wahrheitsgehalt dieser Nachricht zu prüfen. Und da ist es natürlich von der Motivation her äußerst wichtig, wenn die Propagandamaschine vorher ihr Werk getan hat.



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#680

RE: Legaler Waffenbesitz - Pro und Kontra

in Themen vom Tage 06.01.2013 15:06
von student | 89 Beiträge

@ Alfred: Ich will gar nicht auf eine simple Schwarz-weiß-Malerei abstellen. Aber gerade im Kießling-Zitat finde ich viel deutlicher eine Ursache-Wirkung-Relation dargestellt als beim "Haß als Prinzip", als mehr oder weniger voraussetzungslose Emotion. Es ist m.E. nach sachlicher und objektiver, zunächst die Voraussetzung zu definieren (den Angriff) und dann die Reaktion (das Schießen auf den Angreifer), als nach dem Prinzip vorzugehen: "Weil wir ihn hassen, werden wir auch auf ihn schießen ", wobei die Voraussetzung die bloße Existenz des "Anderen" ist. Maxim Gorki schreibt: "Der proletarische Humanismus verlangt unauslöschlichen Haß gegen die Kapitalisten und ihre Lakaien ...", und mit einer solchen Betrachtungsweise wird eine negative Emotion voraussetzungslos zum Prinzip der Auseinandersetzung, und zwar jeder Form der Auseinandersetzung, auch der politischen, mit einem Gegner gemacht. Solche Prinzipien sind die Voraussetzung dafür, daß schließlich politische Umwälzung in Terror mündet oder politische Umwälzung mit Terror verhindert werden soll.

Dabei hätten die Verteidiger des Sozialismus doch alle Voraussetzungen gehabt, kühl und sachlich diejenigen notwendigen Schritte in Erwägung zu ziehen, die im Falle einer Aggression angebracht gewesen wären, denn sie hatten ja (angeblich) die höhere Einsicht in den gesetzmäßigen Gang der Geschichte. Haß auf den Gegner führt dazu, daß vergessen wird, was im "Kurzen Katechismus für teutsche Soldaten" so beschrieben wird: "Und der rechte christliche Soldat soll daher nie vergessen, daß er ein Mensch ist und daß auch über ihn alles verhängt werden kann, was Menschen nur widerfahren kann. Daher soll er ... das Schwerdt nur gegen das Schwerdt gebrauchen."

Was mich an den geschilderten Sachverhalten in erster Linie gestört hat, das war, daß wir stets den Humanismus für uns reklamiert haben und es trotzdem für erforderlich gehalten haben, an die gleichen Emotionen anknüpfen zu müssen, die wir dem Gegner zum Vorwurf gemacht haben. Wohin Haß und Fanatismus führen, hat man in Vietnam zur Genüge studieren können, und dann wäre militärische Professionalität die bessere Alternative. Ich hatte das Bild des sozialistischen Soldaten immer so vor Augen wie im Katechismus beschrieben: "Denn der Krieg ist ein Übel, und die Gewalt ist das größte Übel. Darum sollen die, welche für den Krieg gerüstet sind, die gütigsten und mildesten seyn ..."

Was die von Larissa beschriebenen Verhältnisse angeht, so will ich nicht bestreiten, daß sie (und ich bin froh darüber!) sicherlich über die größeren praktischen Erfahrungen verfügt. Ich für meinen Teil kann in der bis an die falschen Zähne bewaffneten Omma kein erstrebenswertes Bild erkennen. Die politische Dimension des zweiten Verfassungszusatzes läßt sich aber auch diskutieren, ohne daß man deshalb selbst durch sein Land wie durch Feindesland gefahren ist. "Si vis pacem, para bellum" ist ein Leitsatz, der für die innere Verfassung eines modernen Gemeinwesens untauglich ist, das beweisen die Auseinandersetzungen und nicht enden wollenden Deutungs- und Interpretationsversuche gerade zum zweiten Verfassungszusatz. Bezeichnend scheint mir in dieser Hinsicht zu sein, daß kein Bundesstaat oder andere politische Einheit anderslautende gesetzliche Bestimmungen für ihren Zuständigkeitsbereich erlassen darf. Reaktionen auf Grund besseren Wissens werden also von vornherein ausgeschlossen. Da erhebt sich schon die Frage, was für Verhältnisse politisch gewollt sind.


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