#41

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 12:40
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Pit 59
Es Lohnt doch nicht darüber zu Diskutieren was,wäre,wenn.Es ist gut gegangen,niemand ist verletzt,und alles ist gut.[
Ich bin gestern in einer 30er Zone über die Strasse,wenn da einer mit 70 gekommen wäre,wäre ich Tot.


Weder die DDR noch die hier im Forum thematisierte Grenze sind noch existent und der 3. Weltkrieg blieb aus. Also schliessen wir das Forum.

Ich finde gerade die Diskussion der Details interessant.

Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#42

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 12:59
von Commander | 1.056 Beiträge

Zitat von Ari@D187

Zitat von Pit 59
Es Lohnt doch nicht darüber zu Diskutieren was,wäre,wenn.Es ist gut gegangen,niemand ist verletzt,und alles ist gut.[
Ich bin gestern in einer 30er Zone über die Strasse,wenn da einer mit 70 gekommen wäre,wäre ich Tot.


Weder die DDR noch die hier im Forum thematisierte Grenze sind noch existent und der 3. Weltkrieg blieb aus. Also schliessen wir das Forum.

Ich finde gerade die Diskussion der Details interessant.

Stefan



Ähmm,Tschuldschung,aber die Frage muß erlaubt sein,wieso das Forum schließen??
Gruß C.



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#43

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 13:06
von Büdinger | 1.503 Beiträge

Ari meint sicher mit Schließung den Thread.

Gruß

Ricardo


.

Ich finde Menschen faszinierend, die meinen mich zu kennen.
Manchmal drängt es mich sie zu fragen, ob sie mir ein bisschen was über mich erzählen können ...

Ich übernehme die Verantwortung für alles, was ich sage, aber niemals für das, was andere verstehen!

.
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#44

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 13:07
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Hi Commander,

lies nochmal in Ruhe, dann wird der Schuß Ironie in meinem Beitrag hoffentlich deutlich.
Ich will garantiert nicht, daß das Forum geschlossen wird, ganz im Gegenteil!

Ich sehe gerade den Beitrag von Ricardo. Nein, der Thread soll auch nicht geschlossen werden. Was ich ausdrücken wollte ist, daß es sich auch lohnt über (rechtliche) Details zu diskutieren, auch wenn im Endeffekt die Flucht gut ging. Ich will damit auch auf keinen Fall den Flüchtlingen auf die Füße treten.

Gruß
Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
zuletzt bearbeitet 28.08.2011 13:10 | nach oben springen

#45

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 13:20
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Auf jeden Fall war das ganze Unternehemn hochriskant und hatte viele Unwägbarkeiten, die Deterling und Lichy nicht so ohne weiteres beeinflussen konnte. Das ganze hing nicht zuletzt davon ab, dass trotz mangelhafter Bremswirkung auf der Strecke oder den Bahnhöfen keine Verspätungen enstehen durften. Das war schwierig: Denn Deterling musste seinen Zug schon vor jedem Vorsignal so langsam haben, dass er bis zum Haupsignal (HP0) anhalten konnte. Solange er pünktlich war, war dieser energiesparende Fahrstil in Ordnung und auch erwünscht. Hätte es aber einen ausserordentlichen Halt oder einen längeren Aufenthalt auf Station gegeben ("Abstand" ,"Kreuzung", "Postauslad" und ähnliches), dann wäre Deterling aufgeflogen. Der Zugführer (Zugbegleiter), der nicht in die Pläne eingeweht war, hätte wissen wollen, warum Deterling trotz Verspätung nicht "vmax" fährt und auch nicht richtig bremst. Denn Pünktlichkeit ist des Bahners oberste Pflicht!
Eine Gruppe älterer Wanderer, die nur langsam aussteigen können oder eine hübsche Aufsichtsbeamtin, mit der man als pflichtbewusster Zugführer vor der Abfahrt gern noch ein dienstliches Gespräch führen muss - und Deterlings und Lichys Fluchtplan hätte sich in Luft aufgelöst ...
Theo


zuletzt bearbeitet 28.08.2011 13:22 | nach oben springen

#46

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 13:21
von Commander | 1.056 Beiträge

Zitat von Ari@D187
Hi Commander,

lies nochmal in Ruhe, dann wird der Schuß Ironie in meinem Beitrag hoffentlich deutlich.
Ich will garantiert nicht, daß das Forum geschlossen wird, ganz im Gegenteil!

Ich sehe gerade den Beitrag von Ricardo. Nein, der Thread soll auch nicht geschlossen werden. Was ich ausdrücken wollte ist, daß es sich auch lohnt über (rechtliche) Details zu diskutieren, auch wenn im Endeffekt die Flucht gut ging. Ich will damit auch auf keinen Fall den Flüchtlingen auf die Füße treten.

Gruß
Stefan


Ist schon Okay,hab`s schon verstanden
Gruß C.



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#47

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 13:25
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von Ari@D187

Zitat von Thunderhorse
[...]

gefährlicher Eingriff??

StGB der DDR von 1968

§ 198. Angriffe auf das Verkehrswesen.
(1) Wer vorsätzlich auf Verkehrswegen Hindernisse bereitet, Verkehrsmittel, Verkehrswege, Warn- oder Signalanlagen oder -mittel oder andere Verkehrseinrichtungen zerstört, beschädigt, unbrauchbar macht, entfernt oder mißbräuchlich benutzt und dadurch eine Gemeingefahr vorsätzlich verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Verurteilung auf Bewährung bestraft.

[...]

(3) Wer durch die Tat außerordentlich schwerwiegende Folgen vorsätzlich verursacht, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.

(4) Wer durch die Tat bei der Bahn, Luftfahrt oder Schiffahrt eine Gemeingefahr fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Verurteilung auf Bewährung, Geldstrafe oder mit öffentlichem Tadel bestraft.

(5) Der Versuch ist strafbar. In den Fällen der Absätze 1 bis 3 ist auch die Vorbereitung strafbar.

Strafgesetzbuch vom 15. Mai 1871, gültig bis zum 12. Januar 1968.
Paragraf 315. Gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr
http://delegibus.com/2010,1.pdf
Seite: 1366


Wenn da tatsächlich die Notbremse nicht mehr funktionierte, sind dann die Artikel 1, 3, 4 und 5 nicht erfüllt?

Stefan





Mal a bisserl in den Kommentierungen zum StGB der DDR (Ausgabe 1987) geblättert.

Und bitte beachten:
Wie schreiben das Jahr 1961.
Flucht mit einer Lok

Die Masse der Flüchtlinge war in die Flucht eingewiesen, 25 verblieben freiwillig in Berlin (West), 7 weitere gehen zurück nach Ost-Berlin.

Die beiden nunmehr zitierten §§ des StGB der DDR stammen aus der Fassung von 1968 ff.

Sowohl im § 113 Totschlag, wie auch im § 198 Angriff auf das Verkehrswesen wird explizit auf den Vorsatz (vorsätzlich)verweisen, dieser müßte ergo auch bei der Begehung der Tat vorliegen.
Die Bremse der Lok war, wie schon darauf hingewiesen, funktionsfähig.
Der Lokführer konnte den Zug mit angehängten Waggen Sicher zum stehen bringen.

[b]Hier mal der § 315, gültig im Jahre 1961.[/b]
Gemeingefahr erforderlich.
Siehe Absatz 3.
§ 315. (1) Wer die Sicherheit des Betriebs einer Schienenbahn auf besonderem Bahnkörper
oder Schwebebahn, der Schiffahrt oder der Luftfahrt durch Beschädigen, Zerstören oder
Beseitigen von Anlagen oder Beförderungsmitteln, durch Bereiten von Hindernissen, durch
falsche Zeichen oder Signale oder durch ähnliche Eingriffe oder durch eine an Gefährlichkeit
einem solchen Eingriff gleichkommende pflichtwidrige Unterlassung beeinträchtigt und dadurch
eine Gemeingefahr herbeiführt, wird mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren bestraft.
In besonders schweren Fällen ist auf Zuchthaus nicht unter fünf Jahren oder auf lebenslanges
Zuchthaus zu erkennen.
(2) In minder schweren Fällen kann auf Gefängnis nicht unter drei Monaten erkannt werden.
(3) Gemeingefahr bedeutet eine Gefahr für Leib oder Leben, sei es auch nur eines einzelnen
Menschen, oder für bedeutende Sachwerte, die in fremdem Eigentum stehen oder deren
Vernichtung gegen das Gemeinwohl verstößt.

Somit dürfte wohl zu prüfen sein, inwieweit eine Gemeingefahr für die 7 Passagier, die zurück gen Ost-berlin gingen, bestand.

Bei den 25 im Westen verbliebenen dürfte die Zustimmung, da über die Flucht informiert bzw. nicht mehr zurückgekehrt aus freiem Willen vorliegen.

Ein Schaden ist, wimre nicht eingetreten.

So, nun wühlt euch durch die Gesetze, Kommentierungen, etc. und richtet über die Flucht.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#48

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 13:27
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
Auf jeden Fall war das ganze Unternehemn hochriskant und hatte viele Unwägbarkeiten, die Deterling und Lichy nicht so ohne weiteres beeinflussen konnte. Das ganze hing nicht zuletzt davon ab, dass trotz mangelhafter Bremswirkung auf der Strecke oder den Bahnhöfen keine Verspätungen enstehen durften. Das war schwierig: Denn Deterling musste seinen Zug schon vor jedem Vorsignal so langsam haben, dass er bis zum Haupsignal (HP0) anhalten konnte. Solange er pünktlich war, war dieser energiesparende Fahrstil in Ordnung und auch erwünscht. Hätte es aber einen ausserordentlichen Halt oder einen längeren Aufenthalt auf Station gegeben ("Abstand" ,"Kreuzung", "Postauslad" und ähnliches), dann wäre Deterling aufgeflogen. Der Zugführer (Zugbegleiter), der nicht in die Pläne eingeweht war, hätte wissen wollen, warum Deterling trotz Verspätung nicht "vmax" fährt und auch nicht richtig bremst. Denn Pünktlichkeit ist des Bahners oberste Pflicht!
Eine Gruppe älterer Wanderer, die nur langsam aussteigen können oder eine hübsche Aufsichtsbeamtin, mit der man als pflichtbewusster Zugführer vor der Abfahrt gern noch ein dienstliches Gespräch führen muss - und Deterlings und Lichys Fluchtplan hätte sich in Luft aufgelöst ...
Theo




Was wäre WENN!!!
Geht von den tatsächlichen Fakten aus, alles andere ist das berühmt berüchtigte Spekulatius

Hätte, wäre, könnte, müßte, etc..


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 28.08.2011 13:28 | nach oben springen

#49

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 13:45
von Commander | 1.056 Beiträge

Zitat von Thunderhorse

Zitat von Ari@D187

Zitat von Thunderhorse
[...]

gefährlicher Eingriff??

StGB der DDR von 1968

§ 198. Angriffe auf das Verkehrswesen.
(1) Wer vorsätzlich auf Verkehrswegen Hindernisse bereitet, Verkehrsmittel, Verkehrswege, Warn- oder Signalanlagen oder -mittel oder andere Verkehrseinrichtungen zerstört, beschädigt, unbrauchbar macht, entfernt oder mißbräuchlich benutzt und dadurch eine Gemeingefahr vorsätzlich verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Verurteilung auf Bewährung bestraft.

[...]

(3) Wer durch die Tat außerordentlich schwerwiegende Folgen vorsätzlich verursacht, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.

(4) Wer durch die Tat bei der Bahn, Luftfahrt oder Schiffahrt eine Gemeingefahr fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Verurteilung auf Bewährung, Geldstrafe oder mit öffentlichem Tadel bestraft.

(5) Der Versuch ist strafbar. In den Fällen der Absätze 1 bis 3 ist auch die Vorbereitung strafbar.

Strafgesetzbuch vom 15. Mai 1871, gültig bis zum 12. Januar 1968.
Paragraf 315. Gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr
http://delegibus.com/2010,1.pdf
Seite: 1366


Wenn da tatsächlich die Notbremse nicht mehr funktionierte, sind dann die Artikel 1, 3, 4 und 5 nicht erfüllt?

Stefan





Mal a bisserl in den Kommentierungen zum StGB der DDR (Ausgabe 1987) geblättert.

Und bitte beachten:
Wie schreiben das Jahr 1961.
Flucht mit einer Lok

Die Masse der Flüchtlinge war in die Flucht eingewiesen, 25 verblieben freiwillig in Berlin (West), 7 weitere gehen zurück nach Ost-Berlin.

Die beiden nunmehr zitierten §§ des StGB der DDR stammen aus der Fassung von 1968 ff.

Sowohl im § 113 Totschlag, wie auch im § 198 Angriff auf das Verkehrswesen wird explizit auf den Vorsatz (vorsätzlich)verweisen, dieser müßte ergo auch bei der Begehung der Tat vorliegen.
Die Bremse der Lok war, wie schon darauf hingewiesen, funktionsfähig.
Der Lokführer konnte den Zug mit angehängten Waggen Sicher zum stehen bringen.

[b]Hier mal der § 315, gültig im Jahre 1961.[/b]
Gemeingefahr erforderlich.
Siehe Absatz 3.
§ 315. (1) Wer die Sicherheit des Betriebs einer Schienenbahn auf besonderem Bahnkörper
oder Schwebebahn, der Schiffahrt oder der Luftfahrt durch Beschädigen, Zerstören oder
Beseitigen von Anlagen oder Beförderungsmitteln, durch Bereiten von Hindernissen, durch
falsche Zeichen oder Signale oder durch ähnliche Eingriffe oder durch eine an Gefährlichkeit
einem solchen Eingriff gleichkommende pflichtwidrige Unterlassung beeinträchtigt und dadurch
eine Gemeingefahr herbeiführt, wird mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren bestraft.
In besonders schweren Fällen ist auf Zuchthaus nicht unter fünf Jahren oder auf lebenslanges
Zuchthaus zu erkennen.
(2) In minder schweren Fällen kann auf Gefängnis nicht unter drei Monaten erkannt werden.
(3) Gemeingefahr bedeutet eine Gefahr für Leib oder Leben, sei es auch nur eines einzelnen
Menschen, oder für bedeutende Sachwerte, die in fremdem Eigentum stehen oder deren
Vernichtung gegen das Gemeinwohl verstößt.

Somit dürfte wohl zu prüfen sein, inwieweit eine Gemeingefahr für die 7 Passagier, die zurück gen Ost-berlin gingen, bestand.

Bei den 25 im Westen verbliebenen dürfte die Zustimmung, da über die Flucht informiert bzw. nicht mehr zurückgekehrt aus freiem Willen vorliegen.

Ein Schaden ist, wimre nicht eingetreten.

So, nun wühlt euch durch die Gesetze, Kommentierungen, etc. und richtet über die Flucht.




Über das Wenn u. Aber zu diskutieren ist müßig,aber wäre etwas passiert hätten die Beiden die ganze Härte der Gesetze zu spüren bekommen.Es sind genug Beispiele hier im Forum,wo wegen Banalitäten Zuchthausstrafen verhängt wurden.Abgesehen von der zu tragenden Last der Beiden bei Toten u. Verletzten,wären sie ihres Lebens nicht mehr froh geworden.Die Auslegung der Gesetze wären Staatsanwaltschaft u.Richtern vorbehalten gewesen.Und die hätten garantiert Höchststrafen gefordert u. auch verhängt.Da bin ich mir sicher.Es ist doch eine Auslegungssache u.die kann man ja unendlich dehnen.Bsp.gibt es genug.Allein der Vorsatz sorgt für eine massive Strafverschärfung.Gerade in der damaligen Zeit u. bei dem "Delikt".Aber was solls,es ist gelungen,war spektakulär u.einige Menschen waren glücklich,andere weniger.


Gruß C.



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#50

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 13:51
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Zitat von Thunderhorse

Was wäre WENN!!!
Geht von den tatsächlichen Fakten aus, alles andere ist das berühmt berüchtigte Spekulatius

Hätte, wäre, könnte, müßte, etc..



Bei der Fluchtplanung ist die Abwägung der Risiken eben schon wichtig. Mir wären sie zu gross gewesen. Als eingeweihter Fahrgast wäre ich persönlich nicht mitgekommen, sondern hätte mir einen andere Möglichkeit gesucht, nach Westberlin oder in die BRD zu kommen. Als nichteingeweihter Fahgast wäre ich hingegen froh gewesen, in Westberlin zu sein.
Theo


zuletzt bearbeitet 28.08.2011 13:52 | nach oben springen

#51

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 16:27
von bruno | 598 Beiträge

im übrigen läuft der film morgen, 29.08.2011 um 13.05 uhr bei
kinowelt tv, im fernsehen.


nichts auf der welt ist so gerecht verteilt wie der verstand.
denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
rené descartes
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#52

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 17:15
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Zitat von bruno
im übrigen läuft der film morgen, 29.08.2011 um 13.05 uhr bei
kinowelt tv, im fernsehen.



Ich habe den Film vor einigen Jahren gesehen. Gehörte zudem bis 1989 zu den "Standardsendungen" des 17. Juni und kam jeweils dann. Er hat viel Action, aber sonst ist er nicht sehenswert. Speziell die Nebenfiguren sind schlecht herausgearbeitet und unglaubwürdig überzeichnet. Wenn man solche antikommunistischen Filme heute ansieht, wirken die "bösen Nebenfiguren" (die Polizei-, Armee und DR Funktionäre) geradezu lächerlich, so dass der Film doch irgendwie langatmig wird. Ich weiss noch, ich habe mich während der eher actionlosen Szenen gefragt, warum der Heizer so alt und fast gebrechlich ist. Waren die Heizer nicht eher jung, bärenstark und bienen fleissig, um sich raschmöglichst zur Ausbildung zum Lokführer zu qualifizieren, während die Lokführer dann eher älter waren? Aber ist jetzt nicht so wichtig...
Theo


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#53

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 18:44
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Interessant ist, wie die DDR Medien über diesen Vorfall berichteten.
http://zefys.staatsbibliothek-berlin.de/...t%5Bdouble%5D=0
Es war ein verbrecherischer Anschlag mit dem Ziel, ein großes Eisenbahnunglück herbeizuführen. Deterling und Lichy hielten auf offener Strecke an, mit der Absicht den Schnellzug Hamburg-Berlin in auffahren zu lassen. Wenn das nicht kriminell ist, weiss ich auch nicht.
Theo


zuletzt bearbeitet 28.08.2011 18:48 | nach oben springen

#54

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 19:24
von ahlbecker (gelöscht)
avatar

hallo theo
du arbeitest ja immer noch an diesen thema. wie kommst du denn an solche zeitungsausschnitte?????
ND war immer große klasse da musste Bild sich schon immer anstrengen.
ich bin mir nur nicht sicher?? war deine erkenntnis nun ironisch oder nicht???
noch bist du mir ein rätsel
klär mich, uns auf


zuletzt bearbeitet 28.08.2011 19:24 | nach oben springen

#55

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 19:36
von Pitti63 | 39 Beiträge

Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit vom 5. Dezember 1961, als ein Lokführer namens Harry Deterling und ein Heizer mit mehreren Familien von Oranienburg über die Hauptstrecke Hamburg – Berlin nach West-Berlin mit einer Dampflok der Baureihe 78 mit acht Personenwagen die Republikflucht wagten.

Mit dem Zug flüchteten an diesem Abend gegen 21 Uhr 25 Personen aus der DDR. Die dortigen Medien berichteten, es habe sich um einen verbrecherischen Anschlag auf den Interzonenzug aus Hamburg gehandelt. In der Nacht zum 7. Dezember wurde die Strecke dann endgültig unterbrochen. Arbeitstrupps wurden beobachtet, als sie 20 Meter vor der Grenze zu West-Berlin Schienen und Schotter entfernten.

Ich wohne heute grad mal 100 m von der Durchbruchstelle entfernt es war der Bahnhof Albrechtshof. Heute fährt der Zug wieder durch und nichts erinnert mehr daran. In den 70er/80er Jahren war es immer ein komisches Gefühl wenn die Grenzer oder die TRAPO an der Endstation Albrechtshof den Zug durchkemmten.


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#56

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 19:41
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Der Bahnhof Albrechtshof war schlecht gesichert. Nur 100 m bis zur Staatsgrenze.
http://w-schlegel.de/Gleisplaene/body_as.htm
http://www.stillgelegte-s-bahn.de/falkensee/falkensee1.htm
http://www.biuub.de/gleisplaene/albrechtshof.jpg

Da sieht Griebnitzsee ganz anders aus: Man beachte die Schutzweichen..
http://www.sporenplan.nl/figuren/tekenin...riebnitzsee.jpg

Theo


zuletzt bearbeitet 28.08.2011 20:09 | nach oben springen

#57

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 19:58
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
Interessant ist, wie die DDR Medien über diesen Vorfall berichteten.
http://zefys.staatsbibliothek-berlin.de/...t%5Bdouble%5D=0
Es war ein verbrecherischer Anschlag mit dem Ziel, ein großes Eisenbahnunglück herbeizuführen. Deterling und Lichy hielten auf offener Strecke an, mit der Absicht den Schnellzug Hamburg-Berlin in auffahren zu lassen. Wenn das nicht kriminell ist, weiss ich auch nicht.
Theo




Hoppla,


hab mir alles mal in Ruhe durchgelesen.

Den Film hab ich auch gesehen, hat mich auch nicht so besonders vom Hocker gerissen, eben wegen der Nebenszenen und so.

Natürlich war es ein sehr riskantes Unternehmen. Und wie schon erwähnt, es waren aber auch andere Zeiten, man schrieb das Jahr 1961. Ich kenne die örtlichen Verhältnisse dort nicht, aber für mich aus heutiger Sicht und in Betracht der garantiert noch nicht beseitigten Kriegsfolgen an den Eisenbahnstrecken in und um Berlin, das da mit 80 km/h gefahren wurde..., naja. Glaub ich nicht.

Und was den Presseartikel im ND zu dieser Flucht anbelangt, eben der typische Jargon dieser Zeit, gespickt mit einer verbalen Kriminalisierung der handelnden Personen und Dramatisierung des ganzen Geschehens. Ganz klar, als der Zug den letzten planmäßigen Haltebahnhof eben ohne Halt passierte, noch dazu wo niemand genau wusste warum, wird jeder beteiligte Eisenbahner sofort einen Gefahrennotruf abgesetzt haben, der da lautet "Betriebsgefahr, haltet Züge zurück!" Das wiederum löst bei allen Beteiligten und den Notruf aufnehmenden Eisenbahnern, hier speziell da es sich ja um das Komminikationsmittel Telefon (Streckenfernsprechleitung) gehandelt hat, die beteiligten Stellwerke die Folgehandlung aus, Signale sofort auf Halt zu stellen und fahrende Züge, soweit als möglich und mit den damals zur Verfügung stehenden Signalmitteln anzuhalten. Und bei der damaligen geringen Zugfolge war es ja mit einiger Sicherheit auszuschließen, das auf der eingleisigen Strecke ein Zug entgegenkam. Das wird der Lokführer bei seinen Planungen schon akriebisch geprüft haben, denn bei einem Frontalzusammenstoß hätte auch er und sein Heizer selbst im Kohletender ganz schlechte Karten gehabt!

Hier in dem Artikel des (vermutlich) ND daraus zu konstruieren, das besagter Lokführer "...der sich viel in Westdeutschland aufgehalten hat..." absichtlich einen Zugzusammenstoß, noch dazu mit dem Schnellzug Berlin - Hamburg, in dem vermutlich hier an diesem Ort in erster Linie Westberliner und Bundesbürger gesessen hätten, das ist wirklich stalinistische Kriminalisierungspropaganda unterster Schublade!

Wenn das wirklich so gewesen sein soll, bin ich mir sicher, das besagter Lokführer und auch sein Heizer sich hätten mit großer Sicherheit auch bei den westberliner oder bundesdeutschen Strafverfolgungsbehörden für einen "...gefährlichen Eingriff in den Eisenbahnverkehr..." hätten verantworten müssen. Auch die westlichen Alleierten hätten solch einen versuchten Anschlag nicht toleriert, zumal auch ihre Militär- und Zivielangehöhrigen diese Interzonenzüge benutzten und damit in Gefahr gewesen wären.

Das eher größere Problem wird das gewesen sein, das der erzstalinistische Mordbube Ulbricht sich samt seines ebenbürtigen Gefolges derart über diese doch spektakuläre Flucht, den Imageschaden durch die garantiert von den damaligen Westmedien nach ihrer auch nicht gerade feinen kalter- Krieger- Manier aufgebauschten Pressemeldungen derart geärgert hat, das hier für die allgemeine (noch an den Stalinismus glaubende Masse) ein derartiges kriminalisiertes Konstrukt geschaffen werden musste. Die nachhaltigen Versuche, den Lokführer wieder in die DDR zurückzuholen sprechen da ihre eigene und deutliche Sprache. Bei Gelingen wäre es ein 1- A propagandistisches Exempel der SED- gelenkten DDR- Justitz geworden. Ausgang vermutlich mit Todesstrafe. Auch das Urteil wird schon fertig gewesen sein.

So, ihr Erbsenzähler. Nun fallt mal wieder schön über mich als Spekulanten her!


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 28.08.2011 20:04 | nach oben springen

#58

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 20:05
von Commander | 1.056 Beiträge

Zitat von josy95

Zitat von eisenringtheo
Interessant ist, wie die DDR Medien über diesen Vorfall berichteten.
http://zefys.staatsbibliothek-berlin.de/...t%5Bdouble%5D=0
Es war ein verbrecherischer Anschlag mit dem Ziel, ein großes Eisenbahnunglück herbeizuführen. Deterling und Lichy hielten auf offener Strecke an, mit der Absicht den Schnellzug Hamburg-Berlin in auffahren zu lassen. Wenn das nicht kriminell ist, weiss ich auch nicht.
Theo




Hoppla,


hab mir alles mal in Ruhe durchgelesen.

Den Film hab ich auch gesehen, hat mich auch nicht so besonders vom Hocker gerissen, eben wegen der Nebenszenen und so.

Natürlich war es ein sehr riskantes Unternehmen. Und wie schon erwähnt, es waren aber auch andere Zeiten, man schrieb das Jahr 1961. Ich kenne die örtlichen Verhältnisse dort nicht, aber für mich aus heutiger Sicht und in Betracht der garantiert noch nicht beseitigten Kriegsfolgen an den Eisenbahnstrecken in und um Berlin, das da mit 80 km/h gefahren wurde..., naja. Glaub ich nicht.

Und was den Presseartikel im ND zu dieser Flucht anbelangt, eben der typische Jargon dieser Zeit, gespickt mit einer verbalen Kriminalisierung der handelnden Personen und Dramatisierung des ganzen Geschehens. Ganz klar, als der Zug den letzten planmäßigen Haltebahnhof eben ohne Halt passierte, wird jeder beteiligte Eisenbahner sofort eionen Gefahrennotruf abgesetzt haben, der da lautet "Betriebsgefahr, haltet Züge zurück!" Das wiederum löst bei allen Beteiligten und den Notruf aufnehmenden Eisenbahnern, hier speziell da es sich ja um das Komminikationsmittel Telefon (Streckenfernsprechleitung) gehandelt hat, die beteiligten Stellwerke die Folgehandlung aus, Signale sofort auf Halt zu stellen und fahrende Züge, soweit als möglich und mit den damals zur Verfügung stehenden Signalmitteln anzuhalten. Und bei der damaligen geringen Zugfolge war es ja mit einiger Sicherheit auszuschließen, das auf der eingleisigen Strecke ein Zug entgegenkam. Das wird der Lokführer bei seinen Planungen schon akriebisch geprüft haben, denn bei einem Frontalzusammenstoß hätte auch er und sein Heizer selbst im Kohletender ganz schlechte Karten gehabt!

Hier in dem Artikel des (vermutlich) ND daraus zu konstruieren, das besagter Lokführer "...der sich viel in Westdeutschland aufgehalten hat..." absichtlich einen Zugzusammenstoß, noch dazu mit dem Schnellzug Berlin - Hamburg, in dem vermutlich hier an diesem Ort in erster Linie Westberliner und Bundesbürger gesessen hätten, das ist wirklich stalinistische Kriminalisierungspropaganda unterster Schublade!

Wenn das wirklich so gewesen sein soll, bin ich mir sicher, das besagter Lokführer und auch sein Heizer sich hätten mit großer Sicherheit auch bei den westberliner oder bundesdeutschen Strafverfolgungsbehörden für einen "...gefährlichen Eingriff in den Eisenbahnverkehr..." hätten verantworten müssen. Auch die westlichen Alleierten hätten solch einen versuchten Anschlag nicht toleriert, zumal auch ihre Militär- und Zivielangehöhrigen diese Interzonenzüge benutzten und damit in Gefahr gewesen wären.

Das eher größere Problem wird das gewesen sein, das der erzstalinistische Mordbube Ulbricht sich samt seines ebenbürtigen Gefolges derart über diese doch spektakuläre Flucht, den Imageschaden durch die garantiert von den damaligen Westmedien nach ihrer auch nicht gerade feinen kalter- Krieger- Manier aufgebauschten Pressemeldungen derart geärgert hat, das hier für die allgemeine (noch an den Stalinismus glaubende Masse) ein derartiges kriminalisiertes Konstrukt geschaffen werden musste. Die nachhaltigen Versuche, den Lokführer wieder in die DDR zurückzuholen sprechen da ihre eigene und deutliche Sprache. Bei Gelingen wäre es ein 1- A propagandistisches Exempel der DDR geworden. Ausgang vermutlich mit Todesstrafe. Auch das Urteil wird schon fertig gewesen sein.

So, ihr Erbsenzähler. Nun fallt mal wieder schön über mich als Spekulanten her!


josy95



Josy,Stimme mit Dir überein,also keine
Siehe #49
Schönen Abend u.immer genug Wasser im Kessel,Gruß C.



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#59

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 20:20
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Commander


Josy,Stimme mit Dir überein,also keine
Siehe #49
Schönen Abend u.immer genug Wasser im Kessel,Gruß C.




...danke, @Commander!

Hab zur Zeit Urlaub, will morgen mal mit dem ersten Zug zum Brocken und dann mit dem Fahrad runter nach Ilsenburg, Brockenlaufstrecke für nächsten Samstag begutachten. Gebe Deine Wünsche betreffs "...genug Wasser im Kessel..." gern morgen an meinen Kollegen weiter!

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#60

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 20:24
von Commander | 1.056 Beiträge

Zitat von josy95

Zitat von Commander


Josy,Stimme mit Dir überein,also keine
Siehe #49
Schönen Abend u.immer genug Wasser im Kessel,Gruß C.




...danke, @Commander!

Hab zur Zeit Urlaub, will morgen mal mit dem ersten Zug zum Brocken und dann mit dem Fahrad runter nach Ilsenburg, Brockenlaufstrecke für nächsten Samstag begutachten. Gebe Deine Wünsche betreffs "...genug Wasser im Kessel..." gern morgen an meinen Kollegen weiter!

josy95



Schönen Urlaub noch
Und das Ihr alle immer heile den Berg hoch u. runter kommt!
Manchmal sehe ich Eure Dampfwolke von der B6N.
Gruß C.



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