#21

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 25.08.2011 10:48
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Zitat von ahlbecker

Ich freue mich dass hier niemand zu Schaden gekommen ist und das solltet ihr doch auch tun



Ja das tue ich auch. Der Lokführer im Kohlentender, der Zug fährt mit 80 km ohne Druckluft, das war damals noch möglich. Nur einlösige Bremsen, keine richtige Sicherheitsfahrschaltung.
http://de.wikipedia.org/wiki/Druckluftbremse_%28Eisenbahn%29
http://www.bremsenbude.de/seiten/einloesige-bremse02.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Sicherheitsfahrschaltung
Ein Zug ohne Lokführer fährt heute nicht mehr lange. Trotzdem löste diese Durchsage des Zugbegleiters über Lautsprecher eine Panik unter den Fahrgästen aus: "Ist ein Lokführer an Bord?"
http://www.suedkurier.de/region/hochrhei...t372447,3926534
Theo


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#22

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 25.08.2011 14:41
von ahlbecker (gelöscht)
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Also woher wisst ihr eigentlich wie schnell der Zug war. 80 kmh bezweifel ich stark. Noch eine fachliche Aussage: ob mehr oder einlösige Bremsen hat nichts mir der Brensstärke zu tun. Der Bremsvorgsng ist bei beiden gleich. Beim Lösen ist der Unterschied dass eine einlösige Bremse in einen Vorgang die Bremsanlage löst. Bei der mehrlösigen Bremse geht das Lösen stufenlos.
Die Berliner S Bahn und viele andere Züge haben bestimmt auch heute noch einlösige Bremsen denn der Zug ist nach dem Halt schneller "Startfähig"


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#23

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 25.08.2011 15:39
von Adam | 145 Beiträge

Zitat von ahlbecker
eine Flucht in dieser Größe stellt immer ein Risiko dar. Aber der Lokführer hat doch bewiesen, dass es machbar war.
Die Interzonenzüge sind schon zu meiner Zeit durch das Eisentor am S Bahnhof Staaken gefahren, da habe ich was durcheinander gebracht.
Ich freue mich dass hier niemand zu Schaden gekommen ist und das solltet ihr doch auch tun



hallo !! wollte eigentlich nichts dazu schreiben,aber gebe ahlbeker recht!!! wollt ihr noch die schrauben aufzählen die die bremsen halten und bei den vorgang vieleicht wegfliegen könnten?? ob 80 oder 90 kmh,ist doch wurscht!! es ist keinenm was pasiert, und hut ab vor so viel mut!!! gruß Adam


Ausbildung:GAR.7 Halberstadt 02.11.1984-25.04.1985
Grenzdienst:GR1/GK1 Pfaffschwende 25.04.1985-29.04.1986
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#24

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 25.08.2011 15:41
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Zitat von ahlbecker
Also woher wisst ihr eigentlich wie schnell der Zug war. 80 kmh bezweifel ich stark. Noch eine fachliche Aussage: ob mehr oder einlösige Bremsen hat nichts mir der Brensstärke zu tun. Der Bremsvorgsng ist bei beiden gleich. Beim Lösen ist der Unterschied dass eine einlösige Bremse in einen Vorgang die Bremsanlage löst. Bei der mehrlösigen Bremse geht das Lösen stufenlos.
Die Berliner S Bahn und viele andere Züge haben bestimmt auch heute noch einlösige Bremsen denn der Zug ist nach dem Halt schneller "Startfähig"



Wegen der Geschwindigkeit: Das war die Aussage des Lokführers
Durchbruch Lok 234
bei Min. 3:00
Einlösige Bremsen kann man "erschöpfen". Wenn man bremst, entleeren sich die Luftbehälter. Bringt man das Führerbremsventil in Fahrtstellung, füllen sie sich wieder. Ein Lokführer kann bei entsprechender Fahrweise die Luftbehälter "erschöpfen", d.h ganz entleeren. Besonders bei kilometerlangen Abfahrten und einlösigen Bremsen ist "Sägezahnbremsen" angesagt. Das heisst, ständig auf das Manometer des Hauptluftbehälters achten, weit unter die zulässige Streckengeschwindigkeit abbremsen, um dann die Bremsen zu lösen und genug Zeit zu haben, die Behälter ganz zu füllen, bevor wieder die zulässige Streckengeschwindigkeit erreicht ist. Deterling hat den Druck mit seiner Fahrweise ganz bewusst abgesenkt, damit die Behälter in Albrechtshof leer waren.
Noch heute gibt es Vorfälle, wenn ein Lokführer sich verbremst, weil er zuwenig auf das Manometer achtet.
http://www.uus.admin.ch//pdf/08090201_SB.pdf
(Gotthard Strecke Schweiz: Fahrbegriff "Halt" missachtet, in D wäre das: Hp0 überfahren)
Bei mehrlösigen Bremsen stellt sich das Problem der Erschöpfung nicht


Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.08.2011 15:43 | nach oben springen

#25

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 25.08.2011 16:16
von ahlbecker (gelöscht)
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Ich weiß nicht was diese "Lokfahrschule" über die Bremsen hier soll. Der Lokführer hat die Luft aus den Bremszylinder langsam abgelassen damit die Notbremse nicht mehr funktioniert. Der Zug war also nicht mehr zu bremsen. Das war ja auch das Risiko. Das die Grenzer auf das Lokpersonal geschossen haben sollen will ich nicht glauben, denn das wäre ja wohl hochkriminell gewesen( so hat ein User ja diese Flucht wohl bezeichnet). Ohne Personal wäre ja der Zug so schnell nicht zum halten gekommen.
Mit der Luftbremse der Lok war das aber möglich, denn die war ja voll im Betrieb. Selbst ein Umlegen der Steuerung in den Rückwärtsgang wäre eine, aber sehr gefährliche Möglichkeit die aber wohl auch nicht die gleiche Bremskraft bringt.
Ich bin dafür dieses fachliche Diskussion hier zu beenden, denn es hat doch alles so geklappt wie vom Lokführer geplant.


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#26

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 25.08.2011 17:04
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Zitat von ahlbecker
(...). Das die Grenzer auf das Lokpersonal geschossen haben sollen will ich nicht glauben, denn das wäre ja wohl hochkriminell gewesen


Nein geschossen wurde nicht, so die Aussage des Lokführers. Im Film schon, aber ein Film ist ein Film und Schiessen ist nun mal telegen....
http://www.eisenbahn-im-film.de/info/durchb.htm
Theo


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#27

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 25.08.2011 17:16
von ahlbecker (gelöscht)
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na da sind wir ja fast einer meinung
man liest sich


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#28

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 25.08.2011 17:42
von amigaguru | 96 Beiträge

Vor ca.35 Jahren war die Mutter des Lokführers eine Arbeitskollegin von mir.
Sie hatte mir damals von dieser Flucht erzählt.
Das war damals schon ein spektakuläres Ereignis.


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#29

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 25.08.2011 18:03
von praeceptor507 | 233 Beiträge

Zitat
hallo !! wollte eigentlich nichts dazu schreiben,aber gebe ahlbeker recht!!! wollt ihr noch die schrauben aufzählen die die bremsen halten und bei den vorgang vieleicht wegfliegen könnten?? ob 80 oder 90 kmh,ist doch wurscht!! es ist keinenm was pasiert, und hut ab vor so viel mut!!! gruß Adam



Es ist wie immer. Vor lauter Krümelkackerei rückt das eigentliche Thema immer weiter in den Hintergrund und am Ende geht es nur noch um Bremsen, Schräubchen und km/h.


Komm'se mal zurück Gefreiter! Könn'se denn nich grüßen?
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#30

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 25.08.2011 18:50
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Zitat von praeceptor507

Zitat
hallo !! wollte eigentlich nichts dazu schreiben,aber gebe ahlbeker recht!!! wollt ihr noch die schrauben aufzählen die die bremsen halten und bei den vorgang vieleicht wegfliegen könnten?? ob 80 oder 90 kmh,ist doch wurscht!! es ist keinenm was pasiert, und hut ab vor so viel mut!!! gruß Adam



Es ist wie immer. Vor lauter Krümelkackerei rückt das eigentliche Thema immer weiter in den Hintergrund und am Ende geht es nur noch um Bremsen, Schräubchen und km/h.




Ja das stimmt. Anschliessend hat man dann überall Entgleisungsweichen eingebaut.
http://passkontrolle.thomschke.org/griebnitz4.html
Theo


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#31

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 26.08.2011 10:54
von Pit 59 | 10.128 Beiträge

Eine Coole Flucht.Für mich hat der Lokführer in keinster Weise Kriminell gehandelt.sondern sehr Verantwortungsbewußt.Es war bis auf das letzte Durchgeplant.Was wäre wenn,und Überhaupt,steht hier gar nicht zur Debatte.25 Menschen die dort Leben konnten wo sie wollten,und das zählt.


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#32

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 26.08.2011 17:25
von StabsfeldKoenig | 2.620 Beiträge

Zitat von ahlbecker
Ich weiß nicht was diese "Lokfahrschule" über die Bremsen hier soll. Der Lokführer hat die Luft aus den Bremszylinder langsam abgelassen damit die Notbremse nicht mehr funktioniert. Der Zug war also nicht mehr zu bremsen. Das war ja auch das Risiko. Das die Grenzer auf das Lokpersonal geschossen haben sollen will ich nicht glauben, denn das wäre ja wohl hochkriminell gewesen( so hat ein User ja diese Flucht wohl bezeichnet). Ohne Personal wäre ja der Zug so schnell nicht zum halten gekommen.
Mit der Luftbremse der Lok war das aber möglich, denn die war ja voll im Betrieb. Selbst ein Umlegen der Steuerung in den Rückwärtsgang wäre eine, aber sehr gefährliche Möglichkeit die aber wohl auch nicht die gleiche Bremskraft bringt.
Ich bin dafür dieses fachliche Diskussion hier zu beenden, denn es hat doch alles so geklappt wie vom Lokführer geplant.



Es geht hier genau um die Risiken für Unbeteiligte. Wenn der Zug an einem Bahnübergang mit offenen Schranken eine Bus gerammt hätte oder ein Frontalzusammenstoß mit einem Gegenzug (z.B. dem verspäteten D-Zug nach Hamburg) hätte durchaus ca. 50 Tote zur folge haben können. es gab damals keinen Zugfunk, d.h. der Lokführer eines Gegenzuges hätte nicht gewarnt werden können. Ein D-Zug hat je nach Geschwindigkeit einen Bremsweg von 700 m bis 1 km. Wie lang der Bremsweg eines Personenzuges nur mit der Zusatzbremse der Lok ist (25-30 Bremshunderstel, damit darf man normalerweise nur rangieren), kann man nur schätzen, ein normaler halt an einem Signal wäre sehr unwarscheinlich. Ich bin übrigens gelernter, wenn auch arbeitsloser, Eisenbahner (vor dem Wehrdienst Fa. für Eisenbahntransporttechnik, danach noch ein Studium zum Verkehrsing. in Gotha) und weis daher, wie ich eine solche betriebsgefährdende Handlung rechtlich und technisch einschätze. Ein vorsätzliches Überfahren eine Signales in eine eingleisige Strcke hinein stellt nach dem StGB einen gefährlichen Eingriff in den Eisenbahnverkehr und versuchten Totschlag in unbestimmter Anzahl von Fällen dar (unabhängig von der Grenze und sowohl nach dem Recht der DDR, als auch der BRD).



zuletzt bearbeitet 26.08.2011 17:26 | nach oben springen

#33

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 26.08.2011 17:54
von ahlbecker (gelöscht)
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ach stabsfeldkoenig was hätte alles passieren können ich darf gar nicht daran denken
ich meine aber nicht diesen durchbruch sondern den bau einer mauer durch eine stadt wie berlin. wenn es dumm gelaufen wäre hätte dadurch vieleicht sogar ein krieg ausbrechen können. es ist "gut" gelaufen jetzt ist das teil schon wieder 20 jahre geschichte. dort wo dieser zug durch gefahren ist fahren heute bestimmt wieder die züge durch. wenn ich an gott glauben würde würde ich ja "gott sei dank sagen" so danke ich allen die daran beteiligt waren dass es zu so einer gewaltfreien maueröffnung kam. ich würde mich freuen wenn du dich auch darüber freuen würdest.
erzähl uns doch mal eine lustige geschichte von deiner grenzerzeit. habe dafür sogar einen thread eröffnet.
bis bald der ahlbecker

in deinen lebenslauf steht nichts von der bahn, ist aber auch nicht wichtig.
1972-1982 Schulbesuch
1982-1984 Lehre Fa. Zerspannungstechnik
1984-1990 Fa. bei VEB Werkzeugmaschinen Marzahn, unterbrochen vom Wehrdienst 1986-87 bei Grenztruppen an der Grenze zur CSSR
nach 1990 div. Arbeitsstellen in Handwerksbetrieben, Wachschutz, Taxi- und Kurierfahrer


zuletzt bearbeitet 26.08.2011 18:00 | nach oben springen

#34

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 26.08.2011 18:02
von Thunderhorse | 3.997 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig
Es geht hier genau um die Risiken für Unbeteiligte. Wenn der Zug an einem Bahnübergang mit offenen Schranken eine Bus gerammt hätte oder ein Frontalzusammenstoß mit einem Gegenzug (z.B. dem verspäteten D-Zug nach Hamburg) hätte durchaus ca. 50 Tote zur folge haben können. es gab damals keinen Zugfunk, d.h. der Lokführer eines Gegenzuges hätte nicht gewarnt werden können. Ein D-Zug hat je nach Geschwindigkeit einen Bremsweg von 700 m bis 1 km. Wie lang der Bremsweg eines Personenzuges nur mit der Zusatzbremse der Lok ist (25-30 Bremshunderstel, damit darf man normalerweise nur rangieren), kann man nur schätzen, ein normaler halt an einem Signal wäre sehr unwarscheinlich. Ich bin übrigens gelernter, wenn auch arbeitsloser, Eisenbahner (vor dem Wehrdienst Fa. für Eisenbahntransporttechnik, danach noch ein Studium zum Verkehrsing. in Gotha) und weis daher, wie ich eine solche betriebsgefährdende Handlung rechtlich und technisch einschätze. Ein vorsätzliches Überfahren eine Signales in eine eingleisige Strcke hinein stellt nach dem StGB einen gefährlichen Eingriff in den Eisenbahnverkehr und versuchten Totschlag in unbestimmter Anzahl von Fällen dar (unabhängig von der Grenze und sowohl nach dem Recht der DDR, als auch der BRD).




So der Lokführer hatte also die Absicht den Tod der Insassen herbeizuführen?

StGB der DDR von 1968:
§ 113. Totschlag.
(1) Die vorsätzliche Tötung eines Menschen wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren bestraft, wenn
1. der Täter ohne eigene Schuld durch eine ihm oder seinen Angehörigen von dem Getöteten zugefügte Mißhandlung, schwere Bedrohung oder schwere Kränkung in einen Zustand hochgradiger Erregung (Affekt) versetzt und dadurch zur Tötung hingerissen oder bestimmt worden ist;
2. eine Frau ihr Kind in oder gleich nach der Geburt tötet;
3. besondere Tatumstände vorliegen, die die strafrechtliche Verantwortlichkeit mindern.

Strafgesetzbuch vom 15. Mai 1871, gültig bis zum 12. Januar 1968.
Paragraf 212. Totschlag
[1. Januar 1975]
§ 212. 2Totschlag.
(1)Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger
mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.
(2) In besonders schweren Fällen ist auf lebenslange Freiheitsstrafe zu erkennen.

http://delegibus.com/2010,1.pdf

gefährlicher Eingriff??

StGB der DDR von 1968

§ 198. Angriffe auf das Verkehrswesen.
(1) Wer vorsätzlich auf Verkehrswegen Hindernisse bereitet, Verkehrsmittel, Verkehrswege, Warn- oder Signalanlagen oder -mittel oder andere Verkehrseinrichtungen zerstört, beschädigt, unbrauchbar macht, entfernt oder mißbräuchlich benutzt und dadurch eine Gemeingefahr vorsätzlich verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Verurteilung auf Bewährung bestraft.

(2) Wer durch die Tat einen schweren Verkehrsunfall vorsätzlich verursacht, wird mit Freiheitsstrafe von drei bis zu acht Jahren bestraft.

(3) Wer durch die Tat außerordentlich schwerwiegende Folgen vorsätzlich verursacht, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.

(4) Wer durch die Tat bei der Bahn, Luftfahrt oder Schiffahrt eine Gemeingefahr fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Verurteilung auf Bewährung, Geldstrafe oder mit öffentlichem Tadel bestraft.

(5) Der Versuch ist strafbar. In den Fällen der Absätze 1 bis 3 ist auch die Vorbereitung strafbar.

Strafgesetzbuch vom 15. Mai 1871, gültig bis zum 12. Januar 1968.
Paragraf 315. Gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr
http://delegibus.com/2010,1.pdf
Seite: 1366

Das Recht bzw. die Gesetze Lesen/Verstehen ist ganz Easy.


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 26.08.2011 18:04 | nach oben springen

#35

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 26.08.2011 18:07
von 94 | 10.792 Beiträge

Dolus eventualis - Abgrenzung zur bewußte Fahrlässigkeit ("luxuria")
Hilfsformel für die Abgrenzung:
dolus eventualis: "Na wenn schon"
bewußte Fahrlässigkeit: "Es wird schon gut gehen"
Umstritten ist, ob zusätzlich zum intellektuellen Element ein voluntatives Element erforderlich ist und wenn ja, welches Anforderunen daran zu stellen sind.

Quelle: http://www.jura-schemata.de/vorsatz-und-fahrl%E4ssigkeit.htm

Auch bekannt unter der Floskel 'billigend Inkauf nehmen' *wink*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#36

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 26.08.2011 22:52
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Wie auch immer: So ein Zug, der auf einem Bahnübergang auf einen PKW/LKW trifft, übt eine gewaltige Kraft aus...
http://youtu.be/BsBbBkRh8k0
Wie ein Wunder: Die (blonde?) LkW Fahrerin und ihr Schosshündchen haben es überlebt...
Theo


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#37

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 02:23
von StabsfeldKoenig | 2.620 Beiträge

Zitat von Thunderhorse

Zitat von StabsfeldKoenig
Es geht hier genau um die Risiken für Unbeteiligte. Wenn der Zug an einem Bahnübergang mit offenen Schranken eine Bus gerammt hätte oder ein Frontalzusammenstoß mit einem Gegenzug (z.B. dem verspäteten D-Zug nach Hamburg) hätte durchaus ca. 50 Tote zur folge haben können. es gab damals keinen Zugfunk, d.h. der Lokführer eines Gegenzuges hätte nicht gewarnt werden können. Ein D-Zug hat je nach Geschwindigkeit einen Bremsweg von 700 m bis 1 km. Wie lang der Bremsweg eines Personenzuges nur mit der Zusatzbremse der Lok ist (25-30 Bremshunderstel, damit darf man normalerweise nur rangieren), kann man nur schätzen, ein normaler halt an einem Signal wäre sehr unwarscheinlich. Ich bin übrigens gelernter, wenn auch arbeitsloser, Eisenbahner (vor dem Wehrdienst Fa. für Eisenbahntransporttechnik, danach noch ein Studium zum Verkehrsing. in Gotha) und weis daher, wie ich eine solche betriebsgefährdende Handlung rechtlich und technisch einschätze. Ein vorsätzliches Überfahren eine Signales in eine eingleisige Strcke hinein stellt nach dem StGB einen gefährlichen Eingriff in den Eisenbahnverkehr und versuchten Totschlag in unbestimmter Anzahl von Fällen dar (unabhängig von der Grenze und sowohl nach dem Recht der DDR, als auch der BRD).




So der Lokführer hatte also die Absicht den Tod der Insassen herbeizuführen?

StGB der DDR von 1968:
§ 113. Totschlag.
(1) Die vorsätzliche Tötung eines Menschen wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren bestraft, wenn
1. der Täter ohne eigene Schuld durch eine ihm oder seinen Angehörigen von dem Getöteten zugefügte Mißhandlung, schwere Bedrohung oder schwere Kränkung in einen Zustand hochgradiger Erregung (Affekt) versetzt und dadurch zur Tötung hingerissen oder bestimmt worden ist;
2. eine Frau ihr Kind in oder gleich nach der Geburt tötet;
3. besondere Tatumstände vorliegen, die die strafrechtliche Verantwortlichkeit mindern.

Strafgesetzbuch vom 15. Mai 1871, gültig bis zum 12. Januar 1968.
Paragraf 212. Totschlag
[1. Januar 1975]
§ 212. 2Totschlag.
(1)Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger
mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.
(2) In besonders schweren Fällen ist auf lebenslange Freiheitsstrafe zu erkennen.

http://delegibus.com/2010,1.pdf

gefährlicher Eingriff??

StGB der DDR von 1968

§ 198. Angriffe auf das Verkehrswesen.
(1) Wer vorsätzlich auf Verkehrswegen Hindernisse bereitet, Verkehrsmittel, Verkehrswege, Warn- oder Signalanlagen oder -mittel oder andere Verkehrseinrichtungen zerstört, beschädigt, unbrauchbar macht, entfernt oder mißbräuchlich benutzt und dadurch eine Gemeingefahr vorsätzlich verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Verurteilung auf Bewährung bestraft.

(2) Wer durch die Tat einen schweren Verkehrsunfall vorsätzlich verursacht, wird mit Freiheitsstrafe von drei bis zu acht Jahren bestraft.

(3) Wer durch die Tat außerordentlich schwerwiegende Folgen vorsätzlich verursacht, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.

(4) Wer durch die Tat bei der Bahn, Luftfahrt oder Schiffahrt eine Gemeingefahr fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Verurteilung auf Bewährung, Geldstrafe oder mit öffentlichem Tadel bestraft.

(5) Der Versuch ist strafbar. In den Fällen der Absätze 1 bis 3 ist auch die Vorbereitung strafbar.

Strafgesetzbuch vom 15. Mai 1871, gültig bis zum 12. Januar 1968.
Paragraf 315. Gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr
http://delegibus.com/2010,1.pdf
Seite: 1366

Das Recht bzw. die Gesetze Lesen/Verstehen ist ganz Easy.





Und genau den Tatversuch (billigende Inkaufnahme) im Bezug auf den versuchten Totschlag haben wir (so, als ob jemand im Suff einen Fernseher aus dem fenster wirft und dabei Inkauf nimmt, daß jemand erschlagen wird). Das vorsätzliche Überfahren eines haltzeigenden Signals mit unbrauchbar gemachter Bremse ist ein erfüllt auch den Punkt "Unbrauchbarmachung von Sicherheitseinrichtungen".



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#38

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 10:41
von Thunderhorse | 3.997 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig
[
Und genau den Tatversuch (billigende Inkaufnahme) im Bezug auf den versuchten Totschlag haben wir (so, als ob jemand im Suff einen Fernseher aus dem fenster wirft und dabei Inkauf nimmt, daß jemand erschlagen wird). Das vorsätzliche Überfahren eines haltzeigenden Signals mit unbrauchbar gemachter Bremse ist ein erfüllt auch den Punkt "Unbrauchbarmachung von Sicherheitseinrichtungen".



Da die Bremse der Lok weiterhin funktionsfähig war (wimre) kannste mal prüfen, inwieweit die Verkehrssicherheit beeinträchtigt war und eine konkrete Gefährdung eingetreten ist bzw. vorhanden gewesen wäre.


Im Suff, hier wäre unter anderem noch die Schuldfähigkeit (verminderte Schuldfähigkeit) im Bezug auf die Höhe der Alkoholisierung zu prüfen. etc., etc.,.


Für rechtsprobleme dann doch bitte einen Neuen Thread.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#39

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 12:24
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Thunderhorse
[...]

gefährlicher Eingriff??

StGB der DDR von 1968

§ 198. Angriffe auf das Verkehrswesen.
(1) Wer vorsätzlich auf Verkehrswegen Hindernisse bereitet, Verkehrsmittel, Verkehrswege, Warn- oder Signalanlagen oder -mittel oder andere Verkehrseinrichtungen zerstört, beschädigt, unbrauchbar macht, entfernt oder mißbräuchlich benutzt und dadurch eine Gemeingefahr vorsätzlich verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Verurteilung auf Bewährung bestraft.

[...]

(3) Wer durch die Tat außerordentlich schwerwiegende Folgen vorsätzlich verursacht, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.

(4) Wer durch die Tat bei der Bahn, Luftfahrt oder Schiffahrt eine Gemeingefahr fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Verurteilung auf Bewährung, Geldstrafe oder mit öffentlichem Tadel bestraft.

(5) Der Versuch ist strafbar. In den Fällen der Absätze 1 bis 3 ist auch die Vorbereitung strafbar.

Strafgesetzbuch vom 15. Mai 1871, gültig bis zum 12. Januar 1968.
Paragraf 315. Gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr
http://delegibus.com/2010,1.pdf
Seite: 1366


Wenn da tatsächlich die Notbremse nicht mehr funktionierte, sind dann die Artikel 1, 3, 4 und 5 nicht erfüllt?

Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#40

RE: Durchbruch Lok 234

in DDR Grenze Literatur 28.08.2011 12:35
von Pit 59 | 10.128 Beiträge

Es Lohnt doch nicht darüber zu Diskutieren was,wäre,wenn.Es ist gut gegangen,niemand ist verletzt,und alles ist gut.[
Ich bin gestern in einer 30er Zone über die Strasse,wenn da einer mit 70 gekommen wäre,wäre ich Tot.


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