#121

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 13:26
von chucky | 1.213 Beiträge

eeh keine antwort iss auch gut... naja wie sagt abv.... lassen wir das


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#122

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 13:31
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von EK 82/2
nun interessiert mich wegen dem angeln doch etwas.durften die anwohner auf deutscher seite in der oder im grenzgebiet zu polen frei angeln?ich weis es wirklich nicht.
andy



Hallo Andy,

ich zitiere mal aus der Grenzordnung der DDR vom 25. März 1982:

V. Abschnitt

Ordnung in den Grenzgebieten an der Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik zur Volksrepublik Polen und zur
Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik

§ 30
Fischfang und Angelsport

(1) Die Ausübung der Fischerei und des Angelsports in den Grenzgewässern zur Volksrepublik Polen und zur Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik bis zur Staatsgrenze ist gestattet. Die Schiffahrt darf nicht behindert werden.

(2) Das Fischen und das Angeln in den Grenzgewässern ist in der Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gestattet. Ortsfeste Fangeinrichtungen müssen 50 m von der Staatsgrenze entfernt sein. In den Grenzwasserläufen ist das Angeln nur vom Lande aus gestattet.

Damit sollte Deine Frage beantwortet sein.

Gruss

icke



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#123

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 13:32
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von chucky
andy, wie war es wenn man mal zu weit drausen war, gings gleich ab??????


hi chucky,
man war immer zu 2.draußen oder zu 8.
es kam immer darauf an wer mit wem draußen war.einigen vertraute man blind,mit anderen machte man nur dienst.besonders unangenehm war es als die neuen kamen,konnte man ihnen vertrauen?genauso wie auch wir mal neue waren.darum ging der posten immer vorne und der postenführer einige meter hinter dem neuen oder quer seitlich hinter ihm.
8mann waren es auf einem b-turm wo die alarmgruppe schlief.unten war der zugführer mit einem soldaten,oben sassen 2 posten und in der mitte waren 4 mann der alarmgruppe.
aber wenn mal 2 grenzer des selben diensthalbjahres draußen waren,wurde schon mal ein abstecher in den wald gemacht um maronen zu sammeln und dann gebraten mit dem spiritusbrenner(das war natürlich streng verboten).
andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#124

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 13:38
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von icke46

Zitat von EK 82/2
nun interessiert mich wegen dem angeln doch etwas.durften die anwohner auf deutscher seite in der oder im grenzgebiet zu polen frei angeln?ich weis es wirklich nicht.
andy



Hallo Andy,

ich zitiere mal aus der Grenzordnung der DDR vom 25. März 1982:

V. Abschnitt

Ordnung in den Grenzgebieten an der Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik zur Volksrepublik Polen und zur
Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik

§ 30
Fischfang und Angelsport

(1) Die Ausübung der Fischerei und des Angelsports in den Grenzgewässern zur Volksrepublik Polen und zur Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik bis zur Staatsgrenze ist gestattet. Die Schiffahrt darf nicht behindert werden.

(2) Das Fischen und das Angeln in den Grenzgewässern ist in der Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gestattet. Ortsfeste Fangeinrichtungen müssen 50 m von der Staatsgrenze entfernt sein. In den Grenzwasserläufen ist das Angeln nur vom Lande aus gestattet.

Damit sollte Deine Frage beantwortet sein.

Gruss

icke



vielen dank,also wie heute ohne besondere auflagen.
andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#125

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 13:51
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

ich machte einmal eine riesen dummheit und hatte richtig angst vor schwedt.die neuen kamen ich ich mußte mit einem neuen auf einen turm,abhauen konnte er ja nicht da unten genug sicherung war also gab ich ihm gleich zu verstehen wie es auf einem turm bei uns üblich ist.erst schlafe ich als EK 2 stunden,danach soll er mich wecken und darf auch eine stunde schlafen.
ich schlief ein und wurde in der dämmerung durch hundegebäll wach.der posten schlief auch ein,er schlief nie wieder,denn er zitterte mehr als ich und wäre auch abgegangen.
auf dem k6 waren fußspuren quer vom turm.zum glück stellte sich heraus das es die fußspuren eines gakl waren der in der vorschicht feinwärts aufklärte und keine harke hatte, die k6 kontrolle bekam den ärger ab und wir hatten glück.aber mulmig war uns bei der befragung ob wir nichts gesehen haben.
andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#126

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 13:55
von sentry | 1.080 Beiträge

Nun Wosch, eigentlich wollte ich ja nicht mehr auf Deine Beiträge reagieren, aber hier sehe ich ein gewisses Sachlichkeitspotenzial, weil wir gewissermaßen beide unsere Erfahrungen gemacht haben. Das senkt die Gefahr einer Propagandaschlacht erheblich.

Ich denke Ursache der Diskussion auf den letzten beiden Seiten, im Wesentlichen mit Peter1960HH, ist, dass wir ein bisschen aneinander vorbei reden. Er hat festgestellt (und ich habe bestätigt), dass es seitens der Grenzbevölkerung durchaus in relevantem Umfang ein menschliches Miteinander zwischen Grenzern und Einheimischen gab. Die Betonung lag dabei auf "menschlich".
Du hingegen stellst die Situation der Bevölkerung im Grenzstreifen in den Vordergrund - mit allen ihren negativen Facetten, dem Eingesperrtsein, dem Angelverbot und all den Entbehrungen.

Ich denke, wir sind uns alle einig, dass die Bevölkerung diese Situation nie lieb gewonnen hat und dass sie die Grenze und die Grenzer lieber heute als morgen losgeworden wären.
Wenn Du aus Rüterberg berichtest, glaube ich Dir unbesehen, schließlich bist Du ja praktisch Zeuge. Auch die negativen Erfahrungen aus Berlin kann ich persönlich bestätigen. Ich habe mich nie wohl gefühlt, wenn ich von Marienborn nach Berlin gefahren bin, denn Zivilklamotten gab's bei uns nicht.
Dennoch gibt es keinen Grund, die Menschlichkeit im Umgang miteinander anzuzweifeln. Und das Eine schließt doch das Andere auch gar nicht aus. Warum redest Du also so vehement dagegen? Es scheint mir doch diesbezüglich mehr positive als negative Beispiele zu geben.
Auch der Verweis auf den "guten Politoffizier" ist unangebracht, denn
1) impliziert er, dass Peters Ausführung gelogen sind und
2) haben insbesondere die einfachen Soldaten und nicht die Offiziere gute Erfahrungen im Umgang mit der Bevölkerung gemacht.

Vielleicht sollten wir ein wenig zurückdrehen und nicht übermäßig generalisieren und pauschalisieren. Es bringt auch nichts, kleine Teile der Beiträge anderer zu zitieren und diese dann mit Gegenargumenten zu zerlegen. Mein Beitrag hat einen Gesamtzusammenhang, den ich mit diesem Beitrag hier noch einmal zu verdeutlichen versuche.

Mein Satz: "In diesem Sinne würde man der Grenzbevölkerung unrecht tun, wenn man ihnen die Menschlichkeit absprechen würde.", bezog sich übrigens nur auf diesen von Dir:

Zitat
Mit Menschlichkeit hatte das in Rüterberg nicht das Geringste zu tun, auch wenn man sich bei den "Notwendigen Maßnahmen" hin und wieder ein Lächeln abkniff.



Das ist zwar für sich genommen sicher eine wahre Aussage, dennoch impliziert diese widerum, dass bis auf gespielte Menschlichkeit in Rüterberg keine menschlichen Gesten gegenüber den Grenzsoldaten gab. Das kann ich nicht glauben und ich glaube auch nicht, dass Du zu dieser Pauschalaussage in der Lage bist.


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#127

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 14:08
von Gohrbi | 574 Beiträge

Zitat von bendix

Zitat von chucky
bendix, ja da hast du recht,
ich war oft in berlin, da warst du schnell an der mauer und nichts iss geschehen.
aber im walde ging es doch anders ab, oder??? ich frag nur.

Gruß Ralph



Ich war mal bei meinem Bruder in Berlin,der arbeitete in Treptow in einem Betrieb der an die Grenze grenzte.
Ich wolte ihn abholen und "wanderte" so die Straße hoch und runter,sah eine Mauer quer über die Straße und dachte mir garnix dabei.
Da sprch mich ein uniformierter an(war wohl ein Polizist,so genau weis ich das nicht mehr)was ich hier mache.Ich sagte ich warte auf meinen Bruder,er besah sich meine Ausweis und bedeutete mir ich würde ich im Grenzgebiet aufhalten.
Frech wie ich manchmal bin entgegnete ihm,wenn ich hätte abhauen wollen,würde ich das schon längst zu Hause gemacht und nicht hier.Er sah mich sehr merkwürdig an,noch mal in den Ausweis und gab ihn mir wieder.
Wir zogen dann unbehelligt ab ,mein Bruder und ich.
Es hatte für mich und auch für ihn keine weiteren Konsequenzen,mal an alle die glauben oder denken man würde für jedes bisschen "daneben" in DDR-deutschem Sinne gleich in den Knast gesteckt.

Gruß bendix




Da hast du aber Glück gehabt, bendix.
Ich war mit meinem Kumpel 72 in Berlin und hatten schlechtere Erfahrung gemacht. Da waren wir noch "langhaarige Bombenleger"
Wir waren über die Friedrichstraße über Seitenstraßen an der Mauer angekommen. Das bekannte Schild war ja direkt am Zaun von Checkpoint C angebracht. Also dachten wir, bis dahin kann man gehen. Ein schnittiger "Lada" mit Discobeleuchtung oben drauf und ohne Türgriffe innen für die Rücksitze hat uns dann ins "Warme" gebracht. Nach dem Taschen leeren sollten wir dann unsere Geschichte erzählen, wo wir waren, was wir wollten u.s.w. Da auch wieder die Frage, ob wir wüßten wie gefährlich die Grenze ist und unser dämliches
Lachen dazu sollte unsere Situation nicht gerade verbessern. Jedenfalls ich ja aus Dankmarshausen und mein Kumpel aus Berka/Werra. Nach 4 Stunden durften wir dann unsere Heimreise antreten, nicht ohne die natürlich ausführliche Belehrung. Jedenfalls sahen wir bis Eisenach die freundlichen Gesichter der Trapo. In Eisenach natürlich die freundlichsten, denn hier kannte man sich ja aus den täglichen Kontrollen


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#128

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 14:14
von Gohrbi | 574 Beiträge

Zitat von chucky
das iss ja schlimm, so ein junger mensch und tot, alles sch..ße



Bist halt noch zu jung für die damalige Zeit. Und ja, schlimm, schlimm, was da so alles passiert ist (Achtung IRONIE)


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#129

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 14:19
von bendix | 2.642 Beiträge

Ja @Ghorbi,dann kannte wohl "mein" Kontrolleur meinen Wohnort,oder aber ihm reichte die Erkundigung beim Pförtner aus,ob mein Bruder dort tatsächlich arbeitete.
Auch ich bekam eine Belehrung ,"damit soetwas nicht noch mal vorkomme BÜRGER"


Das Zufriedene ist leise,das Unzufriedene ist laut.
Gefreiter der Grenztruppen -1980 GAR 40 Oranienburg/Falkensee-GR 34 Groß-Glienicke 1981-1982
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#130

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 14:39
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von sentry
Nun Wosch, eigentlich wollte ich ja nicht mehr auf Deine Beiträge reagieren, aber hier sehe ich ein gewisses Sachlichkeitspotenzial, weil wir gewissermaßen beide unsere Erfahrungen gemacht haben. Das senkt die Gefahr einer Propagandaschlacht erheblich.

Ich denke Ursache der Diskussion auf den letzten beiden Seiten, im Wesentlichen mit Peter1960HH, ist, dass wir ein bisschen aneinander vorbei reden. Er hat festgestellt (und ich habe bestätigt), dass es seitens der Grenzbevölkerung durchaus in relevantem Umfang ein menschliches Miteinander zwischen Grenzern und Einheimischen gab. Die Betonung lag dabei auf "menschlich".
Du hingegen stellst die Situation der Bevölkerung im Grenzstreifen in den Vordergrund - mit allen ihren negativen Facetten, dem Eingesperrtsein, dem Angelverbot und all den Entbehrungen.

Ich denke, wir sind uns alle einig, dass die Bevölkerung diese Situation nie lieb gewonnen hat und dass sie die Grenze und die Grenzer lieber heute als morgen losgeworden wären.
Wenn Du aus Rüterberg berichtest, glaube ich Dir unbesehen, schließlich bist Du ja praktisch Zeuge. Auch die negativen Erfahrungen aus Berlin kann ich persönlich bestätigen. Ich habe mich nie wohl gefühlt, wenn ich von Marienborn nach Berlin gefahren bin, denn Zivilklamotten gab's bei uns nicht.
Dennoch gibt es keinen Grund, die Menschlichkeit im Umgang miteinander anzuzweifeln. Und das Eine schließt doch das Andere auch gar nicht aus. Warum redest Du also so vehement dagegen? Es scheint mir doch diesbezüglich mehr positive als negative Beispiele zu geben.
Auch der Verweis auf den "guten Politoffizier" ist unangebracht, denn
1) impliziert er, dass Peters Ausführung gelogen sind und
2) haben insbesondere die einfachen Soldaten und nicht die Offiziere gute Erfahrungen im Umgang mit der Bevölkerung gemacht.

Vielleicht sollten wir ein wenig zurückdrehen und nicht übermäßig generalisieren und pauschalisieren. Es bringt auch nichts, kleine Teile der Beiträge anderer zu zitieren und diese dann mit Gegenargumenten zu zerlegen. Mein Beitrag hat einen Gesamtzusammenhang, den ich mit diesem Beitrag hier noch einmal zu verdeutlichen versuche.

Mein Satz: "In diesem Sinne würde man der Grenzbevölkerung unrecht tun, wenn man ihnen die Menschlichkeit absprechen würde.", bezog sich übrigens nur auf diesen von Dir:

Zitat
Mit Menschlichkeit hatte das in Rüterberg nicht das Geringste zu tun, auch wenn man sich bei den "Notwendigen Maßnahmen" hin und wieder ein Lächeln abkniff.



Das ist zwar für sich genommen sicher eine wahre Aussage, dennoch impliziert diese widerum, dass bis auf gespielte Menschlichkeit in Rüterberg keine menschlichen Gesten gegenüber den Grenzsoldaten gab. Das kann ich nicht glauben und ich glaube auch nicht, dass Du zu dieser Pauschalaussage in der Lage bist.




Hallo Sentry, auch wir Beide haben wohl mehr oder weniger aneinander vorbeigeredet, denn mit dem meinen von Dir hervorgehobenen Satz, bezüglich "abgekniffendes Lächeln" meinte ich nicht das Lächeln der eingesperrten Bevölkerung (diese freundlichen Gesten waren eh Vorraussetzung für ein Verbleiben in der angstammten Heimat), sondern die Abfertigung am Tor , rein und raus.
Daß an der Grenze und auch bei Rüterberg ein ganz anderer Ton herrschte wie im zivilen Leben wird ja im ernst Keiner bestreiten und gerade in Rüterberg kam es sehr darauf an wer und wer mit wem Dienst zu verrichten hatte, menschliche Regungen spreche ich den eingesetzten GT auch nicht pauschal ab, es hätte ihren Dienst auch nur erschwert und mit der Zeit hatten sich sowieso Alle aneinander gewöhnt. Daß ich dem Peter unterstellen würde zu lügen kann ich so nicht stehen lassen und der Verweis auf seinen damaligen Status solltest Du mir nicht negativ anlasten, denn er wurde ja von ihm selbst bei seiner Vorstellung ins Gespräch gebracht.
Daß 2. gerade die einfachen Soldaten im Umgang mit der Bevölkerung "gute Erfahrungen" gemacht hatten, nehme ich Dir blind ab, denn ich kann mir nicht vorstellen, daß die Bewohner der Grenzgebiete ihnen die Schuld für die ganze Misere ankreideten, sondern sich diesbezüglich an die höheren Dienstgrade hielten. In diesem ganzen Themenkomplex geht es mit in erster Linie um das Nichtakzeptieren von Meinungen, daß sich die Grenzbevölkerung mit ihrem Zustand wohl gefühlt hätte, wie es hier von Einigen immer wieder gerne behauptet wird. Daß es diesbezüglich Ausnahmen gegeben hatte, will ich nicht bestreiten und das es auch in diesen Gebieten Priviligierte gegeben hatte, die aus dieser Lage auch noch einen Vorteil ziehen konnten, hoffentlich auch nicht.

Schönen Gruß aus Kassel.


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#131

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 15:19
von eisenringtheo | 9.165 Beiträge

Zitat von bendix
Ja @Ghorbi,dann kannte wohl "mein" Kontrolleur meinen Wohnort,oder aber ihm reichte die Erkundigung beim Pförtner aus,ob mein Bruder dort tatsächlich arbeitete.
Auch ich bekam eine Belehrung ,"damit soetwas nicht noch mal vorkomme BÜRGER"


"Belehrung." Offenbar typisch DDR. Mit Tagesvisum Nähe Alexanderplatz bin ich bei Rot über die Strasse, habe keine Autos gesehen. Hörte aber ein Bremsgeräusch. Es war ein Polizeiauto, Fenster ging runter: "Bürger, ich belehre Sie: Bei Rot darf man nicht über die Kreuzung gehen!" Scheibe wieder rauf und weg waren sie.
War eben ein netter Vopo. In Zürich hätte es gekostet. CHF 5.--
Theo


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#132

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 15:20
von don71 (gelöscht)
avatar

Zitat von EK 82/2

Zitat von sentry
[

Da gebe ich Dir recht. Hier lohnt es sich mal wieder, der Schwarz-Weiß-Geschichtsbetrachtung ein bisschen Farbe zu verleihen
Wer dieses oder ähnliche Foren schon länger mitliest, dürfte festgestellt haben, dass offensichtlich der weit überwiegende Teil der Grenzbevölkerung ein gutes Verhältnis zu den Grenzern hatte.


als gebürtiger berliner und grenzer in thüringen stellte ich erhebliche unterschiede zwischen grenzern und bevölkerung fest.in thüringen gab es einige die uns grenzer nicht mochten,aber überwiegend sassen wir mit der bevölkerung zusammen im lokal und hatten ein gutes verhältnis.
in berlin erlebte ich nicht einmal das grenzer mit berliner zivilisten am tisch sassen und es war von berlinern wohl auch gar nicht gewollt,hier waren grenzer nicht beliebt.ich bekam sogar mal ärger weil ich auf KU war und als erstes(zivilerlaubnis bekamen wir immer vom spieß)in uniform auf dem weg nach hause ein bier in meiner stammkneipe nehmen wollte in uniform.so brauchst du dich hier nicht hinsetzen sagten sie,zieh dich erst mal um.
andy




Ich kenne bestimmt 10 bis 15 Grenzer die bei uns in Thüringen geblieben sind, aber keinen Einzigen der in Berlin geblieben ist und dort geheiratet hat. Ich diente 1971/72 in Berlin bei den Grenztruppen und habe die selben Erfahrungen gemacht wie du.
Gruß
Jürgen


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#133

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 16:37
von grenzergold | 187 Beiträge

Zu Rüterberg ; Tagsüber war das Gassentor vom Grenzsignalzaun offen es gab keine Abfertigung amTor rein und raus.Nachts wurde das Tor geschlossen und bei bedarf konnten die Bewohner passieren.Selbst der Schlagbaum der sich ca.20-30m hinter dem Gassentor befand in Richtung Rüterberg war die meiste Zeit geöffnet.Ich verstehe solche Sätze nicht wie;Was für ein Ton herrschte und wer mit wem Dienst tat in Rüterberg. Ich denke sie waren nie in rüterberg, allenfalls nach dem Mauerfall.

grenzergold


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#134

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 16:49
von VNRut | 1.485 Beiträge

Die Grenzer waren von den Bürgern in Berlin/Potsdam nicht gerade gut angesehen. Im Ausgang gab es regelmäßig Beleidigungen die oft auch mit Schlägereien endeten. Dies hätte man damals aus den Weg gehen können, doch leider durften wir nur mit Ausgangsuniform in die Stadt. Somit war eine Provokation schon vorprogrammiert. Dazu kam noch der Alkohol und wenn man noch ein Mädchen anmachte, .... dann "sollte" man nicht mehr allein zur Toilette gehen.

Leider ist mir so etwas auch im Ausgang passiert. Ich versuchte einen Streit zwischen Zivilisten und einen Kameraden aus meiner Einheit zu schlichten, doch plötzlich geriet alles außer Kontrolle. Es gab eine große Keilerei in der Potsdamer Innenstadt die mit mehrere Verletzte auf beiden Seiten endete. Letzend bekam ich noch einen Schlag von jenen Kameraden den ich halt schützen wollte. Resultat: Es gab ein gebrochenes Nasenbein (beim Kameraden) mit paar Stunden Med-Punkt Aufenthalt, mein blutverschmiertes Ausgangshemd (Schadenersatzforderungen) und meine bis zur Unkenntlichkeit zerkratzte neue Armbanduhr (in der MHO für 90 Mark der DDR gekauft), Anzeigen gegen Beide wegen Schädigung des Ansehens der Grenztruppen ..... welche nur durch ein für uns glückliches Ereignis (leitender Offizier der das Vorgehen bearbeitete wurde selbst straffällig) unerklärlich beendet wurde. Bis zum letzten Tag hatte wir insgeheim mit einer Bestrafung gerechnet und plante eine unfreiwillige Verlängerung unseres Grundwehrdienstes ein - Noch mal Glück gehabt.

VN_Rut


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
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#135

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 16:58
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

@VNRut,
deine geschichte glaube ich dir ohne einschnitte.wie gesagt,wenn ich als einheimischer berliner an meinen alten stammtisch(ca 10 plätze und alter zwischen 18 und 60 der leute)sogar beleidigt wurde nur weil ich mein erstes bier auf die schnelle trinken wollte,dann sagt das viel zur meinung der berliner über grenzer.selbst ein offizier des musikkorps in biesdorf saß oft am tisch in seiner uniform,er gehörte dazu,aber eine grenzeruniform hatte am stammtisch keinen platz.ich zog mich um und alles war ok obwohl ich ja immer noch grenzer war.
wer es kennt,es war die gatstätte "wernesgrüner bierstube"in karlhorst marksburgstrasse ecke herman -dunker-strasse/heute treskowallee.
andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 26.10.2010 17:08 | nach oben springen

#136

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 17:31
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von grenzergold
Zu Rüterberg ; Tagsüber war das Gassentor vom Grenzsignalzaun offen es gab keine Abfertigung amTor rein und raus.Nachts wurde das Tor geschlossen und bei bedarf konnten die Bewohner passieren.Selbst der Schlagbaum der sich ca.20-30m hinter dem Gassentor befand in Richtung Rüterberg war die meiste Zeit geöffnet.Ich verstehe solche Sätze nicht wie;Was für ein Ton herrschte und wer mit wem Dienst tat in Rüterberg. Ich denke sie waren nie in rüterberg, allenfalls nach dem Mauerfall.

grenzergold



Ich benutze trotzt Deines "Siezen´s" die "Du-Form", weil ich mir ansonsten etwas blöd vorkäme.
Es steht Dir frei meine Aussagen anzuzweifeln, es steht aber auch jedem Leser frei sich zumindestens im Internet durchzugooglen wenn er sich Deiner Version stärker anfreunden möchte als der meinen. Wenn Du bestimmter meiner Sätze nicht verstehst, liegt es vielleicht an Dir selbst, ich dagegen habe Dich recht gut verstanden. Daß ich während der Zeit von 1962 - 1989 nie in Rüterberg war, hängt auch damit zusammen, daß ich dieses Gebiet nicht betreten durfte. Versucht hatte ich es einmal, aber ich bekam keine Genehmigung!!! Vor 1961 hatte ich den Ort zweimal betreten können und nach der Wende war ich bestimmt 10 x dort. Ein Besuch dieses heute Dömitzer Ortsteiles kann ich nur empfehlen. Vor Ort könnte man sich auch sehr gut mit den "gesammelten Werken" des ehemaligen Schneidermeisters und Bürgermeisters von Rüterberg befassen und einige der ehemaligen Bewohner leben ja auch noch dort!!

Schönen Gruß aus Kassel.
PS: Grenzergold hört sich etwas wie Apfelsaft an. Könntest Du mir mal bitte mitteilen, was Du damals warst und woher Du Deine Informationen hast. Aus Deinem Profil ist diesbezüglich nichts zu entnehmen. Danke!!


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#137

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 17:52
von 94 | 10.792 Beiträge

Also @wosch, Sie nun wieder. Apfelsaft, lol. Schon vergessen, in der Zone gab's doch nüscht, desderwegen biste doch wech, odär?
Und ohne jetzt einem User zu nahe treten zu wollen, ich entwickle bei 'grenzergold' Assoziationen zur Waffenkammer nach dem Grenzdienst, sprich Rost (handelsüblich) an der Knispel.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#138

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 18:02
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Also, Apfelsaft gab et im Osten zu genüge....auch die veredelte Version....den Bretterknaller.....der war richtig lekker....


Kein Sex mit Nazis...!!!
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#139

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 18:02
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von 94
Also @wosch, Sie nun wieder. Apfelsaft, lol. Schon vergessen, in der Zone gab's doch nüscht, desderwegen biste doch wech, odär?
Und ohne jetzt einem User zu nahe treten zu wollen, ich entwickle bei 'grenzergold' Assoziationen zur Waffenkammer nach dem Grenzdienst, sprich Rost (handelsüblich) an der Knispel.




Neee 94, an Apfelsaft mangelte es bei uns damals nicht, den hatten wir damals selbst gemacht, wir Kinder hatten die Äppel gestiebitzt und Mutti hatte die Fabrikation unter sich! Eingeweckt wurde Alles was nicht schnell genug verschwinden konnte, auch wenn die Läden leer waren, zu futtern hatten wir immer. Deswegen bin ich also nicht weg, Du verwechselst mich da vielleicht mit Jemanden!!
Schönen Gruß aus Kassel.


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#140

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 18:04
von grenzergold | 187 Beiträge

genau der Rost ,den wir nach dem Grenzdienst auf unseren Flinten hatten,weil die Brünierung runter war.

grenzergold


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