#61

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 10:37
von bendix | 2.642 Beiträge

Zitat von chucky
bendix, ja da hast du recht,
ich war oft in berlin, da warst du schnell an der mauer und nichts iss geschehen.
aber im walde ging es doch anders ab, oder??? ich frag nur.

Gruß Ralph



Ich war mal bei meinem Bruder in Berlin,der arbeitete in Treptow in einem Betrieb der an die Grenze grenzte.
Ich wolte ihn abholen und "wanderte" so die Straße hoch und runter,sah eine Mauer quer über die Straße und dachte mir garnix dabei.
Da sprach mich ein Uniformierter an(war wohl ein Polizist,so genau weis ich das nicht mehr)was ich hier mache.Ich sagte ich warte auf meinen Bruder,er besah sich meine Ausweis und bedeutete mir ich würde mich im Grenzgebiet aufhalten.
Frech wie ich manchmal bin entgegnete ihm,wenn ich hätte abhauen wollen,würde ich das schon längst zu Hause gemacht haben und nicht hier.Er sah mich sehr merkwürdig an,noch mal in den Ausweis und gab ihn mir wieder.
Wir zogen dann unbehelligt ab ,mein Bruder und ich.
Es hatte für mich und auch für ihn keine weiteren Konsequenzen,mal an alle die glauben oder denken man würde für jedes bisschen "daneben" im DDR-deutschen Sinne gleich in den Knast gesteckt.

Gruß bendix


Das Zufriedene ist leise,das Unzufriedene ist laut.
Gefreiter der Grenztruppen -1980 GAR 40 Oranienburg/Falkensee-GR 34 Groß-Glienicke 1981-1982
zuletzt bearbeitet 26.10.2010 15:15 | nach oben springen

#62

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 10:40
von chucky | 1.213 Beiträge

ja andy ok,
wie war es wenn du über wald und flur bist, gab es da die schilder auch????


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#63

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 10:41
von bendix | 2.642 Beiträge

Zitat von chucky
ja bendix, wie geschrieben hat ja keine mauge zu flüchten, aber meine frage war ja hätte man sich mal verlaufen was dann??????



...unterem Beitrag von andy schließe ich mich an Ralph und füge hinzu das diese Schilder auch außerhalb des K6 oder sonst eines anderen Streifens standen.Wenn Du in einem solchem Wald vor solch einem Schild standest,dann war da eben Schluß für Dich.


Das Zufriedene ist leise,das Unzufriedene ist laut.
Gefreiter der Grenztruppen -1980 GAR 40 Oranienburg/Falkensee-GR 34 Groß-Glienicke 1981-1982
zuletzt bearbeitet 26.10.2010 10:42 | nach oben springen

#64

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 10:46
von chucky | 1.213 Beiträge

ok, alles klaro.
aber war selbst viel in grenznähe, naja, hat einen nicht interessiert


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#65

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 10:46
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

hallo bendix,
in berlin konntest du fast an jeder stelle bis an die mauer direkt ran gehen,siehe eastside-gallerie(die heutigen mauerreste zwischen ostbahnhof und elsenbrücke in treptow.ich fuhr damals oft nachts und sah das immer 2 zivile an der mauer entlang gingen.klar wurden dann auch mal passanten kontrolliert.aber ohne verdachtspunkte konnte einem keiner was anhaben.
dumm hätte es natürlich ausgesehen wenn einer vom privatrenovieren kommt und seiner leiter über der schulter trägt.
andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#66

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 10:47
von eisenringtheo | 9.188 Beiträge

Zitat von chucky
bendix, ja da hast du recht,
ich war oft in berlin, da warst du schnell an der mauer und nichts iss geschehen.
aber im walde ging es doch anders ab, oder??? ich frag nur.

Gruß Ralph



Da gab es auch kein 5km Sperrgebiet. Das war technisch und vor allem politisch nicht möglich, denn man kann ja die Hauptstadt nicht absperren. Und wenn ich mit meinem Trauerkranz für Reinhold Huhn in Berlin ankomme, werde ich denn unmittelbar an der Mauer ablegen wollen, macht ja sonst keinen Sinn.
Theo


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#67

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 10:52
von chucky | 1.213 Beiträge

hallo theo,
was iss den geschehen mit Reinhold Huhn?????


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#68

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 10:53
von bendix | 2.642 Beiträge

Zitat von EK 82/2
hallo bendix,
in berlin konntest du fast an jeder stelle bis an die mauer direkt ran gehen,siehe eastside-gallerie(die heutigen mauerreste zwischen ostbahnhof und elsenbrücke in treptow.ich fuhr damals oft nachts und sah das immer 2 zivile an der mauer entlang gingen.klar wurden dann auch mal passanten kontrolliert.aber ohne verdachtspunkte konnte einem keiner was anhaben.
dumm hätte es natürlich ausgesehen wenn einer vom privatrenovieren kommt und seiner leiter über der schulter trägt.
andy



...ja ,Leitern waren im Grenzgebiet sogar anzuschließen und das wurde Kontrolliert so viel ich weis.
Bei uns in Dömitz weis ich das nicht mehr.
Der Betrieb befand sich in Verlängerung der Straße die von der Elsenbrücke kam.Muss ich mal googleearthen,vielleicht find ich die wieder:


Das Zufriedene ist leise,das Unzufriedene ist laut.
Gefreiter der Grenztruppen -1980 GAR 40 Oranienburg/Falkensee-GR 34 Groß-Glienicke 1981-1982
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#69

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 10:53
von Peter1960HH | 125 Beiträge

ooooch bendix - ich durfte ja nun den gesamten elbabschnitt kennenlernen, sowohl land als auch wasserseitig ( vierteljahr vertretung im bootszug horst sei dank) - es gab so einige gebiete, wo der wald bis ans grenzgebiet ging - die elbmitte (nach unserer lesart) war ja "nur" die grenzlinie.

@ chucky - na, dann lass mal lesen, welcher ansicht dein ex-schwiegervater ist - nur so kann ich mich dazu äußern.

die zeitdauer, mit der man ewas betreibt, sagt nunmal nichts aus darüber, wie und was man da macht

und ja bendix - horch und gugg dürften da (offiziell) den geringsten anteil gehabt haben - wenn auch letztlich alles bei ihnen ankam

und ja bendix - wenn es nämlich so gewesen wäre - wer hätte die alle unterbringen beköstigen wollen und können und wer hätte dann noch gearbeitet?

und chucky - ja, auch da standen diese schilder - es war eine ununterbrochene kette - einfach nicht zu übersehen



zuletzt bearbeitet 26.10.2010 10:57 | nach oben springen

#70

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 10:56
von Peter1960HH | 125 Beiträge

@ chucky - lies mal hier: http://home.snafu.de/veith/ehrenhai.htm



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#71

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 10:56
von eisenringtheo | 9.188 Beiträge

Zitat von chucky
hallo theo,
was iss den geschehen mit Reinhold Huhn?????


Ist jung gestorben.
http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph.../593928/page/11
Theo


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#72

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 10:57
von chucky | 1.213 Beiträge

Peter, ich weiss nicht ob das im Sinn meines Schwiegervater wär.!!!!


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#73

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 10:57
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von bendix

Zitat von EK 82/2
hallo bendix,
in berlin konntest du fast an jeder stelle bis an die mauer direkt ran gehen,siehe eastside-gallerie(die heutigen mauerreste zwischen ostbahnhof und elsenbrücke in treptow.ich fuhr damals oft nachts und sah das immer 2 zivile an der mauer entlang gingen.klar wurden dann auch mal passanten kontrolliert.aber ohne verdachtspunkte konnte einem keiner was anhaben.
dumm hätte es natürlich ausgesehen wenn einer vom privatrenovieren kommt und seiner leiter über der schulter trägt.
andy



...ja ,Leitern waren im Grenzgebiet sogar anzuschließen und das wurde Kontrolliert so viel ich weis.
Bei uns in Dömitz weis ich das nicht mehr.
Der Betrieb befand sich in Verlängerung der Straße die von der Elsenbrücke kam.Muss ich mal googleearthen,vielleicht find ich die wieder:



da war als größter betrieb der osthafen gleich hinter der mauer,da müßte ich schon den strassennamen wissen.ich arbeitete auch in dem bereich in der persiusstrasse,kenne also die betriebe halbwegs noch.
andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#74

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 10:58
von Peter1960HH | 125 Beiträge

Zitat von eisenringtheo

Zitat von chucky
hallo theo,
was iss den geschehen mit Reinhold Huhn?????


Ist jung gestorben.
http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph.../593928/page/11
Theo





ermordet trifft es wohl eher - aber das ist wohl auch eine frage der sichtweise



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#75

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 11:00
von chucky | 1.213 Beiträge

das iss ja schlimm, so ein junger mensch und tot, alles sch..ße


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#76

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 11:00
von Peter1960HH | 125 Beiträge

Zitat von chucky
Peter, ich weiss nicht ob das im Sinn meines Schwiegervater wär.!!!!




dann sag mir doch deine sichtweise



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#77

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 11:02
von bendix | 2.642 Beiträge

Zitat
ooooch bendix - ich durfte ja nun den gesamten elbabschnitt kennenlernen, sowohl land als auch wasserseitig ( vierteljahr vertretung im bootszug horst sei dank) - es gab so einige gebiete, wo der wald bis ans grenzgebiet ging - die elbmitte (nach unserer lesart) war ja "nur" die grenzlinie.


peter,da warst Du mir gegenüber natürlich klar im Vorteil,für mich und meine Geschwister sowie Kumpels gabs die Schmölener Berge und die Löcknitz zum Aale angeln mit ihren fast grenzenlosen Wiesen und Warften und einmal durfte ich auch zu den Schmidt`s nach Hause,das war das Haus am Brückenkopf(Autobrücke).Ansonsten war die Wische für uns tabu und wenn ich nach Lenzen fuhr,dann über Breetz-Seeburg,da standen solche Schilder nicht


Das Zufriedene ist leise,das Unzufriedene ist laut.
Gefreiter der Grenztruppen -1980 GAR 40 Oranienburg/Falkensee-GR 34 Groß-Glienicke 1981-1982
zuletzt bearbeitet 26.10.2010 15:18 | nach oben springen

#78

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 11:03
von grenzergold | 187 Beiträge

So eng hatten wir die Kontrollen in Rüterberg nicht gesehen, man kannte viele Bewohner so gesehen ging es sehr lasch zu.Seibst Versorgungsfahrzeuge wurden erst kontrolliert wenn Kontrollstreifen anwesend waren oder wenn die Fahrer uns Alk aus der Konsum mitbringen sollten. Erst nach einem Grenzdurchbruch von Forstmitarbeitern änderte sich im Kontrollablauf etwas,insofern wurden alle Ortsfremden am Kontollposten in ein Buch eingetragen, mit Zeit der Einfahrt und Ausfahrt und der Begründung der Einfahrt.

grenzergolg


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#79

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 11:05
von bendix | 2.642 Beiträge

Zitat von EK 82/2

Zitat von bendix

Zitat von EK 82/2
hallo bendix,
in berlin konntest du fast an jeder stelle bis an die mauer direkt ran gehen,siehe eastside-gallerie(die heutigen mauerreste zwischen ostbahnhof und elsenbrücke in treptow.ich fuhr damals oft nachts und sah das immer 2 zivile an der mauer entlang gingen.klar wurden dann auch mal passanten kontrolliert.aber ohne verdachtspunkte konnte einem keiner was anhaben.
dumm hätte es natürlich ausgesehen wenn einer vom privatrenovieren kommt und seiner leiter über der schulter trägt.
andy



...ja ,Leitern waren im Grenzgebiet sogar anzuschließen und das wurde Kontrolliert so viel ich weis.
Bei uns in Dömitz weis ich das nicht mehr.
Der Betrieb befand sich in Verlängerung der Straße die von der Elsenbrücke kam.Muss ich mal googleearthen,vielleicht find ich die wieder:



da war als größter betrieb der osthafen gleich hinter der mauer,da müßte ich schon den strassennamen wissen.ich arbeitete auch in dem bereich in der persiusstrasse,kenne also die betriebe halbwegs noch.
andy



Wenn ich mich recht erinnere war das ein Betrieb für elektronische Bauelemente,weis es aber nicht mehr genau,müsste ich meinen Bruder mal fragen


Das Zufriedene ist leise,das Unzufriedene ist laut.
Gefreiter der Grenztruppen -1980 GAR 40 Oranienburg/Falkensee-GR 34 Groß-Glienicke 1981-1982
zuletzt bearbeitet 26.10.2010 11:06 | nach oben springen

#80

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 26.10.2010 11:08
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von chucky
ja andy ok,
wie war es wenn du über wald und flur bist, gab es da die schilder auch????


den schlagbaum konntest du über felder umgehen ohne das du ein sperrschild gesehen hast,zufall wäre es schon,aber dort standen sie weit auseinander als warnung das hier das grenzgebiet anfängt.im heldburger sack hättest du dich aner mindestens 5km bis 20km verlaufen müßen um an den K2 zu kommen und spätestens dann hätte dir niemand geglaubt das du nur pilze sammelst.wer sich verläuft sucht die nächste ortschaft auf und da wärst du als fremder aufgefallen.
ich erinnere mich noch an einen harmlosen vorfall in käßlitz.eine familie ging in ein restaurant um zu essen,der wirt bemerkte das es fremde waren und alarmierte die grenzhelfer.sie hatten passierscheine,alles war ok.
andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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