#21

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 30.09.2010 08:55
von Gert | 12.354 Beiträge

Ich denke der Begriff Niemandsland kommt aus der Sprache der Krieger. Er bezeichnet den Raum an einer Kampffront zwischen den beiden Kriegsgegnern. Die standen sich ja in den neueren Kriegen nicht mehr auf den Füßen um sich umzubringen, sondern da waren ca. 100 - 200 m Abstand oder auch mehr, ich weiss es nicht genau ( also Schussweite). Von daher ist das übernommen, denn die DDR betrachtete ja den anderen Teil Deutschlands als Feind ( man sprach von feindwärts), somit ist die Grenze " die Front".

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#22

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 30.09.2010 08:57
von exgakl | 7.237 Beiträge

aha..... man lernt doch immer noch dazu.... Und was war denn nun das Niemandsland, wenn die Grenzlinie die Front war?

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#23

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 30.09.2010 09:40
von eisenringtheo | 9.173 Beiträge

Selbst im "Niemandsland", dem Streifen auf der BRD Seite der Grenzbefestigung, war wohl ab zu jemand. Denn dort war kein Urwald, sondern es war ein gemähter Streifen. Waren das DDR Bauern oder BRD Pächter? Bei ersterem war die Fluchtgefahr wohl sehr gross.
Gruss Theo


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#24

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 30.09.2010 09:45
von exgakl | 7.237 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
Selbst im "Niemandsland", dem Streifen auf der BRD Seite der Grenzbefestigung, war wohl ab zu jemand. Denn dort war kein Urwald, sondern es war ein gemähter Streifen. Waren das DDR Bauern oder BRD Pächter? Bei ersterem war die Fluchtgefahr wohl sehr gross.
Gruss Theo



In der Regel wurden die vorgelagerten Gebiete durch die ortsansässige LPG genutzt. Sicher ist da mal einer stiften gegangen, aber der Anteil war doch gering. Man hätte dort vorn auch niemanden wirklich aufhalten können.

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#25

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 30.09.2010 12:23
von westsachse | 464 Beiträge

Wie schon hinreichend festgestellt gab es kein Hiemandsland. Der Bergriff war aber (wimre) eine Erfindung der BRD - Medien, aus welchem mancher erkenntnisresistente BRD- Bürger geschlossen hat: 'Da kann jeder machen, was er will.'

Zum Thema DDR und Gefängnis: Gerade während meinem Grundwehrdienst und danach habe ich es so empfunden.

Gruß

westsachse


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#26

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 30.09.2010 13:47
von Gohrbi | 575 Beiträge

Zitat von PP 141

Zitat von Thunderhorse


Hm,
ist das Niemandsland gewesen?
Meine Nein.



Es war aber auch nicht "jedermanns Land" Wer direkt am Zaun gewohnt hat wird das bestätigen. Vielleicht falsch ausgedrückt, auch Gefängnis paßt nicht ganz. Es gab ja Ausgang. In der Anfangszeit nur bis 21:00 Uhr, es wurde aber später verlängert.
Auch wurde der Westempfang erschwert, denn den Kanal sollte man ausbauen und im Bürgermeisteramt abgeben. War aber meistens nur ein Stück Sarotti drin, denn der Umschlag wurde vorher zu geklebt.
Von den Problemen, dass die "liebe Verwandtschaft" zu Besuch kommen konnte ganz zu schweigen. Mitten im Dorf ist das alles nicht so aufgefallen, da war es fast wie überall. Sobald man an den Ortsrand kam, sah man den Zaun und die Grenzen seiner Bewegungsfreiheit deutlich.
Früher dachte ich immer das muß so sein..... Wer damit aufgewachsen ist kannte es halt nicht anders. Ich dachte auch immer, die wollen uns an den Kragen.





Denk mal das wissen wir beide das es kein Niemandsland gab.




zuletzt bearbeitet 30.09.2010 13:49 | nach oben springen

#27

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 30.09.2010 16:34
von bendix | 2.642 Beiträge

Ich lebte bis zu meinem 23. Lebensjahr im "Niemandsland"...es war natürlich nicht "Niemand -sein -Land" ...

ein Städchen von knapp 3000 Einwohnern,mit Bootskompanie zur Bewachung der Grenze auf der Elbe sowie ein paar Grenzkompanien für die Deiche...
...eine Evangelische und eine Katholische Kirche,eine POS,ein Institut für Lehrerbildung,ein Rundstab - und Sportgerätewerk wie auch ein Betriebsteil des VEB Elektronische Bauelemente Teltow und Kindergärten,eine sehr gut erhaltene Festung aus dem 15.Jahrhundert,in dem der mecklenburger Schriftsteller Fritz Reuter einige Jahre Festungshaft verbrachte....
...eine Fußballmanschaft und ein Bogenschützenverein....
...den Dämser Karnevall nicht zu vergessen...
Man konnte auf die andere Seite der Elbe sehen,den Schiffsverkehr,manchmal kam auch eines in den Hafen oder fuhr weiter zum Müritzsee...
man konnte Westbesuch empfangen.......usw.- usf...
Also wie in einem "Gefängnis"....mal nur so dazwischengerufen.....

Das ging natürlich alles mehr oder weniger mit oder ohne Sondergenehmigungen,aber man lebte,so wie es der Herr in dem Artikel sagte...

Der Mensch geht zu 99% von sich selbst aus,drum nehme ich das nicht so tragisch was hier manchmal so geschrieben steht.
Ich war glücklich dort und bin es heute hier auch.

Gruß bendix


Das Zufriedene ist leise,das Unzufriedene ist laut.
Gefreiter der Grenztruppen -1980 GAR 40 Oranienburg/Falkensee-GR 34 Groß-Glienicke 1981-1982
zuletzt bearbeitet 30.09.2010 17:48 | nach oben springen

#28

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 30.09.2010 17:39
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Darf ich einmal raten Bendix, es war Dömitz, "Niemandens Dömitz", so könnte man es jetzt neu benennen zum Tag der Einheit, das schöne Städtechen an der Elbe.
Und sentry, du hattest Recht, ich kam gerade aus der Nachtschicht, noch ganz aufgekratzt von den Erlebnissen der Nacht...las "Gefängnis" und bumms, ratterte mein ostdeutscher Gerechtigkeitssinn in die Tasten. Es war also falsch, ich muss doch wirklich ruhiger werden.
Mara, meine Schöne, ich war damals völlig unschuldig, denn es hieß Wehrpflicht, ich habe also nur meine Pflicht getan...sagen übrigens alle Soldaten auf dem Globus. Ich weiß, das dir diese Antwort nicht gefällt aber tut mir leid, so war es.

Rainer-Maria


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#29

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 30.09.2010 17:43
von bendix | 2.642 Beiträge

Richtig,mein gutes altes Dömitz,10 Punkte für den Kandidaten

...ja RMR,so war es...
und so wird es immer sein


Das Zufriedene ist leise,das Unzufriedene ist laut.
Gefreiter der Grenztruppen -1980 GAR 40 Oranienburg/Falkensee-GR 34 Groß-Glienicke 1981-1982
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#30

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 30.09.2010 17:48
von exgakl | 7.237 Beiträge

Na Bendix, sehr schwer hast du es ja RMR nicht gemacht. Übrigens ein sehr schöner Ort mit einem mittlerweile sehr guten Hafen...

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#31

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 30.09.2010 17:51
von bendix | 2.642 Beiträge

...bin sogar schon drin geschwommen beim Bierfassschwimmen

http://www.youtube.com/watch?v=r-yRm-R2AcY&feature=related

waren ja auch bloß kleine Punkte für RMR


Das Zufriedene ist leise,das Unzufriedene ist laut.
Gefreiter der Grenztruppen -1980 GAR 40 Oranienburg/Falkensee-GR 34 Groß-Glienicke 1981-1982
zuletzt bearbeitet 30.09.2010 17:55 | nach oben springen

#32

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 30.09.2010 18:37
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Ich ergänze das Ganze noch...in welchem Gefängnis, denn da steht im Anfangstext was von Gefängnis? Also ich kann mich nicht erinnern, in einem Gefängnis gelebt zu haben.Also DDR und Gefängnis, ich denke das sind zweierlei Sachen.

Rainer-Maria


Du bist der Prototyp des zufriedenen und glücklichen ehemaligen DDR Bürgers,das nehme ich dir glatt ab.Aber,wolltest du nie mal sehen,wie es in der Ferne zugeht..nur mal gucken ?



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#33

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 30.09.2010 18:41
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
avatar

Ich kam gleich ins träumen bendix, ich träumte von den monatlichen Fahrten von Nostorf nach Dömitz, um unsere Bücherkiste für den Stab aufzufüllen. "Transport einer Bücherkiste mit W50 LA/A, ein freier Tag mit ungewissem Ausgang, den alle Kneipen an der Strecke waren unser, übrigens auch der Fahrer hielt mit".
Das waren die schönen Zeiten an der Grenze. Ich wusste es Dömitz wars und danke für die Punkte.

Rainer-Maria


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#34

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 30.09.2010 18:52
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Zermatt, ich hab schon als Kind fast nur Westfernsehen gesehen, selten mal unseren Sender. Mein ersten Zusammentreffen mit einem älteren westdeutschen Ehepaar war übrigens in Ungarn...muss 1970 gewesen sein? Sie hatten keine Kinder und ich war blutjung, blond und neugierig und so eröffneten sie mir ihre Welt...Hotels, Jacht oder besser größeres Segelboot...ist eigentlich Stoff für eine schöne Geschichte, die über eine Woche andauerte.
Ich kam mir vor wie Alladin in irgend so einem Orientfilm.

Rainer-Maria


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#35

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 30.09.2010 18:56
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Mara, meine Schöne, ich war damals völlig unschuldig, denn es hieß Wehrpflicht, ich habe also nur meine Pflicht getan...sagen übrigens alle Soldaten auf dem Globus.



Klar war es deine Pflicht, blieb dir ja nichts Walter Ulbricht...äh weiter übrig....aber an anderer Stelle sagtest du einmal, das de das als richtig fandst und halt notwendig....und das es Leute gab, die die ganze DDR als ein Gefängnis sahen, kannste ja nich abstreiten.....deine Sicht ist vielleicht anders, sie ist aber nich allgemeingültig, sie ist nur eine von vielen.....

groetjes uit Heerlen

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
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#36

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 30.09.2010 21:15
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von KTM77
Den Ausdruck " Niemandsland" gab es,und ich denke es ist der Bereich Sperrgebiet/Schutzstreifen gemeint.Achja und ob es zwischen Gefängnis und der DDR Unterschiede gab,da kann man geteilter Meinung sein.



Die Begrifflichkeit gabe es, war jedoch völlig falsch definiert und bezog sich nicht auf den Bereich des Sperrgebietes oder Schutzstreifen, sondern dem Bereich zw. dem GZI oder MS66 bis zum Grenzverlauf.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#37

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 30.09.2010 21:23
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Thunderhorse

Zitat von KTM77
Den Ausdruck " Niemandsland" gab es,und ich denke es ist der Bereich Sperrgebiet/Schutzstreifen gemeint.Achja und ob es zwischen Gefängnis und der DDR Unterschiede gab,da kann man geteilter Meinung sein.



Die Begrifflichkeit gabe es, war jedoch völlig falsch definiert und bezog sich nicht auf den Bereich des Sperrgebietes oder Schutzstreifen, sondern dem Bereich zw. dem GZI oder MS66 bis zum Grenzverlauf.



TH,du meinst also das vorgelagerte Hoheitsgebiet ,das zwischen dem letzten MGZ und der äussersten Grenzlinie zum Westen ?



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#38

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 30.09.2010 21:27
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

den begriff niemandsland verwendete man ja fälschlich oft für das grenzgebiet.aber es war kein umkämpftes land,sondern von den 4 siegermächten eine gnadenlose trennlinie die eindeutig war.dazwischen gab es kein niemandsland,denn bis zum grenzstein kamen ja gakl`s und der bgs.
in heutigen militärischen bereischen,von denen einige bestimmt auch streifenmäßig so geschützt sind das kein posten dort rumstöbert und kein zivilist rüber klettert ist es ja auch kein niemandsland,sondern es gehört dem bund auch wenn dort keiner rauf darf.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#39

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 30.09.2010 21:48
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von Zermatt

Zitat von Thunderhorse
[quote="KTM77"]Den Ausdruck " Niemandsland" gab es,und ich denke es ist der Bereich Sperrgebiet/Schutzstreifen gemeint.Achja und ob es zwischen Gefängnis und der DDR Unterschiede gab,da kann man geteilter Meinung sein.



Die Begrifflichkeit gabe es, war jedoch völlig falsch definiert und bezog sich nicht auf den Bereich des Sperrgebietes oder Schutzstreifen, sondern dem Bereich zw. dem GZI oder MS66 bis zum Grenzverlauf.



TH,du meinst also das vorgelagerte Hoheitsgebiet ,das zwischen dem letzten MGZ und der Grenzlinie zum Westen ?[/quote]

Yes.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#40

RE: Leben im Niemandsland

in DDR Zeiten 30.09.2010 21:48
von PP 141 (gelöscht)
avatar

Eine andere Begrifflichkeit war das Wort "Todesstreifen".Ich habe einige Personen (aus den alten Bundesländern) kennen gelernt , die meinten es würde sich hierbei um den K6 (6m Spurenkontrollstreifen) handeln. Erst nach Rückfrage meinerseits wie der denn, in regelmäßigen Abständen hätte gepflügt werden können, wenn unter ihm Minen lagen, regte sie zum Nachdenken an.


Der stolze Grenzfuchs


P.S. .. aber, bin mal gespannt auf Maras Kommentar


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