#21

RE: Das Aufnahmeverfahren in Untersuchungshaftanstalten des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2010 08:40
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Hier geht es um die UHA des MfS und daher gebe ich zu Bendenken @Freedom, dass die StVE Zeithain der Abteilung Strafvollzug des MdI unterstand und nicht dem MfS. Daher sollten wir hier schon beim Thema bleiben.

Das es den Häftlingen in einer StVE oft bedeutend schlechter ging als denen des MfS ist eine Tatsache die ich schon oft ins Feld geführt hatte und die auch von ehm. VH so geschildert, hier jedoch jedesmal in Zweifel gezogen wird. Es ist nach 1990 auch zu einigen Verurteilungen von MA dieser Einrichtungen gekommen, bei MA der Abt. XIV ist mir kein solcher Fall bekannt.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#22

RE: Das Aufnahmeverfahren in Untersuchungshaftanstalten des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2010 08:55
von Freedom (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.
Hier geht es um die UHA des MfS und daher gebe ich zu Bendenken @Freedom, dass die StVE Zeithain der Abteilung Strafvollzug des MdI unterstand und nicht dem MfS. Daher sollten wir hier schon beim Thema bleiben.







Das war nicht zu übersehen das die U-Haft des MfS gemeint war. Dennoch konnte ich nicht darauf verzichten, auch ein Kommentar los zu werden.


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#23

RE: Das Aufnahmeverfahren in Untersuchungshaftanstalten des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2010 09:05
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Warum dann nicht zum Thema, da dürftest Du doch auch über Erfahrungen verfügen?

Es wäre doch einmal schön eine möglichst sachliche Schilderung der Abläufe aus Sicht des Betroffenen zu lesen und dann gesondert natürlich auch welche Gedanken und Gefühle er bei der jeweiligen einzelnen Maßnahmen hatte. Zusammen ließen sich dann sicher eine Menge interessanter Punkte herrausarbeiten.

Oder ist es dafür einfach noch zu früh?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#24

RE: Das Aufnahmeverfahren in Untersuchungshaftanstalten des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2010 09:25
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

aus einem anderem forum ist mir ein ehem. wachposten der berliner u-haftanstalt des mfs bekannt. dieser hat sehr offen, sachlich und auch kritisch über die u-haftanstalt der bv berlin geschrieben. z.zt. will er seine erinnerungen in einem buch veröffentlichen.
ich werde ihn am freitag in der osseria erneut bitten hier doch mal in diesem forum vorbei zuschauen und seine berliner eindrücke zu berichten.

@zermatt, seit urzeiten sind wir uns doch in diesem forum einig, das eine u-haftanstalt (egal wo und wann) erniedrigend ist, oder ?


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#25

RE: Das Aufnahmeverfahren in Untersuchungshaftanstalten des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2010 18:49
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow
aus einem anderem forum ist mir ein ehem. wachposten der berliner u-haftanstalt des mfs bekannt. dieser hat sehr offen, sachlich und auch kritisch über die u-haftanstalt der bv berlin geschrieben. z.zt. will er seine erinnerungen in einem buch veröffentlichen.
ich werde ihn am freitag in der osseria erneut bitten hier doch mal in diesem forum vorbei zuschauen und seine berliner eindrücke zu berichten.

@zermatt, seit urzeiten sind wir uns doch in diesem forum einig, das eine u-haftanstalt (egal wo und wann) erniedrigend ist, oder ?



Ich war noch nie in einer solchen,sage aber,unabhängig von früher oder heute,Ost oder West grundsätzlich ja.Wobei es wohl Unterschiede gab und gibt.



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#26

RE: Das Aufnahmeverfahren in Untersuchungshaftanstalten des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2010 19:19
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Zitat von Feliks D.

Zitat von Oss`n

Kenne Verwahrboxen aus der Dresdener U`Haft.
Sorry, aber da sehen deine abgebildeten aus wie ein 3Sterne Hotel.
Auf die abgebildeten ( ) gab es 3 oder 4 Zwischenböden, so das der Begriff "Box" voll zu traf.

Quelle: selbst gesehen ca:1991



Möchte nicht anzweifeln was Du gesehen hast und denke auch die passende Erklärung dafür zu haben.

Am 5.12.89 wurde die BV Dresden besetzt und mit ihr die UHA. Als politisch eingeschätzte Häftlinge wurden entlassen und sämtliche vorgefundene Akten oder die Reste davon wurden anschließend in der UHA gelagert. Ab Ende 1990 hatte dann die BStU ihren Sitz auf dem Gelände und es ist daher möglich, dass die Zwischenböden in dieser Zeit eingezogen wurden um die Verwahrboxen quasi als eine Art Wandschrank für die Aktenberge zu benutzen.

Die Verwahrbox hatte ca. die Größe einer Telefonzelle und war nur zum kurzfristigen "parken" einer Person bis zur Weiterbearbeitung vorgesehen, da man diese ja nicht auf dem Gang stehen lassen konnte. Jetzt zieh einmal in eine Telefonzelle nur 2 Zwischenböden ein, niemals steckst Du da dann noch 3 Menschen rein! Du berichtest sogar von 3-4 Zwischenböden was eindeutig auf die Variante Zwischen- bzw. Nachnutzung als Wandschrank hinweist.

Hier ein schönes Bild für Dich in dem ebenfalls diese "Querleisten" zu erkennen sind, aber wie gesagt ein Mensch wurde dort nur aufrecht stehend für sehr kurze Zeit untergebracht.






Hallo Feliks,
danke für die Erklärung und nat auch für dieses Bild.
Genau diese Böden habe ich gemeint.
Deine Erklärung dafür "scheint" plausibel, obwohl ....?
3 kleine Boxen für Akten - dafür noch Böden einziehen ?
Mir schienen die Leisten ganz und gar nicht neu angebracht, aber sei es drum.
Es wäre schon eine Sauerrei 3 Menschen in so kleine "Boxen" zu stecken........................


Oss`n

PS.: Meinung hin Meinung her - trotzdem vielen Dank für das Bild


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#27

RE: Das Aufnahmeverfahren in Untersuchungshaftanstalten des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2010 21:13
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Katze aus dem Sack !
Kenne die Bedeutung der Zwischenböden wie folgt:
Bei Aufständen, Unruhen etc hätten nat. 3 "Boxen" nicht ausgereicht.
Dafür waren die Zwischenböden vorgesehen.
Einleuchtend - oder ?
Ob sie genutzt wurden...................?

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#28

RE: Das Aufnahmeverfahren in Untersuchungshaftanstalten des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2010 21:14
von Oss`n | 2.779 Beiträge


sag was dazu Feliks !


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#29

RE: Das Aufnahmeverfahren in Untersuchungshaftanstalten des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2010 21:18
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Nein unglaubwürdig, denn es gab genug Verwahrräume und zur Not hätten die Freigangzellen auch noch genutzt werden können.
Schau Dir einmal die Größe an, wie willst Du da 3 Leute reinbekommen? Schlangenmenschen und die zwei oben mit ner Leiter?

Nein auf gar keinen Fall! Werde mich aber erkundigen ob diese Querleisten auch vor 90schon dort waren und wenn ja zu welchem Zweck.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#30

RE: Das Aufnahmeverfahren in Untersuchungshaftanstalten des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2010 22:21
von Wolle76 (gelöscht)
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Zitat von wosch

Janos, ich werde mich an dem Thread hier, außer mit diesen Zeilen, nicht beteiligen weil Feliks schon Anfangs mitgeteilt hatte, daß er falls es nicht wunschgemäß laufen sollte, die Administratoren bitten wird, den von ihm eingestellten Thread zu schliessen:
Einen Satz zu Deinem Statement kann ich mir allerdings nicht verkneifen, der da lautet: "Glaube versetzt Berge." Das war es von meiner Seite, es gibt auch keine weiteren Kommentare zu diesem Thema!

Schönen Gruß aus Kassel.



Hallo Wosch,

Normalerweise äußere ich mich zu "Stasi" Themen nicht.
Das hat mehrere Gründe, zum einen habe ich davon keine Ahnung und 2. ko...t mich das Thema irgendwann an,vorallem wenn wieder das gegenseitige obligatorische Hauen und Stechen einsetzt und von 8 Seiten 7 Offtopic sind.

Deshalb interprediere ich den Satz von Felix so wie er gemeint ist. Es ist sehr interessant die Sache mit Originalunterlagen aus "seiner" Sicht dargestelt, deshalb berechtigte Kritik,Anmerkunegn etc. schön und gut.
Alles andere :


zuletzt bearbeitet 23.09.2010 22:23 | nach oben springen
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#31

RE: Das Aufnahmeverfahren in Untersuchungshaftanstalten des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.09.2010 06:57
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Oss`n

sag was dazu Feliks !




Morgen Oss'n da mach ich heute morgen meine Mails auf und habe die Nacht schon eine Antwort auf meine Nachfrage bezüglich der Zwischenböden bekommen. Er liest zwar bisher hier nicht mit, aber trotzdem vielen Dank für die schnelle Antwort und nun möchte ich Dir die Erklärung natürlich nicht schuldig bleiben.


Diese Verwahrboxen wurden außer zur im Dokument beschriebenen Aufnahme als eine Art Garage genutzt, von wo aus Transporte realisiert worden sind. Diese funktionierten wie Schleusen und die Boxen hatten wie auf dem Bild ersichtlich wird eine Dreifachverieglung sowie zwei Schaniere für die Türen. Nach seiner Aussage ist das wahrscheinlichste, sofern die Leisten original drin waren, dass immer eine und bei entsprechendem Andrang auch zwei als Warteboxen genutzt wurden. Die freie Box wurde dann mit eingezogenen Brettern als Ablage für die Transportutensilien wie Funkgeräte, Mittel des unmittelbaren Zwanges, Akten bzw. Transporttasche, DRK Utensilien etc. genutzt.

Eine Aufteilung dieser an sich schon kleinen Verwahrboxen um dort 2 VH unterzubringen ist absolut ausgeschlossen.


Ich hoffe Deine Frage damit ausreichend beantwortet und deinen Verdacht ausgeräumt zu haben.


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zuletzt bearbeitet 24.09.2010 07:50 | nach oben springen
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#32

RE: Das Aufnahmeverfahren in Untersuchungshaftanstalten des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.09.2010 10:06
von turtle | 6.961 Beiträge

Anweisungen,Richtlinien,Papier,Papier,Papier, liest sich doch alles harmlos und logisch an! Nur nicht für Menschen wie ich die nicht einmal verstehen wollten oder konnten warum sie überhaupt in der Untersuchungshaftanstalt des MfS waren.
Übrigens auch bei den Mitarbeiter des MfS in den Haftanstalten gab es Menschen die ihre eigenen Regeln hatten.
Gruß Peter(turtle)


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#33

RE: Das Aufnahmeverfahren in Untersuchungshaftanstalten des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.09.2010 10:21
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Der Einwand ist berechtigt und nachvollziehbar Peter, jedoch darum geht es mir in diesem Thread nicht. Das nun einige aus heutiger Sicht auch zu Unrecht einsaßen ist zwar richtig, mir geht es aber hier darum auch für Laien oder Interessierte die Abläufe darzustellen.

Deine Verhaftung erfolgte ja nun zu einem sehr frühen Stadium der DDR wo viele Dinge noch anders und regider gehandhabt wurden, trotzdem würde es mich freuen von Dir die Abläufe geschildert zu bekommen an die Du Dich noch erinnerst. Natürlich nur sofern Du dazu bereit bist, wenn Du es nicht kannst oder willst habe ich da vollstes Verständnis für.

Auch das mit den eigenen Regeln mag stimmen, allerdings ging hier oft der Referatsleiter gegen vor und auch wir wollten natürlich Häftlinge vorfinden, die in einen Zustand waren das man mit ihnen arbeiten konnte und die im besten Fall auch noch kooperativ waren. Dies wäre bei erlebter und erkannter Willkür nicht mehr der Fall gewesen und im schlimmsten Fall für den MA interessierte sich dann auch KaSch Abt. Diziplinar plötzlich für ihn und "seine" Regeln.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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zuletzt bearbeitet 24.09.2010 10:24 | nach oben springen
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#34

RE: Das Aufnahmeverfahren in Untersuchungshaftanstalten des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.09.2010 11:40
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo Feliks,
Das alles ist bei mir sehr lange her wo die Erinnerung an Einzelheiten doch nicht mehr so gegeben ist! Ich möchte auch nichts mit gelesenem oder gehörten verwechseln. Nur so viel was von dem von Dir eingestellten Dokumenten abweicht oder ich mich absolut nicht erinnern kann! Das wäre Metallsucher,Trainingsanzug,Turnschuhe, Badelatschen.Auch wurde ich garantiert nicht nach jedem neuen Transport in eine andere Haftanstalt dem Arzt vorgestellt oder durfte duschen.Aber das war dann nicht unbedingt einTransport in die Untersuchungshaft mehr! Ich erinnere mich das meine Transportakte speziell gekennzeichnet war(Ich denke wegen Fluchtgefahr) daher musste ich im Gegensatz zu "Mitreisenden" immer die 8 allein tragen.
Mir fällt es im Moment noch etwas schwer nach meiner Schulter OP zu schreiben,daher nur das dazu. Zu einem späterem Zeitpunkt kann der Ablauf wie auf Deinen eingestellten Dokumenten so gewesen sein. Ich habe nur nicht alles so in Erinnerung!
Über meine Vernehmungen oder Haftzeit hatte ich ja auch bereits im Forum geschrieben.
Gruß Peter


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#35

RE: Das Aufnahmeverfahren in Untersuchungshaftanstalten des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.09.2010 20:04
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

In welchem Jahr war Deine Verhaftung noch gleich? Recht früh wenn ich mich entsinne und daher glaube ich Dir sofort, dass Deine Erlebnisse aus dieser Zeit noch gänzlich andere waren. Auch das mit dem Arzt, da ich weiß das die UHA SN auch erst sehr spät einen eigenen Arzt erhielt und daher lange vom MD der BV mitversorgt werden mußte.

Im Laufe der Jahre entwickelten sich natürlich auch die Ansichten in Bezug auf die sozialpsychologischen Ziele der U-Haft und über die Ausgestaltung derselben weiter. Auch konnte, im Rahmen der steigenden wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, der allgemeine bauliche Zustand der meisten UHA zunehmend verbessert werden, bzw. die alten durch vollständige Neubauten ersetzt werden.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#36

RE: Das Aufnahmeverfahren in Untersuchungshaftanstalten des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.09.2010 20:20
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Zitat von Feliks D.
In welchem Jahr war Deine Verhaftung noch gleich? Recht früh wenn ich mich entsinne und daher glaube ich Dir sofort, dass Deine Erlebnisse aus dieser Zeit noch gänzlich andere waren. Auch das mit dem Arzt, da ich weiß das die UHA SN auch erst sehr spät einen eigenen Arzt erhielt und daher lange vom MD der BV mitversorgt werden mußte.

Im Laufe der Jahre entwickelten sich natürlich auch die Ansichten in Bezug auf die sozialpsychologischen Ziele der U-Haft und über die Ausgestaltung derselben weiter. Auch konnte, im Rahmen der steigenden wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, der allgemeine bauliche Zustand der meisten UHA zunehmend verbessert werden, bzw. die alten durch vollständige Neubauten ersetzt werden.




Feliks,
ich kauf dir ja schon so einiges ab, aber .................

Oss`n


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#37

RE: Das Aufnahmeverfahren in Untersuchungshaftanstalten des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.09.2010 20:57
von LO-driver | 750 Beiträge

Als Dresdener möchte ich noch ein paar Bilder einstellen die erst 12 Tage alt sind. Diese sind entstanden bei einer Begehung eben dieser BV Dresden des MfS.
Für mich stellt sich die Frage, wieso z.B. der Unterschied zwischen DDR und West-Gefangenen bei der einfachen Zellenausstattung so gewesen ist?
Für nicht DDR-Bürger ist ein Bettgestell mit Federn (NVA-Stiel) und normale Fensterscheibe in der Zelle gewesen. Im Gegensatz zu Holzpritsche und
Glasbaustein Fenster doch sehr eigenartige Bemessung der Herkunft. Warum? Wieso? Hatte man Angst vor Schadensklagen aus dem Westen?
Im letzten Bild ist ein Vernehmerzimmer zu sehen.
Wenn es nötig wird, könnte ich jeder zeit weitere Aufnahmen machen gehen.

LO-Driver

Angefügte Bilder:


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#38

RE: Das Aufnahmeverfahren in Untersuchungshaftanstalten des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.11.2010 23:01
von snjunge (gelöscht)
avatar

Nach 4 monatiger Einzelhaft in der U-Haft des MfS Schwerin am Demmlerplatz kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, dass es sich bei den hier dargestellten "Papierunterlagen" wahrscheinlich um theoretische Schulungsunterlagen handelt.

Die Praxis, die ich dort erlebt habe, habe ich "doch" anders in Erinnerung.

Theorie und Praxis unterscheiden sich in der Realität.

Täter- und Opferaussagen werden sich immer unterscheiden, weil die Täter sich vor der Öffentlichkeit bestmöglichst darstellen wollen.

Gruß snjunge


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#39

RE: Das Aufnahmeverfahren in Untersuchungshaftanstalten des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.11.2010 09:50
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von snjunge
Nach 4 monatiger Einzelhaft in der U-Haft des MfS Schwerin am Demmlerplatz kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, dass es sich bei den hier dargestellten "Papierunterlagen" wahrscheinlich um theoretische Schulungsunterlagen handelt.

Die Praxis, die ich dort erlebt habe, habe ich "doch" anders in Erinnerung.

Theorie und Praxis unterscheiden sich in der Realität.

Täter- und Opferaussagen werden sich immer unterscheiden, weil die Täter sich vor der Öffentlichkeit bestmöglichst darstellen wollen.

Gruß snjunge




Es ist nicht nur eine Frage der Zeitschiene, wie es @Feliks in einem anderen Post als Antwort auf Turtle darzustellen versuchte. Die Handlungsmethoden zogen sich bis zum Jahr 1989 in variierender Weise jedoch stets menschenverachtend durch.Die nüchternen Anweisungen in Schreibmaschinenseiten mögen ja authentisch sein aber bekanntlich ist Papier geduldig und die Augenzeugenberichte die ich bisher hörte und las, sprechen eine andere, brutalere Sprache. Ich glaube den Opfern, denn sie haben in der Sache nichts zu beschönigen im Gegensatz zu den MfS Angehörigen.

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#40

RE: Das Aufnahmeverfahren in Untersuchungshaftanstalten des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.11.2010 10:30
von seaman | 3.487 Beiträge

Wollte nur mal zu bedenken geben,Verhöre ,U-Haft und das damit zusammenhängende Procedere,von Hausdurchsuchung,Leibesvisitation,Verhaftung bis zur Isolation von Angehörigen,stellen immer für den Betroffenen einen gravierenden Einschnitt in sein bisheriges Leben dar.
Keiner wird das als Treffen mit Freunden betrachten und je nach Psyche als eine bedrohliche Streßsituation empfinden.
Den Staat und seinen Vollzugsorganen wird man als die,an dieser persönlichen Situation, Schuldigen schnell ausmachen.
Da sind Begriffe wie Menschverachtung,ohnmächtige Wut und Hass schnell verinnerlicht.
Also nicht nur für DDR-Haftanstalten typisch von Betroffenen so empfunden.

seaman


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