#101

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 08:16
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Es war eben nich so, das man einzelne Namen streichen konnte.....es gab nur komplett JA oder komplett NEIN.....also entweder alle Namen streichen, das wäre dann eine NEIN-Stimme, oder falten wie gehabt, das wär dann eine JA-Stimme.....einzelne Namen streichen hielf nicht, die Stimme war dann auch ein komplettes JA.....

....vor der Wahl in '89 wurde das oft im Westfernsehen so beschrieben.....ich habe allerdings in der Wahlkabine nur ein Bleistift vorgefunden....ein Schelm, der Böses dabei denkt.....

Mich würde hier im Fred interessieren, wer zu dieser Wahl mit JA oder NEIN gestimmt hat....und warum.....

Also ich hab mit NEIN gestimmt und zwar so wie oben beschrieben und ich hab den Bleistift so benutzt, das ein eventuelles Radieren sich schwierig gestaltete.....

....und ja, ich hab NEIN gestimmt weil ich komplett gegen die Regierung und Staat war.....

groetjes

Mara


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#102

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 09:29
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

@mara, 1984 , ich bin gerade 18 jahre alt geworden, stand eine wahl an und ich war erstwähler. normalerweise wurden erstwählern im wahllokal blumen überreicht, ich bekam schon mal keine...
der wahlleiter, war der vater von einem freund und war schreiber mehrerer bücher über m/l. er erklärte mir im wahllokal das prozedere. auch die wahlkabine (die man in die äusserste ecke des raumes gestellt hatte) erklärte er mir.
ich nahm mein wahlzettel, suchte die wahlkabine auf (dabei blankes entsetzen in den gesichtern der anwesenden) und strich die namen durch, die mich als kandidaten enttäuscht hatten (es müssen wohl 3 - 5 gewesen sein).

du wolltest die gründe dafür wissen: die v.g. kandidaten hatten uns jugendlichen, die wir abends regelmässig in einer strassenbahnhaltestelle rumlungerten, einen jugendclub versprochen. wir bekamen einen - nach langem zirkus. als wir fertig mit tapezieren waren wurde dieser bautechnisch gesperrt. ich war total sauer. obwohl die von mir gestrichenen kandidaten versprachen, sich für uns einzusetzen, hörten wir nie wieder etwas von ihnen.

wie du merkst schreibe ich von >wir<. viele jugendliche waren sauer und wollten ihren unmut an den entsprechenden kandidaten bei der wahl ausdrücken...

nach der wahl erfuhr ich, das in diesem wahllokal ein wahlzettel ungültig war (jemand hatte den gesamten wahlzettel durchgestrichen) und es bei einem zweitem wahlschein streichungen einzelner kandidaten gegeben hatte. dieser wahlschein war gültig.

meine entscheidung bei dieser wahl hatte jedoch keine auswirkung (wie es woanders so häufig beschrieben wird) auf meine weitere berufliche zukunft.


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#103

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 10:31
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Hmmm, ich stütze mich auf die mehrmaligen Aussagen im April '89 auf ZDF und ARD Gilbert.....

....aber wahrscheinlich konnte man garnich NEIN stimmen....die hohen Ergebnisse gegen fast 100% geben dem Recht....und ich kann mir beim besten Fall nich vorstellen, das weit über 90% begeistert waren von den Kandidaten und der Politik....

Aber ich will noch andere hier fragen....wer outet sich denn mal zum Falten und warum hat er nur gefaltet....???

groetjes

Mara


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#104

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 10:49
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

1989 bin ich zur beobachtung der auszählung in ein berliner wahllokal beordert worden. dort ist mir aufgefallen, dass mehrere jugendliche personen die wahlergebnisse sehr genau kontrollierten und mitschrieben. nach der auszählung verstreuten sich alle personen sofort und versuchten in grösseren menschenmengen unterzutauchen.

ähnliches berichteten am abend alle eingesetzten genossen des mfs. diese erlebnisse wurden sofort im mfs verdichtet und weitergemeldet, d.h. die auswertung des mfs muss am abend des wahltages gewusst haben, dass alle wahllokale von opositionellen kräften bebachtet und kontrolliert wurden und das man anhand dieser zahlen genau die wahlergebnisse bestimmen kann. wie es dann noch zu der dämlichen aussage der wahlkommision kommen konnte, bleibt mir ein rätsel

war es das wert ?


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#105

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 11:03
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow
1989 bin ich zur beobachtung der auszählung in ein berliner wahllokal beordert worden....[....].....war es das wert ?



Ich hab's mal ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen zitiert.....

....war es dat wert, das das MfS beobachtet...??? Ja, denn der Grund lieferst du gleich mit Gilbert....oppositionelle Kräfte wollten Wahlfälschungen auf die Schliche kommen.....

....und schlimm, das eine Opposition es so machen mußte und das sie so agieren mußte um nich vielleicht noch von euch eingesackt zu werden....

Tjaaaa, es gibt immer mehrere Perspektiven, aus denen man das Ganze sehen kann....

so, jetz muß ich aber wech....zwei Wochen Urlaub sind um....ich muß mich jetzt leider wieder imperialistisch ausbeuten lassen....

groetjes

Mara


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#106

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 11:24
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

@mara, du solltest mit bestimmten aussagen immer etwas vorsichtig sein, denn du vermischt diese mit deinem heutigen wissen!!! man sollte dabei die jeweilige zeitschiene beachten. dass das mfs in seinem sicherheitswahn z.t. etwas paranoid war ist unbestritten. warum ich in dieses wahllokal sollte, wurde nur mit "allgemeiner sicherheit" umschrieben.

wie kommst du immer auf so abstruse ideen:

Zitat
so agieren mußte um nich vielleicht noch von euch eingesackt zu werden....

???


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#107

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 11:54
von sentry | 1.106 Beiträge

Zitat von SkinnyTrucky
...wer outet sich denn mal zum Falten und warum hat er nur gefaltet....???



"Falten", wie Du es so schön treffend nennst, gehörte zum "ritualisierten" gesellschaftlichen Leben in der DDR, wie Jugendweihe, FDJ-Hemd, Fahnenappell und GST.
Man musste es nicht tun und es gibt genügend Beispiele für Leute, die es nicht getan haben. Aber man muss sich davor hüten, Leute die es getan haben (und das war die absolute Mehrheit der Bevölkerung) aus heutiger Sicht zu verurteilen. Wenn Du gut und ohne die so leicht vermeidbaren Konflikte mit der Staatsmacht durchs Leben kommen wolltest, hast Du es eben gemacht.
Mindestens zwei Drittel meiner Mitschüler (mich eingeschlossen) haben das FDJ-Hemd in der (West-)Plastetüte mitgebracht, für die Pflichtveranstaltung übergeworfen und so früh wie möglich wieder eingetütet. Selbst die 5 min Schulweg in Blau wären zuviel gewesen. Das war die alltägliche kleine Opposition, wie sie ohne größere Schwierigkeiten gelebt werden konnte. Aus heutiger Sicht waren wir dennoch alle bestenfalls Mitläufer, denn wir haben letztendlich den ganzen Schei* ja doch mitgemacht. Das leben ist eben etwas komplexer als Schwarz und Weiß

Und zum Thema "Falten" bringe ich noch einmal das selbst erlebte Beispiel meiner zwei Hochschulkommilitonen, denen die Exmatrikulation drohte, nur weil sie die Wahlkabine betreten haben. So einfach wollten sich eben doch nicht alle ihre Zukunft versauen, aber ich habe noch heute Hochachtung vor dem Mut der beiden.
Verhindert hat das Ganze dann nur der uns allen bekannte Lauf der Geschichte.


zuletzt bearbeitet 15.10.2010 11:55 | nach oben springen

#108

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 12:29
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

@ Gilbert....die Angst als Oppositioneller eingesackt zu werden, ist doch garnicht so abwegig gewesen.....und @ Sentry, ich verurteile doch garnichts....oder sollte ich das tun beim lesen, das man pro forma mal eben schön sozialistisch wählen gegangen ist mit blauem Zwirn und allem und danach wieder ein auf microopposiv gemacht hat.....???

Mein Gott, ich hab doch auch da gelebt und wußte was geht...und was nich geht...ich hab auch mit schlotternden Knien in der Wahlkabine gestanden, wollte aber NEIN stimmen und ich wollte, das sie es wissen....

....was ich nun aber mit voriger Post wissen will, ist warum Menschen, so wie du vielleicht, das Falten schön sozialistisch mitgemacht haben.....wollte man nur seine Ruhe haben oder war man einverstanden mit der Politik....hatte man gar Angst, wenn man nicht mitschwimmt, könnte einem was passieren....und nee, ich will nichts verurteilen....ich will nur wissen, wie das damals ein Wähler sah.....hatte man womöglich schon längst resigniert und geglaubt, es ändert sich so oder so nüscht in diesem Lande, egal wie man es tut.....das könnte ich mir als Hauptgrund jedenfalls vorstellen, laßt mal schön falten gehen, dann haben wir unsere Ruhe....

...oder, so war's es doch....??

Und nee, laßt euch bitte nich von meinem Mut damals in die Kabine getreten zu sein und wenigstens 2-3 Minuten mit dem Bleistift auf dem Papier rumgeschrammelt zu haben nicht in eine Verteidigunsposition in dieser Discussion drängen....das ist jetzt nicht meine Absicht....und ich hoffe, das ist jetzt deutlich....ich habe es auch nur getan, weil man merkte, das irgendwann doch Veränderung kommen würde....wie gesagt, nur die Beiträge in ZDF und ARD wie oben beschrieben, haben mich überhaupt zur Wahl gehen lassen.....ich war jung und hatte ein rebellischen Geist....andere haben vielleicht ja schon viel zu ssehr resigniert....

Mara


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#109

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 12:42
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow
1989 bin ich zur beobachtung der auszählung in ein berliner wahllokal beordert worden. dort ist mir aufgefallen, dass mehrere jugendliche personen die wahlergebnisse sehr genau kontrollierten und mitschrieben. nach der auszählung verstreuten sich alle personen sofort und versuchten in grösseren menschenmengen unterzutauchen.

ähnliches berichteten am abend alle eingesetzten genossen des mfs. diese erlebnisse wurden sofort im mfs verdichtet und weitergemeldet, d.h. die auswertung des mfs muss am abend des wahltages gewusst haben, dass alle wahllokale von opositionellen kräften bebachtet und kontrolliert wurden und das man anhand dieser zahlen genau die wahlergebnisse bestimmen kann. wie es dann noch zu der dämlichen aussage der wahlkommision kommen konnte, bleibt mir ein rätsel

war es das wert ?



Dass die Kontrolleure allen Grund hatte, diese Wahl zu kontrollieren, hat man ja später gesehen. Und ich finde Wahlbetrug ist so mit das schlimmste, was eine Regierung seinem Volk antun kann. Danach, wenn das bekannt wird, ist jedes Vertrauen zerstört und das Ergebnis dieses Vertrauensverlustes hat man ja kurze Zeit später in der DDR gesehen. Das kann auch keine Stasi der Welt aufhalten.

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#110

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 12:44
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zitat von sentry
(...) haben das FDJ-Hemd in der (West-)Plastetüte mitgebracht,


Falls ich noch eines haben sollte und bei der Stallarbeit austragen will---- werde ich jetzt verhaftet oder nicht? Die FDJ gilt doch immer noch als verfassungsfeindliche Organisation.
http://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Deutsche_Jugend
http://www.berlinonline.de/berliner-kuri...0019/index.html
Theo


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#111

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 12:46
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von eisenringtheo

Zitat von sentry
(...) haben das FDJ-Hemd in der (West-)Plastetüte mitgebracht,


Falls ich noch eines haben sollte und bei der Stallarbeit austragen will---- werde ich jetzt verhaftet oder nicht? Die FDJ gilt doch immer noch als verfassungsfeindliche Organisation.
http://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Deutsche_Jugend
http://www.berlinonline.de/berliner-kuri...0019/index.html
Theo




Das kommt darauf an, in welchem Bundesland du das machst - in den alten Ländern ist es verboten, in den neuen nicht.
Sozusagen einfach kompliziert.

Gruss

icke



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#112

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 12:59
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von icke46
Das Du zu jung bist, will ich gar nicht sagen - dass ist etwas, wofür niemand etwas kann.

Nur: Wenn man über Wahlen in der DDR redet, egal, ob man dabei war oder nicht, sollte man zumindest das Wahlverfahren kennen. Es gab bekanntermassen einen Wahlvorschlag der Nationalen Front der DDR, der für den Wahlzettel austariert war, den man mittels Zettelfalten zu bestätigen hatte. Die theoretische Möglichkeit, in der Wahlkabine einzelne Namen zu streichen, gab es zwar, wurde aber, ich sage mal, aufmerksam notiert.

Ich muss übrigens auch sagen, dass ich nie so ganz verstanden habe, warum man das so handhabte. Wenn man Kandidaten hatte, die grundsätzlich auf die sozialistische Geselschaftsordnung eingeschworen waren, wäre es ein leichtes gewesen, dem Bürger die möglichkeit zu geben, aus den kandidaten den zu wählen, durch den er sich am Besten vertreten fühlte. Der Unterlegene hätte dann in der darauffolgenden Zeit mit Argusaugen die Arbeit des Gewählten überwacht, was mit Sicherheit die Effizienz der Politik in der DDR gesteigert hätte - ohne den Sozialismus als Grundlage in Frage zu stellen.

Gruss

icke




@ Icke eine sehr gute Schlussfolgerung, die du hier ziehst. Die konnte ich bei meiner ersten und einzigen DDR Wahl gar nicht ziehen, da ich einfach mit 19 Jahren zu jung und politisch zu unerfahren war. Mit dem heutigen Wissen sehe ich das genauso,ob es den Zusammenbruch der DDR verhindert hätte weiss ich nicht, aber es wäre mit Sicherheit eine klügere Variante gewesen, die obendrein auch mehr Vertrauen zwischen Regierenden und Regierten geschaffen hätte.

Viele Grüße aus dem Rheinland


.
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#113

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 13:09
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow
1989 bin ich zur beobachtung der auszählung in ein berliner wahllokal beordert worden. dort ist mir aufgefallen, dass mehrere jugendliche personen die wahlergebnisse sehr genau kontrollierten und mitschrieben. nach der auszählung verstreuten sich alle personen sofort und versuchten in grösseren menschenmengen unterzutauchen.

ähnliches berichteten am abend alle eingesetzten genossen des mfs. diese erlebnisse wurden sofort im mfs verdichtet und weitergemeldet, d.h. die auswertung des mfs muss am abend des wahltages gewusst haben, dass alle wahllokale von opositionellen kräften bebachtet und kontrolliert wurden und das man anhand dieser zahlen genau die wahlergebnisse bestimmen kann. wie es dann noch zu der dämlichen aussage der wahlkommision kommen konnte, bleibt mir ein rätsel

war es das wert ?



Zitat von Gert
Dass die Kontrolleure allen Grund hatte, diese Wahl zu kontrollieren, hat man ja später gesehen. Und ich finde Wahlbetrug ist so mit das schlimmste, was eine Regierung seinem Volk antun kann. Danach, wenn das bekannt wird, ist jedes Vertrauen zerstört und das Ergebnis dieses Vertrauensverlustes hat man ja kurze Zeit später in der DDR gesehen. Das kann auch keine Stasi der Welt aufhalten.

Gruß Gert



@gert, ist vertehendes lesen wirklich so schwer ? das mfs hat nie versucht den lauf der dinge aufzuhalten...


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#114

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 13:51
von sentry | 1.106 Beiträge

[quote="SkinnyTrucky...wollte man nur seine Ruhe haben oder war man einverstanden mit der Politik....[/quote]

Ich weiß, dass es nicht Deine Absicht war zu verurteilen. Aber dennoch bringen solche posts immer so eine "Warum-habt-Ihr-das-alle-mitgemacht-Anklage" rüber. Die Gründe hast Du in Deinem letzten post gut zusammengefasst. Alles dürfte ein bisschen stimmen für den Bevölkerungsquerschnitt - für den einen mehr, für den anderen weniger.

Es ist nicht jedem in die Wiege gelegt, Oppositioneller zu sein und selbst wenn man mit bestimmten Randbedingungen nicht einverstanden ist, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass man sich aktiv dagegen engagiert.
Manche haben die Flucht ergriffen, manche haben sich aktiv in oppositionellen Gruppen engagiert, viele haben ihre Antihaltung lediglich in kleinen Gesten oder Verhaltensweisen zum Ausdruck gebracht, weil sie kaum eine vernünftige Perspektive in der Flucht oder der Opposition gesehen haben. Chance, Risiko und Konsquenzen muss jeder immer für sich selbst bewerten. Das kann man nicht übertragen.

Man sollte sich heute nicht auf das hohe Ross der Opposition setzen und über andere urteilen. Ich weiß, ich weiß, das war nicht Deine Absicht, aber es kommt so rüber ("mal eben schön sozialistisch wählen gegangen ist mit blauem Zwirn", "warum Menschen, so wie du vielleicht, das Falten schön sozialistisch mitgemacht haben"). Du bist nicht der einzige "Flüchtling", bei dem mir das auffällt, aber zugegebenermaßen fällt es mir bei Dir im Moment das erste Mal auf - unabsichtlich, ich weiß, ich weiß - wirklich!
Wenn Du wusstest, was geht und was nicht, dürftest Du auch wissen, dass Wahl in der DDR praktisch eine Pflicht war. Wenn die Wahlpflicht auch nicht gesetzlich festgeschrieben war, so konnte das Nichtwählen oder eben auch das Betreten der Kabine einen erheblichen Bruch in Deiner kleinen Biographie bedeuten - nicht umsonst haben Dir ja wohl die Knie geschlottert.
Es gibt also keine Grund zu polemisieren, wir wären "schön sozialistisch" oder gar "im blauen Zwirn" Falten gegangen.
Wir sind hingegangen in dem, was wir gerade an hatten, sind der faktischen Wahlpflicht nachgekommen und sind wieder nach Hause gegangen - mehr nicht!
Warum hätten wir unseren Arsch in einer praktisch bedeutungslosen Wahl riskieren sollen? Nur um uns heute besser zu fühlen oder auch mit da oben im Sattel zu sitzen? Sitzen wir doch - so oder so - an der Wahl hats jedenfalls nicht gelegen.

Immerhin haben hier Ossis und Wessis eine echte Gemeinsamkeit: Wir sind einfach kein Volk von Oppositionellen. Uns kann man auf einen Schlag 3% Mehrwertsteuererhöhung, permanente Anhebungen der Krankenversicherungsbeiträge und Rente mit 67 bei zukünftig negativer Rendite der eingezahlten Beiträge unterjubeln ohne dass es nennenswerten Protest gibt.


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#115

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 14:05
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow

Zitat von GilbertWolzow
1989 bin ich zur beobachtung der auszählung in ein berliner wahllokal beordert worden. dort ist mir aufgefallen, dass mehrere jugendliche personen die wahlergebnisse sehr genau kontrollierten und mitschrieben. nach der auszählung verstreuten sich alle personen sofort und versuchten in grösseren menschenmengen unterzutauchen.

ähnliches berichteten am abend alle eingesetzten genossen des mfs. diese erlebnisse wurden sofort im mfs verdichtet und weitergemeldet, d.h. die auswertung des mfs muss am abend des wahltages gewusst haben, dass alle wahllokale von opositionellen kräften bebachtet und kontrolliert wurden und das man anhand dieser zahlen genau die wahlergebnisse bestimmen kann. wie es dann noch zu der dämlichen aussage der wahlkommision kommen konnte, bleibt mir ein rätsel

war es das wert ?



Zitat von Gert
Dass die Kontrolleure allen Grund hatte, diese Wahl zu kontrollieren, hat man ja später gesehen. Und ich finde Wahlbetrug ist so mit das schlimmste, was eine Regierung seinem Volk antun kann. Danach, wenn das bekannt wird, ist jedes Vertrauen zerstört und das Ergebnis dieses Vertrauensverlustes hat man ja kurze Zeit später in der DDR gesehen. Das kann auch keine Stasi der Welt aufhalten.

Gruß Gert



@gert, ist vertehendes lesen wirklich so schwer ? das mfs hat nie versucht den lauf der dinge aufzuhalten...



richtig Alfred, das MfS hat den Lauf der Dinge nicht aufgehalten, aber du stimmst mir doch zu, dass es(Das MfS) ein" Werkzeug" der SED war, für den Fall, dass............... Dass es dann anders gekommen ist, kann man besonnenen Leuten in der SED Führung verdanken, denn die Alternative dazu hätte so ausgesehen , wie in Feliks' Signature dokumentiert.

Gruß Gert


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
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#116

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 14:33
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Gert
die Alternative dazu hätte so ausgesehen , wie in Feliks' Signature dokumentiert.



Du interpretierst hier leider was falsches in diese Aussage hinein!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 15.10.2010 14:58 | nach oben springen

#117

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 14:54
von YYYYYYYY (gelöscht)
avatar

.[/quote]
richtig Alfred, das MfS hat den Lauf der Dinge nicht aufgehalten, aber du stimmst mir doch zu, dass es(Das MfS) ein" Werkzeug" der SED war, für den Fall, dass............... Dass es dann anders gekommen ist, kann man besonnenen Leuten in der SED Führung verdanken, denn die Alternative dazu hätte so ausgesehen , wie in Feliks' Signature dokumentiert.

Gruß Gert
[/quote]


@ gert


der user heißt gilbert nicht alfred , hast dich wohl vertippt


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#118

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 15:49
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von icke46
Das kommt darauf an, in welchem Bundesland du das machst - in den alten Ländern ist es verboten, in den neuen nicht.
Sozusagen einfach kompliziert



Hmm, aber www.fdj.de ist in den gebrauchten Bundesländer registriert. Die Stadt hat die Telefonvorwahl 089, *grübel*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#119

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 15:59
von icke46 | 2.593 Beiträge

Um mal ein sogenanntes wikitat zu bringen:
Die Abzeichen der „FDJ in Westdeutschland“ und der FDJ sind zum Verwechseln ähnlich. Deshalb steht die Verwendung der Abzeichen unabhängig von der Reichweite des Verbotes im Einzelnen nach § 86a Abs. 2 Satz 2 StGB unter Strafe. Die öffentliche Verwendung des FDJ-Emblems ist deshalb geeignet, den Anfangsverdacht einer Straftat und damit die Verfolgungsberechtigung und die Verfolgungspflicht der Strafverfolgungsbehörden zu begründen.

Das der Server www.fdj.de in München registriert ist, steht der Strafverfolgung ja nicht in Wege. Die Serverbetreiber müssen ja nur nachweisen, dass sie der FDJ der DDR nachfolgen und nicht der FDJ in Westdeutschland. Ist aber wohl schon fast höhere Mathematik.

Gruss

icke



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#120

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 16:35
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Tjaa Sentry, wie gesagt, ich hab auch da gelebt und weiß was man für ein Spagat machen mußte und diesen Spagat sollte man dann schon mal aufschreiben hier im Forum....es is numa so, dat dieser Staat an allen Ecken gedrückt hat, wie ein zu enger Schuh....und niemand sollte sich schuldig fühlen, das ausgehalten zu haben....

So, ich bin dann mal weg....muß wieder arbeiten.....

Mara....


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