#81

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 13.10.2010 21:29
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von eisenringtheo

Zitat von matloh
Bei dem Thema des Threads könnte man sich auch fragen: Warum herrschte von 1933 - 1945 NationalSOZIALISMUS in halb Europa?

SCNR

cheers matloh



Das sollten die DDR Bürger sich nicht fragen, und deshalb wurde meist der Begriff "Faschismus" oder "Nazismus" verwendet.
Theo


Das klingt logisch! Sonst hätte man ja entdecken können, dass hinter dem Sozialismus eine Diktatur steckte.

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

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#82

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 13.10.2010 21:30
von Huf (gelöscht)
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@Feliks, das ist so. Einzelheiten bzw. Persönliches erspare ich mir hier.

Huf


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#83

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 13.10.2010 21:46
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von matloh
Das klingt logisch! Sonst hätte man ja entdecken können, dass hinter dem Sozialismus eine Diktatur steckte.



Dazu reichte eigentlich, zumindest ab '68, ein Blick in die Verfassung der DDR. Also so zum Endeckens der Diktatur:

1968 Artikel 1
(1) Die Deutsche Demokratische Republik ist ein sozialistischer Staat deutscher Nation. Sie ist die politische Organisation der Werktätigen in Stadt und Land, die gemeinsam unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei den Sozialismus verwirklichen. Die Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik ist Berlin. […]

1974 Artikel 1
(1) Die Deutsche Demokratische Republik ist ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern. Sie ist die politische Organisation der Werktätigen in Stadt und Land unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei. Die Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik ist Berlin. […]

Und was Führung bedeutet, erklärt Lenin als "im großen und ganzen einen formal nichtkommunistischen, elastischen und verhältnismäßig umfassenden, überaus mächtigen proletarischen Apparat, durch den die Partei mit der Klasse und der Masse eng verbunden ist und durch den unter Führung der Partei die Diktatur der Klasse verwirklicht wird" (Lenin, Ausgew. Werke, Bd. 10, S. 82).

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Verfassung_...ischen_Republik
http://www.mlwerke.de/st/st_146.htm


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 13.10.2010 21:52 | nach oben springen

#84

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 13.10.2010 21:49
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Huf darf sich denn dieses System noch demokratisch nennen?

Zitat
Deutschland - Demokratie oder Parteiendiktatur?

Was ist los mit Deutschland? Die Politikverdrossenheit nimmt stetig zu. Am stärksten ist das Desinteresse an unserem Staat bei der Jugend augeprägt. Die Politiker wirken immer volksfremder. Als Denkzettel für die etablierten Parteien werden extremistische gewählt. Man ärgert sich über jede Entscheidung der politischen Klasse. Egal wie die Regierungskoalition handelt, es ist falsch und der Opposition wird sowieso nichts zugetraut. Unser Problem liegt tief im System verborgen. Wir Bürger regieren nicht, wir werden regiert. Keinerlei Einflussmöglichkeiten garantieren uns, dass nicht gegen unseren Willen gehandelt wird. Dem Bürger bleibt als letzte politische Arena der Stammtisch.

Unser System, die sogenannte „repräsentative Demokratie“, ist in Wirklichkeit eine Oligarchie, eine Herrschaft von Wenigen, eine Parteiendiktatur. Natürlich haben wir gewisse Demokratie. Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus, so steht es im Grundgesetz. Alle vier Jahre wählen wir unsere Bundestagsabgeordneten und diese beschließen die Gesetze und wählen die Regierung. Ohne die Volksvertreter geht gar nichts.

Aber wieviel entscheidet das Volk wirklich? Wir wählen weder den höchsten Repräsentanten unserer „Demokratie“, noch den mächtigsten Mann und Chef der Regierung. Auch unsere Abgeordneten werden nicht wirklich von uns gewählt. Die Vorstände der Parteien bestimmen, wer Abgeordneter wird. Parteitage beschließen meist nichts anderes, als von der Parteielite vorgeschlagen wird. Das Volk kann, abgesehen von Direktkandidaten, die auch von einer Partei aufgestellt werden, nur noch die Parteiliste wählen. Die Abgeordneten, die dann im Parlament sitzen, sind zwar nur ihrem Gewissen unterworfen, müssen sich nebenbei aber an die Fraktionsdisziplin halten. Wenn ein Politiker nicht spurt, dann wird er von der Liste und somit aus dem nächsten Bundestag gestrichen. Regierungsabgeordnete müssen die Regierung stützen, Oppositionellen ist dies verboten. Oberste Aufgabe ist Macht zu erhalten oder zu erringen. Erst an zweiter Stelle wird Politik für das Volk gemacht.
http://www.schuberl.de/arbeiten/mehr_demokratie.pdf




Zitat

Das wesentliche Problem ist seit Zeiten des Sokrates der Mensch selbst, oder auf Verhältnisse umgemünzt: der Wähler. Natürlich gibt es auch in der BRD Wähler, deren politische Meinung gefestigt ist, die politisch bewußt leben. Wenn sie sich beispielsweise bewußt ihrer Stimme enthalten und für keine der sich darstellenden Parteien stimmen, ist dies durchaus eine Entscheidung, die von staatsbürgerlicher Reife zeugt. Sie denken. Aber obwohl die Nichtwähler in der BRD sich im Laufe der letzten Jahre mit Abstand zur stärksten »Partei« entwickelt haben, fällt ihr politisches Votum für die Berufspolitiker nicht ins Gewicht. Sie werden ignoriert. Während der vermeintliche Wahlsieger mit meinetwegen 40% bei einer Wahlbeteiligung von meinetwegen 50% lediglich die Stimmen von gerade einmal ein Fünftel des stimmberechtigten Volkes auf sich vereinigen kann, aber trotz besseren Wissens so tut, als ob er sich auf annähernd die Hälfte des Volkes berufen könne, spricht er zu allem Überfluß dann auch noch von angeblich »repräsentativer Demokratie«. Diese Art der Wahlen wird sich auch nicht ändern, wenn die Wahlbeteiligung auf 30 oder 20 Prozent herabgesunken ist oder gar noch tiefer liegt. Der Ausgang einer Wahl in diesem Staate wird immer und ausschließlich von den stimmabgebenden Wählern entschieden werden. Aber befindet sich unter diesen nicht wiederum ein großer Prozentsatz, dessen politisches Interesse minimal ist und dessen »Verständnis, was eigentlich in der Welt und in ihrem Lande vorgeht, gering, wenn überhaupt vorhanden ist«? Auf wieviel Geist, auf wieviel Rückhalt können sich die gewählten Politiker tatsächlich berufen?

Von den sogenannten Volksparteien ist kaum Konstruktives oder gar eine Kehrtwendung zum Positiven zu erwarten. Eine Hand wäscht die andere. Eine wirkliche Opposition gibt es nicht: »Die bayerische SPD kündigt einen parlamentarischen Untersuchungsausschuß an, während zeitgleich die Sozis in NRW, wo sie jahrzehntelang an den Futtertrögen saßen, Hauptbestandteil von Sumpf, Filz und Vetternwirtschaft sind. Dort wiederum spielen dann die Christdemokraten die Saubermänner, während ihre Schwesterpartei in Bayern den parteipolitischen Schmutz verursacht hat. Die parlamentarische Demokratie funktioniert nach dem altbekannten ›Bäumlein-wechsel-Dich‹-Spiel: Ist Rot abgewirtschaftet, profiliert sich Schwarz als Erneuerungsalternative, ist dann Schwarz abgehalftert, ist Rot wieder an der Reihe.«

»Parteien«, so Harald Neubauer in Nation & Europa, »sind Zeiterscheinungen: fürs Überleben eines Volkes recht entbehrlich und manchmal kaum haltbarer als jene Südfrucht, auf deren Schalen unser Gemeinwesen nun auszurutschen droht. Wünschen wir ihm Hals- und Beinbruch!« In der Tat. Der heutige bundesdeutsche Staat ist das Gegenbild dessen, was die Assoziierung mit »den Deutschen« einst dargestellt hat, meinetwegen auch, was »deutsche Werte«, wie Pflichtbewußtsein, Sauberkeit, Fleiß, Ehrgefühl und Verantwortungsbereitschaft, in der Welt einst gegolten haben. Von dieser ehemals ehernen Reputation ist nur ein ethisches Trümmerfeld geblieben, das es von Grund auf aufzuräumen gilt.

Die in der BRD praktizierte Demokratie hat als System der Rekrutierung der Besten aus dem Volk versagt. Die Parteiendiktatur hat sich als unfähig erwiesen, die existentiellen Probleme unseres Volkes zu lösen. Die heutigen Berufspolitiker dienen nicht dem Volke, sondern bedienen sich und verdienen an ihm. Leidtragende sind die Menschen, deren Mehrheit in einem Zustand der Resignation, Angst und Hilflosigkeit verharrt und keine Möglichkeit sieht, an den Verhältnissen etwas zu ändern. Dabei läge es in ihrer Macht.

http://www.nordbruch.org/artikel/aParteienstaat.html


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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zuletzt bearbeitet 13.10.2010 22:13 | nach oben springen

#85

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 13.10.2010 22:55
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von wosch
Ich stelle mal die Frage nach der Begründung dieses Anspruches weil ich unter Demokratie etwas Anderes verstehe als es in der DDR vorgelebt wurde. Ist die Demokratie nicht eine Regierungsform in der die Mehrheit der Bevölkerung die Richtung vorgeben sollte und nicht wie in der DDR wo eine Minderheit, die ihre Macht die sie sich durch Wahlbetrug ergaunert hatte und die sie sich von ihren bewaffneten Organen sichern ließ? Wie definiert man bitte "Demokratie" ? Bitte keine Verweise auf die Zustände in der BRD, denn die hatte das "demokratische" nicht in ihrem Namen!
Schönen Gruß aus Kassel.



Und wieso nicht?
In der DDR gab es praktisch kaum Einzelentscheidungen. Immer hat irgend ein Gremium abgestimmt. Ob der Staatsrat, die Volkskammer, Bezirkstage, Kreistage. Na gut, es gab schon eine gewisse Parteidisziplin - heute aber doch auch.
Je tiefer in der politischen Hierarchie das Gremium angesiedelt war, um so größer war die Wahrscheinlichkeit, dass es sich tatsächlich um eine basisdemokratische Entscheidung handelte. Beispielsweise hätte mich seinerzeit 1987 nach meiner verbalen Kollision mit den Briten und dem Dienstplan contra Wildabschuß die Parteiversammlung problemlos rausschmeißen können, dies aber entgegengesetzt zur Meinung der Bezirksleitung nicht getan. Sonst wäre ich sehr viel früher kein Polizist mehr gewesen und könnte mich heutzutag voller inbrunst "Opfer" nennen.
Ich kann mich auch nicht entsinnen, dass es in der Jagdversammlung vor einem Streit wegen Fehlabschuss ja/nein jemals sicher gewesen wäre, wie das ausging. Da ging es immer hoch her und entschieden hat immer die Mehrheit. Gut drann, wer überzeugen konnte.
In der DDR gab es auch demokratische Wahlen! Ja doch! Jeder konnte, ja sollte sogar sein Kreuz machen. Zugegeben, praktische Auswirkungen auf die Politik hatte das eigentlich nicht. Ist dies etwa heutzutage wesentlich anders?


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#86

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 14.10.2010 09:00
von matloh | 1.204 Beiträge

ad Artikel "Schuberl": Andere in diesem Forum würden sagen "Was will denn das Schmalzbuberl?". Ich aber sage: die wissenschaftlich in keiner weise belegte Abhandlung von Hrn. Schuberl ist irrelevant.

ad Artikel Dr. Nordbruch: mit der Seriösität seines Artikels hab ich mich im Detail nicht beschäftigt. Bei ausgewiesenen Rechtsextremen bin ich mir aber auch nicht sicher ob ich das überhaupt will.

cheers matloh


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#87

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 14.10.2010 11:55
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat
In der DDR gab es auch demokratische Wahlen!

Anscheinend hab ich das DDR-Wahlsystem nicht verstanden.
Wieviele verschiedene Parteien gabs denn am Stimmzettel zur Auswahl?
Erfolgte die Wahl geheim?
Wie wirkte sich das im Wahlergebnis aus? Wie hoch war der Anteil an Stimmen die NICHT für die SED waren? Wie hoch war der Anteil an Nichtwählern (d.h. nicht an der Politik interessiert) und an ungültigen Stimmen (d.h. jener Anteil der mit keiner der angebotenen Parteien zufrieden war)?

cheers matloh


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#88

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 14.10.2010 13:44
von eisenringtheo | 9.170 Beiträge

Zitat von matloh

Zitat
In der DDR gab es auch demokratische Wahlen!

Anscheinend hab ich das DDR-Wahlsystem nicht verstanden.
Wieviele verschiedene Parteien gabs denn am Stimmzettel zur Auswahl?
Erfolgte die Wahl geheim?
Wie wirkte sich das im Wahlergebnis aus? Wie hoch war der Anteil an Stimmen die NICHT für die SED waren? Wie hoch war der Anteil an Nichtwählern (d.h. nicht an der Politik interessiert) und an ungültigen Stimmen (d.h. jener Anteil der mit keiner der angebotenen Parteien zufrieden war)?

cheers matloh



Viele Parteien zur "Auswahl":
http://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Front_(DDR)
http://de.wikipedia.org/wiki/Politisches_System_der_DDR
Es gab Wahlvorschläge auf einem vorgedruckten Zettel. Den Zettel konnte man selbstverständlich ändern, denn die DDR kannte die Wahlfreiheit. Man musste dazu aber eine Wahlkabine aufsuchen. Um Wahlbetrug zu verhindern, wurden sämtliche Aktivitäten der Wahlberechtigten dokumentiert. Es spricht für die grosse Zufriedenheit der DDR Bürger mit ihrem System, dass nur wenige die Wahlkabinen aufsuchten. Vergass man ausnahmsweise einmal, dass Wahlen waren, so wurde man von den Kollegen aus dem Werk besucht, die einen daran erinnerten.
Theo


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#89

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 14.10.2010 14:10
von 94 | 10.792 Beiträge

Da fällt mir doch glatt eine Geschichte zur Kommunalwahl im Mai '89 ein. Ich mit meinem ganzen Zug und noch ein paar mehr nach Berka ins Wahllokal, so ein LO voll und noch'n Stoffhund dazu. Irgendwie Sonntag früh nach'm Frühstück. Nach der Wahl wollten wir noch einen Abstecher übers Freibad machen. Dementsprechend war die Stimmung recht ausgelassen. Also, rein ins Wahllokal wie auf eine Party und recht schnell wieder raus, hatten ja noch was vor. Nun fragt doch ein besonders witziger Grundwehrdiener nach einem Stift. In der Wahlkabine war keiner und auch keiner von den Offiziellen hatte 'zufällig' einen Stift dabei. Naja, den LO erst mal ins Freibad schippern lassen und selbst 'ne Viertelstund später mit dem Stoffhund und dem Scherzkeks hinterher. War etwas Diskussionsbedarf entstanden, es einigten sich dann aber alle Beteiligten auf einen falschverstandenen schlechten Scherz. Nur der Trabbifahrer war stinkesauer.

Achso, in Dresden gab's vor dem Mai'89 mal folgenden Spruch: 'Steht die Schüssel nicht auf dem Dach//fallen im Mai die Wahlen flach'


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#90

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 14.10.2010 16:03
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat
Viele Parteien zur "Auswahl":
http://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Front_(DDR)
http://de.wikipedia.org/wiki/Politisches_System_der_DDR
Es gab Wahlvorschläge auf einem vorgedruckten Zettel. Den Zettel konnte man selbstverständlich ändern, denn die DDR kannte die Wahlfreiheit. Man musste dazu aber eine Wahlkabine aufsuchen. Um Wahlbetrug zu verhindern, wurden sämtliche Aktivitäten der Wahlberechtigten dokumentiert. Es spricht für die grosse Zufriedenheit der DDR Bürger mit ihrem System, dass nur wenige die Wahlkabinen aufsuchten. Vergass man ausnahmsweise einmal, dass Wahlen waren, so wurde man von den Kollegen aus dem Werk besucht, die einen daran erinnerten.
Theo

Danke für die großartige Erheiterung!!!
Aber einen Smilie hätte ich schon dazu gemacht, sonst könnte man villeicht noch glauben dass das ernst gemeint war!

cheers matloh


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#91

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 14.10.2010 18:25
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
Vergass man ausnahmsweise einmal, dass Wahlen waren, so wurde man von den Kollegen aus dem Werk besucht, die einen daran erinnerten.
Theo



Trotzdem gab es in der DDR, im Gegensatz zu einigen "freien" europäischen Staaten heute, keine Wahlpflicht!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#92

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 14.10.2010 18:35
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Feliks D.

Zitat von eisenringtheo
Vergass man ausnahmsweise einmal, dass Wahlen waren, so wurde man von den Kollegen aus dem Werk besucht, die einen daran erinnerten.
Theo



Trotzdem gab es in der DDR, im Gegensatz zu einigen "freien" europäischen Staaten heute, keine Wahlpflicht!



Wenn Kollegen vor meiner Haustür gestanden hätten um mich zu "erinnern"zu wählen,ich hätte mich unter Druck gefühlt.Was hat das mit freier Wahl zu tuen ?Für mich nichts.



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#93

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 14.10.2010 19:00
von Landeposten (gelöscht)
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Wenn Kollegen vor meiner Haustür gestanden hätten um mich zu "erinnern"zu wählen,ich hätte mich unter Druck gefühlt.Was hat das mit freier Wahl zu tuen ?Für mich nichts.[/quote

Hallo,das mit den Kollegen aus deinem Werk die vor Deiner Tür stehen um dich zu erinnern,ist doch nur ein Scherz.

Wenn jemand vor Deiner Tür stand,dann Mitglieder der Wahlkommission oä.Organe.
Es gab ja zB.auch eine sog.fliegende Wahlurne.Mit dieser wurden bettlegerige Mitbürger oder notorische Nichtwähler aufgesucht.


zuletzt bearbeitet 14.10.2010 19:03 | nach oben springen

#94

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 14.10.2010 19:25
von eisenringtheo | 9.170 Beiträge

Zitat von Feliks D.
[Trotzdem gab es in der DDR, im Gegensatz zu einigen "freien" europäischen Staaten heute, keine Wahlpflicht!



Ja in Schaffhausen besteht Wahlpflicht
http://de.wikipedia.org/wiki/Kanton_Schaffhausen#Allgemeines
Theo Eisenring


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#95

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 14.10.2010 20:15
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von eisenringtheo

Zitat von Feliks D.
Trotzdem gab es in der DDR, im Gegensatz zu einigen "freien" europäischen Staaten heute, keine Wahlpflicht!



Ja in Schaffhausen besteht Wahlpflicht
http://de.wikipedia.org/wiki/Kanton_Schaffhausen#Allgemeines
Theo Eisenring




Nicht nur dort

Belgien, Italien, Lichtenstein, Luxemburg alles hier in Europa...


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#96

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 14.10.2010 23:41
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von S51

Zitat von wosch
Ich stelle mal die Frage nach der Begründung dieses Anspruches weil ich unter Demokratie etwas Anderes verstehe als es in der DDR vorgelebt wurde. Ist die Demokratie nicht eine Regierungsform in der die Mehrheit der Bevölkerung die Richtung vorgeben sollte und nicht wie in der DDR wo eine Minderheit, die ihre Macht die sie sich durch Wahlbetrug ergaunert hatte und die sie sich von ihren bewaffneten Organen sichern ließ? Wie definiert man bitte "Demokratie" ? Bitte keine Verweise auf die Zustände in der BRD, denn die hatte das "demokratische" nicht in ihrem Namen!
Schönen Gruß aus Kassel.



Und wieso nicht?
In der DDR gab es praktisch kaum Einzelentscheidungen. Immer hat irgend ein Gremium abgestimmt. Ob der Staatsrat, die Volkskammer, Bezirkstage, Kreistage. Na gut, es gab schon eine gewisse Parteidisziplin - heute aber doch auch.
Je tiefer in der politischen Hierarchie das Gremium angesiedelt war, um so größer war die Wahrscheinlichkeit, dass es sich tatsächlich um eine basisdemokratische Entscheidung handelte. Beispielsweise hätte mich seinerzeit 1987 nach meiner verbalen Kollision mit den Briten und dem Dienstplan contra Wildabschuß die Parteiversammlung problemlos rausschmeißen können, dies aber entgegengesetzt zur Meinung der Bezirksleitung nicht getan. Sonst wäre ich sehr viel früher kein Polizist mehr gewesen und könnte mich heutzutag voller inbrunst "Opfer" nennen.
Ich kann mich auch nicht entsinnen, dass es in der Jagdversammlung vor einem Streit wegen Fehlabschuss ja/nein jemals sicher gewesen wäre, wie das ausging. Da ging es immer hoch her und entschieden hat immer die Mehrheit. Gut drann, wer überzeugen konnte.
In der DDR gab es auch demokratische Wahlen! Ja doch! Jeder konnte, ja sollte sogar sein Kreuz machen. Zugegeben, praktische Auswirkungen auf die Politik hatte das eigentlich nicht. Ist dies etwa heutzutage wesentlich anders?





@S51 wovon träumst du in der Nacht ? Ich habe noch als Angehöriger der Grenztruppen 1963 oder 1964 an meiner ersten und letzten Wahl in der DDR teilgenommen- Ich weiss noch wie heute, dass ich einen Zettel als " Wahlschein" in die Hand bekam und da standen nur Namen und ich glaube Parteizugehörigkeit drauf. Ich fragte wen ich ankreuzen sollte und man sagt mir gar keinen, ich sollte den Zettel einmal falten in einen Umschlag legen und in die Wahlurne werfen. Das war meine "Wahl" in der DDR.. Nicht sehr witzig, gelle?

Viele Grüße aus dem Rheinland


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#97

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 00:02
von YYYYYYYY (gelöscht)
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Zitat von Gert

Zitat von S51

Zitat von wosch
Ich stelle mal die Frage nach der Begründung dieses Anspruches weil ich unter Demokratie etwas Anderes verstehe als es in der DDR vorgelebt wurde. Ist die Demokratie nicht eine Regierungsform in der die Mehrheit der Bevölkerung die Richtung vorgeben sollte und nicht wie in der DDR wo eine Minderheit, die ihre Macht die sie sich durch Wahlbetrug ergaunert hatte und die sie sich von ihren bewaffneten Organen sichern ließ? Wie definiert man bitte "Demokratie" ? Bitte keine Verweise auf die Zustände in der BRD, denn die hatte das "demokratische" nicht in ihrem Namen!
Schönen Gruß aus Kassel.



Und wieso nicht?
In der DDR gab es praktisch kaum Einzelentscheidungen. Immer hat irgend ein Gremium abgestimmt. Ob der Staatsrat, die Volkskammer, Bezirkstage, Kreistage. Na gut, es gab schon eine gewisse Parteidisziplin - heute aber doch auch.
Je tiefer in der politischen Hierarchie das Gremium angesiedelt war, um so größer war die Wahrscheinlichkeit, dass es sich tatsächlich um eine basisdemokratische Entscheidung handelte. Beispielsweise hätte mich seinerzeit 1987 nach meiner verbalen Kollision mit den Briten und dem Dienstplan contra Wildabschuß die Parteiversammlung problemlos rausschmeißen können, dies aber entgegengesetzt zur Meinung der Bezirksleitung nicht getan. Sonst wäre ich sehr viel früher kein Polizist mehr gewesen und könnte mich heutzutag voller inbrunst "Opfer" nennen.
Ich kann mich auch nicht entsinnen, dass es in der Jagdversammlung vor einem Streit wegen Fehlabschuss ja/nein jemals sicher gewesen wäre, wie das ausging. Da ging es immer hoch her und entschieden hat immer die Mehrheit. Gut drann, wer überzeugen konnte.
In der DDR gab es auch demokratische Wahlen! Ja doch! Jeder konnte, ja sollte sogar sein Kreuz machen. Zugegeben, praktische Auswirkungen auf die Politik hatte das eigentlich nicht. Ist dies etwa heutzutage wesentlich anders?





@S51 wovon träumst du in der Nacht ? Ich habe noch als Angehöriger der Grenztruppen 1963 oder 1964 an meiner ersten und letzten Wahl in der DDR teilgenommen- Ich weiss noch wie heute, dass ich einen Zettel als " Wahlschein" in die Hand bekam und da standen nur Namen und ich glaube Parteizugehörigkeit drauf. Ich fragte wen ich ankreuzen sollte und man sagt mir gar keinen, ich sollte den Zettel einmal falten in einen Umschlag legen und in die Wahlurne werfen. Das war meine "Wahl" in der DDR.. Nicht sehr witzig, gelle?

Viele Grüße aus dem Rheinland





ironie ein: wie du hast gewählt?" ironie aus wer antwortete dir den auf deine frage...---->ich fragte wen ich ankreuzen sollte?--->


das war allso deine wahl in der ddr?!!


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#98

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 00:10
von icke46 | 2.593 Beiträge

@HpTGefr82:

Kleine, ganz unironische Gegenfrage: Wie oft hast Du in der DDR von Deinem Wahlrecht Gebrauch gemacht?



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#99

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 00:17
von YYYYYYYY (gelöscht)
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@ icke

Wie oft hast Du in der DDR von Deinem Wahlrecht Gebrauch gemacht? leider garnicht.....................


ich hätte gerne ... aber ich weiß ich war zu jung .. das willste mir sagen


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#100

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 15.10.2010 00:28
von icke46 | 2.593 Beiträge

Das Du zu jung bist, will ich gar nicht sagen - dass ist etwas, wofür niemand etwas kann.

Nur: Wenn man über Wahlen in der DDR redet, egal, ob man dabei war oder nicht, sollte man zumindest das Wahlverfahren kennen. Es gab bekanntermassen einen Wahlvorschlag der Nationalen Front der DDR, der für den Wahlzettel austariert war, den man mittels Zettelfalten zu bestätigen hatte. Die theoretische Möglichkeit, in der Wahlkabine einzelne Namen zu streichen, gab es zwar, wurde aber, ich sage mal, aufmerksam notiert.

Ich muss übrigens auch sagen, dass ich nie so ganz verstanden habe, warum man das so handhabte. Wenn man Kandidaten hatte, die grundsätzlich auf die sozialistische Geselschaftsordnung eingeschworen waren, wäre es ein leichtes gewesen, dem Bürger die möglichkeit zu geben, aus den kandidaten den zu wählen, durch den er sich am Besten vertreten fühlte. Der Unterlegene hätte dann in der darauffolgenden Zeit mit Argusaugen die Arbeit des Gewählten überwacht, was mit Sicherheit die Effizienz der Politik in der DDR gesteigert hätte - ohne den Sozialismus als Grundlage in Frage zu stellen.

Gruss

icke



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