#241

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 27.01.2011 13:12
von turtle | 6.961 Beiträge

Es bedarf doch bestimmt keiner Diskussion das mehr aus der DDR herraus wie herrein wollten !
Liebe Freunde der DDR bitte erklärt doch einmal warum das so war?

Gruß Peter(turtle)


nach oben springen

#242

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 27.01.2011 13:14
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von matloh

Zitat von exgakl

Zitat von matloh
Naja, ich würde vermuten, dass, wenn es die gut gesicherte Grenze nicht gegeben hätte, 1989 zwar der Staat DDR vielleicht noch existiert hätte, es wäre aber wahrscheinlich der einzige Staat ohne Staatsbürger gewesen. Da hätten dann wirklich die meisten Bürger mit den Füßen abgestimmt gehabt.

cheers matloh



hätte, könnte, in etwa, ungefähr, vielleicht... all das kommt immer in Vermutungen vor!
Ich vermute, dass wir mit Vermutungen vermutlich nicht weiter kommen. Vermutlich könnte es aber so gewesen sein!

cheers exgakl


Ok, Du kannst ja mal Fakten auf den Tisch legen...
cheers matloh



Ich hab mal eine kleine Hochrechnung angestellt. Bei einer relativ hoch angesetzten Zuzugszahl von ca. 40.000 Personen pro Jahr hätte die DDR 1990 immerhin noch knapp 12 Mio Einwohner gehabt.

cheers matloh

ps: Mögliche Effekte die durch die abnehmende Bevölkerungsanzahl entstanden wären wurden nicht berücksichtigt. Ebenso wurden Effekte durch die nicht gleichmäßig auf die Bevölkerung verteilte Abwanderung/Zuwanderung außer Acht gelassen.


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
nach oben springen

#243

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 27.01.2011 13:32
von eisenringtheo | 9.190 Beiträge

Wie geschah eigentlich die Abwerbung? Waren das die "Agenten", die massenweise da gewesen sein sollen? Denn die BRD Firmen konnten wohl kaum nach Berlin fahren und einen Saal im Palast der Republik mieten oder einen Stand an der Leipziger Messe aufstellen und Flyer verteilen...
http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stad.../story/10276276
Theo


nach oben springen

#244

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 27.01.2011 14:20
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
Wie geschah eigentlich die Abwerbung? Waren das die "Agenten", die massenweise da gewesen sein sollen? Denn die BRD Firmen konnten wohl kaum nach Berlin fahren und einen Saal im Palast der Republik mieten oder einen Stand an der Leipziger Messe aufstellen und Flyer verteilen...
http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stad.../story/10276276
Theo




Die konnten aber z.B. Personen auf Messen ansprechen .


nach oben springen

#245

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 27.01.2011 15:40
von turtle | 6.961 Beiträge

Menschen die glücklich und zufrieden sind mit dem was sie haben abzuwerben ist bestimmt nicht so einfach! Es ist doch menschlich wenn ich dahin gehen möchte wo ich denke das es für mich besser ist! Anreiz dafür kann vieles sein. Hätte man nicht auch versuchen können z.B. über den Freiheitssender 904 abzuwerben mit dem Slogan "kommt in die DDR ,wir passen auf Euch auf"


nach oben springen

#246

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 27.01.2011 16:01
von Alfred | 6.861 Beiträge

Peter,

wenn ich einer Person das zig fache an Gehalt biete ....

Haben wir doch heute im Fussball fast jeden Tag ein Beispiel.

Ich kann doch in der DDR zufrieden sein, wenn ich aber in der BRD das zig fache verdiene .

Das haben wir doch heute auch, ich kann Dir einige nennen, denen gefällt es im Osten besser, arbeiten aber im Westen weil dort mehr verdient wird.


nach oben springen

#247

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 27.01.2011 16:13
von exgakl | 7.238 Beiträge

Zitat von matloh

Zitat von exgakl

Zitat von matloh
Naja, ich würde vermuten, dass, wenn es die gut gesicherte Grenze nicht gegeben hätte, 1989 zwar der Staat DDR vielleicht noch existiert hätte, es wäre aber wahrscheinlich der einzige Staat ohne Staatsbürger gewesen. Da hätten dann wirklich die meisten Bürger mit den Füßen abgestimmt gehabt.

cheers matloh



hätte, könnte, in etwa, ungefähr, vielleicht... all das kommt immer in Vermutungen vor!
Ich vermute, dass wir mit Vermutungen vermutlich nicht weiter kommen. Vermutlich könnte es aber so gewesen sein!

cheers exgakl


Ok, Du kannst ja mal Fakten auf den Tisch legen...
cheers matloh




welche Fakten willst Du denn jetzt von mir hören Matloh, dass es ja die gut gesicherte Grenze gab hast Du ja schon selbst festgestellt und ein anderer Fakt ist mir persönlich auch nicht bekannt. Deshalb nützt es m.E. auch relativ wenig zu vermuten was passiert wäre wenn der Hase usw. .....

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
nach oben springen

#248

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 27.01.2011 16:14
von exgakl | 7.238 Beiträge

Zitat von wosch

Zitat von exgakl

In einem gebe ich Dir aber Recht Wosch, jeder der wegging war einer zuviel und die Schuld daran ist natürlich auch an der Staatsform und seinen Auswüchsen zu suchen und zu finden.

VG exgakl




......................................Bringst Du da vielleicht etwas durcheinander? Wo hatte ich zB. erwähnt, daß Jeder der wegging, Einer zuviel war? Selbst Kurt Hager war ja der Meinung, daß es um Die die weggegangen sind, nicht schade war, daß könnte man auch so auslegen, daß viel zu Wenige abgehauen sind!!!
Du verwechselst da was mit meiner Meinung zu den Toten, die es an der Grenze gegeben hatte!!
Schönen Gruß aus Kassel.




oh sorry Wosch, da hab ich wirklich was verwechselt mit der Meinung... ich gelobe Besserung, aber so ist es manchmal, mal verwechselt man eine Meinung mal einen Vorsitzenden

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
nach oben springen

#249

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 27.01.2011 16:40
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von exgakl:
oh sorry Wosch, da hab ich wirklich was verwechselt mit der Meinung... ich gelobe Besserung, aber so ist es manchmal, mal verwechselt man eine Meinung mal einen Vorsitzenden

VG exgakl[/quote]

Wenn Du mit Deinem Hinweis auf den "falschen Vorsitzenden" auf den vom Schützenverein in Neuhardenberg (oder wie das Nest hieß) anspielen solltest, so nehme mal ruhig zur Kenntnis, daß Dieser für mich insofern der "Richtige" war, da er mir im Gegensatz zu einem auch Dir bekannten hiesigen "netten" Forumsmitglied, auf meine Fragen eine erschöpfende Antwort gegeben hatte und das auch noch ohne verbale Angriffe auf meine Person.
Schönen Gruß aus Kassel.


nach oben springen

#250

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 27.01.2011 17:44
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Alfred

Zitat von zzrain42
[quote="Jawa 350"][quote="zzrain42"]Um das allgemeine Durcheinander abzukürzen und spezifische Fragen zu beantworten, sollte ich diesen Satz klarer definieren. Auch vor allem um Mißdeutungen auszuschließen :

Die Meisten der Bürger, die diesen Staat verließen, taten dies, weil sie diesen Staat nicht als
ihren Staat betrachteten.

In Erwartung weiterer konstruktiver Beiträge,
Grüße aus Ulm
zzrain42




Hallo,

woher willst Du dies wissen ??

Wirst ja nicht mit allen gesprochen haben , oder ?

Und wie siehst Du dies heute ?

Um mal eine Zahl zu nennen : 2007 wurden 165.000 Fortzüge deutscher Personen registriert.



Meinst du diese Zahl ist vergleichbar mit der von Personen die aus der DDR raus wollten ? Das stecken doch ganz andere Gründe dahinter.



nach oben springen

#251

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 27.01.2011 17:51
von zzrain42 | 56 Beiträge

Eben,

Vorschlag : man sollte Äpfel mit Äpfeln vergleichen.

Alles andere verwirrt doch nur.


nach oben springen

#252

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 27.01.2011 17:58
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von Zermatt

Zitat von Alfred

Zitat von zzrain42
[quote="Jawa 350"][quote="zzrain42"]Um das allgemeine Durcheinander abzukürzen und spezifische Fragen zu beantworten, sollte ich diesen Satz klarer definieren. Auch vor allem um Mißdeutungen auszuschließen :

Die Meisten der Bürger, die diesen Staat verließen, taten dies, weil sie diesen Staat nicht als
ihren Staat betrachteten.

In Erwartung weiterer konstruktiver Beiträge,
Grüße aus Ulm
zzrain42




Hallo,

woher willst Du dies wissen ??

Wirst ja nicht mit allen gesprochen haben , oder ?

Und wie siehst Du dies heute ?

Um mal eine Zahl zu nennen : 2007 wurden 165.000 Fortzüge deutscher Personen registriert.



Meinst du diese Zahl ist vergleichbar mit der von Personen die aus der DDR raus wollten ? Das stecken doch ganz andere Gründe dahinter.




Zermatt,


ich kann nicht einschätzen, warum die Personen aus der BRD ausgesiedelt sind, Du ?

Ich gehe mal davon aus, dass denen auch was in der BRD "nicht gefallen" hat. Da wird es viele Gründe geben, genau wie in der DDR.


nach oben springen

#253

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 27.01.2011 18:19
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Alfred
Peter,

wenn ich einer Person das zig fache an Gehalt biete ....

Haben wir doch heute im Fussball fast jeden Tag ein Beispiel.

Ich kann doch in der DDR zufrieden sein, wenn ich aber in der BRD das zig fache verdiene .

Das haben wir doch heute auch, ich kann Dir einige nennen, denen gefällt es im Osten besser, arbeiten aber im Westen weil dort mehr verdient wird.



Nein Alfred der Vergleich hinkt. Wir haben ein Deutschland und freie Marktwirtschaft. Da kann jeder arbeiten wo er möchte,Er kann auch jederzeit wieder in seine Heimat zurück. Das war damals nicht so. Man musste schon genauer abwägen, die Voraussetzungen waren etwas anders. Ich kannte früher in Leipzig welche die sind wegen des Geldes zur Wismut nach Bitterfeld oder "schwarzePumpe" weil da auch mehr bezahlt wurde.Aber es ist richtig das Geld war schon immer ein starkes Argument,ich denke aber von denen die nach dem Westen abgehauen sind bzw .wie Du schreibst abgeworben wurden ,war Geld nicht für alle primär!

Im Fußball ist der Spieler Kapital für den Verein, er kann aber auch davon sehr gut leben! Was bedeutet da schon Moral? In der DDR wurden die guten Spieler doch weg delegiert zum BFC zum Beispiel wenn Erich es wollte.War das Moral?Und etwas ist bestimmt auch bei den Spielern hängengeblieben, und wenn es nur der Lada war.

Wieso hat eigentlich die KoKo Spieler nicht vermarktet? Bei dem Devisenmangel bestimmt ein Bombengeschäft selbst auf die Gefahr hin das mancher Spieler aus dem Ruder läuft.Neben Effekt der Spieler hätte sich im Westen weiterentwickelt und davon hätte die DDR auch etwas gehabt.Nicht zu vergessen dieser Anreiz ,da hätte sich positiv ausgewirkt. Die Vereine hätten richtig Zulauf bekommen.

Nehmt nicht alles so ernst was ich geschrieben habe ,wollte etwas die sozialistische Moral provozieren. Die KoKo war ja sonst sehr einfallsreich um an Devisen zu kommen. Aber das ist ein anderes Thema!
Gruß Peter(turtle)


nach oben springen

#254

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 27.01.2011 20:17
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Alfred

Zitat von Zermatt

Zitat von Alfred

Zitat von zzrain42
[quote="Jawa 350"][quote="zzrain42"]Um das allgemeine Durcheinander abzukürzen und spezifische Fragen zu beantworten, sollte ich diesen Satz klarer definieren. Auch vor allem um Mißdeutungen auszuschließen :

Die Meisten der Bürger, die diesen Staat verließen, taten dies, weil sie diesen Staat nicht als
ihren Staat betrachteten.

In Erwartung weiterer konstruktiver Beiträge,
Grüße aus Ulm
zzrain42




Hallo,

woher willst Du dies wissen ??

Wirst ja nicht mit allen gesprochen haben , oder ?

Und wie siehst Du dies heute ?

Um mal eine Zahl zu nennen : 2007 wurden 165.000 Fortzüge deutscher Personen registriert.



Meinst du diese Zahl ist vergleichbar mit der von Personen die aus der DDR raus wollten ? Das stecken doch ganz andere Gründe dahinter.




Zermatt,


ich kann nicht einschätzen, warum die Personen aus der BRD ausgesiedelt sind, Du ?

Ich gehe mal davon aus, dass denen auch was in der BRD "nicht gefallen" hat. Da wird es viele Gründe geben, genau wie in der DDR.



Z.b Frührenter,die es sich im sonnigen Teil Europas gut gehen lassen oder Aussteiger die sich privat oder beruflich in was ganz neues bewegen wollen....den gehts bestimmt nicht schlecht in Deutschland.Für mich kein Vergleich zu dem anderen Personenkreis



nach oben springen

#255

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 27.01.2011 20:35
von eisenringtheo | 9.190 Beiträge

Vor allem sind es aber auch heute - wie früher - tüchtige junge Berufsleute, die in Ostdeutschland nicht die richtige Arbeit finden. Wir haben hier in der Schweiz viele Ostdeutsche, die genug von den Hungerlöhnen oder Hartz4 hatten.
http://www.welt.de/politik/deutschland/a...ehr-einsam.html
Theo


nach oben springen

#256

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 27.01.2011 22:23
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von Alfred

Zitat von eisenringtheo
Wie geschah eigentlich die Abwerbung? Waren das die "Agenten", die massenweise da gewesen sein sollen? Denn die BRD Firmen konnten wohl kaum nach Berlin fahren und einen Saal im Palast der Republik mieten oder einen Stand an der Leipziger Messe aufstellen und Flyer verteilen...
http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stad.../story/10276276
Theo




Die konnten aber z.B. Personen auf Messen ansprechen .




@Theo das ist ganz einfach der Wettkampf der Systeme. Die Leute gehen dahin, wo sie die für sie besten Bedingungen vorfinden. Wenn mir in einer solchen Konkurrenzsituation nichts besseres einfällt als Leute wegzusperren oder sie einzumauern, um in einer solchen Konkurrenz zu bestehen, dann bin ich als Politiker entweder verbohrt von irgendeiner Ideologie, die ich mit Brachialgewalt durchsetzen will
oder ganz einfach unfähig. Was im Fall DDR zutraf, kann jeder für sich entscheiden.
Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 27.01.2011 22:24 | nach oben springen

#257

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 28.01.2011 12:26
von wosch (gelöscht)
avatar

Also da hier zur Zeit über die Gründe, die zum Verlassen der DDR geführt hatten, philosophiert wird, möchte ich mich auch mal einbringen, allerdings möchte ich für meinen Teil auf die Gründe in den 50er Jahren verweisen, die zu den massenhaften Fluchten führten und letztendlich auch zum Bau des "antifaschistischen Schutzwalles" mit all seinen schrecklichen Auswirkungen.
Die 50er Jahre der DDR standen unter dem Zeichen eines großen Drucks auf die Bevölkerung. Nach der "Zwangsvereinigung" von KPD und SPD zur SED und der Erschaffung von Organisationen wie "JP", "FDJ", "FDGB", DSF" "VP" und "MfS" ( werde nicht Alle aufgezählt haben!) hatte das "kommunistische" Regime sich nach nationalsozialistischem und stalinistischem Vorbild all die "Mittel" geschaffen, die es benötigte um seine Macht bis in den letzten Zipfel der Republik auszuüben.
Als Erstes ging es darum die Macht zu sichern. Mit Hilfe der sowjetischen "Freunde" entledigte man sich einen Großteil "unangenehmer" und vermeintlich unangenehmer Mitbürger, indem man sie "einfing" und den "Freunden" überstellte. Oft genug endeten diese "Moskaureisen" in der Butyrka http://de.wikipedia.org/wiki/Butyrka mit einem Schuß in den Hinterkopf oder mit einer Weiterreise ins weite Sibirien, meist auch ohne Wiederkehr. Dies Alles blieb der Bevölkerung nicht verborgen, die Angst vor "Sibirien" war damals allgegenwärtig.
Zwangskollektivierungen und Zwangsenteignungen taten ein Übriges. Auch in diesem Zusammenhang mußten viele Bürger die Freiheit mit den Zellen der Zuchthäuser in der DDR eintauschen, man stempelte diese Leute höchstrichterlich zu Kriminellen um die Enteignung zu begründen und verpaßte ihnen die "gerechte" Strafe im Namen des Volkes. Wer es wagte diese Praktik zu kritisieren bekam natürlich auch gleich die "gerechte" Strafe des Volkes zu spüren und wurde auch gleich mitgenommen. Der Wiederaufbau des durch den Krieg zerstörten Landes und die Versorgung der Bevölkerung hinkte dem in Westdeutschland hinterher und es mußten dafür immer Schuldige gefunden werden. Aus dieser Situation heraus machte man damals Jagd auf "Agenten", "Spione" und "Saboteure", die natürlich, so wurde es hingestellt, auf Anweisung der "Adenauer-Clique"und der westdeutschen "Kriegstreiber" tätig waren. Aus meiner unmittelbaren Umgebung gab es zumindestens 3 dieser Beispiele, wo man hohe Strafen ausgesprochen hatte, ohne das an den Anklagpunkten etwas dran war, man hatte einfach nur sein Geschäft privat weiterführen wollen. Kritik an den "Freunden" war tabu und wer auch nur andeutungsweise das Ansehen der Roten Armee und deren Führung "beschmutzte" (Über Vergewaltigungen durften damals selbst die Vergewaltigten nicht reden) bekam es auch mit den Untersuchungsführern der "allmächtigen" Tschekisten zu tun, oft genug mit nicht gerade einem Ausgang, der die Liebe zur DDR vergrösserte. Eine freie Presse gab es nicht, Westradio durfte man nicht hören und Jeder hatte Angst vor dem Anderen, selbst innerhalb der Familien war man sich nicht sicher daß ein unachtsam gesprochenes Wort nicht nach außen gelangte. Junge Pioniere wurden angehalten ihre Eltern zu bespitzeln und die sozialistische Erziehung konnte diesbezüglich auch auf Erfolge verweisen.
In den 50er Jahren war es relativ einfach die Seiten zu wechseln, der familäre Zusammenhang zwischen Bürgern Westdeutschlands und "Ostdeutschland" war noch einigermaßen stabil und was man bei den gegenseitigen Besuchen sah und erlebte ließ die DDR in jeder Hinsicht nicht sehr gut aussehen, Wer Verwandtschaft im Westen hatte, versorgte sich über Diese mit den Sachen die es in der DDR nicht, oder nur in geringem Umfang "unter´m Ladentisch" gab, machte sich aber zugleich wegen dieser Kontakte bei den "Organen" verdächtigt und konnte durchaus damit rechnen, abgeholt und irgendwelcher strafbarer Delikte bezichtigt zu werden. Kindern bestimmter Personengruppen wurde eine umfassende Weiterbildung verweigert, zum Studium wurden laut Gesetz nur "Arbeiter-und Bauernkinder" zugelassen, sodaß gerade viele Ärzte keine Zukunft für die Weiterführung ihrer Praxen durch ihre Kinder sahen und sich , um ihren Kindern zu ermöglichen in die Fußstapfen der Eltern zu treten, für den Weggang aus der DDR entschlossen. Die Partei bestimmte und so mancher Genosse aus der Nachbarschaft brachte für diese Vorraussetzung nur sein Parteiabzeichen mit, in den 50ern nahm man es nicht so genau, ein "guter" Genosse war bei seinen Nachbarn nicht immer sehr beliebt und oft sogar Einer, mit dem man nichts zu tun haben wollte und dessen Nachbarschaft sogar eine gewisse Angst einflößte!
Wenn man über diese Zeit spricht, darf man auch eine "Hilde Benjamin" http://de.wikipedia.org/wiki/Hilde_Benjamin nicht vergessen, Justizministerin und vorsitzende Richterin in vielen "politischen" Prozessen. In dieser Person liegt auch schon ein Teil der Antwort auf die Frage, warum so viele Menschen die DDR verlassen hatten. Die Menschen hatten einfach nur Angst, in die Fänge der von ihr vertretenen "Gerechtigkeit" zu gelangen. Und daß es in den Westzonen sich seinerzeit auch noch besser und freier leben ließ, ist natürlich auch nicht von der Hand zu weisen, schließlich lebt man ja nur einmal! Nach der Niederschlagung des "Volksaufstandes" vom 17. Juni 1953 verloren auch die größten Optimisten die Hoffnung daß sich in Bezug auf "Freiheit" "Gerechtigkeit", "Demokratie" etwas zum Besseren ändern würde und der Personenkult um Ulbricht und Genossen nahm Ausmaße an, die die "Reisewelle" in den Westen verstärkten, man sah sich einfach nicht zu Hause in einem Staat, in dem man sich nicht wohlfühlte. Es gab keine Freiheit, für einen Witz konnte man eingesperrt werden, nach Allem mußte man anstehen, die Versorgung war miserabel, aber am 1. Mai mußte man hinter den Konterfei´s der "geliebten" Führung hinterherlaufen, Fähnchenschwingend sein eigenes Dilemma beklatschen und die Verursacher dieser Zustände hochleben lassen. Perverser ging es eigentlich nicht mehr und die Vorbilder hierfür lagen zeitlich gesehen noch gar nicht weit zurück. Ich habe hier aus meiner Sicht aufgezählt wieso Menschen die DDR verlassen hatten und gebe allerdings zu, daß die Gründe bestimmt nicht vollzählig sind, die "Angst" war aber in jedem Falle immer dabei.
Ist es nicht schlimm, wenn man vor der eigenen Führung Angst haben mußte??
Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 28.01.2011 13:39 | nach oben springen

#258

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 28.01.2011 12:44
von Gert | 12.362 Beiträge

@wosch ein sehr guter Bericht über die damaligen Zeitumstände und das Verhältnis Ost/West. Vieles, das du in dem Post angesprochen hast, deckt sich mit meinen Erinnerungen und Lebenserfahrungen. Glücklicherweise hat die Geschichte diesen " Betriebsunfall" korrigiert.


Viele Grüße aus dem Rheinland


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#259

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 28.01.2011 14:39
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von wosch
Also da hier zur Zeit über die Gründe, die zum Verlassen der DDR geführt hatten, philosophiert wird, möchte ich mich auch mal einbringen, allerdings möchte ich für meinen Teil auf die Gründe in den 50er Jahren verweisen, die zu den massenhaften Fluchten führten und letztendlich auch zum Bau des "antifaschistischen Schutzwalles" mit all seinen schrecklichen Auswirkungen.
Die 50er Jahre der DDR standen unter dem Zeichen eines großen Drucks auf die Bevölkerung. Nach der "Zwangsvereinigung" von KPD und SPD zur SED und der Erschaffung von Organisationen wie "JP", "FDJ", "FDGB", DSF" "VP" und "MfS" ( werde nicht Alle aufgezählt haben!) hatte das "kommunistische" Regime sich nach nationalsozialistischem und stalinistischem Vorbild all die "Mittel" geschaffen, die es benötigte um seine Macht bis in den letzten Zipfel der Republik auszuüben.
Als Erstes ging es darum die Macht zu sichern. Mit Hilfe der sowjetischen "Freunde" entledigte man sich einen Großteil "unangenehmer" und vermeintlich unangenehmer Mitbürger, indem man sie "einfing" und den "Freunden" überstellte. Oft genug endeten diese "Moskaureisen" in der Butyrka http://de.wikipedia.org/wiki/Butyrka mit einem Schuß in den Hinterkopf oder mit einer Weiterreise ins weite Sibirien, meist auch ohne Wiederkehr. Dies Alles blieb der Bevölkerung nicht verborgen, die Angst vor "Sibirien" war damals allgegenwärtig.
Zwangskollektivierungen und Zwangsenteignungen taten ein Übriges. Auch in diesem Zusammenhang mußten viele Bürger die Freiheit mit den Zellen der Zuchthäuser in der DDR eintauschen, man stempelte diese Leute höchstrichterlich zu Kriminellen um die Enteignung zu begründen und verpaßte ihnen die "gerechte" Strafe im Namen des Volkes. Wer es wagte diese Praktik zu kritisieren bekam natürlich auch gleich die "gerechte" Strafe des Volkes zu spüren und wurde auch gleich mitgenommen. Der Wiederaufbau des durch den Krieg zerstörten Landes und die Versorgung der Bevölkerung hinkte dem in Westdeutschland hinterher und es mußten dafür immer Schuldige gefunden werden. Aus dieser Situation heraus machte man damals Jagd auf "Agenten", "Spione" und "Saboteure", die natürlich, so wurde es hingestellt, auf Anweisung der "Adenauer-Clique"und der westdeutschen "Kriegstreiber" tätig waren. Aus meiner unmittelbaren Umgebung gab es zumindestens 3 dieser Beispiele, wo man hohe Strafen ausgesprochen hatte, ohne das an den Anklagpunkten etwas dran war, man hatte einfach nur sein Geschäft privat weiterführen wollen. Kritik an den "Freunden" war tabu und wer auch nur andeutungsweise das Ansehen der Roten Armee und deren Führung "beschmutzte" (Über Vergewaltigungen durften damals selbst die Vergewaltigten nicht reden) bekam es auch mit den Untersuchungsführern der "allmächtigen" Tschekisten zu tun, oft genug mit nicht gerade einem Ausgang, der die Liebe zur DDR vergrösserte. Eine freie Presse gab es nicht, Westradio durfte man nicht hören und Jeder hatte Angst vor dem Anderen, selbst innerhalb der Familien war man sich nicht sicher daß ein unachtsam gesprochenes Wort nicht nach außen gelangte. Junge Pioniere wurden angehalten ihre Eltern zu bespitzeln und die sozialistische Erziehung konnte diesbezüglich auch auf Erfolge verweisen.
In den 50er Jahren war es relativ einfach die Seiten zu wechseln, der familäre Zusammenhang zwischen Bürgern Westdeutschlands und "Ostdeutschland" war noch einigermaßen stabil und was man bei den gegenseitigen Besuchen sah und erlebte ließ die DDR in jeder Hinsicht nicht sehr gut aussehen, Wer Verwandtschaft im Westen hatte, versorgte sich über Diese mit den Sachen die es in der DDR nicht, oder nur in geringem Umfang "unter´m Ladentisch" gab, machte sich aber zugleich wegen dieser Kontakte bei den "Organen" verdächtigt und konnte durchaus damit rechnen, abgeholt und irgendwelcher strafbarer Delikte bezichtigt zu werden. Kindern bestimmter Personengruppen wurde eine umfassende Weiterbildung verweigert, zum Studium wurden laut Gesetz nur "Arbeiter-und Bauernkinder" zugelassen, sodaß gerade viele Ärzte keine Zukunft für die Weiterführung ihrer Praxen durch ihre Kinder sahen und sich , um ihren Kindern zu ermöglichen in die Fußstapfen der Eltern zu treten, für den Weggang aus der DDR entschlossen. Die Partei bestimmte und so mancher Genosse aus der Nachbarschaft brachte für diese Vorraussetzung nur sein Parteiabzeichen mit, in den 50ern nahm man es nicht so genau, ein "guter" Genosse war bei seinen Nachbarn nicht immer sehr beliebt und oft sogar Einer, mit dem man nichts zu tun haben wollte und dessen Nachbarschaft sogar eine gewisse Angst einflößte!
Wenn man über diese Zeit spricht, darf man auch eine "Hilde Benjamin" http://de.wikipedia.org/wiki/Hilde_Benjamin nicht vergessen, Justizministerin und vorsitzende Richterin in vielen "politischen" Prozessen. In dieser Person liegt auch schon ein Teil der Antwort auf die Frage, warum so viele Menschen die DDR verlassen hatten. Die Menschen hatten einfach nur Angst, in die Fänge der von ihr vertretenen "Gerechtigkeit" zu gelangen. Und daß es in den Westzonen sich seinerzeit auch noch besser und freier leben ließ, ist natürlich auch nicht von der Hand zu weisen, schließlich lebt man ja nur einmal! Nach der Niederschlagung des "Volksaufstandes" vom 17. Juni 1953 verloren auch die größten Optimisten die Hoffnung daß sich in Bezug auf "Freiheit" "Gerechtigkeit", "Demokratie" etwas zum Besseren ändern würde und der Personenkult um Ulbricht und Genossen nahm Ausmaße an, die die "Reisewelle" in den Westen verstärkten, man sah sich einfach nicht zu Hause in einem Staat, in dem man sich nicht wohlfühlte. Es gab keine Freiheit, für einen Witz konnte man eingesperrt werden, nach Allem mußte man anstehen, die Versorgung war miserabel, aber am 1. Mai mußte man hinter den Konterfei´s der "geliebten" Führung hinterherlaufen, Fähnchenschwingend sein eigenes Dilemma beklatschen und die Verursacher dieser Zustände hochleben lassen. Perverser ging es eigentlich nicht mehr und die Vorbilder hierfür lagen zeitlich gesehen noch gar nicht weit zurück. Ich habe hier aus meiner Sicht aufgezählt wieso Menschen die DDR verlassen hatten und gebe allerdings zu, daß die Gründe bestimmt nicht vollzählig sind, die "Angst" war aber in jedem Falle immer dabei.
Ist es nicht schlimm, wenn man vor der eigenen Führung Angst haben mußte??
Schönen Gruß aus Kassel.



Sellten solch einen verallgemeinernden Unfug gelesen.


nach oben springen

#260

RE: Wieso nannte sich die DDR "Demokratische" Republik?

in DDR Staat und Regime 28.01.2011 14:50
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat Alfred
Sellten solch einen verallgemeinernden Unfug gelesen.
[/quote]



Alfred deine Antwort zeigt, dass du entweder in dieser Zeit, die wosch beschreibt, nicht in der DDR gelebt hast ( Gnade der späten Geburt) oder du setzt dich bewußt über die Fakten aus dieser Zeit hinweg. Der 2.Grund passt gut zu Mitarbeitern des Ministeriums für ............................. Facit: in jedem Fall keine Ahnung, bewusst oder unbewusst.


Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen



Besucher
5 Mitglieder und 35 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: TalSiar
Besucherzähler
Heute waren 295 Gäste und 29 Mitglieder, gestern 3617 Gäste und 188 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14376 Themen und 558749 Beiträge.

Heute waren 29 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen