#1

Drogenkonsum Problem in West Berlin

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.09.2010 12:07
von Angelo | 12.396 Beiträge

Nun jetzt habe ich mal wieder eine Frage zu West Berlin. In den 80er Jahren hatte West Berlin ja ein großes Problem mit Drogen gerade um den Bahnhof Zoo wir erinnern uns noch an das Buch Christiane F " Wir Kinder vom Bahnhof Zoo"

Jetzt zu meiner Frage wie kahmen die ganzen Drogen eigentlich nach West Berlin ? Über die Transitstrecken ? Die Gefahr dort aufzufliegen war ja sehr hoch wenn ich das mal so sagen darf. Wie war es denoch möglich so viele Drogen nach West Berlin zu bekommen ?

Hatten die Drogen-Kartelle vielleicht Verbindungsleute bei den Grenztruppen ?

Ja wieder eine heikle Frage aber auf jedenfall eine Diskussion wert


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#2

RE: Drogenkonsum Problem in West Berlin

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.09.2010 12:32
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Hahahaha Angelo, die devisenschwache DDR hat womöglich da mitgeholfen um Westberlin zu schwächen.....Westberlin war der DDR-Führung ja sowieso ein Dorn im Auge.....frag doch mal Alexander Schalck Golodkowski......

Zitat von Wiki
Als stellvertretender Minister, Staatssekretär, ZK-Mitglied und Leiter der KOKO war Schalck-Golodkowski einer der wichtigsten Männer der DDR-Wirtschaft und Angehöriger der Nomenklatura. Durch seinen Zugriff auf Westwaren aller Art war er innerhalb der DDR-Führung eine gefragte und hofierte Persönlichkeit. Die KOKO verfügte auch über die beschlagnahmten Waren der Zollverwaltung der DDR, welche sie zum Teil in Form von Präsenten an Parteifunktionäre wieder in Umlauf brachte, teilweise auch nach DDR-Recht illegale Waren, wie pornografische Produkte oder Drogen.
.
.
.
.Bei der Auflösung seiner alten Wirkungsstätte kommerzielle Koordinierung wurden jedoch nach und nach weitere dubiose Einzelheiten seiner Tätigkeiten bekannt. In der Folge wurden mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet. Unter anderem wurden Schalck-Golodkowski der Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, Veruntreuung, Betrug und Spionage vorgeworfen.
.
.
.
Das Ermittlungsverfahren wegen „Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz“ wurde 1992 und das Verfahren wegen „Veruntreuung“ von Milliardenbeträgen der DDR-Regierung durch Überweisungen ins Ausland 1993 eingestellt.



Ich weiß ja nich, aber ich könnt's mir echt vorstellen, das über die DDR so einige verbotene Stoffe in der BRD und Westberlin gelandet sind.....

groetjes

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
zuletzt bearbeitet 06.09.2010 12:47 | nach oben springen

#3

RE: Drogenkonsum Problem in West Berlin

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.09.2010 12:55
von Eumel | 139 Beiträge

Es gab Flugzeuge und Transit. Gerade einen Drogenkurier im Transit zu erwischen war nicht so einfach. Falls einer im Transit Kondome geschluckt hatte, brauchtest du schon einen guten Grund, den stundenlang warten zu lassen. Hat man ja nicht gerade von aussen angesehen. Eine andere Sache war das diplomatische Gepäck, auch da verdienten sich einige ein Zubrot.

Drogenspürhunde gab es auch schon zu DDR-Zeiten. Ab und an wurde auch mal ein Fund gemacht.

Das die KOKO Westberlin mit Drogen versorgt hat, halte ich für ein Gerücht. ;)

P.S.: Wo ist denn der Zwinkersmilie abgeblieben?


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#4

RE: Drogenkonsum Problem in West Berlin

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.09.2010 13:04
von Angelo | 12.396 Beiträge

Zitat von Eumel


P.S.: Wo ist denn der Zwinkersmilie abgeblieben?



Der macht noch Urlaub bis heute Mittag

OK zurück zum Thema
Also ich habe mir das halt immer schwer vorgestellt West Berlin mit Drogen zu versorgen gerade wegen den Grenzkontrollen. Klar Kondome konnte man schlucken da mußt aber dann schon einige am Tag mit vollen Kondomen durch die Grenzkontrollen geschleust worden sein. In den 80er Jahren war West Berlin eine Drogen Hochburg gewesen obwohl es ja eigentlich ein Insel im NO Drogen Staat war


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#5

RE: Drogenkonsum Problem in West Berlin

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.09.2010 13:14
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Eumel
Es gab Flugzeuge und Transit. Gerade einen Drogenkurier im Transit zu erwischen war nicht so einfach. Falls einer im Transit Kondome geschluckt hatte, brauchtest du schon einen guten Grund, den stundenlang warten zu lassen. Hat man ja nicht gerade von aussen angesehen.



@eumel, bei den fluglinien kam meistens der tip von den stewardessen, dass der und der gast nichts gegessen hat. war dann meistens auch der entscheidene ersthinweis...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#6

RE: Drogenkonsum Problem in West Berlin

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.09.2010 16:34
von X-X-X (gelöscht)
avatar

Heroin wurde generell in Kondomen (geschluckt) mit den Zug nach West-Berlin gebracht.

Jens


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#7

RE: Drogenkonsum Problem in West Berlin

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.09.2010 16:36
von Angelo | 12.396 Beiträge

Zitat von KID
Heroin wurde generell in Kondomen (geschluckt) mit den Zug nach West-Berlin gebracht.

Jens



Ja und einigen wurde das zum Verhängnis denn wenn die Kondom nur ein kleines Loch hatten dann trat das Heroin in den Magen aus und dann hat es auch nicht lange gedauert bis der jenige tot war


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#8

RE: Drogenkonsum Problem in West Berlin

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 06.09.2010 17:28
von Merkur | 1.021 Beiträge

Zitat von Angelo
Die Gefahr dort aufzufliegen war ja sehr hoch wenn ich das mal so sagen darf. Wie war es denoch möglich so viele Drogen nach West Berlin zu bekommen ?

Hatten die Drogen-Kartelle vielleicht Verbindungsleute bei den Grenztruppen ?




Es flogen ja auch jede Menge Personen auf, die Drogen mit sich führten. Im Analysezeitraum 01.01-30.09.1980 wurden 151 Fälle mit 77,3 kg Rauschgift zur versuchten Ein- und Durchfuhr von Rauschgift in die DDR festgestellt.
In 27 Fällen handelte es sich um den Versuch, Rauschgift als Schmuggelware in Mengen bis zu 13,7 kg Haschisch bzw. 1,5 kg Heroin auf den Transitwegen durch die DDR nach Westberlin zu schleusen. Die bevorzugten Transportwege waren der Flugverkehr aus dem Nahen Osten (Libanon, Syrien, Türkei) über Budapest bzw. Sofia nach Berlin-Schönefeld, der Eisenbahntransitverkehr Moskau-Berlin sowie die Flugroute Moskau-Berlin.
Gegen 40 der insgesamt 42 ermittelten Täter wurden Ermittlungsverfahren mit Haft eingeleitet. Hinsichtlich der Staatsangehörigkeit handelte es sich bei diesen Personen überwiegend um Libanesen (18), Türken (9) und Ägypter (5), die im Rahmen des organisierten Drogenhandels als Transporteure angeworben wurden. Das Rauschgift wurde in gut präparierten Containern sowie bei kleineren Mengen, vor allem bei Heroin, auch in Körperöffnungen und am Körper transportiert.

Die zweite Frage lasse ich mangels Ernsthaftigkeit mal unbeantwortet.



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#9

RE: Drogenkonsum Problem in West Berlin

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 07.09.2010 13:21
von Eumel | 139 Beiträge

Zitat von Angelo

Zitat von KID
Heroin wurde generell in Kondomen (geschluckt) mit den Zug nach West-Berlin gebracht.

Jens



Ja und einigen wurde das zum Verhängnis denn wenn die Kondom nur ein kleines Loch hatten dann trat das Heroin in den Magen aus und dann hat es auch nicht lange gedauert bis der jenige tot war




Genau da lag ja auch das Problem.

Wie Gilbert schon schrieb, es gab ja manchmal auch konkrete Hinweise. Diese Personen wurden dann herausgelöst und einer intensiveren Kontrolle unterzogen. Wurde dann aber nix gefunden, konntest du nur warten lassen.

Persönlich kann ich mich an einen Schwarzen erinnern, der einfach nur wie stumm im Verwahrraum saß und auch augenscheinlich schon nicht ganz zurechnungsfähig war. Trinken wollte er nichts und aufs Klo schon gar nicht. In diesem Fall wurde er dann einfach irgendwann weiter geschickt. Es gab zwar einen Hinweis, aber eben nichts konkretes. So genau weiss ich heute nicht mehr, warum er nicht dem Med-Dienst zugeführt wurde. Bei USA-Bürgern ging das z.B. auch nicht so einfach. Körperlich war er ja auch noch in Ordnung. Er wirkte aber wie im Lummerland. Wäre er eventuell an der Grenze gestorben, wäre das nicht so prickelnd gewesen.

Natürlich wurde bei vielen Fällen auch der Medizinische Dienst hinzugezogen. Dazu musste es sich aber um einen konkreten Verdacht und im besten Fall um eine bestätigte Massnahme handeln. Man konnte die ja jetzt nicht zum Magenauspumpen anstellen lassen. Flugzeuge aus bestimmten Herkunftsländern waren voll besetzt. Gilbert wird es auch kennen, dass da Passprobleme an der Tagesordnung waren. Zurück ging nicht ... also nach Westberlin (deswegen gab es ja dann auch 1983(?) die Beschwerde von westberliner Seite). Jetzt kam also so ein Schwung zur Zollkontrolle und Passkontrolle zur Ausreise. Zoll war im Prinzip schon in Schönefeld und da sie im Normalfall in Bussen gebracht wurden, konnten die da auch höchstens noch untereinander tauschen (Die Kondome sicher nicht ). Passkontrolle diente da auch höchstens zur Schulung von Erkennung von Fälschungen und Verfälschungen) und natürlich ob noch die Anzahl der Personen stimmt. Von diesen Leuten haben sicher einige ihr Flugticket mit "Gefälligkeiten" bezahlt.

Was ich damit sagen will: Sicher wurde im normalen Reiseverkehr intensiv auch nach Rauschgift gesucht. Es wurde versucht, professionell Schmuggler und auch auch Kleinkriminelle zu erwischen. In einem vollen Transitzug oder auch bei einigen "Einwanderungswellen" stieß dann aber auch das Kontrollsystem an seine Grenzen.


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#10

RE: Drogenkonsum Problem in West Berlin

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 07.09.2010 15:05
von josy95 | 4.915 Beiträge

Ich bin jedenfalls froh, das es in der DDR nicht so einfach war, an Drogen zu kommen. Will mal sagen, nicht unmöglich aber es bedurfte schon einiger Anstrengungen bzw. Fachwissen´.

Da mein Papa ja einen pharmazeutischen Beruf ausübte, erzählte er mir, das z. Bsp. die Herstellung von Opium gar nicht so schwer ist. Opium wird ja bekanntlich aus der reifen Mohnkapsel gewonnen, mehr möchte ich aus verständlichen Gründen dazu nicht schreiben.

Mein Papa arbeitete nach dem Diebstahl seiner Firma durch stalinistische Diebesbanden in einer vokseigenen Pharmafirma in Wernigerode, die Betriebsteil des Germed- Kombinates Arzeneimittelwerk Dresden war. Zur Mohnernte gab es dort immer die Bezeichnung "Mohnkampangne", d. h. frisch gernteter Mohn wurde von LPG- Feldern aus der näheren und auch weiteren Umgebung angeliefert und verarbeitet. Aus dem gewonnenen Saft stellte man Medizin her, u. a. rezeptpflichtige Magentropfen. Gibt es glaub ich heute noch, damals nannten die sich Paverysat.
Schon die Anbauflächen zur Reifezeit des Mohnes als auch die Ernte und Transport waren verstärkt von VP und und ZivielkräftenMfS (verm. mal MfS) überwacht, während der laufenden Kamangne war auch der Betrieb zusätzlich und verstärkt überwacht. Man arbeitete zu dieser Zeit auch nicht in Normalschicht, sondern in drei schichten. Auch wurden verstärkt Taschenkontrollen beim Verlassen des Betriebes durchgeführt. Man wir schon gewußt haben, warum.

Die Suchtabteilung des Diakoniekrankenhauses in Elbingerode behandelte auch zu DDR- Zeiten neben Alkoholsucht auch schon Drogensucht. Hier soll es sich aber um mehr oder weniger Einzelfälle und Korifeen aus Politik, Wirtschaft und Kultur gehandelt haben.

Ich denke mal, auch über Reisekader sind neben den anderen hier schon genannten Wegen Drogen in die DDR gelangt. Nur war es eben rotzgefährlich, damit erwischt zu werden. Und das war auch gut so!

Anderseits kann ich mir vorstellen, das bei einer ideologischen oder landläufig als "kalt" bezeichneten Kriegsführung Drogen eine nicht unwichtige Rolle gerade bei Geheimdiensten spielen, um den Gegner zu zersetzen. Auch wird die hier schon genannte Firma KoKo da ein sehr einträgliches Deviesengeschäftsfeld erkannt haben. Und wär nicht KoKo gewesen, wenn sie ihre schmutzigen Finger da nicht im Spiel mit gehabt hätte. Viele Beweise dafür wird man mit dem Zusammenbruch der DDR auch als hochbrisantes Material sofort vernichtet haben. Und wer weiß, wer da in den alten Bundesländern oder im übrigen westlichen Ausland noch kräftig mitverdient hat.... Auch werden über den Transitweg der Westallierten die einen oder anderen Drogen nach westberlin gelangt sein. Da kann man mit einer großen Sicherheit von ausgehen.


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 08.09.2010 12:06 | nach oben springen

#11

RE: Drogenkonsum Problem in West Berlin

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 07.09.2010 17:26
von Jameson | 759 Beiträge

Zitat von josy95
Ich bin jedenfalls froh, das es in der DDR nicht so einfach war, an Drogen zu kommen. Will mal sagen, nicht unmöglich aber es bedurfte schon einiger Anstrengungen bzw. Fachwissen´.

Da mein Papa ja einen pharmazeutischen Beruf ausübte, erzählte er mir, das z. Bsp. die Herstellung von Opium gar nicht so schwer ist. Opium wird ja bekanntlich aus der reifen Mohnkapsel gewonnen, mehr möchte ich aus verständlichen Gründen dazu nicht schreiben.

Mein Papa arbeitete nach dem Diebstahl seiner Firma durch stalinistische Diebesbanden in einer vokseigenen Pharmafirma in Wernigerode, die Betriebsteil des Germed- Kombinates Arzeneimittelwerk Dresden war. Zur Mohnernte gab es dort immer die Bezeichnung "Mohnkampangne", d. h. frisch gernteter Mohn wurde von LPG- Feldern aus der näheren und auch weiteren Umgebung angeliefert und verarbeitet. Aus dem gewonnenen Saft stellte man Medizin her, u. a. rezeptpflichtige Magentropfen. Gibt es glaub ich heute noch, damals nannten die sich Paverysat.
Schon die Anbauflächen zur Reifezeit des Mohnes als auch die Ernte und Transport waren verstärkt von VP und und ZivielkräftenMfS (verm. mal MfS) überwacht, während der laufenden Kamangne war auch der Betrieb zusätzlich und verstärkt überwacht. Man arbeitete zu dieser Zeit auch nicht in Normalschicht, sondern in drei schichten. Auch wurden verstärkt Taschenkontrollen beim Verlassen des Betriebes durchgeführt. Man wir schon gewußt haben, warum.

Die Suchtabteilung des Diakoniekrankenhauses in Elbingerode behandelte auch zu DDR- Zeiten neben Alkoholsucht auch schon Drogensucht. Hier soll es sich aber um mehr oder weniger Einzelfälle und Korifeen aus Politik, Wirtschaft und Kultur gehandelt haben.

Ich denke mal, auch über Reisekader sind neben den anderen hier schon genannten wegen Drogen in die DDR gelangt. Nur war es eben rotzgefährlich, damit erwischt zu werden. Und das war auch gut so!

Anderseits kann ich mir vorstellen, das bei einer ideologischen oder landläufig als "kalt" bezeichneten Kriegsführung Drogen eine nicht unwichtige Rolle gerade bei Geheimdiensten spielen, um den Gegner zu zersetzen. Auch wird die hier schon genannte Firma KoKo da ein sehr einträgliches Deviesengeschäftsfeld erkannt haben. Und wär nicht KoKo gewesen, wenn sie ihre schmutzigen Finger da nicht im Spiel mit gehabt hätte. Viele Beweise dafür wird man mit dem Zusammenbruch der DDR auch als hochbrisantes Material sofort vernichtet haben. Und wer weiß, wer da in den alten Bundesländern oder im übrigen westlichen Ausland noch kräftig mitverdient hat.... Auch werden über den Transitweg der Westallierten die einen oder anderen Drogen nach westberlin gelangt sein. Da kann man mit einer großen Sicherheit von ausgehen.


josy95




Na Josy, orakeln wir hier nicht ein bißchen zu dolle?

Ahoi Jameson



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#12

RE: Drogenkonsum Problem in West Berlin

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 07.09.2010 19:01
von Eumel | 139 Beiträge

Ich will jetzt nicht alles von Joy kommentieren, zumal so manche Wortwahl ... naja. Einige Anmerkungen dazu kann ich aber auch aus eigener Erfahrung mache.

Ich finde es ja interessant, dass ich jetzt erfahre, dass auch für die Bewachung der Mohnfelder in der DDR die Stasi verantwortlich war. Da haben wir als Kinder / Jugendlich richtig Glück gehabt. Wir sind da auf dem Heimweg nicht nur häufig vorbei gelaufen sondern haben verbotener Weise sogar dort geerntet (gemahlen zu verwenden z.B. als Mohnkuchen). Übrigens wurde in der DDR auch lange Hanf angebaut. Der THC-Anteil der Pflanzen ist mir aber nicht bekannt.

Das es Alkohol und Drogenmissbrauch auch in der DDR gab, ist ja kein Geheimnis. Drogen waren allerdings dann eher NUT bis zu Hustensaft und auch schon Pilze. Wer da tiefer eintauchen will, der sollte mal DDR-aktive Punker fragen Anderes Thema ist dann der Tablettenmissbrauch (Beruhigungsmittel wie Faustan, Schmerzmittel). Gab schon damals einige Rezepte für Mischungen.

Alkohol war das größere Problem. Das zog sich durch alle Ebenen und Schichten der Bevölkerung. Ist eben so wie heute, bei jedem Empfang und jedem Treffen gab es eben ein Gläschen. In vielen Büros stand die "Repräsentationsflasche" und auch in Betrieben wurde häufig trotz offiziellen Verbot die eine oder andere Flasche geköpft. Alkohol (zumindest Bier und auch einiger Schnaps) waren billig und lockerten jede Feier auf. Manch einer konnte dann nicht mehr ohne.

Suchtstationen gab es meines Wissens in fast jeder größer Klinik mit psychiatrischer/psychologischer Station. Wie im einzelnen das in jeden Krankenhaus war, kann ich nicht sagen. Normalerweise fing es mit Entgiftung an und ging dann über psychologische Begleitung bis zum Gesprächskreis. Es gab einen festen Tagesablauf mit ganztägiger Beschäftigung, die nicht immer sinnvoll war. ... und nein ... ich war nicht zur Entgiftung Hatte aber etwas Einblick und auch Bekannte die da arbeiteten.


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#13

RE: Drogenkonsum Problem in West Berlin

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 07.09.2010 19:09
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Zitat von Jameson
Na Josy, orakeln wir hier nicht ein bißchen zu dolle?



Naja....wie gesacht....ich könnt's mir auch vorstellen.....es liegt so verdammt nahe....Ermittlungen gab es jedenfalls jede Menge....allerdings verliefen die im Sande....was aber nichts heißt.....

Aloha aus der Gegend von Ravenna

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
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#14

RE: Drogenkonsum Problem in West Berlin

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 07.09.2010 19:15
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Zitat von Eumel
Übrigens wurde in der DDR auch lange Hanf angebaut. Der THC-Anteil der Pflanzen ist mir aber nicht bekannt.



Hier mal ein interessanter Film über den Wahnsinn Hanf zu verbieten......Hanf ist ein wirklich universeller Rohstoff....aber bloß weil das THC haltige Hanf verboten ist, verbietet man normalen Hanf gleich mit......völlig idiotisch......



groetjes

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
zuletzt bearbeitet 07.09.2010 19:19 | nach oben springen

#15

RE: Drogenkonsum Problem in West Berlin

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 08.09.2010 12:27
von josy95 | 4.915 Beiträge

[quote="Eumel"]
(Zitat @Eumel Auszug)

Ich will jetzt nicht alles von Joy kommentieren, zumal so manche Wortwahl ... naja. Einige Anmerkungen dazu kann ich aber auch aus eigener Erfahrung mache.

Ich finde es ja interessant, dass ich jetzt erfahre, dass auch für die Bewachung der Mohnfelder in der DDR die Stasi verantwortlich war....


Hallo,
bevor die Sprachpoliziei wieder vollends zuschlägt und mir vielleicht noch eine Buße aufererlegt :

Fakt ist eines, in den Transportfahrzeugen (LKW) zu dem Verarbeitungsbetrieb, wo seinerzeit mein Papa arbeitete (die Firma existiert dort nicht mehr, war am Ortsausgang Wernigerode, B 244 Richtung Elbingerode/ Oberharz. Heute steht dort ein *ldi- Markt) fuhr immer eine Begleitperson mit, teils uniformierter VP- Angehöhriger, teils Zivilist. Ankunftsverwiegung und Entladeprozeß wurde von dieser Person akriebisch überwacht und dokumentiert, der verantwortliche Mitarbeiter (Schichtleiter, was teilweise auch mein Vater war) mußte immer gegenzeichnen.

Es gab immer einige kleinere Gewichtsdifferenzen zwischen Be- und Entladung, schon allein durch den Verdunstungsprozess von Feuchtigkeit (Wasser), was für manchen dieser Herren ein schier unlösbares Problem gewesen ist, vermutlich in Physik und Biologie nicht richtig aufgepaßt

Also ist hier von mir nie die Rede gewesen, das die Stasi für die Bewachung der Mohnfelder zuständig war. Wer eins und eins zusammzählen kann, wird auch auf den Gedanken kommen, das die zivielen Begleiter auch gut und gern Mitarbeiter der VP in Zivil, vermutlich dann Mitarbeiter der Abteilung K (Kriminalpolizei) gewesen sein können..., also hier bitte nicht alles auf die Goldwage legen!

Die Mohnkampangne (Ernte) konnte immer nur zu einem gewissen Reifeprozess des Mohnes stattfinden, muß wohl sehr entscheidend Ertrag und Qualität beeinflussen und dauerte meines Erinnerungsvermögens nach immer nur max. 3 Wochen. Wie alle Pflanzen, macht auch der Mohn gewisse Reifephasen durch und darum läßt sich Op**m nur in einer gewissen Reifephase gewinnen.
Warum soll das so abwegid, orakelnd sein, das hier Anbau, Ernte ect. auf den Feldern sehr gewissenhaft und akriebisch überwacht wurden?


Und nochwas: Es gab eine zentrale Vorgabe des Ministeriums für Land-. Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft der DDR, eine Festlegung, die nannte sich "Schutz der Ernte". U. a. auch wie schon im Thread zu den freiwilligen Feuerwehren in der DDR beschrieben, um die Ernte vor Brandverlusten beginnend auf den Feldern bis über Einbringung, Transport und Lagerung zu schützen, aber auch um Diebstahl der Ernte zu verhindern. Erntediebstahl gerade bei Getreide, Kartoffeln, Rüben, Mais, eigentlich bei fast allem Erntegut war in der DDR auch ein weit verbreitetes Problem. Manch ein unlauterer Geselle verdiente sich hier über das Klauen von Erntegut als Futtermittel für seine Haustierhaltung sein Zubrot mit. Und da kam es auf/ an "normalen" Anbauflächen nicht selten vor, das diese verstärkt von der VP, meißt im Gefolge von freiwillgen Helfern, bestreift wurden, um Erntediebe zur Strecke zu bringen.

Bei Mohn kann ich mir auch gut vorstellen, das einige der daraus gewonnenen Extrakte ein begeehrtes und Deviesen bringendes Exportgut waren, und damit volkswirtschaftlich für die DDR von großer Bedeutung.


Und was bitte schön ist orakelnd oder total aus dem Reich der Fantasie, schlecht an meiner Wortwahl, das u. a. eine Firma KoKo beim Drogenhandel u. a. Richtung Westberlin nicht die Finger mit im Spiel gehabt haben soll? Denen war und ist doch alles zuzutrauen. Es ist doch auch zweifelsfrei bewiesen, das die Geschäfte der KoKo und ihres führenden Kopfes Alexander Schalk- Golodkowski oft auch Legalität und Gesetze der DDR überschritten. Und war Herr Schalk- Golodkowski etwa kein Mitarbeiter, Angehöhriger des MfS???? Aber eben ein ganz, ganz Cleverer. Das muß man ihm lassen! Sonst hätte man ihn ja nach der Wende bestimmt ganz anders zur Verantwortung gezogen, oder??? Und ihm nicht ein geruhsames Leben am Tegernsee ermöglicht. Allles vergessen, alles Schwindel, erfunden, aus dem Reich der Fantasie???
Gestern wie heute und auch in Zukunft, Drogen: Zwar ein schmutziges, aber extrem profitabeles Geschäft. Damals bestimmt nicht in den Dimensionen wie heut. Wie dem auch sei.

Klar, es ist eine Spekulation, weil ich selbst keine beweisträchtigen Unterlagen hab, woher auch!!!???
Wenn, wie schon geschrieben, sind die eeh verschwunden, vernichtet. Hätte ja manchen bestimmt auch in den Alt- Bundesländern und im übrigen westlichen Wirtschaftsgebiet um Kopf und Kragen bringen können..., nicht nur in der Nähe vom Tegernsee....


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

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zuletzt bearbeitet 08.09.2010 13:00 | nach oben springen

#16

RE: Drogenkonsum Problem in West Berlin

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 09.09.2010 12:26
von Eumel | 139 Beiträge

Zitat von josy95

Schon die Anbauflächen zur Reifezeit des Mohnes als auch die Ernte und Transport waren verstärkt von VP und und ZivielkräftenMfS (verm. mal MfS) überwacht, während der laufenden Kamangne war auch der Betrieb zusätzlich und verstärkt überwacht. Man arbeitete zu dieser Zeit auch nicht in Normalschicht, sondern in drei schichten. Auch wurden verstärkt Taschenkontrollen beim Verlassen des Betriebes durchgeführt. Man wir schon gewußt haben, warum.

josy95




Ich bezog mich darauf. Hatte also nicht unbedingt mit "Worten und Goldwaage" zu tun

Ansonsten finde ich es interessant, wie es so mit dem Mohn, auch von "unseren" Feldern weiterging. Ob verschiedene Mohnsorten angebaut wurden?


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#17

RE: Drogenkonsum Problem in West Berlin

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 28.09.2010 16:53
von Blanco (gelöscht)
avatar

Ich bin in Berlin (West) geboren und aufgewachsen und habe daher den Transitverkehr durch die DDR per Auto des öfteren "genossen". Ich habe mehrfach sehr hohes Verkehrsaufkommen miterlebt, sodass es auch an den Kontrollstellen kaum möglich gewesen sein dürfte, alles pingelig genau zu kontrollieren. Für gewöhnlich wurden bei den Transitreisenden lediglich Kontrollen der Personalausweise (in Berlin (West) "behelfsmäßiger Personalausweis") bzw. der Pässe durchgeführt und Transitvisa erteilt. Für aufwändigere Fahrzeug- oder Insassenkontrollen hatten die Grenzer gar keine Zeit. Gerade bei erhöhtem Verkehrsaufkommen ging die Abfertigung wie im Akkord am Fließband. Unter diesen Umständen war es natürlich möglich, alles mögliche nach Berlin (West) zu schmuggeln. Die Ladungen von Lkw's im Transitverkehr wurden normalerweise auch nicht kontrolliert, da die Lkw's verplombt die DDR durchfuhren.

In Bezug auf Drogenschmuggel waren die Kontrollen der DDR-Grenzer im Transitverkehr mit Sicherheit nicht schärfer oder akribischer als es bei jedem anderen europäischen Staat heute ist. Es wurden sicherlich bei Verdachtsfällen Stichprobenkontrollen gemacht - wie man es heute auch machen würde.

Wenn man als Transitreisender durch die DDR durchgefahren war, wurde man bei seiner Ankunft in Berlin (West) bzw. in der Bundesrepublik im Normalfall überhaupt nicht kontrolliert.


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#18

RE: Drogenkonsum Problem in West Berlin

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 21.03.2013 19:47
von Harzwanderer | 2.933 Beiträge

Ich erinnere mich damals an das Gerücht, ein Drogenpfad für die harten Sachen habe aus dem Libanon über den Flughafen Schönefeld und den Grenzübergang Friedrichstraße nach West-Berlin geführt. Das hätte der Westen nie mitgekriegt, wer da alles kommt und geht. Hasch kam eher aus Holland, war ja dort legal zu haben.

Heute weiß man ja, dass die DDR bei PLO, RAF etc. in größerem Stil Leute mit Waffen durch ihre sehr strengen Grenzkontrollpunkte nach West-Berlin und zurück hat gelangen lassen, so dass ich mir das mit einer wohlwollenden Duldung von Drogenschmuggel auch vorstellen könnte. (ohne es beweisen zu können). Es gab auch tausende tamilische Asylbewerber aus dem Bürgerkrieg Sri Lanka, die ohne jegliches Geld, ohne Ausweis und ohne ein Wort deutsch von der DDR per IF nach Schönefeld geflogen wurden, um dann in West-Berlin Asylanträge zu stellen und dort natürlich hohe Kosten zu verursachen. Das roch schon etwas nach systematischer Destabilisierungskampagne. War halt Kalter Krieg.


zuletzt bearbeitet 21.03.2013 20:06 | nach oben springen

#19

RE: Drogenkonsum Problem in West Berlin

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 21.03.2013 20:10
von Vogtländer (gelöscht)
avatar

Die Balkan-Route (Türkei-Bulgarien-Deutschland) gabs mitttels Lkw und Flugzeug.Gerade bei den Türken und Bulgaren wurde an denÜbergängen und in Schönefeld durch Zoll gerne und oft kontrolliert und so mancher Kondom ausgepupst mittels Beschleuniger.
Das nicht alles gefunden wurde,das dürfte klar sein.


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#20

RE: Drogenkonsum Problem in West Berlin

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 21.03.2013 20:29
von passport | 2.640 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #18
Ich erinnere mich damals an das Gerücht, ein Drogenpfad für die harten Sachen habe aus dem Libanon über den Flughafen Schönefeld und den Grenzübergang Friedrichstraße nach West-Berlin geführt. Das hätte der Westen nie mitgekriegt, wer da alles kommt und geht. Hasch kam eher aus Holland, war ja dort legal zu haben.

Heute weiß man ja, dass die DDR bei PLO, RAF etc. in größerem Stil Leute mit Waffen durch ihre sehr strengen Grenzkontrollpunkte nach West-Berlin und zurück hat gelangen lassen, so dass ich mir das mit einer wohlwollenden Duldung von Drogenschmuggel auch vorstellen könnte. (ohne es beweisen zu können). Es gab auch tausende tamilische Asylbewerber aus dem Bürgerkrieg Sri Lanka, die ohne jegliches Geld, ohne Ausweis und ohne ein Wort deutsch von der DDR per IF nach Schönefeld geflogen wurden, um dann in West-Berlin Asylanträge zu stellen und dort natürlich hohe Kosten zu verursachen. Das roch schon etwas nach systematischer Destabilisierungskampagne. War halt Kalter Krieg.


WO HAST DU DENN DIESEN UNSINN HER ???

passport


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