#1

Mein erster Tag bei der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 05.09.2010 14:18
von MatNag (gelöscht)
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Hallo.
Gestern jährte sich zum 20. Mal (Kinder wie die Zeit vergeht!!) mein Eintritt in die (damals noch) NVA.
Ich betrat mit einem mulmigen Gefühl und dem EB in der Hand die Kaserne, eingedenk der ganzen Schauergeschichten die man so über "den Geist" in solchen Einrichtungen gehört hatte.
Wie war das bei Euch...gabs positive oder negative Überraschungen, wie es z.B. im Film "NVA" dargestellt wurde?

Meldet euch mal.


zuletzt bearbeitet 05.09.2010 14:22 | nach oben springen

#2

RE: Mein erster Tag bei der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 05.09.2010 14:43
von Diskus303 (gelöscht)
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Hallo,

waren die "Einzugstermine" nicht immer Anfang Mai und Anfang November??


zuletzt bearbeitet 05.09.2010 14:43 | nach oben springen

#3

RE: Mein erster Tag bei der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 05.09.2010 14:48
von MatNag (gelöscht)
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Zitat von Diskus303
Hallo,

waren die "Einzugstermine" nicht immer Anfang Mai und Anfang November??



Bin am 04.09.1009 eingezogen worden. steht auch so in meinem NVA-WDA.
Eine Rarität übrigens....weil das Siegel des Klassenfeindes auch mit drin ist.
Wir brauchte ja neue Truppenausweise, die gab es aber nicht sofort, deshalb schnell ein Bw-Siegel unter das DDR-NVA-Siegel des Fotos...schwupss....fertig ist der vorläufige NVA-Bw-Truppenausweis.


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#4

RE: Mein erster Tag bei der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 05.09.2010 14:53
von Diskus303 (gelöscht)
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Hallo,

Zitat von MatNag

Zitat von Diskus303
Hallo,

waren die "Einzugstermine" nicht immer Anfang Mai und Anfang November??



Bin am 04.09.1009 eingezogen worden. steht auch so in meinem NVA-WDA.
Eine Rarität übrigens....weil das Siegel des Klassenfeindes auch mit drin ist.
Wir brauchte ja neue Truppenausweise, die gab es aber nicht sofort, deshalb schnell ein Bw-Siegel unter das DDR-NVA-Siegel des Fotos...schwupss....fertig ist der vorläufige NVA-Bw-Truppenausweis.




also quasi schon unter Kaiser "Barabarossa" gedient ?? Respekt ....
Sozusagen "Auferstehung" des 1000 jährigen Reiches....


zuletzt bearbeitet 05.09.2010 14:54 | nach oben springen

#5

RE: Mein erster Tag bei der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 05.09.2010 16:22
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Mat Nag, jetzt müßte nur noch geklärt werden...NVA gleich Nationale Volksarmee...oder Grenztruppen der DDR, ihre "Untertruppe oder Elitetruppe oder was weiß ich?" Ich verband mit NVA immer die "Mucker", die Mot-Schützen hieß es glaube ich im Armeesprachgebrauch.
Sollten die Grenztruppen gemeint sein...wir haben meiner Ansicht schon den Fred und vielleicht kann Jemand helfen?

Rainer-Maria


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#6

RE: Mein erster Tag bei der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 05.09.2010 17:56
von MatNag (gelöscht)
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Tschuldigung!
Sollte natürlich 1990 heißen.
Ich wurde zu einer Raketentechnischen Basis eingezogen....oder das was davon noch über war.
Ob die Grenztruppen nun ein "Unternehmen" der NVA Ltd. waren, oder eine Spezialtruppe, oder ein eigener Club waren...weiß ich nicht.


zuletzt bearbeitet 05.09.2010 18:00 | nach oben springen

#7

RE: Mein erster Tag bei der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 05.09.2010 18:01
von MatNag (gelöscht)
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also quasi schon unter Kaiser "Barabarossa" gedient ?? Respekt ....
Sozusagen "Auferstehung" des 1000 jährigen Reiches....[/quote]

Dann hätte er ja mal vielleicht ein paar Kreuzzüge gewinnen können.


zuletzt bearbeitet 05.09.2010 18:02 | nach oben springen

#8

RE: Mein erster Tag bei der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 05.09.2010 21:26
von torpedoschlosser | 330 Beiträge

Zitat von MatNag

also quasi schon unter Kaiser "Barabarossa" gedient ?? Respekt ....
Sozusagen "Auferstehung" des 1000 jährigen Reiches....



Dann hätte er ja mal vielleicht ein paar Kreuzzüge gewinnen können.[/quote]
es ist nicht böse gemeint, aber solche "Verschreiber" passieren nun mal. Echt köstlich, habe herzlich darüber gelacht. Solche humorigen Einlagen tun dem Forum gut!! Dann kommen noch entsprechende Bemerkungen dazu.....


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#9

RE: Mein erster Tag bei der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 05.09.2010 22:00
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von MatNag

Zitat von Diskus303
Hallo,

waren die "Einzugstermine" nicht immer Anfang Mai und Anfang November??



Bin am 04.09.1009 eingezogen worden. steht auch so in meinem NVA-WDA.
Eine Rarität übrigens....weil das Siegel des Klassenfeindes auch mit drin ist.
Wir brauchte ja neue Truppenausweise, die gab es aber nicht sofort, deshalb schnell ein Bw-Siegel unter das DDR-NVA-Siegel des Fotos...schwupss....fertig ist der vorläufige NVA-Bw-Truppenausweis.



es gibt einige raritäten,eine habe ich auch.ich sollte november 1989 mal wieder zum 2.mal zur reserve.ende oktober kam ein schreiben zum brötchenverkauf wie wir sagten.solch eine schlange vor dem wehrkreiskommando sah ich vorher nie.am 31.10.89 war mein termin,rein in die baracke mit 30 mann und aus den reservedienst wurde ein m-befehl.man war ich froh und dachte wenn es los geht ist eh heikles durcheinander,dann biste weg.den habe ich heute noch zu hause.
zur nva,die war die armee,grenztruppen waren eine eigenständige einheit und entstanden weit vor meiner geburt aus der kasernierten volkspolizei.ob es zu spezialeinheiten gehörte weis ich nicht,aber wir hatten besseren sold und bessere verpflegung als normale nva einheiten und auch besseren drill denke ich,den der ging 6 monate.und hier muß ich den wessis recht gebn(nicht im shießbefehl)aber uns wurde in der ausbildung in dittrichshütte ganz eindeutig das morden im kriegsfall gelehrt auch wie man ein dumm dummgschoß macht.völkerrechtlich zweifelhaft,wir musten mmer wieder übn das bajonet in eine strohpuppe zu stechen und um 180 drehen damitdie leber zerissen wird.von hinten anspringen immer in das kreuz oder genick,war nicht fein die ausbildung,die dr nva kenne ich nicht.panzerbekämpfung hatten wir in plauen,vom panzer überrolen lassen,dann aufspringen auf den fahrenen und blenden,granate und abspringen,sowie durch feur rennen unte platzpatronenbschuß.
ich wes nicht ob das nun besondere ausbildung war oder allgemein üblich,waren nur auszüge.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 05.09.2010 22:16 | nach oben springen

#10

RE: Mein erster Tag bei der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 06.09.2010 09:18
von moreau | 384 Beiträge

@EK82/2

Diese Ausbildung kenne ich auch, besonders Nahkampf mit und ohne Waffen bis zum Erbrechen. (selbst als Frühsport). Ich wurde Mai 84 nach Johanngeorgenstadt zur Ausbildung gezogen.

Gruß
moreau


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#11

RE: Mein erster Tag bei der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 06.09.2010 18:35
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von EK 82/2

Zitat von MatNag

Zitat von Diskus303
Hallo,

waren die "Einzugstermine" nicht immer Anfang Mai und Anfang November??



Bin am 04.09.1009 eingezogen worden. steht auch so in meinem NVA-WDA.
Eine Rarität übrigens....weil das Siegel des Klassenfeindes auch mit drin ist.
Wir brauchte ja neue Truppenausweise, die gab es aber nicht sofort, deshalb schnell ein Bw-Siegel unter das DDR-NVA-Siegel des Fotos...schwupss....fertig ist der vorläufige NVA-Bw-Truppenausweis.



es gibt einige raritäten,eine habe ich auch.ich sollte november 1989 mal wieder zum 2.mal zur reserve.ende oktober kam ein schreiben zum brötchenverkauf wie wir sagten.solch eine schlange vor dem wehrkreiskommando sah ich vorher nie.am 31.10.89 war mein termin,rein in die baracke mit 30 mann und aus den reservedienst wurde ein m-befehl.man war ich froh und dachte wenn es los geht ist eh heikles durcheinander,dann biste weg.den habe ich heute noch zu hause.
zur nva,die war die armee,grenztruppen waren eine eigenständige einheit und entstanden weit vor meiner geburt aus der kasernierten volkspolizei.ob es zu spezialeinheiten gehörte weis ich nicht,aber wir hatten besseren sold und bessere verpflegung als normale nva einheiten und auch besseren drill denke ich,den der ging 6 monate.und hier muß ich den wessis recht gebn(nicht im shießbefehl)aber uns wurde in der ausbildung in dittrichshütte ganz eindeutig das morden im kriegsfall gelehrt auch wie man ein dumm dummgschoß macht.völkerrechtlich zweifelhaft,wir musten mmer wieder übn das bajonet in eine strohpuppe zu stechen und um 180 drehen damitdie leber zerissen wird.von hinten anspringen immer in das kreuz oder genick,war nicht fein die ausbildung,die dr nva kenne ich nicht.panzerbekämpfung hatten wir in plauen,vom panzer überrolen lassen,dann aufspringen auf den fahrenen und blenden,granate und abspringen,sowie durch feur rennen unte platzpatronenbschuß.
ich wes nicht ob das nun besondere ausbildung war oder allgemein üblich,waren nur auszüge.




Kleine Ergänzung: die Grenztruppen der DDR sind nicht aus den Kasernierten Einheiten der Deutschen Volkspolizei entstanden. Ursprung war die Deutsche Grenzpolizei mit Gründungsdatum 1946. Im Jahr 1961 (nach dem 13. August) erfolgte die Ausgliederung der DGP aus dem Bestand des Ministeriums des Innern und die Übernahme als NVA Kommando Grenze zum Ministerium für Nationale Verteidigung. Erst mit Beginn der Abrüstungsverhandlungen 1974 wurde das Kommando Grenze aus der Unterstellung der NVA herausgelöst, verblieb jedoch selbstständig im MfNV. D.h. auch die Bezeichnung Stellvertreter des Ministers und Chef der Grenztruppen.
Vielleicht noch ein Wort zur Ausbildung der Grenztruppen. Bis ca. 1984 war die Ausbildung an die mot.- Schützen Ausbildung orientiert. D.h. waren ca. 40% der Ausbildung auf dem "Gefechtsacker". Sprich also Angriff- und Verteidigung. Die Grenzdienstausbildung hatte zwar auch einen gewissen Stellenwert, war aber nicht dominant. Dies änderte sich im 1. Ausbildungshalbjahr 1984, als die Grenzdienstausbildung auch in Praktika an der Staatsgrenze durchgeführt wurde. Auch wurden die bisherigen Lehr- und Ausbildungsfächer bzw. Ausbildungsthemen spezieller im Lehr- und Ausbildungsplan berücksichtigt. So u.a. die Spurenkennung, Umgang mit Draht- und Funktechnik, Befehl Postenführer an Posten, Gegnererkennung (gegnerische Kräfte an der Staatsgrenze), takt. Verhalten bei Grenzlagen etc. Die Gefechtsausbildung wurde nunmehr nur oder fast ausschließlich nur noch im Rahmen der Verteidigung ausgebildet.
Noch ein Wort zur angesprochenen "Ausbildung" von @EK 82/2. Richtig und sich ergänzend mit meinen Ausführungen ist, dass spezifische Ausbildung vergleichbar war mit dennen der NVA. So u.a. die Panzernahbekämpfung, die Brandmittelbahn und auch die Nahkampfausbildung. Ob bei letzterem in "Strohpuppen" oder in Autoreifen - gestochen wurde, bleibt mal dahin gestellt. Richtig ist dass neben der allgemeinen Nahkampfausbildung auch nach und nach die Zweikampfausbildung bei den Grenztruppen eingeführt wurde. Was relativ wenig bekannt ist, dass auch bei den Grenztruppen der s.g. Dienstgürtel (vergleich mit dem der DVP) eingeführt werden sollte.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
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#12

RE: Mein erster Tag bei der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 06.09.2010 19:04
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

das was mich an der ausbildung am meisten beeindruckte war,als wir lernten wie jemand ohne hilfsmittel an einem baum gefesselt werden kann.vielleicht kennt dies noch jemend.person an einen etwa telefonmast dicken stamm stellen,beine über kreuz um den mast schlagen wobei die person gleichzeitig wie im schneidersitz nach unten gedrückt wird.dabei den unteren fuß wie ein reißverschluß über den oberen oberschenkel legen.
ich saß selber mal so bei der ausbildung,keine chance alleine frei zu kommen.erst durch wegdrehen einer hilfsperson von hinten kommt man frei.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#13

RE: Mein erster Tag bei der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 06.09.2010 19:18
von nimmnix | 196 Beiträge

Zitat von moreau
@EK82/2

Diese Ausbildung kenne ich auch, besonders Nahkampf mit und ohne Waffen bis zum Erbrechen. (selbst als Frühsport). Ich wurde Mai 84 nach Johanngeorgenstadt zur Ausbildung gezogen.

Gruß
moreau



geil,noch einer der in johannstadt ausgebildet wurde .
im oberen objekt oder im unteren ?

im oberen objekt (heute das rathaus von j-stadt) war die ausbildung nicht so extrem ,finde ich .
kann mich auch täuschen weil ich im winterhalbjahr 82 /83 ausgebildet wurde .
da war den ausbildern auch kalt .

super waren die kartoffelschälabende im unteren objekt ,20 thermokübel a 50 liter kartoffeln mit der hand schälen .
trotz der 16 soldaten eine zeitaufwendige sache .
jedenfalls besser als freizeit zu haben oder im soldatencafe rumzuhängen .


zuletzt bearbeitet 06.09.2010 19:20 | nach oben springen

#14

RE: Mein erster Tag bei der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 06.09.2010 19:22
von Allmi | 144 Beiträge

Hallo,

waren die "Einzugstermine" nicht immer Anfang Mai und Anfang November??

Als Längerdienende bei der NVA, waren wir glaube ich die ersten, die nicht Ende Oktober, sondern schon Ende August 1988 entlassen worden sind. Also wurden bei mir nicht ganz 4 Jahre draus. Ich nehme an, das dann die Neueinberufung ab da Anfang September bzw.Anfang März stattfand.

Allmi


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#15

RE: Mein erster Tag bei der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 30.08.2011 12:21
von boofinger | 140 Beiträge

Zitat von EK 82/2
das was mich an der ausbildung am meisten beeindruckte war,als wir lernten wie jemand ohne hilfsmittel an einem baum gefesselt werden kann.vielleicht kennt dies noch jemend.person an einen etwa telefonmast dicken stamm stellen,beine über kreuz um den mast schlagen wobei die person gleichzeitig wie im schneidersitz nach unten gedrückt wird.dabei den unteren fuß wie ein reißverschluß über den oberen oberschenkel legen.
ich saß selber mal so bei der ausbildung,keine chance alleine frei zu kommen.erst durch wegdrehen einer hilfsperson von hinten kommt man frei.



Diese Spielereien haben wir als Schüler schon auf dem Schulhof bzw. Spielplatz gemacht.
Einen "Unwissenden" aus unserer Runde ausgesucht und diesen an einen Baum gesetzt und dann weggerannt.
Der Sitzende und wir

Boofinger


„Der Weg zum Ziel ist gefährlich. Er ist die Flugbahn aller Geschosse.“ Stanislaw Jerzy, poln. Schriftsteller
* NVA * Grundwehrdienst 88-90 * 3. Raketenbrigade * Vermesser *
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#16

RE: Mein erster Tag bei der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 30.08.2011 12:48
von TOMMI | 1.987 Beiträge

Hier malm eine Frage zu den Einberufungstagen: Wieso eigentlich wurde das Wachregiment einen Monat eher eingezogen?
Ich kann mich an einen Bekannten erinnern, der wurde am 1.April eingezogen, auf dem Einberufungsbefehl stand dann noch ausdrücklich:
KEIN APRILSCHERZ !


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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#17

RE: Mein erster Tag bei der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 30.08.2011 13:16
von boofinger | 140 Beiträge

Mein Einberufungstag:
Es war ein neblig kalter nieseliger Novembertag, also genau das richtige Einberufungswetter.
Das Wecken früh an diesem Tag war etwas später als sonst. (3:30 Uhr! war üblicherweise wecken,
wenn ich Frühschicht hatte)
Also quasi ausschlafen, in ruhe frühstücken, Tasche schnappen und dann ca. 5 Minuten
Fussmarsch zum Bus (normaler Linienbus). Der war natürlich gerammelte voll.
Nach ca. 10 Minuten fahrt hielt der Bus auf der Wendeschleife direkt am Kasernentor.

Nicht wundern, ich hatte es als Grundwehrdienstler nur 10 Minuten mit dem Bus in die
Kaserne , aber als Schichtarbeiter fuhr ich jeden Tag über 30 Minuten Zug.
Von da her hatte ich unheimliches Glück gehabt.

Mit dem Einberufungsbefehl in der Hand gings durchs Kdl. Es waren überall Wegweiser aufgestellt.
Es ging zuerst ins Clubhaus in einen großen Saal.
Dort standen einige Tische mit großen Nummern und so absolvierte man nach und nach die
Stationen, wo Formulare ausgefüllt, Personaldaten erfasst und verglichen wurden, man eine
Taschenkontrolle über sich ergehen lassen musste (dort sah es aus wie in einem Schnappsladen)
und so weiter.
Irgendwann wurden wir von dort von unserem künftigen Ausbilder (ein Uffz.) abgeholt und
in unsere Unterkünfte gebracht.
Auf dieser Unterkunft (12-Mann Zimmer) waren wir nur die ersten Wochen während
der Grundausbildung. Die Späteren Zimmer waren kleinere 6-Mann Zimmer.
Es ging zur BA-Kammer zur Einkleidung, zum Medpunkt zur Untersuchung und Impfung
und zum Frisör. Es gab Einweisungen, wie die Sachen im Spint zu verstauen sind, zur
Zimmerreinigung, zum Bettenbau und zu den Trageweisen der Uniformen.
Es wurden die Zivilsachen in Karton versandfertig verpackt und abgegeben.
In dem Zusammenhang erfuhren wir auch unsere jetzige Postanschrift bzw. Postfachnummer,
die jedes Objekt hatte. PF19320 und ein Buchstabe, der die Einheit kennzeichnete.
So zog sich der erste Tag bis nach Mitternacht hin.
Die letzte Aktion war nach Mitternacht noch das Fotografieren für den Wehrdienstausweis.
Entsprechend scheiße sahen die Bilder wegen Übermüdung dann auch aus.

Ja, so war das mit dem Einchecken ins "Hotel mit Vollpension und Fitnessanlage"
in Tautenhain für die nächsten 1,5 Jahre.
Tautenhain liegt im Erholungsgebiet des Thüringer Holzlandes, direkt benachbart der
Luftkurort Bad Klosterlausnitz.
Klingt sicher alles sehr Idyllisch, aber naja... mehr muss ich sicher nicht dazu sagen.
Tautenhain wurde von diesem Tag an das Grab meiner Jugend.

Boofinger


„Der Weg zum Ziel ist gefährlich. Er ist die Flugbahn aller Geschosse.“ Stanislaw Jerzy, poln. Schriftsteller
* NVA * Grundwehrdienst 88-90 * 3. Raketenbrigade * Vermesser *
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#18

RE: Mein erster Tag bei der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 31.08.2011 01:29
von Harsberg | 3.248 Beiträge

Zitat von boofinger
Mein Einberufungstag:
Es war ein neblig kalter nieseliger Novembertag, also genau das richtige Einberufungswetter.
Das Wecken früh an diesem Tag war etwas später als sonst. (3:30 Uhr! war üblicherweise wecken,
wenn ich Frühschicht hatte)
Also quasi ausschlafen, in ruhe frühstücken, Tasche schnappen und dann ca. 5 Minuten
Fussmarsch zum Bus (normaler Linienbus). Der war natürlich gerammelte voll.
Nach ca. 10 Minuten fahrt hielt der Bus auf der Wendeschleife direkt am Kasernentor.

Nicht wundern, ich hatte es als Grundwehrdienstler nur 10 Minuten mit dem Bus in die
Kaserne , aber als Schichtarbeiter fuhr ich jeden Tag über 30 Minuten Zug.
Von da her hatte ich unheimliches Glück gehabt.

Mit dem Einberufungsbefehl in der Hand gings durchs Kdl. Es waren überall Wegweiser aufgestellt.
Es ging zuerst ins Clubhaus in einen großen Saal.
Dort standen einige Tische mit großen Nummern und so absolvierte man nach und nach die
Stationen, wo Formulare ausgefüllt, Personaldaten erfasst und verglichen wurden, man eine
Taschenkontrolle über sich ergehen lassen musste (dort sah es aus wie in einem Schnappsladen)
und so weiter.
Irgendwann wurden wir von dort von unserem künftigen Ausbilder (ein Uffz.) abgeholt und
in unsere Unterkünfte gebracht.
Auf dieser Unterkunft (12-Mann Zimmer) waren wir nur die ersten Wochen während
der Grundausbildung. Die Späteren Zimmer waren kleinere 6-Mann Zimmer.
Es ging zur BA-Kammer zur Einkleidung, zum Medpunkt zur Untersuchung und Impfung
und zum Frisör. Es gab Einweisungen, wie die Sachen im Spint zu verstauen sind, zur
Zimmerreinigung, zum Bettenbau und zu den Trageweisen der Uniformen.
Es wurden die Zivilsachen in Karton versandfertig verpackt und abgegeben.
In dem Zusammenhang erfuhren wir auch unsere jetzige Postanschrift bzw. Postfachnummer,
die jedes Objekt hatte. PF19320 und ein Buchstabe, der die Einheit kennzeichnete.
So zog sich der erste Tag bis nach Mitternacht hin.
Die letzte Aktion war nach Mitternacht noch das Fotografieren für den Wehrdienstausweis.
Entsprechend scheiße sahen die Bilder wegen Übermüdung dann auch aus.

Ja, so war das mit dem Einchecken ins "Hotel mit Vollpension und Fitnessanlage"
in Tautenhain für die nächsten 1,5 Jahre.
Tautenhain liegt im Erholungsgebiet des Thüringer Holzlandes, direkt benachbart der
Luftkurort Bad Klosterlausnitz.
Klingt sicher alles sehr Idyllisch, aber naja... mehr muss ich sicher nicht dazu sagen.
Tautenhain wurde von diesem Tag an das Grab meiner Jugend.

Boofinger



Grüß dich boofi, du nun auch hier, wie es sich für einen echten Thüringer gehört, haben wir überall unsere Hände drin.
Dein Einführungsbeitrag ist klasse, bin auf die nächsten gespannt.

Gruß Harsberg


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#19

RE: Mein erster Tag bei der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 31.08.2011 10:46
von Pit 59 | 10.152 Beiträge

Sehr schöner Beitrag Boo. Dann hatteste es ja auch zum Bier aus Bad-Köstritz nicht weit.Ich kenne das nur von der LFS.

Gruß aus Thueringen


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#20

RE: Mein erster Tag bei der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 01.09.2011 01:32
von boofinger | 140 Beiträge

Bad Köstritz gehörte aber leider nicht mehr zum Ausgangsbereich soweit ich mich erinnere.
Das Gasthaus "Zur Kanone" in Tautenhain war ein beliebtes Ausgangsziel, das zu Fuß in 10 Minuten erreichbar war. (ca.1Km vom Kdl weg)
Dort hat damals auch unser Spieß mit uns zusammen den Anschnitt gefeiert und mit seiner mitgebrachten Schere selbst Hand angelegt.


Boofinger


„Der Weg zum Ziel ist gefährlich. Er ist die Flugbahn aller Geschosse.“ Stanislaw Jerzy, poln. Schriftsteller
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