#1

Mangelndes Interesse von Westdeutschen am Osten

in Das Ende der DDR 05.09.2010 12:06
von Angelo | 12.397 Beiträge

Wenige Wochen vor dem 20. Jahrestag der Wiedervereinigung beklagen Spitzenpolitiker von Union und SPD ein mangelndes Interesse vieler Westdeutscher an den neuen Ländern. Es sei "beklagenswert, wie viele Westdeutsche noch nie im Osten Deutschlands waren" sagte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) in einem Gespräch mit der Wochenzeitung "Das Parlament" (Erscheinungstag: 06. September 2010). Dabei wäre es "doch normale menschliche Neugier, den anderen, so lange verborgenen Teil Deutschlands kennenzulernen". Schließlich sei Ostdeutschland "geschichtlich, kulturell und geografisch nicht weniger schön als der Westen".Der frühere Bundesminister Rudolf Seiters (CDU), vor 20 Jahren Kanzleramtschef, sagte der Zeitung, es könne "nur negativ beurteilt werden", dass so viele Westdeutsche noch nie in den neuen Ländern gewesen seien. Dies dürfe andererseits auch nicht überbewertet werden, betonte Seiters. Er verwies auf eine Umfrage unter 18- bis 25-Jährigen, bei der "90 Prozent angaben, sich nicht als West- oder als Ostdeutsche zu betrachten, sondern als Deutsche". Das führe ?vielleicht auch zu der Erkenntnis, dass das Zusammenwachsen der Menschen in Deutschland – das wirkliche, verständnisvolle Zusammenwachsen – nicht nur Aufgabe einer Generation ist, sondern länger dauert", fügte der heutige Präsident des Deutschen Roten Kreuzes hinzu.

Nach Auffassung des langjährigen Außenministers Hans-Dietrich Genscher (FDP) ist dagegen "die innere Einheit sehr viel weiter fortgeschritten, als viele es wahrhaben wollen". Vertreter der jüngeren Generation wüssten, "dass ihre Eltern eine getrennte Vergangenheit hatten, sie selbst aber eine gemeinsame Zukunft haben", sagte der einstige FDP-Vorsitzende dem Blatt. Dies stelle er bei vielen Begegnungen mit jungen Menschen stelle fest.

Thierse erinnerte daran, dass in den vergangenen zwei Jahrzehnten ?rund 2,3 oder 2,4 Millionen Menschen in den Westen gegangen, aber auch 1,6 oder 1,7 Millionen vom Westen in den Osten gezogen“ seien. Dies sei "doch wunderbar", unterstrich der SPD-Politiker: "Wir haben doch die Mauer nicht von Osten eingedrückt, weil wir unter uns bleiben wollten! Die Mischung macht’s!"

Die Interviews im Wortlaut:
http://www.bundestag.de/presse/pressemit.../pm_100903.html


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#2

RE: Mangelndes Interesse von Westdeutschen am Osten

in Das Ende der DDR 05.09.2010 19:28
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Da ist was wahres dran.Viele aus meinem Bekanntenkreis waren noch nicht in den neuen Bundesländern,also von privater Seite aus.Sicher wenn einer überhaupt keine Beziehung nach "Drüben" hat,Verwandte,Freunde usw,kann man das nachvollziehen.Trotzdem schade,denn es gibt ja einiges zu entdecken.Bin aber sekptisch,ob sich das noch ändert.



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#3

RE: Mangelndes Interesse von Westdeutschen am Osten

in Das Ende der DDR 05.09.2010 19:36
von mannomann14 | 625 Beiträge

Zitat von Zermatt
Da ist was wahres dran.Viele aus meinem Bekanntenkreis waren noch nicht in den neuen Bundesländern,also von privater Seite aus.Sicher wenn einer überhaupt keine Beziehung nach "Drüben" hat,Verwandte,Freunde usw,kann man das nachvollziehen.Trotzdem schade,denn es gibt ja einiges zu entdecken.Bin aber sekptisch,ob sich das noch ändert.


zermatt,ich kann da doch ganz positive Dinge berichten
anläßlich unseres US Open Turniers auf Usedom denken viele "Wessies" ganz anders über die "Ossies" und sind überascht über die Gastfreundlichkeit und freundlichkeit


Etwas über mich zu schreiben, um sich dann daraus ein Bild von mir machen zu können , wäre ungefähr so, wie der Versuch Architektur zu tanzen...
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#4

RE: Mangelndes Interesse von Westdeutschen am Osten

in Das Ende der DDR 05.09.2010 19:45
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Also, ich bin schon dran interessiert....bin ich doch deswegen auf diesen Foren und nehm an verschiedenen Forentreffen teil.....

So, und jetz geh ich essen....mal wieder italienisch....

groetjes

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
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#5

RE: Mangelndes Interesse von Westdeutschen am Osten

in Das Ende der DDR 05.09.2010 20:15
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Angelo


Nach Auffassung des langjährigen Außenministers Hans-Dietrich Genscher (FDP) ist dagegen "die innere Einheit sehr viel weiter fortgeschritten, als viele es wahrhaben wollen". Vertreter der jüngeren Generation wüssten, "dass ihre Eltern eine getrennte Vergangenheit hatten, sie selbst aber eine gemeinsame Zukunft haben", sagte der einstige FDP-Vorsitzende dem Blatt. Dies stelle er bei vielen Begegnungen mit jungen Menschen stelle fest.

Thierse erinnerte daran, dass in den vergangenen zwei Jahrzehnten ?rund 2,3 oder 2,4 Millionen Menschen in den Westen gegangen, aber auch 1,6 oder 1,7 Millionen vom Westen in den Osten gezogen“ seien. Dies sei "doch wunderbar", unterstrich der SPD-Politiker: "Wir haben doch die Mauer nicht von Osten eingedrückt, weil wir unter uns bleiben wollten! Die Mischung macht’s!"

Die Interviews im Wortlaut:
http://www.bundestag.de/presse/pressemit.../pm_100903.html



den ersten absatz das sich junge menschen als gesamtdeutsche fühlen kann ich bestätigen,da ich viele junge menschen kenne und anhand meiner kinder.
die aussage von thierse ist getürkt,den die von ost nach west gingen waren leute hauptsächlichen grundes der arbeit wegen,also aus sozialer notlage.die von west nach ost gingen waren meist reiche die sich billig bauland kauften um ein haus zu bauen.ganz extrem zu beobachten im berliner speckgürtel.rings um berlin wimmelt es von wessis mit neuen häusern.
hier war wohl weniger das interesse am anderen ehemaligen staat das vorgründig,sondern mehr die ausnutzung der momentanen situation der preise und baufreiheit.
steige mal in westberlin in ein taxi und sage du möchtest tief in den osten,nach marzahn/hellersdorf zb.zu 80 prozent hörst du vom westtaxifahrer"in den scheiß osten fahre ich nicht"ablehnung der fahrt darf zwar nicht sein,aber in berlin merkst du die trennung noch hart ,besonders aus westlichem mund.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 05.09.2010 20:18 | nach oben springen

#6

RE: Mangelndes Interesse von Westdeutschen am Osten

in Das Ende der DDR 05.09.2010 21:27
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Angelo
Wenige Wochen vor dem 20. Jahrestag der Wiedervereinigung beklagen Spitzenpolitiker von Union und SPD ein mangelndes Interesse vieler Westdeutscher an den neuen Ländern. Es sei "beklagenswert, wie viele Westdeutsche noch nie im Osten Deutschlands waren" sagte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) in einem Gespräch mit der Wochenzeitung "Das Parlament" (Erscheinungstag: 06. September 2010). Dabei wäre es "doch normale menschliche Neugier, den anderen, so lange verborgenen Teil Deutschlands kennenzulernen". Schließlich sei Ostdeutschland "geschichtlich, kulturell und geografisch nicht weniger schön als der Westen".Der frühere Bundesminister Rudolf Seiters (CDU), vor 20 Jahren Kanzleramtschef, sagte der Zeitung, es könne "nur negativ beurteilt werden", dass so viele Westdeutsche noch nie in den neuen Ländern gewesen seien. Dies dürfe andererseits auch nicht überbewertet werden, betonte Seiters. Er verwies auf eine Umfrage unter 18- bis 25-Jährigen, bei der "90 Prozent angaben, sich nicht als West- oder als Ostdeutsche zu betrachten, sondern als Deutsche". Das führe ?vielleicht auch zu der Erkenntnis, dass das Zusammenwachsen der Menschen in Deutschland – das wirkliche, verständnisvolle Zusammenwachsen – nicht nur Aufgabe einer Generation ist, sondern länger dauert", fügte der heutige Präsident des Deutschen Roten Kreuzes hinzu.

Nach Auffassung des langjährigen Außenministers Hans-Dietrich Genscher (FDP) ist dagegen "die innere Einheit sehr viel weiter fortgeschritten, als viele es wahrhaben wollen". Vertreter der jüngeren Generation wüssten, "dass ihre Eltern eine getrennte Vergangenheit hatten, sie selbst aber eine gemeinsame Zukunft haben", sagte der einstige FDP-Vorsitzende dem Blatt. Dies stelle er bei vielen Begegnungen mit jungen Menschen stelle fest.

Thierse erinnerte daran, dass in den vergangenen zwei Jahrzehnten ?rund 2,3 oder 2,4 Millionen Menschen in den Westen gegangen, aber auch 1,6 oder 1,7 Millionen vom Westen in den Osten gezogen“ seien. Dies sei "doch wunderbar", unterstrich der SPD-Politiker: "Wir haben doch die Mauer nicht von Osten eingedrückt, weil wir unter uns bleiben wollten! Die Mischung macht’s!"

Die Interviews im Wortlaut:
http://www.bundestag.de/presse/pressemit.../pm_100903.html



Womöglich liegt dieses mangelnde Interesse daran, daß man den Osten oft nur auf die Stasi und den Mauerbau reduziert und den viel längeren Teil der Vorlaufhistorie gar nicht weiter bewirbt.
Wenn man den %- Anteil von Besuchern aus den ABL z.B. beim grenzüberschreitenden Dampflokspektakel, am Fundort der legendären Himmelscheibe von Nebra oder Luthers Geburtsort auf den Gesamttourismus hochrechnen würde, dann hätten wir schon Normalität.
Zum Link kann ich nur sagen , daß Herr Seiters mit seiner Analyse der größten Fehler sich auf derartigen Nebenschauplätzen wie "Rückgabe und Entschädigung" tummelt anstatt festzustellen, daß es weder im Dax (erste Börsenliga) noch dem M- Dax (zweite Reihe börsennotierter Firmen) eine ostdeutsche Firma gibt, was viel relevanter für den Unternehmenstourismus ist und durchaus als Hauptschlagader des Austauschs überhaupt bewertet werden kann.
Vor solchen Feststellungen in der Öffentlichkeit haben die einfach nur Schiß und auch im avisierten Jahr 2019 (Westniveau--wo--wo ?) wird sich an diesem Status nichts geändert haben.
Und Genscher sei gesagt, daß er sich mal auf die Spuren der Ostexpedition von Herrn Gabriel dieser Tage begeben möge anstatt sich an historischen Stätten mit ausgesuchten Publikum der halleschen Oberschicht auszutauschen.
Dabei hätte er womöglich erfahren, daß 2/3 der halleschen Kinder von Hartz- 4 leben, eine Nachricht, die den dicken Sigmar G. fast aus den Latschen geworfen hätte.
Zum Schluß noch eine kleine Episode aus eigenem Erleben.
So saß mir einst auf meiner Heimreise von der Arbeitswoche eine Dame gegenüber mit der ich über ihre Urlaubserlebnisse am Plauer See in Mecklenburg ins Gespräch kam.
Sie meinte, daß es wohl ihre letzte Reise in den Osten gewesen sei, zu viele Komfortdefizite hatte das gebuchte Hotel, was ihr da überhaupt fehlte vermochte sie gar nicht mehr konkret zu sagen, auch die Freundlichkeit der Menschen dort war eher mangelhaft, woraufhin ich die Mecklenburger so definierte, wie sie auch im Reiseführer stehen, nämlich daß sie nicht so offensiv freundlich sind, sondern eher zurückhaltend hilfsbereit und von ihrer Mentalität eher in sich gekehrt aber keinesfalls so unsympatisch, als daß es ein K.o.- Kriterium für eine Urlaubsreise sein könnte.
Ob so etwas nun repräsentativ ist, vermag ich nicht zu sagen, aber wenigstens hatte die Akademikerin ihren guten Willen gezeigt, vielleicht war sie aber auch nur zu dieser Reise verdonnert worden, das Gespräch war in Freiburg schon wieder nach 10-15 min zu Ende, leider oder nicht leider.



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#7

RE: Mangelndes Interesse von Westdeutschen am Osten

in Das Ende der DDR 05.09.2010 21:39
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

hackel39,zu den menschen aus mekpom,du hast 200 prozent recht.ich fuhr von 83-87 durch die ddr und jede region hat ihre menschen.die mecklemburger sind anfangs sture und vorsichtige menschen,aber als ich mehrfach dort war wollten sie mich nicht gehen lassen.sie tasten den menschen ab dachte ich.in thüringen war es anders,ich saß immer sofort am stammtisch,sie wollten viel erfahren,aber irgendwann waren sie auch froh wenn man wieder weg ist.so unterschiedlich sind regionen und wenn sich der wessi nicht mal in deutschland anpassen kann sind mir auch manche urlaubserlebnisse in spanien logisch.ich kann etwas spanisch für den urlaubsgebrauch extra 1 jahr gelernt und höre immer das wir gast nummer 1 sind,sogar der servicemechaniker kam sofort mit mir mit als wir am tresen über ein problem redeten wie letztens in fuerte.anpassung ist das zauberwort.
ich vergleiche es mal mit meiner wohnung,gastfreundlichkeit geht nur soweit wie es der gast zulässt,er darf wünsche äußern,aber fängt er an zu verlangen fühlt er sich nicht wohl und ich sehe dies als unverschämt.also wäre hier der punkt zu sagen,gehe bitte und komme nie wieder.auf solche gäste wie du beschreibst kann die region sicher verzichten.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 05.09.2010 21:46 | nach oben springen

#8

RE: Mangelndes Interesse von Westdeutschen am Osten

in Das Ende der DDR 05.09.2010 21:57
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hackel, diese Dame aus den alten Bundesländern hatte bestimmt einmal in ihrer Jugend den Film" Alles tanzt nach meiner Pfeife" gesehen und dachte, das klappt überall, auch im Osten, nur dann kam der sture Meck-Pom-Bürger und belehrte sie eines Besseren.
Gute Nacht allen ins Forum und nun, wo ich dich persönlich in Leipzig kennengelernt habe, kann ich mir vorstellen, welches Amüsement, welchen Spass dir die kurze Konversation mit der selbsternannten Frau vom" Kolonialherren Westdeutsch "bereitet hatte.

Rainer-Maria und schon wieder habe ich mein selbstgestecktes Ziel...ab 21.00Uhr Sense Internet nicht erreicht. Verdammt, das Forum ist zu spannend, ich muss noch an mir hart arbeiten.


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#9

RE: Mangelndes Interesse von Westdeutschen am Osten

in Das Ende der DDR 05.09.2010 22:08
von Mike59 | 7.980 Beiträge

RMR das Nachtreten war doch gar nicht nötig - Hackel hatte das schon sehr gut geschildert.

Mike59


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#10

RE: Mangelndes Interesse von Westdeutschen am Osten

in Das Ende der DDR 05.09.2010 23:03
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von SkinnyTrucky
Also, ich bin schon dran interessiert....bin ich doch deswegen auf diesen Foren und nehm an verschiedenen Forentreffen teil.....

So, und jetz geh ich essen....mal wieder italienisch....

groetjes

Mara




schmecken die Pommes nicht mehr, Mara?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#11

RE: Mangelndes Interesse von Westdeutschen am Osten

in Das Ende der DDR 05.09.2010 23:08
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

na dann biene apetitos,(ob richtig geschrieben weis ich nicht,kann mehr spanisch)ich mag ja da immer frutti de mare.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#12

RE: Mangelndes Interesse von Westdeutschen am Osten

in Das Ende der DDR 05.09.2010 23:09
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Mike59
RMR das Nachtreten war doch gar nicht nötig - Hackel hatte das schon sehr gut geschildert.

Mike59




Mike das macht R-M-R nur um mich zu ärgern!


.
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#13

RE: Mangelndes Interesse von Westdeutschen am Osten

in Das Ende der DDR 06.09.2010 02:39
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Angelo
Wenige Wochen vor dem 20. Jahrestag der Wiedervereinigung beklagen Spitzenpolitiker von Union und SPD ein mangelndes Interesse vieler Westdeutscher an den neuen Ländern. ...



Ist das nicht auch ein bischen viel verlangt? Ich meine, Deutschland ist groß, die Alpen interessieren mich und ich war schon öfter dort. Doch gibt es Gegenden auch im Westen, von denen ich vielleicht mal gehört oder gelesen habe, wo ich jedoch nie war und bestimmt auch nie hinkommen werde. Im Osten, Süden und Norden genauso und warum sollte es umgekehrt nun so sehr anders sein?
Doch nur, weil das politisch korrekt wäre.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#14

RE: Mangelndes Interesse von Westdeutschen am Osten

in Das Ende der DDR 06.09.2010 07:02
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Guten Morgen Mike 59 und du hast Recht, es war gehässig von mir, die ältere Dame West nochmal durch den Kakao zu ziehen. Macht man eigentlich nicht...weil, der Anstand.
Aber ich gelobe Besserung nur manchmal kommt es über mich, so bei Gert, dem "Schmiedemeistersöhnchen mit dem Hang nach Höherem"...stimmts Gert?
Und es stimmt, was S51 schreibt, unser Deutschland ist so groß und ich persönlich war auch noch nicht überall im Urlaub....aber ein klein bißchen mehr könnten sich der Bürger West doch bemühen, den Bürger Ost besser kennen zu lernen.
Das Mike musste ich noch anfügen, ich musste einfach...ich musste...jetzt muss ich schon lachen.
Einen guten Tag allen ins Forum.

Rainer-Maria


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#15

RE: Mangelndes Interesse von Westdeutschen am Osten

in Das Ende der DDR 06.09.2010 08:32
von wosch (gelöscht)
avatar

Hallo!
Was die Mecklenburger und Vorpommern betrifft:
Wer kann sich noch an die Zeit erinnern als nach dem Krieg, bis kurz vor die 50er Jahre hinein, Millionen von Flüchtflingen, Heimatvertriebenen und entlassenen Kriegsgefangenen, auf den Weg nach Westen, diese Region durchquerten? Die "sturen" Mecklenburger haben seinerzeit ihr Brot mit ihnen geteilt auch wenn sie selbst nicht im Überfluß lebten und so manches Mal mit leerem Magen ins Bett gehen mußten! Apropos ins Bett gehen, ich kann mich noch erinnern, daß wir sogar unsere Betten (in denen wir damals Zwei zu Kopfende und Zwei zu Fußende geschlafen hatten) den Durchziehenden stundenweise zur Verfügung gestellt hatten.
Wieso habe ich das hier erwähnt? Na einfach nur, weil hier mal kurz die Rede von "Meck-Pomm" war.
Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 06.09.2010 08:32 | nach oben springen

#16

RE: Mangelndes Interesse von Westdeutschen am Osten

in Das Ende der DDR 06.09.2010 09:02
von werner | 1.591 Beiträge

@wosch, mein Vater war mit seiner Mutter und seinem Bruder auch auf der "Durchreise" aus der Gegend hinter Warschau nach Schleswig-Holstein durch Mecklenburg. Von ihm hörte ich immer wieder von der ruhigen, zurückhaltenden, aber sehr hilfsbereiten Art ohne viel Worte der Mecklenburger - eben das von Dir beschriebene.

Bin ja nun seit 1991 für "West"- firmen tätig und lebe seit gut 10 Jahren im Bergischen.
In den letzten 20 Jahren ist in meinem Empfinden aus dem schwachen Interesse für den "Osten" :" . . . dort ist doch sowieso alles kaputt . . . , . . . die Straßen sind besch . . ., . . . wir zahlen mit dem Soli die Faulpelze . . . , was soll ich dort, da wird mir vielleicht noch das Auto geklaut . . . ") schlichtes Desinteresse geworden: . . . was soll ich dort, ich fahre lieber nach Holland . . . Wenn nicht noch der Leuchtturm Berlin wäre, wäre der Osten in der Wahrnehmung wahrscheinlich noch nach den Bayerischen Wald zu sehen.
Vielleicht liegt es aber auch ein wenig an der Grundeinstellung und Bodenständigkeit der Menschen hier.

Und schließlich und endlich muss ich auch mal sagen, dass ich dieses Gerede vom "Nicht wahrgenommenen Osten" für Unsinn halte, denn z.B. Niedersachsen, Schleswig- Holstein und Bremen sind in der Wahrnehmung der Bayern bis auf die Urlaubsregionen auch nicht besser angesiedelt.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#17

RE: Mangelndes Interesse von Westdeutschen am Osten

in Das Ende der DDR 06.09.2010 09:46
von Holtenauer | 1.158 Beiträge

Also ich bin ja sogar mit einer "Ossi" zusammen und bin wegen deren Verwandschaft schon oft "drüben" gewesen. Hab da auch keine Vorbehalte und wär auch so mal in die östlichen Bundesländer gefahren.

Wobei ich sagen muß, das ich noch nichtmal alle Gegenden in Westdeutschland kenne. Das geht wohl vielen so. Die meisten kenn sich auf Malllorca besser aus, als in Deutschland


Gruß
Thomas
Zerstörer Lütjens - D185

Seit man begonnen hat, die einfachsten Behauptungen zu beweisen, erweisen sich viele von ihnen als falsch

Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast


zuletzt bearbeitet 06.09.2010 09:48 | nach oben springen

#18

RE: Mangelndes Interesse von Westdeutschen am Osten

in Das Ende der DDR 06.09.2010 09:50
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Zitat von Gert
schmecken die Pommes nicht mehr, Mara?



Pommes...??? Äpfel....??? Oder meinst du unsere Friet....??? Nee, ich bin kein Friet-eter Gert....ich geh eigendlich nie in eine Frittenbude.....

....und in Kaltennordheim will ich echte thüringer Bratwurst essen.....jawoll....die is nämlich echt lecker.....

groetjes

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
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#19

RE: Mangelndes Interesse von Westdeutschen am Osten

in Das Ende der DDR 06.09.2010 10:13
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von SkinnyTrucky
[quote="Gert"]schmecken die Pommes nicht mehr, Mara?



Pommes...??? Äpfel....??? Oder meinst du unsere Friet....??? Nee, ich bin kein Friet-eter Gert....ich geh eigendlich nie in eine Frittenbude.....

....und in Kaltennordheim will ich echte thüringer Bratwurst essen.....jawoll....die is nämlich echt lecker.....

groetjes

sorry Mara, hier im Rheinland sagt man Pommes ( pommes frites ), ich hatte vergessen dat die Holländer Frietjes dazu sagen. Magst du nicht ??
Ich esse sie ganz gern und die Holländer machen sie auch gut. Dann lass dir die Bratwurscht schmecken, die esse ich auch gern aber nur in meiner alten Heimat Erfurt ( da bin aufgewachsen)

Gruß Gert

P.S bist du gerad ein Kaltennordheim ? Mit dem Ort verbindet mich etwas positives. Dort begann 1965 meine "Ausreise" aus der DDR, sie dauerte 6 Stunden und ich war in der Bundesrepublik.


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
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#20

RE: Mangelndes Interesse von Westdeutschen am Osten

in Das Ende der DDR 06.09.2010 10:17
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von wosch
Hallo!
Was die Mecklenburger und Vorpommern betrifft:
Wer kann sich noch an die Zeit erinnern als nach dem Krieg, bis kurz vor die 50er Jahre hinein, Millionen von Flüchtflingen, Heimatvertriebenen und entlassenen Kriegsgefangenen, auf den Weg nach Westen, diese Region durchquerten? Die "sturen" Mecklenburger haben seinerzeit ihr Brot mit ihnen geteilt auch wenn sie selbst nicht im Überfluß lebten und so manches Mal mit leerem Magen ins Bett gehen mußten! Apropos ins Bett gehen, ich kann mich noch erinnern, daß wir sogar unsere Betten (in denen wir damals Zwei zu Kopfende und Zwei zu Fußende geschlafen hatten) den Durchziehenden stundenweise zur Verfügung gestellt hatten.
Wieso habe ich das hier erwähnt? Na einfach nur, weil hier mal kurz die Rede von "Meck-Pomm" war.
Schönen Gruß aus Kassel.



Wenn ich einmal zurück denke, wie schwer es in der Vorwendezeit war, einen privaten Urlaubsplatz an einem der Mecklenburger Seen zu bekommen, war die Grenzöffnung auf eine ganz besondere Art ein Glücksfall für mich, da nun erst mal keiner mehr dorthin wollte, weil es nicht gut fürs Prestige war, 1990 ff. Ansichtskarten aus der ehemaligen DDR an seine Verwandten zu verschicken.
Vom Urlaubsplatzkontingent bekam der Betriebe bekam man als Alleinstehender kaum etwas ab, was ich ja auch einsah aber was ich mir bei der Bemühung um private Plätze in der Bungalowsiedlung anhören mußte, hat mich damals schon extrem verärgert.
Man fragte beispielsweise, ob ich in Westwährung zu zahlen in der Lage war und nannte aberwitzige Preise um die 50 Mark am Tag für einen fest montierten Wohnwagen auf dem Campingplatz.
Und anstatt nun frustriert Meck- Pom zu meiden, fuhr ich später trotzdem dorthin, diesmal mit Westgeld und was soll ich sagen, alles kam raus.
Die Vermieter dort hatten die gleichen Probleme wie die Vermieter von Wohnungen in der DDR, nämlich, daß sie keine Überschüsse erzielen durften mit der Konsequenz, daß ohne solche Deals der Sanierungsstau zur Unvermietbarkeit der Objekte geführt hätte.
Zudem war man bis zu einem bestimmten Kontingent auch verpflichtet, an die Werktätigen irgendwelcher Betriebe zu vermieten, wie das genau festgelegt wurde vermag ich nicht zu sagen, wichtig für mich war nur, daß man erst dann wenn alle Zusammenhänge einigermaßen klar sind, die Lage bewerten kann.
Es könnte somit auch mit Trägheitsgesetzen zu tun haben, wenn der Ost- West- Tourismus eher eine Einbahnstraße bleiben wird.
Genauso wie ich den Schwarz- Vermieter, der D- Mark von mir wollte als Gauner bezeichnen könnte, hätte ich nicht recherchiert, so wird auch der Bestandsbundesbürger das ganze Volk östlich des Harzes auf Stasi- und Parteibüttel hoch rechnen und so aus Prinzip schon nichts von diesem Land wissen wollen.
Die sind unter uns, sage ich jetzt mal ganz und gar wertfrei.
Ach übrigens wosch, zu Deinem Artikel, sowohl in der Not als auch in der Euphorie werden solche Befindlichkeiten wie Zugehörigkeitsgefühl und diverse Animositäten wohl ausgeblendet, jedoch war die Not im Nachkriegsdeutschland genauso schnell vorbei wie die Wendeeuphorie.



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