#181

RE: ´Wie wurden IM geworben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.11.2013 15:05
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Pausmaschinen gab es, für Lichtpausen, Zeichnungen ect., hier ging es aber um DIN A4/A3 Kopierer


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#182

RE: ´Wie wurden IM geworben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.11.2013 15:48
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #178
Mal ne dumme Frage, wurden über angebahnte Anwerbungen auch schon Akten angelegt (betrifft mich selbst)?



Das ist keine dumme Frage.
Bereits vor der ersten persönlichen Kontaktaufnahme wurde schon eine Menge Papier beschrieben. Ich nehme mal ein Beispiel aus meiner damaligen Tätigkeit bei der Aufklärung:
Du wirst mir als namentliches Reiseziel einer in Berlin-Zehlendorf unmittelbar an der Staatsgrenze wohnenden Person bekannt. Als erstes lasse ich mir Deinen ZPDB-Auszug kommen, der bringt mir Deine Personalien, die Deiner Frau, Anzahl der Kinder usw., Ende der 80'er standen auch evtl. Vorstrafen und ich glaube auch Beruf und Arbeitsstelle drin.
Dann erfolgt die Speicherabfrage, ob Du schon für eine DE des MfS erfasst bist bzw. ob Du schon des öfteren als Reiseziel von Personen aus dem NSW angegeben wurdest, die VSH-Kartei (Vorverdichtung, Such- und Hinweis-Kartei) der zuständigen KD wird eingesehen. Wir nehmen mal an, dass Du nicht beim MfS erfasst bist, also erfasse ich Dich in der Abt. XII was bedeutet, dass ab jetzt kein anderer MA irgendwas mit Dir machen kann, ohne mich zu fragen.
Bis hier waren das die ersten 5-10 Blatt Papier, die in der Akte liegen.

Erscheinst Du an dieser Stelle als Kontaktperson für die eigentliche Zielperson (Westberlin) geeignet beginne ich mit der eigentlichen Personenaufklärung. So ich sie noch nicht weiss, ermittle ich Deine Arbeisstelle und gucke mir an, wo Du wohnst (EFH, Neubau- oder Altbauwohnung). Ich überprüfe in der Kfz.-Zulassungsstelle ob und wie viele Fahrzeuge auf Deinen oder den Namen Deiner Frau zugelassen sind oder waren. Vielleicht schaue ich auch mal in Deiner Kleingartensparte vorbei und gucke mir Deine Gartennachbarn speichertechnisch an (welche Erkenntnisse gibt es im MfS) Das gleich mache ich mit den Nachbarn in Deinem Wohnhaus.

Die Ergebnisse werden in einem kurzen Sachstandsbericht zusammen gefasst, der über 2 oder 3 Seiten geht und in die Akte kommt.
Anschließend überlege ich mir, wie ich mehr über Dich erfahren kann. Gehst Du z.B. nach der Arbeit auf ein Bier in Deine Stammkneipe, setze ich mich drei Tische weiter auch an einen Tisch und beobachte Dich unauffällig. Dadurch erfahre ich mehr über Deine Gewohnheiten und lerne einen Teil Deines Umgangskreises kennen, die dann wiederum in den Speichern überprüft werden. Möglicherweise spreche ich legendiert mit dem Wirt der Stammkneipe und lege ihm einen Haufen Bilder, darunter Deins zur Identifizierung vor. Erkennt er Dich erfahre ich, wie oft und mit welchem "Ergebnis" Du die Kneipe aufsuchst und mglw. weiss er ja noch mehr.
Also bis hier reine kriminalpolizeiliche Ermittlungsarbeit. Wenn es sich ergibt, begleite ich Dich auch mal beim Wochenendeinkauf und gucke zu, was Du so in den Korb legst. Sind das z.B. neben dem halben Brot 3 Flaschen Wodka und 2 Kisten Bier zum WE weiss ich schon wieder ein bischen mehr.
Dann inszeniere ich mglw. in dem Moment, wo Du von der Arbeit nach Hause kommst vor Deiner Haustür einen Zwischenfall, in dem sich 2 oder 3 Personen (sind MA) z.B prügeln und Dich kurz darin verwickeln. 3 Tage später steht ein Genosse der K vor Deiner Wohnungstür und befragt Dich zu dem Vorfall. Dadurch lerne ich Deine private Umgebung kennen und sehe, wie Du lebst. Am Ende des Gespräches bittet der Genosse der K darum, Dein Bad nutzen zu dürfen und wirft dort kurz einen Blick auf die Herkunft der Kosmetika (Westprodukte).
Alle diese Dinge werden am Ende wieder schriftlich zusammengefasst und ich überlege mir, unter welcher Legende ich den persönlichen Kontakt zu Dir herstelle.
Das wiederum endet in einem Plan zur Kontaktaufnahme, den ich meinem Leiter vorlege.

Bis hier habe je nach Intensität der Umfeldaufklärung 20-40 Seiten Papier in der Akte.



andy

Stimmen die wsubjektiven


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
DoreHolm, diefenbaker, exgakl, Feliks D., ABV, Hans und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.11.2013 15:52 | nach oben springen

#183

RE: ´Wie wurden IM geworben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.11.2013 15:53
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Jetzt bedanke ich mich mal recht herzlich bei Dir und heute Abend fülle ich noch einen Antrag zur Akteneinsicht aus.

Jetzt verstehe ich auch, warum die bis heute noch nicht mit der Aufarbeitung fertig sind.

PS: muss man zur Ainsicht irgendwo hinfahren oder kann man eine Kopie bekommen?


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#184

RE: ´Wie wurden IM geworben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.11.2013 15:55
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Mich hat man mal nach einem mittelschweren Vergehen (unerlaubter Munitionsbesitz) in der GAK gefragt, ob ich als IM für euch arbeiten will. Wurde über so was auch eine Akte angelegt?


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#185

RE: ´Wie wurden IM geworben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.11.2013 16:00
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #182


Bis hier habe je nach Intensität der Umfeldaufklärung 20-40 Seiten Papier in der Akte.



und das können ganz schnell 80 seiten sein, wenn @andy bei der überprüfung der nachbarn vom garten bzw. haus auf mich bzw. @alfred in der abt. XII des mfs erfasste personen stösst. denn beide wollen wir sofort von @andy wissen was für ein problem es gibt und nun muss @andy auch uns noch ein märchen auftischen...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#186

RE: ´Wie wurden IM geworben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.11.2013 16:03
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #182
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #178
Mal ne dumme Frage, wurden über angebahnte Anwerbungen auch schon Akten angelegt (betrifft mich selbst)?



Das ist keine dumme Frage.
Bereits vor der ersten persönlichen Kontaktaufnahme wurde schon eine Menge Papier beschrieben. Ich nehme mal ein Beispiel aus meiner damaligen Tätigkeit bei der Aufklärung:
Du wirst mir als namentliches Reiseziel einer in Berlin-Zehlendorf unmittelbar an der Staatsgrenze wohnenden Person bekannt. Als erstes lasse ich mir Deinen ZPDB-Auszug kommen, der bringt mir Deine Personalien, die Deiner Frau, Anzahl der Kinder usw., Ende der 80'er standen auch evtl. Vorstrafen und ich glaube auch Beruf und Arbeitsstelle drin.
Dann erfolgt die Speicherabfrage, ob Du schon für eine DE des MfS erfasst bist bzw. ob Du schon des öfteren als Reiseziel von Personen aus dem NSW angegeben wurdest, die VSH-Kartei (Vorverdichtung, Such- und Hinweis-Kartei) der zuständigen KD wird eingesehen. Wir nehmen mal an, dass Du nicht beim MfS erfasst bist, also erfasse ich Dich in der Abt. XII was bedeutet, dass ab jetzt kein anderer MA irgendwas mit Dir machen kann, ohne mich zu fragen.
Bis hier waren das die ersten 5-10 Blatt Papier, die in der Akte liegen.

Erscheinst Du an dieser Stelle als Kontaktperson für die eigentliche Zielperson (Westberlin) geeignet beginne ich mit der eigentlichen Personenaufklärung. So ich sie noch nicht weiss, ermittle ich Deine Arbeisstelle und gucke mir an, wo Du wohnst (EFH, Neubau- oder Altbauwohnung). Ich überprüfe in der Kfz.-Zulassungsstelle ob und wie viele Fahrzeuge auf Deinen oder den Namen Deiner Frau zugelassen sind oder waren. Vielleicht schaue ich auch mal in Deiner Kleingartensparte vorbei und gucke mir Deine Gartennachbarn speichertechnisch an (welche Erkenntnisse gibt es im MfS) Das gleich mache ich mit den Nachbarn in Deinem Wohnhaus.

Die Ergebnisse werden in einem kurzen Sachstandsbericht zusammen gefasst, der über 2 oder 3 Seiten geht und in die Akte kommt.
Anschließend überlege ich mir, wie ich mehr über Dich erfahren kann. Gehst Du z.B. nach der Arbeit auf ein Bier in Deine Stammkneipe, setze ich mich drei Tische weiter auch an einen Tisch und beobachte Dich unauffällig. Dadurch erfahre ich mehr über Deine Gewohnheiten und lerne einen Teil Deines Umgangskreises kennen, die dann wiederum in den Speichern überprüft werden. Möglicherweise spreche ich legendiert mit dem Wirt der Stammkneipe und lege ihm einen Haufen Bilder, darunter Deins zur Identifizierung vor. Erkennt er Dich erfahre ich, wie oft und mit welchem "Ergebnis" Du die Kneipe aufsuchst und mglw. weiss er ja noch mehr.
Also bis hier reine kriminalpolizeiliche Ermittlungsarbeit. Wenn es sich ergibt, begleite ich Dich auch mal beim Wochenendeinkauf und gucke zu, was Du so in den Korb legst. Sind das z.B. neben dem halben Brot 3 Flaschen Wodka und 2 Kisten Bier zum WE weiss ich schon wieder ein bischen mehr.
Dann inszeniere ich mglw. in dem Moment, wo Du von der Arbeit nach Hause kommst vor Deiner Haustür einen Zwischenfall, in dem sich 2 oder 3 Personen (sind MA) z.B prügeln und Dich kurz darin verwickeln. 3 Tage später steht ein Genosse der K vor Deiner Wohnungstür und befragt Dich zu dem Vorfall. Dadurch lerne ich Deine private Umgebung kennen und sehe, wie Du lebst. Am Ende des Gespräches bittet der Genosse der K darum, Dein Bad nutzen zu dürfen und wirft dort kurz einen Blick auf die Herkunft der Kosmetika (Westprodukte).
Alle diese Dinge werden am Ende wieder schriftlich zusammengefasst und ich überlege mir, unter welcher Legende ich den persönlichen Kontakt zu Dir herstelle.
Das wiederum endet in einem Plan zur Kontaktaufnahme, den ich meinem Leiter vorlege.

Bis hier habe je nach Intensität der Umfeldaufklärung 20-40 Seiten Papier in der Akte.



andy

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Du musst ja lange Weile gehabt haben.


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#187

RE: ´Wie wurden IM geworben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.11.2013 16:05
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #183
Jetzt bedanke ich mich mal recht herzlich bei Dir und heute Abend fülle ich noch einen Antrag zur Akteneinsicht aus.

Jetzt verstehe ich auch, warum die bis heute noch nicht mit der Aufarbeitung fertig sind.

PS: muss man zur Ainsicht irgendwo hinfahren oder kann man eine Kopie bekommen?


Naja, bis hier ist es weder ein IM-Vorgang noch ein IM-Vorlauf und das Material hätte das Archiv des MfS nur erreicht, wenn nach der Kontaktaufnahme und der weiteren Prüfung der Eignung zur Zusammenarbeit eine Werbung erfolgt wäre und danach irgendwann die Zusammenarbeit eingestellt worden wäre.

Hätte ich bei der Kontaktaufnahme oder danach festgestellt, dass Du aus welchen Gründen auch immer für die Realisierung meiner Zielstellung (Kontaktaufnahme zu Deinem Westkontakt) ungeeignet bist, hätte das Archiv nur ein kurzer Sachstandsbericht erreicht. Das andere Papier wäre im Feuer gelandet. Hätten meine Ermittlungen Hinweise auf den Verdacht auf Straftaten ergeben, was es durchaus auch gab, wäre ein entsprechender Hinweis an die zuständige DE erfolgt, die dann auch die kompletten Ermittlungsergebnisse bekamen.


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
ABV und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.11.2013 16:06 | nach oben springen

#188

RE: ´Wie wurden IM geworben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.11.2013 16:14
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #186





Du musst ja lange Weile gehabt haben.[/quote]


Ne Alfred, wir haben uns in unserer DE nur den Luxus umfassender Personenaufklärung geleistet. Das war auch nur dann der Fall, wenn die Zielperson es entsprechend wert war. Es ging auch durchaus mal schneller oder noch langwieriger und papierintensiver

Wir hatten bei der Aufklärung nun mal nichts anderes zu tun als Personen aufzuklären, die Kontakt zu Leuten in Westberlin hatten, die zu uns "passten", dem alten Partisanen Kleinjung sei Dank



andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#189

RE: ´Wie wurden IM geworben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.11.2013 16:18
von WernerHolt (gelöscht)
avatar

hallo andy,

erstmal danke für die umfassende darstellung....
mal ne frage ,wie lange hat so eine personenaufklärung gedauert,bzw wie groß war der zeitaufwand? (bezogen natürlich auf deine oben genannten angaben)eine "ca" angabe reicht mir schon....
danke im voraus
MkG
HG


zuletzt bearbeitet 07.11.2013 16:30 | nach oben springen

#190

RE: ´Wie wurden IM geworben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.11.2013 16:19
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #185
Zitat von andy im Beitrag #182


Bis hier habe je nach Intensität der Umfeldaufklärung 20-40 Seiten Papier in der Akte.



und das können ganz schnell 80 seiten sein, wenn @andy bei der überprüfung der nachbarn vom garten bzw. haus auf mich bzw. @alfred in der abt. XII des mfs erfasste personen stösst. denn beide wollen wir sofort von @andy wissen was für ein problem es gibt und nun muss @andy auch uns noch ein märchen auftischen...



Nee, dann hätte ich mir sämtlichen Aufwand gespart und bei Euch auf offziellem Weg einen umfassenden Auskunftsbericht angefordert.
Dann hättet also ihr meine Arbeit machen müssen


andy


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#191

RE: ´Wie wurden IM geworben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.11.2013 16:21
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #188
Zitat von Alfred im Beitrag #186





Du musst ja lange Weile gehabt haben.



Ne Alfred, wir haben uns in unserer DE nur den Luxus umfassender Personenaufklärung geleistet. Das war auch nur dann der Fall, wenn die Zielperson es entsprechend wert war. Es ging auch durchaus mal schneller oder noch langwieriger und papierintensiver

Wir hatten bei der Aufklärung nun mal nichts anderes zu tun als Personen aufzuklären, die Kontakt zu Leuten in Westberlin hatten, die zu uns "passten", dem alten Partisanen Kleinjung sei Dank



andy[/quote]


Kleinjung ging ja schon 1981 in Rente ....


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#192

RE: ´Wie wurden IM geworben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.11.2013 16:23
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #191



Kleinjung ging ja schon 1981 in Rente ....



Natürlich ging er schon 1981 in Rente. Er hat aber in den 60'er Jahren dafür gesorgt, dass es in der HA I überhaupt eine Aufklärung gab.



andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#193

RE: ´Wie wurden IM geworben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.11.2013 16:26
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #192
Zitat von Alfred im Beitrag #191



Kleinjung ging ja schon 1981 in Rente ....



Natürlich ging er schon 1981 in Rente. Er hat aber in den 60'er Jahren dafür gesorgt, dass es in der HA I überhaupt eine Aufklärung gab.



andy



Ich meinte ja nur, dass Kleinjung zu Deiner Zeit wohl keine Rolle mehr spielte, da war Dietze der Chef.


zuletzt bearbeitet 07.11.2013 16:31 | nach oben springen

#194

RE: ´Wie wurden IM geworben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.11.2013 16:49
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #193



Ich meinte ja nur, dass Kleinjung zu Deiner Zeit wohl keine Rolle mehr spielte, da war Dietze der Chef.



Ja, auch das ist mir bekannt.
Hätte aber Kleinjung nicht die Aufklärung geschaffen, hätte ich nicht diesen Job machen können.

Ob Dietze eine Aufklärung in der HA I geschaffen hätte - keine Ahnung, ist auch müßig, darüber nachzudenken.


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
94 und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#195

RE: ´Wie wurden IM geworben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.11.2013 16:57
von WernerHolt (gelöscht)
avatar

ich möchte euch beide ja nicht stören @andy und alfred
aber

Zitat
hallo andy,

erstmal danke für die umfassende darstellung....
mal ne frage ,wie lange hat so eine personenaufklärung gedauert,bzw wie groß war der zeitaufwand? (bezogen natürlich auf deine oben genannten angaben)eine "ca" angabe reicht mir schon....
danke im voraus


danke!!


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#196

RE: ´Wie wurden IM geworben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.11.2013 17:03
von utkieker | 2.919 Beiträge

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #181
Pausmaschinen gab es, für Lichtpausen, Zeichnungen ect., hier ging es aber um DIN A4/A3 Kopierer

Das stimmt nicht ganz. In der Projektierung hatten wir auch häufig Zeichnungen bis A1 oder unbeschnittene Formate. Die zu kopierenden Zeichnungen wurden auf transparenten Papier mit Ausziehtusche und Skribenten gezeichnet (einige Zeichner benutzten auch eine sogenannte Schwedenfeder). Die Kopien rochen stark nach Ammoniak.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#197

RE: ´Wie wurden IM geworben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.11.2013 17:08
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von WernerHolt im Beitrag #195

mal ne frage ,wie lange hat so eine personenaufklärung gedauert,bzw wie groß war der zeitaufwand? (bezogen natürlich auf deine oben genannten angaben)eine "ca" angabe reicht mir schon....
danke im voraus

danke!![/quote]

Pauschal kann man diese Frage nicht beantworten, aber 8 Wochen vom Ersthinweis bis zur Kontaktaufnahme war wohl das Minimum, es konnte auch bis zu 6 Monate dauern.


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
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#198

RE: ´Wie wurden IM geworben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.11.2013 17:11
von WernerHolt (gelöscht)
avatar

danke @andy


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#199

RE: ´Wie wurden IM geworben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.11.2013 17:26
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #196
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #181
Pausmaschinen gab es, für Lichtpausen, Zeichnungen ect., hier ging es aber um DIN A4/A3 Kopierer

Das stimmt nicht ganz. In der Projektierung hatten wir auch häufig Zeichnungen bis A1 oder unbeschnittene Formate. Die zu kopierenden Zeichnungen wurden auf transparenten Papier mit Ausziehtusche und Skribenten gezeichnet (einige Zeichner benutzten auch eine sogenannte Schwedenfeder). Die Kopien rochen stark nach Ammoniak.

Gruß Hartmut!


Wie man das Kind nun nennt ist egal, Kopierer im heutigen Sinne waren das nicht, es waren eben Lichtpausmaschinen mit bildgebenden Verfahren auf der Basis von Lösungsmitteln.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


utkieker und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#200

RE: ´Wie wurden IM geworben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.11.2013 17:51
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #184
Mich hat man mal nach einem mittelschweren Vergehen (unerlaubter Munitionsbesitz) in der GAK gefragt, ob ich als IM für euch arbeiten will. Wurde über so was auch eine Akte angelegt?


Diese Frage kann Dir nur ein ehemaliger Abwehrmitarbeiter beantworten. Aber eigentlich wurde im MfS nix ohne schriftliche Vorbereitung gemacht. Von daher würde ich die Frage mit ja beantworten. Ob dieses Schriftgut dann aber im Archiv des MfS gelandet ist, steht auf einem anderen Blatt.


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
4.Zug 4.Kompanie GAR-40 und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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