#21

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2010 15:20
von ABV | 4.203 Beiträge

Genau das meinte ich, Felix. Wenn eine Differenzierung stattfinden würde, fiele es so manchen leichter über seine Vergangenheit zu reden. Im Gegenzug müssen dann die anderen Dinge auf den Tisch, wie der Vertrauensmißbrauch unter Freunden, Denunziationen, etc. Auch das hat es ja, aus den verschiedensten Motiven heraus, gegeben. Aber wie gesagt um eine Antwort auf die vielen unbeantworteten Fragen zu bekommen, warum wer dieses und jenes getan hat, muss man die Gesamtumstände in der DDR sehen. Nicht wenige sind daran verzweifelt, nicht jeder konnte oder wollte aber diesem Staat den Rücken kehren. Wer nicht den Kopf in den Sand stecken wollte, suchte nach Lösungen aus dieser Misere. Das bei anderen auch andere Motive wie Geltungsbedarf und ein angeborener Hang zum Denunziantentum eine Rolle spielte, ist die andere Seite ein und der selben Medaille. Wer konnte damals schon wissen, dass das MfS nicht dazu da war Mißstände in der DDR zu beseitigen, sondern einzig dem Zweck diente, die Macht der SED zu sichern. Das muss eine sehr bittere Erkenntnisfür einige gewesen sein, die doch guten Glaubens waren.
Die Deutschen und ihre missbrauchten Ideale, eine offenbar unendliche Geschichte!!

Gruß an alle
Uwe


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zuletzt bearbeitet 27.08.2010 15:59 | nach oben springen

#22

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2010 15:58
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Nun gut,es sind ja erst 20 Jahre vergangen,eigentlich ein kleines Zeitfenster,also sollte es noch reichen für die von euch angesprochende
Differenzierung.Auf der anderen Seite sind die Meinungen und Standpunkte mit der Zeit so festgefahren,das die Wahrscheinlichkeit gering ist.



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#23

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2010 16:04
von ABV | 4.203 Beiträge

Zitat von Zermatt
Nun gut,es sind ja erst 20 Jahre vergangen,eigentlich ein kleines Zeitfenster,also sollte es noch reichen für die von euch angesprochende
Differenzierung.Auf der anderen Seite sind die Meinungen und Standpunkte mit der Zeit so festgefahren,das die Wahrscheinlichkeit gering ist.



das liegt leider auch daran, dass es noch immer Leute gibt, die das ganze nicht nur differenzieren, sondern komplett " schönfärben" wollen. Solche Beispiele gibt es leider auch genügend. Na ja und das sich alle welche in der DDR Verantwortung trugen auch zu ihrem Anteil an der Sch... bekennen, ist allerdings wirklich unwahrscheinlich. Aber das wäre ein großer Schritt in Richtung einer sachlichen Aufarbeitung

Gruß an alle
Uwe


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zuletzt bearbeitet 27.08.2010 16:04 | nach oben springen

#24

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2010 16:30
von werner | 1.591 Beiträge

@ABV, das liegt aber auch daran, dass das Generalisieren des bösen MfS auf der einen Seite eben genau diesen Reflex des von Dir erwähnten "Schönfärbens" auslöst und dann eine Art Ping-Pong Effekt eintritt.
Abgesehen davon, liegt es natürlich immer im Auge des Betrachters und seiner Tagesform, ob etwas und bis wohin es eine differenzierte Sicht der Dinge ist und ab wann das Schönreden oder eintritt. Pauschalisieren hat noch nie zur Verständigung geführt - egal in welche Richtung.
Und im Moment habe ich ohnehin eher das Gefühl, dass eine differenzierte Sicht auf das MfS, auf IM gar nicht erwünscht ist.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#25

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2010 17:19
von Alfred | 6.857 Beiträge

Zitat von ABV
. Im Gegenzug müssen dann die anderen Dinge auf den Tisch, wie der Vertrauensmißbrauch unter Freunden, Denunziationen, etc. Auch das hat es ja, aus den verschiedensten Motiven heraus, gegeben. !!

Gruß an alle
Uwe



ABV,

denkst Du wirklich, dass es dies heute nicht mehr gibt ?


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#26

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2010 18:00
von Merkur | 1.025 Beiträge

Zitat von Zermatt


[i]In dieser Dokumentation zeigt Johannes Braun,Bischof in Magdeburg von 1970 bis 1990,unter Verwendung der ihm vom Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienst(Aussenstelle Magdeburg)zur Verfügung gestellten Stasidokumente auf,das auch die Überwachung öffentlicher Gottesdienste fester Bestandteil aller Mitarbeiter des ehemaligem MFS in der DDR war.



Diese Aussage ist Unsinn.
Für die Bearbeitung der Kirchen und Religionsgemeinschaften gab es eindeutige Verantwortlichkeiten seitens der Linie XX/4. Die Linie XX/4 war natürlich in den Kirchen und Religionsgemeinschaften inoffiziell präsent. Deshalb macht es gar keinen Sinn, dass "die Überwachung öffentlicher Gottesdienste fester Bestandteil aller Mitarbeiter...." war.
Warum sich das MfS für die Kirche interessierte, dürfte einleuchten. Als Stichworte nenne ich mal politische Untergrundtätigkeit und die Ereignisse in Polen zu Beginn der 80er Jahre.
@Zermatt, wenn Du mal ein realistisches Buch zur Thematik lesen möchtest, sei Dir Klaus Roßberg "Das Kreuz mit dem Kreuz" empfohlen.



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#27

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2010 19:35
von ABV | 4.203 Beiträge

Zitat von Alfred

Zitat von ABV
. Im Gegenzug müssen dann die anderen Dinge auf den Tisch, wie der Vertrauensmißbrauch unter Freunden, Denunziationen, etc. Auch das hat es ja, aus den verschiedensten Motiven heraus, gegeben. !!

Gruß an alle
Uwe



ABV,

denkst Du wirklich, dass es dies heute nicht mehr gibt ?




Ach was Alfred. So etwas gab es schon seit Urzeiten. Und das wird es auch geben, solange wir Menschen die Erde bevölkern. Bedenklich wird es nur, wenn solche Charaktereigenschaften durch Manipulation von außen, gezielt eingesetzt werden.

Gruß an alle
Uwe


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#28

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2010 20:18
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Merkur

Zitat von Zermatt


[i]In dieser Dokumentation zeigt Johannes Braun,Bischof in Magdeburg von 1970 bis 1990,unter Verwendung der ihm vom Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienst(Aussenstelle Magdeburg)zur Verfügung gestellten Stasidokumente auf,das auch die Überwachung öffentlicher Gottesdienste fester Bestandteil aller Mitarbeiter des ehemaligem MFS in der DDR war.



Diese Aussage ist Unsinn.
Für die Bearbeitung der Kirchen und Religionsgemeinschaften gab es eindeutige Verantwortlichkeiten seitens der Linie XX/4. Die Linie XX/4 war natürlich in den Kirchen und Religionsgemeinschaften inoffiziell präsent. Deshalb macht es gar keinen Sinn, dass "die Überwachung öffentlicher Gottesdienste fester Bestandteil aller Mitarbeiter...." war.
Warum sich das MfS für die Kirche interessierte, dürfte einleuchten. Als Stichworte nenne ich mal politische Untergrundtätigkeit und die Ereignisse in Polen zu Beginn der 80er Jahre.
@Zermatt, wenn Du mal ein realistisches Buch zur Thematik lesen möchtest, sei Dir Klaus Roßberg "Das Kreuz mit dem Kreuz" empfohlen.



Nun,in dem Buch werden zuerst die Hirtenwörter der Bischöfe der DDR von den Jahren 1981 -1989 gezeigt,die in den Messen gelesen wurden,dann kommen die entsprechenden Stasiberichte.Mal sehen was es noch zu diesemThema gibt.



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#29

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2010 21:21
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von Zermatt
Ich lese gerade das Buch"Im Schatten des Staatssicherheitsdienst der DDR" von Johannes Braun.Er war Bischof in Magdeburg in der Zeit von 1970 bis 1990.In diesem Buch wird beschrieben,wie das MFS die Aktivitäten in der Kirche genaustens beobachtete und immer Bescheid wusste.
Kurzbeschreibung des Buches:

In dieser Dokumentation zeigt Johannes Braun,Bischof in Magdeburg von 1970 bis 1990,unter Verwendung der ihm vom Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienst(Aussenstelle Magdeburg)zur Verfügung gestellten Stasidokumente auf,das auch die Überwachung öffentlicher Gottesdienste fester Bestandteil aller Mitarbeiter des ehemaligem MFS in der DDR war.

Die dargebotenen Stasidokumente zu den Vorlagen bischöflicher Hirtenworte der Jahre 1981-1989 veranschaulichen die unlauteren Methoden,die Widerwärtigkeit und Hinterhältigkeit diese Systems,das,wie es der Autor im Vorwort formuliert hat,"diese Form der Kontrolle und lästigen Einsicht in die privaten Bereiche des Lebens bis zum Ende beibehalten hat."

Jahrzehnte politischer Überwachung nehmen so-fragmentisch,aber eindringlich genug-konkrete und zugleich düstere Gestalt an.
Johannes Braun ist mittlerweile verstorben.




Wenn man die Kommentare so liest,scheint heute bei Einigen wieder einmal "Märchenstunde"angesagt.
Das dumme daran ist nur,es will mit der politischen Realität in der DDR nicht so recht zusammenpassen.
Da Lesen manchmal nicht schaden kann,kann wer will ,hier weiterlesen und sich sein eigenes Bild machen. http://www.politische-bildung-brandenbur...n/pdf/stasi.pdf


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#30

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2010 21:40
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

So so, also mit einer staatlichen Seite für politische (Meinungs)Bildung eine eigene Meinung bilden....

Du bemerkst den Widerspruch?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 27.08.2010 21:50 | nach oben springen

#31

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2010 21:50
von Boelleronkel (gelöscht)
avatar

Zitat von Feliks D.
So so, also mit einer staatlichen Seite für politische Bildung eine eigene Meinung bilden....

Du bemerkst den Widerspruch?



Widerspruch?
Kleine Empfehlung,das beste wird sein ,Du fährst mal in die Prignitz und befasst Dich mit den Realitäten.
Das Ferienobjekt Arthur Becker" in Kuhlmühle hatte zwar ein "Heizhaus mit einem schönen Gliederkessel"GK genannt,aber das "Heizhaus" im Ferienobjekt Klausheide war irgendwie besser.
In diesem Sinne,schönen Abend noch...


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#32

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2010 22:00
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Zitat von Feliks D.
So so, also mit einer staatlichen Seite für politische (Meinungs)Bildung eine eigene Meinung bilden....

Du bemerkst den Widerspruch?



So wie damals in der DDR, gell.....


Kein Sex mit Nazis...!!!
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#33

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.08.2010 10:35
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

typisch @boelleronkel.... einfach mal eine neue baustelle eröffnen. vom eigentlichen thema "kirche und mfs" macht er den schwenk zu "mfs und jugend" und anschliessend erklärt er, etwas völlig aus dem zusammenhang, den heizkessel vom ferienheim des wachregimentes feliks dzierzynski.

muss ich das verstehen ???


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#34

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.08.2010 14:19
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

für mich als berliner geht mir die kirche soweit am ar... vorbei wie als wenn in china ein sack reis umkippt.ich kenne auch keinen dem das gefasel eines predigers was bedeutet.norddeutsche sind sicher nicht so gläubig wie süddeutsche,insofern beachtete ich persönlich das geschehen kirche und ddr gar nicht weiter,wie sicher viele.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#35

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.08.2010 18:08
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Naja, ich glaube ja, das die Kirche genausoviel mit dem Glauben zu tun hat wie die DDR mip'm Sozialismus.....

....mit anderen Worten, glauben kann man auch ohne die Kirche.....

schönes Wochenende gewünscht aus Chiasso/Como

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
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#36

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.08.2010 18:48
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Sicher kann man ohne Kirche glauben,aber Gott und der Glauben sind eins.
Aber das ist nun wirklich ein eigenes Thema.



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#37

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.08.2010 19:13
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

zermatt,die angst des mfs vor der kirche bestand sicher.mir ist als ungläubiger nur bewusst das die kirche dem staat ein dorn im auge war.ich fand dieses damals schon so albern,weil jeder mensch kann doch glauben an was er möchte,ich glaube an einen lottogewinn,andere an götter.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#38

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.08.2010 20:41
von Altermaulwurf (gelöscht)
avatar

Zum Thema Kirche nur noch soviel, nach den neuesten Enthüllungen über deren Umgang mit Schutzbefohlenen und der offenbar gewordenen Diskrepanz zwischen Anspruch und gelebte Realität, sollte die Kirche insgesamt etwas in sich gekehrter auftreten und erst einmal die eigene Geschichte aufarbeiten.

Mit der hohen Quote an Mißbrauchsfällen und Gesetzesverstössen sowie der eigenen Aufarbeitung dazu - aus so einer Ecke lasse ich mir ungern mit den moralischen Zeigefinger meine eigene Geschichte zum Vorwurf machen.

Sicher ist da nicht jeder kirchliche Funktionsträger gleich zu setzen und eine Frau Kässmann beurteile ich da anders als einen Militärbischof a.D., aber ein Buch zur Aufarbeitung der MfS Problematik gibt es, zur eigenen Geschichtsbewältigung nicht.
Es ist halt leicht mit den Finger in anderen Wunden zu stochern...............

Gruß AMW


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#39

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.08.2010 09:06
von seaman | 3.487 Beiträge

Die Kirche hat im Laufe der Geschichte soviel Verbrechen an der Menschheit begangen,tut es heute noch,das ein Vergleich
mit dem MfS sich von selbst verbietet.

seaman


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#40

RE: Kirche und MFS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.08.2010 13:27
von Boelleronkel (gelöscht)
avatar

Zitat von GilbertWolzow
typisch @boelleronkel.... einfach mal eine neue baustelle eröffnen. vom eigentlichen thema "kirche und mfs" macht er den schwenk zu "mfs und jugend" und anschliessend erklärt er, etwas völlig aus dem zusammenhang, den heizkessel vom ferienheim des wachregimentes feliks dzierzynski.

muss ich das verstehen ???




Das dir manche "Zusammenhänge"gern abhanden kommen ist schon verständlich,nur hilft das wenig die Realitäten zu sehen.
Kirche hin,Kirche her,es gab sie eben und es gab eben Menschen in der DDR,die ihre Kirche lebten.
Es gab eben auch Kinder die haben Konfirmation und keine Jugendweihe gemacht und sie wurden von Lehrern,Schuldirektoren,
oftmals dadurch auch von ihren Mitschülern geschnitten und gemieden.
An die Noten im Staatsbürgerkundeunterricht mal ganz zu schweigen.
Punktum,von Anfang an hatten die es eben schwerer,ausgegrenzt und im sozialistischen Schulalltag eher nicht gewünscht.
Ab Mitte der 70iger sind wir öfters mal in die Gemeindehäuser gezogen,zur Kirchendisco ...nannten wir das,die gingen eben auch länger,da gabs Blues,Gitarrenvirtuosen...völlig entspannt.
Die waren eben anders,die dachten anders,sangen andere Lieder,wollten nicht zur Armee und fanden Pioniere,Wehrkundeunterricht,simple ausgedrückt,
eher weniger beeindruckend und das war dem Staat DDR politisch nun mal ein Dorn im Auge.
Aus den Kirchen kamen die Infos über Umweltsünden,über die Möglichkeit "Bausoldat zu werden",da wurde über Helsinki und Abrüstung
auf allen Seiten offen diskutiert,wo ging denn das noch in der DDR mit ihrer "Superpartei,die doch immer Recht hatte".,
Klar haben sich Jugendliche in die Kirchengruppen "verzogen"anders gings ja nicht mehr.
Schon vergessen,Lange Haare,westliche Jeanskleidung,nur vom Staat lizensierte Musikplatten etc...
Entweder hasste Dich ins private "verkrümelt"oder zur offenen Diskussion in die Kirche,der DDR war das schon lange abhanden gekommen.
Kein Wunder,das musste das MfS auf den Plan rufen.
Die regulären Mitarbeiter,da haben die Vorredner wohl Recht ,brauchten sich da nicht blicken lassen,die waren zumindest bis in die Grösse von Kreisstädten meist visuell zumindest bekannt.
Da musste schon der IM ran und horchen und notieren.
Aus genau dem "Material"hat man dann den Leuten den Prozess gemacht.
Wie das gemacht wurde,kann man eben genau unter der von mir verlinkten Seite selber lesen und seine eigenen Schlüsse daraus ziehen.

Aber vielleicht ist das Alles auch überhaupt nicht die Realität,die da beschrieben ist und das MfS hat in den Heizhäusschen des einen oder anderen Ferienlagers aus reinem Versehen die Akten vernichtet,woraus die "Heldentaten"in Zusammenarbeit mit den kirchlichen Gruppen vorzuzeigen wären.

Punktum,kirchliches war im politischen und gesellschaftlichen Leben aus Sicht der Partei in der DDR eher weniger gefragt.


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