#161

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 29.09.2014 18:31
von Thunderhorse | 3.997 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #160
Zitat von manudave im Beitrag #158
@eisenringtheo

Du meintest weiter unten, dass möglichst auf untere Körperteile etc. geschossen werden sollte. Gibt es dazu eine schriftliche Anweisung oder war das genauso individuell, wie gegenteilige Anweisungen, die wir hier ja auch schon hatten?


Abs. 5 § 27 Grenzgesetz:

"(5) Bei der Anwendung der Schußwaffe ist das Leben von Personen nach Möglichkeit zu schonen. Verletzten ist unter Beachtung, der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen Erste Hilfe zu erweisen."



Dieser Absatz geht in keinster Weise auf die davor angesprochene Problematik ein.

Mal wieder knapp vorbei Alfred.


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#162

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 29.09.2014 18:34
von Thunderhorse | 3.997 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #152
Das Überschreiten einer Grenze wird oft als Ordnungswidrigkeit geahndet, wenn man nicht die dafür vorgesehenen Wege benutzt. Aus politischen Gründen hat man aber wohl an der deutsch-deutschen Grenze davon abgesehen, entsprechende Bestimmungen zu erlassen. Die Beamten des BGS hätten sicher gerne eine solche Bestimmung gehabt. Das hätte die Arbeit erleichtert: Nichts wirkt so überzeugend, wie die Androhung eines Verwarnungsgeldes oder einer Ordnungsbusse, mag es auch noch so verlockend sein, den Werkzeugkasten aus dem Kofferraum zu holen und zu versuchen, das Emblem an der DDR Grenzsäule abzumontieren.
Theo


Auch an der Grenze zur DDR konnten Ordnungsstrafen für den Grenzübertritt erteilt werden, jedoch nicht für Deutsche.

Und Diebstahl, wie z.b. Embleme die entwendet wurden, sind durch die Behörden der Bundesrepublik strafrechtlich verfolgt worden.


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#163

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 29.09.2014 18:37
von Thunderhorse | 3.997 Beiträge

Wie immer, man sollte sich mit der Theamtik umfassend und tiefergründig befassen und nicht etwas daher blubbern.

Schon oft genug darauf hingewiesen.

Aber Fachleute die meinen sie sind es in dieser Angelegenheit findet man hier zur genüge.



P.S.: Der Herr S. hat bezüglich dem Recht in Sachen Berlin - Grenzöffnung, etc. auch wenig bzw. falsches Wissen.


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zuletzt bearbeitet 29.09.2014 18:38 | nach oben springen

#164

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 29.09.2014 18:53
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Thunderhorse im Beitrag #163
Wie immer, man sollte sich mit der Theamtik umfassend und tiefergründig befassen und nicht etwas daher blubbern.

Schon oft genug darauf hingewiesen.

Aber Fachleute die meinen sie sind es in dieser Angelegenheit findet man hier zur genüge.



P.S.: Der Herr S. hat bezüglich dem Recht in Sachen Berlin - Grenzöffnung, etc. auch wenig bzw. falsches Wissen.



Du kannst uns ja mal aufklären, was da falsch ist . Wird sicher alle interessieren.


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#165

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 29.09.2014 19:32
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Ari@D187 im Beitrag #151
Zitat von Rainman2 im Beitrag #148
[...]Die Grenze dichtgemacht ... Was heißt das denn? Von der einen Seite war die Verletzung der Grenze eine Ordnungswidrigkeit, von der anderen Seite eine Straftat. [...]

Ich mag mich komplett irren, aber der Übertritt von West nach Ost stellte, für den Otto-Normal-Bürger, keine Ordnungswidrigkeit dar. Es wurde lediglich vor dem Grenzübertritt gewarnt. Habe hier ein entsprechendes Aushängeblatt mit fünf Punkten:

"Der Bundesgrenzschutz informiert"
"Grenzverlauf zur DDR beachten"

"1. ....
2. ...
...
5. ..."

Alles lediglich Warnungen, kein Verbot.

Man passierte - aus Sicht eines Bundesbürgers - ja lediglich eine Landes- jedoch keine Staatsgrenze.

Gruß
Ari

Ich war ja öfters an der Grenze und habe bei meinen Erkundungen bestimmt mehrmals die Grenzlinie überschritten,sicher nicht extra aber durch die oft unübersichtlichen Örtlichen Gegebenheiten halt nicht zu vermeiden....passiert ist mir nie was...von wegen Ordnungswidrigkeit oder ähnliches.Sicherlich war der BGS sparsam vertreten...nur ein einzges mal hat mich einer zurückgepfiffen,aber sehr höflich.

Wenn ich da an den Harz denke...man konnte locker 1 Stunde gehen ohne eine Menschenseele zu treffen oder zu sehen..Ost wie West.



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#166

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 29.09.2014 19:36
von Gelöschtes Mitglied
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Ich dachte eigentlich, dass das Thema Schießbefehl ausgekaut ist. Es hat ja niemand behauptet, dass es einen Befehl gab die Schusswaffe rigoros bei Bagatellen einzusetzen. Aber die Definition "als letztes Mittel" ist ein langes Gummiband. Wenn man davon ausgeht, dass die meisten Soldaten nicht älter als 20 Jahre waren und für das Versagen im Ernstfall doch eine ganz schöne Drohkulisse aufgebaut wurde, war doch ein erheblicher psychischer Druck vorhanden. Wer kann denn erkennen, wann der Zeitpunkt für das letzte Mittel erreicht ist. Im Ernstfall war für solche Gedankenspiele keine Zeit.

Der Hesselfuchs


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zuletzt bearbeitet 29.09.2014 19:36 | nach oben springen

#167

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 30.09.2014 07:57
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Grau ist alle Theorie.
Praktisch saß ich geschätze 70 Nächte auf einem Turm wo nur eine Aufgabe ausgegeben war, in einem von Lampen ausgeleuchtetem Areal, wo der Abstand zwischen Grenzsignalzaun und dem Grenzzaun nur ca. 20 Meter breit war, eingedrungene Grenzverletzer nach Warnschuß vom Turm aus sofort unter gezieltes Feuer zu nehmen.
Das ist so, entschuldigt bitte den Ausdruck, als wenn du Dienst in der Schießbude hast und wenn der Ochse los ging und die Rundumleuchten sich drehten dann war sie da die unterschwellige Angst ob du nun wirklich musst.
Gott sei Dank war es immer nur Fehlalarm, möchte mir nicht ausmalen wenn wirklich einer über den Zaun gestiegen wäre, dann hätte ich ganz allein (mit 21) eine Entscheidung eventuell über Leben und Tod eines Menschen treffen müssen und kein General Baumgarten oder irgendeine Nase aus dem Politbüro in Berlin oder Moskau und die innere Tendenz ging Richtung Befehlserfüllung, wohl zur Not auch zum finalen Feuerstoß wenn du 3 mal mit deiner mißerablen Ausbildung vorbei geschossen hast, ist einfach so weil wir damals als junge Kerle die Hosen voll hatten vor der nebulösen Konsequenz wenn du einen Befehl nicht befolgst.
Dieses ganze theoretische Gequatsche von Schusswaffengebrauchsbestimmungen oder ob da nun ein Zettel mit was schriftlichen liegt oder nicht bringt eigentlich gar nichts im Nachhinein, Grenzdurchbrüche waren zu verhindern auch mit Einsatz der Waffe und Punkt.


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zuletzt bearbeitet 30.09.2014 09:26 | nach oben springen

#168

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 30.09.2014 11:27
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #167
Grau ist alle Theorie.
Praktisch saß ich geschätze 70 Nächte auf einem Turm wo nur eine Aufgabe ausgegeben war, in einem von Lampen ausgeleuchtetem Areal, wo der Abstand zwischen Grenzsignalzaun und dem Grenzzaun nur ca. 20 Meter breit war, eingedrungene Grenzverletzer nach Warnschuß vom Turm aus sofort unter gezieltes Feuer zu nehmen.
Das ist so, entschuldigt bitte den Ausdruck, als wenn du Dienst in der Schießbude hast und wenn der Ochse los ging und die Rundumleuchten sich drehten dann war sie da die unterschwellige Angst ob du nun wirklich musst.
Gott sei Dank war es immer nur Fehlalarm, möchte mir nicht ausmalen wenn wirklich einer über den Zaun gestiegen wäre, dann hätte ich ganz allein (mit 21) eine Entscheidung eventuell über Leben und Tod eines Menschen treffen müssen und kein General Baumgarten oder irgendeine Nase aus dem Politbüro in Berlin oder Moskau und die innere Tendenz ging Richtung Befehlserfüllung, wohl zur Not auch zum finalen Feuerstoß wenn du 3 mal mit deiner mißerablen Ausbildung vorbei geschossen hast, ist einfach so weil wir damals als junge Kerle die Hosen voll hatten vor der nebulösen Konsequenz wenn du einen Befehl nicht befolgst.
Dieses ganze theoretische Gequatsche von Schusswaffengebrauchsbestimmungen oder ob da nun ein Zettel mit was schriftlichen liegt oder nicht bringt eigentlich gar nichts im Nachhinein, Grenzdurchbrüche waren zu verhindern auch mit Einsatz der Waffe und Punkt.



Danke @Grenzwolf62 für diesen Beitrag, weil er es so schön auf den Punkt bringt!

Als Ergänzung:
Auch ich sehe es mittlerweile so, das die alleinige Schuld bei den Verantwortlichen in der Regierung zu suchen ist. Sie haben halben Kindern(Tschuldigung) eine Waffe in die Hand gedrückt, sie an die Grenze gestellt und dann mit der der Verantwortung allein gelassen.
Die Verantwortlichen haben die Grenzverletzer doch erst durch die entsprechende Gesetzgebung kriminalisiert und dazu gemacht, was sie eigentlich nicht waren, nämlich Grenzverletzer. Dass der Passus der Vergatterung "vernichten" hieß und Militär-Sprech war, zeigt doch, wie menschenverachten letztendlich das System war. Sonst hätte der Passus auch wie von mir in t4506f87-Schiessbefehl-an-der-DDR-Grenze-Wer-traegt-die-Schuld-6.html#msg391164 angefragt anderes lauten können.


Intellektuelle spielen Telecaster
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#169

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 30.09.2014 19:41
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #154
[...]
Das ist so nicht richtig. Wikipedia definiert eine Hypothese so:
[...]


Jetzt haste meine ganze Argumentationskette kaputt gemacht.
Wikipedia mit seinen "schwarzen Federn" wird da sicher recht haben...

Gruß
Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#170

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 30.09.2014 20:07
von Gelöschtes Mitglied
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Wer hat denn überhaupt die so oft erwähnte Waffengebrauchsbestimmung der DDR gekannt . ????? Ich kann mich nicht daran erinnern jemals darüber informiert wurden zu sein .
Meine Aufzeichnungen von 1969 habe ich noch ,von der damaligen Ausbildung .

Wir Soldaten hatten die Befehle der " Arbeiter und Bauern Regierung " auszuführen und nichts anderes . dazu zählte auch die Vernichtung von Grenzverletzern . ratata


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#171

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 30.09.2014 20:11
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von ratata im Beitrag #170
Wer hat denn überhaupt die so oft erwähnte Waffengebrauchsbestimmung der DDR gekannt . ????? Ich kann mich nicht daran erinnern jemals darüber informiert wurden zu sein .
Meine Aufzeichnungen von 1969 habe ich noch ,von der damaligen Ausbildung .

Wir Soldaten hatten die Befehle der " Arbeiter und Bauern Regierung " auszuführen und nichts anderes . dazu zählte auch die Vernichtung von Grenzverletzern . ratata



... und deshalb finde ich es besonders hinterfotzig,- wenn die damaligen Vorgesetzten heute hier herumeiern,- daß es den Schießbefehl so nicht gab und die zu erwartenden Strafen bei Nichtbefolgung nur Späßle waren....


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#172

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 30.09.2014 20:14
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Ostlandritter im Beitrag #171
Zitat von ratata im Beitrag #170
Wer hat denn überhaupt die so oft erwähnte Waffengebrauchsbestimmung der DDR gekannt . ????? Ich kann mich nicht daran erinnern jemals darüber informiert wurden zu sein .
Meine Aufzeichnungen von 1969 habe ich noch ,von der damaligen Ausbildung .

Wir Soldaten hatten die Befehle der " Arbeiter und Bauern Regierung " auszuführen und nichts anderes . dazu zählte auch die Vernichtung von Grenzverletzern . ratata



... und deshalb finde ich es besonders hinterfotzig,- wenn die damaligen Vorgesetzten heute hier herumeiern,- daß es den Schießbefehl so nicht gab und die zu erwartenden Strafen bei Nichtbefolgung nur Späßle waren....

Jürgen bitte nicht so vulgär, auch wen Du recht hast! Wir haben auch Damen an Bord!!
Grüsse steffen52


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#173

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 30.09.2014 20:19
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von steffen52 im Beitrag #172
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #171
Zitat von ratata im Beitrag #170
Wer hat denn überhaupt die so oft erwähnte Waffengebrauchsbestimmung der DDR gekannt . ????? Ich kann mich nicht daran erinnern jemals darüber informiert wurden zu sein .
Meine Aufzeichnungen von 1969 habe ich noch ,von der damaligen Ausbildung .

Wir Soldaten hatten die Befehle der " Arbeiter und Bauern Regierung " auszuführen und nichts anderes . dazu zählte auch die Vernichtung von Grenzverletzern . ratata



... und deshalb finde ich es besonders hinterfotzig,- wenn die damaligen Vorgesetzten heute hier herumeiern,- daß es den Schießbefehl so nicht gab und die zu erwartenden Strafen bei Nichtbefolgung nur Späßle waren....

Jürgen bitte nicht so vulgär, auch wen Du recht hast! Wir haben auch Damen an Bord!!
Grüsse steffen52


Steffen ,- als vornehmer Bürger verwende ich nur zumutbare Begriffe ,- welche dudenkonform und gesellschaftlich anerkannt sind - gerade wegen der Ladys an Bord....

DUDEN :
Bedeutung

hinterhältig, hinterlistig, unaufrichtig

Nach obenSynonyme zu hinterfotzig
arglistig, falsch, feige, heimtückisch, hinterhältig, hinterlistig, intrigant, link, perfide, scheinheilig, tückisch, unaufrichtig, unehrlich, verlogen, verschlagen
Nach obenAussprache

Betonung:
hịnterfotzig

( Auszug aus dem deutschen Duden )


....................................
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zuletzt bearbeitet 30.09.2014 20:20 | nach oben springen

#174

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 30.09.2014 20:22
von Hapedi | 1.875 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #167
Grau ist alle Theorie.
Praktisch saß ich geschätze 70 Nächte auf einem Turm wo nur eine Aufgabe ausgegeben war, in einem von Lampen ausgeleuchtetem Areal, wo der Abstand zwischen Grenzsignalzaun und dem Grenzzaun nur ca. 20 Meter breit war, eingedrungene Grenzverletzer nach Warnschuß vom Turm aus sofort unter gezieltes Feuer zu nehmen.
Das ist so, entschuldigt bitte den Ausdruck, als wenn du Dienst in der Schießbude hast und wenn der Ochse los ging und die Rundumleuchten sich drehten dann war sie da die unterschwellige Angst ob du nun wirklich musst.
Gott sei Dank war es immer nur Fehlalarm, möchte mir nicht ausmalen wenn wirklich einer über den Zaun gestiegen wäre, dann hätte ich ganz allein (mit 21) eine Entscheidung eventuell über Leben und Tod eines Menschen treffen müssen und kein General Baumgarten oder irgendeine Nase aus dem Politbüro in Berlin oder Moskau und die innere Tendenz ging Richtung Befehlserfüllung, wohl zur Not auch zum finalen Feuerstoß wenn du 3 mal mit deiner mißerablen Ausbildung vorbei geschossen hast, ist einfach so weil wir damals als junge Kerle die Hosen voll hatten vor der nebulösen Konsequenz wenn du einen Befehl nicht befolgst.
Dieses ganze theoretische Gequatsche von Schusswaffengebrauchsbestimmungen oder ob da nun ein Zettel mit was schriftlichen liegt oder nicht bringt eigentlich gar nichts im Nachhinein, Grenzdurchbrüche waren zu verhindern auch mit Einsatz der Waffe und Punkt.





genau so war es @Grenzwolf und da beist die Maus keinen Faden ab

gruß Hapedi



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#175

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 30.09.2014 20:30
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Ostlandritter im Beitrag #173
Zitat von steffen52 im Beitrag #172
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #171
Zitat von ratata im Beitrag #170
Wer hat denn überhaupt die so oft erwähnte Waffengebrauchsbestimmung der DDR gekannt . ????? Ich kann mich nicht daran erinnern jemals darüber informiert wurden zu sein .
Meine Aufzeichnungen von 1969 habe ich noch ,von der damaligen Ausbildung .

Wir Soldaten hatten die Befehle der " Arbeiter und Bauern Regierung " auszuführen und nichts anderes . dazu zählte auch die Vernichtung von Grenzverletzern . ratata



... und deshalb finde ich es besonders hinterfotzig,- wenn die damaligen Vorgesetzten heute hier herumeiern,- daß es den Schießbefehl so nicht gab und die zu erwartenden Strafen bei Nichtbefolgung nur Späßle waren....

Jürgen bitte nicht so vulgär, auch wen Du recht hast! Wir haben auch Damen an Bord!!
Grüsse steffen52


Steffen ,- als vornehmer Bürger verwende ich nur zumutbare Begriffe ,- welche dudenkonform und gesellschaftlich anerkannt sind - gerade wegen der Ladys an Bord....

DUDEN :
Bedeutung

hinterhältig, hinterlistig, unaufrichtig

Nach obenSynonyme zu hinterfotzig
arglistig, falsch, feige, heimtückisch, hinterhältig, hinterlistig, intrigant, link, perfide, scheinheilig, tückisch, unaufrichtig, unehrlich, verlogen, verschlagen
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( Auszug aus dem deutschen Duden )

Mensch Jürgen, biste ne Spaßbremse ! Müsstes mich doch nun langsam mal kennen! Oder?
Grüsse steffen52


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#176

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 30.09.2014 20:31
von Hapedi | 1.875 Beiträge

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #173
Zitat von steffen52 im Beitrag #172
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #171
Zitat von ratata im Beitrag #170
Wer hat denn überhaupt die so oft erwähnte Waffengebrauchsbestimmung der DDR gekannt . ????? Ich kann mich nicht daran erinnern jemals darüber informiert wurden zu sein .
Meine Aufzeichnungen von 1969 habe ich noch ,von der damaligen Ausbildung .

Wir Soldaten hatten die Befehle der " Arbeiter und Bauern Regierung " auszuführen und nichts anderes . dazu zählte auch die Vernichtung von Grenzverletzern . ratata



... und deshalb finde ich es besonders hinterfotzig,- wenn die damaligen Vorgesetzten heute hier herumeiern,- daß es den Schießbefehl so nicht gab und die zu erwartenden Strafen bei Nichtbefolgung nur Späßle waren....

Jürgen bitte nicht so vulgär, auch wen Du recht hast! Wir haben auch Damen an Bord!!
Grüsse steffen52


Steffen ,- als vornehmer Bürger verwende ich nur zumutbare Begriffe ,- welche dudenkonform und gesellschaftlich anerkannt sind - gerade wegen der Ladys an Bord....

DUDEN :
Bedeutung

hinterhältig, hinterlistig, unaufrichtig

Nach obenSynonyme zu hinterfotzig
arglistig, falsch, feige, heimtückisch, hinterhältig, hinterlistig, intrigant, link, perfide, scheinheilig, tückisch, unaufrichtig, unehrlich, verlogen, verschlagen
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Betonung:
hịnterfotzig

( Auszug aus dem deutschen Duden )




rot das ist wol schon neue Rechtschreibreform , ich dachte immer mit V [rot] geschrieben

gruß Hapedi



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#177

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 30.09.2014 21:37
von Gelöschtes Mitglied
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Die Schusswaffengebrauchsbestimmung wurde mir mehr als einmal vorgetragen. Schriftlich gab es natürlich nichts.

Der Hesselfuchs


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#178

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 01.10.2014 09:10
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Hinterfotzig kommt von Fotzn und das heißt auf bayrisch Gesicht. Daher auch Fotznhobel (Mundharmonika)


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#179

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 01.10.2014 09:13
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #167
Grau ist alle Theorie.
Praktisch saß ich geschätze 70 Nächte auf einem Turm wo nur eine Aufgabe ausgegeben war, in einem von Lampen ausgeleuchtetem Areal, wo der Abstand zwischen Grenzsignalzaun und dem Grenzzaun nur ca. 20 Meter breit war, eingedrungene Grenzverletzer nach Warnschuß vom Turm aus sofort unter gezieltes Feuer zu nehmen.
Das ist so, entschuldigt bitte den Ausdruck, als wenn du Dienst in der Schießbude hast und wenn der Ochse los ging und die Rundumleuchten sich drehten dann war sie da die unterschwellige Angst ob du nun wirklich musst.
Gott sei Dank war es immer nur Fehlalarm, möchte mir nicht ausmalen wenn wirklich einer über den Zaun gestiegen wäre, dann hätte ich ganz allein (mit 21) eine Entscheidung eventuell über Leben und Tod eines Menschen treffen müssen und kein General Baumgarten oder irgendeine Nase aus dem Politbüro in Berlin oder Moskau und die innere Tendenz ging Richtung Befehlserfüllung, wohl zur Not auch zum finalen Feuerstoß wenn du 3 mal mit deiner mißerablen Ausbildung vorbei geschossen hast, ist einfach so weil wir damals als junge Kerle die Hosen voll hatten vor der nebulösen Konsequenz wenn du einen Befehl nicht befolgst.
Dieses ganze theoretische Gequatsche von Schusswaffengebrauchsbestimmungen oder ob da nun ein Zettel mit was schriftlichen liegt oder nicht bringt eigentlich gar nichts im Nachhinein, Grenzdurchbrüche waren zu verhindern auch mit Einsatz der Waffe und Punkt.


Hallo @Grenzwolf62 ,

ich sehe es wie die anderen, dass Du sie Sache sehr gut auf den Punkt bringst.

Zu dem theoretischen Gequatsche, oder "dem Herumeiern von Vorgesetzten", wie es an anderer Stelle hier hieß. Du beschreibst exakt, wie ein Grenzsoldat sich in einem Zustand befand, der einem Befehlsnotstand entspricht. Daher akzeptiere ich heute im übrigen den Begriff "Schießbefehl" als Prinzip, nicht als militärisches Faktum. Mir ging es übrigens, bei aller Überzeugung von der Sache und bei allem Gerede in der politischen Schulung der Unterstellten, damals ähnlich wie Dir: Hoffnung, dass man nicht in die Situation kommt.

Du beschreibst also das Ergebnis und hast in der Sache meine Achtung, meinen Respekt und meine volle Unterstützung.

Nun ergänze ich mal mit folgenden Fragen:
1. Wenn ich ganz persönlich sage, dass es einen militärischen Befehl dieser Art in einer militärischen Form nicht gegeben hat, muss es dann nicht wenigstens eine Art System gegeben haben, das die Soldaten in diesen Zustand versetzt hat?
2. Der Annahme folgend, dass es sich um ein System handelt: Ist es dann nicht durchaus interessant, den Wirkungsmechanismus dieses Systems genauer zu untersuchen?
3. Kann ein System dieser Art jederzeit wieder funktional werden, und Menschen guten Glaubens dazu bringen, das Falscheste der Welt zu tun?
4. Wenn ich selbst ein Teil dieses Systems war, und das war ich, habe ich dann nicht zumindest die moralische Verpflichtung, mich der gerechtfertigten Entrüstung zu stellen und darüber auch öffentlich nachzudenken, wie ich aus meinen guten Motiven heraus zum Handlanger dieses Systems wurde?

Ich beende die Fragen hier und komme zu meinen ganz persönlichen Antworten:
1. Ja
2. Ja
3. Ja
4. Ja

@Schuddelkind bringt es hier wunderbar falsch zum Ausdruck:
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #168
... Auch ich sehe es mittlerweile so, das die alleinige Schuld bei den Verantwortlichen in der Regierung zu suchen ist. Sie haben halben Kindern(Tschuldigung) eine Waffe in die Hand gedrückt, sie an die Grenze gestellt und dann mit der der Verantwortung allein gelassen.
...

NEIN, das stimmt so nicht. Es stimmt hinten und vorn nicht, Schuddel.

Propagandistisch wertvoll wurden bisweilen die Waffen an die Soldaten gegeben durch Arbeiterveteranen, Antifaschisten und ehemalige KZ-Häftlinge, die im Glauben handelten, sie geben die Waffen an ihre Kinder und Enkel, damit diese die Errungenschaften ihres Kampfes, Frieden und Sozialismus schützen.
Vor den Soldaten standen zum Teil grüne Jungs wie ich, mit Silber auf der Schulter, die den Soldaten erzählten, wie die Welt funktioniert und was sie nun zu tun hätten.

Das sind nur zwei Glieder einer langen Kette, oder besser: Zwei Elemente dieses Systems. Und dieses System auf "Die da oben haben denen die Waffen und einen Befehl gegeben" zu reduzieren, negiert dieses System und schweigt auch tot, was die Mittäter wie ich in diesem System getan haben und wie sie selbst aus gutem Glauben und/oder aus Naivität zu Helfern des Systems wurden, ohne die das Ganze nie funktioniert hätte. Und, Schuddel, mal Hand aufs Herz: Sehe ich aus wie einer, den man totschweigen kann?

Auf den Punkt: Neben der Beschreibung, wie wirkte das Ganze auf den Einzelnen, hat die Frage nach dem "Wie kam es dazu" eine unbedingte Existenzberechtigung. Und es ist doch irgendwie ein Hintertreppenwitz der Geschichtbetrachtung, dass gerade die Leugnung des Schießbefehls zur Offenlegung der Struktur drängt, was dann viele der Leugner als Helfer und Mittäter des Systems erst entlarven würde!

Mal sacken lassen. Drüber nachdenken.

Streitbereit? Immer bereit!
ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


eisenringtheo, Schuddelkind, Damals87, 80er und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.10.2014 09:16 | nach oben springen

#180

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 01.10.2014 09:18
von Hans | 2.166 Beiträge

MANN, Rainman ! Respekt !
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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