#121

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 13.09.2010 19:38
von Oss`n | 2.777 Beiträge

PS.: Sommer oder Winter wurde befohlen .

5°C konnte es im Sommer oder Winter sein.

So wie man auch bei 20°C die Pferdedecke tragen mußte, weil noch befehlsmäßig Winter war.

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#122

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 13.09.2010 20:31
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Es stimmt Ossn, der Staat DDR baute auch auf " Drohkulisse", darin war er geübt, darin war er ein Meister. Er gab eine ganz bestimmte Richtung vor, aber sie, diese Richtung war sehr flexibel und nur Der, der partout die Richtung anzweifelte, sie gar madig machte, der hatte im Endeffekt schlechte Karten. So sah ich es damals, so sehe ich es heute.
Schwedt gehörte dazu, war nicht falsch...mal so im Nachhinnein betrachtet und willst du junge Soldaten bei der Stange halten, ihre Disziplin nicht untergraben ist Druck auf sie ganz normal.
Aber genug vom Thema...da waren wir wohl in einem Alter damals am Kanten und meinte mein Vater...irgendetwas zu mir, so dachte ich immer:" Der Alte kann doch lange quatschen, ich mach sowieso, was ich will".
So, als hätte er meine Gedanken erraten, meinte er dann:" Als mein Vater irgendetwas zu mir....ist es nicht eine wunderbare Wiederholung in der Erziehung der Söhne/Töchter?"

Rainer-Maria


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#123

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 13.09.2010 21:20
von Oss`n | 2.777 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Es stimmt Ossn, der Staat DDR baute auch auf " Drohkulisse", darin war er geübt, darin war er ein Meister. Er gab eine ganz bestimmte Richtung vor, aber sie, diese Richtung war sehr flexibel und nur Der, der partout die Richtung anzweifelte, sie gar madig machte, der hatte im Endeffekt schlechte Karten. So sah ich es damals, so sehe ich es heute.
Schwedt gehörte dazu, war nicht falsch...mal so im Nachhinnein betrachtet und willst du junge Soldaten bei der Stange halten, ihre Disziplin nicht untergraben ist Druck auf sie ganz normal.
Aber genug vom Thema...da waren wir wohl in einem Alter damals am Kanten und meinte mein Vater...irgendetwas zu mir, so dachte ich immer:" Der Alte kann doch lange quatschen, ich mach sowieso, was ich will".So, als hätte er meine Gedanken erraten, meinte er dann:" Als mein Vater irgendetwas zu mir....ist es nicht eine wunderbare Wiederholung in der Erziehung der Söhne/Töchter?"

Rainer-Maria




das denken unsere Kinder heute auch

Tja man wird halt nicht älter aber doch reifer !

Oss`n


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#124

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 13.09.2010 22:49
von ek53 | 54 Beiträge

Zitat von Oss`n


Nach Rücksprache mit einem "Angestellten" (er wird mir diesen Begriff entschuldigen) in der ehem. DE Schwedt kann ich jetzt behaupten,das zumindest nichts bekannt war von einer Inhaftierung infolge Zielunsicherheit bei der Bekämpfung eines GV bei einem Grenzdurchbruch bzw. versuchten Grenzdurchbruch.
Nat. hat bzw. hätte das anders ausgesehen, wenn man bei der Vernehmung durch das MfS angegeben hätte, das man aus moralischen Gründen daneben geschossen hat.


Hey Oss'n, das ist jetzt aber auch nur der Konjunktiv. Hat das mal jemand so erlebt? Das "keiner so blöd" war (habe ich jetzt nicht mit zitiert), kann ich nicht glauben. Meine Lebenserfahrung (selbst erlebt, aber auch an anderen beobachtet) spricht da eine ganz andere Sprache. Sicher gibt es abgebrühte, aber eben auch ganz empfindsame Menschen. Aber "keiner" glaube ich einfach nicht.

Ich habe jedenfalls nicht mehr richtig schreiben können, nachdem eines meiner Gruppenmitglieder in den Westen abhauen wollte, die nachgetragenen Postenorte und -zeiten waren eigentlich eine Farce, das konnte jeder sehen, daß die in gänzlich anderer Schrift als die Dienstaufzeichnungen von vorher waren. Ob ich mit der MPi überhaupt irgendwas gekonnt hätte, weiß ich nicht. Andere konnten, für mich kann ich es aber nicht sagen, in DER Situation war ich nicht.

Was ich bei einer Befragung gesagt hätte, ob ich dort "so klein mit Hut" geworden wäre, weiß ich nicht. Ob es sich zum Verhör ausgeweitet hätte, weiß ich nicht. Vielleicht hätte ich ganz verstockt geschwiegen. Ich wurde nicht befragt, nicht mal ein bißchen.

Zitat von Oss`n

Also ihr Scharfschützen aus den GT der DDR Schwedt ist für ein "nicht gezieltes schießen "keine Ausrede !



Das ist jetzt aber nicht im Konjunktiv wie oben! Der ausgestreckte Zeigefinger, der berühmte nackte, zeigt unweigerlich auf andere. Schade eigentlich. Mal an die eigene Nase fassen.

SCNR
ek53



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#125

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 28.09.2014 20:00
von General | 14 Beiträge

Zu beginn möchte ich erst einmal sagen, das es keinen Schießbefehl gab, sondern gegeben hat es eine Schußwaffengebrauchsbestimmung in der die Anwendung der Schußwaffe festgelegt war. Persönlich ist eine Anwendung der Schußwaffe in meinen Augen das aller letzte Mittel/Maßnahmen wenn alle anderen Versuche fehlgeschlagen haben, die man unternommen hat. Ich habe einige Berichte im Forum zu dieser Thematik gelesen. Leider habe ich nicht entnehmen können, das einer sich einmal Gedanken darüber gemacht hat über die Fragestellung: "Was wäre denn gewesen wenn nicht die DDR die Grenze dichtgemacht hätte, sondern der damalige Westen. Von der damaligen politischen Lage ganz zu schweigen. Leider wird dies immer gern vergessen bzw. die Schuld wird auf andere abgewältz.
General


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#126

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 28.09.2014 20:05
von 94 | 10.792 Beiträge

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Schuddelkind und seaman haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.09.2014 20:07 | nach oben springen

#127

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 28.09.2014 20:15
von Schuddelkind | 3.505 Beiträge

Zitat von General im Beitrag #125
Leider habe ich nicht entnehmen können, das einer sich einmal Gedanken darüber gemacht hat über die Fragestellung: "Was wäre denn gewesen wenn nicht die DDR die Grenze dichtgemacht hätte, sondern der damalige Westen. Von der damaligen politischen Lage ganz zu schweigen. Leider wird dies immer gern vergessen bzw. die Schuld wird auf andere abgewältz.
General



Warum um Himmelswillen hätten wir die Grenze dichtmachen sollen? Um die geschundene westdeutsche Bevölkerung vom massenhaften Übertritt in die DDR abzuhalten......? STÖCKCHENALARM!


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zuletzt bearbeitet 28.09.2014 20:19 | nach oben springen

#128

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 28.09.2014 20:45
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von General im Beitrag #125
Zu beginn möchte ich erst einmal sagen, das es keinen Schießbefehl gab, sondern gegeben hat es eine Schußwaffengebrauchsbestimmung in der die Anwendung der Schußwaffe festgelegt war. Persönlich ist eine Anwendung der Schußwaffe in meinen Augen das aller letzte Mittel/Maßnahmen wenn alle anderen Versuche fehlgeschlagen haben, die man unternommen hat. Ich habe einige Berichte im Forum zu dieser Thematik gelesen. Leider habe ich nicht entnehmen können, das einer sich einmal Gedanken darüber gemacht hat über die Fragestellung: "Was wäre denn gewesen wenn nicht die DDR die Grenze dichtgemacht hätte, sondern der damalige Westen. Von der damaligen politischen Lage ganz zu schweigen. Leider wird dies immer gern vergessen bzw. die Schuld wird auf andere abgewältz.
General


Guten Abend an alle!

Den Schießbefehl, den so mancher noch heute fieberhaft sucht, hat es in der Tat nicht gegeben. Das aber trotzdem an der damaligen Grenze geschossen wurde, dass in der Folge Menschen zu Tode kamen, ist das Ergebnis mehrerer Gesetze und dienstlicher Weisungen.
Nehmen wir zuerst die Schußwaffengebrauchsbestimmung. Und den entsprechenden Passus im Grenzgesetz, der die Anwendung der Schußwaffe im Grenzdienst regelt.
Auf dem ersten Blick erscheint das ganze durchaus rechtsstaatlich: Die Anwendung der Schusswaffe ist stets die letzte Option. Wenn alle anderen zur Verfügung stehenden Mittel einen "Grenzverletzer" noch vor der "Linie" aufzuhalten, bereits ausgereizt sind, oder offensichtlich keinen Erfolg versprechen. Auch in dieser Situation waren dem Schützen vom Gesetzgeber Regularien auferlegt worden. Anruf, Warnschuss in die Luft und die "mögliche Schonung des Lebens."
Hört sich doch gut an? Oder?
Nein, eben nicht!! Mit diesem Wortlaut delegierte der Gesetzgeber die Verantwortung für den Schusswaffengebrauch auf den Schützen. Dabei wurde, absichtlich oder nicht, die konkrete Situation an der Grenze, wie sie sich aus der Sicht des Soldaten darstellte, völlig außer acht gelassen. War doch die " berühmte letzte Option" nicht selten für die Grenzsoldaten die einzige Option dem "Grenzverletzer" habhaft zu werden!
Heute sagen viele, dass der Soldat den Flüchtling doch einfach hätte ziehen lassen können. Ohne zu schießen. Das ist richtig! Leider gab es diesen bei jeder Vergatterung durch den Vorgesetzten übermittelten Befehl, "Grenzverletzungen nicht zuzulassen". Grenzverletzer waren "aufzuspüren, festzunehmen oder zu vernichten". Ganz schön harter Tobak, für junge unfertige Menschen um die zwanzig! Dazu kam die latente Angst vor dem Militärgefängnis Schwedt. Das angeblich jedem drohte, der im Fall des Falles die Schusswaffe nicht anwendete. In diesem Zusammenhang spielt es keine Rolle, dass in Wirklichkeit niemand wegen "Nichtschießens" nach Schwedt ging. Das Wissen von heute stand den Grenzern von damals nicht zur Verfügung!
Weiterhin hieß es doch immer, dass an allen europäischen Grenzen bei illegalen Grenzübertritten geschossen wird. Eine unverschämte Lüge!! Nirgends durfte, nur zur Verhinderung eines " illegalen Grenzübertrittes" geschossen werden. Zumal dieses Delikt in einigen Staaten sogar nur als bloße Ordnungswidrigkeit behandelt wurde oder wird.
So gesehen, hat es zwar keinen besonders ausgefertigten, in den Wendewirren vernichteten "Schießbefehl" gegeben
Dafür aber den vielfach gegebenen Befehl an die Grenzsoldaten, unter allen Umständen einen "illegalen Grenzübertritt" zu verhindern. Wozu auch die Anwendung der Schusswaffe gehörte. Im Prinzip hat es also tatsächlich so etwas wie einen Schießbefehl gegeben.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


Ostlandritter, Hapedi, Schuddelkind und Adam haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#129

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 28.09.2014 20:51
von Freienhagener | 3.851 Beiträge

Man hat es aus verständlichen Gründen tunlichst vermieden, was Schriftliches zu liefern, aber dafür gesorgt, daß es trotzdem funktionierte.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
Ostlandritter, EK 70 und ABV haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#130

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 28.09.2014 20:54
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #129
Man hat es aus verständlichen Gründen tunlichst vermieden, was Schriftliches zu liefern, aber dafür gesorgt, daß es trotzdem funktionierte.


Hat so ein klein wenig Wannsee-Konferenzgeruch ( was das Prinzip betrifft ! )....


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#131

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 28.09.2014 21:05
von GKUS64 | 1.605 Beiträge

Zitat von General im Beitrag #125
Leider habe ich nicht entnehmen können, das einer sich einmal Gedanken darüber gemacht hat über die Fragestellung: "Was wäre denn gewesen wenn nicht die DDR die Grenze dichtgemacht hätte, sondern der damalige Westen. Von der damaligen politischen Lage ganz zu schweigen. Leider wird dies immer gern vergessen bzw. die Schuld wird auf andere abgewältz.
General


das ist ja mal eine hochinteressante These! Darüber habe ich mir wirklich leider noch nie Gedanken gemacht, ich werde es aber nachholen.
@General erläutere doch bitte mal aus deiner Sicht "Was wäre denn gewesen...", ich könnte mich dann bestimmt in deine Gedanken besser reinversetzen! Wirklich interessant, da müssen wir dran bleiben!

MfG

GKUS64


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#132

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 28.09.2014 21:06
von passport | 2.626 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #128
Zitat von General im Beitrag #125
Zu beginn möchte ich erst einmal sagen, das es keinen Schießbefehl gab, sondern gegeben hat es eine Schußwaffengebrauchsbestimmung in der die Anwendung der Schußwaffe festgelegt war. Persönlich ist eine Anwendung der Schußwaffe in meinen Augen das aller letzte Mittel/Maßnahmen wenn alle anderen Versuche fehlgeschlagen haben, die man unternommen hat. Ich habe einige Berichte im Forum zu dieser Thematik gelesen. Leider habe ich nicht entnehmen können, das einer sich einmal Gedanken darüber gemacht hat über die Fragestellung: "Was wäre denn gewesen wenn nicht die DDR die Grenze dichtgemacht hätte, sondern der damalige Westen. Von der damaligen politischen Lage ganz zu schweigen. Leider wird dies immer gern vergessen bzw. die Schuld wird auf andere abgewältz.
General


Guten Abend an alle!

Den Schießbefehl, den so mancher noch heute fieberhaft sucht, hat es in der Tat nicht gegeben. Das aber trotzdem an der damaligen Grenze geschossen wurde, dass in der Folge Menschen zu Tode kamen, ist das Ergebnis mehrerer Gesetze und dienstlicher Weisungen.
Nehmen wir zuerst die Schußwaffengebrauchsbestimmung. Und den entsprechenden Passus im Grenzgesetz, der die Anwendung der Schußwaffe im Grenzdienst regelt.
Auf dem ersten Blick erscheint das ganze durchaus rechtsstaatlich: Die Anwendung der Schusswaffe ist stets die letzte Option. Wenn alle anderen zur Verfügung stehenden Mittel einen "Grenzverletzer" noch vor der "Linie" aufzuhalten, bereits ausgereizt sind, oder offensichtlich keinen Erfolg versprechen. Auch in dieser Situation waren dem Schützen vom Gesetzgeber Regularien auferlegt worden. Anruf, Warnschuss in die Luft und die "mögliche Schonung des Lebens."
Hört sich doch gut an? Oder?
Nein, eben nicht!! Mit diesem Wortlaut delegierte der Gesetzgeber die Verantwortung für den Schusswaffengebrauch auf den Schützen. Dabei wurde, absichtlich oder nicht, die konkrete Situation an der Grenze, wie sie sich aus der Sicht des Soldaten darstellte, völlig außer acht gelassen. War doch die " berühmte letzte Option" nicht selten für die Grenzsoldaten die einzige Option dem "Grenzverletzer" habhaft zu werden!
Heute sagen viele, dass der Soldat den Flüchtling doch einfach hätte ziehen lassen können. Ohne zu schießen. Das ist richtig! Leider gab es diesen bei jeder Vergatterung durch den Vorgesetzten übermittelten Befehl, "Grenzverletzungen nicht zuzulassen". Grenzverletzer waren "aufzuspüren, festzunehmen oder zu vernichten". Ganz schön harter Tobak, für junge unfertige Menschen um die zwanzig! Dazu kam die latente Angst vor dem Militärgefängnis Schwedt. Das angeblich jedem drohte, der im Fall des Falles die Schusswaffe nicht anwendete. In diesem Zusammenhang spielt es keine Rolle, dass in Wirklichkeit niemand wegen "Nichtschießens" nach Schwedt ging. Das Wissen von heute stand den Grenzern von damals nicht zur Verfügung!
Weiterhin hieß es doch immer, dass an allen europäischen Grenzen bei illegalen Grenzübertritten geschossen wird. Eine unverschämte Lüge!! Nirgends durfte, nur zur Verhinderung eines " illegalen Grenzübertrittes" geschossen werden. Zumal dieses Delikt in einigen Staaten sogar nur als bloße Ordnungswidrigkeit behandelt wurde oder wird.
So gesehen, hat es zwar keinen besonders ausgefertigten, in den Wendewirren vernichteten "Schießbefehl" gegeben
Dafür aber den vielfach gegebenen Befehl an die Grenzsoldaten, unter allen Umständen einen "illegalen Grenzübertritt" zu verhindern. Wozu auch die Anwendung der Schusswaffe gehörte. Im Prinzip hat es also tatsächlich so etwas wie einen Schießbefehl gegeben.

Gruß an alle
Uwe




@ABV stimmt natürlich nicht. Alles nur kommunistische Propaganda !






http://de.ddr2.wikia.com/wiki/Todesschue...den_BRD-Grenzen



passport


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#133

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 28.09.2014 21:07
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #130
Hat so ein klein wenig Wannsee-Konferenzgeruch ( was das Prinzip betrifft ! )....
Falsch, denn was per Gesetz geregelt war (§27GG), bedurfte keines Befehls. Also nix mit Wannsee-Gschmäckle. Der Knackpunkt war, das der illegale Grenzübertritt nach §213 StGB (DDR) einen Verbrechenstatbestand darstellen konnte. @ABV, es wurde übrigens an einigen europäischen Grenzen die Schußwaffe angewendet. Letztmalig vor dem Zusammenbruch des Ostblocks (soweit ich weiß) am 21.August 1989 in der Nähe von Lutzmannsburg.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 28.09.2014 21:08 | nach oben springen

#134

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 28.09.2014 21:14
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #133
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #130
Hat so ein klein wenig Wannsee-Konferenzgeruch ( was das Prinzip betrifft ! )....
Falsch, denn was per Gesetz geregelt war (§27GG), bedurfte keines Befehls. Also nix mit Wannsee-Gschmäckle. Der Knackpunkt war, das der illegale Grenzübertritt nach §213 StGB (DDR) einen Verbrechenstatbestand darstellen konnte. @ABV, es wurde übrigens an einigen europäischen Grenzen die Schußwaffen angewendet. Letztmalig vor dem Zusammenbruch des Ostblocks (soweit ich weiß) am 21.August 1989 in der Nähe von Lutzmannsburg.



Danke @94. Ja, klar an den anderen Grenzen des Ostblocks wurde ebenfalls geschossen. Ich hatte auch eher die Grenzen in Westeuropa gemeint, mich aber etwas blöd ausgedrückt.

Zum § 213 StGB: dieser konnte unter gewissen Umständen ein Verbrechen darstellen. Ich habe aber selbst erlebt, an der Oder 1989, dass entsprechende versuchte oder vollendete " Grenzverletzungen" als Ordnungswidrigleiten behandelt wurden. Obwohl die Betreffenden aus ihrer Absicht die DDR auf illegalem Wege verlassen zu wollen, keinen Hehl machten.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#135

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 28.09.2014 21:14
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #129
Man hat es aus verständlichen Gründen tunlichst vermieden, was Schriftliches zu liefern, aber dafür gesorgt, daß es trotzdem funktionierte.

Eben..nur einen Befehl oder Verordnung in einer warmen Stube auszuarbeiten und ihn dann praktisch in der Kälte auszuführen..das sind 2 Paar Schuhe.



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#136

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 28.09.2014 21:15
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #133
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #130
Hat so ein klein wenig Wannsee-Konferenzgeruch ( was das Prinzip betrifft ! )....
Falsch, denn was per Gesetz geregelt war (§27GG), bedurfte keines Befehls. Also nix mit Wannsee-Gschmäckle. Der Knackpunkt war, das der illegale Grenzübertritt nach §213 StGB (DDR) einen Verbrechenstatbestand darstellen konnte. @ABV, es wurde übrigens an einigen europäischen Grenzen die Schußwaffe angewendet. Letztmalig vor dem Zusammenbruch des Ostblocks (soweit ich weiß) am 21.August 1989 in der Nähe von Lutzmannsburg.

Der Widerspruch zwischen der Schusswaffengebrauchsanordnung und den Inhalten der Vergatterungen macht Dir keine Sorgen ?


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#137

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 28.09.2014 21:23
von 94 | 10.792 Beiträge

Welcher Widerspruch? Habe ja selbst oft genug den Text laut DV 018/0/00x (x war wimre die 5) heruntergebetet. Und da die GT nunemal eine militärische Organisation und keine polizeiliche Trachtentruppe war, war auch der Passus mit 'Vernichten' militärisch zu verstehen. Auf Nachfrage habe ich das auch damals schon meinen Soldaten so erläutert. Nur erstens fragten sehr Wenige und zweitens flocht ich gern die Phrase 'auf Grundlage der gesetzlichen Bestimmungen' in meinen Vergatterungstext ein. Woprosi jest? Woprosow njet!


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 28.09.2014 21:24 | nach oben springen

#138

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 28.09.2014 21:34
von Schuddelkind | 3.505 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #137
Welcher Widerspruch? Habe ja selbst oft genug den Text laut DV 018/0/00x (x war wimre die 5) heruntergebetet. Und da die GT nunemal eine militärische Organisation und keine polizeiliche Trachtentruppe war, war auch der Passus mit 'Vernichten' militärisch zu verstehen. Auf Nachfrage habe ich das auch damals schon meinen Soldaten so erläutert. Nur erstens fragten sehr Wenige und zweitens flocht ich gern die Phrase 'auf Grundlage der gesetzlichen Bestimmungen' in meinen Vergatterungstext ein. Woprosi jest? Woprosow njet!


Also den Passus "Vernichten" militärisch auf andere Kombattanten anzuwenden, okay. Aber auf die eigene Bevölkerung.......och nö,komm.......


Intellektuelle spielen Telecaster
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#139

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 28.09.2014 21:45
von 94 | 10.792 Beiträge

Na die paar Hanseln die da in den Jahren vorbeikamen, ließen sich (zum Glück, auch für sie) ohne Anwendung einfangen. Aber für mich war die Grenze auch die Nahtstelle zweier sich nicht gerade freundlich gesinnter Miltärpakte, insofern betraf der 'Befehl zum Grenzdienst' nicht nur die eigene Bevölkerung. Zumal es zu meiner Zeit deutlich elegantere Wege (als wie sein Leben aufs Spiel zu setzten) gab, sich von der Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik zu trennen.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Rainman2, Damals87 und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.09.2014 21:46 | nach oben springen

#140

RE: Schießbefehl an der DDR Grenze - Wer trägt die Schuld?

in DDR Staat und Regime 28.09.2014 21:46
von Schuddelkind | 3.505 Beiträge

BTW, warum hieß der Passus eigentlich nicht " von Feindwärts kommende Grenzverletzer sind zu vernichten, die von freundwärts kommenden Grenzverletzer sind zu stellen und festzunehmen"....?


Intellektuelle spielen Telecaster
94, Hapedi und Freienhagener haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.09.2014 21:47 | nach oben springen



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