#1

Paranoia der Sicherheitsorgane vor dem 07. Mai 1989

in Leben in der DDR 24.08.2010 20:51
von ABV | 4.204 Beiträge

Die Nachtschichten an den Wochenenden, speziell Freitag und Samstagnacht, gehörten zu den aufregenderen Diensten im VPKA Seelow. In solchen Nächten erwartete uns die gesamte Palette des schutzpolizeilichen Dienstes, inklusive der Unterstützung der Verkehrs und Kriminalpolizei. Ich mochte diese Schichten, schließlich war man jung und wollte etwas erleben! Am Freitag den 05. Mai 1989 war ich laut Dienstplan gemeinsam mit dem Hauptwachtmeister der VP Norbert S., zum Nachtdienst eingeteilt. Wie üblich meldeten wir uns gegen 17:00 Uhr, beim Operativen Diensthabenden. Dieser, ein altgedienter Hauptmann, erwartete uns schon an der gepolsterten Tür, welche das ODH-Zimmer vom Flur abgrenzte. Dieser Bereich galt als -Sperrbereich- und durfte nur von eigens bestätigten Personen betreten werden. So sagte es jedenfalls die Dienstvorschrift, es gab in Seelow aber keinen ODH, der sich daran hielt. Nach einer kurzen Begrüßung, teilte uns der Hauptmann mit, dass wir in dieser Nacht spezielle Aufträge zu erfüllen hätten. Für Norbert S. bedeutet das ganz konkret, dass er einen vorläufig festgenommenen Kinderschänder welcher am nächsten Tage dem Haftrichter vorgeführt werden sollte, bewachen musste. Ein öder Job, denn man musste sich die ganze Zeit im Vorraum der Gewahrsamszellen aufhalten und den/die Insassen alle paar Minuten kontrollieren. Jede dieser Kontrolle musste akribisch nachgewiesen werden. Der Gewahrsamstrakt befand sich im Keller, dort stank es fürchterlich. Auf Grund eines Vorkommnisses im Jahre 1987, dort hatte sich jemand in seiner Zelle im Seelower VPKA erhängt, musste der Gewahrsam bei Anwesenheit eines "Gastes" ständig besetzt sein. Mir tat Norbert leid, zu diesem Zeitpunkt ahnte ich ja noch nicht, was mir blieb. " Für Sie Genosse B., habe ich einen ganz besonderen Auftrag", sagte der ODH mit geheimnissvoller Stimme. Ich empfing meine Dienstpistole, inklusive der dazugehörigen Munition. Der ODH sagte mir, dass ich ihm folgen sollte. Zuerst gingen wir die Treppe hinunter, zur Loge des so genannten Hauspostens. Der ODH nestelte ein Schlüsselbund aus seiner Hosentasche und schloss die Verbindungstür, welche das VPKA von der im selben Gebäude untergebrachten Kreisverwaltung trennte, auf. Vorher wusste ich noch nicht einmal, dass es solch eine Tür überhaupt gab. Nach dem Öffnen der Tür befanden wir uns im untersten Flur der Kreisverwaltung, wo sich zu diesem Zeitpunkt natürlich niemand mehr befand. Ohne ein Wort zu sagen, trabte der Hauptmann weiter in Richtung des Pförtners der Kreisverwaltung. Neben einem speziellenm Diensthabenden war dieser Pförtner der einzige noch anwesende Mitarbeiter der Kreisverwaltung, oder Rat des Kreises, wie diese Behörde in der DDR hieß. Wie alle Pförtner, thronte auch dieser hinter einer Glasscheibe, an einem mit einem grauen Telefon bestückten Tisch. Hinter dem Pförtner, dem Aussehen nach besserte dieser Mann mit dem Pförtnerjob seine Rente auf, hingen an unzähligen Haken numerierten Haken, die ebenfalls nummerierten Schlüssel der Mitarbeiter. Bei unserem Anblick zeigte sich der ältere Herr keineswegs überrascht, mit großer Wahrscheinlichkeit hatte er uns bereits erwartet.
Unaufgefordert händigte er dem Hauptmann einen Schlüssel aus. Danach ging es weiter in die zweite Etage der Behörde, die in ihrer feierabendlichen Stille einen leicht beklemmenden Eindruck auf mich machte. Endlich hatten wir unser Ziel, den großen Versammlungsraum der Kreisverwaltung, erreicht. Beim Aufschließen der Tür nahm das Gesicht des Hauptmanns einen Ausdruck an, als verberge sich dahinter das verschollene Bernsteinzimmer. Etwas verdattert, weil ich auf gut Deutsch gesagt nicht wußte, "was der Scheiß soll", trabte ich hinterher. Der Anblick der sich mir bot, war alles andere als aufsehenerregend. Über Stühle und Tische verteilt, lag eine Unmenge Papier, abgezählt und geordnet. " Genosse B., Sie haben den Auftrag heute Nacht die Wahlunterlagen für den Kreis Seelow zu bewachen. Lassen Sie die Unterlagen zu keinem Zeitpunkt aus den Augen! Die Tür dieses Raums muss auf jeden Fall ständig verschlossen bleiben. Sie dürfen bsi zu ihrer Ablösung, Morgen früh um 07:00 Uhr, den Raum auf keinen Fall verlassen. Sollten Sie auf die Toieltte müssen, dann rufen Sie bei mir an. Ich schicke ihnen dann meinen Gehilfen, damit er sie solange ablösen kann. Nehmen Sie ihren Auftrag bitte sehr ernst. Es ist übrigens mit Kontrollen durch die BdVP und auch von Seiten des MfS zu rechnen." Der Hinweis auf Kontrollen durch das MfS war ganz sicher ein Trick, um mich zu motivieren. Die Stasi steht ja nun im Ruf, "Angst und Schrecken" verbreitet zu haben. Manchmal geschah das auch ohne ihr Zutun . In meinem Fall wollte mich der Hauptman ganz sicher nur vom Pennen abhalten. Aber ein vorbildicher Genosse wie ich, benötigt solcher Art Motivation nicht. Voller Stolz über das in meine Person gesetzte Vertrauen und voller Überzeugung in die Wichtigkeit meines Auftrages, schloss ich sofort nach dem Weggang des Hauptmanns die Tür ab. Um den Feinden absolut keine Chance zu geben, schob ich auch noch einen Schrank vor die Tür. Sicher, ist sicher! Danach postierte ich mich mit der Waffe in der Hand an dem einzigen Fenster des Versammlungsraumes, welches praktischerweise feindwärts, also in Richtung Westen lag. Dort erwartete ich den Ansturm von Agenten des BND, Spezialeinheiten des BGS und anderer Diversanten, die voller Tatendrang die Wahlunterlagen des Kreises Seelow erobern und damit der DDR einen enormen Schaden zufügen wollten.
Na hoffentlich hat den Mist jetzt keiner für "bare Münze" genommen.
Kaum hatte mich der Hauptmann endlich alleine gelassen, sank ich geschockt und frustriert auf einen der wenigen papierfreien Stühlen. Verdammt noch mal, wie soll ich denn unter diesen Umständen ganze vierzehn Stunden aushalten? Das war die einzigste Frage die mich im Augenblick bedrängte. Natürlich hätte ich mir so etwas aber auch denken können. Übermorgen, Sonntag der 07. Mai 1989, finden in der gesamten DDR Wahlen statt. Die Volkspolizei, insbesondere die ABV und deren "Freiwillige Helfer" befanden sich bereits die ganze Woche über im Dauereinsatz. Die Wahllokale wurden in den Nachtstunden stündlich kontrolliert. In den Wahllokalen der größeren Dörfer, hielt sich Nachts der ABV auf. In Müncheberg, einer damals zum Kreis Strausberg gehörigen Kleinstadt, nur etwa fünfzehn Kilometer von Seelow entfernt, ereignte sich ein in damaliger Zeit unerhörter Vorfall. Irgend jemand hatte mit weißer Farbe, in Sehschwachenfreundlicher Buchstabengröße die Parole: -Leute wählt am 07. Mai nicht SED sondern die Republikaner- auf den Asphalt geschmiert. Eine kleine Anmerkung für unsere amerikanischen Freunde: Mit den Republikanern war nicht die gleichnamige Partei in den USA sondern eine sich damals in der BRD im Aufwind befindliche rechtskonservative, mitunter sogar extreme Partei, gemeint. Selbstverständlich waren die Republikaner in der DDR nicht erlaubt, ergo also zu den Wahlen auch nicht zugelassen. Die Parole war eine reine Provokation, die den Sicherheitswahn nur noch verstärkte.
Die Nacht im Versammlungsraum der Kreisverwaltung ging auch für mich irgendwie zu Ende. Seitdem weiß ich, wie unbequem es sich auf zusammengestellten Stühlen, zugedeckt mit einer Uniformjacke, schlafen lässt. Das MfS und andere Kontrolleure hatten mich ebenso verschont, wie "feindliche Agenten".
Am nächsten Tag hatte ich Dienstfrei, am Sonntag dann Tagschicht. Besondere Vorkommnisse sind mir vom Wahltag her nicht erinnerlich. Am nächsten Tag setzte man mich, zusammen mit zwei anderen Polizisten, zur Absicherung des Transportes der ausgefüllten Wahlunterlagen von der Kreisverwaltung Seelow, zum"Rat des Bezirkes Frankfurt (Oder)" ein. Die Wahlunterlagen wurden auf einen LKW verladen, den wir mit einem Funkstreifenwagen bis zu seinem Bestimmungsort mit Sirene und Blaulicht begleiten sollten. Man schärfte uns ein, dass wir auf keinen Fall anhalten dürfen. Selbst bei der Feststellung eines schweren Verkehrsunfalls, war es uns verboten die Fahrt zu unterbrechen. Es hätte ja sein können, dass der Unfall nur vorgetäuscht war, um in den Besitz der Wahlunterlagen zu kommen..... Das war Paranoia pur!!
Wenn mich jetzt jemand fragt, vor wem oder was wir Angst hatten, kann ich die Frage aus heutiger Sicht eigentlich nicht beantworten. Wir Polizisten machten unseren Job, den in diesem Falle kaum jemand wirklich ernst genommen hatte. Auch die Offiziere glaubten sicher den Quatsch den sie uns erzählen mussten, nicht immer. Wir ahnten damals auch noch nichts von dem Wahlbetrug, der erst später "ans Licht kam". Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.

Viele Grüße an euch alle

euer Uwe aus dem Oderbruch


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#2

RE: Paranoia der Sicherheitsorgane vor dem 07. Mai 1989

in Leben in der DDR 24.08.2010 21:42
von Boelleronkel (gelöscht)
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ABV? 7.Mai 1989 Wahlen...hm


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#3

RE: Paranoia der Sicherheitsorgane vor dem 07. Mai 1989

in Leben in der DDR 24.08.2010 21:52
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Eine schöne Geschichte Uwe....danke dafür....

groetjes uit het diepe zuiden

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
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#4

RE: Paranoia der Sicherheitsorgane vor dem 07. Mai 1989

in Leben in der DDR 24.08.2010 21:53
von ABV | 4.204 Beiträge

Ich hätte ja auch "kollektives Zettelfalten" schreiben können, falls dir das lieber ist.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

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#5

RE: Paranoia der Sicherheitsorgane vor dem 07. Mai 1989

in Leben in der DDR 24.08.2010 21:54
von ABV | 4.204 Beiträge

Zitat von SkinnyTrucky
Eine schöne Geschichte Uwe....danke dafür....

groetjes uit het diepe zuiden

Mara



Gern geschehen Mara. Aus polizeilicher Sicht hoffe ich, dass du sie nicht beim Fahren gelesen hast

LG aus dem Oderbruch
Uwe


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#6

RE: Paranoia der Sicherheitsorgane vor dem 07. Mai 1989

in Leben in der DDR 24.08.2010 21:55
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Ja ja... uns Uwe durfte sicher die ganze Nacht Kreuze auf den richtigen Zetteln machen

Nein wieder eine klasse Story aus dem Leben und gut erzählt, wieder was für dein Buch


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 24.08.2010 21:55 | nach oben springen

#7

RE: Paranoia der Sicherheitsorgane vor dem 07. Mai 1989

in Leben in der DDR 24.08.2010 21:56
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Ich habe zu dieser Wahl eine klare Nein-Stimme abgegeben übrigens.....das Westfernsehen hat es mir genau erzählt, wann es eine Nein-Stimme ist.....allerdings lag nur ein Bleistift in der Wahlkabine......ein Schelm, der Böses dabei denkt.....

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
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#8

RE: Paranoia der Sicherheitsorgane vor dem 07. Mai 1989

in Leben in der DDR 24.08.2010 21:58
von ABV | 4.204 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Ja ja... uns Uwe durfte sicher die ganze Nacht Kreuze auf den richtigen Zetteln machen

Nein wieder eine klasse Story aus dem Leben und gut erzählt, wieder was für dein Buch



Danke Felix und schöne Grüße nach Bayern. Die Idee mit dem Buch habe ich schon aufgegriffen. Leider fehlt mir im Moment die Zeit um ernsthaft daran zu arbeiten. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Viele Grüße von der Oder in die bayrischen Berge
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

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#9

RE: Paranoia der Sicherheitsorgane vor dem 07. Mai 1989

in Leben in der DDR 24.08.2010 22:00
von Paramite (gelöscht)
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@ABV

eins kann ich Dir aber sagen, wir Kinder und Jugendlichen hatten Respekt vor euch und euren Kollegen, auch wenn ihr solche "lustigen" ( aus heutiger Sicht) Arbeiten erledigen musstet. Heute kannste ja einen Polizisten vor die Füsse spucken und der kann nix machen...
Schöne Anekdote von Dir.

Grüße David


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#10

RE: Paranoia der Sicherheitsorgane vor dem 07. Mai 1989

in Leben in der DDR 24.08.2010 22:01
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Zitat von ABV
Gern geschehen Mara. Aus polizeilicher Sicht hoffe ich, dass du sie nicht beim Fahren gelesen hast



Nee joh, diesmal nich.....ich steh braf und mach meine Pause bei einem schnuckeligen Ristorante per Autisti....zu Deutsch, 'nen Truckstop.....hab eh nichts zu laden und steh hier morgen wohl noch.....also alles rechtens.....

winke winke aus Terlizzi bei Bari

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
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#11

RE: Paranoia der Sicherheitsorgane vor dem 07. Mai 1989

in Leben in der DDR 24.08.2010 22:01
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von ABV
Ich hätte ja auch "kollektives Zettelfalten" schreiben können, falls dir das lieber ist.

Gruß Uwe



Tschuldigung,ich find die Geschichte Klasse,nur der Termin wollte mir nicht richtig gefallen...fand das letzte Zettelfalten nicht 1990 statt,so im März...grüss


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#12

RE: Paranoia der Sicherheitsorgane vor dem 07. Mai 1989

in Leben in der DDR 24.08.2010 22:04
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Am 07.05.1989 waren ganz regulär die Kommunalwahlen. Du denkst an die Volkskammerahl 1990!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 24.08.2010 22:06 | nach oben springen

#13

RE: Paranoia der Sicherheitsorgane vor dem 07. Mai 1989

in Leben in der DDR 24.08.2010 22:07
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Zitat von Paramite
@ABV

eins kann ich Dir aber sagen, wir Kinder und Jugendlichen hatten Respekt vor euch und euren Kollegen, auch wenn ihr solche "lustigen" ( aus heutiger Sicht) Arbeiten erledigen musstet. Heute kannste ja einen Polizisten vor die Füsse spucken und der kann nix machen...
Schöne Anekdote von Dir.

Grüße David



Das ist nich wahr Dave.....genau die Pose wie auf deinem Avatar hatte ich auch schon oft den Beamten in der DDR gezeigt.....hahahaha, wenn wir in Scharen auf unseren Mopets einem Streifenwagen begegneten.....und wir wußten, wenn se jetzt wenden, dann kriegen se uns eh nich.......

Das ist wirklich wahr....so waren wir halt in Salzwedel....und ja, nur sehr selten ham se Jacht gemacht aber hehe, erfolglos.....wir waren viel zu flexibel mit unseren frisierten Kisten.....

groetjes

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
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#14

RE: Paranoia der Sicherheitsorgane vor dem 07. Mai 1989

in Leben in der DDR 24.08.2010 22:10
von Boelleronkel (gelöscht)
avatar

Zitat von Feliks D.
Am 07.05.1989 waren ganz regulär die Kommunalwahlen. Du denkst an die Volkskammerahl 1990!




So iss das manchmal wenn man die "Wahl"hat,so wirds wohl gewesen sein...


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#15

RE: Paranoia der Sicherheitsorgane vor dem 07. Mai 1989

in Leben in der DDR 24.08.2010 22:10
von Paramite (gelöscht)
avatar

@mara,

ich war leider etwas zu klein fürn Moped, hatte ja gerade mal en Fahrrad und außerdem in unserer kleinen Kreisstadt kannte jeder Jeden und auch der ABV meinen Vater.... Rest kannste dir denken wenn ich diesen besagten Finger erhoben hätte!


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#16

RE: Paranoia der Sicherheitsorgane vor dem 07. Mai 1989

in Leben in der DDR 24.08.2010 22:20
von Hundeflüsterer (gelöscht)
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@ABV: Knüller, schreib wirklich Dein Buch!!! Nachfolgende Generationen werden es Dir honorieren!!!
@All: Denke ich so an 1989, denke ich an den Tag der Verlegung in ein Gebäude am "Brandenburger Tor" im Oktober. Wenn man aus "Mitte" drauf zu fährt, rechts davon stand/steht das Gebäude wo wir untergebracht waren. Fast die gesamte Hundstaffel wurde dorthin verlegt. Ich weiß nur nicht mehr ob wir die Diensthunde dabei hatten. Aber es war gespenstisch. Gerade am 07.10.1989. Aus "Unter den Linden" kamen die W50 mit "Schiebeschild" angefahren. Ich hatte sowas von Schiss, das spottet jeder Beschreibung... Leider ist nicht mehr viel an "Brain" von damals da, aber was noch da ist lässt mich öfters erschaudern. Vor allem wenn man darüber nachdenkt: "Was wäre passiert, wenn nicht das, oder das, oder Jenes....
HF


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#17

RE: Paranoia der Sicherheitsorgane vor dem 07. Mai 1989

in Leben in der DDR 24.08.2010 22:26
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Zitat von Paramite
@mara,

ich war leider etwas zu klein fürn Moped, hatte ja gerade mal en Fahrrad und außerdem in unserer kleinen Kreisstadt kannte jeder Jeden und auch der ABV meinen Vater.... Rest kannste dir denken wenn ich diesen besagten Finger erhoben hätte!



Dave, Salzwedel hatte 25.000 Einwohner und ich war von ausserhalb.....und die ganzen 80er pubertär.....

groetjes

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
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#18

RE: Paranoia der Sicherheitsorgane vor dem 07. Mai 1989

in Leben in der DDR 25.08.2010 14:45
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Boelleronkel

Zitat von Feliks D.
Am 07.05.1989 waren ganz regulär die Kommunalwahlen. Du denkst an die Volkskammerahl 1990!




So iss das manchmal wenn man die "Wahl"hat,so wirds wohl gewesen sein...



Wurde da nicht fleissig gefaltet...?



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#19

RE: Paranoia der Sicherheitsorgane vor dem 07. Mai 1989

in Leben in der DDR 25.08.2010 20:29
von Boelleronkel (gelöscht)
avatar

Zitat von Zermatt

Zitat von Boelleronkel

Zitat von Feliks D.
Am 07.05.1989 waren ganz regulär die Kommunalwahlen. Du denkst an die Volkskammerahl 1990!




So iss das manchmal wenn man die "Wahl"hat,so wirds wohl gewesen sein...



Wurde da nicht fleissig gefaltet...?






at zermatt,

nun,mit "Wahl"hatte ich lediglich den Termin gemeint...

Aber da Du es schonmal ansprichst,es werden sich Personen daran erinnern können,das wer zu "Wahlen"nicht erschienen ist,meist zum späteren Nachmittag diesen Tages schon mal Besuch von "Wahlhelfern"bekam.
Im übrigen wurde das Nichterscheinen bei einer derartigen Veranstaltung dem jeweiligen Kaderabteilungen des Betriebes mitgeteilt.
Ebenfalls dürften ehemalige AGT in Ihrer MfS Akte den Vermerk"Nichtwähler"schon mal wiederfinden.
Mehr über die Arroganz der Mächtigen und einen weiteren enorm grossen Fehler,den sich die Betonköpfe geleistet haben ,kannst netmässig erfahren,aber die Auswahl unter dem Begriff Wahlfälschung in der DDR ist im Web gurgelbar.
Beispiel---->
http://www.mdr.de/damals/archiv/6318405.html


zuletzt bearbeitet 25.08.2010 20:30 | nach oben springen

#20

RE: Paranoia der Sicherheitsorgane vor dem 07. Mai 1989

in Leben in der DDR 12.05.2014 22:58
von DoreHolm | 7.710 Beiträge

Zitat von Boelleronkel im Beitrag #19

Zitat von Zermatt

Zitat von Boelleronkel

Zitat von Feliks D.
Am 07.05.1989 waren ganz regulär die Kommunalwahlen. Du denkst an die Volkskammerahl 1990!



So iss das manchmal wenn man die "Wahl"hat,so wirds wohl gewesen sein...


Wurde da nicht fleissig gefaltet...?[grins]






at zermatt,

nun,mit "Wahl"hatte ich lediglich den Termin gemeint...

Aber da Du es schonmal ansprichst,es werden sich Personen daran erinnern können,das wer zu "Wahlen"nicht erschienen ist,meist zum späteren Nachmittag diesen Tages schon mal Besuch von "Wahlhelfern"bekam.
Im übrigen wurde das Nichterscheinen bei einer derartigen Veranstaltung dem jeweiligen Kaderabteilungen des Betriebes mitgeteilt.
Ebenfalls dürften ehemalige AGT in Ihrer MfS Akte den Vermerk"Nichtwähler"schon mal wiederfinden.
Mehr über die Arroganz der Mächtigen und einen weiteren enorm grossen Fehler,den sich die Betonköpfe geleistet haben ,kannst netmässig erfahren,aber die Auswahl unter dem Begriff Wahlfälschung in der DDR ist im Web gurgelbar.
Beispiel---->
http://www.mdr.de/damals/archiv/6318405.html




grün: Diese höchst unangenehme Aufgabe wurde wimre den aus den Patenbetrieben zugeteilten Genossen zuteil. Ich war da z.B. nach Abgabe meiner eigenen Stimme in meinem Wahlbezirk zusammen mit meinem Hauptbuchhalter oder dem Techn. Direktor im Wahlokal des Patenwohnbezirkes auf Abruf bereit, Leute zu Hause aufzusuchen, wenn diese nicht bis Mittag wählen waren. Natürlich machten es sich einige einen Spaß daraus, uns mehrmals antanzen zu lassen, immer mit der Zusage, jaja, sie werden noch kommen, aber nicht jetzt. Der Kaffee und der Kuchen müssen erst allle sein. Ich kann solche Reaktionen verstehen, wenn da am Mittagstisch, und dann noch paar mal welche angekleckert kommen und einem auf den Kranz gehen. Wenn ich nicht Genosse gewesen wäre, hätte ich mir solche Späßchen auch zugetraut, um ein bischen zu provozieren.



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