#161

RE: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen erhält neue Dauerausstellung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.09.2010 10:44
von werner | 1.591 Beiträge

Seaman, könnte wetten, dass bereits heute alle Referenten für Deine Veranstaltung zu diesem Termin ausgebucht sind.

Diese Gedenkstätte will den Anschein erwecken, wissenschaftlich zu sein. Wissenschaftlich kann man doch aber nur sein, wenn man alle Fakten auch objektiv nimmt und darstellt. Das würde aber auch bedeuten, dass man sich tatsächlich nicht nur mit den Insassen beschäftigt und nicht nur diese zu Wort kommen lässt. Das hat nichts mit Verhöhnung zu tun, sondern wohl mit Sachlichkeit. Wenn ich nur eine Seite der Darstellung, der Betrachtung zulasse, kann ich mich auch nicht wissenschaftlich nennen.

Zitat aus der Seite der Stiftung: Insbesondere Schülerinnen und Schüler, die die DDR nicht mehr aus eigener Anschauung kennen, haben Schwierigkeiten, sich das Leben in einer kommunistischen Diktatur vorzustellen.

Aha: DDR = Kommunismus = Diktatur: Kann mich nicht erinnern, dass in der DDR von Kommunismus die Rede war, selbst in den Westmedien war zu DDR - Zeiten nicht das Wort kommunistisch im Zusammenhang mit der DDR zu hören.

. . . Leben in einer kommunistischen Diktatur . . . In HSH hat man also im Anspruch noch mal nachgelegt, jetzt soll diese Ausstellung schon exemplarisch die Situation in allen Staaten des RGW darstellen . . . So bereitet man heute schon den Boden für die nächste Aufstockung der Finanzmittel der Einrichtung.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
nach oben springen

#162

RE: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen erhält neue Dauerausstellung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.09.2010 11:09
von turtle | 6.961 Beiträge

[ Auch wurde niemand der die Hausordnung einhielt nachts wachgehalten.[/quote]



Hierzu ist anzumerken, dass die Gründe für das Verlassen der DDR überwiegend nicht politischer Natur waren, sondern den gleichen Wünschen entsprangen, die heute Wirtschaftsflüchtlinge aus aller Welt und zumeist weit misslicher Lage in die BRD treiben. Derzeit werden seitens der BRD ca. 97 % aller Asylbewerber abgewiesen. Wie viele Übersiedler bzw. Flüchtlinge aus der DDR hätten seinerzeit bei gleichen Maßstäben abgewiesen werden müssen? Auch Menschenhandel und Schleusungen zählen wieder als Straftaten, während sich gleichzeitig Menschenhändler und Schleuser in der "Gedenkstätte Hohenschönhausen" als "Opfer der SED-Diktatur" feiern lassen.[/quote]


In den ersten Tagen nach meiner Verhaftung wurde mir sehr wohl Schlaf entzogen durch fortwährende Vernehmungen auch nachts!
Nach meiner Verurteilung nicht mehr. Das zum wach halten.

Hallo Feliks,
Deiner Betrachtungsweise kann ich nur mit Skepsis folgen, selbst dann wenn mir auf Grund Deines Werdeganges es so logisch erscheint.

Wirtschaftsflüchtlinge hat es bis zum Bau der Mauer sicherlich oft gegeben. Aber danach?
Zum einem musste in der DDR niemand hungern, oder es ging ihm so schlecht wie heute so manchem der im Elend lebt. Und um den Trabbi gegen den Mercedes zu tauschen bei dieser Grenze? Beim Betrachten der Grenzanlagen wie sie die DDR aufgebaut hat .und dem damit verbundenem Risiko diese unbeschadet zu überwinden kommen mir starke Zweifel ob jemand nur aus wirtschaftlichen Interesse dieses Risiko eingegangen wäre .Bei einer Kombination von wirtschaftlichen und politischem Interesse ja.
Ich denke da muss auch eine gehörige Portion Verzweiflung dabei gewesen sein zu versuchen diese Grenze zu überwinden. Ich stelle aber auf keinen Fall in Abrede das auch kriminelle aus Angst vor ihrer zu erwartenden Strafe das Risiko in Kauf genommen haben diese Grenze zu überwinden. Da hätte ich mir eine bessere Zusammenarbeit gewünscht.
Ein Mörder oder Kinderschänder hätte keine Gnade verdient. Nach Bundesdeutschem Gesetz wurde das jedoch anders gehandhabt. Aber wie ich bereits erwähnte die Zusammenarbeit auf der Justiz Ebene lies doch sehr zu wünschen übrig!
Stimmt Feliks auch Menschenhandel ist eine Straftat, genauso Schleusungen wenn sie rein finanziellen Interessen dienen. Wenn so etwas hauptsächlich bis Mitte der 60er Jahre durch Fluchttunnel etc. möglich war, später denke ich dürfte das kaum möglich gewesen sein.
Zumindest im größerem Stil.
Ich denke der Großteil der Menschen die den illegalen Weg durch die Sperranlagen als letztes Mittel gesucht haben waren wie ich keine Wirtschaftsflüchtlinge!
Eure Ideologie hat sie nur nicht erreicht! Sie sahen halt manches anders. Der eine oder andere
konstruktiver, offener Dialog hätte hier sogar die Fluchtquote gesenkt!

Ich habe bewusst das Thema Ausreiseantrag weggelassen da es das zu meiner DDR Zeit nicht gab. Das ist ein anderes Thema zu streiten.
Gruß Peter(turtle)


zuletzt bearbeitet 13.09.2010 11:11 | nach oben springen

#163

RE: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen erhält neue Dauerausstellung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.09.2010 11:33
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von turtle

In den ersten Tagen nach meiner Verhaftung wurde mir sehr wohl Schlaf entzogen durch fortwährende Vernehmungen auch nachts!
Nach meiner Verurteilung nicht mehr. Das zum wach halten.

Vernehmungen sind ein anderes Thema, dass diese auch nachts stattfanden ist eine Tatsache. Dabei mußten aber immer 2 wach sein und den nächsten Tag dann durchschlafen war nicht. Zu extremen Dienstzeiten kann @GW ganz umfassend berichten. Hier wurde jedoch der Eindruck erweckt, dass alle Verwahrhäftlinge nachts grundsätzlich wachgehalten wurden. Dem war mitnichten so!

Hallo Feliks,
Deiner Betrachtungsweise kann ich nur mit Skepsis folgen, selbst dann wenn mir auf Grund Deines Werdeganges es so logisch erscheint.

Wirtschaftsflüchtlinge hat es bis zum Bau der Mauer sicherlich oft gegeben. Aber danach?
Zum einem musste in der DDR niemand hungern, oder es ging ihm so schlecht wie heute so manchem der im Elend lebt. Und um den Trabbi gegen den Mercedes zu tauschen bei dieser Grenze? Beim Betrachten der Grenzanlagen wie sie die DDR aufgebaut hat .und dem damit verbundenem Risiko diese unbeschadet zu überwinden kommen mir starke Zweifel ob jemand nur aus wirtschaftlichen Interesse dieses Risiko eingegangen wäre .Bei einer Kombination von wirtschaftlichen und politischem Interesse ja.
Ich denke da muss auch eine gehörige Portion Verzweiflung dabei gewesen sein zu versuchen diese Grenze zu überwinden. Ich stelle aber auf keinen Fall in Abrede das auch kriminelle aus Angst vor ihrer zu erwartenden Strafe das Risiko in Kauf genommen haben diese Grenze zu überwinden. Da hätte ich mir eine bessere Zusammenarbeit gewünscht.
Ein Mörder oder Kinderschänder hätte keine Gnade verdient. Nach Bundesdeutschem Gesetz wurde das jedoch anders gehandhabt. Aber wie ich bereits erwähnte die Zusammenarbeit auf der Justiz Ebene lies doch sehr zu wünschen übrig!
Stimmt Feliks auch Menschenhandel ist eine Straftat, genauso Schleusungen wenn sie rein finanziellen Interessen dienen. Wenn so etwas hauptsächlich bis Mitte der 60er Jahre durch Fluchttunnel etc. möglich war, später denke ich dürfte das kaum möglich gewesen sein.
Zumindest im größerem Stil.
Ich denke der Großteil der Menschen die den illegalen Weg durch die Sperranlagen als letztes Mittel gesucht haben waren wie ich keine Wirtschaftsflüchtlinge!
Eure Ideologie hat sie nur nicht erreicht! Sie sahen halt manches anders. Der eine oder andere
konstruktiver, offener Dialog hätte hier sogar die Fluchtquote gesenkt!

Die Mehrzahl gab eine erhoffte bessere materielle Versorgung und allgemeine Konsumwünsche als Beweggrund an, so das intern sogar die Bezeichnung "Bananenflüchtlinge" die Runde machte. Politische Beweggründe waren vorhanden, jedoch deutlich in der Unterzahl. Dies könnte aus meiner heutigen Sicht 2 Gründe haben: 1. War es relativ einfach möglich sich "rauszuhalten" und sich seine private Nische abseits jeder Politik zu suchen. 2. Könnten Sie politische Gründe verschwiegen haben um sich eine geringere Strafe zu erhoffen.

Ich denke eine 50/50 Mischung aus beiden Gründen wird der Sache am gerechtesten.


Ich habe bewusst das Thema Ausreiseantrag weggelassen da es das zu meiner DDR Zeit nicht gab. Das ist ein anderes Thema zu streiten.
Gruß Peter(turtle)



Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 13.09.2010 11:36 | nach oben springen

#164

RE: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen erhält neue Dauerausstellung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.09.2010 11:53
von Alfred | 6.849 Beiträge

Peter,

es dürfte aus meiner Sicht kaum möglich sein heute zu klären warum wer in die BRD / WB übersiedelte.

Ich kenne Fälle, da gaben die Personen nach AUßEN politische Gründe an. Durch IM wurde aber bekannt, dass diese POLITISCHEN Gründe nur vorgeschoben wurden. Der eigentliche Grund für den Weg in den Westen waren aber MATERIELLE Gründe.

Auch dies dürfte in vielen Unterlagen der BStU nachzulesen sein.

Wie dies von den Bürgern nach ihrer Übersiedlung oder heute dargelegt wird, steht auf einen ganz anderen Blatt geschrieben.

Und was sich nach AUßEN besser macht ……


nach oben springen

#165

RE: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen erhält neue Dauerausstellung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.09.2010 12:04
von Theo85/2 | 1.199 Beiträge

Was ist an materiellen Gründen so schlimm? Man lebt schließlich nur einmal.

Ansonsten gebe ich Dir schon Recht, das dies viele nicht zugeben und lieber politische Gründe vorschieben!!

Theo 85/2


nach oben springen

#166

RE: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen erhält neue Dauerausstellung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.09.2010 12:06
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo Alfred und Feliks,
Es geht doch ganz gut mit dem sachlichem Diskutieren!!! Ich sehe Annäherungpunkte! So sollte es sein ,Hauptsache fair und sachlich bleiben dann klappt es nicht nur mit dem Nachbar
Gruß Peter(turtle)


nach oben springen

#167

RE: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen erhält neue Dauerausstellung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.09.2010 12:11
von wosch (gelöscht)
avatar

[quote="Alfred"]Peter,

es dürfte aus meiner Sicht kaum möglich sein heute zu klären warum wer in die BRD / WB übersiedelte.

Alfred, dann sage ich es mal aus meiner Sicht: Sie wollten einfach nur weg aus dem ARBEITER UND BAUERN-PARADIES

Ich kenne Fälle, da gaben die Personen nach AUßEN politische Gründe an. Durch IM wurde aber bekannt, dass diese POLITISCHEN Gründe nur vorgeschoben wurden. Der eigentliche Grund für den Weg in den Westen waren aber MATERIELLE Gründe.

Es soll angeblich auch Welche gegeben haben, die familieäre Gründe angegeben hatten, ist Dir davon auch was bekannt?

Auch dies dürfte in vielen Unterlagen der BStU nachzulesen sein.

Wie dies von den Bürgern nach ihrer Übersiedlung oder heute dargelegt wird, steht auf einen ganz anderen Blatt geschrieben.

Und was sich nach AUßEN besser macht ……


Na dann, mir mußt Du aber nicht unterstellen daß ich wegen fehlender Bananen abgehauen bin, ich war dann wohl in Deinen Augen eher ein Einzelfall
Schönen Gruß aus Kassel.


nach oben springen

#168

RE: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen erhält neue Dauerausstellung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.09.2010 12:18
von Alfred | 6.849 Beiträge

Wosch,

auf dein Gesülze werde ich einfach nicht mehr reagieren.


nach oben springen

#169

RE: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen erhält neue Dauerausstellung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.09.2010 12:28
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von Alfred
Wosch,

auf dein Gesülze werde ich einfach nicht mehr reagieren.




Ist aber auch eine "Reaktion"!
Ich denke mal, wenn ich mich nicht weggemacht hätte, wär ich früher oder später auch in Hohenschönhausen gelandet, dann hätte es hier aber "Gesülze" aus Erster Hand gegeben. Sei froh, lieber Alfred, daß Dir das erspart bleibt!!

Schönen Gruß aus Kassel.


nach oben springen

#170

RE: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen erhält neue Dauerausstellung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.09.2010 12:39
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Wohl eher Demmlerplatz @wosch


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
nach oben springen

#171

RE: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen erhält neue Dauerausstellung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.09.2010 12:41
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von Feliks D.
Wohl eher Demmlerplatz @wosch



Ja Feliks, in Schwerin soll es ja auch sehr schön gewesen sein und von da nach Bützow war es dann auch gar nicht mehr weit!
Hauptsache nicht nach Neustrlitz!!

Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 13.09.2010 12:44 | nach oben springen

#172

RE: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen erhält neue Dauerausstellung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.09.2010 13:00
von wosch (gelöscht)
avatar

http://www.bstu.bund.de/nn_713332/DE/MfS..._node__nnn=true

Habe mal den Link zum "Demmlerplatz" hier eingestellt, damit nicht nur Feliks und Ich wissen was gemeint war!
Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 13.09.2010 13:02 | nach oben springen

#173

RE: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen erhält neue Dauerausstellung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.09.2010 13:38
von turtle | 6.961 Beiträge

Ich habe doch glatt etwas ganz einfaches vergessen! Zu ewigen Zeiten haben Menschen aus wirtschaftlichen Gründen ihre Heimat verlassen! Auswanderer nannte man diese. Aufgehalten wurden sie nicht. Oder doch? Bleibt doch trotzdem übrig, etwas muss ihnen in der DDR missfallen sein,oder sie hatten die Hoffnung aufgegeben den Westen einzuholen und überholen. Nicht jeder hatte die Geduld das auch der Sozialismus seine Zeit braucht! Sie wollten in der Gegenwart gut leben. Mit einem Auge konnte man doch immer nach dem Westen schielen. Der Mensch sieht nun einmal gern das Positive. Die Chance zu vergleichen gab man ihm nicht! Buntes Neonlicht,tolle Reklame,der Jaguar E-Typ,New York,Paris,London,Venedig oder Rom da konnte mancher schon schwach werden. Aber deswegen diese Strafen?
Das möchte ich noch zu den oft zitierten Wirtschaftsflüchtlingen schreiben,die es zweifellos gegeben hat!
Mit dem Satz von Feliks kann ich mich anfreunden,das es sein kann das mancher Angst vor noch mehr Strafe hatte und verschwiegen hatte,das er politische Gründe hatte die DDR zu verlassen. Ja auch der Kriminelle hat natürlich im Westen politische Gründe angegeben.
Es ärgert mich heute wenn jemand in der DDR wegen einem Raubüberfall mit anschließender versuchter Republikflucht um sich der ordnungsgemäßen Strafe zu entziehen in Haft war,als politisch verfolgter Haftentschädigung oder Opferrente bekommt.Dagegen der ehemalige politische Häftling der aus Druck verbunden mit Angst, seine freiwillige Mitarbeit bei diesem oder jenem Organ unterschrieb
keine Entschädigung bekommt. Auch dann nicht wenn seine "Mitarbeit" nur sehr kurz war und er nachweislich niemanden geschadet hat.
Nur ein Schwerkrimineller bekommt trotz versuchter R.Flucht auch keine Entschädigung. Hier hätte ich mir mehr Fingerspitzengefühl gewünscht, auch wenn ich Denunzianten ablehne. Vielleicht habe ich auch heute einen falschen Gerechtigkeitsinn. Aber mancher hat ja nicht einmal den überhaupt! Gruß Peter(turtle)


zuletzt bearbeitet 13.09.2010 14:18 | nach oben springen

#174

RE: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen erhält neue Dauerausstellung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.09.2010 19:55
von Gert | 12.356 Beiträge

@Feliks du hast doch immer behauptet, in den MfS Haftanstalten sitzen auch gewöhnliche Kriminelle und sie wären mit U-Haftanstalten der heutigen Bundesrepublik vergleichbar.
Was hältst du denn von dieser unten aufgeführten Beschreibung der MfS Haftanstalt Schwerin, Demmlerplatz?? Wie auch immer - Überschrift politische Delikte oder politisch motivierte Vertuschungs- und Desinformationsaktionen.

"Vorwiegend waren hier Menschen inhaftiert, bei deren Strafverfahren die politischen Interessen der SED das Recht überlagerten. Neben ausreisewilligen und politisch-oppositionellen DDR-Bürgern waren das auch Bundesbürger, die sich an Fluchthilfe beteiligt hatten, die der Spionage oder auch sonstiger Kriminalität beschuldigt wurden. Beschuldigte im Zusammenhang mit Fluchtaktionen stellten wegen der Nähe zu mehreren innerdeutschen Grenzübergängen einen Schwerpunkt unter den Häftlingen dar.

Allerdings wurden auch wegen Delikten der allgemeinen Kriminalität Beschuldigte sowie straffällig gewordene MfS-Mitarbeiter hier inhaftiert. Bei den Delikten der allgemeinen Kriminalität handelte es sich in der Regel um Straftaten, deren Bekanntwerden eine besondere öffentliche oder politische Wirkung erwarten ließ. Um diese zu verhindern bzw. zu steuern, wurden die Verfahren meist vom MfS unter konspirativen Bedingungen geführt.

Die Haftbedingungen waren von einem System aus Desorientierung, vollständiger Isolation und permanenter Überwachung gekennzeichnet. Nicht selten konnten dadurch von den Vernehmungsoffizieren verhältnismäßig schnell Geständnisse oder auch belastende Aussagen über Mitstreiter erlangt werden. Einige Häftlinge ließen sich unter diesen Bedingungen sogar zu Spitzeldiensten an ihren Zellengenossen verpflichten.

Bei vielen führten die Haftbedingungen, die damit einhergehende Angst sowie die Ohnmachtserfahrungen auch zu schweren psychischen Krisen bis hin zum Suizid." Zitat Ende

Viele Grüße aus dem Rheinland


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#175

RE: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen erhält neue Dauerausstellung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.09.2010 20:07
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von turtle
Ich habe doch glatt etwas ganz einfaches vergessen! Zu ewigen Zeiten haben Menschen aus wirtschaftlichen Gründen ihre Heimat verlassen! Auswanderer nannte man diese. Aufgehalten wurden sie nicht. Oder doch? Bleibt doch trotzdem übrig, etwas muss ihnen in der DDR missfallen sein,oder sie hatten die Hoffnung aufgegeben den Westen einzuholen und überholen. Nicht jeder hatte die Geduld das auch der Sozialismus seine Zeit braucht! Sie wollten in der Gegenwart gut leben. Mit einem Auge konnte man doch immer nach dem Westen schielen. Der Mensch sieht nun einmal gern das Positive. Die Chance zu vergleichen gab man ihm nicht! Buntes Neonlicht,tolle Reklame,der Jaguar E-Typ,New York,Paris,London,Venedig oder Rom da konnte mancher schon schwach werden. Aber deswegen diese Strafen?
Das möchte ich noch zu den oft zitierten Wirtschaftsflüchtlingen schreiben,die es zweifellos gegeben hat!
Mit dem Satz von Feliks kann ich mich anfreunden,das es sein kann das mancher Angst vor noch mehr Strafe hatte und verschwiegen hatte,das er politische Gründe hatte die DDR zu verlassen. Ja auch der Kriminelle hat natürlich im Westen politische Gründe angegeben.
Es ärgert mich heute wenn jemand in der DDR wegen einem Raubüberfall mit anschließender versuchter Republikflucht um sich der ordnungsgemäßen Strafe zu entziehen in Haft war,als politisch verfolgter Haftentschädigung oder Opferrente bekommt.Dagegen der ehemalige politische Häftling der aus Druck verbunden mit Angst, seine freiwillige Mitarbeit bei diesem oder jenem Organ unterschrieb
keine Entschädigung bekommt. Auch dann nicht wenn seine "Mitarbeit" nur sehr kurz war und er nachweislich niemanden geschadet hat.
Nur ein Schwerkrimineller bekommt trotz versuchter R.Flucht auch keine Entschädigung. Hier hätte ich mir mehr Fingerspitzengefühl gewünscht, auch wenn ich Denunzianten ablehne. Vielleicht habe ich auch heute einen falschen Gerechtigkeitsinn. Aber mancher hat ja nicht einmal den überhaupt! Gruß Peter(turtle)



Lieber Peter, ich verstehe deinen Frust. Ich verstehe nicht deine quasi Rechtfertigungen und/oder Entschuldigungen für die Leute die die DDR verlassen haben. In der Schlußakte von Helsinki steht ganz klar drin, dass jeder Mensch in jedem Land das Recht hat das Land einschließlich seines Eigenen zu verlassen. Basta

Dazu braucht es keine Erklärungen, Entschuldigungen oder was auch immer, desjenigen, der so etwas vorhat. Weder muss er der SED, noch dem MfS oder irgendwelchen anderen Wichtigtuern in der DDR darüber etwas sagen. Das ist Gesetz, es wurde aber in der DDR seitens des Staates mit Füßen getreten. Peter das ist die Ausgangslage, nicht mehr und nicht weniger.

Viele Grüße aus dem Rheinland


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#176

RE: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen erhält neue Dauerausstellung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.09.2010 20:09
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von wosch
http://www.bstu.bund.de/nn_713332/DE/MfS-DDR-Geschichte/Aktenfunde/Demmlerplatz/demmlerplatz__node__nnn=true

Habe mal den Link zum "Demmlerplatz" hier eingestellt, damit nicht nur Feliks und Ich wissen was gemeint war!
Schönen Gruß aus Kassel.




Das ist sehr gut, Wosch


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#177

RE: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen erhält neue Dauerausstellung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.09.2010 20:28
von S51 | 3.733 Beiträge

Meinst du ernsthaft, in unserer regulären UHA in Rummelsburg hätte es seinerzeit keine "Sänger" und keine versuchten Suizide gegeben? Meinst du ernsthaft, heutzutage gäbe es in den UHA keine Zuträger und keine Suizide?
Untersuchungshaft ging wie geht einerseits auch zur damaligen Zeit davon aus, dass die Tat vielleicht äußerst wahrscheinlich (dringender Tatverdacht) aber andererseits jedenfalls noch nicht nachgewiesen ist. Das bedeutete und bedeutet gewisse Vergünstigungen gegenüber der Strafhaft aber eben auch, dass Kontakte zu möglichen Mittätern, Beeinflussung von Zeugen unterbunden werden müssen. Wer was ist, weiß zu diesem Zeitpunkt außer dem Täter aber noch niemand. Die Strafverfolgungsbehörde kannte und kennt ja die Details der Tat, die zu der Beschuldigung und damit der U-Haft geführt haben, noch nicht. Niemand kann vor Abschluß der Ermittlungen sagen, was sich ergeben wird. Allenfalls der Täter, der aber oft ein Interesse daran hat, zu schweigen. Die Untersuchungshaft aber soll all diese Erkenntnisse bringen. Damals wie heute.
K. hat ja ein bischen aus der Kiste der Pandorra geplaudert, was die Umstände einer U-Haft betrifft. Das gab bekanntlich ordentlich saure Gemüter.
Wesentlich anders war das auch früher nicht.
Wenn ich im Dauerdienst mit Beschuldigten zu tun hatte, war der in der Regel einzige Unterschied, der mir von ihnen vorgehalten wurde, dass bei uns (K / Volkspolizei) nur Tee, bei der "Firma" aber Kaffee gab...
Der wesentliche Unterschied zwischen UHA des MfS und jenen des MdI waren die Beschuldigungen, weswegen die Gefangenen dort waren. Nicht die Haftumstände. Aber wer hört heute einem Kriminellen/Beschuldigten von damals zu, der sich beschwert? Was bekäme er zu hören? Wer einem Kriminellen/Beschuldigten von heute?
Beim MfS saßen auch jene ein, die politischer Taten beschuldigt wurden und das, nur das unterscheidet sie von UHA des MdI oder von UHA heute - wobei dies so absolut nicht gilt. Denn Terroristen, denen "nur" Unterstützung von anderen Terroristen vorgeworfen wird, können sich heutzutage durchaus auch in einer UHA wiederfinden.
Viele der Taten, die damals den Insassen der MfS-UHA vorgeworfen wurden, verstehen wir heutzutage nicht als Straftaten. Und das sie trotzdem dort einsaßen, das ist der wesentlichste Unterschied.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


nach oben springen

#178

RE: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen erhält neue Dauerausstellung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.09.2010 20:39
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Gert
@Feliks du hast doch immer behauptet, in den MfS Haftanstalten sitzen auch gewöhnliche Kriminelle und sie wären mit U-Haftanstalten der heutigen Bundesrepublik vergleichbar.
Was hältst du denn von dieser unten aufgeführten Beschreibung der MfS Haftanstalt Schwerin, Demmlerplatz?? Wie auch immer - Überschrift politische Delikte oder politisch motivierte Vertuschungs- und Desinformationsaktionen.

"Vorwiegend waren hier Menschen inhaftiert, bei deren Strafverfahren die politischen Interessen der SED das Recht überlagerten. Neben ausreisewilligen und politisch-oppositionellen DDR-Bürgern waren das auch Bundesbürger, die sich an Fluchthilfe beteiligt hatten, die der Spionage oder auch sonstiger Kriminalität beschuldigt wurden. Beschuldigte im Zusammenhang mit Fluchtaktionen stellten wegen der Nähe zu mehreren innerdeutschen Grenzübergängen einen Schwerpunkt unter den Häftlingen dar.

Allerdings wurden auch wegen Delikten der allgemeinen Kriminalität Beschuldigte sowie straffällig gewordene MfS-Mitarbeiter hier inhaftiert. Bei den Delikten der allgemeinen Kriminalität handelte es sich in der Regel um Straftaten, deren Bekanntwerden eine besondere öffentliche oder politische Wirkung erwarten ließ. Um diese zu verhindern bzw. zu steuern, wurden die Verfahren meist vom MfS unter konspirativen Bedingungen geführt.

Die Haftbedingungen waren von einem System aus Desorientierung, vollständiger Isolation und permanenter Überwachung gekennzeichnet. Nicht selten konnten dadurch von den Vernehmungsoffizieren verhältnismäßig schnell Geständnisse oder auch belastende Aussagen über Mitstreiter erlangt werden. Einige Häftlinge ließen sich unter diesen Bedingungen sogar zu Spitzeldiensten an ihren Zellengenossen verpflichten.

Bei vielen führten die Haftbedingungen, die damit einhergehende Angst sowie die Ohnmachtserfahrungen auch zu schweren psychischen Krisen bis hin zum Suizid." Zitat Ende

Viele Grüße aus dem Rheinland



Der rot hervorgehobenen Teil beantwortet doch alles, ich wüßte nicht wo meine Aussage hier mit der Beschreibung der BStU kollidieren sollte.

1. Werde ich auch heute noch für einen ungesetzlichen Grenzübertritt zur Verantwortung gezogen. Hier sehe ich nur bei Teilen der Täter politische Hintergründe und damit die gerechtfertigte Bezeichnung politisch Verfolgte. Gerade mit dem Vorwurf des politischen Strafrechts und der Bezeichnung von Straftätern als politisch Verfolge sollte sich dieser Staat und die BStU lieber zurückhalten, auch wenn sich damit im Sinne der eigenen ideologischen Ziele jegliches andere Recht vorzüglich diskreditieren läßt. Hier ist immer Vorsicht geboten, denn z.B. der §90a (1) Nr. 2 und (2) kann nach diesen Kriterien, in vielen anderen demokratischen westlichen Ländern, ebenfalls als politisches Strafrecht und somit der einschlägig Verurteilte als politisch Verfolgter angesehen werden.

2. Was soll die Bezeichnung "System aus Desorientierung" für einen Vorwurf beschreiben? Vollständige Isolation ist natürlich auch nicht richtig, denn es gab nicht nur Einzelhaft.

3. Was soll die Aussage "Nicht selten konnten dadurch von den Vernehmungsoffizieren verhältnismäßig schnell Geständnisse oder auch belastende Aussagen über Mitstreiter erlangt werden." uns suggerieren? Einsatz von unmenschlichen Methoden und Folter die alle Beschuldigten erleiden mussten? Auch wieder bewußte Beeinflussung des Unterbewusstseins zum Erzeugen genau dieses Bildes.
Lies einmal oben den Satz vom Schwerpunkt Republikflucht wegen der Grenznähe! Machts Klick? Nein?
Was meinst Du wie bei solchen Beschuldigten die Aussagebereitschaft in die Höhe schnellte wenn ich ihnen mitteilte, dass ein Freikauf bzw. eine Entlassung in die BRD natürlich erst nach Abschluss des Verfahrens und nach erfolgter Verurteilung möglich wäre? Das sollte die wahren Gründe dieser Aussage auch für Laien offensichtlich machen.

4. Das Thema Haftbedingen hatten wir hier bereits!

Zitat von Feliks D.

Es gab ganz einfach keine Rügen der DDR von entsprechenden internationalen Gremien, die die U-Haftanstalten des MfS zum Gegenstand hatten. Im Gegensatz dazu waren die Haftbedingungen in den Anstalten der BRD bis 1990 schon öfters eine Rüge des CPT (European Committee for the Prevention of Torture) wert und sind auch heute regelmäßig Anlass zu Rügen dieses Ausschusses.
Alleine diese Tatsache ist beachtlich, wird aber permanent totgeschwiegen!

Kann man auch alles nachlesen:

http://www.cpt.coe.int/en/default.htm
http://de.wikinews.org/wiki/Anti-Folter-..._in_Deutschland



Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 13.09.2010 20:47 | nach oben springen

#179

RE: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen erhält neue Dauerausstellung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.09.2010 20:59
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Feliks D.

Zitat von Gert
@Feliks du hast doch immer behauptet, in den MfS Haftanstalten sitzen auch gewöhnliche Kriminelle und sie wären mit U-Haftanstalten der heutigen Bundesrepublik vergleichbar.
Was hältst du denn von dieser unten aufgeführten Beschreibung der MfS Haftanstalt Schwerin, Demmlerplatz?? Wie auch immer - Überschrift politische Delikte oder politisch motivierte Vertuschungs- und Desinformationsaktionen.

"Vorwiegend waren hier Menschen inhaftiert, bei deren Strafverfahren die politischen Interessen der SED das Recht überlagerten. Neben ausreisewilligen und politisch-oppositionellen DDR-Bürgern waren das auch Bundesbürger, die sich an Fluchthilfe beteiligt hatten, die der Spionage oder auch sonstiger Kriminalität beschuldigt wurden. Beschuldigte im Zusammenhang mit Fluchtaktionen stellten wegen der Nähe zu mehreren innerdeutschen Grenzübergängen einen Schwerpunkt unter den Häftlingen dar.

Allerdings wurden auch wegen Delikten der allgemeinen Kriminalität Beschuldigte sowie straffällig gewordene MfS-Mitarbeiter hier inhaftiert.[rot] Bei den Delikten der allgemeinen Kriminalität handelte es sich in der Regel um Straftaten, deren Bekanntwerden eine besondere öffentliche oder politische Wirkung erwarten ließ. Um diese zu verhindern bzw. zu steuern, wurden die Verfahren meist vom MfS unter konspirativen Bedingungen geführt.

Die Haftbedingungen waren von einem System aus Desorientierung, vollständiger Isolation und permanenter Überwachung gekennzeichnet. Nicht selten konnten dadurch von den Vernehmungsoffizieren verhältnismäßig schnell Geständnisse oder auch belastende Aussagen über Mitstreiter erlangt werden. Einige Häftlinge ließen sich unter diesen Bedingungen sogar zu Spitzeldiensten an ihren Zellengenossen verpflichten.

Bei vielen führten die Haftbedingungen, die damit einhergehende Angst sowie die Ohnmachtserfahrungen auch zu schweren psychischen Krisen bis hin zum Suizid." Zitat Ende

Viele Grüße aus dem Rheinland



Der rot hervorgehobenen Teil beantwortet doch alles, ich wüßte nicht wo meine Aussage hier mit der Beschreibung der BStU kollidieren sollte.

1. Werde ich auch heute noch für einen ungesetzlichen Grenzübertritt zur Verantwortung gezogen. Hier sehe ich nur bei Teilen der Täter politische Hintergründe und damit die gerechtfertigte Bezeichnung politisch Verfolgte. Gerade mit dem Vorwurf des politischen Strafrechts und der Bezeichnung von Straftätern als politisch Verfolge sollte sich dieser Staat und die BStU lieber zurückhalten, auch wenn sich damit im Sinne der eigenen ideologischen Ziele jegliches andere Recht vorzüglich diskreditieren läßt. Hier ist immer Vorsicht geboten, denn z.B. der §90a (1) Nr. 2 und (2) kann nach diesen Kriterien, in vielen anderen demokratischen westlichen Ländern, ebenfalls als politisches Strafrecht und somit der einschlägig Verurteilte als politisch Verfolgter angesehen werden.

2. Was soll die Bezeichnung "System aus Desorientierung" für einen Vorwurf beschreiben? Vollständige Isolation ist natürlich auch nicht richtig, denn es gab nicht nur Einzelhaft.

3. Was soll die Aussage "Nicht selten konnten dadurch von den Vernehmungsoffizieren verhältnismäßig schnell Geständnisse oder auch belastende Aussagen über Mitstreiter erlangt werden." uns suggerieren? Einsatz von unmenschlichen Methoden und Folter die alle Beschuldigten erleiden mussten? Auch wieder bewußte Beeinflussung des Unterbewusstseins zum Erzeugen genau dieses Bildes.
Lies einmal oben den Satz vom Schwerpunkt Republikflucht wegen der Grenznähe! Machts Klick? Nein?
Was meinst Du wie bei solchen Beschuldigten die Aussagebereitschaft in die Höhe schnellte wenn ich ihnen mitteilte, dass ein Freikauf bzw. eine Entlassung in die BRD natürlich erst nach Abschluss des Verfahrens und nach erfolgter Verurteilung möglich wäre? Das sollte die wahren Gründe dieser Aussage auch für Laien offensichtlich machen.

4. Das Thema Haftbedingen hatten wir hier bereits!

Zitat von Feliks D.

Es gab ganz einfach keine Rügen der DDR von entsprechenden internationalen Gremien, die die U-Haftanstalten des MfS zum Gegenstand hatten. Im Gegensatz dazu waren die Haftbedingungen in den Anstalten der BRD bis 1990 schon öfters eine Rüge des CPT (European Committee for the Prevention of Torture) wert und sind auch heute regelmäßig Anlass zu Rügen dieses Ausschusses.
Alleine diese Tatsache ist beachtlich, wird aber permanent totgeschwiegen!

Kann man auch alles nachlesen:

http://www.cpt.coe.int/en/default.htm
http://de.wikinews.org/wiki/Anti-Folter-..._in_Deutschland






Feliks, du hast mit dem rot Hervorheben zu früh aufgehört, ich habe den Absatz noch mal weiterführt mit der roten Hervorhebung.
Nur so wird ein Schuh draus.

Dass die internationalen Gremien die DDR nicht gerügt haben für die MfS Haftanstalten wird wohl richtig sein Denn was nicht vorhanden ist kann man auch nicht rügen .

Zitat:




Bis zum Ende der DDR gab es keine gesetzliche Grundlage für die Existenz der Gefängnisse des MfS.

Seit Anfang der fünfziger Jahre war die Verwaltung Strafvollzug des Ministeriums des Innern in der DDR zuständig für den Betrieb von Gefängnissen. Das Strafvollzugsgesetz von 1968 bekräftigte diese Zuständigkeit und sah lediglich eine Ausnahme für den Militärstrafvollzug im Bereich des Ministeriums für Nationale Verteidigung vor. Daß das MfS eigene Gefängnisse betreiben durfte, sucht man in den Gesetzen der DDR vergebens.

Zitat Ende

Viele Grüße aus dem Rheinland


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#180

RE: Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen erhält neue Dauerausstellung

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.09.2010 21:13
von Alfred | 6.849 Beiträge

Gert,

wo hat denn das MfS eigene Gefängnisse unterhalten ?


nach oben springen



Besucher
32 Mitglieder und 71 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Andre Lambert
Besucherzähler
Heute waren 2977 Gäste und 162 Mitglieder, gestern 3660 Gäste und 197 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14372 Themen und 558303 Beiträge.

Heute waren 162 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen