#1

Wie war es im Atomfall organisiert?

in Leben in der DDR 18.08.2010 16:18
von SFGA | 1.519 Beiträge

Ich habe ne Frage und zwar: Wie war es organisiert wenn ein Atomschlag oder Atomunfall in der DDR gewesen wäre?


JgRgt 1 Schwarzenborn / HFlgUstgStff 1 Holzdorf

Wenn einer von uns müde wird,der andere für ihn wacht.Wenn einer von uns zweifeln will,der andere gläubig lacht.Wenn einer von uns fallen sollt',der andere steht für zwei,denn jedem Kämpfer gibt ein Gott den Kameraden bei.
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#2

RE: Wie war es im Atomfall organisiert?

in Leben in der DDR 18.08.2010 16:34
von MatNag (gelöscht)
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Für diesen Fall gab es die Regierungsbunker in Prenden usw.
Dazu gab es in jeder Stadt Formationen der Zivilverteidigung, die entsprechend ausgerüstet waren.
In den Krankenhäusern gab es auch entsprechende Ausrüstungen.
Die Frage wäre gewesen, ob sich auch alles so abgespielt hätte wie es in den jeweiligen Plänen vorgesehen war, denn Plan ist das eine, das menschliche Verhalten das andere.


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#3

RE: Wie war es im Atomfall organisiert?

in Leben in der DDR 19.08.2010 09:06
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Im Falle eines Atomunfalles hätte die Koordinierung der nachfolgenden Maßnahmen ganz sicher beim SAAS gelegen. Zum Einsatz wären dann die Kräfte der Zivilverteidigung und auch die zuständigen Bezirks-Hygieneinstitute gelangt. Diese waren für eine ihrer Aufgaben, nämlich die hygienischantiepidemische Sicherstellung im Rahmen der Zivilverteidigung, mit arbeitsfähigen Operativ- und Laborstrukturen, darunter ein Radiologisches Laboratorium mit entsprechenden moderner Radioaktivitäts-Messtechnik, sowie den stationären Radioaktivitätsmessgeräten 20026 und 20046 (DDR-Produktion) und den mobilen RAM 60A und RAM 63 (UdSSR-Produktion) ausgerüstet.

Bei einem Atomschlag hätte sich ganz sicher alle weitere Planung erübrigt, da dies entsprechend den damals einschlägigen Militärdokrinen kein einzelner sondern ein massiver gewesen wäre.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 19.08.2010 09:09 | nach oben springen

#4

RE: Wie war es im Atomfall organisiert?

in Leben in der DDR 19.08.2010 15:54
von SFGA | 1.519 Beiträge

Danke für eure Atw.. Aber was ist/war SAAS?


JgRgt 1 Schwarzenborn / HFlgUstgStff 1 Holzdorf

Wenn einer von uns müde wird,der andere für ihn wacht.Wenn einer von uns zweifeln will,der andere gläubig lacht.Wenn einer von uns fallen sollt',der andere steht für zwei,denn jedem Kämpfer gibt ein Gott den Kameraden bei.
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#5

RE: Wie war es im Atomfall organisiert?

in Leben in der DDR 19.08.2010 16:06
von Sachse (gelöscht)
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Die Zivilverteidigung war doch das Lachhafteste, das es in der DDR gab.


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#6

RE: Wie war es im Atomfall organisiert?

in Leben in der DDR 19.08.2010 16:18
von SFGA | 1.519 Beiträge

wieso?


JgRgt 1 Schwarzenborn / HFlgUstgStff 1 Holzdorf

Wenn einer von uns müde wird,der andere für ihn wacht.Wenn einer von uns zweifeln will,der andere gläubig lacht.Wenn einer von uns fallen sollt',der andere steht für zwei,denn jedem Kämpfer gibt ein Gott den Kameraden bei.
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#7

RE: Wie war es im Atomfall organisiert?

in Leben in der DDR 19.08.2010 17:24
von Rotten (gelöscht)
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Anbei ein passendes Druckwerk zur Thematik. Herausgeber : Nationalrat der Nationalen Front des demokratischen Deutschland ; Verlag des Ministeriums des Innern ; Ausgabe 1957-1959.

Angefügte Bilder:
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#8

RE: Wie war es im Atomfall organisiert?

in Leben in der DDR 19.08.2010 17:37
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Sachse
Die Zivilverteidigung war doch das Lachhafteste, das es in der DDR gab.


Zitat von SFGA
wieso?



Ja, wieso? Na egal!
Ich zitiere mal http://www.ddr-hautnah.de/exponate/ZV.htm
Die Zivilverteidigung wurde 1970 aus dem Kommando Luftschutz gebildet. Am 16.09.1970 beschließt dazu die Volkskammer der DDR das "Gesetz über die Zivilverteidigung der DDR", welches am 1.10.1970 in Kraft tritt und das Gesetz über den Luftschutz vom 11.02.1958 außer Kraft setzt. Damit unterstand die ZV direkt dem Ministerium des Innern. Ihre Aufgaben waren der Schutz der Bevölkerung, wichtiger Einrichtungen und Betriebe sowie kulturellen Erbes vor Havarien, Katastrophen und auch vor Angriffen eventueller Aggressoren im Kriegsfalle. Am 1.6.1976 wurde dann die Führung der ZV dem Minister für Nationale Verteidigung übertragen. Am 1.6.1978 wurde aus dem seit Gründung bestehenden Stab der ZV die Hauptverwaltung der ZV gebildet. Wichtigste Ausbildungsstätte war das Institut für Zivilverteidigung im brandenburgischen Beeskow. Als Leiter der ZV war vom 1.6.1976 bis Anfang 1990 Generaloberst Fritz Peter tätig. Danach übernahm Oberst Dr. Peupelmann diesen Posten bis zur Auflösung des inzwischen umbenannten Zivilschutz im Dezember 1990. Der Tag der Zivilverteidigung wurde seit 1978 jährlich am 11. Februar begangen.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#9

RE: Wie war es im Atomfall organisiert?

in Leben in der DDR 19.08.2010 17:48
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von SFGA
Danke für eure Atw.. Aber was ist/war SAAS?




Bissle was zum Lesen http://www.google.de/url?sa=t&source=web...YsmBHUj-2YA7bXQ


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#10

RE: Wie war es im Atomfall organisiert?

in Leben in der DDR 19.08.2010 18:05
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Im Falle eines Atomunfalles hätte die Koordinierung der nachfolgenden Maßnahmen ganz sicher beim SAAS gelegen. Zum Einsatz wären dann die Kräfte der Zivilverteidigung und auch die zuständigen Bezirks-Hygieneinstitute gelangt. Diese waren für eine ihrer Aufgaben, nämlich die hygienischantiepidemische Sicherstellung im Rahmen der Zivilverteidigung, mit arbeitsfähigen Operativ- und Laborstrukturen, darunter ein Radiologisches Laboratorium mit entsprechenden moderner Radioaktivitäts-Messtechnik, sowie den stationären Radioaktivitätsmessgeräten 20026 und 20046 (DDR-Produktion) und den mobilen RAM 60A und RAM 63 (UdSSR-Produktion) ausgerüstet.

Bei einem Atomschlag hätte sich ganz sicher alle weitere Planung erübrigt, da dies entsprechend den damals einschlägigen Militärdokrinen kein einzelner sondern ein massiver gewesen wäre.




Oh Feliks was ist das für ein Wort ? "hygienischantiepidemische"


Ich musste dreimal lesen bis ich es überhaupt verstand und entsprechend aussprechen konnte.

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#11

RE: Wie war es im Atomfall organisiert?

in Leben in der DDR 19.08.2010 18:24
von X-X-X (gelöscht)
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Es haette nach einem Atomkrieg keine Deutschen mehr gegeben, glaube ich. Die Schutzmassnahmen waren eher eine Ablenkung. Bei den ABC-Uebeunbgen in jedem Quartal mussten wir ja auch unsere Schutzbekleidung waehrend der Arbeit tragen. Die Schutzmasken stammten aus dem Koreakrieg. Die Filter konnte man nur nach dem Abnehmen der Maske entfernen/ersetzen. Die Gummihandschuhe machte dieses Unternehmen eher unmoeglich. Bei der muendlichen Pruefung der Schutzmassnahmen kam immer die Frage: Was macht man als Erstes in Falle eines chemischen oder biologischen Angriffes? Die Antwort: "Maske sofort ab und ganz tief einatmen!!" Es waere schlicht unmoeglich gewesen, unsere Arbeit in Schutzbekleidung durchzufuehren. Gut, dass es keinen Krieg gab.

Jens


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