#1

1990 - Aufbruch zur Einheit

in Das Ende der DDR 10.08.2010 16:58
von VNRut | 1.486 Beiträge

Unbekanntes aus Mitteldeutschland
am Di, 24.08.2010 / 22:05 Uhr im MDR

1990 - Aufbruch zur Einheit

Nach dem Erfolg der Doku "1989 – Aufbruch ins Ungewisse" gibt es jetzt eine Fortsetzung! Diesmal erzählen Menschen aus Mitteldeutschland von ihrem Weg ins vereinte Deutschland.


Zitat
Der neue Dreiteiler erzählt von Menschen, die zum Motor oder Bremser auf dem Weg in eine neue Gesellschaft wurden. Er erzählt von Männern und Frauen, die mit Mut und dem Willen zur Veränderung den Aufbruch in eine noch unbekannte Zukunft gewagt haben, und das abseits der großen Zentren. Zu Wort kommen Menschen aus Plauen, Salzwedel, Erfurt oder Eisenach, die ihr Schicksal in die Hand genommen und Geschichte geschrieben haben.

Zeitzeugen berichten von ihren Erlebnissen

In Eisenach sucht der Chef der IFA ohne Rückendeckung der DDR-Regierung schon frühzeitig nach Partner im Westen. Auf den Marktplätzen Mitteldeutschlands verteilen Vertreter von Beate Uhse schon im Frühjahr 1990 Kataloge an potentiellen Kunden. In Plauen wird Lehrer Wolfgang Wehner, der sich mutig vor seinen Schülern zur Teilnahme an der größten Montagsdemonstration bekannte, schon bald die Leitung seiner Schule übernehmen und sich noch lange mit den Trägern des alten Systems auseinandersetzen.

In Erfurt werden mutige Bürger den systematischen Abbruch des historischen Andreasviertels endgültig stoppen und mit der Restaurierung beginnen. Die Kumpels der Wismut-AG treten für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze in den Ausstand und die Beschäftigten eines Ferienheimes aus Oberwiesenthal kämpfen für den Erhalt ihres Hauses.

Und überall finden sich schon im Sommer 1990 Menschen aus dem Westen, die ein Geschäft wittern - manchmal zu Lasten der nicht nur in ökonomischen Dingen unerfahrenen Bewohner Mitteldeutschlands. Da ist der Vertreter der Bundesbank, der die D-Mark-Transporte mit seiner Videokamera begleitet und mit großem Aufbauwillen nach Halle zieht. Ebenso wie Harry, der Pornoproduzent, der für seine Filme preiswerte und willige Protagonisten sucht.
Eindrucksvolle Bilder aus der Umbruchszeit

Der Dreiteiler zeigt bisher kaum bekannte Bilder aus einer Zeit des Umbruchs und der persönlichen und politischen Veränderungen in Mitteldeutschland. Er ist eine Gemeinschafsproduktion der Redaktion Geschichte und Gesellschaft des Mitteldeutschen Rundfunks und der Landesfunkhäuser Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Begleitet wird die Ausstrahlung durch weitere Beiträge in den Magazinen der Landesfunkhäuser, im Hörfunk von MDR Figaro und MDR Info und im Internet.

Quelle: http://www.mdr.de/1990/7284907.html



VN_Rut


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
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#2

RE: 1990 - Aufbruch zur Einheit

in Das Ende der DDR 10.08.2010 23:11
von Eumel | 139 Beiträge

Tja ... Was ist Mitteldeutschland? In diesem Kontext geht es ja wieder bis nach Sachsen. Was ist dann Ostdeutschland? ... Sind nur immer meine Gedanken dazu

Zu Erfurt und Andreasviertel: Es ist richtig, dass der Ring damals durch das Andreasviertel gehen sollte. Allerdings habe ich immer große Probleme, unseren damaligen OB als Retter zu sehen. Er hat auch den Domplatz und die Krämerbrücke gerettet ... da sehen aber einige Fotos von 1989 anders aus

Was heute mit der Konzeption "mittelalterlicher Stadtkern" so abgeht, da können sich die Besucher selbst einen Eindruck verschaffen. Es ist richtig, dass gerade im Andreasviertel (und nicht nur da) zum Teil eine erheblich schlechte Bausubstanz vorhanden war. Allerdings wurde da auch später noch viel weggerissen. Ein paar schöne Ecken sind entstanden ... Es gab aber auch viele architektonische Schnitzer und einige "komische" Neubauten.

Wer sich mit Erfurt intensiver beschäftigen möchte: Huttenplatz, Krämerbrücke, Domplatz vs. Andreasviertel, Augustinerstraße, Anger ... allerdings auch die Entwicklung vom Petersberg (architektonisch --- da gibt es sicher mit späteren Entscheidungen auch einiges zu diskutieren).


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#3

RE: 1990 - Aufbruch zur Einheit

in Das Ende der DDR 11.08.2010 11:40
von 94 | 10.792 Beiträge

Mitteldeutschland?
IMHO sind das die Bundesländer ohne Außengrenze; Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#4

RE: 1990 - Aufbruch zur Einheit

in Das Ende der DDR 11.08.2010 12:29
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von 94
Mitteldeutschland?
IMHO sind das die Bundesländer ohne Außengrenze; Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen.



Ich möchte ja nicht mehr Korinten kacken wie du manchmal aber selbst wenn ich in Hamburg die Elbe und bei den Bremen die Exklave Bemerhaven als Außengrenze gelten lasse, so bleibt immer noch das Bundesland Berlin als nun wirklich ohne Außengrenze übrig.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 11.08.2010 12:29 | nach oben springen

#5

RE: 1990 - Aufbruch zur Einheit

in Das Ende der DDR 11.08.2010 17:27
von Büdinger | 1.504 Beiträge

Zitat von Feliks D.

Zitat von 94
Mitteldeutschland?
IMHO sind das die Bundesländer ohne Außengrenze; Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen.



Ich möchte ja nicht mehr Korinten kacken wie du manchmal aber selbst wenn ich in Hamburg die Elbe und bei den Bremen die Exklave Bemerhaven als Außengrenze gelten lasse, so bleibt immer noch das Bundesland Berlin als nun wirklich ohne Außengrenze übrig.




Hallo Feliks ,

Deinen Einwurf kann ich nicht gelten lassen!

Berlin ist kein Bundesland, sondern die Hauptstadt der .... ähhh von Deutschland!

Gruß

Ricardo


.

Ich finde Menschen faszinierend, die meinen mich zu kennen.
Manchmal drängt es mich sie zu fragen, ob sie mir ein bisschen was über mich erzählen können ...

Ich übernehme die Verantwortung für alles, was ich sage, aber niemals für das, was andere verstehen!

.
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#6

RE: 1990 - Aufbruch zur Einheit

in Das Ende der DDR 11.08.2010 23:07
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat
In Eisenach sucht der Chef der IFA ohne Rückendeckung der DDR-Regi



Nee, das war der Chef des VEB AWE, Wolfram Liedke innerhalb der IFA, dessen Chef in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) saß. ab 1990 hies das nach dem Austritt aus IFA AWE GmbH, genaugenommen war das Fahrzeug dann ein PKW-Wartburg und nicht mehr ein PKW IFA-Warburg. Im selben Jahr kam der letze Entwicklungszug in Form des Wartburg 1.4 mit Renault Getriebe & Motor. (Wäre 1000 DM billiger geworden)


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#7

RE: 1990 - Aufbruch zur Einheit

in Das Ende der DDR 12.08.2010 01:31
von 94 | 10.792 Beiträge

Hallo EDGE, sicher meintest Du Dr. Wolfram Liedtke. Dargestellt war das damals in Der Zeit:

Dem Chef der DDR-Autofabrik Wartburg in Eisenach, Wolfram Liedtke, laufen die Arbeiter weg, weil sie nicht an eine Zukunft des maroden Betriebes glauben, der Automobile von gestern mit einer Produktionstechnik von vorgestern baut. Deshalb trat Liedtke nun die Flucht nach vorn an und erklärte Hoffnungen schon für Tatsachen. So gut wie einig sei man mit Opel, daß demnächst Opel-Modelle auch in der DDR produziert werden sollen. Liedtke ganz konkret: Jährlich 150000 bis 250000 Autos werden angepeilt. Und sogar die Verkaufspreise kennt der Wartburg-Chef schon: 16000 bis 24000 Mark; vermutlich D-Mark.
Fest steht: Gespräche zwischen Opel und Wartburg haben stattgefunden und sollen weitergeführt werden. Wahrscheinlich geht es Liedtke einfach nicht schnell genug. Ein bißchen Verzweiflung klingt schön aus seinen Worten: „Wenn wir bis spätestens 1994 kein neues Auto präsentieren, hat die Wartburg-Stadt keinen Automobilbau, aber 9000 Arbeitslose mehr."

Quelle: http://www.zeit.de/1990/09/Manager-und-Maerkte.

Achso, Wartburg 1.4? Also nicht 1.3, oder? Gab oder gibt es noch Prototypen?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 12.08.2010 01:32 | nach oben springen

#8

RE: 1990 - Aufbruch zur Einheit

in Das Ende der DDR 12.08.2010 06:40
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat
Achso, Wartburg 1.4? Also nicht 1.3, oder? Gab oder gibt es noch Prototypen?


Es gab/gibt einen Prototypen sowie einige private Umbauten von Ingeneuren des Werkes. Der Versuch kam zu spät, denn die Entscheidung zur Werkschliessung kam früher. Grund des Entwurfs, der im wesentlichen ein verbesserter Wartburg 1.3 war. ist der Austritt aus dem IFA-Verbund/Konzern. Zudem war der Renault-Triebsatz mit 80 PS und 5-Ganggetriebe billiger und hätte den Kaufpreis um 1000 DM reduziert. Zudem hatte man Erfahrungen aus diversen Zusammenarbeiten mit dem französischen Konzern, beispielsweise auch mit dem Wartburg 353W-1300 und 1400 aus 1978 (Mindestens 1 Prototyp noch vorhanden!, war Produktionsfertig und wurde eingestampft 2 Wochen vor Leipziger Messe).
Die Ausrüstung mit Bremskraftverstärker, ABS und 3 Wege kat war vorgesehen. 1994 sollte ein völlig neues Auto kommen.

Angefügte Bilder:
zuletzt bearbeitet 12.08.2010 06:41 | nach oben springen



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