#1

LKW Fernverkehr in der DDR ?

in Leben in der DDR 10.08.2010 13:48
von Angelo | 12.396 Beiträge

Für einige wird die Frage vielleicht blöd klingen,aber gab es in der DDR auch einen LKW Fernverkehr ? Also nicht nur in Ostblock Länder sondern auch in Westliche Länder ? Die DDR war ja der Exportkönig Nummer 1 aber irgendwie mußte die Waren doch auch aus dem Land geschafft werden ? Wurde das Ausschließlich per Schiff und Flugzeug gemacht ? Also ich kann mich in meiner Kindheit daran erinnern auch mal einen LKW aus dem Osten auf der Autobahn gesehen zu haben.....also ich dachte es könnte aber auch aus anderen Ostblock Ländern gewesen sein


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#2

RE: LKW Fernverkehr in der DDR ?

in Leben in der DDR 10.08.2010 14:06
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Angelo, dafür war die Deutrans zuständig in der DDR....sie hatten einige 1000 Fahrzeuge......hier mal schön restauriert.....

groetjes

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
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#3

RE: LKW Fernverkehr in der DDR ?

in Leben in der DDR 10.08.2010 14:08
von Angelo | 12.396 Beiträge

Also gab es diesen Fernverkehr in der DDR auch in den Westen ? Wie ist das dann abgelaufen ? Wer durfte diese LKW fahren ?


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#4

RE: LKW Fernverkehr in der DDR ?

in Leben in der DDR 10.08.2010 14:16
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Zitat von Angelo
Also gab es diesen Fernverkehr in der DDR auch in den Westen ? Wie ist das dann abgelaufen ? Wer durfte diese LKW fahren ?



Über die Deutransflotte gibt es sicher hier im Forom schon einiges.....und ja, sie waren rege im Westen unterwex.....und naja, die Fahrer waren schon ausgesuchte Reisekader, so das se auch wieder kommen.....

....ich hab mal einen bei Europe Flyer letztes Jahr im Sommer auf nen Trip nach Schweden kennengelernt.....er fuhr den Volvo auf dem Foto und erzählte mir so einiges auf der Fähre und später bis Norrköpping über Funk....war schon echt interessant......



groetjes

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
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#5

RE: LKW Fernverkehr in der DDR ?

in Leben in der DDR 10.08.2010 14:21
von 94 | 10.792 Beiträge

Übrigens, DEUTRANS gründet auf einer in den 20ern gegründetet Gesellschaft, der Deutsch-Russische Transport-Aktiengesellschaft.
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsch-Rus...iengesellschaft

Für andere RGW-Staaten fallen mir spontan ein:
SU - Sovtransavto
CSSR - CSAD (?)
Ungarn - Hungarocamion


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#6

RE: LKW Fernverkehr in der DDR ?

in Leben in der DDR 10.08.2010 22:47
von Greso | 2.377 Beiträge

In Dessau,gab es einen Kraftverkehrsbetrieb,der hatte auch Transit und ich habe mich beworben.
Abgelehnt nach fast 7 Monate wartezeit,wir benötigen zur Zeit nur Fahrer für den Ostblock.Na nach Russland, Polen und Cssr wollte ich nun nicht gerade.Das Westgeld war wichtig und das Forum Konto.
Gleich nach der Wende bekam ich die Nachricht,jetzt benötigen wir dringend Fahrer für West und ich sollte einen LIAZ fahren.
Nein Danke sagte ich..
Greso


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#7

RE: LKW Fernverkehr in der DDR ?

in Leben in der DDR 11.08.2010 09:56
von josy95 | 4.915 Beiträge

Mara und Greso haben ja schon einige Details dazu geschrieben.

Wie gesagt, der internationale Fernverkehr speziel in die Länder des NSW (NSW = nicht sozialistische Wirtschaftsgebiet) wurde meines Wissens ausschließlich nur über den "VEB Deutrans, internationale Spedition der DDR" - so war es auch in großen (blauen) Lettern auf orangefarbener Untergrnd an den LKW`s und auch Containern zu lesen, abgewickelt. Die Fahrzeuge waren an größeren, ausgewählten Standorten der auf Bezirksebene agierenden volkseigenen Kraftverkehrskombinate stationiert. So hieß dieses Kraftverkehrskombinat im Bezirk Magdeburg: "VEB KIK" (volkseigener Betrieb Kraftverkehr und Instandsetzungskombinat). Zweigstellen waren in jeder Kreisstadt vorhanden. So u. a. auch in Wernigerode, Halberstadt, Haldensleben, Burg, Havelberg usw. . Deutrans LKW waren im Bereich Harz in der Zweigstelle Halberstadt stationiert. Die Zweigstelle wernigerode besaß keine.
(Anmerkung: Mein Bruder hat von 1974 bis 1988 beim VEB KIK in Wernigerode als LKW- Fahrer in der s. g. Spedition gearbeitet. Das war der lokale Auslieferungsverkehr im Kreisgebiet Wernigerode. Geladen wurde am Stückgutbahnhof Wernigerode bzw. in den Betrieben. Ab und an übernahm er zur Aufbesserung des Geldbeutels und speziell am Wochenende auch mal eine Fernfahrt, natürlich nur innerhalb der DDR).

Weiterhin ist noch anzumerken, das die DDR- Verkehrspolitik ja bekannter Weise mehr auf das Transportsystem Schiene setzte. Es ist davon auszugehen, das sehr viele DDR- Exportwaren Richtung BRD und NSW allgemein per Eisenbahn transportiert wurden. Auch in der damaligen BRD war die Infrastruktur im Schienennetz (Güterbahnhöfe, Bahnpost, Werkanschlußgleise um nur einige Kriterien zu benennen) bis zur Wende noch wesentlich stärker auf das Transportsystem Schiene ausgerichtet.

Zu erinnern sei auch hier an den starken Schienengüterverkehr über die bekannten Fährlinen Richtung Skandinavien, wie Saßnitz und Warnemünde nach Malmö bzw. Gedser und Trelleborg. Hier wurde auch sehr viel Exporttransportgut aus der seehafenlosen CSSR abgewickelt/ befördert.

Jeder ehem. DDR- Bürger, der an der Ostsee und speziell im Raum Stralsund/ Rügen mal Urlaub gemacht hat und wie damals üblich, mit der Bahn anreiste, wird sich an die in oft kurzer Reihenfolge verkehrenden ellenlangen beladenen Güterzüge Richtung Saßnitz noch erinnern können. Im Rucklaufverkehr sah man jedoch dann zwar auch ellenlange Züge, meißt aber mit leeren, unbeladenen Waggons.
Oftmals wurden die nicht seltenden Zugverspätungen ab Stralsund noch größer, weil Strecke und Bahnhöfe einfach zugefahren und überlastet waren. Vor dem Fährhafenbahnhof Saßnitz bildeten sich oft regelrechte Staus von Güterzügen, die teilweise bis hinter Stralsund auf Nebengleisen auf ihre Abfuhr warteten. Nicht umsonst (man sieht es teilweise heute noch) waren die Bahnanlagen auch auf kleineren Unterwegsbahnhöfen einschließlich die Bahnbetriebswerke (Lokomotivdepots) und ihre Einsatzstellen in Stralsund und Rostock nicht so großzügig ausgelegt.
Die verkehrspolitische Entscheidung der DDR Anfang/ Mitte der 80-er zur umfassenden (und auch sehr kostenintensiven!) Elektrifizierung der Strecken Richtung Norden (Ostseehäfen) und der Bau der Fähranlage Mukran waren ein Übriges, um den hohen und ständig steigendem Schienengüterverkehr Richtung Skandinavien Rechnung zu tragen. Der Fährhafen Mukran war perspektivisch nicht nur für den Eisenbahnfährverkehr Richtung UdSSR (Klaipeda, ehem. Memel -Ostpreußen-) vorgesehen, sondern auch um den teilweise veralteten Fährhafen Saßnitz mit seinen viel zu klein gewordenen Anlagen zu entlasten. Zumal in Saßnitz auf Grund der Platzverhältnisse kein Ausbau mehr möglich war.

Auch der Güter- Schiffsverkehr spielte eine nicht unwesentliche Rolle. Hier sah man oft Containerschiffe mit eben diesen farblich schnell auffalenden Deutrans- Containern.

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 11.08.2010 10:01 | nach oben springen

#8

RE: LKW Fernverkehr in der DDR ?

in Leben in der DDR 11.08.2010 10:06
von westsachse | 464 Beiträge

Ich war zu DDR Zeiten öfters mal auf der Strecke Halle - Hof unterwegs. Allerdings mit einem Gabelstapler.

Gruß

westsachse


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#9

RE: LKW Fernverkehr in der DDR ?

in Leben in der DDR 11.08.2010 10:23
von Paramite (gelöscht)
avatar

@westsachse

hast du da Unfälle beseitigt oder waren das Raubzüge....


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#10

RE: LKW Fernverkehr in der DDR ?

in Leben in der DDR 11.08.2010 11:17
von SanGefr | 218 Beiträge

Ich kann mich noch gut an die Jahre 1972 bis 1975 erinnern. In einer norddeutschen Kleinstadt gab (oder gibt es immer noch) einen Großhandel, der mit Besen, Gläserspülgarnituren, Schrubber, Bürsten, Zahnbürsten, Pinsel und dergleichen handelte. Die Ware wurde zum großen Teil mit einem (oder mehreren) Lkw der DDR angeliefert. Ich meine immer dienstags. Da hieß es immer: "Die Demokraten kommen heute!" Jeder wußte damit, dass neue Lieferungen anrollten. Diese, bereits in Kartons versandfertig verpackte "Bürstenware", wurde vom Großhandel mit Adressenaufkleber versehen und per Post oder Bahn ins gesamte Bundesgebiet verschickt.


zuletzt bearbeitet 11.08.2010 11:18 | nach oben springen

#11

RE: LKW Fernverkehr in der DDR ?

in Leben in der DDR 11.08.2010 12:21
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von westsachse
Ich war zu DDR Zeiten öfters mal auf der Strecke Halle - Hof unterwegs. Allerdings mit einem Gabelstapler.

Gruß

westsachse



Zitat von Paramite
@westsachse

hast du da Unfälle beseitigt oder waren das Raubzüge....



LagerHalle - BetriebsHof, deshalb auch das Flurförderfahrzeug


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 11.08.2010 12:21 | nach oben springen

#12

RE: LKW Fernverkehr in der DDR ?

in Leben in der DDR 11.08.2010 13:07
von SanGefr | 218 Beiträge

Jeder ehem. DDR- Bürger, der an der Ostsee und speziell im Raum Stralsund/ Rügen mal Urlaub gemacht hat und wie damals üblich, mit der Bahn anreiste, wird sich an die in oft kurzer Reihenfolge verkehrenden ellenlangen beladenen Güterzüge Richtung Saßnitz noch erinnern können. Im Rucklaufverkehr sah man jedoch dann zwar auch ellenlange Züge, meißt aber mit leeren, unbeladenen Waggons.


Das die Güterzüge auf der Rückfahrt nur leere Güterwagen hatten liegt nicht daran, das der Westen nichts in die DDR lieferte, sondern es liegt an der Tatsache, dass die Deutsche Reichsbahn nicht dem EUROP-Abkommen angehörte. Dieses EUROP-Abkommen war ein Abkommen der westlichen Eisenbahnverwaltungen, das es erlaubte, alle ausländischen Güterwagen, die die Anschrift EUROP tragen, auch für ihre inländischen Zwecke unentgeltlich zu verwenden. So konnte es vorkommen, dass ein, in der Bundesrepublik neu gebauter Güterwagen, dessen erste Fracht z. B. nach Italien ging, "Zeit seines Lebens" in Italien verblieb, ohne jemals wieder deutschen Boden unter den Rädern zu bekommen.
Die osteuropäischen Eisenbahnverwaltungen, zu dem auch der Güterwagenbestand der Deutschen Reichsbahn gehörte, hatten ein eigenes Abkommen mit den osteuropäischen Eisenbahnen.
Wenn also ein beladener Güterwagen der DR, oder der PKP, für die Bundesrepublik einfuhr, wurde er vom Empfänger entladen und
m u s s t e, sofort nach Entladung und Rückgabe an den Güterwagendienst der DB, l e e r dem nächstgelgenen Grenzübergang, ohne Umweg, der DR zugeführt werden, da dieser Güterwagen nicht dem EUROP-Abkommen unterlag.
Die Kosten für die Beförderung bis zum Grenzübergabebahnhof wurden der DR in Rechnung gestellt, ebenso wie die DR der DB die Beförderungskosten der DB-Güterwagen in Rechnung gestellt hat. Iwie hat es da intern wohl eine Art Ausgleich gegeben.


zuletzt bearbeitet 11.08.2010 13:30 | nach oben springen

#13

RE: LKW Fernverkehr in der DDR ?

in Leben in der DDR 11.08.2010 13:15
von westsachse | 464 Beiträge

Die vom MfS kommen aber auch hinter alles. Könnte aber auch Werk-Halle gewesen sein.

Gruß

westsachse


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#14

RE: LKW Fernverkehr in der DDR ?

in Leben in der DDR 11.08.2010 13:56
von Paramite (gelöscht)
avatar

....jetzt bin ich verwirrt............blub


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#15

RE: LKW Fernverkehr in der DDR ?

in Leben in der DDR 11.08.2010 14:08
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Paramite
....jetzt bin ich verwirrt............blub



Na ganz einfach, er ist nicht von Halle nach Hof gefahren sondern von der Halle auf den Hof. Deshalb auch mit Gabelstapler und nicht mit LKW.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 11.08.2010 14:09 | nach oben springen

#16

RE: LKW Fernverkehr in der DDR ?

in Leben in der DDR 11.08.2010 21:19
von Greso | 2.377 Beiträge

Zitat von Feliks D.

Zitat von Paramite
....jetzt bin ich verwirrt............blub



Na ganz einfach, er ist nicht von Halle nach Hof gefahren sondern von der Halle auf den Hof. Deshalb auch mit Gabelstapler und nicht mit LKW.

Feliks D,das Ding ist gut ,, von der Halle bis zum Hof.Lol Lol Lol.
Greso






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#17

RE: LKW Fernverkehr in der DDR ?

in Leben in der DDR 12.08.2010 02:30
von 94 | 10.792 Beiträge

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#18

RE: LKW Fernverkehr in der DDR ?

in Leben in der DDR 12.08.2010 08:13
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Feliks D.

Zitat von westsachse
Ich war zu DDR Zeiten öfters mal auf der Strecke Halle - Hof unterwegs. Allerdings mit einem Gabelstapler.

Gruß

westsachse



Zitat von Paramite
@westsachse

hast du da Unfälle beseitigt oder waren das Raubzüge....



LagerHalle - BetriebsHof, deshalb auch das Flurförderfahrzeug






Flurförderfahrzeug???


...Dreiseitenkipper???
...genannt auch Schubkarre....!!!



Spaß muß sein,
sagte der Igelmann.
...und stieg von der Klosettbürste...!


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

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