#1

demokratischer Sozialismus

in DDR Staat und Regime 05.08.2010 09:38
von turtle | 6.961 Beiträge

ich denke ein wirklich demokratischer Sozialismus wäre vielleicht gar nicht so verkehrt, diesen Satz schrieb Felix D. .

Der Versuch eine sozialistische Gesellschaftsordnung in Deutschland aufzubauen ging ja bekanntlich in die Hose! Ich glaube daher nicht dass die Mehrheit der Menschen in Deutschland zumindest in nächster Zeit bereit ist für diesen demokratischen Sozialismus. Und überhaupt wie soll der aussehen? Stand nicht schon“ demokratische Republik“ für einen Teil Deutschlands? Für mich aber beachtenswert das Feliks einen wirklich demokratischen Sozialismus nicht verkehrt findet. Damit gibt er doch quasi zu das in der DDR die Demokratie nicht das war was das Wort bedeutet!! Wir haben unsere Ideale, das ist doch in Ordnung Immerhin können wir manchmal sogar einsehen was nicht richtig war und versuchen das zu ändern. Womit ich wieder zu Feliks komme und zu dem wirklich demokratischen Sozialismus den er nicht verkehrt findet. Wer länger im Forum ist bekannt aus welchem Umfeld mancher User kommt. Von mir gibt es da keine Vorwürfe, Unterstellungen oder sogar Anfeindungen mehr. Meinen inneren Frieden habe ich bereits gefunden, Unfrieden oder sogar Hass ist nicht mein Ding. Ich freue mich einfach darüber wenn ein „ehemaliger Gegner“ quasi zugibt das ich damals Recht hatte mit meiner Äußerung in der DDR „welche Demokratie sollen wir haben? So wie die Haftzeit in der DDR es nicht geschafft hat meine politische Einstellung zu ihrem System zu ändern, genauso wenig erwarte ich das meine Ex Widersacher ihre Einstellung ändern. Aber wir können trotzdem versuchen das Beste daraus zu machen. Mit fairen Diskussionen hier im Forum kann es anfangen .Und "peu à peu kommen wir uns näher. Dann klappt es vielleicht auch einmal mit einer besseren Zukunft!
Nur ich habe keine Ahnung was besser ist. Sozialismus, Kapitalismus oder bringt es uns die Religion? Machen die Amish People es richtig? Da passe ich auch nicht hin mit meinem Egoismus oder dem Verzicht auf so manches lieb gewonnene! Egal wie wir es drehen und wenden ein neuer Messias wird es nicht richten.
Gruß Peter(turtle)


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#2

RE: demokratischer Sozialismus

in DDR Staat und Regime 05.08.2010 10:02
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

@turtle, das @feliks "etwas zugibt" hört sich meiner meinung nach komisch an und trifft auch nicht den kern der sache. er (feliks) hat oft in seinen beiträgen die vielen, damaligen, unzulänglichkeiten angesprochen, nur will er eines nicht, in den vielstimmigen chorgesang "alles war schei..." einstimmen. auch wird er zu oft auf sein ehem. "schergen dasein" reduziert. seine derzeitigen weltpolitischen ansichten versucht man dadurch immer abzuwerten.

ich habe vor kurzen in auszügen das buch "der staatsbankrott kommt bestimmt" gelesen. da geht es um geld - deutsche mark- euro- und erneut die deutsche mark.
als ein szenario (man begründet es auch) sieht man in der zukunft für deutschland wieder einen starken mann und eine diktatur.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#3

RE: demokratischer Sozialismus

in DDR Staat und Regime 05.08.2010 10:11
von TOMMI | 1.988 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow
@turtle, das @feliks "etwas zugibt" hört sich meiner meinung nach komisch an und trifft auch nicht den kern der sache. er (feliks) hat oft in seinen beiträgen die vielen, damaligen, unzulänglichkeiten angesprochen, nur will er eines nicht, in den vielstimmigen chorgesang "alles war schei..." einstimmen. auch wird er zu oft auf sein ehem. "schergen dasein" reduziert. seine derzeitigen weltpolitischen ansichten versucht man dadurch immer abzuwerten.

ich habe vor kurzen in auszügen das buch "der staatsbankrott kommt bestimmt" gelesen. da geht es um geld - deutsche mark- euro- und erneut die deutsche mark.
als ein szenario (man begründet es auch) sieht man in der zukunft für deutschland wieder einen starken mann und eine diktatur.


Hatten wir das nicht schon mal? Nur dass der "starke Mann" ein kleines österreichisches Männlein war.


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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#4

RE: demokratischer Sozialismus

in DDR Staat und Regime 05.08.2010 10:42
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Hallo Peter,

wie @Gilbert schon richtig bemerkte ist es ja nun nicht neu, dass ich etwas "zugebe". In meinen Beiträgen findet sich öfters Kritik an einigen damaligen Gegebenheiten, wenn auch ohne gleichzeitig alles nieder zu machen und in meiner mir eigenen Ausdrucksweise. 20 Jahre Nachdenken bewirken ganz einfach gewisse Erkenntnisse und ich denke das geht jedem hier so, egal ob er Feliks, Alfred, Gilbert oder auch Turtle heißt.

Ein Beispiel siehst du hier, in dem auch @AMW die Kritik aufnimmt und ergänzt... jedoch wie @Gilbert schon ansprach... die weiteren Kommentare und Reaktionen darauf erspare ich uns jetzt an dieser Stelle.

Zitat von Altermaulwurf
Zitat Felix D.

Zum eigentlichen Thema wurde ja bereits viel geschrieben, was durchaus in vielen Fällen richtig ist und im gesamten ein gutes Bild ergibt. Trotzdem sehe ich dies alles noch nicht als alleinigen Grund an! Ganz entscheidend war meiner Meinung nach die mangelnde Gestaltungs- und Mitwirkungsmöglichkeit, dieser Punkt ließ in den letzten Jahren selbst viele progressive Kräfte zunehmend resignieren und verbittern. Selbst wer aktiv und positiv an der Verwirklichung des Sozialismus mitarbeiten wollte und bekannte Mängel abstellen helfen, stieß recht schnell an seine Grenzen.

Von einem Bekannten (XVIII/2) habe ich z.B. nach 1989 Interessantes dazu erfahren. Viele seiner IM äußerten sich sich zu ihren Beweggründen als IM für das MfS tätig zu werden dahingehend, dass sie diese Mitarbeit als einzig allein erfolgsversprechendes Mittel ansehen um Fehlentwicklungen und Missstände offen ansprechen zu können und dann auch tatsächlich Abhilfe schaffen zu können. Sämtliche innerbetriebliche Verantwortliche und auch der entsprechende Parteiapparat wurden hier von den Bürgern nach vielen negativen Erfahrungen also nicht mehr als Lösungsmöglichkeit angesehen und lediglich dem MfS traute man hier noch Durchsetzungs- und Veränderungsmöglichkeiten zu. Auch wurde nach dem Ende der DDR oft die Meinung an ihn herangetragen, dass das MfS doch von allem gewußt hat und die Wahrheit kannte und warum bei diesem Wissen nichts aktiv gegen die Führung der Partei unternommen wurde bzw. ganz deutlich gesprochen geputscht wurde.

Dieses Ignorieren der offensichtlichen Mängel durch Verantwortliche und Partei, sowie die fehlenden Möglichkeiten, selbst für progressive Kräfte, diese durch eigene aktive Mitarbeit auf Dauer abzustellen sind für mich ursächlich für die Fluchtbewegung und den Niedergang der DDR. Alle anderen aufgezählten Punkte werden lediglich durch diese bedingt und sind für mich nur der Ausfluss aus diesen beiden Hauptursachen.


Genau !!!

Das habe ich vor allem in der Endphase erlebt, immer mehr Bürger kamen auf mich zu und stellten Fragen - das ging vom Fabrikarbeiter los der sah wie sein Chef in die eigene Tasche wirtschaftete, ging über Mitarbeiter im Staatsapparat die Entscheidungen der Parteiebene nicht nachvollziehen konnten, bis hin zu Leuten aus kirchlichen Kreisen die den Dialog suchten.
Man sah das MfS als noch eine der wenigen effektiven Einrichtungen im Staat an, das Veränderungen in der Stagnation bewirken könnte aber letztendlich doch nicht konnte.
Hier nehme ich auch Kritik an, wir hätten Mißstände und Fehlentwicklungen offener ansprechen und auf Veränderung drängen müssen, notfalls auch mit negativen Konsequenzen - so sind wir zu einem Papiertiger verkommen.
Allerdings nochmals, die Probleme der DDR eingebunden in den RGW und nicht voll Staatlich souverän, waren mit Mitteln des MfS allein nie zu lösen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 05.08.2010 17:33 | nach oben springen

#5

RE: demokratischer Sozialismus

in DDR Staat und Regime 05.08.2010 10:45
von turtle | 6.961 Beiträge

Mir ging es nicht speziell um gerade das zuzugeben oder nicht. Ich wollte hervorheben dass wir in der Lage sind vernünftig zu diskutieren. Es ist eben nicht so dass mancher nur stur an einer vor gefasster Meinung festhalten muss. Ich habe durchaus mitbekommen das Feliks oder manch anderer Missstände in der ehemaligen DDR angeprangert hat .Genau das ist es was ich mit "peu à peu“ kommen wir uns näher gemeint habe. Ich versuche zu verstehen, und lehne nicht von vorn herein alles ab was nicht meiner Fasson entsprach.
Gruß Peter(turtle)


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#6

RE: demokratischer Sozialismus

in DDR Staat und Regime 05.08.2010 10:56
von wosch (gelöscht)
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Hallo!
Einen "demokratischen" Sozialismus, wie soll das gehen? Einige Derjenigen, die hier im Forum davon "träumen", haben m.E. ein Demokratieverständnis daß Einem Angst und Bange vor ihrem Ziel mit ihrer Beteiligung daran werden könnte!
"Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen" das hat seit Jahrtausenden noch nie funktioniert und all die "Sozialisten" die es mal "probiert" hatten, sind mit der "Demokratie" umgegangen wie ein Verbrecher mit seinen Opfern! "Demokratischer Sozialismus", eine leere Worthülse, jedenfalls solange wie die Menschheit aus Egoisten besteht und das eigene Wohlbefinden im Vordergrund steht!!
War nicht gerade nett was ich hier geschrieben habe, aber auch die Sozialisten waren nicht immer nett zu ihren Mitbürgern und ein Wolf bleibt immer noch ein Wolf, auch wenn er Kreide frißt!
Schönen Gruß aus Kassel.


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#7

RE: demokratischer Sozialismus

in DDR Staat und Regime 05.08.2010 11:02
von werner | 1.591 Beiträge

Wosch, dass Du weißt, was alles nicht geht, wissen wir ja.

Was wäre denn Dein Gedanke, wie es gehen könnte, wie eine halbwegs gerechte Welt aussehen könnte, oder hast Du schon den Glauben, dass es so etwas gibt verloren?


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#8

RE: demokratischer Sozialismus

in DDR Staat und Regime 05.08.2010 11:21
von wosch (gelöscht)
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Zitat von werner
Wosch, dass Du weißt, was alles nicht geht, wissen wir ja.

Was wäre denn Dein Gedanke, wie es gehen könnte, wie eine halbwegs gerechte Welt aussehen könnte, oder hast Du schon den Glauben, dass es so etwas gibt verloren?




Werner, den Glauben daran hatte ich nie gehabt, also kann ich ihn auch nicht verloren haben!!
Nein, ein Rezept dafür wie es gehen könnte, habe ich nicht und das gibt es auch nicht. Selbst Diejenigen die immer von einer gerechten Welt geredet hatten und auch heute noch davon reden, haben sich nicht an ihre eigenen "Wertvorstellungen" gehalten, egal ob in Ost oder West, in Nord oder Süd und in jedem Jahrhundert und egal welche politische Einstellung sie hatten/ haben

Schönen Gruß aus Kassel.


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#9

RE: demokratischer Sozialismus

in DDR Staat und Regime 05.08.2010 11:37
von sentry | 1.103 Beiträge

Wenn das hier nicht in das übliche Hauen und Stechen auf persönlicher Ebene ausarten soll, wie das eben immer bei politischen Themen passiert, muss wohl erstmal einheitlich für alle definiert werden, was Demokratie und was Sozialismus ist. Ich denke, da habe nicht alle die gleichen Vorstellungen.

Dass eine Planwirtschaft mit Staatseigentum (gerne auch Volkseigentum genannt) mit freien Wahlen nicht funktioniert, haben wir in JEDEM Land gesehen, in dem die eben nicht demokratischen Systeme gelockert wurden und dem Volk die freie Wahl gelassen wurde.
Nun könnte man natürlich sagen, dass lag nicht am System, sondern an den Menschen (sprich: den Parteiführungen in den nichtdemokratischen Einparteien-Systemen), die nicht in der Lage waren, das System nach der reinen Lehre aufzuziehen und zu erhalten. Aber dann stellt sich die Frage, warum dass heute und in Zukunft anders sein sollte.
Letztendlich steht doch dem Volk heute frei, zu wählen, wen es will, auch die Partei, die sich vielleicht die Schaffung eines "demokratischen Sozialismus" auf die Fahnen schreibt. Aber anscheinend geben uns die miesen Imperialisten immer noch genügend Brot und Spiele, so dass sich dafür auf demokratischem (!) Wege keine Mehrheit finden lässt.


zuletzt bearbeitet 05.08.2010 11:37 | nach oben springen

#10

RE: demokratischer Sozialismus

in DDR Staat und Regime 05.08.2010 11:57
von wosch (gelöscht)
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Zitat von sentry

Letztendlich steht doch dem Volk heute frei, zu wählen....


Genau Sentry und das ist auch gut so, das ist "Demokratie" und in den Ländern, in denen diese "Experimente" mit dem Sozialismus praktiziert wurden, gab es dieses Recht nicht und das möchte ich nicht wieder haben!!



, wen es will, auch die Partei, die sich vielleicht die Schaffung eines "demokratischen Sozialismus" auf die Fahnen schreibt.


Natürlich Sentry, es hindert dich ja auch hier Keiner dran. Auf die "Fahnen" wurde sich schon so manches in der Vergangenheit geschrieben und das blinde Hinterherlaufen hat schon manche Völker ins Unglück gestürzt!!


Aber anscheinend geben uns die miesen Imperialisten immer noch genügend Brot und Spiele, so dass sich dafür auf demokratischem (!) Wege keine Mehrheit finden lässt.




Darauf fällt mir nichts mehr ein!!

Schönen Gruß aus Kassel.


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#11

RE: demokratischer Sozialismus

in DDR Staat und Regime 05.08.2010 12:39
von werner | 1.591 Beiträge

Na Wosch, da sind wir doch mal einer Meinung, aber Sentry hat doch gar nicht von blindem Hinterherlaufen gesprochen. Ich verstehe Deinen Satz als Warnung, und das ist richtig.

Aber wieso fällt Dir zu seinem letzten Satz nichts mehr ein?
Ist es nicht so, dass es der Masse immer noch so gut geht, dass die meisten gar nicht auf die Idee kommen, darüber nachzudenken, ob diese Wirtschaftsform die Richtige ist? Seit 20 Jahren wird die soziale Schraube gaaaaanz langsam immer stärker angezogen, damit sich die Menschen an den Schmerz gewöhnen und nicht gleich laut aufschreien, mal hier mal da. Schön austariert, wie weit man gehen kann. Da wird vor einiger Zeit im Rahmen von Tarifverhandlungen erklärt, dass es wichtig ist, möglichst keine Lohnerhöhungen durchzusetzen und im Gegenteil auf Weihnachts- und Urlaubsgeld zu verzichten, "um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern". Und letztes Jahr erfahren wir so nebenbei, dass wir europaweit die niedrigsten Lohnstückkosten haben!!!
Parallel wird mit allen möglichen Nebelkerzen (Loveparade, Berichte über Piraten, chinesische Reissäcke, DSDS, X-Faktor, Nintendo) dafür gesorgt, dass das nicht ausgelastete Hirn wieder Beschäftigung bekommt und ja nicht so viel nachdenkt. (Hat Pifken auch in diese Richtung gedacht, so weit war ich noch nicht)

Dass es noch nicht geknallt hat, ist ein Zeichen der Lernfähigkeit des Kapitals.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#12

RE: demokratischer Sozialismus

in DDR Staat und Regime 05.08.2010 12:53
von sentry | 1.103 Beiträge

@wosch
Menge Ausrufezeichen. Scheint, Du hast meinen Beitrag dahingehend fehlinterpretiert, dass ich ganz scharf drauf bin, wieder eine Einheitspartei- und Staatsführung zu haben. Sei versichert, dem ist nicht so.
Ich hoffe es liegt nicht am Feindbild, dass Du einem Beitrag eines ollen Ex-Zonengrenzers reflexartig etwas entgegensetzen musst. Mir scheint, bei dieser Thematik wären wir auch so einer Meinung gewesen.
Aber vielleicht sind ja Deine vertiefenden Ergänzungen ganz hilfreich für das Verständnis der Problematik.
In dem kurzen Moment, in dem Dir gerade mal nichts mehr einfällt, kann ich ja noch kurz erläutern, dass ich mit dem letzten Satz Folgendes sagen wollte: Wenn man schon "Demokratie" in seinen Zukunftavorstellungen ("demokratischer" Sozialismus) unterbringt, dann muss man auch bereit sein zu akzeptieren, das unter demokratischen Gesichtspunkten so ein fundamentaler Wandel anscheinend heute nicht mehrheitsfähig ist. Es geht der Mehrheit in dem heutigen (sicher nicht perfekten) System immerhin so gut, dass sie alle möglichen Alternativen gegenwärtig offensichtlich für schlechter befindet.

werner 'n bisschen schneller gewesen...is eben nicht so 'n oller Polemiker wie ich


zuletzt bearbeitet 05.08.2010 12:54 | nach oben springen

#13

RE: demokratischer Sozialismus

in DDR Staat und Regime 05.08.2010 14:16
von wosch (gelöscht)
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Zitat von werner
Na Wosch, da sind wir doch mal einer Meinung, aber Sentry hat doch gar nicht von blindem Hinterherlaufen gesprochen. Ich verstehe Deinen Satz als Warnung, und das ist richtig.

Aber wieso fällt Dir zu seinem letzten Satz nichts mehr ein?
Ist es nicht so, dass es der Masse immer noch so gut geht, dass die meisten gar nicht auf die Idee kommen, darüber nachzudenken, ob diese Wirtschaftsform die Richtige ist? Seit 20 Jahren wird die soziale Schraube gaaaaanz langsam immer stärker angezogen, damit sich die Menschen an den Schmerz gewöhnen und nicht gleich laut aufschreien, mal hier mal da. Schön austariert, wie weit man gehen kann. Da wird vor einiger Zeit im Rahmen von Tarifverhandlungen erklärt, dass es wichtig ist, möglichst keine Lohnerhöhungen durchzusetzen und im Gegenteil auf Weihnachts- und Urlaubsgeld zu verzichten, "um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern". Und letztes Jahr erfahren wir so nebenbei, dass wir europaweit die niedrigsten Lohnstückkosten haben!!!
Parallel wird mit allen möglichen Nebelkerzen (Loveparade, Berichte über Piraten, chinesische Reissäcke, DSDS, X-Faktor, Nintendo) dafür gesorgt, dass das nicht ausgelastete Hirn wieder Beschäftigung bekommt und ja nicht so viel nachdenkt. (Hat Pifken auch in diese Richtung gedacht, so weit war ich noch nicht)

Dass es noch nicht geknallt hat, ist ein Zeichen der Lernfähigkeit des Kapitals.




Also Werner, ich will versuchen Dir klar zu machen wieso mir auf Sentry´s letzten Satz nichts mehr "einfiel": Ich glaube nicht daß für die heutige Situation die "miesen Imperialisten" verantwortlich sind und wollte mich nicht auf dieses hingeworfene Stöckchen stürzen! Natürlich ist es so daß man sehen kann, daß es bergab mit dem hiesigen Wohlstand geht, auch wenn Diejenigen die das richtig bemerken nicht mit den Milliarden auf der Welt tauschen möchten, die ganz andere Sorgen haben , wie wir hier in Europa bzw. der BRD.
Was haben die "miesen Imperialisten" mit den Zuständen von Heute zu tun? Werner, als ich 14 Jahre alt war gab es 2,5 Milliarden Menschen auf der Welt. Und Heute? Na so um die 7 Milliarden! Und Morgen? Die Zahl steigt und steigt und es wird keine Rücksicht genommen auf die Natur, auf die Ressourcen und auf den Mitmenschen, irgendwann wird der letzte Grashalm aufgefressen sein und bis dahin wird sich jeder selbst der "Nächste" gewesen sein. Wir sollten nicht immer den Finger auf die falsche Wunde legen, an dem Dilemma mit dem Bevölkerungswachstum und deren nachhaltigen Folgen für das Wohlergehen der gesamten Menschheit wird die Politik nichts ändern können und der "demokratische Sozialismus" schon gar nicht. Warte noch ein Weilchen Werner, laß uns erst mal 15 Milliarden sein auf der Erde, Du wirst dann schon noch sehen, wie sie sich alle liebhaben, wenn es ums eigene Überleben geht!! Demokratische Visionen werden dann nicht mehr gefragt sein! Ein düsteres Szenarium? Gewiß wenn man bedenkt daß sich die Weltbevölkerung nach tausenden von Jahren innerhalb von nur 50 Jahren verdreifacht hat und dann weiter rechnet, doch gar nicht so abwegig, oder? Also, ich glaube nicht daß es ratsam wäre unter diesen Zukunftsvorraussichten die kostbare Zeit, die uns noch verbleiben tut, mit solchen Experimenten wie dem demokratischen Sozialismus zu vergeuden, sondern bin eher für ein einigermaßen vernünftiges "Verwalten" dessen was auf uns noch zukommen wird!

Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 05.08.2010 14:19 | nach oben springen

#14

RE: demokratischer Sozialismus

in DDR Staat und Regime 05.08.2010 14:21
von wosch (gelöscht)
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Zitat von sentry
@wosch
Menge Ausrufezeichen. Scheint, Du hast meinen Beitrag dahingehend fehlinterpretiert, dass ich ganz scharf drauf bin, wieder eine Einheitspartei- und Staatsführung zu haben. Sei versichert, dem ist nicht so.
Ich hoffe es liegt nicht am Feindbild, dass Du einem Beitrag eines ollen Ex-Zonengrenzers reflexartig etwas entgegensetzen musst. Mir scheint, bei dieser Thematik wären wir auch so einer Meinung gewesen.
Aber vielleicht sind ja Deine vertiefenden Ergänzungen ganz hilfreich für das Verständnis der Problematik.
In dem kurzen Moment, in dem Dir gerade mal nichts mehr einfällt, kann ich ja noch kurz erläutern, dass ich mit dem letzten Satz Folgendes sagen wollte: Wenn man schon "Demokratie" in seinen Zukunftavorstellungen ("demokratischer" Sozialismus) unterbringt, dann muss man auch bereit sein zu akzeptieren, das unter demokratischen Gesichtspunkten so ein fundamentaler Wandel anscheinend heute nicht mehrheitsfähig ist. Es geht der Mehrheit in dem heutigen (sicher nicht perfekten) System immerhin so gut, dass sie alle möglichen Alternativen gegenwärtig offensichtlich für schlechter befindet.

werner 'n bisschen schneller gewesen...is eben nicht so 'n oller Polemiker wie ich



Sentry, lese bitte die Antwort an @Werner, dann kennst Du Alles was ich dazu zu sagen habe.
Nein, ich habe kein Feindbild gegenüber einem "ollen EX-Zonengrenzer", auch wenn es schwer fallen sollte, das kann man mir glauben!!!!!

Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 05.08.2010 14:24 | nach oben springen

#15

RE: demokratischer Sozialismus

in DDR Staat und Regime 05.08.2010 14:49
von sentry | 1.103 Beiträge

Na da sind wir ja schnell vom "Demokratischen Sozialismus" über "starken mann und eine diktatur" zur Beseitigung der Überbevölkerung gekommen...wobei diese beiden letzteren "Endzeitszenarien" ja durchaus irgendwie kompatibel sind, wie man aus der Geschichte weiß.
..wird ja irgendwie auch schon wieder eng der Lebensraum...


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#16

RE: demokratischer Sozialismus

in DDR Staat und Regime 05.08.2010 15:07
von wosch (gelöscht)
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Zitat von sentry
Na da sind wir ja schnell vom "Demokratischen Sozialismus" über "starken mann und eine diktatur" zur Beseitigung der Überbevölkerung gekommen...wobei diese beiden letzteren "Endzeitszenarien" ja durchaus irgendwie kompatibel sind, wie man aus der Geschichte weiß.
..wird ja irgendwie auch schon wieder eng der Lebensraum...




Du magst es interpretieren wie Du willst, aber eng wird es schon werden und nicht nur für Die die sich für was besseres halten! Ich habe mit "starkem Mann und Diktatur" wahrscheinlich genau so wenig am Hut wie Du!! Ich wollte bloß deutlich machen, daß die Geschichte ein Selbstläufer ist und Deine "miesen Imperialisten" in diesem Zusammenhang letztendlich keine Rolle spielen, es sei denn irgendwann später mal, aber dann wird man diese auch bei den angeblich demokratischen Sozialisten finden, wie gesagt, wenn es ums eigene Überleben gehen wird!!
Schönen Gruß aus Kassel.


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#17

RE: demokratischer Sozialismus

in DDR Staat und Regime 05.08.2010 15:24
von sentry | 1.103 Beiträge

Ok, da die Ausrufezeichen nicht weniger werden, Du Dich an den "miesen Imperialisten" festbeißt und ich wohl doch irgendein Zwinker-Ironie-Smiley hätte setzen sollen, nochmal mein Standpunkt im Klartext. Mein letzter Miese-Imperialisten-Satz da vorne sollte bedeuten, dass das derzeitige System anscheinend die Mehrheit der Bevölkerung mit ihren Lebensumständen zufrieden sein lässt, was wohl daran liegt, dass die Besitzer der Produktionsmittel doch nicht so üble Ausbeuter sind, wie man uns früher gelehrt hat (Zitat werner: "Lernfähigkeit des Kapitals.").

Über den Überbevölkerungsmist mag ich jetzt nicht weiter reden, weil mir nicht klar ist, ob wir von Pillen und Kondomen oder schneller wirkenden Verfahren reden. Das hat ein widerliches Geschmäckle und passt irgendwie nicht hierher.


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#18

RE: demokratischer Sozialismus

in DDR Staat und Regime 05.08.2010 15:45
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von sentry


Über den Überbevölkerungsmist mag ich jetzt nicht weiter reden, weil mir nicht klar ist, ob wir von Pillen und Kondomen oder schneller wirkenden Verfahren reden. Das hat ein widerliches Geschmäckle und passt irgendwie nicht hierher.




Was Du als "Überbevölkerungsmist" bezeichnest wird im kommunistischen China schon seit längerer Zeit nicht nur beredet, sondern da gibt es auch Maßnahmen mit denen versucht wird ein "Problem" in den Griff zu bekommen.
Ob daß mit dem "widerlichen Geschmäckle" hierher paßt, hängt auch davon ab, wie man mit dem Thema umgeht, also ich denke schon daß "Bevölkerungsexplosion" und "Globalisierung"mit dem Thema durchaus vereinbar ist, ohne das man daraus falsche Schlüsse ziehen muß!

Schönen Gruß aus Kassel.


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#19

RE: demokratischer Sozialismus

in DDR Staat und Regime 05.08.2010 17:18
von seaman | 3.487 Beiträge

Wie definiert man "demokratischen Sozialismus"eigentlich?
Ist ,bzw.sollte Sozialismus nicht vom Wesen her sowieso demokratisch sein?
Demokratischer Sozialismus hört sich so doppelt gemoppelt an,in etwa das, was mal Theorien von Bernstein waren und heute
von der SPD praktiziert wird?

seaman


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#20

RE: demokratischer Sozialismus

in DDR Staat und Regime 05.08.2010 18:33
von Pit67 | 38 Beiträge

da geb ich dir vollkommen recht ist doppelt gemoppelt!
anderes Bsp.: Volksdemokratie!


GT der DDR|GAR7"Martin Hoop"Halberstadt 4.Abk
GR3"Florian Geyer"
12.GK Kaltenwestheim/
6.GK Frankenheim/
8.GK Stedtlingen
01.08.86-29.01.88 Gefr.d.R.
zuletzt bearbeitet 05.08.2010 18:34 | nach oben springen


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