#1

Luftraumverletzung bei Eisenach mit Beschuß

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.07.2010 22:38
von willie | 613 Beiträge

Hallo,
weiß jemand hier im Forum etwas über diesen Vorfall aus dem Jahr 06/1989?

Luftraumverletzung über Eisenach mit Absturz eines sowjetischen Hubschraubers

Datum: 21.06.1989
Art des Zwischenfalls: Luftraumverletzung mit Absturz
Ort: Raum Eisenach
Ursache: ?
Luftfahrzeug-Kennzeichen: ?
Hersteller: MiL Moskau/Kasan
Werk-/Bau-Nummer: ?
Luftfahrzeugart: Kampfhubschrauber
Luftfahrzeug-Typ: Mi-24
Betreiber: 336. Selbständiges Hubschrauberregiment Nohra (?),
8.Gardearmee der Sowjetunion, Weimar, GSSD/WGT
Insassen (Besatzung): 2
Insassen (Passagiere): -
Opfer: ?
Unfallhergang
Es war der 21.Juni 1989, ein sonniger Mittwoch, als gegen 17:20 Uhr eine einmotorige Piper den Luftraum der DDR im Raum Eisenach verletzte. Der eigentliche Einflug des Flugzeuges erfolgte bereits an der Grenze zu Bayern.
Ich (der Autor H.T.) hatte an diesem Tag Spätschicht im Automobilwerk Eisenach und hielt mich zur fraglichen Zeit, wahrscheinlich 16:30 Uhr auf dem Container-Umschlagplatz des Werkes auf. Auf einmal hörte man Flugzeugmotorengeräusche, welche aber für mich ungewöhnlich klangen, da sie keineswegs wie etwa Z-37 der Agrarflugstaffel der Interflug klangen, sondern irgendwie anders.......Plötzlich erschien ein weiß-blaues einmotoriges Sportflugzeug am Himmel, nach Augenzeugenberichten aus Richtung Rhön kommend. Es flog sehr niedrig, nicht sehr viel höher wie die höchsten Häuser in Eisenach, was einen sehr guten Piloten voraussetzt.
Nach kurzer Zeit erschienen aus östlicher Richtung, vermutlich vom Hubschrauberplatz Nohra bei Weimar, mehrere Hubschrauber Mi-8 und Mi-24 der sowjetischen Luftstreitkräfte. 5 Mi-24 nahmen nach einem längerem Katz-und-Maus-Spiel das Sportflugzeug in die Zange. Aber der Sportflieger, Typ unbekannt, entwischte immer wieder. Die Luftfahrzeuge verließen nun den Luftraum über Eisenach in nordwestliche Richtung. Zwischen den Orten Madelungen und Stregda hielten sich zu diesem Zeitpunkt zwei junge Männer auf, welche damals 17 Jahre alt waren. Diese sahen die 5 Mi-24 und das Sportflugzeug über sich vorbeifliegen. Die Luftfahrzeuge flogen immer noch nordwestlich, in Richtung Creuzburg. Als die Hubschrauber und die Sportmaschine etwa kurz vor Creuzburg waren, fielen plötzlich zwei Mi-24 zurück und ein Hubschrauber fiel plötzlich, ohne zu trudeln, mit hoher Geschwindigkeit zu Boden, fing sich nochmals kurz über dem Erdboden und stürzte endgültig ab. Die beiden 17 Jährigen jungen Männer aus dem Ort Stregda, welche mit Ihren Mokicks unterwegs waren, machten sich sofort auf den Weg Richtung Absturzort. Dabei wurde folgendes beobachtet: der zweite Hubschrauber landete sofort neben dem Wrack und nahm die Verletzten (- oder Toten?) Insassen auf und ließ dafür 5 eigene Besatzungsmitglieder vor Ort. Weiterhin wurde sämtliche Munition abgebaut und mittels dieses Hubschraubers abtransportiert. Im Cockpitbereich war großflächig Blut zu sehen, ebenso war die Hubschrauber Cockpit-Sektion total zerstört. Der Hauptrotor war ebenfalls zerstört und der Rumpf lag auf der Seite. Als nächstes traf die DDR-Polizei ein, welche aber mit gezogener Waffe am Zugang gehindert wurde. Die sowjetischen Truppen bauten ein kleines Lager auf, wo der abgestürzte Hubschrauber demontiert und nach einigen Tagen mit einem sowjetischen Tieflader abtransportiert wurde. Absturzursache soll versehentlicher (?) Beschuss durch einen anderen beteiligten Hubschrauber gewesen sein. Der Sportpilot entkam.
Ich stelle hiermit fest, das ich selber die Abfangaktion über Eisenach gesehen habe. Der weitere Verlauf stützt sich auf Augenzeugenberichte. Eine der Quellen behauptet, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit Bilddokumente gibt. Sie hofft, diese zu bekommen, da er eine mir unbekannte Quelle dazu habe.
Die Registrierung der einmotorigen Piper ist bisher unbekannt, sie soll aber unbeschädigt in der damaligen BRD gelandet sein.
(Beitrag wurde zittiert!)

Gruß Willie


...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
zuletzt bearbeitet 31.07.2010 22:42 | nach oben springen

#2

RE: Luftraumverletzung bei Eisenach mit Beschuß

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.07.2010 23:00
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

wenn kann da siche thunderhorse helfen. über solchen aktionen hat er sicher material,würde mich sonst arg wundern


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#3

RE: Luftraumverletzung bei Eisenach mit Beschuß

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.07.2010 23:04
von willie | 613 Beiträge

sind einige Ungereimtheiten in diesem Bericht. Hab selbst bis heute nichts darüber erfahren. Wäre mal interessant zu erfahren, ob echt oder fake.
Gruß Willie


...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
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#4

RE: Luftraumverletzung bei Eisenach mit Beschuß

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.08.2010 07:04
von X-X-X (gelöscht)
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Es ist nichts unmoeglich.... Piper Cubs, Segelflugzeuge.... Sportflugzeuge, die auf der DDR-Autobahn landeten...Luftballons... 1983 Ultraleichtflugzeug mit einem indischen Swami ueber Berlin. Der Swami war in Weissense gelandet. Er wurde verhoert und mit der U-bahn nach Westberlin geschickt. Als Reiseproviant hatte die DDR ihm ein Kaesebrot zugesteckt. Wie gesagt, es ist alles moeglich.

Jens

Angefügte Bilder:
plane02_03.jpg

zuletzt bearbeitet 01.08.2010 07:05 | nach oben springen

#5

RE: Luftraumverletzung bei Eisenach mit Beschuß

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.08.2010 14:00
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von willie
Hallo,
weiß jemand hier im Forum etwas über diesen Vorfall aus dem Jahr 06/1989?

Luftraumverletzung über Eisenach mit Absturz eines sowjetischen Hubschraubers

Datum: 21.06.1989
Art des Zwischenfalls: Luftraumverletzung mit Absturz
Ort: Raum Eisenach
Ursache: ?
Luftfahrzeug-Kennzeichen: ?
Hersteller: MiL Moskau/Kasan
Werk-/Bau-Nummer: ?
Luftfahrzeugart: Kampfhubschrauber
Luftfahrzeug-Typ: Mi-24
Betreiber: 336. Selbständiges Hubschrauberregiment Nohra (?),
8.Gardearmee der Sowjetunion, Weimar, GSSD/WGT
Insassen (Besatzung): 2
Insassen (Passagiere): -
Opfer: ?
Unfallhergang
Es war der 21.Juni 1989, ein sonniger Mittwoch, als gegen 17:20 Uhr eine einmotorige Piper den Luftraum der DDR im Raum Eisenach verletzte. Der eigentliche Einflug des Flugzeuges erfolgte bereits an der Grenze zu Bayern.
Ich (der Autor H.T.) hatte an diesem Tag Spätschicht im Automobilwerk Eisenach und hielt mich zur fraglichen Zeit, wahrscheinlich 16:30 Uhr auf dem Container-Umschlagplatz des Werkes auf. Auf einmal hörte man Flugzeugmotorengeräusche, welche aber für mich ungewöhnlich klangen, da sie keineswegs wie etwa Z-37 der Agrarflugstaffel der Interflug klangen, sondern irgendwie anders.......Plötzlich erschien ein weiß-blaues einmotoriges Sportflugzeug am Himmel, nach Augenzeugenberichten aus Richtung Rhön kommend. Es flog sehr niedrig, nicht sehr viel höher wie die höchsten Häuser in Eisenach, was einen sehr guten Piloten voraussetzt.
Nach kurzer Zeit erschienen aus östlicher Richtung, vermutlich vom Hubschrauberplatz Nohra bei Weimar, mehrere Hubschrauber Mi-8 und Mi-24 der sowjetischen Luftstreitkräfte. 5 Mi-24 nahmen nach einem längerem Katz-und-Maus-Spiel das Sportflugzeug in die Zange. Aber der Sportflieger, Typ unbekannt, entwischte immer wieder. Die Luftfahrzeuge verließen nun den Luftraum über Eisenach in nordwestliche Richtung. Zwischen den Orten Madelungen und Stregda hielten sich zu diesem Zeitpunkt zwei junge Männer auf, welche damals 17 Jahre alt waren. Diese sahen die 5 Mi-24 und das Sportflugzeug über sich vorbeifliegen. Die Luftfahrzeuge flogen immer noch nordwestlich, in Richtung Creuzburg. Als die Hubschrauber und die Sportmaschine etwa kurz vor Creuzburg waren, fielen plötzlich zwei Mi-24 zurück und ein Hubschrauber fiel plötzlich, ohne zu trudeln, mit hoher Geschwindigkeit zu Boden, fing sich nochmals kurz über dem Erdboden und stürzte endgültig ab. Die beiden 17 Jährigen jungen Männer aus dem Ort Stregda, welche mit Ihren Mokicks unterwegs waren, machten sich sofort auf den Weg Richtung Absturzort. Dabei wurde folgendes beobachtet: der zweite Hubschrauber landete sofort neben dem Wrack und nahm die Verletzten (- oder Toten?) Insassen auf und ließ dafür 5 eigene Besatzungsmitglieder vor Ort. Weiterhin wurde sämtliche Munition abgebaut und mittels dieses Hubschraubers abtransportiert. Im Cockpitbereich war großflächig Blut zu sehen, ebenso war die Hubschrauber Cockpit-Sektion total zerstört. Der Hauptrotor war ebenfalls zerstört und der Rumpf lag auf der Seite. Als nächstes traf die DDR-Polizei ein, welche aber mit gezogener Waffe am Zugang gehindert wurde. Die sowjetischen Truppen bauten ein kleines Lager auf, wo der abgestürzte Hubschrauber demontiert und nach einigen Tagen mit einem sowjetischen Tieflader abtransportiert wurde. Absturzursache soll versehentlicher (?) Beschuss durch einen anderen beteiligten Hubschrauber gewesen sein. Der Sportpilot entkam.
Ich stelle hiermit fest, das ich selber die Abfangaktion über Eisenach gesehen habe. Der weitere Verlauf stützt sich auf Augenzeugenberichte. Eine der Quellen behauptet, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit Bilddokumente gibt. Sie hofft, diese zu bekommen, da er eine mir unbekannte Quelle dazu habe.
Die Registrierung der einmotorigen Piper ist bisher unbekannt, sie soll aber unbeschädigt in der damaligen BRD gelandet sein.
(Beitrag wurde zittiert!)

Gruß Willie






Hi willie,

die besagte LV fand am 21.06.1989 statt. Der Pilot flog im Bereich des Heldburger Unterlandes mit Nordrichtung in den Luftraum der DDR ein.
Auf Höhe Eisenach ging der Pilot auf Westkurs und flog im Bereich Pferdsdorf wieder ins Bundesgebiet ein.
Von einer Verfolgung aus dem Bereich Eisenach heraus in Richtung Grenze ist mir nichts bekannt.
Im Raum Hörschel - Pferdsdorf - Creuzburg - Uetterroda wurde die Maschine von 2 Hubschraubern (1xMI8 und 1xMI24) erwartet.
Dem Piloten gelang es die beiden Hubschrauber zu unterfliegen.
Eine Verfolgung erfolgte bis kurz vor dem Grenzverlauf.

Ein Beschuß erfolgte, nach meinem Kenntnisstand, nicht.

Seitens der StäV der DDR erfolgte ein Protest im Bundeskanzleramt. ADN berichtete am 23.06.1989 über den Vorfall.

Aus dem Bereich des 336 Selbstständigen Hubschrauberregiments, oder einer anderen Hubschraubereinheit der GSSD ist für jene Zeit (Juni 1989) kein Absturz bzw. Notlandung einer Maschine bekannt.

Die LV war auch schon in einem anderen Forum ein Thema. Auch dort wurde auf Ungereihmtheiten im Beitrag hingewiesen.
Kannste eventuell, sofern vorhanden, den Link/Quelle dieser Story angeben?

Regards.

TH


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 01.08.2010 14:15 | nach oben springen

#6

RE: Luftraumverletzung bei Eisenach mit Beschuß

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.08.2010 14:19
von willie | 613 Beiträge

Hi TH,
vielen Dank für Deine Info.
Hier die Quelle/Link:
http://www.luftfahrtnetz.de/index.php/ai...lle/1990.html#9

Scheint ne interessante Seite zu sein!
Gruß Willie


...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
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#7

RE: Luftraumverletzung bei Eisenach mit Beschuß

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.08.2010 14:25
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von willie
Hi TH,
vielen Dank für Deine Info.
Hier die Quelle/Link:
http://www.luftfahrtnetz.de/index.php/ai...lle/1990.html#9

Scheint ne interessante Seite zu sein!
Gruß Willie




Danke für den Hinweis.
Seite, nach Inaugenscheinnahme, bekannt.
Schon ne Weile her, dass ich dort vorbeigeschaut hob.

Regards.

TH


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#8

RE: Luftraumverletzung bei Eisenach mit Beschuß

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.08.2010 18:08
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
avatar

Hallo zusammen, ich fand noch etwas aus einem meiner Texte in einem anderen Fred, es liegt zwar Jahrzehnte zurück, passt aber ganz gut zum Thema.

Textauszug/Quelle Jahrbuch der DDR 1964 / 24.1.1964. Ein amerik. Kampfflugzeug fliegt unter Verletzung der Lufthoheit in der Nähe von Eisenach in die DDR ein. Nachdem es wiederholten Aufforderungen zur Landung nicht folgegeleistet hat, treffen die zeitweilig in der DDR stationierten sowj. Streitkräfte Maßnahmen um gemäß den Vereinbarungen des WV die Souveränität der DDR zu sichern: Die Maschine stürzt 20 Km nordöstlich von Erfurt ab wobei drei Militärangehörige den Tod finden. Das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten der DDR protestiert gegen die völkerrechtswidrige Verletzung des Luftraumes der DDR durch die Luftstreitkräfte der amerik. Besatzungsmacht in Westdeutschland. In einer Note der UDSSR wird festgestellt, das die Provokation darauf abzielte, die Lage in Mitteleuropa zu verschärfen. Das alles und da ich ein absoluter Laie auf dem Gebiet des Fliegens bin hätte ich noch als Versehen der Piloten gewertet, denn wie schnell und bei welcher Geschwindigkeit lege ich so und so viel Km zurück? Und garantiert ging damals keine rote Warnlampe im Cockpit an als sie über den Zaun Richtung Osten flogen, aber es geht ja noch weiter. 10.3.1964 Ein weiteres amerik. Militärflugzeug dringt in den Luftraum der DDR ein. Es hat eine spezielle Spionageausrüstung für Luftaufnahmen und radiotechnische Erkundung an Bord. Die sowj. Streitkräfte treffen Maßnamen zum Schutz der Sov. der DDR entsprechend der Bündnisvereinbarung: Die Maschine stürzt bei Gardelegen ab. In einer Note an die USA protestiert die Sowj. gegen den neuerlichen aggressiven Akt der Luftstreitkräfte. Da die Regierung der USA ihr Bedauern über diesen Fall der Luftspionage äußert und die Versicherung abgibt derartige Vergehen künftig zu unterbinden, werden die drei festgenommenen Besatzungsmitglieder aus dem Gebiet der DDR ausgewiesen.

R-M-R


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#9

RE: Luftraumverletzung bei Eisenach mit Beschuß

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.08.2010 23:33
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Hallo zusammen, ich fand noch etwas aus einem meiner Texte in einem anderen Fred, es liegt zwar Jahrzehnte zurück, passt aber ganz gut zum Thema.

Textauszug/Quelle Jahrbuch der DDR 1964 / 24.1.1964. Ein amerik. Kampfflugzeug fliegt unter Verletzung der Lufthoheit in der Nähe von Eisenach in die DDR ein. Nachdem es wiederholten Aufforderungen zur Landung nicht folgegeleistet hat, treffen die zeitweilig in der DDR stationierten sowj. Streitkräfte Maßnahmen um gemäß den Vereinbarungen des WV die Souveränität der DDR zu sichern: Die Maschine stürzt 20 Km nordöstlich von Erfurt ab wobei drei Militärangehörige den Tod finden. Das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten der DDR protestiert gegen die völkerrechtswidrige Verletzung des Luftraumes der DDR durch die Luftstreitkräfte der amerik. Besatzungsmacht in Westdeutschland. In einer Note der UDSSR wird festgestellt, das die Provokation darauf abzielte, die Lage in Mitteleuropa zu verschärfen. Das alles und da ich ein absoluter Laie auf dem Gebiet des Fliegens bin hätte ich noch als Versehen der Piloten gewertet, denn wie schnell und bei welcher Geschwindigkeit lege ich so und so viel Km zurück? Und garantiert ging damals keine rote Warnlampe im Cockpit an als sie über den Zaun Richtung Osten flogen, aber es geht ja noch weiter. 10.3.1964 Ein weiteres amerik. Militärflugzeug dringt in den Luftraum der DDR ein. Es hat eine spezielle Spionageausrüstung für Luftaufnahmen und radiotechnische Erkundung an Bord. Die sowj. Streitkräfte treffen Maßnamen zum Schutz der Sov. der DDR entsprechend der Bündnisvereinbarung: Die Maschine stürzt bei Gardelegen ab. In einer Note an die USA protestiert die Sowj. gegen den neuerlichen aggressiven Akt der Luftstreitkräfte. Da die Regierung der USA ihr Bedauern über diesen Fall der Luftspionage äußert und die Versicherung abgibt derartige Vergehen künftig zu unterbinden, werden die drei festgenommenen Besatzungsmitglieder aus dem Gebiet der DDR ausgewiesen.

R-M-R




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#10

RE: Luftraumverletzung bei Eisenach mit Beschuß

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.08.2010 23:37
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Thunderhorse
Dem Piloten gelang es die beiden Hubschrauber zu unterfliegen.
Eine Verfolgung erfolgte bis kurz vor dem Grenzverlauf.

Ein Beschuß erfolgte, nach meinem Kenntnisstand, nicht.



Da kann ich als Ohrenzeuge mal was beitragen. Beschuß fand statt. Die 'Rückflugstrecke' führte direkt über die GK in Vitzeroda. Seit ungefähr einer Stunde waren Hubschraubergeräuche zu hören, dieses PaffPaffPaff. Mal näher, mal ferner, aber nix zu sehen. Wir saßen gemütlich beim Polit zum 'Kaffeegelaber', als es draußen rumpste. Klang wie ein Jagdschuß in 12/76. Nix weiter dabei gedacht, bis ca. eine Minute später der Wachposten von Kompanietor direkt zum Polit ins Dienstzimmer gestürmt kam. 'Polit! Polit! Es geht los, die Russen schießen!' keuchte diese 'arme Suppe' kreideweiß. Wenigstens hatte er das Magazin aus der Kaschi genommen. Nun, dieser Grundwehrdiener war ein wandelndes Delikt, nicht mehr für den Abschnitt bestätigt, aber noch nicht schlimm genug fürs Regiment. Durch das ständiges Wachestehen hatte sich bei ihm eine recht ausgeprägte Grenzermacke manifestiert. Da alle Anwesenden eher für einen ruhigen Dienstablauf waren, hängten wir das nicht an die große Glocke und dachten mal über eine neue Küchenhilfe nach, der LdK war ein bissel aufmüpfig der letzten Zeit. Aber ich komme von Thema ab ...
Zwei oder drei Tage später kam unser Dorf-ABV, ein Hptm. der nebenher auch noch Jäger war von einer nächtlichen Runde/Streife/Jagd zum Kaffee in die Kompanie. Und was hat er dabei, Fragmente einer Luft-Luft-Rakete die keine 500m von bewohntem Gebiet eingeschlagen hatte. Bin mir nicht mehr ganz sicher, dürfte aber hier gewesen sein, http://maps.google.de/maps?q=50.886%2C10.075

Keine Ahnung, wie das weiterging, aber ein reichliches Jahr später hatte ich bei der bekannten 'Russenszene' im Wernerfilm irgendwie ein Déjà-vu. Meine Kommilitonen glaubten mir allerdings die Story nicht so richtig. Naja, ich hätte sowas ja auch als wichtigtuerisches Geschwätz abgetan.
Achso, von irgendeinem Absturz weiß ich nichts, kann mich allerdings nur an eine Mi-24 erinnern.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#11

RE: Luftraumverletzung bei Eisenach mit Beschuß

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.08.2010 23:46
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von 94

Zitat von Thunderhorse
Dem Piloten gelang es die beiden Hubschrauber zu unterfliegen.
Eine Verfolgung erfolgte bis kurz vor dem Grenzverlauf.

Ein Beschuß erfolgte, nach meinem Kenntnisstand, nicht.



Da kann ich als Ohrenzeuge mal was beitragen. Beschuß fand statt. Die 'Rückflugstrecke' führte direkt über die GK in Vitzeroda. Seit ungefähr einer Stunde waren Hubschraubergeräuche zu hören, dieses PaffPaffPaff. Mal näher, mal ferner, aber nix zu sehen. Wir saßen gemütlich beim Polit zum 'Kaffeegelaber', als es draußen rumpste. Klang wie ein Jagdschuß in 12/76. Nix weiter dabei gedacht, bis ca. eine Minute später der Wachposten von Kompanietor direkt zum Polit ins Dienstzimmer gestürmt kam. 'Polit! Polit! Es geht los, die Russen schießen!' keuchte diese 'arme Suppe' kreideweiß. Wenigstens hatte er das Magazin aus der Kaschi genommen. Nun, dieser Grundwehrdiener war ein wandelndes Delikt, nicht mehr für den Abschnitt bestätigt, aber noch nicht schlimm genug fürs Regiment. Durch das ständiges Wachestehen hatte sich bei ihm eine recht ausgeprägte Grenzermacke manifestiert. Da alle Anwesenden eher für einen ruhigen Dienstablauf waren, hängten wir das nicht an die große Glocke und dachten mal über eine neue Küchenhilfe nach, der LdK war ein bissel aufmüpfig der letzten Zeit. Aber ich komme von Thema ab ...
Zwei oder drei Tage später kam unser Dorf-ABV, ein Hptm. der nebenher auch noch Jäger war von einer nächtlichen Runde/Streife/Jagd zum Kaffee in die Kompanie. Und was hat er dabei, Fragmente einer Luft-Luft-Rakete die keine 500m von bewohntem Gebiet eingeschlagen hatte. Bin mir nicht mehr ganz sicher, dürfte aber hier gewesen sein, http://maps.google.de/maps?q=50.886%2C10.075

Keine Ahnung, wie das weiterging, aber ein reichliches Jahr später hatte ich bei der bekannten 'Russenszene' im Wernerfilm irgendwie ein Déjà-vu. Meine Kommilitonen glaubten mir allerdings die Story nicht so richtig. Naja, ich hätte sowas ja auch als wichtigtuerisches Geschwätz abgetan.
Achso, von irgendeinem Absturz weiß ich nichts, kann mich allerdings nur an eine Mi-24 erinnern.





Waren die MI24 bzw. MI8 mit Luft-Luft Raketen ausgerüstet???
Wenn JA, seit wann?

Und welche Rückflugstrecke?
Die der MI24 zum Geba-Berg?

Das Sportflugzeug flog nicht im unmittelbaren Bereich von Vitzeroda und Umgebung!


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 02.08.2010 00:09 | nach oben springen

#12

RE: Luftraumverletzung bei Eisenach mit Beschuß

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.08.2010 23:56
von 94 | 10.792 Beiträge

Na da weißt du jetzt sicher mehr, hoffe ich mal! Waren diese Behälter unter den Flügelstumeln keine Luft-Luft-Raketen? Nö, glaube nicht, mach ja keinen Sinn, odär? Können wir uns auf Luft-Boden-Raketen einigen?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#13

RE: Luftraumverletzung bei Eisenach mit Beschuß

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.08.2010 23:58
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

[quote="94"]Na da weißt du jetzt sicher mehr, hoffe ich mal! Waren diese Behälter unter den Flügelstumeln keine Luft-Luft-Raketen? Nö, glaube nicht, mach ja keinen Sinn, odär? Können wir uns auf Luft-Boden-Raketen einigen?[/quote]


Sicherlich!
Und diese waren ungelenkt.
Für eine Bekämpfung eines Luftzieles denkbar ungeeignet.

Und welche Rückflugstrecke?
Die der MI24 zum Geba-Berg?

Das Sportflugzeug flog nicht im unmittelbaren Bereich von Vitzeroda und Umgebung!

TH


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 02.08.2010 00:10 | nach oben springen

#14

RE: Luftraumverletzung bei Eisenach mit Beschuß

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.08.2010 00:01
von 94 | 10.792 Beiträge

Na dann definiere mal Umgebung! Für heute erst mal gute N8!

Angefügte Bilder:
Zwischenablage01.gif

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 02.08.2010 00:21 | nach oben springen

#15

RE: Luftraumverletzung bei Eisenach mit Beschuß

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.08.2010 00:06
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von 94
Na dann definiere mal Umgebung! Für heute erst mal gute N8!




ca. 8 km oder 5 Meilen.

TH


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 02.08.2010 00:09 | nach oben springen

#16

RE: Luftraumverletzung bei Eisenach mit Beschuß

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.08.2010 00:41
von Mike59 | 7.978 Beiträge

Hallo 94,

ich glaube ich kann mich ebenfalls noch an diesen Vorfall erinnern. Oder besser gesagt an eine Vorfall dieser Art. Auf jeden Fall war der von mir beobachtete Vorfall nicht der 21.06.1989.
Das genaue Datum - keine Ahnung - es kann eigentlich nur das Jahr 1990 gewesen sein. Ich lag südlich von Vizeroda an einen kleinen Waldtümpel und habe mich gesonnt. (an den Heinzewiesen ca. 1,5 Km nördlich von Schwenge) Das liegt im ehem. Grenzabschnitt 1 GR 3, also bedeutet das ja das die Grenze schon auf war.
1 Motorflugzeug und eine Mi24 waren daran beteiligt, Flughöhe kann ich nur vermuten - sehr hoch! Motorengeräusche und Bordwaffen waren nur schwach zu hören. Anfangs dachten wir das MRS 23 BaSa macht ein Übungsschießen. Wir Fragten uns wer das machen könnte, die Soldaten waren ja fast alle entlassen. Es dauerte etwas bis wir den Vorgang dann entdeckten und beobachteten. Es spielte sich wirklich so im Bereich Vitzeroda - Heringen - Oberzella ab. 2 - 3 Anflüge habe ich selbst beobachtet, welche mit offensichtlichen Warnschüssen abgewiesen wurden. Es gab keinen Abschuß oder Absturz und ob die Mi24 von der GSSD oder von uns war konnte auch keiner erkennen. Wir waren etwas fassungslos, keiner von uns hätte vermutet das die Landesverteidigung noch funktionierte.

Mike59


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#17

RE: Luftraumverletzung bei Eisenach mit Beschuß

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.08.2010 09:13
von willie | 613 Beiträge

Zitat von 94
Na dann definiere mal Umgebung! Für heute erst mal gute N8!



Hi 94/TH,
bei dem von TH angesprochenen Ausflugsbereich der Maschine handelt es sich nicht um die Ortschaft Pferdsdorf/Röhn, sondern um die Ortschaft Pferdsdorf-Spichra, NO Herleshausen!
Möglicherweise handelt es sich bei den von 94 und Mike59 geschilderten Beobachtungen um den Einflug/wiederholten Einflug
des Flugzeugs in den DDR-Luftraum. Was ja durchaus denkbar wäre. Hilfreich wären die genauen Uhrzeiten der Beobachtungen, die aber aufgrund der vergangenen Jahre mit Sicherheit nicht mehr genannt werden können.
Gruß Willie


...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
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#18

RE: Luftraumverletzung bei Eisenach mit Beschuß

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.08.2010 09:36
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von Mike59
Hallo 94,

ich glaube ich kann mich ebenfalls noch an diesen Vorfall erinnern. Oder besser gesagt an eine Vorfall dieser Art. Auf jeden Fall war der von mir beobachtete Vorfall nicht der 21.06.1989.
Das genaue Datum - keine Ahnung - es kann eigentlich nur das Jahr 1990 gewesen sein. Ich lag südlich von Vizeroda an einen kleinen Waldtümpel und habe mich gesonnt. (an den Heinzewiesen ca. 1,5 Km nördlich von Schwenge) Das liegt im ehem. Grenzabschnitt 1 GR 3, also bedeutet das ja das die Grenze schon auf war.
1 Motorflugzeug und eine Mi24 waren daran beteiligt, Flughöhe kann ich nur vermuten - sehr hoch! Motorengeräusche und Bordwaffen waren nur schwach zu hören. Anfangs dachten wir das MRS 23 BaSa macht ein Übungsschießen. Wir Fragten uns wer das machen könnte, die Soldaten waren ja fast alle entlassen. Es dauerte etwas bis wir den Vorgang dann entdeckten und beobachteten. Es spielte sich wirklich so im Bereich Vitzeroda - Heringen - Oberzella ab. 2 - 3 Anflüge habe ich selbst beobachtet, welche mit offensichtlichen Warnschüssen abgewiesen wurden. Es gab keinen Abschuß oder Absturz und ob die Mi24 von der GSSD oder von uns war konnte auch keiner erkennen. Wir waren etwas fassungslos, keiner von uns hätte vermutet das die Landesverteidigung noch funktionierte.

Mike59




Ganz Sicher, dass geschossen wurde?

TH


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#19

RE: Luftraumverletzung bei Eisenach mit Beschuß

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.08.2010 09:38
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von willie

Zitat von 94
Na dann definiere mal Umgebung! Für heute erst mal gute N8!



Hi 94/TH,
bei dem von TH angesprochenen Ausflugsbereich der Maschine handelt es sich nicht um die Ortschaft Pferdsdorf/Röhn, sondern um die Ortschaft Pferdsdorf-Spichra, NO Herleshausen!
Möglicherweise handelt es sich bei den von 94 und Mike59 geschilderten Beobachtungen um den Einflug/wiederholten Einflug
des Flugzeugs in den DDR-Luftraum. Was ja durchaus denkbar wäre. Hilfreich wären die genauen Uhrzeiten der Beobachtungen, die aber aufgrund der vergangenen Jahre mit Sicherheit nicht mehr genannt werden können.
Gruß Willie




Wimre:
Bezogen auf den geschilderten/angesprochenen Fall kam es zu einem Einflug in den Luftraum derDDR und zu einem Ausflug im Raum Pferdsdorf-Spichra ins Bundesgebiet.

TH


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 02.08.2010 09:39 | nach oben springen

#20

RE: Luftraumverletzung bei Eisenach mit Beschuß

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.08.2010 16:13
von X-X-X (gelöscht)
avatar

Das Beschiessen eines Zivilflugzeuges ist im 'Normalfall' mit der Bordkanone vorgesehen. Die Mi-24 der sowj. Luftsteitkraefte aus Nohra waren desoeftern unterwegs, um Luftraumverletzungen aufzuklaeren. Mi-24 der LSK haben den Luftraum der DDR bei solchen Vorfaellen auch geschuetzt. Dabei handelte es sich nicht immer um Zivilflugzeuge, Luftballons, oder Ultraleichtflugzeuge. Absichtliche Provokationenen gab es. Das ist keine Propaganda, und mehr sage ich nicht dazu.

Jens


zuletzt bearbeitet 02.08.2010 16:18 | nach oben springen



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