#1

Terrorangst in Ostberlin/ der heisse April des Jahres 1986

in DDR Staat und Regime 27.07.2010 00:53
von ABV | 4.202 Beiträge

Am 15. und 16. April flogen von ihren Stützpunkten in England aus, Bomberstaffeln der US-Airforce in Richtung Libyen. Auf Geheiss des damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan, sollten diese Bomber Ziele in den Städten Tripolis und Bengasi anfliegen. Die Angriffe waren als Vergeltungsmaßnahmen für den Terroranschlag gegen die von US-Soldaten frequentierte Disko " La Belle" in Westberlin, gedacht. Die USA hatte schnell und auch richtigerweise den libyschen Staatschef Muamar al-Gadafi hinter dem Anschlag vermutet. Das die Attentäter von dem in Berlin-Karlshorst befindlichen " Libyschen Volksbüro", der Botschaft dieses Staates in der DDR, agierten, hätten wohl viele für "üble Propaganda" gehalten. An oberster Stelle in der DDR war man allerdings von Anfang an besser unterrichtet. Sofort nach den Angriffen begannen rings um die Einrichtungen die diplomatischen Einrichtungen der USA und Großbrittaniens, hektische Sicherheitsmaßnahmen. Zu dieser Zeit diente ich in dem für die Sicherung diplomatischer Objekte zuständigen "Wachkommando Missionsschutz", in Berlin-Pankow. Wenige Tage zuvor hatte ich mein Praktikum in der Wache-Mitte beendet, wo der Dienst auf Grund der Örtlichkeiten, sehr interessant war. Meine Versetzung nach Pankow, sah ich mit einigem Unbehagen entgegen. Schließlich war ich nach Berlin gegangen, um etwas zu erleben. Da war der Einsatz zwischen Kleingartenanlagen und beschaulichen Eigenheimen, so gar nicht nach meinem Geschmack. Am 17.April hatte ich Frühschicht, mein Postenbereich umfasste auf einer Strecke von ca. 100 m, die Wohnhäuser von afrikanischen Diplomaten. Daneben galt es noch auf das Haus des früheren Außenministers der chilenischen Allende-Regierung Clodomiro Almeyda, aufzupassen. Almeyda war nach dem Pinochet-Putsch in die DDR geflüchtet und genoss seitdem Asyl. Sein Sohn soll desöfteren ausflippen und im Hause randalieren. Die Polizisten des Missionsschutzes durften in solchen Fällen, auf Anforderung Almedas, das Wohnhaus betreten. Laut offizieller Aussage litt Almeydas Sohn an einem Trauma, welches er sich in den Folterkellern des Pinochet-Regimes zuzog. Eine andere. prosaischere Version besagte, dass er sich schlicht und ergreifend " um den Verstand gesoffen" hatte. Na ja, wer weiß. Jedenfalls bekam ich in dieser Frühschicht, es muss so gegen 10:00 Uhr gewesen sein, Besuch von meinem Gruppenführer. Er hatte sich eigens von unserem Funkstreifenwagen zu meinem Postenbereich fahren lassen. Was jetzt kam, hatte ich nicht erwartet. Ich musste den Bereich an jemand anderes übergeben und in den Funkwagen einstiegen. Danach ging es zurück zur Wache, wo ich meine Pistole gegen eine MPI-Skorpion, welche nur bei besonderen Lagen getragen wurde, eintauschen. Anschließend brachte man mich zur Residenz des US-Amerikanischen Botschafters in der DDR, Richard Mehane. Die Residenz befand sich in der Kastanienallee in Pankow-Niederschönhausen in der früheren Villa eines Möbelfabrikanten. Das weitläufige Objekt firmierte im Missionsschutz unter der Bezeichnung Posten 151. Es gab auch einen Posten 152, welcher sich an einem Nebeneingang der Residenz befand. Diesen, normalerweise unbesetzten Posten, musste ich übernehmen. Der Posten 151, dort stand sonst nur ein Polizist Wache, erhielt einen zweiten Mann. Und nicht nur dass, in einem PKW Lada Kombi, saßen bewaffnete Kräfte des MfS, unmittelbar an der Einfahrt zur Residenz. Ich hatte die "Ehre" als Standposten!! den Nebeneingang zu bewachen, den nur der Botschafter und dessen Ehefrau betreten durften, zu bewachen. Man sagte uns, dass auf Grund der Angriffe der USA auf Libyen, mit Vergeltungsaktionen gegen diplomatische Einrichtungen der Amerikaner und Engländer zu rechnen. Unser normaler Schichtplan wurde sofort über den Haufen geworfen. Von jetzt auf sofort, mussten wir in einen 12-Stunden-Dienstrythmus im Tag /Nachtwechsel übergehen, wobei der erste dienstfreie Tag erst Mitte Mai gewährt wurde.
Die Führung des Missionsschutzes zeigte sich ungewöhnlich nervös. Man sagte uns, dass die USA und/oder Großbrittannien einen Anschlag auf ihre Einrichtungen in der DDR, möglicherweise zum Anlass nehmen konnten, einen "Dritten Weltkrieg" vom Zaume zu brechen. Angeblich war die Lage so ernst, dass sich Erich Honecker stündlich!! über die Lage an den diplomatischen Einrichtungen in Ostberlin unterrichten lies. Tatsächlich hatte die Regierung der DDR natürlich keine Angst vor einem Dritten Weltkrieg, der auch bei einem Attentat auf den Botschafter der USA nicht ausgebrochen wäre. Aber der internationale Imageverlust wäre ganz sicher immens gewesen. Zu mal man an verantwortlicher Stelle von dem Treiben der libyschen Diplomaten wußte und diesen natürlich absolut nicht über den Weg traute. Die gesamten Sicherheitsmaßnahmen, in denen auch die Wohnhäuser der "einfacheren" Diplomaten einbezogen waren, dauerten über ein Jahr. Dem Posten 152 wurde noch ein weiterer Kollege zugeteilt, so dass jeweils einer von uns den gut 300 m langen Gartenzaun der Residenz bestreifen konnte. Da die regulären Kräfte des Missionsschutzes nicht mehr ausreichten, wurden von den einzelnen Polizeirevieren Leute, mehr oder weniger freiwillig, abkommandiert. Ich erlebte eine "Sternstunde" an meinem Torposten, als ich einen ausgewachsenen Colonel der US-Army "wegtreten" ließ. Der Mann wollte partout durch das gesperrte Nebentor, aber Befehl ist eben Befehl. Mir schlackerten trotzdem die Knie, es war nicht so ganz einfach, sich gegen solch einen hohen Militär durchzusetzen. Möglicherweise wollte er aber auch nur unsere Wachsamkeit testen? Einmal hätte ich fast für einen handfesten Skandal gesorgt. Der Botschafter befand sich mit seinem PKW direkt vor dem Tor, ich musste an diesem Morgen zur Abwechslung den Posten 151 übernehmen. Am Abend vorher hatten wir in einer Berliner Kneipe den Abschied eines Kollegen gefeiert, welcher nach drei Jahren Dienst wieder in seine alte Dienststelle, in Thüringen, zurückkehrte. Mein Postenführer nahm neben dem Fahrzeug des Botschafters Aufstellung, schließlich durfte dem Manne ja nichts passieren. Ich musste mich dem anschließen, spürte aber wie plötzlich mein Magen, alkoholbedingt, zu rebellieren anfing. Schluckend und schweißtriefend betete ich im Stillen, ja in manchen Situationen wurden sogar SED-Mitglieder fromm , dass der Botschafter doch endlich einsteigen möge. Tat er aber nicht. Ausgerechnet an diesem Morgen musste sich der leutselige Mehane vor dem Tor mit zwei seiner Angestellten austauschen. Endlich stieg der Botschafter in seinen schwarzen Dienstwagen der Marke "Oldsmobil" und verschwand. Mit letzter Kraft jumpte ich in ein Gebüsch und entledigte mich des quälenden Mageninhaltes. Man stelle sich mal vor, ich hätte dem Botschafter des mächtigsten Landes der Welt, damals tatsächlich auf die Motorhaube gekotzt . Die DDR wäre nicht 1989 sondern schon drei Jahre früher untergegangen. Und ich mit . Ein Jahr später wurde mir tatsächlich unterstellt, den Weltfrieden gefährdet zu haben. Man hatte mich zwischenzeitlich an die Residenz des brittischen Botschafters beordert, dass war auch kein sehr aufregender Posten. Da weit und breit keine Terroristen in Sicht waren und niemand so richtig glaubte das diese überhaupt im Anmarsch sind, nutzte ich die Zeit um meiner damaligen Verlobten Briefe zu schreiben. Immerhin durften wir uns nur alle zwei Wochen sehen, na ja und Phantasievoll war ich ja auch früher schon.Nachdem ich meine, natürlich im Gegensatz zur Dienstvorschrift stehenden Schreibarbeiten beendet hatte, mussten die Briefe natürlich auch abgeschickt werden. Nun befand sich der nächste Briefkasten aber gut fünfhundert Meter außerhalb des Postenbereichs. Für einen dreiundzwanzigjährigen Burschen sollte ein kurzer Sprint kein Problem sein. War es ja auch nicht, aber der brittische Botschafter verließ trotzdem, von mir unbemerkt, das Objekt. Wir hatten aber die Aufgabe, die Abfahrt und Ankunft des Botschafters nicht nur zu notieren, sondern sofort zu melden. Gemeldet wurde er ja auch und zwar bei seiner Ankunft bei der Residenz des australischen Botschafters. Wie aber kam er dahin, wenn er doch eigentlich noch hätte in seiner Residenz sein müssen, da der Genosse B. seine Abfahrt nicht vermeldete? Kurz und um, es erschien wieder der Funkstreifenwagen mit dem Gruppenführer. Wieder ging es zurück in die Dienststelle. Dort erwartete mich ein mordsmäßiges Donnerwetter. Ich konnte natürlich nicht nur nicht erklären, warum mir der Tommy entgangen war, ich wollte es auch nicht sagen. Sonst hätte mein Stern auf dem Schulterstück gewaltig gewackelt. Drei ausgewachsene Polizeioffiziere erzählten mir derweilen gruselige Geschichten von Bomberstaffeln die ihren Ballast auf die Hauptstadt der DDR abwerfen würdem, falls irgend jemand dem Botschafter des United Kingdom das Licht ausgeblasen hätte. Das war aber nicht der Fall, trotzdem zeigte ich sicherheitshalber Reue. Den Posten vor der Residenz war ich trotzdem los. Zur Bewährung schickte man mich dann als Standposten, bei ca. 30 Grad Hitze, vor die unmittelbar benachbarten Residenzen von Iran und dem Irak. Die konnten sich schon damals nicht leiden, was sich die Diplomaten beider Länder aber nicht anmerken liessen. Trotzdem war auch dieser Postenpunkt so brisant, dass er durch zusätzliche Kräfte vom MfS überwacht wurde. Allerdings durften die in einem Bauwagen sitzen und ab und an herumlaufen. Während ich buchstäblich auf dem Fleck verharren musste. So was passiert eben, wenn man den Weltfrieden so fahrlässig gefährdet.
Die Feierlichkeiten zum 04. Juli, dem Staatsfeiertag, wurden rund um die Residenz der USA, von einem Großaufgebot von Polizei und vor allem dem MfS, überwacht. Den Einsatz leitete ein Oberstleutnant aus dem Kommando des Missionsschutzes in Berlin-Kaulsdorf. Selbst die Anwohner hatten es schwer in ihre Häuser zu gelangen. Jeder Gullyschacht wurde kontrolliert, die Sträucher und Büsche sowieso. Überall liefen Gruppen von Zivilsten und Uniformierten umher.
Die Angst vor einem Anschlag war tatsächlich riesengroß, obwohl letztlich unbegründet. Damals hatten wir Polizisten, insgeheim den Kopf über die Paranoia geschüttelt. Wer konnte auch ahnen, dass die Terroristen tatsächlich in unserer Nähe waren. Die in Abständen immer wieder kehrenden Hinweise auf irgendwelche Fahrzeuge mit (West)-Berliner Kennzeichen, welche mit Arabern besetzt, die Einrichtungen der USA auskundschaften sollen, hat kaum jemand wirklich ernst genommen. Heute würde man anders reagieren!

Gruß an alle
Uwe


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#2

RE: Terrorangst in Ostberlin/ der heisse April des Jahres 1986

in DDR Staat und Regime 27.07.2010 07:35
von sentry | 1.108 Beiträge

Schöne Story, ABV - und gut geschrieben nebenbei. Die für uns kleine Ameisen so typische Arglosigkeit dürfte wohl auch anderen Wachsoldaten und Grenzern nicht fremd sein. Selbst wenn man heute Polizisten mit MP5 vor ihren dicken Bäuchen vor Synagogen rumspazieren sieht, hat man nicht den Eindruck, dass die irgendwie wachsam wären oder gar sich einem Angriff entgegenstellen könnten. Meistens wird einem erst viel später bewusst, in welche gefahren man sich begeben hat oder welches Risiko tatsächlich bestand. Ich träume heute noch gelegentlich von Grenzdienstschichten, die auch ganz anderes hätten enden können.
Nur eins noch: Ich bin mir ziemlich sicher, dass damals CD 61-01 (das US-Botschafterfahrzeug) ein Chrysler New Yorker war und kein Oldsmobile, allerdings würde ich nicht darauf wetten wollen, dass das genau 1986 nun auch noch so war...


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#3

RE: Terrorangst in Ostberlin/ der heisse April des Jahres 1986

in DDR Staat und Regime 27.07.2010 18:49
von nolle (gelöscht)
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Was so alles passieren kann.
Die besten Geschichten schreibt das Leben und zudem noch Interessant für Leute wie mich
die davon keine Ahnung hatten.

tschüß


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#4

RE: Terrorangst in Ostberlin/ der heisse April des Jahres 1986

in DDR Staat und Regime 27.07.2010 19:36
von Gert | 12.356 Beiträge

ABV, dein Bericht gefällt mir sehr gut. Sehr anschaulich geschildert, ich konnte mir das beim lesen richtig bildlich vorstellen.
Und was für mich auch mal interessant ist, ihr habt auch nur mit "Wasser gekocht", das meint ihr ward auch nur menschen wie wir mit stärken und schwächen .wenn ich zu besuch in ddr war, so machten die polizisten stets so einen förmlichen und sehr ernsten, strengen eindruck ( auch wenn man mal als wessi mit dem auto angehalten wurde, war das nicht so angenehm). so ein bild hatte im kopf. nun kann ich das korrigieren, auch wenn es nur noch die vergangenheit betrifft.

viele Grüße vom Rhein


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#5

RE: Terrorangst in Ostberlin/ der heisse April des Jahres 1986

in DDR Staat und Regime 28.07.2010 21:19
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Super Uwe sehr schöner Bericht. Ich glaube Teile davon habe ich schon auf deiner Website lesen dürfen?

Wie dem auch sei, mehr davon


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#6

RE: Terrorangst in Ostberlin/ der heisse April des Jahres 1986

in DDR Staat und Regime 29.07.2010 09:11
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Gert
ABV, dein Bericht gefällt mir sehr gut. Sehr anschaulich geschildert, ich konnte mir das beim lesen richtig bildlich vorstellen.
Und was für mich auch mal interessant ist, ihr habt auch nur mit "Wasser gekocht", das meint ihr ward auch nur menschen wie wir mit stärken und schwächen .wenn ich zu besuch in ddr war, so machten die polizisten stets so einen förmlichen und sehr ernsten, strengen eindruck ( auch wenn man mal als wessi mit dem auto angehalten wurde, war das nicht so angenehm). so ein bild hatte im kopf. nun kann ich das korrigieren, auch wenn es nur noch die vergangenheit betrifft.

viele Grüße vom Rhein


Hallo Gert!
Danke für den Lob. Na ja du hast Recht, egal ob nun Polizisten, Passkontrolleure, Grenzaufklärer oder auch andere Mitarbeiter der "bewaffneten Organe": wir wirkten damals auf Außenstehende tatsächlich etwas unnahbar. Das war aber nur eine Maske, hinter der wir uns versteckten. So wirklich grimmige, verbissene Typen, gab es auch in der DDR nur selten. Nicht umsonst wirkten ja zum Beispiel die Passkontrolleure nach dem 09. November 1989 auf die Reisenden wie ausgewechselt. Plötzlich lächelten die Männer an der Grenze und waren freundlich. Dafür gibt es einen einzigen triftigen Grund: Sie durften endlich ihr wahres Gesicht zeigen und mussten nicht mehr in jedem Reisenden einen potentiellen Feind sehen. Das selbe trifft auch auf die VP-Angehörigen, den Zoll und die Grenztruppen zu. Und auch die Mitarbeiter des MfS Sorgen und Problemen, we Millionen andere auch. Nur das man sie zum Sündenbock für das Versagen eines ganzen Systems gemacht hat, einem System das sie allerdings auch im besonderen Maße dienten.

Gruß an alle
Uwe


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#7

RE: Terrorangst in Ostberlin/ der heisse April des Jahres 1986

in DDR Staat und Regime 29.07.2010 09:13
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Super Uwe sehr schöner Bericht. Ich glaube Teile davon habe ich schon auf deiner Website lesen dürfen?

Wie dem auch sei, mehr davon



Danke Felix, für dein Lob. Die Story ist auf meiner Homepage nicht zu lesen, da finden sich nur Dinge welche sich im Oderbruch ereignet hatten.

Viele Grüße nach Bayern
Uwe


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#8

RE: Terrorangst in Ostberlin/ der heisse April des Jahres 1986

in DDR Staat und Regime 29.07.2010 11:21
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von ABV
[quote="Gert"]ABV, dein Bericht gefällt mir sehr gut. Sehr anschaulich geschildert, ich konnte mir das beim lesen richtig bildlich vorstellen.
Und was für mich auch mal interessant ist, ihr habt auch nur mit "Wasser gekocht", das meint ihr ward auch nur menschen wie wir mit stärken und schwächen .wenn ich zu besuch in ddr war, so machten die polizisten stets so einen förmlichen und sehr ernsten, strengen eindruck ( auch wenn man mal als wessi mit dem auto angehalten wurde, war das nicht so angenehm). so ein bild hatte im kopf. nun kann ich das korrigieren, auch wenn es nur noch die vergangenheit betrifft.

viele Grüße vom Rhein


Hallo Gert!
Danke für den Lob. Na ja du hast Recht, egal ob nun Polizisten, Passkontrolleure, Grenzaufklärer oder auch andere Mitarbeiter der "bewaffneten Organe": wir wirkten damals auf Außenstehende tatsächlich etwas unnahbar. Das war aber nur eine Maske, hinter der wir uns versteckten. So wirklich grimmige, verbissene Typen, gab es auch in der DDR nur selten. Nicht umsonst wirkten ja zum Beispiel die Passkontrolleure nach dem 09. November 1989 auf die Reisenden wie ausgewechselt. Plötzlich lächelten die Männer an der Grenze und waren freundlich. Dafür gibt es einen einzigen triftigen Grund: Sie durften endlich ihr wahres Gesicht zeigen und mussten nicht mehr in jedem Reisenden einen potentiellen Feind sehen. Das selbe trifft auch auf die VP-Angehörigen, den Zoll und die Grenztruppen zu. Und auch die Mitarbeiter des MfS Sorgen und Problemen, we Millionen andere auch. Nur das man sie zum Sündenbock für das Versagen eines ganzen Systems gemacht hat, einem System das sie allerdings auch im besonderen Maße dienten.

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Uwe

[b]Danke Uwe für diese Erklärung. Ich seh das heute auch so und unterschreibe das hier von dir geschriebene zu 98%. Das mit dem "Sündenbock MfS" möchte ich nicht so sehen. Das Thema ist etwas komplexer und auch aus der Sicht der Betroffenen etwas nachhaltiger. Die Jungs haben nicht nur die Maske, wie du schreibst, vor sich hergetragen, sie hatten das verinnerlicht was die SED vorgegeben hat und entsprechend haben sie agiert. Und das war verbunden mit einem elitären Stolz und Hochmut wie man ihn nur haben kann, wenn man allmächtig ist. Sie waren allmächtig.

Viele Grüße vom Rhein


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#9

RE: Terrorangst in Ostberlin/ der heisse April des Jahres 1986

in DDR Staat und Regime 29.07.2010 13:10
von ABV | 4.202 Beiträge

Da hast du natürlich auch wieder Recht Gert, wobei wir mal wieder bei dem leidigen Thema wären. Aber wenigstens am Ende hatte sich bei einigen MfS-Leuten die Erkenntnis durchgesetzt, dass sie die "falschen Feinde des Sozialismus" bearbeitet hatten. Statt den korrupten SED-Bonzen auf die Finger zu schauen, haben sie die Leute welche sich wirklich einen Kopf um die DDR gemacht haben, kriminalisiert. Aber diese Einsicht kam wohl Jahrzehnte zu spät und einige wollen das bis heute nicht wahrhaben.

Viele Grüße aus dem Oderland
Uwe


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zuletzt bearbeitet 29.07.2010 13:10 | nach oben springen

#10

RE: Terrorangst in Ostberlin/ der heisse April des Jahres 1986

in DDR Staat und Regime 29.07.2010 15:13
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von ABV


(Zitat ABV@ Auszug)

Hallo Gert!
Danke für den Lob. Na ja du hast Recht, egal ob nun Polizisten, Passkontrolleure, Grenzaufklärer oder auch andere Mitarbeiter der "bewaffneten Organe": wir wirkten damals auf Außenstehende tatsächlich etwas unnahbar. Das war aber nur eine Maske, hinter der wir uns versteckten. So wirklich grimmige, verbissene Typen, gab es auch in der DDR nur selten. Nicht umsonst wirkten ja zum Beispiel die Passkontrolleure nach dem 09. November 1989 auf die Reisenden wie ausgewechselt. Plötzlich lächelten die Männer an der Grenze und waren freundlich. Dafür gibt es einen einzigen triftigen Grund: Sie durften endlich ihr wahres Gesicht zeigen und mussten nicht mehr in jedem Reisenden einen potentiellen Feind sehen. Das selbe trifft auch auf die VP-Angehörigen, den Zoll und die Grenztruppen zu. Und auch die Mitarbeiter des MfS Sorgen und Problemen, we Millionen andere auch. Nur das man sie zum Sündenbock für das Versagen eines ganzen Systems gemacht hat, einem System das sie allerdings auch im besonderen Maße dienten.
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Uwe





Uwe, mal wieder: , Hans Rosenthal wär gehüpft und hätt gerufen: Das ist Spitze!
Besonders gefallen haben mir an Deinem Beitrag die letzten (fett gemachten) drei Sätze.

Auf der einen Seite kann man wieder sehen, wie krank die Ideologie war, was den Menschen eingetrichtert wurde... (leider merkt man das bei einigen heute immer noch..., da muß doch das Gehírnwäsche- Shampo eine sehr nachhaltige Wirkung gehabt haben...!)

Anderseits paßt es so wunderbar in das verzerrte Bild, das Klischè einiger Demagogen der heutigen Zeit, das (fast) alle DDR- Bürger systemtreue böse Stalinisten waren und ein ganzes Volk in Sippenhaft genommen werden muß! Auch das hat sich in einiger Köpfe eingefressen und man spürt es fast tagtäglich...

Eben nur die Saubermänner- und Frauen wohnten im Westen...

Schönen Gruß aus Ilsenburg!


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#11

RE: Terrorangst in Ostberlin/ der heisse April des Jahres 1986

in DDR Staat und Regime 29.07.2010 15:23
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von josy95

Zitat von ABV


(Zitat ABV@ Auszug)

Hallo Gert!
Danke für den Lob. Na ja du hast Recht, egal ob nun Polizisten, Passkontrolleure, Grenzaufklärer oder auch andere Mitarbeiter der "bewaffneten Organe": wir wirkten damals auf Außenstehende tatsächlich etwas unnahbar. Das war aber nur eine Maske, hinter der wir uns versteckten. So wirklich grimmige, verbissene Typen, gab es auch in der DDR nur selten. Nicht umsonst wirkten ja zum Beispiel die Passkontrolleure nach dem 09. November 1989 auf die Reisenden wie ausgewechselt. Plötzlich lächelten die Männer an der Grenze und waren freundlich. Dafür gibt es einen einzigen triftigen Grund: Sie durften endlich ihr wahres Gesicht zeigen und mussten nicht mehr in jedem Reisenden einen potentiellen Feind sehen. Das selbe trifft auch auf die VP-Angehörigen, den Zoll und die Grenztruppen zu. Und auch die Mitarbeiter des MfS Sorgen und Problemen, we Millionen andere auch. Nur das man sie zum Sündenbock für das Versagen eines ganzen Systems gemacht hat, einem System das sie allerdings auch im besonderen Maße dienten.
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Uwe





Uwe, mal wieder: , Hans Rosenthal wär gehüpft und hätt gerufen: Das ist Spitze!
Besonders gefallen haben mir an Deinem Beitrag die letzten (fett gemachten) drei Sätze.

Auf der einen Seite kann man wieder sehen, wie krank die Ideologie war, was den Menschen eingetrichtert wurde... (leider merkt man das bei einigen heute immer noch..., da muß doch das Gehírnwäsche- Shampo eine sehr nachhaltige Wirkung gehabt haben...!)

Anderseits paßt es so wunderbar in das verzerrte Bild, das Klischè einiger Demagogen der heutigen Zeit, das (fast) alle DDR- Bürger systemtreue böse Stalinisten waren und ein ganzes Volk in Sippenhaft genommen werden muß! Auch das hat sich in einiger Köpfe eingefressen und man spürt es fast tagtäglich...

Josy wer sagt denn einen solchen Müll? das ist doch ein"Totschlag"-argument und durch nichts zu belegen.
Oder hängt es mit dem Selbstbewusstsein zusammen ?



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josy95




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#12

RE: Terrorangst in Ostberlin/ der heisse April des Jahres 1986

in DDR Staat und Regime 29.07.2010 15:29
von wosch (gelöscht)
avatar

[quote="josy95"]

Anderseits paßt es so wunderbar in das verzerrte Bild, das Klischè einiger Demagogen der heutigen Zeit, das (fast) alle DDR- Bürger systemtreue böse Stalinisten waren und ein ganzes Volk in Sippenhaft genommen werden muß! Auch das hat sich in einiger Köpfe eingefressen und man spürt es fast tagtäglich...

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Hallo yosy95, Wo nimmst Du denn bloß diese Anmerkungen her? Ich kann nicht glauben, daß Du das als Realität darstellen möchtest. Nicht daß Du jetzt denkst ich fühlte mich angesprochen, aber ich kenne Keinen, der diese Einstellung teilt, und schon gar nicht in diesem Forum!!
Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 29.07.2010 15:29 | nach oben springen

#13

RE: Terrorangst in Ostberlin/ der heisse April des Jahres 1986

in DDR Staat und Regime 29.07.2010 16:08
von icke46 | 2.593 Beiträge

Hallo,

ich muss da (als Alt-Bundesbürger) josy95 hinsichtlich der Einteilung - nicht bei allen Alt-Bundis, aber doch bei vielen, recht geben. Wenn man viele Darstellungen liest, teilt man die DDR-Bevölkerung in Regimetreue und Regimekritische, also Oppositionelle auf.

Die Menschen, die schlicht und einfach dort gelebt, geliebt, gelacht (und sicher auch mal gelitten haben), kurz gesagt sich einfach dort eingerichtet haben, finden in der Öffentlichkeit nicht statt oder werden tatsächlich der Gruppe der Regimetreuen zugeordnet.
Ich finde dieses Bild eigentlich nicht in Ordnung.

Gruss

icke



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#14

RE: Terrorangst in Ostberlin/ der heisse April des Jahres 1986

in DDR Staat und Regime 29.07.2010 20:25
von ABV | 4.202 Beiträge

Ich möchte mich dem von Josy und Icke gesagtem anschließen. Das soll aber jetzt um Gottes Willen keinen "Ost-West-Streit" vom Zaun brechen. Aber manchmal kommt das bei einigen Usern aus den alten Bundesländern so rüber, als glaubten sie nicht, dass es auch in der DDR ein normales Leben, jenseits von Stasi und Mauer, gab. Aber wie gesagt, fasst es nicht als Vorwurf, sondern als Hinweis auf.

Gruß an alle von der Oder
in den Rest von Deutschland


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#15

RE: Terrorangst in Ostberlin/ der heisse April des Jahres 1986

in DDR Staat und Regime 29.07.2010 21:04
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Nein ABV,war eigentlich schon immer klar,das es natürlich auch Menschen gab,die mit Politik nichts am Hut hatten und einfach ihre Ruhe haben wollten,ausserhalb von dem was du erwähnt hast.



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#16

RE: Terrorangst in Ostberlin/ der heisse April des Jahres 1986

in DDR Staat und Regime 30.07.2010 01:18
von X-X-X (gelöscht)
avatar

@ABV Ja, die Libyer hatten ein Paar mal fuer Aufregeung gesorgt.

jens


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#17

RE: Terrorangst in Ostberlin/ der heisse April des Jahres 1986

in DDR Staat und Regime 30.07.2010 07:22
von SCORN (gelöscht)
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die Nervosität um die Lybische Botschaft in diesen Jahren war von jedem der damals in dieser Gegend unterwegs war deutlich spürbar, gerade auch die überduchschnittliche Polizeidichte im Umfeld.



Zitat von josy95


Anderseits paßt es so wunderbar in das verzerrte Bild, das Klischè einiger Demagogen der heutigen Zeit, das (fast) alle DDR- Bürger systemtreue böse Stalinisten waren und ein ganzes Volk in Sippenhaft genommen werden muß! Auch das hat sich in einiger Köpfe eingefressen und man spürt es fast tagtäglich...

Eben nur die Saubermänner- und Frauen wohnten im Westen...

josy95



@josy95, eine kleine Ergänzung sei gestattet, die Einteilung der ehemaligen DDR Bevölkerung in "Systemtreue", "Entwicklunggeschädigte", "Täter"usw., auf der einen Seite und "aufrechten Widerstandskämpfern" auf der einen Seite wird seit 20 Jahren von Demagogen, wie du schon sagst bemüht. bleibt die frage warum die Politik hier nicht Einspruch wagt. ganz einfach, weil selbige hofiert und protegiert werden und für das kochen der parteipolitischen Süppchen genutzt werden.

@gert und @wosch, ihr kennt keinen? man sollte sich mal die Ergüsse über Jahre, eines allseits hochgeschätzten, gottgleichen, ehemaligen Präsidentschaftskanditaten zu Gemüde führen! genau das was josy andeutet wird von diesem immer wieder und nachdrücklich propagiert! des weiteren: Neupert, Knape, Lengsfeld, Birtheler. Gerechtigkeitshalber muss man sagen dass lediglich Hubertus Knape ein alt Bundesbürger ist!

auch muss gesagt werden daß es durchaus nachdenkliche und realistische stimmen aus der Politik zu diesem Thema gab. Schäuble und von Weizsäcker seien hier genannt. nur konnte sich ihre ehrliche und offene Sicht leider nicht durchsetzen und ging mit der zeit auch verloren.

schönen Freitag allerseits,

SCORN


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#18

RE: Terrorangst in Ostberlin/ der heisse April des Jahres 1986

in DDR Staat und Regime 30.07.2010 08:32
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von SCORN


(Zitat SCORN@ Auszug)

auch muss gesagt werden daß es durchaus nachdenkliche und realistische stimmen aus der Politik zu diesem Thema gab. Schäuble und von Weizsäcker seien hier genannt. nur konnte sich ihre ehrliche und offene Sicht leider nicht durchsetzen und ging mit der zeit auch verloren.

schönen Freitag allerseits,

SCORN




SCORN, da möchte ich an die Herren v. Weizäcker und Schäuble noch wenigstens drei Herren anfügen, die mir spontan einfallen: Unser MP von Sachsen/ Anhalt Herr Böhmer, die ehem. MP von Thüringen Bernhard Vogel und Sachsen Kurt Biedenkopf. Speziell Herr Böhmer ein mir sehr symphatischer Mensch, integerer und weitblickender Politiker.

Alle drei Herren (mal abgesehen von ihren kleinen Schwächen) auch dahingehend Realisten und keine, sagen wir mal "kleinen Brandstifter", was die beschriebenen Probleme des Zusammenwachsens von Ost und West, von West und Ost anbelangt.

Und Bezeichnend, Herr Biedenkopf und Herr B. Vogel waren weder parteiintern noch persöhnlich die Freunde eines Herrn Helmut Kohl...


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#19

RE: Terrorangst in Ostberlin/ der heisse April des Jahres 1986

in DDR Staat und Regime 30.07.2010 10:15
von wosch (gelöscht)
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Zitat von SCORN
die Nervosität um die Lybische Botschaft in diesen Jahren war von jedem der damals in dieser Gegend unterwegs war deutlich spürbar, gerade auch die überduchschnittliche Polizeidichte im Umfeld.



Zitat von josy95


Anderseits paßt es so wunderbar in das verzerrte Bild, das Klischè einiger Demagogen der heutigen Zeit, das (fast) alle DDR- Bürger systemtreue böse Stalinisten waren und ein ganzes Volk in Sippenhaft genommen werden muß! Auch das hat sich in einiger Köpfe eingefressen und man spürt es fast tagtäglich...

Eben nur die Saubermänner- und Frauen wohnten im Westen...

josy95



@josy95, eine kleine Ergänzung sei gestattet, die Einteilung der ehemaligen DDR Bevölkerung in "Systemtreue", "Entwicklunggeschädigte", "Täter"usw., auf der einen Seite und "aufrechten Widerstandskämpfern" auf der einen Seite wird seit 20 Jahren von Demagogen, wie du schon sagst bemüht. bleibt die frage warum die Politik hier nicht Einspruch wagt. ganz einfach, weil selbige hofiert und protegiert werden und für das kochen der parteipolitischen Süppchen genutzt werden.

@gert und @wosch, ihr kennt keinen? man sollte sich mal die Ergüsse über Jahre, eines allseits hochgeschätzten, gottgleichen, ehemaligen Präsidentschaftskanditaten zu Gemüde führen! genau das was josy andeutet wird von diesem immer wieder und nachdrücklich propagiert! des weiteren: Neupert, Knape, Lengsfeld, Birtheler. Gerechtigkeitshalber muss man sagen dass lediglich Hubertus Knape ein alt Bundesbürger ist!

auch muss gesagt werden daß es durchaus nachdenkliche und realistische stimmen aus der Politik zu diesem Thema gab. Schäuble und von Weizsäcker seien hier genannt. nur konnte sich ihre ehrliche und offene Sicht leider nicht durchsetzen und ging mit der zeit auch verloren.

schönen Freitag allerseits,

SCORN





SCORN, ich will Dir ja zugestehen, daß Du das was Du hier von Dir gibst selber glauben tust, daß muß aber noch lange nicht heißen daß es auch der Wahrheit entspricht!! Ich denke mal auch Du wirst Deine Gründe haben, daß Dir der "allseits hochgeschätzte, gottgleiche ehemalige Präsidentschaftskandidat" so sehr im Magen liegt! Neupert, Knabe, Lengsfeld, Birthler und Gauck, alles Demagogen? Wenn ich mir das von mir rot Hervorgehobene aus Deiner Feder in Bezug auf die "Ergüsse" dieses Herrn verinnerliche, stellt sich mir die Frage was Du für Einer bist? Etwa kein Demagoge? Na ich weiß nicht SCORN, ich denke Du bläst da in ein Horn hinein aus dem außer lauten Tönen nur eine schlechte Melodie heraus kommt!
Um noch mal auf Yosi´s Zitat mit den Saubermännern-und Frauen zurück zu kommen, ich denke nicht, daß diese nur im Westen beheimatet waren. Man sollte nicht mit Gewalt Gräben aufreißen wo keine sind!!

Schönen Gruß aus Kassel.


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#20

RE: Terrorangst in Ostberlin/ der heisse April des Jahres 1986

in DDR Staat und Regime 30.07.2010 17:13
von SCORN (gelöscht)
avatar

Zitat von wosch
... Ich denke mal auch Du wirst Deine Gründe haben, daß Dir der "allseits hochgeschätzte, gottgleiche ehemalige Präsidentschaftskandidat" so sehr im Magen liegt! Neupert, Knabe, Lengsfeld, Birthler und Gauck, alles Demagogen? Wenn ich mir das von mir rot Hervorgehobene aus Deiner Feder in Bezug auf die "Ergüsse" dieses Herrn verinnerliche, stellt sich mir die Frage was Du für Einer bist? Etwa kein Demagoge?



hallo wosch,
nenne sie wie du willst, es ist mir ein leichtes jedem dieser vorgenannten Personen Zitate zuzuordnen die eigendlich jeglichen Kommentar erübrigen ! Wollen wir hier wirklich ein paar Zitate von diesen Herrschaften einbringen??? ich möchte dich an die auslassungen der Frau Hildigurd Neubert vor wenigen Wochen in Erfurt erinnern! Du hast auf Anfrage eine PN zur Quelle von mir bekommen! Konntest du sie überprüfen und was hast du heraus gefunden? Ich unterlasse es hier ihre Behauptungen nochmals zu wiederholen. Oder sind ein paar "Highlights" des Historikers Hubertus K. genehm....vielleicht ein paar Zitate zur Nazizeit und die vergleiche zur DDR ? Oder Frau Lengsfeld, es gibt hier Leute die haben sie in diesem jahr schon" life" und in " farbe" erleben können. alles hier im Forum schon berichtet.......

ich für meinen teil habe keine lust die abstrusen behauptungen dieser leute durch zu kauen und ihnen eine weitere plattform zu geben. ausserdem bin ich dazu auch nicht in der lage da ich zu DDR zeiten kein couragierter Bürger im Widerstand zur Diktatur gewesen bin und folglich (lt. Pfarrer Gauck) eine deformierte persönlichkeit habe !


gruss
SCORN


Ebro hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.07.2010 18:20 | nach oben springen



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