#1

wer wählte die "lizens-platten" aus ?

in DDR Staat und Regime 20.07.2010 00:55
von EK76/1 | 84 Beiträge

diese Frage kam mir gestern:
"wer wählte eigentlich die Lizens-LPs aus ? "
zu DDR-Zeiten reihten wir uns alle zwei Wochen vor den Plattenläden ein, um eine der begehrten Lizens-LPs von AMIGA zu erstehen.
Oft standen wir umsonst. Die Lieferung kam nicht an, oder es gab andere Gründe.
Hatte man das Glück, war Warten angesagt. Die Verkäuferinnen hatten dann scheinbar ihren Spass beim langsamen Auspacken der begehrten Ware. Egal.
Gekauft wurde dann eigentlich alles, auch das , was nicht dem eigenen Musikgeschmack entsprach. Man hatte wenigstens was zum eventuellen Tausch.
Wo wurde aber eigentlich über diese Veröffentlichungen bei AMIGA entschieden? Wer hat sie ausgewählt?
Ohne Parteientscheidung ging doch nichts.
Es gab übrigens 2 Veröffentlichungen ("The Darkside Of The Moon"und "Wish you were here" von Pink Floyd. War da ein Fan an der Macht?
Hat jemand da eine Info?
viele Grüsse



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#2

RE: wer wählte die "lizens-platten" aus ?

in DDR Staat und Regime 20.07.2010 09:02
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von EK76/1

Wo wurde aber eigentlich über diese Veröffentlichungen bei AMIGA entschieden? Wer hat sie ausgewählt?
Ohne Parteientscheidung ging doch nichts.



Du gibst dir die Antwort quasi selbst.

Zitat von Wiki
Die Kontingentierung der musikalischen Genre sowie die Auswahl der Künstler, ihrer Stücke und Texte unterlag den staatlichen Vorgaben der DDR-Kulturpolitik

Auch für die Lizenzpressungen wurden zumeist eigene LP-Covers gestaltet, die sich oft an die Gestaltung der Originalausgaben anlehnten, jedoch auch häufig um politische Details verändert waren. So war bei den Bandfotos einer LP von Herbert Grönemeyer der Schlagzeuger retuschiert worden, weil er 1978 aus der DDR ausgereist war. Bei einer LP von John Lennon wurde auf einen auf dem Cover enthaltenen Auszug der US-Verfassung verzichtet.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
keula57 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.07.2010 09:02 | nach oben springen

#3

RE: wer wählte die "lizens-platten" aus ?

in DDR Staat und Regime 20.07.2010 13:39
von Greso | 2.377 Beiträge

Für mich war wichtig,das ich sie fast alle hatte.
Greso


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#4

RE: wer wählte die "lizens-platten" aus ?

in DDR Staat und Regime 20.07.2010 18:14
von Rotten (gelöscht)
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Die Auswahl der AMIGA-Lizenzplatten erfolgte durch das Komitee für Unterhaltungskunst,welches dem Ministerrat der DDR unterstellt war.
Dabei hatten sich 'künstlerische Qualität mit bürgerlich-humanistischer bzw. sozialistischer Haltung zu vereinen'(aus wiki).
Dieses galt für alle Lizenzplatten(AMIGA),die über die staatlichen Läden verkauft wurden.
Kultur-politisch leichter wurde dieses in den polnischen & tschechischen Infozentren(Leipzig & Berlin) umgesetzt,in denen Lizenzpressungen der Label POLTON , TONPRESS & SUPRAPHON verkauft wurden. Preis auch hier 16,10 Mark,jedoch weitaus breitgefächertes Angebot (siehe Fotos).
Gleiches Komitee war auch für das Sortiment in den Intershops/Seemanns-Basars mitzuständig (Preise 2 bis 14 DM).
Eine weitaus bessere Auswahl an Lizenzpressungen gab es direkt in Polen oder der CSSR in den jeweils staatlichen Läden des Landes (Preise 25 bis 40 Mark).
In Ungarn und Jugoslawien(private Läden) waren für Beträge von 60 bis 350 Mark fast alle Tonträger käuflich.
Rotten

Angefügte Bilder:
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen und (falls vorhanden) Vorschau-Grafiken der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
IMG_0148.jpg
IMG_0149.jpg
IMG_0150.jpg

keula57 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.07.2010 18:46 | nach oben springen

#5

RE: wer wählte die "lizens-platten" aus ?

in DDR Staat und Regime 20.07.2010 19:47
von 94 | 10.792 Beiträge

Lizens-Platten, hä? Seit wann ham den die die uns Moffen (1) nennen Wunschnummern. Und heißt das Blech dann nicht Kentekenplaat
(2). So, da isser wieder der sultanienenka**ende 94er *grins*
Doch nun erst mal brav zum Thema, für 7 Лева, das waren ungefähr 20 Alumark, gab es Mitte/Ende der 80er auch recht aktuelle Raubpressungen (?) in Bulgarien. Witzig fand ich, das das Cover komplett ins Bulgarische übergesetzt wurde. So kann ich mich noch an Madonnas 'Like A Virgin' erinnern, die ich im Sommer 85 als 'Като Дева' käuflich erwarb. Ansonsten waren die Plattenläden in Budapest auch sehr gut bestückt, allerdings auch die Preise. Zwei Sommer später 'Electric Cafe' für ich glaube 200 Forinten.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Mof
(2) http://nl.wikipedia.org/wiki/Kentekenplaat


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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