#1

Was ist noch übrig von der Berliner Mauer? Die letzten Mauerspuren

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 20.02.2009 12:25
von Angelo | 12.396 Beiträge
Die Berliner Mauer ist nicht mehr da, aber die Spuren der Mauer sind auch heute noch sichtbar,man muss nur genau hinschauen und man findet in ganz Berlin immer noch Spuren der Berliner Mauer. Wer heute Berlin besucht sollte auf jedenfall auf die suche nach den Resten der Berliner Mauer gehen. Ich selber habe Berlin 1986 besucht im zarten Alter von 16 Jahren. Ich habe die Mauer zwar war genommen fand es aber als normal das sie da ist. Heute könnte ich mir in den Hintern beißen das ich nicht alles mit dem Fotoapparat festgehalten habe. Aber wer konnte 1986 ahnen das es 1989 keine Mauer mehr geben wird? Schauen wir jetzt mal was noch übrig geblieben ist von der Berliner Mauer. Die Bilder stammen aus dem Stadtarchiv der Stadt Berlin.


Ein Jugendlicher der diesen Weg läuft würde kaum denken das dieser vermeintlicher Fahrradweg mal der Kolonnen weg der DDR Grenztruppen war. Man kann deutlich noch die ehemalige Lichtstrasse erkennen die das Bollwerk Taghell erleuchtet hat.

Auch auf diesem Foto kann man noch die Lampen der ehemaligen Lichtstrasse erkennen, auch der Kolonnenweg der DDR Grenztuppen ist noch erhalten. Hier stand die Berliner Mauer. Kaum zu glauben aber war.


Dieses Bild ist ist keine Baustelle sondern der ehemalige Grenzstreifen in Berlin. Deutlich kann man erkennen wie sich der Grenzstreifen durch Berlin gezogen hat. Was zurück geblieben ist, nur ein leeres ödes Land.

zuletzt bearbeitet 21.02.2009 11:35 | nach oben springen

#2

RE: Was ist noch übrig von der Berliner Mauer? Die letzten Mauerspuren

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 20.02.2009 15:01
von Rainman2 | 5.764 Beiträge
Hallo Angelo,

das markanteste Stück Mauer in Berlin ist natürlich das "Mauermuseum" an der Bernauer Straße. Kommt man aus Richtung Nordbahnhof in die Bernauer Straße, sieht man das originale Stück Mauer (natürlich von Mauerspechten bearbeitet) mit dem anschließenden Museum. Folgt man der Bernauer Straße bis zum Prenzlauer Berg, an die Ecke Eberswalder-, Oderberger-, Schwedter Straße, sieht man, dass dort die Mauer nach links ging und vor dem Stadion (Jahn-Sportpark) verlief. Dort zieht sich heute der sogenannte Mauerpark entlang. Ein beliebter Treffpunkt mit inzwischen ausgeprägter Jahrmarktsatmosphäre. Das Trennende wurde zum Vereinenden. Und das Schönste daran: Niemand musste das organisieren, es wurde einfach so angenommen und auch die Polizei konnte nichts daran ändern.

Ich habe seit Juni 1990 bis Mai 1995 im Eckhaus an der Schwedter- zur Oderberger Straße gewohnt, habe einen Teil des Abrisses der Mauer noch miterlebt, die schrittweise Umgestaltung des Abschnitts des heutigen Mauerparks von "Mauer" zum "Park". Das hat durchaus Freude gemacht (selbst mir als altem Grenzer). Aus unserer Wohnung konnte man weit entlang beider Richtungen sehen, sowohl entlang des Grenzstreifens an der Bernauer Straße, als auch entlang des Mauerparks. Eines Tages war ich auf dem Dachboden des Hauses. Genau an der Ecke war ein kleiner Raum, eine Art Verschlag, abgetrennt. An einer Stelle der Wand sah ich, dass ein kleiner Kasten an- und inzwischen wieder abgeschraubt worden war. Es war eindeutig ein Anschluss für das GMN (Grenzmeldenetz) gewesen, in den die Grenzer ihren Gummihörer mit eingebautem Mikrofon stecken und mit der Führungsstelle oder untereinander kommunizieren konnten. Nein, zur Grenzsicherung taugte dieser Punkt nicht. Man konnte zwar viel sehen, aber nicht lagebezogen handeln. Das schloss eigentlich den Einsatz eines strukturmäßigen Grenzpostens aus. Also saßen dort wahrscheinlich die, die nur Horchen und Gucken wollten.

ciao Rainman

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 20.02.2009 15:02 | nach oben springen

#3

RE: Was ist noch übrig von der Berliner Mauer? Die letzten Mauerspuren

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 10.06.2009 11:11
von Schreiber | 258 Beiträge

==================================================
Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.
Konfuzius


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#4

RE: Was ist noch übrig von der Berliner Mauer? Die letzten Mauerspuren

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 10.06.2009 15:08
von josy95 | 4.915 Beiträge

Hallole!
Die Brockenmauer, die ja teilweise "baugleich" mit der Berliner Mauer war und aus s. g. "L"- Einzelelementen bestand, steht u. a. steht noch ein Exemplar in Ilsenburg auf dem Gelände der dortigen Radsatzfabrik. Andere Teile sind verkauft wurden, u. a. für Silobunker in der Landwirtschaft. Ein anderer Teil ist zerschreddert wurden für Straßenbaustoff.

Übrings: 1991 oder 92 hat es auf dem Brocken noch einen tödlichen Unfall mit solch einem Mauerteil gegeben, das umsstürzte und einen Besucher unter sich begrub. Muß in der Nähe des Kollonenweges am s. g. Nordtor passiert sein. War wohl ein Randteil, wass durch die begonnende Demontage fast frei stand und keinen richtigen Halt mehr hatte. Wer den Brocken und die plötzlichen Witterungsumschwünge und Luftbewgungen sprich kurzfristig aufkommende Windböen dort oben kennt, weiß es. Den Mauerabbau hat man nach diesem tragischen Unglücksfall forciert.

M. F. G. Josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#5

RE: Was ist noch übrig von der Berliner Mauer? Die letzten Mauerspuren

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 22.06.2009 17:20
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Diese Stück Grenze ist schon extrem,viel enger gehts wohl kaum. Zwischen den Wohnblöcken sind doch höchstens 15 oder 20 m.
Für die Ostberliner muss das doch echt hart gewesen sein,der Westen im wahrsten Sinne des Wortes zum Greifen nahe und
doch eine verschlossende Welt.
Ich gehe aber davon aus,das die Bewohner auf der Ostseite vorher "durchleuchtet" worden sind.
Ist die Harzer Str in Berlin.

Angefügte Bilder:
800px-Mauerstr.png


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#6

RE: Was ist noch übrig von der Berliner Mauer? Die letzten Mauerspuren

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 22.06.2009 19:38
von Augenzeuge (gelöscht)
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Ja Zermatt, ich habe das später in Neukölln- hier ist die Harzer Str.- auch hautnah erlebt, es ist ein unglaubliches Gefühl.
Man hört Unterhaltungen aus einer anderen Welt.
Hier habe ich noch ein Bild.

Gruß, Augenzeuge

Angefügte Bilder:
Bild48.jpg

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#7

RE: Was ist noch übrig von der Berliner Mauer? Die letzten Mauerspuren

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 22.06.2009 19:42
von manudave (gelöscht)
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Da hat man wirklich Leute drin wohnen lassen?


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#8

RE: Was ist noch übrig von der Berliner Mauer? Die letzten Mauerspuren

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 22.06.2009 19:46
von Augenzeuge (gelöscht)
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Logisch, hey- die hatten Wohnungsnot.

Aber dort gab es auch wöchentliche Inspektionen wegen Indianerspielen und so...
Ehrlich, die haben nach Bogen und Pfeil gesucht- hier war doch mal mit einer Seilwinde der Bethke drüber...


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#9

RE: Was ist noch übrig von der Berliner Mauer? Die letzten Mauerspuren

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 22.06.2009 19:47
von manudave (gelöscht)
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Hätten die doch mal bei mir gesucht. Ich hab damit mal der Tochter unseres Haus-Stasi-Mannes in´s Gesicht gefeuert.


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#10

RE: Was ist noch übrig von der Berliner Mauer? Die letzten Mauerspuren

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 22.06.2009 19:48
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Die Örtlichkeiten bieten sich ja auch gerade zu an,die paar Meter..



zuletzt bearbeitet 22.06.2009 19:50 | nach oben springen

#11

RE: Was ist noch übrig von der Berliner Mauer? Die letzten Mauerspuren

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 22.06.2009 21:09
von Augenzeuge (gelöscht)
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Ja die haben sicher überlegt, ob man die ganzen Häuser noch abreissen soll, Mielke wollte immer ein freies Schussfeld haben, aber scheinbar gab es unter denen auch ein paar Vernünftige....


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#12

RE: Was ist noch übrig von der Berliner Mauer? Die letzten Mauerspuren

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 23.06.2009 17:22
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Eben,wie du gesagt hast,es gab Wohnugsnot,da muss man auch mal praktisch denken,Grenze hin-Grenze her.



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#13

RE: Was ist noch übrig von der Berliner Mauer? Die letzten Mauerspuren

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 24.06.2009 00:40
von Berliner (gelöscht)
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#14

RE: Was ist noch übrig von der Berliner Mauer? Die letzten Mauerspuren

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 24.06.2009 17:27
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Wenn ich diesen Link anklicke,stürzt mein Rechner ab



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#15

RE: Was ist noch übrig von der Berliner Mauer? Die letzten Mauerspuren

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 24.06.2009 22:01
von dein1945 (gelöscht)
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Zitat von Zermatt
Wenn ich diesen Link anklicke,stürzt mein Rechner ab

Hallo Zermatt, versuch es mal mit der direkt Eingabe, wie folgt:

http://www.welt.de/wissenschaft/history/...gen_gelang.html

Absulut Vierenfrei, nicht verwanzt und vom MfS kontrolliert,
viel Spass beim lesen, Gruß aus Berlin, dein1945


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#16

RE: Was ist noch übrig von der Berliner Mauer? Die letzten Mauerspuren

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 25.06.2009 18:32
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Sorry ,danach bleibt der Rechner "hängen" Ende.



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#17

RE: Was ist noch übrig von der Berliner Mauer? Die letzten Mauerspuren

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 25.06.2009 21:49
von Augenzeuge (gelöscht)
avatar

Es ist kurz nach vier Uhr morgens, als sich Holger Bethke vom Dach stürzt. Der 24-jährige Elektriker steigt am 31.März 1983 durch eine Dachluke aus dem Eckhaus Schmollerstraße5/Bouchéstraße 33 in Berlin – und springt. Dass er nicht rund 20 Meter in die Tiefe fällt, liegt an der kleinen Rolle, an die er sich mit beiden Händen klammert. Sie gleitet an einem sechs Millimeter dünnen Stahlseil entlang von Treptow nach Neukölln. Gesichert ist Holger nur durch ein Seil, das er sich um den Brustkorb geschlungen hat. Bethke rollt über die Bouchéstraße hinweg und überblickt zum ersten Mal den ganzen Todesstreifen: unter ihm Panzersperren, 70 Meter entfernt ein Wachturm, Stacheldraht, und die endlos lange Mauer. Der Grenzabschnitt ist taghell: Alle zehn Meter leuchten grelle Flutlichter das Sperrgebiet aus. Ein Gedanke geht Holger Bethke nicht aus dem Kopf: Was, wenn die Grenzer gerade jetzt nach oben schauen, ihn entdecken und schießen?

Doch niemand bemerkt etwas. Gut eine Minute später erreicht er das Haus auf der anderen Straßenseite – im Westteil Berlins. Die Freiheit scheint zum Greifen nah, da endet die Fahrt plötzlich: Holger kommt nicht wie geplant auf dem Dach des Hauses Bouchéstraße 68a an. Das Drahtseil hängt leicht durch; er muss sich das letzte Stück hinüberhangeln. Doch auch jetzt hat er Glück: Vor sich sieht er eine offene Loggia genau unter dem Dach. Nur noch über das Gitter, und es ist geschafft: Unter seinen Füßen liegt Neuköllner Boden.

Seiltrick in der Wuhlheide getestet

Nun muss noch sein Freund Michael Becker auf die Westberliner Seite. Besteht der 23-jährige Heizungsinstallateur denselben Kraftakt, wäre ihre Flucht perfekt. Holger wartet auf seinen Freund, der sich noch unter dem Dach des gegenüberliegenden Hauses befindet. Für einen kurzen Moment sind die beiden durch die Sektorengrenze getrennt. Dann macht sich Michael auf den riskanten Weg. Mit einem Arm hängt er an seiner Rolle fest, gesichert nur mit einer Schlaufe. Auch er bekommt kurz vor dem Ziel Probleme – dieses Mal kann Holger ihm zur Hilfe kommen. Er packt ihn und zieht ihn ins Haus. Lange hätte sich Michael nicht mehr festhalten können.

Die beiden hatten sich zwei Jahre vor ihrer Flucht kennengelernt. Gemeinsam fassten sie den Entschluss, in den Westen zu gehen. Nachdem sie unzählige Fluchtmöglichkeiten erwogen und als unrealistisch verworfen hatten, kam Holger auf die Idee mit der Seilbahn. In den Monaten vor der „Republikflucht“ bastelten sie ihre Seilkonstruktion, übten im Ost-Berliner Volkspark Wuhlheide und trainierten ihre Oberarme mit Hangeln. Holger kundschaftet das Eckhaus an der Schmollerstraße bereits ein halbes Jahr vor dem Fluchtversuch aus. Das Gebäude ist ideal: Es hat fünf Stockwerke, einen geräumigen Dachboden und ein Walmdach. Das Wohnhaus auf der gegenüberliegenden Seite, ein Nachkriegsbau, ist mit vier Stockwerken etwas niedriger als das im Ostteil.

Oma schmuggelte Funkgerät in Miracoli-Packung

Es fehlte nur noch ein Helfer in Westberlin. Holger schrieb seinem Bruder Ingo, was zu tun war. Dieser war sofort bereit zu helfen: „Ich war zuversichtlich, dass sie das schaffen würden. Holger schien die Flucht gut geplant zu haben“, sagt er heute. Auch Michael Beckers Großmutter, die im Westen wohnte, unterstützt die beiden: Sie schmuggelte in einer Miracoli-Packung ein Funkgerät nach Ost-Berlin. Ingo erhielt ein zweites Gerät, sodass sich die drei in der Fluchtnacht miteinander verständigen konnten.

Am 30.März, einem Mittwoch, kommen Holger Bethke und Michael Becker bereits um 13.30 Uhr in der Schmollerstraße an – getarnt als Handwerker in blauen Arbeitsanzügen. Verschlossene Türen öffnen sie mit einem Dietrich. Sie versuchen, möglichst keinen Lärm zu machen. Fast zwölf Stunden verstecken sich die beiden auf dem Dachboden des Hauses, essen Leberwurstbrote, trinken Schnaps und rauchen Zigaretten. „Ich hatte Angst, dass etwas schiefgehen könnte. Aber es gab kein Zurück mehr“, erinnert sich Bethke. Schließlich schlingen die beiden das eine Ende eines 105 Meter langen Drahtseils um den Schornstein. Dann nehmen sie eine Angelschnur, knoten sie an einen Pfeil und schießen ihn mit einem Fiberglas-Bogen über das Haus auf der anderen Seite der Grenze; die Angelschnur spult sich vom Hals einer Sektflasche ab. Der Pfeil soll im Hof hinter dem Haus Bouchéstraße 68a landen, wo Ingo mit einem gemieteten Auto wartet.

Erst der dritte von drei Pfeilen kam ins Ziel

Drei Pfeile haben Holger und Michael dabei. Um ein Uhr nachts geht es los, doch gleich beim ersten Versuch reißt die Angelschnur. Der zweite Schuss verfehlt sein Ziel: „Wir wissen bis heute nicht, wo der Pfeil gelandet ist“, sagt Bethke. Der dritte Schuss trifft, Ingo findet den Pfeil in der Dunkelheit jedoch erst nach längerer Zeit. Er zieht die Angelschnur mit dem Stahlseil über den Todesstreifen und das West-Berliner Haus hinweg und befestigt es an der Stoßstange des Wagens. Dann fährt er ein Stück vor, um es straff zu ziehen. Die waghalsige Flucht kann beginnen.

Als die beiden Flüchtlinge endlich auf dem Neuköllner Dachboden stehen, haben sie das nächste Problem: Die Tür zum Treppenhaus ist verschlossen. Noch einmal nützen ihnen die Funkgeräte: Ingo alarmiert die Polizei, die Holger und Michael wenig später befreit. Die beiden können ihr Glück kaum fassen. „Das war eine Riesenfreude, als wir drüben angekommen sind“, schildert Holger Bethke den Moment. „Meinen Bruder sah ich nach acht Jahren das erste Mal. Wir haben uns kaum wiedererkannt.“

Ähnlicher Versuch scheiterte

Das Gelingen der spektakulären Seilflucht verdanken die beiden einer Reihe glücklicher Umstände. Erst bei Sonnenaufgang gegen 6.45 Uhr wird die Flucht von den Grenzkräften auf dem Todesstreifen bemerkt. Bereits dreieinhalb Monate zuvor hatte es an der Schmollerstraße7 einen ähnlichen Versuch gegeben: Zwei Männer wollten ein 40 Meter langes Seil mit einen Anker vom Dach des Hauses über den Todesstreifen werfen. Das Vorhaben scheiterte; die beiden wurden ermittelt und festgenommen. Daraufhin ordnete der Leiter der Volkspolizei-Inspektion Treptow an, bis zum 31.März 1983 die Dachluken des Hauses zu vergittern und den ständigen Verschluss der Haus- und Bodentüren zu gewährleisten. Dies geschah aber nicht.

Eine Woche vor der erfolgreichen Flucht fand die letzte Kontrolle auf dem Dachboden statt. Doch Holger und Michael hatten nichts riskiert und sich besonders unauffällig verhalten. „Die haben einen so großen Aufwand betrieben, uns daran zu hindern, in den Westen zu gelangen. Und trotzdem haben wir es geschafft“, sagt Holger Bethke.

Die beiden Freunde schafften, was den meisten Fluchtwilligen verwehrt blieb. Viele versuchten über den Eisernen Vorhang in den Westen zu entkommen, aber nur wenigen gelang es. Bis zum Mauerfall 1989 starben mindestens 133 Menschen beim Versuch, die Berliner Mauer zu überwinden – wahrscheinlich aber deutlich mehr.

Stasi machte die Flucht zur Chefsache

Die Flucht mit Pfeil und Bogen war für die DDR so brisant, dass die Akte ins Sekretariat von Gerhard Neiber wanderte, dem Stellvertreter des Stasi-Ministers Erich Mielke. Die Stasi wollte unter allen Umständen verhindern, dass der Fall an die Öffentlichkeit gelangte. Doch bereits fünf Tage später nach der erfolgreichen Flucht berichteten die Westberliner Zeitungen über die abenteuerliche Aktion. Ihre Familie und Freunde aber sahen die beiden Ost-Berliner Freunde erst nach dem Mauerfall wieder – mit einer Ausnahme. Die großen Brüder hatten es vorgemacht: Fluchthelfer Ingo war schon 1975 geflüchtet; er paddelte auf einer Luftmatratze über die Elbe. Holger war der zweite. Und auch der dritte Bruder Egbert Bethke hält es in der DDR nicht aus: Im Mai 1989, kurz vor dem Mauerfall, holen die beiden andern Brüder ihn mit Ultraleichtfliegern in den Westen. Holger Bethke arbeitet heute als Elektriker in Köln. Drei Brüder, drei Fluchten – eine deutsche Geschichte zwischen Ost und West.

Angefügte Bilder:
seilflucht_06_DW_Be_536938g.jpg

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#18

RE: Was ist noch übrig von der Berliner Mauer? Die letzten Mauerspuren

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 26.06.2009 02:39
von Berliner (gelöscht)
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Zitat von Zermatt
Wenn ich diesen Link anklicke,stürzt mein Rechner ab

Hi Zermatt,

weiss gar net was da los war, bei mir dauerte es auch ziemlich lange bis sich die Seite geladen ist.
Dann kam eine Meldung ueber QuickTime, naja. Ich denke nicht, dass es ein Virus war, sondern ein "Add-On" Programm die, die ganzen Resourcen des Rechners fuer sich beanspruchte.

Aber eine sehr, sehr coole Story, und die Brueder auch spaeter mit den Leichtflugzeugen...Vielleicht waren sie Dummkoepfe, aber die Tat fand ich so ziemlich heldenhaft. Wenn Du mal aus der DDR brechen willst, dann zunaechst im grossen Stil!)
Berliner


zuletzt bearbeitet 26.06.2009 02:43 | nach oben springen

#19

RE: Was ist noch übrig von der Berliner Mauer? Die letzten Mauerspuren

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 26.06.2009 17:32
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Ja,Berliner das sind Momente ,da könnte ich den Rechner aus dem Fenster schmeissen..

Hallo Augenzeuge,vielen Dank für den Bericht.



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#20

RE: Was ist noch übrig von der Berliner Mauer? Die letzten Mauerspuren

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 26.06.2009 18:26
von Affi976 (gelöscht)
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wenn ich mich nicht irre, sollen die Eltern der Bethkebrüder auch in höheren Partei- bzw. Armeestellungen gewesen sein.
Das macht die Sache noch brisanter. Aber ehrlich mal - solche Brüder zu haben, die ihre Freiheit aufs Spiel setzen um den 3. Bruder rauszuholen???!!!! Alle Achtung - über Mut und Einfallsreichtum der Jungs.
Affi


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