#61

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 21.12.2011 11:13
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von PzGrenWest
Ich erinnere mich noch gut an die Deutrans-LKW.
Vor Kasernen haben die nie gestanden, aber wenn man unterwegs war, hat man eine Menge davon gesehen.
Besonders aufgefallen sind die mir immer auf der Autobahn, wenn wir beim Bund mal wieder verlegt haben und Kolonne gefahren sind.
Du konntest wetten, dass immer dann ein ganzes Rudel von den Deutrans-Lastzügen ausgerechnet auf unserer Strecke unterwegs waren. Die haben immer ganz langsam überholt und Du konntest richtig beobachten, wie der Fahrer gezählt hat.
Alle paar Minuten kam so einer vorbei. Ist die Kolonne von der Autobahn abgefahren, konnte man darauf wetten, dass ein orangener LKW dahinter hing.
Wenn Du dagegen zivil unterwegs warst, hast Du bedeutend weniger davon gesehen.
Als hätten die schon vorher gewusst, wann auf einer Strecke Kolonnen unterwegs sind und die abgepasst.


Also, der Willy aus Reutlingen hat mehr LKW!

Ich glaube, letztens müssen bei uns ein Deutrans-LKW gewesen sein. Die haben nicht nur spioniert, nein - die hatten sogar Leopard 2 Panzer geladen! Nein - das waren keine Militär-LKW.


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#62

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 21.12.2011 11:21
von eisenringtheo | 9.173 Beiträge

Zitat von EDGE-Henning
(...)
Und welcher Zusammenhang besteht mit: 1984 in die DDR gereist und Militärkolonne bei Stuttgart?


Von Zürich nach der DDR kommt man bei Stuttgart vorbei. Und weil ich in die DDR wollte, sind mir die DDR LkW aufgefallen. Wenn die Deutrans Fahrer sich mit Spionage beschäftigt hätte, wäre das irgendwo in den Akten des BStU zu finden, da gibt es aber wohl wirklich nichts. Zum "Vorführen" meine ich natürlich nicht die Lkw. sondern die Miltärfahrzeuge, Waffen usw... "die mehr sein sollen, als sie es sind".
Theo


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#63

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 21.12.2011 11:51
von Mike59 | 7.969 Beiträge
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#64

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 21.12.2011 19:37
von willie | 613 Beiträge

Hallo,
ich möchte nun mal einen Betrag zur Deutrans einstellen. Diese Schilderung wird vermutlich von einigen hier im Forum angezweifelt werden, es kann/soll sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Ich habe mir hierzu jedenfalls meine eigene Meinung gebildet.
Im Jahre 1979 arbeitete meine Schwester als Zuschneiderin in einer Rockfabrik/Näherei in der Ortschaft Altefeld, etwa 8 Km nördlich von Herleshausen. Diese Näherei wurde 1 bis 2 mal wöchentlich mit Stoffballen aus der DDR beliefert. Die Anlieferung erfolgte immer durch einen Deutrans-Lkw.
Normalerweise traf dieser Lkw besetzt mit Fahrer und Beifahrer gegen 10.00 Uhr bei der Näherei ein. Es kam bei den Anlieferungen selten zu längeren Gesprächen zwischen den Deutrans-Mitarbeitern und dem Personal der Näherei.
An einem Donnerstag mußte man jedoch bis gegen 12.00 Uhr auf die Lieferung der Deutrans warten. Nachdem der vollbeladene LKW mit Anhänger eingetroffen war, begann man sofort mit dem Entladen der Stoffballen. Hierbei kam es zu einem kurzen Gespräch zwischen dem Beifahrer und meiner Schwester. Auf die Frage, warum die Lieferung heute erst so spät hier ankommt, erzählte der Beifahrer, daß der Kollege über Sontra gefahren sei und in der Ortschaft Lindenau in einer sehr engen 90Grad Kurve steckengeblieben war. Meine Schwester fragte ihn nach dem Grund, denn der LKW und auch der Anhänger waren ja mit Stoffballen voll beladen. Sie erhielt jedoch keine Antwort mehr vom Beifahrer, da der Fahrer des Lkw`s sich zu ihnen gesellte.
Ich habe als Anhang die Fahrstrecke des LKW`s eingezeichnet. Diese führt unmittelbar am Übungs- und Kasernengelände des PzAufklBtl 5 in Sontra vorbei.

Gruß Willie

Angefügte Bilder:
Näherei Altefeld.JPG

...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
zuletzt bearbeitet 21.12.2011 19:45 | nach oben springen

#65

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 21.12.2011 19:50
von Mike59 | 7.969 Beiträge

Zitat von willie
Hallo,
ich möchte nun mal einen Betrag zur Deutrans einstellen. Diese Schilderung wird vermutlich von einigen hier im Forum angezweifelt werden, es kann/soll sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Ich habe mir hierzu jedenfalls meine eigene Meinung gebildet.
Ich Jahre 1979 arbeitete meine Schwester als Zuschneiderin in einer Rockfabrik/Näherei in der Ortschaft Altefeld, etwa 8 Km nördlich von Herleshausen. Diese Näherei wurde 1 bis 2 mal wöchentlich mit Stoffballen aus der DDR beliefert. Die Anlieferung erfolgte immer durch einen Deutrans-Lkw.
Normalerweise traf dieser Lkw besetzt mit Fahrer und Beifahrer gegen 10.00 Uhr bei der Näherei ein. Es kam bei den Anlieferungen selten zu längeren Gesprächen zwischen den Deutrans-Mitarbeitern und dem Personal der Näherei.
An einem Donnerstag mußte man jedoch bis gegen 12.00 Uhr auf die Lieferung der Deutrans warten. Nachdem der vollbeladene LKW mit Anhänger eingetroffen war, begann man sofort mit dem Entladen der Stoffballen. Hierbei kam es zu einem kurzen Gespräch zwischen dem Beifahrer und meiner Schwester. Auf die Frage, warum die Lieferung heute erst so spät hier ankommt, erzählte der Beifahrer, daß der Kollege über Sontra gefahren sei und in der Ortschaft Lindenau in einer sehr engen 90Grad Kurve steckengeblieben war. Meine Schwester fragte ihn nach dem Grund, denn der LKW und auch der Anhänger waren ja mit Stoffballen voll beladen. Sie erhielt jedoch keine Antwort mehr vom Beifahrer, da der Fahrer des Lkw`s sich zu ihnen gesellte.
Ich habe als Anhang die Fahrstrecke des LKW`s eingezeichnet. Diese führt unmittelbar am Übungs- und Kasernengelände des PzAufklBtl 5 in Sontra vorbei.

Gruß Willie




Die Fahrtroute ist echt Markant. Zumal es damals noch kein GPS gab. Aber echt nur um an einen Übungsplatz vorbei zu fahren doch Schwachsinn, oder. Und dann zwei Mann auf dem Bock die sich gegenseitig nicht trauen bei so einer "heiklen" Mission? Ich bin da sehr skeptisch.
Ich kann dir sagen wie eine Aufklärung einer BuWe Kaserne "ungefähr" ablief.

War in der Kaserne etwas nicht wie immer, hat jemand der in der Nähe wohnte seine Tante (kann auch ein Onkel gewesen sein) in Bremen (oder sonst wo) angerufen - und hat etwas lapidares mitgeteilt. Nach zwei oder auch drei Zwischenstationen war es bei Akl. der NVA (Nicht MfS!!!!!) Für solch einen scheiß musste kein LKW durch die Pampa kutschen.

Mike59


zuletzt bearbeitet 21.12.2011 19:58 | nach oben springen

#66

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 21.12.2011 21:00
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von willie
Hallo,
ich möchte nun mal einen Betrag zur Deutrans einstellen. Diese Schilderung wird vermutlich von einigen hier im Forum angezweifelt werden, es kann/soll sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Ich habe mir hierzu jedenfalls meine eigene Meinung gebildet.
Im Jahre 1979 arbeitete meine Schwester als Zuschneiderin in einer Rockfabrik/Näherei in der Ortschaft Altefeld, etwa 8 Km nördlich von Herleshausen. Diese Näherei wurde 1 bis 2 mal wöchentlich mit Stoffballen aus der DDR beliefert. Die Anlieferung erfolgte immer durch einen Deutrans-Lkw.
Normalerweise traf dieser Lkw besetzt mit Fahrer und Beifahrer gegen 10.00 Uhr bei der Näherei ein. Es kam bei den Anlieferungen selten zu längeren Gesprächen zwischen den Deutrans-Mitarbeitern und dem Personal der Näherei.
An einem Donnerstag mußte man jedoch bis gegen 12.00 Uhr auf die Lieferung der Deutrans warten. Nachdem der vollbeladene LKW mit Anhänger eingetroffen war, begann man sofort mit dem Entladen der Stoffballen. Hierbei kam es zu einem kurzen Gespräch zwischen dem Beifahrer und meiner Schwester. Auf die Frage, warum die Lieferung heute erst so spät hier ankommt, erzählte der Beifahrer, daß der Kollege über Sontra gefahren sei und in der Ortschaft Lindenau in einer sehr engen 90Grad Kurve steckengeblieben war. Meine Schwester fragte ihn nach dem Grund, denn der LKW und auch der Anhänger waren ja mit Stoffballen voll beladen. Sie erhielt jedoch keine Antwort mehr vom Beifahrer, da der Fahrer des Lkw`s sich zu ihnen gesellte.
Ich habe als Anhang die Fahrstrecke des LKW`s eingezeichnet. Diese führt unmittelbar am Übungs- und Kasernengelände des PzAufklBtl 5 in Sontra vorbei.

Gruß Willie


Der Fahrer war vielleicht Dominant, und der Beifahrer wollte nicht, das er mitbekam, wie er Deiner Schwester in Missgeschick schildert :-)


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#67

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 22.12.2011 00:17
von passport | 2.638 Beiträge

Hallo Users,

habe ja bereits einen Beitrag über dieses Thema hier geschrieben. Über dieses Thema in der Spedition mit ehemaligen Kraftfahrer von KiK und Deutrans unterhalten. Einhellige Meinung dieser Personen ist, es gab keine Aufklärungsfahrten durch diese Personengruppen. Auch damals galt schon der Spruch "Zeit ist Geld". HVA und der MilNad hatten dazu bessere Informationsquellen !

Gruß

passport


seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#68

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 08.10.2013 21:31
von damals wars | 12.175 Beiträge

seaman schreibt dazu im anderen Forum
ich zitiere fals ich darf:Als Teil der "äußeren Abwehr",unter Bezug auf das Völkerrecht als
Selbstverteidigungsrecht mittels offensiver Bekämpfung des Gegners
mit geheimdienstlichen Mitteln auf eigenen Territorium,wurde auch die international tätige Speditionsfirma Deutrans(DDR) logistisch von der HVA
und der Militäraufklärung der DDR genutzt.Der geheimdienstliche Kampf gegen die DDR erstreckte sich auf vier Hauptrichtungen-psychologische Kriegsführung,ökonomische Störtätigkeit,politische Isolation der DDR und
operative-militärische Planungen.Ziel der Auslandsaufklärung und der
Spionageabwehr der DDR war es gegnerische Aktionen zu Erkennen und
zu Paralysieren.Mit gleichen Mitteln gingen gegnerische Geheimdienste auch
gegen die DDR vor und nahmen diese Ziele für sich in Anspruch.
Die DDR-Aufklärung hatte die Aufgabe,legal nicht beschaffbare bzw.zugängliche, informative Grundlagen des (geheimdienstlichen )Gegners
zu erlangen.Ziel dabei war es nicht,die gesellschaftliche Ordnung zu destabilisieren bzw.ökonomische Prozesse im Land zu stören-sondern,in Übereinstimmung mit der Aussenpolitik der DDR,die friedliche Koexistenz zu sichern.Kooperation statt Konfrontation.
Soweit zu den Rahmenbedingungen.
Deutrans:Jeder Reisekader der DDR in das westliche Ausland,war früher oder später im Fadenkreuz westlicher Geheimdienste.Die Palette umfasste
Abwerbung/Republikflucht,Anwerbung für westliche Dienste bzw.ökonomische Störungen des Transportsystems, hier im Falle Deutrans.
Also ist es unsinnig anzunehmen,daß die Fahrzeuge generell mit Aufklärern besetzt waren.Das wäre zu simpel.Trotz dieser Situation sind aber punktuell
Fahrzeuge auch mit Erkundungsauftrag unterwegs gewesen-die manchmal in Zusammenarbeit/Vorarbeit mit tätigen Leuten im Operationsgebiet-solche
Aufklärung wie Marschstrassen,Brückenkapazität,Kasernen und andere milit.
Stützpunkte unternahmen.Schwerpunktmässig zu NATO-Manövern und anderen Übungen wurden die Transportwege an diese Gebiete verlegt.Dort kam es dann auch vor,daß auf Grund der "Sch..."DDR-Technik ausgerechnet
ein Deutrans-Fahrzeug mit Motorschaden längere Zeit liegen blieb.
(Fotos wurden nur für die Versicherung gemacht cool.gif ).
Zur Enttarnung dieser Tätigkeiten kam es 1988,als der stellvtr. Direktor
der Deutrans sich nach Abwerbung durch westliche Geheimdienste offenbarte.
Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielte die Deutrans bei der Einfuhr,über Drittländer,von Embargo-Gütern.Da es sich hier zum Teil auch
um militärisch nutzbare Waren handelte,wurden diese auch dementsprechend "gesichert."
Soweit erstmal.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#69

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 17.08.2015 20:45
von BautznerSenf | 57 Beiträge

Hallo!

Ich glaube bei dieser z. T. "hitzigen" Diskussion, dass da ein Missverstaendnis herrscht:
Nicht jeder Deutrans-LKW wurde zur Spionage genutzt und es war nicht automatisch jeder Deutrans-Fahrer ein Spion.
Aber warum sollte nicht das MfS oder die NVA ("nachgemachte") Deutrans-Fahrzeuge mit ihren Mitarbeitern besetzt haben?

Ich bin in einer Gegend aufgewachsen, in der es eine Sowjetische Militaer-Administration gab.
Zu dieser fuhren unglaubliche Mengen an "Sowtransawto"-LKW - immer mit TIR-Schild, verplompt und mit "Diplomatengepaeck" (sie durften also nicht durchsucht werden).

Bei jedem Manoever standen diese "Sowtransawto"-LKW mit gekipptem Fahrerhaus an einer Kreuzung oder einer Ladestr. eines Bahnhofes (manchmal tagelang) und die beiden Fahrer lehnten jedes Hilfsangebot freundlich ab. Aus dem versiegelten Kofferaufbau konnte man Brummen und gelegentlich ein Husten hoeren - es war ein offenes Geheimnis, dass dort Abhoertechnik drin war.

Und: Umgekehrt lief es ebenso! Ein Freund erzaehlte mir, dass man bei einem Manoever der NVA mit den Bruedern ploetzlich amerikanische und englische Beobachter im PKW dabei hatte. Der PKW durfte nicht angeruehrt werden (diplomatische Immunitaet), also hat man versucht, den PKW durch andere Fahrzeuge zu blockieren und eine Plane ueber das Fahrzeug gelegt, bis die Truppe vorbei war. So war die Immunitaet gewahrt und beide Seiten zeigten, dass sie wussten, dass der andere da ist.

Warum sollte es bei Deutrans anders gelaufen sein? Ein Bekannter, den ich 1990 kennengelernt hatte, war Oberst und ehem. Leiter eines Wehrkreiskommandos nahe Berlin. Und der erzaehlte mir Details aus meiner Heimat, die auch viele einheimische Menschen nicht kennen. Auf die Frage, woher er sich so gut auskenne, antwortete er, er sei ja oft genug dagewesen. Und als ich nachfragte und mich wunderte, wie das denn mit Reisefreiheit und Dienstrang zusammenpasste (er waere ja sofort verhoert worden), lachte er laut auf und sagte, dass man sein Aufmarschgebiet kennen muesse: Er kenne nicht ganz Westdeutschland, aber seinen "Aufmarsch-Korridor" von der DDR-Grenze bis zum Atlantik. Man sei immer mal wieder eingereist, jeweils ein Panzerfahrer, ein Kartograph und ein weiterer Spezialist. Und ich wusste ob der Detailfuelle, dass er sich wirklich gut auskennt...

Und was grosse orange Autos angeht: Wie oft sagt man: "Dreist siegt!", wenn jemand Chuzpe hat? Gerade weil niemand daran denkt, ist so ein LKW unauffaellig.

Insofern sehe ich darin keine Diffamierung der DDR oder von Deutrans-Mitarbeitern, sondern nur eine Facette im kalten Krieg - als sich beide Seiten nichts geschenkt haben. Gut, dass das vorbei ist.

Gruss vom Bautzner Senf


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#70

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 17.08.2015 21:07
von passport | 2.638 Beiträge

@BautznerSenf


Frage : Wieviel Alkohol hatte den der "Oberst" schon intus.

das mit den Deutrans LKW ist Unsinn. Sh. meine Beiträge !

Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws (2)

Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws (4)

Aufklärung im Westen erfolgte durch legale oder / illigale Residenturen !

Die 3 westlichen Allierten Staaten USA, GB und F unterhielten in der DDR eigene Missionen mit Fahrzeugen. War ein Ergebniss des 2. WK (Londoner Abkommen). Ebenso hatte die Sowjetarmee bei den 3 West-Allierten in der BRD ebenfalls ihre Missionsgebäude mit Fahrzeuge. Das waren in der Kurzfassung die -MVM-. Diese MVM Angehörige oder ihre Fahrzeuge unterstanden nicht der bundesdeutschen / DDR Rechtssprechung. Nur die 4 Allierten durften sich selber kontrollieren


passport


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#71

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 17.08.2015 21:28
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von BautznerSenf im Beitrag #69
Hallo!

Ich glaube bei dieser z. T. "hitzigen" Diskussion, dass da ein Missverstaendnis herrscht:
Nicht jeder Deutrans-LKW wurde zur Spionage genutzt und es war nicht automatisch jeder Deutrans-Fahrer ein Spion.
Aber warum sollte nicht das MfS oder die NVA ("nachgemachte") Deutrans-Fahrzeuge mit ihren Mitarbeitern besetzt haben?

Ich bin in einer Gegend aufgewachsen, in der es eine Sowjetische Militaer-Administration gab.
Zu dieser fuhren unglaubliche Mengen an "Sowtransawto"-LKW - immer mit TIR-Schild, verplompt und mit "Diplomatengepaeck" (sie durften also nicht durchsucht werden).

Bei jedem Manoever standen diese "Sowtransawto"-LKW mit gekipptem Fahrerhaus an einer Kreuzung oder einer Ladestr. eines Bahnhofes (manchmal tagelang) und die beiden Fahrer lehnten jedes Hilfsangebot freundlich ab. Aus dem versiegelten Kofferaufbau konnte man Brummen und gelegentlich ein Husten hoeren - es war ein offenes Geheimnis, dass dort Abhoertechnik drin war.

Und: Umgekehrt lief es ebenso! Ein Freund erzaehlte mir, dass man bei einem Manoever der NVA mit den Bruedern ploetzlich amerikanische und englische Beobachter im PKW dabei hatte. Der PKW durfte nicht angeruehrt werden (diplomatische Immunitaet), also hat man versucht, den PKW durch andere Fahrzeuge zu blockieren und eine Plane ueber das Fahrzeug gelegt, bis die Truppe vorbei war. So war die Immunitaet gewahrt und beide Seiten zeigten, dass sie wussten, dass der andere da ist.

Warum sollte es bei Deutrans anders gelaufen sein? Ein Bekannter, den ich 1990 kennengelernt hatte, war Oberst und ehem. Leiter eines Wehrkreiskommandos nahe Berlin. Und der erzaehlte mir Details aus meiner Heimat, die auch viele einheimische Menschen nicht kennen. Auf die Frage, woher er sich so gut auskenne, antwortete er, er sei ja oft genug dagewesen. Und als ich nachfragte und mich wunderte, wie das denn mit Reisefreiheit und Dienstrang zusammenpasste (er waere ja sofort verhoert worden), lachte er laut auf und sagte, dass man sein Aufmarschgebiet kennen muesse: Er kenne nicht ganz Westdeutschland, aber seinen "Aufmarsch-Korridor" von der DDR-Grenze bis zum Atlantik. Man sei immer mal wieder eingereist, jeweils ein Panzerfahrer, ein Kartograph und ein weiterer Spezialist. Und ich wusste ob der Detailfuelle, dass er sich wirklich gut auskennt...

Und was grosse orange Autos angeht: Wie oft sagt man: "Dreist siegt!", wenn jemand Chuzpe hat? Gerade weil niemand daran denkt, ist so ein LKW unauffaellig.

Insofern sehe ich darin keine Diffamierung der DDR oder von Deutrans-Mitarbeitern, sondern nur eine Facette im kalten Krieg - als sich beide Seiten nichts geschenkt haben. Gut, dass das vorbei ist.

Gruss vom Bautzner Senf


@BautznerSenf, es ist keine 10 Minuten her, da habe ich ein Willkommen geschrieben, sollte ich das schon bereuen?
Was Du hier schreibst, keinerlei Verständniss. Kennst Du Deutransfahrer und die Erlebnisse der jenigen?
Ich glaube hier spricht ein Blinder von Farben.
Nix für ungut, nur angelesenes Halbwissen.
Micha


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#72

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 17.08.2015 21:34
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von BautznerSenf im Beitrag #69
Hallo!

[...]

Und was grosse orange Autos angeht: Wie oft sagt man: "Dreist siegt!", wenn jemand Chuzpe hat? Gerade weil niemand daran denkt, ist so ein LKW unauffaellig.

Insofern sehe ich darin keine Diffamierung der DDR oder von Deutrans-Mitarbeitern, sondern nur eine Facette im kalten Krieg - als sich beide Seiten nichts geschenkt haben. Gut, dass das vorbei ist.

Gruss vom Bautzner Senf


Guten Abend,

wir sollten unseren Lieblingsfeind nie für dumm halten. Das MFS hat es nicht getan, und bestimmte Dienste im Westen auch nicht. In der Dimension eines Lastwagens mit einem Ostsymbol ist «Chuzpe» eine gefährlich Methode - für den, welcher sie benutzt. Freiheit der Bewegung bedeutet nicht, dass die Bewegung nicht beobachtet werden kann. Ein solcher Incident kann eine ganze kommerzielle Reputation zerstören.

Es konnte auch so schon Dummes geschehen wie 1984 der Unfall des Herrn Linser von der DDR-Botschaft. Die Met = Metropolitan Police hatte am Ort des Unfalls (North Circular Road) auch den Organizer des Toten in den Händen - mit einigen Codenamen. Das war vielleicht keine Überraschung, eine Residentur schien logisch, aber so konnte man sagen, wenn man wollte: Wir wissen es.

Grosse Autos mit ungewöhnlicher Fracht können auch einen Unfall erleiden... Die Schlagzeile könnte dann gewesen sein: Ostdeutsches Logistik-Unternehmen transportiert Abhördienst durch Westeuropa...

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#73

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 17.08.2015 21:38
von passport | 2.638 Beiträge

Hallo @BautznerSenf ,


Ich bin in einer Gegend aufgewachsen, in der es eine Sowjetische Militaer-Administration gab.
Zu dieser fuhren unglaubliche Mengen an "Sowtransawto"-LKW - immer mit TIR-Schild, verplompt und mit "Diplomatengepaeck" (sie durften also nicht durchsucht werden).


welche sowj. MVM war denn in deiner Nähe stationiert ?

Bünde (GB), Frankfurt (USA) oder Baden-Baden (F)


passport


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#74

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 17.08.2015 21:39
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von BautznerSenf im Beitrag #69
Hallo!


Warum sollte es bei Deutrans anders gelaufen sein? Ein Bekannter, den ich 1990 kennengelernt hatte, war Oberst und ehem. Leiter eines Wehrkreiskommandos nahe Berlin. Und der erzaehlte mir Details aus meiner Heimat, die auch viele einheimische Menschen nicht kennen. Auf die Frage, woher er sich so gut auskenne, antwortete er, er sei ja oft genug dagewesen. Und als ich nachfragte und mich wunderte, wie das denn mit Reisefreiheit und Dienstrang zusammenpasste (er waere ja sofort verhoert worden), lachte er laut auf und sagte, dass man sein Aufmarschgebiet kennen muesse: Er kenne nicht ganz Westdeutschland, aber seinen "Aufmarsch-Korridor" von der DDR-Grenze bis zum Atlantik. Man sei immer mal wieder eingereist, jeweils ein Panzerfahrer, ein Kartograph und ein weiterer Spezialist. Und ich wusste ob der Detailfuelle, dass er sich wirklich gut auskennt...

Und was grosse orange Autos angeht: Wie oft sagt man: "Dreist siegt!", wenn jemand Chuzpe hat? Gerade weil niemand daran denkt, ist so ein LKW unauffaellig.

Insofern sehe ich darin keine Diffamierung der DDR oder von Deutrans-Mitarbeitern, sondern nur eine Facette im kalten Krieg - als sich beide Seiten nichts geschenkt haben. Gut, dass das vorbei ist.

Gruss vom Bautzner Senf


ein interessanter Satz wird da zitiert. Wieso wird von einem Aufmarschkorridor bis zum Atlantik gesprochen? Mir wurde stets vermittelt, die Armeen des WP seien Defensivarmeeen. Diese Aussage hat aber einen rein offensiven Charakter, also eine Angriffsarmee ???
Dann stimmt also die alte Formulierung aus der Adenauerzeit, Stalins Ziel sei der Atlantik


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#75

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 17.08.2015 21:42
von passport | 2.638 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #74
Zitat von BautznerSenf im Beitrag #69
Hallo!


Warum sollte es bei Deutrans anders gelaufen sein? Ein Bekannter, den ich 1990 kennengelernt hatte, war Oberst und ehem. Leiter eines Wehrkreiskommandos nahe Berlin. Und der erzaehlte mir Details aus meiner Heimat, die auch viele einheimische Menschen nicht kennen. Auf die Frage, woher er sich so gut auskenne, antwortete er, er sei ja oft genug dagewesen. Und als ich nachfragte und mich wunderte, wie das denn mit Reisefreiheit und Dienstrang zusammenpasste (er waere ja sofort verhoert worden), lachte er laut auf und sagte, dass man sein Aufmarschgebiet kennen muesse: Er kenne nicht ganz Westdeutschland, aber seinen "Aufmarsch-Korridor" von der DDR-Grenze bis zum Atlantik. Man sei immer mal wieder eingereist, jeweils ein Panzerfahrer, ein Kartograph und ein weiterer Spezialist. Und ich wusste ob der Detailfuelle, dass er sich wirklich gut auskennt...

Und was grosse orange Autos angeht: Wie oft sagt man: "Dreist siegt!", wenn jemand Chuzpe hat? Gerade weil niemand daran denkt, ist so ein LKW unauffaellig.

Insofern sehe ich darin keine Diffamierung der DDR oder von Deutrans-Mitarbeitern, sondern nur eine Facette im kalten Krieg - als sich beide Seiten nichts geschenkt haben. Gut, dass das vorbei ist.

Gruss vom Bautzner Senf


ein interessanter Satz wird da zitiert. Wieso wird von einem Aufmarschkorridor bis zum Atlantik gesprochen? Mir wurde stets vermittelt, die Armeen des WP seien Defensivarmeeen. Diese Aussage hat aber einen rein offensiven Charakter, also eine Angriffsarmee ???
Dann stimmt also die alte Formulierung aus der Adenauerzeit, Stalins Ziel sei der Atlantik




@Gert ,

das war der Gimmick des Abends !



passport


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#76

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 17.08.2015 21:43
von Alfred | 6.848 Beiträge

Gert,

der Leiter eines WKK hatte andere Aufgaben als hier geschildert.

Mit solchen op. Planungen / Aufklärungsarbeiten hatte der nun nichts zu schaffen.


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#77

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 17.08.2015 21:43
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #75
Zitat von Gert im Beitrag #74
Zitat von BautznerSenf im Beitrag #69
Hallo!


Warum sollte es bei Deutrans anders gelaufen sein? Ein Bekannter, den ich 1990 kennengelernt hatte, war Oberst und ehem. Leiter eines Wehrkreiskommandos nahe Berlin. Und der erzaehlte mir Details aus meiner Heimat, die auch viele einheimische Menschen nicht kennen. Auf die Frage, woher er sich so gut auskenne, antwortete er, er sei ja oft genug dagewesen. Und als ich nachfragte und mich wunderte, wie das denn mit Reisefreiheit und Dienstrang zusammenpasste (er waere ja sofort verhoert worden), lachte er laut auf und sagte, dass man sein Aufmarschgebiet kennen muesse: Er kenne nicht ganz Westdeutschland, aber seinen "Aufmarsch-Korridor" von der DDR-Grenze bis zum Atlantik. Man sei immer mal wieder eingereist, jeweils ein Panzerfahrer, ein Kartograph und ein weiterer Spezialist. Und ich wusste ob der Detailfuelle, dass er sich wirklich gut auskennt...

Und was grosse orange Autos angeht: Wie oft sagt man: "Dreist siegt!", wenn jemand Chuzpe hat? Gerade weil niemand daran denkt, ist so ein LKW unauffaellig.

Insofern sehe ich darin keine Diffamierung der DDR oder von Deutrans-Mitarbeitern, sondern nur eine Facette im kalten Krieg - als sich beide Seiten nichts geschenkt haben. Gut, dass das vorbei ist.

Gruss vom Bautzner Senf


ein interessanter Satz wird da zitiert. Wieso wird von einem Aufmarschkorridor bis zum Atlantik gesprochen? Mir wurde stets vermittelt, die Armeen des WP seien Defensivarmeeen. Diese Aussage hat aber einen rein offensiven Charakter, also eine Angriffsarmee ???
Dann stimmt also die alte Formulierung aus der Adenauerzeit, Stalins Ziel sei der Atlantik




@Gert ,

das war der Gimmick des Abends !



passport


@passport der bist du jeden Abned


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#78

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 17.08.2015 21:45
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #76
Gert,

der Leiter eines WKK hatte andere Aufgaben als hier geschildert.

Mit solchen op. Planungen / Aufklärungsarbeiten hatte der nun nichts zu schaffen.


möglich aber in dieser Dienststellung und Rang davon gewusst.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#79

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 17.08.2015 21:46
von passport | 2.638 Beiträge

@Gert ,

wenn man keine Argumente mehr hat kommen nur dumme Sprüche. Ist ja nichts neues von Dir !

Ein WKK-Oberst fährt mit einen Panzerfahrer usw. in den Westen Der Brüller des Abends !


passport


zuletzt bearbeitet 17.08.2015 21:48 | nach oben springen

#80

RE: Aufklärung im Westen durch Deutrans-Lkws

in Spionage Spione DDR und BRD 17.08.2015 21:47
von Alfred | 6.848 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #78
Zitat von Alfred im Beitrag #76
Gert,

der Leiter eines WKK hatte andere Aufgaben als hier geschildert.

Mit solchen op. Planungen / Aufklärungsarbeiten hatte der nun nichts zu schaffen.


möglich aber in dieser Dienststellung und Rang davon gewusst.



Ganz bestimmt nicht.


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