#41

RE: sprach der BGS auch von "feindwärts" ?

in Bundesgrenzschutz BGS 05.07.2010 21:05
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Gert, es geht doch nicht darum, ob ich mir das selbst an die Backe hefte, deinen Text. Da bin ich doch schon lange drüber weg, gerade weil ich genügend Cousins und Cousinen im Ruhrgebiet habe, also ihre Lebensumstände nach der Wende wunderbar kennengelernt habe und immer so im Hinterkopf mir dachte: "Die kochen doch auch nur mit Wasser".
Ich vergleiche so gern, ich vergleiche mein gelebtes Leben in der DDR mit euch und da wart ihr eben....nicht beleidigt sein...auch nur Marionetten eines System, die sich gesellschaftlichen Zwängen unterwerfen mussten. Nur, ihr habt es irgendwie nicht mitbekommen vor lauter Konsum. Ich muss immer so lächeln, wenn Einer von Protest und Castor und jedes Jahr neu und Opel und kein Ende und X anderen Sachen schreibt.
Wie die Schafe trottet der Bundi dem System hinterher und du kommst mir so vor, als liest du die bürgerlichen Zeitungen, nicht die vom Proll aber was steht denn da drin, auch nur dummes Gelabber von welchen, die denken, sie sind schlauer wie Einstein.
Aber wie ich schon schrieb...bedenke, wie alt du warst, als du gingst und mach mal kein Geheimnis drauß, warum dich die DDR nicht wollte( siehe dein Hinweis mit der PM), mach es einfach öffentlich hier im Fred.
Weiterhin schrieb ich...es gehörten immer Zwei dazu, wie in einer guten Ehe und dann gab es noch das "Geben und Nehmen".
Ich denke mal, das Land DDR gab dir eine solide Schulbildung, weil du doch meinst, nicht der Dümmste zu sein. An was lag es also, das ein einundzwanzigjähriger Bengel die Seite wechselte und es sei dir gegönnt, dein Werdegang, kein Neid liegt in meinen Worten, zog ich doch selber den Finger, aber eben in der DDR und sie warf mir nicht einen Knüppel zwischen die Beine.
Ich stelle mir gerade die umgedrehte Variante vor, der Staat BRD wäre den Bach heruntergegangen, nicht auszudenken so lese ich heute über Leute im Westen, die ihre eigene Familie umbringen, für ihr versagen verantwortlich machen und am Ende noch zu blöd sind, sich selber ins Jenseits zu befördern. Das sagt mir viel über die Phsyche des Westgeborenen, ohne jetzt logischerweise Alle über einen Kamm zu scheren.
Wie schrieb einmal eine junge Schriftstellerin so sinngemäß: Wir drehten uns im Osten um 360 Grad, der Westen nicht ein Stück in seinem Spinnennetz voller Motten".
Mögen meine Worte nicht sehr freundlich sein, ich suche nicht die Konfrontation, ich stelle nur fest.
In dem Sinne, auf weitere gute Diskussionen.

R-M-R


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#42

RE: sprach der BGS auch von "feindwärts" ?

in Bundesgrenzschutz BGS 06.07.2010 07:25
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Gert, es geht doch nicht darum, ob ich mir das selbst an die Backe hefte, deinen Text. Da bin ich doch schon lange drüber weg, gerade weil ich genügend Cousins und Cousinen im Ruhrgebiet habe, also ihre Lebensumstände nach der Wende wunderbar kennengelernt habe und immer so im Hinterkopf mir dachte: "Die kochen doch auch nur mit Wasser".
Ich vergleiche so gern, ich vergleiche mein gelebtes Leben in der DDR mit euch und da wart ihr eben....nicht beleidigt sein...auch nur Marionetten eines System, die sich gesellschaftlichen Zwängen unterwerfen mussten. Nur, ihr habt es irgendwie nicht mitbekommen vor lauter Konsum. Ich muss immer so lächeln, wenn Einer von Protest und Castor und jedes Jahr neu und Opel und kein Ende und X anderen Sachen schreibt.
Wie die Schafe trottet der Bundi dem System hinterher und du kommst mir so vor, als liest du die bürgerlichen Zeitungen, nicht die vom Proll aber was steht denn da drin, auch nur dummes Gelabber von welchen, die denken, sie sind schlauer wie Einstein.
Aber wie ich schon schrieb...bedenke, wie alt du warst, als du gingst und mach mal kein Geheimnis drauß, warum dich die DDR nicht wollte( siehe dein Hinweis mit der PM), mach es einfach öffentlich hier im Fred.
Weiterhin schrieb ich...es gehörten immer Zwei dazu, wie in einer guten Ehe und dann gab es noch das "Geben und Nehmen".
Ich denke mal, das Land DDR gab dir eine solide Schulbildung, weil du doch meinst, nicht der Dümmste zu sein. An was lag es also, das ein einundzwanzigjähriger Bengel die Seite wechselte und es sei dir gegönnt, dein Werdegang, kein Neid liegt in meinen Worten, zog ich doch selber den Finger, aber eben in der DDR und sie warf mir nicht einen Knüppel zwischen die Beine.
Ich stelle mir gerade die umgedrehte Variante vor, der Staat BRD wäre den Bach heruntergegangen, nicht auszudenken so lese ich heute über Leute im Westen, die ihre eigene Familie umbringen, für ihr versagen verantwortlich machen und am Ende noch zu blöd sind, sich selber ins Jenseits zu befördern. Das sagt mir viel über die Phsyche des Westgeborenen, ohne jetzt logischerweise Alle über einen Kamm zu scheren.
Wie schrieb einmal eine junge Schriftstellerin so sinngemäß: Wir drehten uns im Osten um 360 Grad, der Westen nicht ein Stück in seinem Spinnennetz voller Motten".
Mögen meine Worte nicht sehr freundlich sein, ich suche nicht die Konfrontation, ich stelle nur fest.
In dem Sinne, auf weitere gute Diskussionen.

R-M-R



Ich bin dann mal weg aus diesem thread


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#43

RE: sprach der BGS auch von "feindwärts" ?

in Bundesgrenzschutz BGS 06.07.2010 07:29
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Warum denn Gert und bleib mal, hier wird doch auch nur mit Wasser gekocht. Schade, ich muss los, meine Enkelin will in ihren wunderschönen Kindergarten und bis heute Abend.

R-M-R


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#44

RE: sprach der BGS auch von "feindwärts" ?

in Bundesgrenzschutz BGS 06.07.2010 16:17
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Skifahrer
In vielen internen Berichten von Grenzzwischenfällen und sog. "Provokationen" wird von der DDR-Grenztruppenseite oft von
"feindwärts" gesprochen, wenn irgend etwas vor oder hinter dem "antfaschistischen" Schutz-Metallzaun passierte.

Das passt natürlich genau zu den Grenzoffizieren, die offensichtlich ohne zu denken und wider der täglichen Beobachtung, gegen wen die Grenzanlagen gerichtet waren, die DDR Klassenkampfideologie glaubten. Ihren Klassenkampf haben sie ja Gott sei Dank verloren....

Frage: hat sich der BGS in ähnlichen Berichten auf der Westseite auch solcher Hetzvoksabeln wie "feindwärts" bedient ?

Gruss aus dem Harz
Skifahrer



Nichts für ungut doch diese Sicht auf die Dinge ist zu plakativ, hat eben auch etwas von "Hetze".
Wir waren Soldaten. Im Frieden, jedenfalls relativ aber eigentlich doch keiner gewußt, ob das lange so bleiben würde. Begriffe wie "feindwärts" und "freundwärts" resultieren aus der Notwendigkeit, Soldaten darauf vorbereiten zu müssen, gegebenenfalls auf andere Menschen, Soldaten, bundesdeutsche Beamte aber aus der Situation der Grenze bedingt eben auch kämpfende Zivilisten schießen oder sie anders bekämpfen zu müssen. Und trotzdem den Unterschied zu Unbeteiligten zu beachten. Beides gehört unbedingt zusammen, schützt mental vor Exzessen. Im Falle des Falles, ja. Doch wusste keiner, ob der nicht vielleicht in der nächsten Minute käme.
Indem man den einen einen Status als "Feinde" gibt, schützt man die anderen als "Freunde" vor gleichem Schicksal und den Soldaten vor Selbstvorwürfen. Denn einen Feind kann man ja...
Und eh du das jetzt auf den Grenzverletzer beziehst, denke bitte daran, dass der in der Regel von "freundwärts" kam. Für ihn galt das so also nicht. Der war für uns ein Rechtsbrecher. Es galt also nicht das Recht des "Krieges" sondern Strafrecht, Strafprozeßrecht und Grenzrecht.

Die Empörung darüber erinnert mich an eine Karrikatur von vor Jahren. Da werden in Bezug auf Afghanistan verschiedene Bilder gezeigt, wie Soldaten in das Jenseits befördert werden. Das alles sei nicht pervers. Pervers aber wäre, wenn der Soldat dann mit Knochen spielt.
Wir haben als Soldaten der DDR damals schon die Nichtanerkennung der Grenze durch die Bundesrepublik als Bedrohung empfunden. Denn wer die Grenze nicht anerkennt, macht sich auch nichts daraus, sie zu überschreiten. Die Betonung darauf auf bundesdeutscher Seite war für uns vorne latent drohend, nur eben offensichtlich nicht ehrlich. Ganz analog zu dem Beispiel oben mit dem Soldaten.
Über die Frage, inwieweit wir dieser Klassenkampfideologie damals glaubten, ist aus dem zeitlichen Abstand heute sehr schön zu beantworten. Und vor allem gut zu unserem Lasten.
Damals war die Lage anders. Und so mancher, der heute den Westen hoch leben läßt, hat früher die kommunistische Internationale noch höher leben lassen. Weil er daran glaubte. Mich sicher ein bischen sehr eingeschlossen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#45

RE: sprach der BGS auch von "feindwärts" ?

in Bundesgrenzschutz BGS 06.07.2010 16:24
von S51 | 3.733 Beiträge

Last but not least.
Ich wüsste gerne, wie man es dem BGS-Beamten gegebenenfalls klargemacht hätte, dass es "nun losginge". Hätte ja sein können. Aber wahrscheinlich hätte man diese Leute dann damit genauso alleine gelassen wie unsere Soldaten in Afghanistan später. Ob das besser war als unsere Herangehensweise seinerzeit? Für die Politik ja. Die steht so viel "sauberer" da aber auch für jene, die hinter dem Sturmgewehr gelegen hätten? Damit hätten leben müssen, nun auf Brüdern und Schwestern schießen zu müssen?


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#46

RE: sprach der BGS auch von "feindwärts" ?

in Bundesgrenzschutz BGS 06.07.2010 19:39
von PF75 | 3.294 Beiträge

@ S 51

Kann mich mit deinem Beitrag voll identiefizieren


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#47

RE: sprach der BGS auch von "feindwärts" ?

in Bundesgrenzschutz BGS 06.07.2010 23:37
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von S51
Last but not least.
Ich wüsste gerne, wie man es dem BGS-Beamten gegebenenfalls klargemacht hätte, dass es "nun losginge".

Hätte ja sein können. Aber wahrscheinlich hätte man diese Leute dann damit genauso alleine gelassen wie unsere Soldaten in Afghanistan später. Ob das besser war als unsere Herangehensweise seinerzeit? Für die Politik ja. Die steht so viel "sauberer" da aber auch für jene, die hinter dem Sturmgewehr gelegen hätten? Damit hätten leben müssen, nun auf Brüdern und Schwestern schießen zu müssen?




S51,

kannste mal dieses:

Ich wüsste gerne, wie man es dem BGS-Beamten gegebenenfalls klargemacht hätte, dass es "nun losginge".

näher definieren?

TH


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#48

RE: sprach der BGS auch von "feindwärts" ?

in Bundesgrenzschutz BGS 06.07.2010 23:38
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Da Beitrag doppelt vorhanden, einmal gelöscht.

TH


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 06.07.2010 23:40 | nach oben springen

#49

RE: sprach der BGS auch von "feindwärts" ?

in Bundesgrenzschutz BGS 08.07.2010 15:49
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Thunderhorse

S51,

kannste mal dieses:

Ich wüsste gerne, wie man es dem BGS-Beamten gegebenenfalls klargemacht hätte, dass es "nun losginge".

näher definieren?

TH



OK, Thunder, lass ich mich mal provozieren. Denn dass ich dir diese Frage wirklich beantworten muss, kann ich partout nicht glauben.

Wie definiere ich das unaussprechliche? Unaussprechlich, weil es, wäre so etwas wahr geworden, über kurz oder etwas länger wohl für alle Beteiligten das Aus gewesen wäre. Das wusste jeder, dessen Allgemeinwissen nicht bei Pittiplatsch oder der Sesamsstraße aufhörte aber am Kanten war eben auch mitunter (gerade 1983/84) gar nicht so sicher, ob es nicht trotzdem losgehen könnte. "Heute", morgen, in der nächsten Minute? Krieg.
Bei uns war klar, unsere direkten Gegner würden am Anfang die Aufklärer und dann das 1. AK der Briten bzw. die 1. PD sein. BGS und Zoll würden im eigenen Hinterland Sicherungsaufgaben wahrnehmen. Doch einmal war es wahrscheinlich, dass dem großen Knall eine vielleicht nur kurze Periode der gegenseitigen Destabilisation vorausgehen würde und zum anderen würden wir uns wohl überrollen lassen und die Überlebenden dann widerum im Rücken des Gegners zu Diversionsakten übergehen. In beiden Fällen wären eben doch BGS und GZD unsere direkten Gegner gewesen.
Bei uns wäre die Sache dann klar. Das war der "Feind". Da galten Regeln aber im Prinzip musste man sich keinen Kopf machen, wenn man die eigene Heldentatenliste mit Toten oder Verletzten der Gegenseite drapierte. Das war ganz praktisch der Lauf der Dinge.
Der BGS hatte kein "Feindbild"? Er hatte aber doch Sicherungsaufgaben, teilweise sogar Kampfaufgaben. Mit dem rechtlichen Status von Freischärlern im Kampfgebiet zwar aber immerhin. Das war noch ein zusätzliches Risiko für die Leute. Es wäre nicht unwahrscheinlich gewesen, dass wir im vielleicht unwahrscheinlichen aber nicht unmöglichen Fall hätten aufeinander schiessen müssen. Als Brüder und Schwestern?
Wie hat man sich vorgestellt, würde der einfache BGS-ler so etwas verarbeiten?
Als Soldat ist man so etwas wie ein Handwerker. Das klingt brutal, ist es auch aber eben auch wahr. Der entscheidende Befehl wäre hüben wie drüben von der Politik gekommen. Unserer Seite wird vorgeworfen, mit Feinbildern zu offensichtlich umgegangen zu sein.
Der Westen hatte keine? Zu Einsätzen aber hat er seine Soldaten geschickt. Auf der ganzen Welt. Bis heute. Und die dabei verteilten Hilfsgüter waren gar nicht so selten eben auch abgefeuerte Bomben, Granaten, Geschosse. Politisch steht man gut und schön da, handelt es sich bei den Gegnern immer nur um Brüder und Schwestern.
Die aber haben von ihrem Punkt eben auch Ereignisse um Grenada, Nikaragua, Vietnam, Laos, Korea mitbekommen und ihre Schlüsse gezogen.
Was aber wird aus dem Soldaten vor Ort, in diesem Falle aus dem BGS-ler als Beamten. Der ja merkt, dass die herzallerliebsten Verwandten auf der anderen Seite partiell mit ihren Gefühlen etwas konträr gehen?
Der vielleicht merkt, als ein potentieller Besatzer empfunden und auch behandelt zu werden? Wie es heutzutage an anderen Orten dieser Welt ja auch geschieht?
Heute ist alles Geschichte. Leicht kann man sagen, so etwas wäre absolut unmöglich gewesen, weil es ja nie eintrat. Ähnlich auch anderen Gelegenheiten wird bekanntlich jeder Krieg am grünen Tisch hinterher immer gewonnen. Sogar von allen Seiten gleichzeitig. Aber damals?
Wenn ein Soldat mit Feindbildern arbeitet, ist für ihn der Fall klar. Die einen gehören da hin. Den anderen wird nichts getan. Wenn es ansonsten klar ist, dass man Menschen nichts tut, ist das hier anders. Doch der Soldat weiß, es entspricht den Regeln. Hält er sich daran, wird man ihn trotzdem achten. Auf der Gegenseite genauso wie der eigenen Seite, wird ihn kein "Echo" verfolgen.
Hat er kein Feindbild, dann steht die Frage, wer ist der Feind, warum mag der mich nicht und darf ich ihm überhaupt was tun? Wenn ich ihm was tu, was passiert dann mir? Gegebenenfalls aus den eigenen Reihen? Wie werde ich mental damit fertig, jemanden angegriffen zu haben? Ihn in´s Jenseits befördert zu haben? Wird die Politik, die mich in diese Situation gebracht hat, mich stützen oder mich verkaufen...?
Und wenn alles dann vorbei gewesen wäre, war bei uns auch klar. Der Feind war weg oder war keiner mehr. Natürlich.
Damit war auch der Grund für die ganz praktischen, um das Wort tödlichen zu vermeiden, Handlungen vorbei. Alles wäre wieder gut gewesen (und wir natürlich die Sieger...). Es hätte keinen Anlaß für so etwas mehr gegeben. Vorbei und gut.
Beim BGS dann auch? Oder ist der Verdacht berechtigt, dass ohne klare Vorgabe das eine Geschichte ohne Ende geworden wäre?


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#50

RE: sprach der BGS auch von "feindwärts" ?

in Bundesgrenzschutz BGS 08.07.2010 17:22
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Thunderhorse
....S51,

kannste mal dieses:

Ich wüsste gerne, wie man es dem BGS-Beamten gegebenenfalls klargemacht hätte, dass es "nun losginge".

näher definieren?

TH



Ganz einfach. Gemeint ist ein Einsatzbefehl. Der so verschieden lauten könnte, dass er eben so allgemein angeführt werden muss.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#51

RE: sprach der BGS auch von "feindwärts" ?

in Bundesgrenzschutz BGS 08.07.2010 19:01
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Wobei die Kollegen vom BGS denen von den GT hoffnunglos unterlegen waren,wenn es zu diese Situation gekommen wäre,jedenfalls rein zahlenmässig.Das exakte Verhältniss hab ich jetzt auch nicht mehr parat,müsste aber so sein-auf einen BGS Mann kammen 7 Mann der GT .



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#52

RE: sprach der BGS auch von "feindwärts" ?

in Bundesgrenzschutz BGS 08.07.2010 19:17
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von Zermatt
Wobei die Kollegen vom BGS denen von den GT hoffnunglos unterlegen waren,wenn es zu diese Situation gekommen wäre,jedenfalls rein zahlenmässig.Das exakte Verhältniss hab ich jetzt auch nicht mehr parat,müsste aber so sein-auf einen BGS Mann kammen 7 Mann der GT .



zermatt im krieg sind zahlen nicht unbedingt das bestimmende.ein paar gute leute in der richtigen position können regimenter aufhalten


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#53

RE: sprach der BGS auch von "feindwärts" ?

in Bundesgrenzschutz BGS 08.07.2010 20:52
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Eben Pitti,deshalb schrieb ich ja auch "rein zahlenmässig",wie die wahren Kräfteverhaltnisse waren,ist wieder eine andere Sache.



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#54

RE: sprach der BGS auch von "feindwärts" ?

in Bundesgrenzschutz BGS 08.07.2010 20:53
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Pitti53


zermatt im krieg sind zahlen nicht unbedingt das bestimmende.ein paar gute leute in der richtigen position können regimenter aufhalten




Da muß ich Pitti fast schon recht geben, ist er doch selbst in Friedenszeiten fähig, alleine mit seinem Blaulicht dafür zu sorgen, daß die "Konterrevolution" sich hier im Forum keine Chance ausrechnen kann!! Was er erst Alles leisten könnte, wenn er sich in einer anderen Situation und in der richtigen Position befände, wage ich nur zu erahnen!! Na Gott sei Dank befinden wir uns nicht im Kriegszustand und das "Geplänkel" in Afghanistan könnte man doch eigentlich mit ein paar "guten Leuten in richtiger Position" nach Pittis Version recht schnell beenden! Pitti, ja ich weiß daß das wieder OT war, also wegen mir kannste es in die Mülltone, oder wer weiß wo hinschieben.
Hatte man mit dem Begriff "feindwärts" eigentlich den Gegenüber auch als "Feind" angesehen, oder war dieser Begriff für die Diensthabenden an der Grenze nur eine Floskel, die auf Grund der politischen Berieselung durch die Vorgesetzten zum offiziellen Sprachgebrauch gehörte. Von welcher Seite fühlte sich eigentlich der gemeine Grundwehrdiensleistende mehr bedroht, von feindwärts oder von freundwärts??

Schönen Gruß aus Kassel.


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#55

RE: sprach der BGS auch von "feindwärts" ?

in Bundesgrenzschutz BGS 08.07.2010 21:34
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von wosch
[....Hatte man mit dem Begriff "feindwärts" eigentlich den Gegenüber auch als "Feind" angesehen, oder war dieser Begriff für die Diensthabenden an der Grenze nur eine Floskel, die auf Grund der politischen Berieselung durch die Vorgesetzten zum offiziellen Sprachgebrauch gehörte. Von welcher Seite fühlte sich eigentlich der gemeine Grundwehrdiensleistende mehr bedroht, von feindwärts oder von freundwärts??
Schönen Gruß aus Kassel.



Für eine wissenschaftlich fundierte Antwort müsste man wohl Militärpsychologe sein.
Bin ich nicht. Es ist, denke ich, wie auch im Zivilleben mit der B---Zeitung oder anderen Dingen. Wer sich an tatsächlichen Formulierungen in einem speziellen Fall hochzieht, verliert den Blick auf´s Ganze und wird unbewußt trotzdem beeinflusst. Ein Teil grundsätzlich contra aber der überwiegende Teil im Sinne der Sache. Selbst dann, wenn er vorgibt, so etwas niemals ernst zu nehmen.
Natürlich hat niemand wegen "freundwärts" oder "feindwärts" gedacht, dass "es" nun gleich losginge. Doch er hat es immer und immer wieder im Hinterstübchen gehabt. Nicht heute, nicht morgen aber wer weiß, vielleicht doch jetzt? Und wenn nicht, dann später...?
Gleichzeitig waren damit Handlungsrichtungen kanalisiert. Für die Einfacheren sehr direkt, für alle anderen trotzdem spürbar. Sicher kann man über Art und Ziel diskutieren. Heutzutage sowieso. Doch dient so etwas eben auch dem Zweck, Exzesse zu verhindern indem bei allem Brimbamborium immer Konformität mit den Regeln eingeimpft wird. Regeln, die jeder Soldat schon in der Grundausbildung gelernt hat. Immer und immer wieder.
Das Gefühl einer Bedrohung kam nicht von solchen Worten, das spürte man immer mal wieder aus Handlungen heraus. Eben auch der Gegenseite. Da konnte es viele Wochen ruhig sein. Doch dann kamen mal eben kurz die Briten mit dem Scimitar (leichter Aufklärungspanzer) soweit der Parkplatz ging vor und ließen den Turm ein bischen kreisen. Mehr nicht. Oder sie gingen in Stellung und wiesen ihre Leute an Hand von Karten ein. Karten für 10 m Weg bis zur Grenze? Ja? Im Hinterstübchen blieb nach solchen Erlebnissen trotzdem immer der Gedanke "Heute tun sie nur so....".
Natürlich hat man sich an Hand des ansonsten überwiegend völlig normalen Alltages vorne gesagt, dass so etwas doch sehr, sehr unwahrscheinlich sei. War es auch. Ziel war immer, dass dort auch alles ruhig bliebe. Doch den Gedanken, dass die Ruhe auch ganz plötzlich mal vorbei sein könnte, hat man nie vergessen.
Um dann Handlungen zu kanalisieren hätten diese Worte ihre Wirkung nicht verfehlt.
Und dann ging man wieder freundwärts.
Natürlich, und darauf spielst du ja an, gab es auch noch die andere Drohung aus dem eigenen Hinterland. Das Gefühl, ständig überprüft zu werden. Selbst, wenn man sich da auch mal irrte, weil so allgegenwärtig es auch nicht war. Das Gefühl war ständig da. War man noch zuverlässig in ihrem Sinne, konnte es sein, dass man da ein Problem bekam?
Das habe ich freilich so ähnlich nach der Wende in Polzens Zeiten auch erlebt. Dieses Gefühl bei westlichen Kollegen, sich ständig profilieren zu müssen, auffallen (natürlich positiv) zu müssen. Weil daran Dienstverwendung und Renomee hingen. Gerade in Zivilfahnderkreisen, wo man zur Wendezeit schon schlecht war, wenn man nur alle zwei Tage eine Festnahme hatte.
Auch, wenn es dir eine zu große Verallgemeinerung ist. Ich habe an der Art und Weise keinen Unterschied erkennen können.
Nur daran, was passierte, wenn etwas schiefging. Trotz Regeln.
Im Osten kam die Schimpfe von allen Seiten aber am schlimmsten vom "Gegner". Was dann irgendwie auch nicht so schlecht war. Im Westen kam der gröbste Tritt immer aus den "eigenen Reihen", immer von den eigenen Chefs oder deren Chefs. Ich war lange genug dabei, um die Einschläge rechts und links verfolgen zu können.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#56

RE: sprach der BGS auch von "feindwärts" ?

in Bundesgrenzschutz BGS 08.07.2010 21:38
von werner | 1.591 Beiträge

Hallo Wosch, ich weiß, dass Du diese Frage in Bezug auf die GT gestellt hast, aber ich kann da was Allgemeines beitragen, an das ich mich erinnere:
Es gab etwa 1983 oder 1984 herum eine Umfrage unter Wehrpflichtigen der NVA. Eine der Fragen war "Wer ist für Dich Feind?" Die überwiegende Anzahl der Befragten nannte die USA allgemein, die Soldaten der BW kamen bei etwa 10% heraus.
Ich denke, Feind ist ein Begriff, der personalisiert.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#57

RE: sprach der BGS auch von "feindwärts" ?

in Bundesgrenzschutz BGS 08.07.2010 23:23
von wosch (gelöscht)
avatar

[quote="werner"]
Es gab etwa 1983 oder 1984 herum eine Umfrage unter Wehrpflichtigen der NVA. Eine der Fragen war "Wer ist für Dich Feind?" Die überwiegende Anzahl der Befragten nannte die USA allgemein, die Soldaten der BW kamen bei etwa 10% heraus.
Ich denke, Feind ist ein Begriff, der personalisiert.


Hallo Werner!
Bist Du Dir sicher, daß das Ergebnis der von Dir als Beispiel gebrachten Umfrage ernst zu nehmen war?
Kann es nicht durchaus auch möglich gewesen sein, daß speziell die Ergebnisse zu Ungunsten der USA dem derzeitigen "offiziellen" Feindbild, geschürt durch Agitatoren, Politunterricht , sonstigen "Berieselungen" und einer nicht "geheimen" Abstimmung zu verdanken war??
Es ist doch schon sonderbar daß die jungen Wehrpflichtigen, die in der Regel keinerlei eigene persönliche Erlebnisse und Beziehungen zu den USA hatten, diese trotzdem als ihren Feind angesehen hatten!
Die Art und Weise wie in der DDR der Wille des Volkes "interpretiert" wurde, läßt mich nicht das Ergebnis dieser Umfrage, aber. dessen Wahrheitsgehalt stark anzweifeln!!
Alleine die Frage nach dem Feind ließ ja gar keine andere Antwort als USA Nato und und Bundeswehr zu, ohne "richtigen" Ärger zu bekommen, ich glaube das werden selbst Felix, Gilbert und Pitti nicht abstreiten können!
Im Grunde genommen hätte man so eine nicht "geheime"Umfrage überhaupt nicht machen brauchen, da das Ergebnis nicht anders, wie von Dir geschildert aussehen konnte!
Selbst bei einer "geheimen" Umfrage unter normalen Wehrpflichtigen hätte das Ergebnis nicht anders gelautet, da sich Keiner getraut hätte etwas Anderes anzugeben um danach eventuell geoutet zu werden!!
Als ich die DDR verließ war ich auch in dem Alter wie die Wehrpflichtigen in diesem Beispiel.
5 Tage vor meiner Flucht hatte ich auch öffentlich ein Votum abgeben müssen, ich hatte mich "freiwillig" zum Dienst in die NVA der DDR "verpflichtet" , Ich weiß aus ureigenster Erfahrung wie man seine Stimme für alles Mögliche abzugeben hatte und was solche Erklärungen wert waren!!

Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 08.07.2010 23:58 | nach oben springen

#58

RE: sprach der BGS auch von "feindwärts" ?

in Bundesgrenzschutz BGS 11.07.2010 15:02
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von S51

Zitat von Thunderhorse

S51,

kannste mal dieses:

Ich wüsste gerne, wie man es dem BGS-Beamten gegebenenfalls klargemacht hätte, dass es "nun losginge".

näher definieren?

TH



OK, Thunder, lass ich mich mal provozieren. Denn dass ich dir diese Frage wirklich beantworten muss, kann ich partout nicht glauben.

Wie definiere ich das unaussprechliche? Unaussprechlich, weil es, wäre so etwas wahr geworden, über kurz oder etwas länger wohl für alle Beteiligten das Aus gewesen wäre. Das wusste jeder, dessen Allgemeinwissen nicht bei Pittiplatsch oder der Sesamsstraße aufhörte aber am Kanten war eben auch mitunter (gerade 1983/84) gar nicht so sicher, ob es nicht trotzdem losgehen könnte. "Heute", morgen, in der nächsten Minute? Krieg.
Bei uns war klar, unsere direkten Gegner würden am Anfang die Aufklärer und dann das 1. AK der Briten bzw. die 1. PD sein. BGS und Zoll würden im eigenen Hinterland Sicherungsaufgaben wahrnehmen. Doch einmal war es wahrscheinlich, dass dem großen Knall eine vielleicht nur kurze Periode der gegenseitigen Destabilisation vorausgehen würde und zum anderen würden wir uns wohl überrollen lassen und die Überlebenden dann widerum im Rücken des Gegners zu Diversionsakten übergehen. In beiden Fällen wären eben doch BGS und GZD unsere direkten Gegner gewesen.
Bei uns wäre die Sache dann klar. Das war der "Feind". Da galten Regeln aber im Prinzip musste man sich keinen Kopf machen, wenn man die eigene Heldentatenliste mit Toten oder Verletzten der Gegenseite drapierte. Das war ganz praktisch der Lauf der Dinge.
Der BGS hatte kein "Feindbild"? Er hatte aber doch Sicherungsaufgaben, teilweise sogar Kampfaufgaben. Mit dem rechtlichen Status von Freischärlern im Kampfgebiet zwar aber immerhin. Das war noch ein zusätzliches Risiko für die Leute. Es wäre nicht unwahrscheinlich gewesen, dass wir im vielleicht unwahrscheinlichen aber nicht unmöglichen Fall hätten aufeinander schiessen müssen. Als Brüder und Schwestern?
Wie hat man sich vorgestellt, würde der einfache BGS-ler so etwas verarbeiten?
Als Soldat ist man so etwas wie ein Handwerker. Das klingt brutal, ist es auch aber eben auch wahr. Der entscheidende Befehl wäre hüben wie drüben von der Politik gekommen. Unserer Seite wird vorgeworfen, mit Feinbildern zu offensichtlich umgegangen zu sein.
Der Westen hatte keine? Zu Einsätzen aber hat er seine Soldaten geschickt. Auf der ganzen Welt. Bis heute. Und die dabei verteilten Hilfsgüter waren gar nicht so selten eben auch abgefeuerte Bomben, Granaten, Geschosse. Politisch steht man gut und schön da, handelt es sich bei den Gegnern immer nur um Brüder und Schwestern.
Die aber haben von ihrem Punkt eben auch Ereignisse um Grenada, Nikaragua, Vietnam, Laos, Korea mitbekommen und ihre Schlüsse gezogen.
Was aber wird aus dem Soldaten vor Ort, in diesem Falle aus dem BGS-ler als Beamten. Der ja merkt, dass die herzallerliebsten Verwandten auf der anderen Seite partiell mit ihren Gefühlen etwas konträr gehen?
Der vielleicht merkt, als ein potentieller Besatzer empfunden und auch behandelt zu werden? Wie es heutzutage an anderen Orten dieser Welt ja auch geschieht?
Heute ist alles Geschichte. Leicht kann man sagen, so etwas wäre absolut unmöglich gewesen, weil es ja nie eintrat. Ähnlich auch anderen Gelegenheiten wird bekanntlich jeder Krieg am grünen Tisch hinterher immer gewonnen. Sogar von allen Seiten gleichzeitig. Aber damals?
Wenn ein Soldat mit Feindbildern arbeitet, ist für ihn der Fall klar. Die einen gehören da hin. Den anderen wird nichts getan. Wenn es ansonsten klar ist, dass man Menschen nichts tut, ist das hier anders. Doch der Soldat weiß, es entspricht den Regeln. Hält er sich daran, wird man ihn trotzdem achten. Auf der Gegenseite genauso wie der eigenen Seite, wird ihn kein "Echo" verfolgen.
Hat er kein Feindbild, dann steht die Frage, wer ist der Feind, warum mag der mich nicht und darf ich ihm überhaupt was tun? Wenn ich ihm was tu, was passiert dann mir? Gegebenenfalls aus den eigenen Reihen? Wie werde ich mental damit fertig, jemanden angegriffen zu haben? Ihn in´s Jenseits befördert zu haben? Wird die Politik, die mich in diese Situation gebracht hat, mich stützen oder mich verkaufen...?
Und wenn alles dann vorbei gewesen wäre, war bei uns auch klar. Der Feind war weg oder war keiner mehr. Natürlich.
Damit war auch der Grund für die ganz praktischen, um das Wort tödlichen zu vermeiden, Handlungen vorbei. Alles wäre wieder gut gewesen (und wir natürlich die Sieger...). Es hätte keinen Anlaß für so etwas mehr gegeben. Vorbei und gut.
Beim BGS dann auch? Oder ist der Verdacht berechtigt, dass ohne klare Vorgabe das eine Geschichte ohne Ende geworden wäre?





Hm, ziemlich wirr.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#59

RE: sprach der BGS auch von "feindwärts" ?

in Bundesgrenzschutz BGS 11.07.2010 18:15
von werner | 1.591 Beiträge

Hallo Wosch!

. . . Selbst bei einer "geheimen" Umfrage unter normalen Wehrpflichtigen hätte das Ergebnis nicht anders gelautet, da sich Keiner getraut hätte etwas Anderes anzugeben um danach eventuell geoutet zu werden!! . .

Ich habe das Ganze wohl etwas zu kurz gefasst, das war eine "geheime Umfrage", also ohne Rückschlüsse auf den Befragten.

Und bitte genau meine Ausführungen lesen, dass das Erstaunliche eben war, dass die Soldaten der BW eben nicht zum Feind gezählt wurden, bzw. in so geringer Quote, dass es zu vernachlässigen war! Womit Deine These der politischen Indoktrination des Feindbildes ad absurdum geführt wäre, denn genau das Gegenteil war ja eingetreten.

Man muss die "Feind"- Frage in der Zeit wirklich auch im gesamten Rahmen sehen, um die richtig Bedeutung einordnen zu können, und nicht nur einfach diese Frage in den Raum stellen.
Die NATO hat von Anbeginn an großangelegte Manöver in Richtung "Osten" abgehalten, auf Seiten der NATO war der Feind immer klar definiert, vielleicht nicht beim einfachen Soldaten, bei der Führung auf jeden Fall.
Dass man das auf Seiten der DDR nicht unkommentiert lässt, ist doch wohl naheliegend, wenn man sich auf die Fahne schreibt, dass man den Kommunismus aus der Welt schaffen will. Dazu brauchte es keine Agitation, keinen Politunterricht etc. . Das heißt, dass der Feindbegriff nicht nur auf der DDR Seite ziemlich klar definiert war, auch auf der Seite der NATO inkl. Bundeswehr hatte mit Sicherheit auch keiner einen konkreten Anhaltspunkt für ein Feindbild NVA- Soldat, dennoch wurde das Feindbild zumindest indirekt über die Zielrichtung der Manöver vermittelt. Das geschah vielleicht etwas subtiler, aber dennoch nicht weniger klar.

Und zu dieser Zeit war es eine allseits bekannte Militärdoktrin, dass aus Manövern heraus ohne lange Vorwarnzeit ein militärischer Angriff gestartet werden kann. Aber das Alles ist schon ein neues Kapitel.


Alleine die Frage nach dem Feind ließ ja gar keine andere Antwort als USA Nato und und Bundeswehr zu . . .


Ja, welche Antwort hätte denn Deiner Meinung nach kommen sollen oder können? Dass der Feind nicht bei den Verbündeten gesehen wurde, versteht sich wohl von selbst, sonst wären es ja keine Verbündeten.
. .


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#60

RE: sprach der BGS auch von "feindwärts" ?

in Bundesgrenzschutz BGS 11.07.2010 19:05
von wosch (gelöscht)
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Zitat von werner
Hallo Wosch!

. . . Selbst bei einer "geheimen" Umfrage unter normalen Wehrpflichtigen hätte das Ergebnis nicht anders gelautet, da sich Keiner getraut hätte etwas Anderes anzugeben um danach eventuell geoutet zu werden!! . .

Ich habe das Ganze wohl etwas zu kurz gefasst, das war eine "geheime Umfrage", also ohne Rückschlüsse auf den Befragten.

Und bitte genau meine Ausführungen lesen, dass das Erstaunliche eben war, dass die Soldaten der BW eben nicht zum Feind gezählt wurden, bzw. in so geringer Quote, dass es zu vernachlässigen war! Womit Deine These der politischen Indoktrination des Feindbildes ad absurdum geführt wäre, denn genau das Gegenteil war ja eingetreten.

Man muss die "Feind"- Frage in der Zeit wirklich auch im gesamten Rahmen sehen, um die richtig Bedeutung einordnen zu können, und nicht nur einfach diese Frage in den Raum stellen.
Die NATO hat von Anbeginn an großangelegte Manöver in Richtung "Osten" abgehalten, auf Seiten der NATO war der Feind immer klar definiert, vielleicht nicht beim einfachen Soldaten, bei der Führung auf jeden Fall.
Dass man das auf Seiten der DDR nicht unkommentiert lässt, ist doch wohl naheliegend, wenn man sich auf die Fahne schreibt, dass man den Kommunismus aus der Welt schaffen will. Dazu brauchte es keine Agitation, keinen Politunterricht etc. . Das heißt, dass der Feindbegriff nicht nur auf der DDR Seite ziemlich klar definiert war, auch auf der Seite der NATO inkl. Bundeswehr hatte mit Sicherheit auch keiner einen konkreten Anhaltspunkt für ein Feindbild NVA- Soldat, dennoch wurde das Feindbild zumindest indirekt über die Zielrichtung der Manöver vermittelt. Das geschah vielleicht etwas subtiler, aber dennoch nicht weniger klar.

Und zu dieser Zeit war es eine allseits bekannte Militärdoktrin, dass aus Manövern heraus ohne lange Vorwarnzeit ein militärischer Angriff gestartet werden kann. Aber das Alles ist schon ein neues Kapitel.


Alleine die Frage nach dem Feind ließ ja gar keine andere Antwort als USA Nato und und Bundeswehr zu . . .


Ja, welche Antwort hätte denn Deiner Meinung nach kommen sollen oder können? Dass der Feind nicht bei den Verbündeten gesehen wurde, versteht sich wohl von selbst, sonst wären es ja keine Verbündeten.
. .





Werner, mir brauchst Du von einer "geheimen" Abstimmung nichts vormachen, jedermann weiß doch wie Umfragen mit politischem Hintergrund in der DDR von statten gingen. Das Ergebnis einer wirklich "geheimen " Abstimmung von Wehrpflichtigen zu diesem Thema hätte nie das Tageslicht erblickt ohne verfälscht worden zu sein!! Es ist heute sehr einfach zu behaupten, daß es damals in der DDR "geheime" Meinungsumfragen gegeben hatte und gerade in der NVA und speziell bei den GT traute kein Ar... dem Anderen!!
Daß die Manöver der Nato und speziell der BW in östlicher Richtung stattgefunden hatten ist doch klar wie "dicke Tinte", denn den verbündeten Westanliegern brauchte man seine Stärke nicht vorführen und daß die Nato kein Freund des Warschauer Paktes war und auch nicht sein wollte und konnte, sondern ein Verteidigungsbündnis für eventuelle Fälle die nie eintreten sollten haben nie dazu geführt gegen die Mitglieder des Warschauer Paktes, ähnlich zu hetzen, wie es von der DDR-Seite getan wurde. Liebe ehemaligen Polit-Offiziere, erinnert Euch doch mal was Ihr Euren untergebenen Soldaten damals eingetrichtert habt und dann macht Euch mal schlau, wie das hier bei der Bundeswehr abging!!
Sag mal Werner, wenn man dafür bei Euch keine Agitatoren und Polit-Offiziere gebraucht hätte, ja warum gab es Diese dann überhaupt?? Von denen gab es doch mehr als genug!! Auch wenn sich hier im Forum nur einige Wenige befinden, in den Regimentern waren sie doch überall zu finden!! Oder stimmt das etwa nicht?
Ja was sollten diese jungen Menschen denn als Feindbild angeben außer USA , Nato und BRD, wie gefordert?
Ich stelle die Frage mal anders rum: Was hatte die Führung denn für ein Ergebnis erwartet?
Von Oben befohlene Ergebenheitsadressen haben noch nie den Willen des "Jubelnden" präsentiert.

Schönen Gruß aus Kassel.


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