#21

RE: Die Grenzen der DDR

in DDR Grenze Literatur 30.08.2009 20:19
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Pitti53
und dafür verdienen sie respekt.obwohl es nichts gebracht hat



Mensch Pitti, aufwachen!

Ist dir nicht aufgefallen dass das Buch von 2004 ist? Komisch, wollen die von 1991 nichts mehr wissen? Meine Äusserungen aber entstammen dem Buch, was diese Herren geschrieben haben:


P.S. Du musst keine Haltung mehr annehmen,

Angefügte Bilder:
baumgarten.jpg

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#22

RE: Die Grenzen der DDR

in DDR Grenze Literatur 30.08.2009 20:21
von glasi | 2.815 Beiträge

wenn es wirklich so ein schreiben gegeben hat und es keine reaktion gegeben hat ist das peinlich. das past zu denn schwarzen. sorry. aber das ist einer der gründe warum die mauer in denn köpfen noch da ist. und das sagt ein westdeutscher.



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#23

RE: Die Grenzen der DDR

in DDR Grenze Literatur 30.08.2009 20:23
von Alfred | 6.853 Beiträge

Augenzeuge,

einiges wird zur „Mauer“ u.ä. geschrieben. Ausgeblendet wird, dass es sich nicht um eine „INNERDEUTSCHE“ sondern, ob dies nun gefällt oder nicht, um eine Staatsgrenze und die Grenze zwischen den größten militärischen Blöcken, der NATO und dem Warschauer Vertrag handelte.


Der ehemalige Außenminister der Sowjetunion A. Gromyko schreibt in seinen Memoiren:

„Die Regierungen der Staaten des Warschauer Vertrages haben sich an die Volkskammer und die Regierung der DDR, an alle Werktätigen der DDR mit der Aufforderung gewandt, an der Grenze zu Westberlin Maßnahmen zu ergreifen, die zuverlässig alle Wege für die subversive Tätigkeit gegen die Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages zu sperren. Es wurde empfohlen, um das gesamte Territorium Westberlins, einschließlich seiner Grenzen zum demokratischen Berlin, zuverlässige Bewachung und effektive Kontrolle zu gewährleisten. Diesem Appell entsprechend hat die Regierung der DDR einen Beschluss über Maßnahmen zum Schutz der Interessen der DDR und besonders ihrer Hauptstadt Berlin gefasst. In der denkwürdigen Nacht vom 12.zum 13. August 1961 wurde die Grenze zwischen West- und Ostberlin geschlossen“.

Armeegeneral Gribkow schrieb:

„Der Sowjetunion war es nicht gleichgültig, was an der Grenze zwischen der DDR und der BRD geschah. Alles was zum Schutz der Staatsgrenze unternommen wurde, erfolgte im gegenseitigen Einverständnis von der UdSSR, DDR und CSSR, manchmal auch auf a l l e i n i g e Initiative der sowjetischen Führung hin, die immer härtere Positionen bezog, welche sie mit dem verschärften Kurs der NATO und vor allem gegenüber der UdSSR und dem Warschauer Pakt begründete.“

Zur Verminung der Staatsgrenze und Minenbevorratung .

Die Anlegung von Minenfeldern an der Staatsgrenze zur Bundesrepublik war keine Erfindung der DDR, auch wenn dies heute so dargestellt wird.
Die Staatsgrenze zwischen der DDR und der BRD war gleichzeitig für die Staaten des Warschauer Vertrages die vorderste Linie für eine gemeinsame Verteidigung im Falle eines bewaffneten Konfliktes zwischen Warschauer Vertrag und NATO.

Die Verminung der Staatsgrenze wurde am 14.9.1961 vom damaligen Oberkommandierenden der Gruppe der Sowjetischen Streikkräfte in Deutschland, Marschall der Sowjetunion Konjew, angeordnet, um ein Eindringen gegnerischer Kräfte in das Grenzgebiet zu verhindern.
Man beachte das Datum. Am 12.9.1961 wurde die Grenzpolizei dem Ministerium für Nationale Verteidigung der DDR unterstellt, 2 Tage später war schon der Befehl da.
In diesen Befehl ist u.a. zu lesen:

„In den Grenzen dieses Streifens sind Drahtsperren, Minenfelder, Signalanlagen, Beobachtungstürme und Kontrollstreifen… zu errichten.“

Dies ging sogar soweit, dass genau beschrieben wurde, wie die Minen zu verlegen sind „ Bei der kombinierten Verlegung von scharfen Minen und Minenattrappen in wichtigen Grenzzonen sind scharfe Minen in zwei Reihen, Attrappen in einer reihe zu legen, in weniger wichtigen Grenzzonen – scharfe Minen in einer reihe, Attrappen in zwei Reihen“.

Um allen Maßnahmen und auch dem Westen die DEUTLICHKEIT dieser Maßnahme zu vermitteln, nahm die Sowjetunion den Wechsel in zwei wichtigen Spitzenpositionen vor. So wurde der erfahrene und entschlossene Heerführer aus dem 2. Weltkrieg Marschall der Sowjetunion Iwan S. Konew zum damaligen Oberkommandierenden der Gruppe in der DDR ernannt und Armeegeneral Pawel i. Batow zum Oberkommandierenden der Streitkräfte in Ungarn.

Diese Weisung war auch für die Partei und Staatsführung der DDR verbindlich, da es auf der Hand lag, daß Marschall Konjew insoweit lediglich eine Weisung aus Moskau weitergab.
Zur Durchsetzung dieses Befehls fasste der Nationale Verteidigungsrat der DDR 8 Wochen nach erteilter Weisung den Beschluss über die Verminung der Staatsgrenze.
Für die Regierung der DDR gab es keinen Zweifel, dass die DDR berechtigt war, Minen zum Zwecke der Grenzsicherung an der Staatsgrenze zu verlegen. Mir ist auch heute keine völkerrechtliche Bestimmung bekannt, die es einem Staat verbietet, seine Grenzen zum militärischen Sperrgebiet zu deklarieren und erforderlichenfalls auch durch Minenfelder abzusichern, sofern durch die Anlage der Minenfelder und ihre Kennzeichnung bzw. Absperrung eine Verletzung der Zivilbevölkerung ausgeschlossen ist.
Es ist mir auch nicht bekannt, dass die DDR wegen der Anlage von Minenfeldern an der Grenze jemals von der UNO oder anderen internationalen Organisationen diesbezüglich gerügt, geschweige denn verurteilt worden ist.

Die Minensperren wurden in dem Teil des Grenzgebietes angebracht bzw. verlegt, dessen Betreten aus Gründen der Sicherheit für alle Personen verboten war.
Die Minenfelder waren nicht nur entsprechend dem zwischen den 4 Siegermächten abgeschlossenen Viermächteabkommen ordnungsgemäß angezeigt, sondern auch in allen Karten als militärisches Sperrgebiet ausgewiesen worden.

Darüber hinaus war jedes Erd - Minenfeld von einem 2m hohen Drahtzaun umgeben, der weder übersprungen , noch ohne technische Hilfe überklettert werden konnte.
Die Minenfelder waren durch große Warnschilder von beiden Seiten gekennzeichnet, wobei auf die Lebensgefahr hingewiesen wurde, die mit einem unbefugten Überqueren verbunden war.
Die Ersetzung der ursprünglich angelegten Erdminensperren durch die SM 70

• Anfang der 70 er Jahre- erfolgte , um
• einerseits die militärische Grenzsicherung nach beiden Seiten hin aufrechtzuerhalten und
• andererseits das Gefährdungspotential für Grenzverletzer soweit wie möglich auszuschließen.

Darüber hinaus hatte dieses Minensystem den Vorteil, dass bei Gefahrensituationen einzelne Minenfelder abgeschaltet werden konnten, um eine schnellere Bergung von Verletzten zu ermöglichen.
Auch die SM -70 - Anlagen waren abgesichert und große Warnschilder wiesen in beiden Richtungen auf die Lebensgefahr hin, die mit einem unbefugten Überwinden dieser Anlage verbunden war.

Dabei sollte man auch folgendes berücksichtigen.

• für Angriffe aus dem Westen waren die Minenfelder das 1. Hindernis
• für Grenz - Verletzer aus dem Osten waren die Minenfelder nach 5 km Sperrgebiet das letzte Hindernis.

Alle Minenfelder wurden nach dem Prinzip der militärischen Verteidigung so angelegt, dass

• in den zu erwartenden Handlungsrichtungen des Gegners

• zuerst die Minensperren wirksam würden
• und erst dann die Kräfte der Sicherung und Verteidigung handeln.

Deshalb waren auch alle Minenfelder 30 bis 50 Meter von der Staatsgrenze entfernt angelegt.


Das Ziel dieser Maßnahmen bestand darin,

• ein Eindringen gegnerischer Kräfte in das Territorium der DDR nicht zuzulassen und
• gleichzeitig Grenzverletzer von ihrem Vorhaben des Grenzdurchbruchs abzuhalten,
• und zwar nach Möglichkeit, ohne daß hierbei Menschen verletzt oder getötet wurden.


2. Die Minenfelder und die SM 70 Anlagen waren so gesichert, gekennzeichnet und verlegt oder angebracht, daß sie nur für Menschen eine Gefahr darstellten, die sich dieser Gefahr wissentlich selbst ausgesetzt haben.


Es gab eine 4 fache Warnung oder Absperrung


1. An der Begrenzung des Sperrgebietes - VP Posten - Warnschilder
2. An den Schutzstreifen - Grenzsignalzaun-Warnschilder- Streifen der GT
3. Am Minenfeld , 2m hoher Begrenzungszaun
4. Am Rand des Minenfeldes waren Warnschilder „Vorsicht Minen - Lebensgefahr“


Auch wurde im Befehl 101 des Ministers für Nationale Verteidigung der DDR gefordert, dass die Angehörigen der GT zu befähigen und auszubilden sind , Panzer und Infanterieminen zu verlegen.
Selbst die Hubschrauber - Besatzungen der GT wurden in der Verlegung von Minen aus dem fliegenden Hubschrauber heraus ausgebildet und trainiert.

Außerdem befanden sich in 2 Lagern der GT in unmittelbarer Nähe zur Staatsgrenze folgende Vorräte für die Vereinten Streitkräfte des Warschauer Vertrages bzw. für die Gruppe der Sow. Streitkräfte in Deutschland.

1. Im Lager Schneckengrün

- 22.000 Panzerminen
- 30.000 Infanterieminen
- 35 Tonnen Sprengstoff

2. Im Lager Peckwitz

- 15.000 Panzerminen
- 7.500 Infanterieminen
- 15 Tonnen Sprengstoff

Alle Zahlenangaben befinden sich im Militärarchiv und können eingesehen werden.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass man davon ausgehen kann, dass

• die 86.483 Panzerminen und
• die 65.673 Infanterieminen und die
• 119.000 Panzerhandgranaten

die bei der Grenze eingelagert waren,

• jetzt benutze ich mal die Terminologie die mir gegenüber immer von Staatsanwaltschaft verwandt wurde
• gegen „Republik - Flüchtlinge“
• sprich Grenzverletzer

eingesetzt werden sollten. Auch der Einsatz von Hubschraubern dürfte nicht für solch eine Aufgabenstellung sprechen.

Mir ist kein Beispiel bekannt,

• wo ein DDR Bürger oder der BRD,
• wenn er nicht Grenzverletzer war,
• durch die verlegten oder installierten Minen
• an der Staatsgrenze zu Schaden gekommen wäre.


Immer handelte es sich bei den tragischen Vorfällen

• um Grenzverletzer
• die entgegen dem Gesetz und allen Warnungen
• widerrechtlich in das militärische Sperrgebiet, den 500 Meter Schutzstreifen eingedrungen sind.

Und noch eins,
die entsprechenden Schilder mit den Warnungen gab es.

Dazu gab es u.a. eine Vorschrift mit der Bezeichnung VVS A 372 134 . Auch in den Prozessunterlagen gegen einige Grenzer dürften entsprechende Bilder zu finden sein.


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#24

RE: Die Grenzen der DDR

in DDR Grenze Literatur 30.08.2009 20:23
von Merkur | 1.021 Beiträge

Zitat von Augenzeuge


Ist dir nicht aufgefallen dass das Buch von 2004 ist? Komisch, wollen die von 1991 nichts mehr wissen?



Baumgarten erwähnt das Schreiben explizit in seiner Autobiographie von 2008.



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#25

RE: Die Grenzen der DDR

in DDR Grenze Literatur 30.08.2009 20:35
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Augenzeuge


Warum? Der mutmaßlich zu diesem Zeitpunkt bereits seinen Verletzungen erlegene Chris Gueffroy wurde durch den Major Uwe R. durchsucht. Dabei ließ sich dieser mit den Knien auf dessen Körper fallen, stieß ihm die Knie in die Nierengegend, holte mit den Armen weit aus und schlug mit den Händen auf den Oberkörper des am Boden liegenden ein.



@augenzeuge, davon habe ich noch nie etwas gelesen bzw. etwas gehört. woher stammt diese ursprungsaussage ?

kann mir jemand von den hier anwesenden fachleuten sagen, was es mit diesem "schlagen auf den oberkörper" auf sich hat ?


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#26

RE: Die Grenzen der DDR

in DDR Grenze Literatur 30.08.2009 20:36
von glasi | 2.815 Beiträge

wenn ich das so lese gibt es immer noch welche in deren kopf wird die mauer jeden tag höher.



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#27

RE: Die Grenzen der DDR

in DDR Grenze Literatur 30.08.2009 20:42
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von GilbertWolzow

Zitat von Augenzeuge

Warum? Der mutmaßlich zu diesem Zeitpunkt bereits seinen Verletzungen erlegene Chris Gueffroy wurde durch den Major Uwe R. durchsucht. Dabei ließ sich dieser mit den Knien auf dessen Körper fallen, stieß ihm die Knie in die Nierengegend, holte mit den Armen weit aus und schlug mit den Händen auf den Oberkörper des am Boden liegenden ein.


@augenzeuge, davon habe ich noch nie etwas gelesen bzw. etwas gehört. woher stammt diese ursprungsaussage ?
kann mir jemand von den hier anwesenden fachleuten sagen, was es mit diesem "schlagen auf den oberkörper" auf sich hat ?




Hallo GW, entstammt aus Schwurgerichtsanklage 2 Js 26/90, Seite 671
Hier nochmal alles: Am 5. Februar 1989 versuchten Chris Gueffroy und Christian Gaudian in Berlin-Treptow, im
Bereich der Baumschulenbrücke, die DDR zu verlassen. Zwei Postenpaare der 1. Grenzkompanie des Grenzregimentes 33 entdeckten die Flüchtlinge und nahmen sie unter Kreuzfeuer.
Trotz des Dauerbeschusses durch drei Posten, die abwechselnd kniend und laufend aus ihren
Maschinenpistolen feuerten, versuchten die beiden Jugendlichen die vordere Grenzmauer zu
überwinden. Infolge eines Brustdurchschusses brach Chris Gueffroy zusammen. Christian
Gaudian erlitt eine Schußwunde am Fuß. Nach der Festnahme bedrohte einer der Posten
Christian Gaudian mit der Pistole und rief: „Wenn Du ich rührst, drücke ich ab.“ Außerdem
beschimpfte er ihn mit „Schwein“ bzw. „Sau“. In der Schwurgerichtsanklageschrift heißt es
weiter: „Um eine Beobachtung des weiteren Geschehens von westlicher Seite zu unterbinden,
wurden die beiden Verletzten zunächst in den die Einsicht hindernden Kfz.-Graben verbracht.
Der Schwerverletzte und bewegungsunfähige Chris Gueffroy wurde alsdann über den Boden
geschleift und in einem zwischenzeitlich eingetroffenen Trabant-Kübelwagen gepackt. Mit
diesem Fahrzeug wurden die beiden Festgenommenen aus dem Grenzgebiet gefahren“. Im
Hinterland wurden sie mit gespreizten Beinen auf den Boden gelegt. Christian Guadian wurde
mit Füßen getreten. Auf seine Frage nach dem Eintreffen eines Krankenwagens wurde ihm
„Schnauze“ zugerufen.14 Der mutmaßlich zu diesem Zeitpunkt bereits seinen Verletzungen
erlegene Chris Gueffroy wurde durch den Major Uwe R. durchsucht. Dabei ließ sich dieser
mit den Knien auf dessen Körper fallen, stieß ihm die Knie in die Nierengegend, holte mit den
Armen weit aus und schlug mit den Händen auf den Oberkörper des am Boden liegenden
ein.


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#28

RE: Die Grenzen der DDR

in DDR Grenze Literatur 30.08.2009 20:43
von Ernest | 210 Beiträge

Zitat von Alfred



Die Minensperren wurden in dem Teil des Grenzgebietes angebracht bzw. verlegt, dessen Betreten aus Gründen der Sicherheit für alle Personen verboten war.
Die Minenfelder waren nicht nur entsprechend dem zwischen den 4 Siegermächten abgeschlossenen Viermächteabkommen ordnungsgemäß angezeigt, sondern auch in allen Karten als militärisches Sperrgebiet ausgewiesen worden.

Darüber hinaus war jedes Erd - Minenfeld von einem 2m hohen Drahtzaun umgeben, der weder übersprungen , noch ohne technische Hilfe überklettert werden konnte.
Die Minenfelder waren durch große Warnschilder von beiden Seiten gekennzeichnet, wobei auf die Lebensgefahr hingewiesen wurde, die mit einem unbefugten Überqueren verbunden war.
Die Ersetzung der ursprünglich angelegten Erdminensperren durch die SM 70

• Anfang der 70 er Jahre- erfolgte , um
• einerseits die militärische Grenzsicherung nach beiden Seiten hin aufrechtzuerhalten und
• andererseits das Gefährdungspotential für Grenzverletzer soweit wie möglich auszuschließen.

Darüber hinaus hatte dieses Minensystem den Vorteil, dass bei Gefahrensituationen einzelne Minenfelder abgeschaltet werden konnten, um eine schnellere Bergung von Verletzten zu ermöglichen.
Auch die SM -70 - Anlagen waren abgesichert und große Warnschilder wiesen in beiden Richtungen auf die Lebensgefahr hin, die mit einem unbefugten Überwinden dieser Anlage verbunden war.


Auch wurde im Befehl 101 des Ministers für Nationale Verteidigung der DDR gefordert, dass die Angehörigen der GT zu befähigen und auszubilden sind , Panzer und Infanterieminen zu verlegen.
Selbst die Hubschrauber - Besatzungen der GT wurden in der Verlegung von Minen aus dem fliegenden Hubschrauber heraus ausgebildet und trainiert.

Mir ist kein Beispiel bekannt,

• wo ein DDR Bürger oder der BRD,
• wenn er nicht Grenzverletzer war,
• durch die verlegten oder installierten Minen
• an der Staatsgrenze zu Schaden gekommen wäre.


Immer handelte es sich bei den tragischen Vorfällen

• um Grenzverletzer
• die entgegen dem Gesetz und allen Warnungen
• widerrechtlich in das militärische Sperrgebiet, den 500 Meter Schutzstreifen eingedrungen sind.

Und noch eins,
die entsprechenden Schilder mit den Warnungen gab es.





=====================================================================================

es tut mir leid, aber wenn ich das alles lese, dann wird es mir nur einfach schlecht.................speiübel.
Ich glaube ich bin im falschen Film.
Ich frage mich, wer in der heutigen Zeit noch dazu bereit ist, diese menschenverachtende Tötungsmaschenerie zu verteidigen. Was muß in so einem Kopf vorgehen.

Wenn ich dieses Wort "Grenzverletzer" schon lese und man schreibt:

Immer handelte es sich bei den tragischen Vorfällen

• um Grenzverletzer
• die entgegen dem Gesetz und allen Warnungen
• widerrechtlich in das militärische Sperrgebiet, den 500 Meter Schutzstreifen eingedrungen sind.


dann denke ich daran, wieviel Jugendliche, die überhaupt keine ahnung von der Grenze hatten, ihr Leben lassen mußten. Wieviel Kaltblütigkeit gehört eigentlich dazu, mit diesen lapidaren Erklärungen alles zu rechtfertigen?

Also menschenverachtend ist bald kein Ausdruck dafür. Tut mir leid..............

Gruß
Herbert


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#29

RE: Die Grenzen der DDR

in DDR Grenze Literatur 30.08.2009 20:48
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Merkur

Zitat von Augenzeuge

Ist dir nicht aufgefallen dass das Buch von 2004 ist? Komisch, wollen die von 1991 nichts mehr wissen?


Baumgarten erwähnt das Schreiben explizit in seiner Autobiographie von 2008.




Achso, die Biografie muss ich mit dem Buch kaufen um objektiv informiert zu werden. Respekt, geschäftstüchtig, diese beiden- wo haben die das nur gelernt?

@merkur: Warum erwähnt er diesen wichtigen Punkt nicht im Buch?

@Alfred: Im Großen und Ganzen bestätigst du die Aussagen des Buches. Also waren alle Schutzaktivitäten von der UdSSR gelenkt? Grenzer nur Marionetten der UdSSR?
Oh, das gefällt einigen sicher nicht…aber das habe ich nicht gesagt.
Was wäre denn passiert, wenn man gesagt hätte, -ok, ich weiß, dass das sehr naiv ist- nein Minen verlegen wir nicht- wir machen das anders.
Das die aufgezählt Munition
• die 86.483 Panzerminen und
• die 65.673 Infanterieminen und die
• 119.000 Panzerhandgranaten
nicht für Grenzverletzer war, glaube ich dir gerne. Aber das du dies noch erwähnst zeigt alles!!!

Immerhin als es später um Reformen ging, sagte man doch auch, wenn der Nachbar tapeziert, dann müssen wir das doch nicht machen….
Ok, ein Schild, welches von Ostseite darauf hinweist hätte ich gern mal gesehen…


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#30

RE: Die Grenzen der DDR

in DDR Grenze Literatur 30.08.2009 21:12
von Alfred | 6.853 Beiträge

Augenzeuge,

jeder kann schrieben was er möchte. Aber in der DDR ging im militärischen Bereich ohne die UdSSR nichts.

Gorbatschow schrieb am 26. April 1986 ins Gästebuch des Stadtkommandanten am Brandenburger Tor:

„ Am Brandenburger Tor kann man sich anschaulich überzeugen, wie viel Kraft und Heldentum der Schutz des ersten sozialistischen Staates auf deutschen Boden vor den Anschlägen des Klassenfeindes erfordert. Die Rechnung der feinde des Sozialismus darf nicht aufgehen. Der Unterpfand dessen sind das unerschütterliche Bündnis der DDR und der UdSSR sowie das enge Zusammenwirken der Bruderländer im Rahmen des Warschauer Vertrages. Ewiges Andenken an die Grenzsoldaten, die ihr Leben für die sozialistische DDR gegeben haben“.

Am 18. August 1994 gab es dann noch folgenden Brief.
Antwortbrief Gorbatschows an Modrow:
Brauchen die Deutschen wieder eine Hexenjagd?
Ehrenvorsitzenden
der Partei des Demokratischen Sozialismus
Hans Modrow

Sehr geehrter Hans Modrow!

Kürzlich habe ich aus der Presse erfahren, daß der Bun-
desgerichtshof im Berufungsverfahren gegen die ehemali-
gen Mitglieder des Verteidigungsrates der DDR, die Gene-
rale Heinz Keßler und Fritz Streletz sowie das Mitglied des
Rates Hans Albrecht, eine negative Entscheidung gefällt
hat. Ich habe Ihre Erklärung dazu gelesen und teile Ihre
Einschätzung. Das ist in der Tat eine tendenziöse Haltung
zur Vergangenheit, die einen gefährlichen Präzedenzfall
schafft. Auf dieser Grundlage können selbst einfache Bür-
ger der Deutschen Demokratischen Republik Verfolgungen
ausgesetzt werden. Brauchen die Deutschen tatsächlich
schon wieder eine Hexenjagd? Wem soll eine Kampagne
nützen, die, statt die Wunden der Vergangenheit zu heilen,
die politischen Differenzen nur verschärfen kann?

Die Logik derartiger Entscheidungen wie auch bereits
des Gerichtsverfahrens gegen Erich Honecker geht im
Grunde genommen davon aus, daß in der ganzen Zeit seit
dem zweiten Weltkrieg im Osten Deutschlands kein Staat
existierte und dieses Territorium in der Rechtshoheit der
Bundesrepublik verblieb. Kann man denn aber die Tatsa-
che aus der Geschichte streichen, daß die Souveränität der
DDR von der ganzen Weltgemeinschaft anerkannt, daß sie
Mitglied der Organisation der Vereinten Nationen war?
Kann man einfach vergessen, daß die BRD und die DDR ei-
nen Vertrag geschlossen haben, der die Beziehungen zwi-
schen ihnen als gleichberechtigte Staaten sowie Fragen ih-
rer Staatsbürgerschaft regelte?

Ich muß sagen, daß dieses Thema in meinen Gesprä-
chen mit Bundeskanzler Helmut Kohl in den Tagen, als
sich die Frage der deutschen Vereinigung entschied, mehr-
mals besprochen wurde. Meine deutschen Partner versi-
cherten, es werde keinerlei Diskriminierung der Bevölke-
rung der Deutschen Demokratischen Republik und ihrer
politischen Führung zugelassen werden, das Verhältnis zu
den östlichen Bundesländern werde sich auf gar keinen
Fall nach der Formel von Siegern und Besiegten gestalten.
Selbst bei meinen jüngsten Reisen nach Deutschland hatte
ich den Eindruck, daß der deutschen Gesellschaft der Sinn
mehr nach nationaler Einigung und nicht nach Auseinan-
dersetzungen und Spaltung steht.

Ich halte es für meine Pflicht, Ihnen diese Gedanken
mitzuteilen, denn ich glaube, dieses Problem ist nicht nur
für Deutschland aktuell. Es hat für die Zukunft vieler Län-
der enorme Bedeutung. Hier geht es darum, eine Wahl von
historischen Dimensionen zu treffen, sich entweder für ei-
nen Kurs der sozialen Revanche, der Vergeltung und des
Hasses oder für einen Kurs der nationalen Eintracht, des
ideologischen und politischen Pluralismus unter dem für
alle gleichen Schutz des Rechts zu entscheiden. Ich bin
überzeugt, die Völker werden keine neue Konfrontation
zwischen Roten und Weißen, sondern den Bürgerfrieden
wählen.

Mit den besten Wünschen

Michail Gorbatschow 18. August 1994


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#31

RE: Die Grenzen der DDR

in DDR Grenze Literatur 30.08.2009 22:09
von manudave (gelöscht)
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Ich werde auf solchen Mist nicht mehr antworten - in der Hoffnung, dass sich manch einer ein anderes Forum sucht - eines mit Gleichgesinnten.
Ich kann da gern ein paar Tipps geben.

Ansonsten sehe ich es nicht als Aufgabe dieses Forums an, Verteidigern des SED-Regimes hier Rede und Antwort zu stehen.

Und wenn ich ehrlich bin:

Es geht mir tierisch auf den Sack, was hier momentan aus der Roten Ecke kommt. Schreibt so einen Dreck einfach woanders.
Das schreibe ich nicht als Admin, sondern als einfacher User.


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#32

RE: Die Grenzen der DDR

in DDR Grenze Literatur 30.08.2009 22:29
von Ernest | 210 Beiträge

manudave.........

das war eine klare Aussage. Du sprichst mir aus dem Herzen.

Für mich ist das alles unerträglich, denn uns brauchen sie nicht zu bekehren.
Sollen sie zu den Müttern der vielen Erschossenen gehen und denen erklären, warum sie nun kein Kind mehr haben.
Nur dazu würde der Mut fehlen, hier jedoch wollen sie sich in alter Manier profilieren.


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#33

RE: Die Grenzen der DDR

in DDR Grenze Literatur 30.08.2009 22:32
von karl143 (gelöscht)
avatar

Zitat von Alfred


Immer handelte es sich bei den tragischen Vorfällen

• um Grenzverletzer
• die entgegen dem Gesetz und allen Warnungen
• widerrechtlich in das militärische Sperrgebiet, den 500 Meter Schutzstreifen eingedrungen sind.

Und noch eins,
die entsprechenden Schilder mit den Warnungen gab es.




Und was willst du damit ausdrücken. Es ist und bleibt ein Verbrechen. Davon spricht auch das angebrachte Schild nicht frei.
Zeige mir mal ein zivilisiertes Land (außer ein paar kommunisten zu dieser Zeit) wo auf Menschen geschossen wurde, wenn sie eine Grenze überquerten.


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#34

RE: Die Grenzen der DDR

in DDR Grenze Literatur 30.08.2009 22:35
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Augenzeuge
Ok, ein Schild, welches von Ostseite darauf hinweist hätte ich gern mal gesehen…



Dein Wunsch sei mir Befehl , hier das Schild. Interessant ist was nicht draufsteht.

@Augenzeuge, da haste einen wichtigen Punkt angesprochen: Die 'Vorneverteidiger der DDR' ziehen eben ganz gern das jeweils passende Karnickel aus dem Hut, je nachdem wie's in die Diskussion passt:
(1) die DDR konnte keine Entscheidung ohne den grossen Bruder machen, (auf Deutsch: war also nix als ein Marionettenregime)
(2) die DDR war ein komplett souveraener Staat, welcher nur seine Grenzen verteidigt hat (und das bis zum auessersten)
(3) wenn das nicht geht, dann war's die 'Sabotage und Wuehltaetigkeit' der 'westlichen Menschenhaendlerbanden'

Mann kann sich seine Geschichte so zurechtbiegen, das sie zur eigenen, untergegangenen Ideologie passt. Ob's jemand glaubt...
-Th


zuletzt bearbeitet 30.08.2009 22:35 | nach oben springen

#35

RE: Die Grenzen der DDR

in DDR Grenze Literatur 30.08.2009 22:38
von ---------- (gelöscht)
avatar

Zitat von karl143


Und was willst du damit ausdrücken. Es ist und bleibt ein Verbrechen. Davon spricht auch das angebrachte Schild nicht frei.
Zeige mir mal ein zivilisiertes Land (außer ein paar kommunisten zu dieser Zeit) wo auf Menschen geschossen wurde, wenn sie eine Grenze überquerten.




Eine Steilvorlage, danke.
Was ist mit der BRD in den 50´er und 60´er Jahren.
Da wurde auf Menschen die eine Grenze überquerten geschossen und getötet, nur wegen ein paar Mark hinterzogener Steuern.



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#36

RE: Die Grenzen der DDR

in DDR Grenze Literatur 30.08.2009 22:41
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Pluto
Eine Steilvorlage, danke.
Was ist mit der BRD in den 50´er und 60´er Jahren.
Da wurde auf Menschen die eine Grenze überquerten geschossen und getötet, nur wegen ein paar Mark hinterzogener Steuern.


Na, das ist doch bestimmt die beruehmte Kaffee/Buttergrenze mit Belgien und Luxemburg.
Da hol ich mir jetzt mal 'nen Drink, lehn mich zurueck, und hoer Dir mal zu was Du da zu erzaehlen hast.

-Th


zuletzt bearbeitet 30.08.2009 22:44 | nach oben springen

#37

RE: Die Grenzen der DDR

in DDR Grenze Literatur 30.08.2009 22:49
von ---------- (gelöscht)
avatar

Zitat von CaptnDelta

Zitat von Pluto
Eine Steilvorlage, danke.
Was ist mit der BRD in den 50´er und 60´er Jahren.
Da wurde auf Menschen die eine Grenze überquerten geschossen und getötet, nur wegen ein paar Mark hinterzogener Steuern.


Na, das ist doch bestimmt die beruehmte Kaffee/Buttergrenze mit Belgien und Luxemburg.
Da hol ich mir jetzt mal 'nen Drink, lehn mich zurueck, und hoer Dir mal zu was Du da zu erzaehlen hast.

-Th




Das kannst Du sicher besser erklären.
Es gab aber noch weitere Fälle, nur wurden diese nicht so akribisch erfasst


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#38

RE: Die Grenzen der DDR

in DDR Grenze Literatur 30.08.2009 23:00
von glasi | 2.815 Beiträge

pluto. das kann doch nicht miteinander vergleichen. und wenn schon. macht das die innerdeutsche grenze besser.



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#39

RE: Die Grenzen der DDR

in DDR Grenze Literatur 30.08.2009 23:01
von karl143 (gelöscht)
avatar

@Pluto - Wer lesen kann ist im Vorteil. Da stehst du aber ganz hinten an. Zum einen, kannst du die ersten Jahre nach dem Krieg nicht mit den Jahren ab ca. 1960 vergleichen. Zwischen 1945 und dieser Zeit spielten sie unheimliche Szenarien gerade in dem Aachener Raum ab. Darüber gibt es auch eine Dokumentation. Und es gab nicht nur tote Schmuggler sondern auch tote Grenzbeamte, und zwar auf beiden Seiten der Grenze, nämlich Belgier und Deutsche. Und es handelte sich nicht um Flüchtlinge, die von Belgien nach Deutschland oder anderesrum wollten, sondern um ganze Banden die gewerbsmäßig schmuggelten, und nicht nur Kaffee. Das mal zu deinem "Vergleich". Beachte bitte die Gänsefüsschen. Zu deinen Lesekünsten: Ich schrie >außer eine paar kommunistischen zu dieser Zeit< . Es geht um die Jahre, als von der DDR die Flüchtlinge bewußt abgeknallt wurden. In dein Weltbild wird dies bestimmt nicht hineinpassen, dazu ist es eben zu begrenzt. Eigentlich schade, wo es doch immer heißt, der Mensch ist lernfähig!


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#40

RE: Die Grenzen der DDR

in DDR Grenze Literatur 30.08.2009 23:01
von Alfred | 6.853 Beiträge

Captn,

die Schilder an den Minensperren sahen anders aus und hatten einen anderen Text.

Aber man kann ja erst mal was schreiben....


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