#1

Scheidung und Adoption in der DDR

in Leben in der DDR 30.01.2009 23:19
von instinct (gelöscht)
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Hallo!
Ich schreibe derzeit ein Buch über das Leben einer Frau, die in der DDR als Kind adoptiert wurde (keine Zwangsadoption) und 18 Jahre später ihre Schwester wiedertrifft. Zugegeben gibt es einen biografischen Hintergrund.

Trotzdem brauche ich einige Infos und finde im Netz nichts dazu.
1. Wie wurde mit Scheidung umgegangen? Wie erging es geschiedenen/verwitweten oder Frauen mit häufig wechselnden Partnern?

2. Wie sah man Frauen die mehrere Kinder ohne Väter aufzogen?

3. Welche Voraussetzungen gab es wenn man ind er DDR ein Kind adoptieren wollte (neben Heirat und gesicherten finanziellen Verhältnissen)?

4. Lief man Gefahr von der Stasi beobachtet zu werden wenn man Geschieden / zum 2./3. Mal verheiratet war / adoptiert war oder ein Kind aus persönlichen Gründen (finanzielle, psychische) abgegeben hatte?

Ich wäre sehr dankbar könnte mir jemand Informationen geben, vielleicht gibt es auch Berichte über Bekannte oder welche aus der Gerüchteküche. Zwar habe ich viel dazu erzählt bekommen aber ich möchte gerne noch mehr Hintergrundwissen um authentisch zu schreiben.

Viele Grüße
instinct


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#2

RE: Scheidung und Adoption in der DDR

in Leben in der DDR 31.01.2009 00:34
von Rainman2 | 5.756 Beiträge
Hallo instinct,

Deine Fragen ließen sich zu verschiedenen Zeiten der DDR-Geschichten zum Teil unterschiedlich beantworten. Für den Fall, dass Du die 70-er/80-er Jahre meinst, kann ich einiges beisteuern, da ich eine Weile mit einer zu DDR-Zeit geschiedenen Frau mit 2 Kindern verheiratet war (nun hat sie auch noch die Erfahrung einer Scheidung zu BRD-Zeiten, aber das ist ja nicht Deine Frage).

zu 1. Wie wurde mit Scheidung umgegangen? Wie erging es geschiedenen/verwitweten oder Frauen mit häufig wechselnden Partnern?

Eine Scheidung zu DDR-Zeiten war in der Regel einfacher, als einen Zahn zu ziehen. Lag die Absichtserklärung beider vor, sich zu trennen, gab es kein großes Prozedere. Ggf. wurde das Sorgerecht für die Kinder festgelegt, die Höhe der Alimente bestimmt und das war es dann. War alles klar, wurde die Scheidung schriftlich eingerreicht, entweder über einen Anwalt oder das Gericht direkt, und, wenn es keine Streitpunkte gab, man ging mit einem Termin auseinander. In den 50-er und 60-er Jahren sah man da noch eher eine Verantwortung des Staates, der als oberster Wächter der Moral und Sitte galt. Da gab es dann in der Regel mehrere Termine, Aussprachen, Bedenkzeiten. Auch die Partei konnte sich in solchen Fällen einmischen (siehe Roman/Film "Spur der Steine"). Zurück zu den 70-er/80-er Jahren. War nur eine Seite bereit, sich scheiden zu lassen, wurden i.d.R. die Gründe erfragt. Bei erwiesenen Fällen von Misshandlung, Vergewaltigung in der Ehe und ähnlichen schweren Delikten, war die Scheidung auch schnell vollzogen. In der Regel liefen solche Fälle nicht direkt an das Gericht, sondern im Vorfeld über einen Anwalt. Genaueres müsste aber von Leuten kommen, die es am eigenen Leib erlebt haben - ich habe nur gelegentlich meine Soldaten in diesen Fragen "seelsorgerisch begleitet" (ich war Politoffizier).

Entsprechend war es für Frauen keine Schande geschieden zu sein, aber das war auch sehr vom Umfeld anhängig. Zunächst empfehle ich Dir aus der Reihe der Dokumentarfilme: "Chronik der Kinder von Golzow" die Portraits von Elke, Marieluise und Brigitte. Marieluise heiratet sehr schnell und ist sehr schnell geschieden. Elke und Brigitte erleben Partnerschaft, Kinder, Trennung und neue Partnerschaften als sehr unterschiedliche Frauen und dennoch in einer Weise, wie sie für die DDR sehr typisch ist.

Es gab eine nach meiner Erinnerung recht große Zahl an bereits mittzwanziger Frauen mit Kindern, die allein lebten. Bei einigen war ich eine der Durchgangsstationen bei den häufig wechselnden Partnern. In Städten oder ländlichen Gegenden mit Industrie stellte ein solcher "Lebenswandel" kaum ein Problem dar. Die Frauen arbeiteten und zogen nebenher ihre Kinder groß (sehr schön zu sehen im o.g. Portrait von Brigitte mit dem Kommentar: "Da gehen zwei nicht unter!"). Meine Ex-Frau hat in dieser Zeit (Anfang bis Mitte der 80-er) "nebenbei" zwei Kinder aufgezogen und ihre Promotion gemacht - allein. Das ging also durchaus. Das Umfeld war weitestgehend tolerant, sicher außer ein paar der "üblichen Verdächtigen", die in der Regel mit einer Art proletarischem Puritanismus verbal offen oder verdeckt gegen solchen Lebenswandel Protest erhoben. In Betrieben und Arbeitskollektiven war der Anteil der Frauen sowieso recht hoch. Dass es darunter alleinstehende Frauen mit Kindern, geschiedene Frauen, Frauen mit häufig wechselnden Partnern gab, war normal. Die staatlichen Leitungen waren stets daran interessiert, Arbeitskräfte zu halten. Von deren Seite spielte das familiäre Umfeld keine Rolle, es sei denn, die alleinerziehende Mutter forderte mehr Unterstützung ein (vor allem Wohnraum). Anders noch als in den 50-ern/60-ern, in denen die sozialistische Moral über allem stand (aber diese Zeit kenne ich nur vom Hörensagen).

Apropos Wohnraum! Eine interessante Sequenz zur Scheidung ist folgende: Aufgrund des Wohnungsmangels mussten viele frischgeschiedene Paare zum Teil noch über ein Jahr zusammen in einer Wohnung leben. Ich selbst erwachte in einer Wohnung im Bett neben einer Schönheit, da draußen im Flur die Tür aufgeschlossen wurde und jemand kam. Auf meine Frage, wer das sei, murmelte sie schläfrig, dass es ihr Mann sei (vierte Etage, kein Sims draußen - ich war einem Herzinfarkt nahe). Sie ließ mir meinen offenkundigen Schrecken, indem sie nur sehr zögernd nachreichte, dass beide schon seit fast einem Jahr geschieden seien (ich verbürge mich für diese Geschichte aus dem Jahr 1987).

Deine zweite Frage ( Wie sah man Frauen die mehrere Kinder ohne Väter aufzogen? ) ist mit dem oben gesagten mit beantwortet. Ich selbst bin ohne Vater aufgewachsen und das stellte kein Problem nach außen dar. Die Frauen wurden in der Regel nicht nach ihrem Lebenswandel, sondern nach dem, was sie im Beruf, in der Gesellschaft taten, beurteilt. Selbst in unserer zuweilen recht prüden Armee gab es dazu eine entspannte Haltung. Die einzige Frage, die man sich als Leiter erlaubte, war: Kommst Du zurecht?

Das Ganze mag in ländlichen Regionen etwas anders gewesen sein, aber das kann ich nicht beurteilen.

Zu 3. und 4. kann ich nichts sagen.

Erstmal soviel dazu. Sag Bescheid, wenn Du noch konkrete Fragen hast.
Für Dein Buch wünsche ich Dir viel Erfolg!
ciao Rainman

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 31.01.2009 00:43 | nach oben springen

#3

RE: Scheidung und Adoption in der DDR

in Leben in der DDR 31.01.2009 09:38
von instinct (gelöscht)
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Hallo Rainman2!
Das war ja schonmal sehr ausführlich danke! Klingt ja wirklich alles sehr tolerant, habe da andere Berichte gehört aber du hast recht, die von der ich es gehört habe kam von einem Dorf. Vielleicht kann ja dazu noch jemand was beisteuern?

Ansonsten hilft mir das wirklich sehr weiter, vielen Dank für die ausführliche Beschreibung und die Infos!
Mir fällt noch eine Frage ein: Wenn jemand in ärmlichen Verhältnissen lebt, wie war das? Du sagtest das sei dann ein wenig mehr angeprangert worden, warum?

Wie gesagt, danke danke danke!


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#4

RE: Scheidung und Adoption in der DDR

in Leben in der DDR 31.01.2009 11:11
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo instinct,
1994 hatte ich Einsicht in meine Stasiunterlagen.Unter anderem stand darin," sucht Kontakt zu Frauen mit hwG(häufig wechselnden Geschlechtspartner).Ich hatte natürlich nicht speziell Kontakt zu diesen Frauen gesucht!Diese Beurteilungen meiner Beziehungen und damit der Frauen stammt allein aus der Sicht der Stasi!Also auch wenn sagen wir mal so Frauen sehr selbstbewusst waren und in ihrem Umfeld dadurch kein Problem hatten,für die Stasi war es allemal Wert diesen Aspekt festzuhalten! Ich muss noch hinzufügen ich war da schon Bundesbürger, und wurde bei meinen Besuchen teilweise beobachtet und somit wurden wahrscheinlich meine Bekanntschaften gleich mit überprüft! Egal wie man das heute sieht Moral und Sitte stufte die Stasi auch ein!
Gruß Peter


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#5

RE: Scheidung und Adoption in der DDR

in Leben in der DDR 31.01.2009 13:13
von manudave (gelöscht)
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Ja richtig, es gab diese Beschreibung "häufig wechselnde Geschlechtspartner". Dies war unter anderem ein Grund Personen während der Aktion Kornblume / Festigung / Grenze aus dem Sperrgebiet auszuweisen.


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#6

RE: Scheidung und Adoption in der DDR

in Leben in der DDR 31.01.2009 13:53
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Hi manudave, du meinst wohl die Aktion Kornblume/Ungeziefer,Zwangsumsiedlung ?



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#7

RE: Scheidung und Adoption in der DDR

in Leben in der DDR 31.01.2009 14:56
von Rainman2 | 5.756 Beiträge

@ instinct:
Hallo instinct,

ja, städtische Erfahrungen unterscheiden sich halt vom Dorf. Deine Frage nach Frauen aus "ärmlichen Verhältnissen" kann ich nur insofern beantworten, dass mir selbst in der Regel das Vorurteil durch den Kopf ging, "bei uns muss man zwar nicht zwingend reich werden, aber in absoluter Armut muss keiner leben, der arbeiten kann". Da die Arbeit buchstäblich auf der Straße lag, assoziierte ich in meiner Jugendzeit mit offensichtlicher Armut immer Asozialität. Wobei ich hier noch eines anmerken muss: Der Begriff der Armut ist für die DDR schwer fasslich, zumindest für mich. Ich selbst kam auch aus "armen" Verhältnissen. Meine Großmutter hatte die staatliche Mindestrente (110 später 140 M), meine Mutter arbeitete an einer Fachschule, das war auch nicht der Riesenverdienst. Einen Vater gab es nicht. Als andere Farbfernseher, tolle Waschmaschinen, schicke Wohnungseinrichtungen etc. hatten, kamen wir immer noch mit dem aus, was wir eben im Haushalt hatten. Ich würde nicht soweit gehen, uns als arm zu bezeichnen, aber es tendierte schon eher zur unteren Grenze. Wenn ich hier also von Armut spreche, meine ich noch die Stufe darunter. Nach meiner damaligen Auffassung musste man schon selbst daran mitschuldig sein, wenn man in so einer Lage war. Ich hatte im ersten Artikel schon kurz auf den "proletarischen Puritanismus" hingewiesen. Meine Großmutter war eine typische Vertreterin dafür. Atheistin, aber wenn es um moralische Fragen ging, schlimmer als der Papst. Und dann noch eine Tochter, mit einem Sohn ohne Vater ... Die Spannungen dazu blieben aber, zu meinem Wohle, immer unter der Oberfläche.

Das sind aber Ansichten, die auf einen abfärben. Erst mit der Zeit, da ich auch mehr Frauen kennengelernt hatte, änderte sich meine Sichtweise. Das Leben lässt sich nicht mit 10 Grundsätzen erfassen. Nach meiner zunehmenden Erfahrung war das, was ich zunächst unter asozialen Verhältnissen verstand, häufig eine Mischung aus enttäuschten Hoffnungen und gescheiterten Plänen. In meinem damaligen Bekanntenkreis befanden sich durchaus Frauen, die die DDR verlassen wollten, eine, die gerade aus dem Knast entlassen war. Wenn man in solchen Situationen, gerade als Politoffizier der Grenztruppen, nicht zum Arschloch werden wollte, musste man etwas Toleranz entwickeln. Das mit dem Arschloch im letzten Satz meine ich politisch: Also losrennen, Meldungen an den Vorgesetzten, Information an den "zuständigen Mitarbeiter". Rein menschlich gab ich solchen "One-Night-Stands" keine Chance für eine Beziehung - da erhielt ich mir den Arschloch-Faktor. Wie das Leben dieser Frauen auf andere wirkte, kann ich nicht nachvollziehen. Für abfällige Bemerkungen in Männerkreisen (aber auch in Frauenrunden) war Armut nicht der unbedingte Schlüssel. Als Asozialität verstandene Armut schon eher. Solche Frauen galten schnell als verrufen, verfügbar aber nicht begehrenswert. Als staatlicher Leiter war man in einer solchen Situation, also mit einer solchen Mitarbeiterin, wohl gehalten, das Gespräch zu suchen, die Kraft des Kollektivs einzusetzen etc.pp., aber diese Situation kenne ich nicht.

Danke für Deine Rückfrage
ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#8

RE: Scheidung und Adoption in der DDR

in Leben in der DDR 31.01.2009 15:07
von Rainman2 | 5.756 Beiträge

Hallo Peter (Turtle),

HWG-Personen waren offiziell bei den Meldeämtern registriert. Es soll, aber nur Hörensagen - müsste man nochmal recherchieren, auch entsprechende Einträge im Personalausweis gegeben haben. Der Begriff selbst stammt mindestens aus der Zeit der Weimarer Republik, in deren Tradition die Volkspolizei der DDR in ihrer Entwicklungsphase durchaus noch stand.

Es gab in der DDR offiziell keine Prostitution. Aber die Nordstraße in Leipzig beispielsweise war ein Begriff, vor allem zu Messezeiten. Bei entsprechenden Festnahmen oder Razzien wurden die entsprechenden Frauen registriert (Homosexualität war in dieser Hinsicht, glaube ich, extrem Tabu und führte nicht zur Registrierung). In den 80-er Jahren wurde die inoffizielle Prostitution zunehmend geduldet (Devisenquelle). Nach Gerüchten wurde sie sogar organisiert, zum Teil auch von der Stasi selbst, die auf diese Weise "Mitarbeiterinnen" an den "Mann" bringen konnte. Das kann ich nicht bestätigen, unterstelle aber, dass es so gewesen sein kann. In den Bars waren die Mädels normalerweise bekannt, man ließ sie also zu Messezeiten "in Ruhe arbeiten".

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#9

RE: Scheidung und Adoption in der DDR

in Leben in der DDR 31.01.2009 17:57
von manudave (gelöscht)
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Genau Zermatt, alle Begriffe - meine und deine - sind damit gemeint. Richtig sind alle, die einen Begriffe waren offiziell, die anderen intern im Sprachgebrauch.


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#10

RE: Scheidung und Adoption in der DDR

in Leben in der DDR 31.01.2009 17:58
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo Rainman,
Na da schau mal an, die Nordstr. ist Dir also auch ein Begriff. Die war schon zu meiner DDR Zeit bekannt! Irgendwie fällt mir da auch Nordkaffee ein! Natürlich war mir klar das es Frauen gab die in den Nachtbars vor allen zu Messezeiten gern einiges dazuverdienen wollten. Das es Devisen waren ist klar! Auch Speziell hatte die Stasi auch Frauen für gewisse Dienstleistungen eingesetzt um an Informationen zu kommen. Ein Beispiel von mir . Im Havanna Club hat sich mir ein junges Mädchen fast aufgedrängelt. Seltsam war sie nahm mich mit in eine Wohnung am Dittrichring oben über dem damaligen Weinhaus Pfeiffer.
Bis auf eine Anwaltkanzlei sah ich keine andere Wohnung. Und auch von ihr war kein Name angebracht. Die Wohnung entsprach auch nicht dem Geschmack eines jungen Mädchens und war für sie auch zu groß. Sogar ein Telefon war vorhanden. Sie gab mir offen zu verstehen ich könnte mit ihr auch Dinge machen die ich mir mit anderen Frauen nicht getraue. Geld wollte sie auch nicht nur endlich mal einen richtigen erfahrenen Mann, welcher ihr einmal zeigt wo es lang geht. Da war mir klar dass sie für die Stasi arbeitet und die Wohnung eine konspirative war. Ich fand den Gedanken sehr verlockend mich auf Stasikosten zu amüsieren und tat es ausgiebig ohne pervers zu sein. Am nächsten Tag fragte ich zu ihr ob ich ihr ein Zeugnis für ihren Führungsoffizier ausstellen soll, sie wurde rot, und brachte nicht einmal ein Wort heraus. Dass ich richtig gelegen hatte bestätigte sich in meinen Stasiunterlagen. Wie Pervers muss ein Staat auf solche Art und Weise intime Informationen zu sammeln um eventuell jemanden damit zu erpressen! Doch derartige Praktiken soll es nicht nur bei der Stasi gegeben haben! Noch einmal zurück zur Leipziger Messe in den meisten Nachtbars in der Innenstadt konnte man zur Messe nur mit Valuta bezahlen. Da war auch klar was die einheimischen Mädchen und nicht nur aus Leipzig wollten. Ihre Westmark sicher nicht für einen Drink ausgeben. Ich sah das genauso wie in meiner Seefahrtzeit in den Hafenbars dieser Welt, Leben und leben lassen. All zu teuer waren sie nicht und einige Kleinigkeiten aus dem Intershop hatte ich auch noch übrig. So wusste ich wo ich zur Not auch außerhalb der Messe schlafen konnte. Bereuen ? Nein ich nicht! Ja Rainman Du hast es richtig dargestellt mit dem Mädchen mit HWG und der Stasi. Von Speziellen Pässen für diese Frauen ist mir nichts bekannt. Auf der einen Seite hat die Stasi die Verhaltensweise der Frauen verurteilt und alles erfasst und auf der anderen Seite selber prostituiert!
Gruß Peter


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#11

RE: Scheidung und Adoption in der DDR

in Leben in der DDR 31.01.2009 18:01
von manudave (gelöscht)
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Sag mal Peter - die Stasi für deine Gelüste benutzt - mir fehlen die Worte...


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#12

RE: Scheidung und Adoption in der DDR

in Leben in der DDR 31.01.2009 19:14
von Rainman2 | 5.756 Beiträge

Manudave! Manudave!

Da offenbart sich uns ein Opfer und Du lachst - nee sowas aber auch.
Außerdem, vielleicht hat ihn die Stasi auch für ihre Gelüste benutzt, wer weiß, wer den Film alles gesehen hat?!



Hallo Peter (Turtle),

danke für die Geschichte. Aber eine Ergänzung auch hier. Zu Messezeiten konnte man auch mit unseren Aluchips in den Bars bezahlen. Voraussetzungen: Du musstest im Anzug hin und die Barfrau musste Dich kennen. Dann ging's!

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#13

RE: Scheidung und Adoption in der DDR

in Leben in der DDR 31.01.2009 20:06
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo Rainman,und Manudave.
An einigen Bars war draußen ein Schild mit den Flaggen der Länder und die Währungsbezeichnung befestigt worauf stand wir nehmen (nur)??? Valuta entgegen.Na gut ich hatte immer wenn ich wo rein wollte einen 10er in der Hand. Im Merkur ganz oben gab es eine Nachtbar die hat aber garantiert nur DM genommen.Du hast aber Recht ich schütte meine Seele aus und offenbare intimste Details und Manudave lacht über das arme Opfer der Stasi.Ich denke beim betrachten des Filmes müssen die Betrachter gedacht haben"Scheiße der Kerl macht normalen Sex und ist auch noch gut" Verheiratet war ich nicht und zum erpressen bestimmt zu harmlos. Ich hätte höchstens darüber gelacht wenn sie damit gekommen wären.Ich hatte ja kein höheres Amt in Aussicht! Ich hoffe nur der Ton ist auch mitgelaufen als ich sie fragte ob ich ihr für ihren Führungsoffizier ein Zeugnis austellen soll. Aber es stimmt von mir war auch Filmmaterial bei den Stasiunterlagen.Ich hatte eine Dame als Betreuerin bei der Einsicht dabei. Als ich den Anfang des 1.Films sah, aufgenommen im Metropol Hotel in Ostberlin habe ich sofort auf weiteres Filmmaterial verzichtet, da war es mir doch peinlich! Also eine gewisse Schamschwelle hatte ich schon.Für mein manchmal dreistes Verhalten hat sich die Stasi aber auch gerächt.Zwischendurch hatte ich wieder einmal 4 Jahre Sperre und alle Visum Anträge wurden ohne Begründung abgelehnt.
Den Grund fand ich auch in meinen Stasiunterlagen.Es waren meine Frauengeschichten und meinen negativen Einfluss auf sie. Da traf ich mich mit meiner Verwandtschaft in Prag oder Marienbad.
Nur dumm nicht einmal den Transitverkehr durch die DDR durfte ich nutzen. Einmal wollte ich über Büchen/Schwanheide nach Prag fahren. In Schwanheide wurde ich aus dem Zug geholt, und musste in einem Raum mit Bekleidung auf den Gegenzug aus Berlin nach Hamburg warten.Nicht ein Wort hat der Typ mit mir gewechselt. Nun aber genug Gruß Peter


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#14

RE: Scheidung und Adoption in der DDR

in Leben in der DDR 31.01.2009 20:36
von instinct (gelöscht)
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Das nenn ich mal wirklich hilfreich! Danke, das wird mir sehr für die Geschichte helfen. Von den "Messemustern" hat eine mir bekannte Autorin geschrieben, wir werden hoffentlich beide in einem Buch erscheinen wenn alles gut geht. Werde morgen mal eure Infos drucken und sichten und dann kann ich losschreiben, im Moment steht alles in der Ich-Form und es muss Leben in die gschichte - dank euch kein Problem mehr!

Viele Grüße
Marlene


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#15

RE: Scheidung und Adoption in der DDR

in Leben in der DDR 01.02.2009 00:52
von Rainman2 | 5.756 Beiträge

Hallo Marlene (instinct)!

Gern geschehen!
Viel Erfolg beim Schreiben und Daumendrücken für die Veröffentlichung.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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