Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 

Navigation
Forum
System
Hilfe
Grenzradio911
Forum Chat
Statistik



Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de
Aktive Mitglieder im Forum: 955
Neuer User:
ron61

Allgemein
Info Wiki
 
Aktuelle Beiträge
Titel Autor Antworten Aufrufe Datum
 
 
 Anfragen und Hilfe
manudave Offline




Beiträge: 2.839


28.01.2009 12:07
Der kalte Krieg Zitat · antworten

Zum Beitrag von Rainman:

Das ignoriert allerdings auch die Tatsache, dass es da noch ein paar andere Truppen auf dem Gebiet der BRD gab. Und die Gefechtsbereitschaft der amerikanischen Streitkräfte dürfte niemand auf unserer Seite unterschätzt haben.

Der Warschauer Pakt hat die Atomare Gefahr sicher nicht unterschätzt. Aber der Einsatz von konventionellen Mitteln im Angriffsfalle des WP wäre sicher ausreichend gewesen, um bis zum Atlantik vorzustossen - was ja auch geplant war. Nur der atomare Schutzschild von Tromsö bis Triest und ein daraus evtl. resultierender 3. Weltkrieg hat davor abgeschreckt. Die Menge der Nato-Truppen auf deutschem Gebiet war geradezu winzig gegen die Streitmacht des WP.

----------------------------------------------

Der Sozialismus wurde in Coca Cola ersäuft und von Haribo-Bären gesteinigt.

manudave
Forum-Admin und Jungpionier a.D.
-----------------------------------------------

Rainman2 Offline




Beiträge: 1.840


28.01.2009 13:12
RE: Der kalte Krieg Zitat · antworten

Hallo manudave,

mein Begriff von Winzigkeit ist ein anderer, aber vielleicht gleichen wir mal die Zahlen ab, die wir haben. Meine Information zur Stationierung auf dem Gebiet der BRD (Stand 1985):

1. Unter NATO-Kommando stehend:

1.1. Landstreitkräfte:
USA: 212.000 Mann
BRD: 282.000 Mann
GB: 54.000 Mann
NL: 5.000 Mann
BE: 25.000 Mann
CA: 3.300 Mann

1.2. Luftstreitkräfte:
USA: 46.000 Mann mit 378 Kampfflugzeugen
BRD: 53.000 Mann mit 522 Kampfflugzeugen
GB: 10.000 Mann mit 165 Kampfflugzeugen
CA: 2.200 Mann mit 54 Kampfflugzeugen

1.3. Seestreitkräfte:
BRD: 37.000 Mann mit 89 Kampfflugzeugen und 187 Schiffen/Booten

2. Unter nationalem Kommando stehend:
BRD: 122.700 Mann
FR: 51.000 Mann
------------------------------------------------------------------------
Gesamt:
903.200 Mann mit 1.208 Kampfflugzeugen uns 187 Schiffen/Booten
========================================================================

(Quelle: Dr. Wolfgang Weber: "Die Streitkräfte der NATO auf dem Territorium der BRD", Militärverlag der DDR, Berlin 1985)

Ich will nicht drauf rumreiten, und das Werk hat sicher aus gutem Grund die Anzahl der Panzer sehr zurückhaltend behandelt, aber nach Winzigkeit klingt's nicht wirklich.

ciao Rainamn

---------------------------------------------------
Forum Admin
http://www.forum-ddr-grenze.de
http://www.innerdeutsche-grenze.info

manudave Offline




Beiträge: 2.839


28.01.2009 18:13
RE: Der kalte Krieg Zitat · antworten

Nun ja, das Nato-Hauptquartier ging von einem Einsatzverhältnis von 1:3 im günstigsten Verhältnis aus. Wären die sowjetischen Division im 150 Km entfernten Polen zusätzlich zum Einsatz gekommen, ging die Nato von einem Kräfteverhältnis von ca. 1:8 oder sogar 1:9 aus. Allein in Polen standen ca. 60 Divisionen.
Nicht umsonst ist Frankreich aus der Nato ausgetreten. Die Franzosen haben gewusst, dass ein Vormarsch des WP konventionell nicht zu stoppen ist. Deswegen sollte im Zweifelsfall die "Force dé Frape" des Rest erledigen - auf deutschem Boden natürlich.

Deutschland hat die Tatsache einer völligen Niederlage und einer atomaren Vernichtung bewusst verschwiegen. Na gut, wer wollte das auch wissen...

Man hört immer relativ oft, dass die Nato den WP bis an den Rhein lassen würde. Dass stimmt nur bedingt, denn man hätte gar keine Mittel dagegen gehabt. Schließlich konnten nachrückende Truppen und vor allem Gerät nicht herbgezaubert werden. Die US-Streitkräfte hätten dazu ca. 7 Tage gebraucht.

Diesen Kram findet man übrigens alles im General Defense Plan der Amerikaner.

----------------------------------------------

Der Sozialismus wurde in Coca Cola ersäuft und von Haribo-Bären gesteinigt.

manudave
Forum-Admin und Jungpionier a.D.
-----------------------------------------------

manudave Offline




Beiträge: 2.839


28.01.2009 19:03
RE: Der kalte Krieg Zitat · antworten



Die in der DDR dislozierten Streitkräfte – und das gilt ähnlich für die Streitkräfte in den
angrenzenden Warschauer Pakt-Ländern – sollten unter allen Umständen in der Lage sein,
 möglichst bald nach einem Kriegsbeginn die strategische Initiative zu gewinnen,
 die NATO-Streitkräfte auf deren Territorium zu schlagen und
 die einzelnen NATO-Staaten nacheinander aus ihrem "Bündnis" herauszubrechen.
Zu diesem Zweck wurden die Warschauer Pakt-Streitkräfte ständig in so hoher Gefechtsbereitschaft
gehalten, daß die aktiven Verbände innerhalb von sechs bis zwölf Stunden
kriegsbereit, die Kaderverbände und Mob-Divisionen nach wenigen Tagen einsatzfähig waren.
Das Führercorps der NVA nahm in seiner übergroßen Mehrheit die mit der Aufrechterhaltung
dieser ständigen Bereitschaft verbundenen Belastungen klaglos hin.
Die Notwendigkeit einer so hohen Gefechtsbereitschaft wurde offiziell mit dem
Aggressionswillen der NATO begründet, deren Streitkräfte in den entsprechenden Dokumenten
nach Qualität und Quantität bewußt überzeichnet wurden (die Stärkeverhältnisse der
Kampfpanzer beispielsweise wurden mit 4:1 zugunsten der NATO angegeben, während sie in
Wirklichkeit 1:2 zugunsten des Warschauer Paktes, ausmachten – also eine Überzeichnung um
das Achtfache!).3 Dagegen wurden Fakten, welche auf die defensive Ausrüstung der NATO
hinweisen könnten, wie vor allem das grenznahe Sperren-System, konsequent unterschlagen,
obwohl die zuständigen Aufklärungsstellen sie sehr genau kannten. Es bleibt unklar, ob mit dem
falschen Lagebild nicht nur die Truppe sondern möglicherweise auch politische Stellen
getäuscht werden sollten. Jedenfalls wurde das Bild einer ständig aggressionsbereiten und
militärisch zum überraschenden Überfall gerüsteten NATO im Politunterricht und in den
Ausbildungsunterlagen auf höchste Weisung konsequent verbreitet.
Tatsächlich aber wurden Abwehr und Verteidigung in der NVA nur wenig, bei der Gruppe
Sowjetischer Truppen in Deutschland (GSTD) noch weniger geübt. Den Schwerpunkt in der
Ausbildung bildete der Angriff, die Übungen befaßten sich überwiegend damit. Auf hoher
Ebene wurden fast ausschließlich Angriffsoperationen geübt. Die in manchen Übungslagen
vorangestellte Phase der Abwehr einer NATO-Aggression wurde nur selten und dann auch nur
ausschnittsweise durchgespielt.

----------------------------------------------

Der Sozialismus wurde in Coca Cola ersäuft und von Haribo-Bären gesteinigt.

manudave
Forum-Admin und Jungpionier a.D.
-----------------------------------------------

Rainman2 Offline




Beiträge: 1.840


28.01.2009 21:06
RE: Der kalte Krieg Zitat · antworten
Hallo manudave,

verzeih, aber die von Dir genannten Zahlenverhältnisse kann ich nicht nachvollziehen. Ich hab mal eine Kurzrecherche im weltweiten Netzchen gemacht. Eine gute Zusammenfassung, auch anderer Texte beider Seiten, weist der Wikipedia-Artikel zur NATO aus ( http://de.wikipedia.org/wiki/NATO ) wo in einer Grafik in etwa die von mir genannten Zahlen für die NATO und die mir bekannten Zahlen für den Warschauer Vertrag stehen (Stand 1973 - BRD/Dänemark/BeNeLux = 1.084.200 DDR/CSSR/Polen 1.060.000). Dass es bei den Panzertruppen eine entscheidende Überlegenheit der Sowjetarmee gegeben haben soll, habe ich auch schon gehört. Ich bin mir klar, dass die bewusst verzerrte Darstellung des Gegners ein Mittel des Kalten Krieges war und generell der psychologischen Kriegsführung ist. Aus diesem Grund ist es schwer, die richtigen Zahlen herauszufinden.

Für die Handlungen der NATO galten nach meinem Wissenstand die Doktrin seit den 50-er Jahren, die bis Anfang der 90-er Jahre Gültigkeit hatten, das Konzept der Flexiblen Reaktion und das sogenannte FOFA-Konzept (Vorneverteidigung). Im Weißbuch der Bundeswehr heißt es zum FOFA-Konzept: "Das Heer verteidigt mit seinen der NATO unterstellten Verbänden grenznah die ihm zugewiesenen Gefechtsstreifen Schulter an Schulter mit seinen Verbündeten" (vgl. dazu Bundesarchiv http://www.bundesarchiv.de/aktuelles/aus...dex=0&id=5&nr=4# ).

Das entspricht unseren Beobachtungen, dass bei Übungen (im Bereich GR3) Truppen der Bundeswehr und der US-Armee bis unmittelbar an die Grenze herangeführt wurden (Beispielsweise 1984 im Abschnitt der 11. Grenzkompanie: Panzer des Typs M1A1 Abrams, mit denen zu dieser Zeit nach unserem Aufklärungsstand nur das 11. Panzeraufklärungsregiment der US-Armee ausgerüstet war). Diese Handlungen wurden von uns in der Regel als aggressiv eingestuft.

Wie gesagt, soweit mein Wissensstand und eine Schnellrecherche im Netz nach anderen Quellen als "meinen alten".

Auf lebhafte weitere Diskussion!
ciao Rainman

---------------------------------------------------
Forum Admin
http://www.forum-ddr-grenze.de
http://www.innerdeutsche-grenze.info

manudave Offline




Beiträge: 2.839


29.01.2009 09:37
RE: Der kalte Krieg Zitat · antworten

Das ist korrekt, die Einführung des Abramham hat den WP sehr nachdenklich gemacht. Denn das war dann doch schon eine hochmoderne Waffe, die da eingeführt wurde. Allerdings hätte die 11th ACR, die ja zweifelos eine Spezialtruppe der Amerikaner war, nur zum "Stolperdraht" werden können. Im GDP der Amerikaner ist deutlich zu erkennen, dass sich die 11th ACR - auf dem Rückzug befindent - sich mit anderen nachrückenden Truppen zu vereinigen. Die an der Grenze im sogenannten Fulda-Gap stationierten Soldaten hätten keinesfalls eine Nachvorne-Verteidigung durchführen können - dafür waren sie einfach zu wenig.

----------------------------------------------

Der Sozialismus wurde in Coca Cola ersäuft und von Haribo-Bären gesteinigt.

manudave
Forum-Admin und Jungpionier a.D.
-----------------------------------------------

wong bonitrust kledy Reddit ettiket-en folkd Linkarena myspace_de twitter_de webnews Yigg del.icio.us Digg Diigo facebook Technorati

 Anfragen und Hilfe - "Schnelle Antwort auf Beitrag"
Benutzername:
   

Beitrag:
[super]  [mundzu]  [knuddel]  [raus]  [geld]  [bravo]  [peinlich]  [bloed]  [grins]  [freu]  [mad]  [shocked]  [denken]  [wink]  [frown] [smile]  [crazy]  [zunge]  [blush]  [grin] 
 Sprung