#21

RE: Fahrzeuge aus Eisenach

in Leben in der DDR 02.10.2013 11:38
von 94 | 10.792 Beiträge

Achnee, guckst Du ... http://wiki.w311.info/index.php?title=De..._F9_.2F_EMW_309

Mal zu dem 328er-Derivaten, da war ja der AWE nicht der Einzige aus dieser Gegend. Der Hufnagel-Werkmeister aus Dingelstädt im Eichsfeld, bekannter als Großer Werkmeister zum Beispiel. Da schreibt die im wiki genannte Quelle:

Die politische und wirtschaftliche Situation in der ehemaligen DDR verschärfte sich. Georg Werkmeister packte im März 1953 seine Koffer und wechselte in den Westen. Zwei Monate später erkämpft sich Karl Weber den 2. Platz mit dem Großen Werkmeister auf der Chemnitzer Autobahnschere in der Formel II. Ein englischsprachiges Magazin berichtet von einem Rennen in Halle, dass Carl Weber in einem sehr eleganten Sportwagen namens "BMW-Werkmeister" auf den vierten Platz gefahren sei und eine überraschend erfolgreiche Saison hingelegt habe mit einem 2. Platz in Karl-Marx-Stadt (dem ehemaligen Chemnitz) und einem vierten Platz in Dessau. Im selben Jahr wird der Wagen von der Volkspolizei beschlagnahmt und schließlich von einem Mitarbeiter des ehemaligen Werkmeister-Werks so umgebaut, dass er eine Straßenzulassung erhält. Ein EMW 340 Motor arbeitet jetzt unter dem Stahlblechkleid. Für 2200 Ost-Mark und ausgestattet mit hoher Windschutzscheibe und verchromten Stoßfängern wechselt er den Besitzer ...
Quelle: oldtimer-tv.com

P.S. das in #18 erwähnte Logo ... http://www.flickr.com/photos/klausnahr/2549995971/


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 02.10.2013 12:00 | nach oben springen

#22

RE: Fahrzeuge aus Eisenach

in Leben in der DDR 02.10.2013 12:00
von Gelöschtes Mitglied
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Mir gings nicht um den EMW-309, sondern 311, also den Wagen, der später als Wartburg 311 bekannt wurde. Egal, war ja nur eine kurzweilige Frage.

Übrigens, der BMW/EMW-340er Motor ist dem des 328 sehr ähnlich, wenngleich natürlich kein spezieller Rennmotor.


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#23

RE: Fahrzeuge aus Eisenach

in Leben in der DDR 02.10.2013 12:00
von turtle | 6.961 Beiträge




Mir war der EMW 311 unbekannt. Das habe ich dazu im Internet gefunden


zuletzt bearbeitet 02.10.2013 12:04 | nach oben springen

#24

RE: Fahrzeuge aus Eisenach

in Leben in der DDR 02.10.2013 12:04
von Gelöschtes Mitglied
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Genau so ist!

@ 94: das von Dir erwähnte Logo ist das Zeichen der AWE-Rennsportabteilung bis 1957. Das trugen ausschliesslich die Wettbewerbsfahrzeuge EMW/AWE R1, R2 und R3. Ein R3 wurde wohl auch zivil für den Betriebsdirektor zugelassen und stammte aus der 1957er und damit letzten Serie, die nicht mehr an Rennen teilnahm.

Ein Hinweis, ohne deshalb oberlehrerhaft wirken zu wollen:
EMW bedeutet: "Eisenacher Motorenwerk" ohne e am Ende wie bei BMW.
Der bei Turtle im Bild gezeigte Wagen ist der 311 Prototyp, einer von zwei Fahrzeugen, die intern EMW-310 bzw. EMW Typ-310 hiessen.

EMW-311 ist natürlich auch kein Vorläufer des Wartburg 311, sondern das gleiche Fahrzeug mit anderem Namen und andererHerstellerbezeichnung.


zuletzt bearbeitet 02.10.2013 12:09 | nach oben springen

#25

RE: Fahrzeuge aus Eisenach

in Leben in der DDR 02.10.2013 12:11
von 94 | 10.792 Beiträge

Zu dem EMW-311 gibts auch eine 'schöne' Entstehungslegende ...

Der erste Wartburg war demnach eine nicht-legale Schwarz-Entwicklung, ohne den Segen der Partei- und Staatsführung.
Sollte nun alles für das Altpapier sein?
Spontan und unangemeldet machte sich Werksleiter Martin Zimmermann mit dem gerade fertig gestellten Musterfahrzeug auf den Weg nach Berlin. Ziel war das Ministerium für Maschinenbau. Der zuständige Minister war jedoch nicht anwesend...
Zimmermann entschloss sich dazu, direkt das ZK der SED mit der Eisenacher Entwicklung zu konfrontieren. Staunend standen die Genossen vor dem auf Hochglanz polierten, viertürigen Fahrzeugtyp EMW 311, dem ersten Wartburg.
Der überraschenden Offerte der Arbeiterklasse konnte sich die Partei, trotz des Vergehens gegen die Planvorgaben, nicht verschließen. Der Bau des neuen Fahrzeugs wurde genehmigt. Zimmermann erhielt jedoch eine Disziplinarstrafe. Diese Geldbuße wurde in Raten vollständig bezahlt. Nach Eingang der letzten Zahlung erhielt Herr Zimmermann eine Prämie in gleicher Höhe.

Quelle: http://wiki.w311.info/index.php?title=De...-Entwicklung.22

Wird allerdings nur eine Legende sein, na egal. Schade auf jeden Fall, vor der großen Löschaktion, da gabs doch mal so einen Wartburg-Kundigen im Forum, irgendwas mit Hendirk oder so im Nutzernamen, kam sogar aus Eisenach wimre. Der hätte da bestimmt noch mehr gewußt, der hat wimre auch in der richtigen Wikipedia geschrieben, vielleicht find ich da noch was ...


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#26

RE: Fahrzeuge aus Eisenach

in Leben in der DDR 02.10.2013 12:35
von Gelöschtes Mitglied
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Der hat ganz sicher nicht in Wikipedia geschrieben, aber ganz sicher betimmt im Wartburg-Wiki....

Die Legende ist so verbürgt und dürfte einen hohen Wahrheitsgehalt haben, da einige damilige Zeitzeuge, die noch leben, bezeugen.
Tatsächlich sollte der EMW-309/F9 zunächst weitergebaut werden. Andererseits gab es die Probleme mit der Autounion.
Einerseits war nicht genügend Geld für einen F-9 Nachfolger geplant, zum anderen war man letztendlich ueber den schwarz entwickelten Wartburg 311 (Bzw. EMW-309 P/R, EMW-310 für die zweitürigen Prototypen und EMW-311 für den 4-türigen Prototypen, die Nullserie und die Serienfahrzeuge des Jahres 1955) froh, hätte man doch in westlichen Absatzländern zunehmend Verkaufsprobleme bekommen, da Firmen in der BRD klagten, mit zudem absurden Begründungen.

Es gab auch später wiederholt Schwarzentwicklungen im Werk. Der letzte Viertaktmotor vor dem ungeliebten VW Motor EA-111 (IFA BM-840, BM-860, BM-880) war auch so eine Sache.


zuletzt bearbeitet 04.10.2013 09:00 | nach oben springen

#27

RE: Fahrzeuge aus Eisenach

in Leben in der DDR 02.10.2013 12:43
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von EMW im Beitrag #26
Der hat ganz sicher nicht in Wikipedia geschrieben, aber ganz sicher betimmt im Wartburg-Wiki....
Die Legende ist so verbürgt und dürfte einen hohen Wahrheitsgehalt haben, da einige damilige Zeitzeuge, die noch leben, bezeugen.

Wie, kennst Du ihn näher? Vielleicht ist ja einer der von Dir erwähnten Zeitzeugen, dann wäre es ja doppelt schön, wenn Du ihn vielleicht hier wieder zum Schreiben bewegen könntest?


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#28

RE: Fahrzeuge aus Eisenach

in Leben in der DDR 03.10.2013 23:46
von ddr-bürger (gelöscht)
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Vor dem VW Motor wurde ein eigener Motor entwickelt. Ein Dreizylinder Viertaktmotor. Dieser Motor wude auf einem "Heimweh" Treffen vom Motoren Chefentwickler Conrad v. Freiburg (hoffe der Name ist richtig geschrieben) beschrieben. Der Motor war dem VW Motor in einigen Aspekten überlegen. Leider kam das Triebwerk nicht zum Einsatz (ein Motor steht noch im Museum in Eisenach). Dieser Motor hätte auch ohne größere Änderungen in jeden 353 nachgerüstet werden können. Dies hätte (theoretisch) Zeit für eine vernünftige Neuentwicklung geschaffen.

Es gab Pläne ein völlig neues Werk in Richtung Wutha zu bauen mit direkter Autobahnanbindung usw. Ich denke das wäre abr finanziell nicht "zu stemmen" gewesen.....


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#29

RE: Fahrzeuge aus Eisenach

in Leben in der DDR 04.10.2013 08:54
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von ddr-bürger im Beitrag #28
Vor dem VW Motor wurde ein eigener Motor entwickelt. Ein Dreizylinder Viertaktmotor. Dieser Motor wude auf einem "Heimweh" Treffen vom Motoren Chefentwickler Conrad v. Freiburg (hoffe der Name ist richtig geschrieben) beschrieben. Der Motor war dem VW Motor in einigen Aspekten überlegen.

Conrad von Freiberg war mit seinen Leuten sozusagen unser Motorengott. der von beschriebene AWE BM-234 war kompakt, auf den meisten Produktionsanlagen des AWE BM-353-1 zu produzieren. Der erste gebaute Prototyp lieferte auf anhieb beim ersten Testlauf, also ohne jegliche Feineinstellung 60 PS. Er ist allerdings nicht der einzige 4-Takter. Denn dieser Motor beruht auf dem bekannten 353-1 und dem AWE BM-400 (1600 cm, 84 PS). Dann gabs auch den Boxer BM-11 usw.

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #28
Leider kam das Triebwerk nicht zum Einsatz . Dieser Motor hätte auch ohne größere Änderungen in jeden 353 nachgerüstet werden können. Dies hätte (theoretisch) Zeit für eine vernünftige Neuentwicklung geschaffen.

Naja, zumindest aber im Langzeittest wurde der Motor ausgiebig getestet und die Serieneinführung hätte ab 1983 passieren können. Der Motor hätte ohne größere Änderung in alle PKW 312, 353 und 353W eingebaut werden können. Was im großen und ganzen auch für den BM-400 gilt.
Besser passten eigentlich die Renault-Motoren, die ja 1978 im Wartburg 1300 und 1400 angedacht waren.
Der Nachwende-PKW Wartburg 1400 hat übrigens einen Renaultmotor mit 80 PS und ein Fünfgang-Getriebe. Ging nicht mehr in Serie. Ein Fahrzeug in Eisenach vorhanden.

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #28
ein Motor steht noch im Museum in Eisenach)

Im Museum sind es 8 und beim Verein auch mindestens 4. Natürlich ist nur einer ausgestellt. Zudem ist im Museum und im Verein jeweils auch ein ganzer PKW vorhanden. Einige Motoren sind verschollen, diese wurden damals anderen Firmen für Entwicjklungszwecke zur Verfügung gestellt.

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #28
Es gab Pläne ein völlig neues Werk in Richtung Wutha zu bauen mit direkter Autobahnanbindung usw. Ich denke das wäre abr finanziell nicht "zu stemmen" gewesen.....

Nunja.......nicht ganz richtig.
Zu Wutha-Farnroda: Das Neubau-Wohngebiet mit Plattenbauten WBS-70 wurde tatsächlich in erster Linie als Wohngebiet für Werktätige des VEB AWE in den 1980er Jahren erreichtet. Allerdings dachte man auch an Angestellte aus anderen großen Firmen, wie etwa Petkus. Auch bekam der Bahnhof Wutha-Farnroda (heute nur noch Status als Haltepunkt) einen zusätzlichen Bahnsteig und es fuhr, selbst von vielen Eisenachern übersehen und vergessen, im letzten Jahr vor der Wende eine S-Bahn (V100 mit einer 4er-Garnitur Doppelstockwagen), die zwischen Wutha-Farnroda, Eisenach-Hbf, Eisenach-West (Extra renoviert und neueröffnet, an alter Trasse richtung Herleshausen!) und Eisenach-AWE-Neubaustandort (heute: Opel). Ob der Zug seitens DR als S-Bahn oder Regionalzug bezeichnet wurde, weiss ich nicht, nur, dass der Zug mit S-Bahn beschriftet war (Bilder liegen vor) und auch so in der Presse angekündigt und beschrieben war.

Ein neues Werk wurde ja im Westen der Stadt ab 1976 begonnen, das nennt sich heute Opel........(wäre auch eine schöne Geschichte.......)
Noch viel Früher, namlich so ab 1962 gab es ganz andere Bestrebungen. Es sollte ein riesen Werk entstehen, und zwar auf einer Fläche zwischen Sättelstedt und Mechterstedt (ist ja auch "Richtung" Wutha) nördlich der Autobahn A4. Es galt die Bestrebung, den Markt mit PKW in der DDR zu decken. Leider verhob man sich am Projekt Wankelmotor gewaltig, wobei IFA und der amerikanische Flugmotorenbauer Curtiss-Wright Corporation die größten Lizenznehmer waren. Letztendlich setzte man mit dieser Idee soviel Geld in den Sand, das der Wartburg 353 nicht mehr den 4-Taktmotor bekam und der Prognose-PKW "Wartburg" 400 bis auf Module (Getriebe, Motor, Automatic-Getriebe) gar nicht mehr entwickelt wurde.

Die Pläne zu siesem möglichen Werk sind einsehbar im AWE-Archiv, welches zum Stadtarchiv gehört. Es ist allerdings recht schwierig, da dieses Archiv noch nicht vollständig archiviert ist. Allerdings sind Enthusiasten am arbeiten, wird aber noch Jahre dauern. Das stadtarchiv an sich hat leider selbst nicht die Kapazitäten.


andyman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#30

RE: Fahrzeuge aus Eisenach

in Leben in der DDR 18.05.2014 11:04
von Hagen Friedrichs | 103 Beiträge

Zitat von Gast im Beitrag #15
Nun, es ist eben nicht so einfach, allerdings auch nicht unbedingt wichtig.
Der IFA F9 wurde ab 1952 in Eisenach gebaut und hiess Werksintern EMW-309. Die Prototypen und die ersten Serienfahrzeuge des Wartburg 311 wurden werksintern als EMW-311 bezeichnet. Zur Wartburgrallye wurden diese auch so gemeldet. Auch war noch ein EMW-Logo auf der Motorhaube. Der EMW R3 hies natürlich ab 1955 AWE R3, übrigens ein Tourenwagen der gemeinsam mit Porsche an der Spitze fuhr.

Nicht nur werksintern. Bis 12/1955 gabs den EMW-311. Ab 01/1956 den Wartburg 311. Die Fahrzeuge waren natürlich identisch, bis auf das Markenzeichen.



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