#1

Wieviel wusste der normale DDR Bürger über die Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.05.2010 16:11
von nucleardirk (gelöscht)
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Kann mir jemand sagen wieviel "offiziell" über die grenze bekannt war?
man liest immer wieder dass viele DDR Bürger wohl dachten die Hinterlandmauer sei die Grenze und danach beginne die Freiheit. Was wusste man bzw. konnte man wissen - über Schutzstreifen, Signalzaun etc?

Wissen hatten doch ansich nur die Jungs die an der Grenze stationiert waren - wobei das ja wohl jeder Mann gewesen sein müsste, oder gab es sowas wie "Verweigern" und Zivildienst ableisten? Wenn ja hatte man danach sicher nen dicken Vermekr in seiiner Stasi-Akte....


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#2

Wieviel wusste der normale DDR Bürger über die Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.05.2010 16:27
von Rüganer (gelöscht)
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Ich kann nur sagen, dass der normale Bürger wusste, da ist eine Grenze und da wird geschossen. Wenn ich da rüber will, dann kann es mir passieren, dass ich dabei drauf gehe. Einzelheiten haben nur die Grenzer gewusst, wobei der Normalbürger in Berlin an gewissen Stellen den Eindruck haben konnte: dies muss doch ganz einfach sein, da rüber zu kommen. Selbst die Mauer war aus der S-Bahn nicht so doll, wenn man am Bahnhof Plänterwald da vorbeifuhr. Stand man dann allerdings direkt vor der Mauer, dann sah das schon ganz anders aus. Dieses dicht an der Mauer vorbeifahren, dann die Laubenkolonien als mögliche Deckung ansehen und sich vorzustellen, dass ist doch machbar - ich denke an einen versuchten Grenzduchbruch am Bahndamm Köllnische Heide, wo eben dies alles dazu verleitet hat, es an dieser Stelle zu versuchen, was dann tödich endete.
Auf Grund dessen, dass es da in Berlin so viele Stellen gab, die Fluchtwilligen so günstig erschienen, hatten andereseits die Posten auf manchen Türmen kein so ruhiges Leben, denn man sagte sich immer, wie soll ich auf diese Entfernung noch jemanden sehen, geschweige denn aufhalten? Lieber ( wer auch immer ) lass bloß keinen auf die Idee kommen, grade hier und heute abhauen zu wollen...
Also da gab es durchaus schon Stellen, die chancenreich gewesen wären, zum Glück aber sah man die nicht von der S-Bahn aus....

Dass da vieles anders war, als sich der Bürger gedacht hatte, zeigte doch schon, dass die meisten von der Transportpolizei und der Volkspolizei festgenommen wurden, bevor sie überhaupt in das Grenzgebiet gekommen sind.


zuletzt bearbeitet 16.05.2010 16:28 | nach oben springen

#3

Wieviel wusste der normale DDR Bürger über die Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.05.2010 17:06
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Uns hat man als Klasse ein Funtionsmodel der Grenzanlagen vorgeführt bei einer Besichtigung des GR24 auf'm Fuchsberg in Salzwedel....und sonst wußte man auch Bescheid, das es nich nur ein weißer Strich über die Straße is....

...um die Grenze wurd doch kein Geheimnis gemacht....jedenfalls bei uns nich....auch der Aufbau gegen Grenzverletzer aus'm Osten war kein Geheimnis....

groetjes

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
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#4

RE: Wieviel wusste der normale DDR Bürger über die Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.05.2010 17:17
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Sicher wusste man was über die Grenze,besonders diejenigen,die Westfernsehn empfangen konnten.Hier wurde ja
in Berichten einiges gezeigt was die vordersten Sperrelemente (Mauer,Zäune,Türme) anging.
Was aber die kommplette Hinterlandabsicherung anging,da war grosses Schweigen angesagt.Hier sind ja
auch die meisten Versuche schon gescheitert.



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#5

RE: Wieviel wusste der normale DDR Bürger über die Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.05.2010 17:17
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von nucleardirk
Kann mir jemand sagen wieviel "offiziell" über die grenze bekannt war?
man liest immer wieder dass viele DDR Bürger wohl dachten die Hinterlandmauer sei die Grenze und danach beginne die Freiheit. Was wusste man bzw. konnte man wissen - über Schutzstreifen, Signalzaun etc?

Wissen hatten doch ansich nur die Jungs die an der Grenze stationiert waren - wobei das ja wohl jeder Mann gewesen sein müsste, oder gab es sowas wie "Verweigern" und Zivildienst ableisten? Wenn ja hatte man danach sicher nen dicken Vermekr in seiiner Stasi-Akte....



....................................................................................
Die Leute die nie dort waren,evt.Armeedienst hatten wohl keine realen Vorstellungen.
Andere die westl.Fernsehen etc. empfangen konnten,höhrten von "schlimmen Vorfällen".
Verfolgt man auf den Karten den Verlauf der Werra,so hätte es über die Jahre sein können,man "springt"über zwei Zäune und ist wieder "zu Hause".
Die Landkarten vom Gebiet der DDR mussten nicht alle Orte enthalten.
Über die Hinterlandsicherung,sicher so gut wie Nichts.
Deine Mathematik,über die Anzahl der AGT Angehöhrige der Grenztruppen müsstest Du noch mal überprüfen.
Die von Dir angeführten "Verweigerer"findestDu im Forum unter dem Suchwort "Bausoldaten".
Desweiteren ist im Forenüberblick reichlich zu Finden,an Aussagen, genau über den Sachverhalt Musterung,Einberufung etc.
Das ein Nein sagen(Dienst bei Grenztruppen) bei der Musterung, automatisch einen Eintrag in die "Stasiakte"brachte,obwohl nicht Jeder eine hatte,kann ich Dir absolut nicht bestätigen.
Ich kenne persönlich vier Personen,die mit mir einen langen gemeinsamen Weg gegangen sind und nicht zu den Grenztruppen wollten,obwohl,Sie dafür gemustert waren.
Die Musterungen waren in 1978/1982/1983.im Bezirk Potsdam.


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#6

RE: Wieviel wusste der normale DDR Bürger über die Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.05.2010 17:31
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Bella meine Schöne, ich würde sagen, das war wie ein unausgesprochenes offenes Geheimnis. In irgendeinem meiner Anfangstexte in Elbgrenze habe ich schon einmal ähnliches geschrieben.
"Jedes Schulkind in der DDR wusste, dort an den Grenzsicherungsanlagen habe ich nichts zu suchen noch verloren" Versuche ich es denoch, könnte mir wenig Gesundes wiederfahren.
So würde ich es ausdrücken und logisch, diese indirekte Abschreckung fand auch Menschen, die sich davon nicht beeindrucken ließen.
Nur, wenn sie dann soweit in diese Grenzsicherungsanlagen vorgedrungen waren, also vor der Anlage 501 standen, so sehe ich es heute, wird wohl fast Keiner gewusst haben, um was es sich da vorn am letzten ZaunI handelte?
Denn kein vernünftig denkender Mensch rennt offenen Auges ins Verderben...außer, es fehlt im das richtige Wissen um die Zusammenhänge?
Nur so kann ich mir heute, mit dem Wissen von heute Tote, Schwerverletzte gerade durch die SM-70 erklären.
Die Anwendung der Schusswaffe durch Grenzesoldaten der DDR betrachte ich wieder extra, gerade weil eine Waffe kein Spielzeug ist, und Grenzen von jedem Staat der Erde durch ihre zuständigen Truppen/ Organe/ Beamten/ Polizisten mit der Waffe geschützt werden.

R-M-R


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#7

RE: Wieviel wusste der normale DDR Bürger über die Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.05.2010 17:50
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Dazu ergänzend noch einmal ein Auszug aus einem Text von Günter Schnittka am Freitag, 20. Juni 2oo8 um 11.35 ( Quelle, altes Gästebuch hier im Forum)

Wir wußten genau, daß uns in der BRD keine "gebratene Tauben" vorgesetzt werden und ein Neuanfang nicht leicht sein wird. Auch haben wir bei unserer versuchten Flucht mit eingeplant; daß wir ev. beim Versuch die Grenze der DDR zu überqueren erschossen werden könnten.-Jedoch war der Drang nach Freiheit u. Gerechtigkeit größer.

R-M-R


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#8

RE: Wieviel wusste der normale DDR Bürger über die Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.05.2010 17:59
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

RMR, auch über die Tötungsautomaten am vordersten Zaun wußten wir Bescheid....es wurd dermassen viel dadrübber im Fernsehen gezeigt, das man nur noch entsetzt war....übrigens hatten wir Bekannte in Dörfern dicht an der Grenze im Sperrgebiet....

....aus dem Küchenfenster meiner Wohnung in Salzwedel konnte ich zumindestens nachts die Grenze sehen anhand der Lichter....okee, nu nich grad den Aufbau und die Details....aber man wußte wie es da aussieht....dat Dingen hat da lang genug gestanden, so das sich vieles auch rumgesprochen hat....

....ich hab auch mal ne Freundin gehabt genau wo das Sperrgebiet angefangen hat in Mellin....

Mein Bruder nahm mich 1990 mal mit südlich vom Grenzübergang Bergen/Dumme und siehe da, alles fanden wir so vor, wie wir es erwartet hatten....auch die Hinterlandsicherung....wir hatten es in diesem Forum schonmal über die Stellungen der Russen in den Wäldern rundum die Güst dort....und ja auch lange vor der Grenzöffnung erzählte man sich, das man kaum bis zur Grenze kommen konnte....es sei denn man is so drauf wie James Bond....

groetjes

Mara


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zuletzt bearbeitet 16.05.2010 18:00 | nach oben springen

#9

RE: Wieviel wusste der normale DDR Bürger über die Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.05.2010 18:13
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Halt Bella, das ist wieder eine Frage der Zeiträume. Wenn ein Grenzer in einem Zug nahe Leipzig als " Mörder"beschimpft wird, so wie in einem Fred hier geschrieben wurde sage ich: "Nein, nicht zu meiner Zeit, und die war Ende der 70er Jahre".
Deine Zeit, meine Schöne, war fast zum Ende der DDR und das ist für mich, und jetzt entschuldige...nicht mehr so interessant. Soll auch keine Abwertung sein, ich muss immer so lächeln, wenn ich von Grenzern lese, die gerade eingezogen schon von der Wende/ Grenzöffnung überrascht worden.
Wie geschrieben, jeder hat seine Erfahrungszeiten und ich möchte niemanden hier auf die Füsse treten.

R-M-R


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#10

RE: Wieviel wusste der normale DDR Bürger über die Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.05.2010 18:59
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Ich hab 20 Jahre nich so sehr weit weg von der Grenze gelebt....sozusagen im Zonenrandgebiet....und Westverwante hatte man ja auch RMR....die Grenze war bekannt und wie sie aussah....

....wo du noch in deine Genossen geglaubt hast, haben andere alles hinterfragt und erfragt....ich denk mal auch zu deiner Zeit, das man um die Grenze wußte und wie sie aufgebaut war....wenn du das erst erfahren hast, wo man dich dort hingestellt hat, dann lag das wohl nur an dir....

....warst du nicht erschreckt als du erkennen mußtest, wie rum der ganze Aufwand aufgebaut war....hast dann wohl bestimmt selber tierisch Schiß gehabt vor den ganzen Staatsfeinden im eigenen Land, wierum hast du denn gekuckt, nach Osten oder nach Westen..???....ein Blinder konnte doch die Wirkungsrichtung der ganzen Grenzanlagen erkennen....ergo auch die Richtung aus der die Menschen kommen sollten, die du dann daran hindern solltest die Sperren zu *verletzen*.....

groetjes

Mara


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zuletzt bearbeitet 16.05.2010 19:02 | nach oben springen

#11

RE: Wieviel wusste der normale DDR Bürger über die Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.05.2010 19:24
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Dann muss ich blind gewesen sein, meine Freundin Bella. Ich bin in einem sehr intakten Umfeld aufgewachsen, habe den "Feind" nicht im eigenen Land gesehen, tut mir ja leid, aber es ist zumindest meine Wahrheit.
Immer, schon immer zumindest ab wo ich meine Frau kennenlernte,die wilden Zeiten sich in ruhigere Zeiten eingelenkt hatten war meine kleine Familie wichtig. Warum ein Anderer,eine Andere mit diesem Staat DDR nicht zufrieden war, war für mich völlig unwichtig. Das muss ich mal so sagen/schreiben, es hatte mich nicht interessiert, gerade aus der Logik her, das der Staat immer der Stärkere sein wird, wenn ich " Unbequemer" gegen ihn anrenne.Deswegen kann ich heute kein Mitleid mit Menschen empfinden, die eben Anders dachten, wie ich, verstehe aber ihre damaligen Beweggründe, mehr nicht.
Auch das heutige System verlangt Anpassung und keine Revolutionäre, das schrieb ich dir schon mal. Jeder unterliegt gesellschaftlichen Zängen und Keiner, nicht Einer ist frei davon.
Für mich war das Geld wichtig, was ich verdiene, um das es meiner Familie gut geht und die Grenzzeit nahm mir auf der einen Seite 18 Monate die Kohle, das hat mir nicht gefallen, und halte mich nicht für geldgierig, das wäre falsch.
Die DDR war meine Heimat und sollte ich dem Staat ans Bein pissen, der mich das werden ließ, was ich heute bin? Nein, meine Freundin, da war der Rainer-Maria ganz anders als Einige, so wie du.
Nichts für ungut.

R-M-R


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#12

RE: Wieviel wusste der normale DDR Bürger über die Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.05.2010 19:33
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Bei mir ist es anders RMR, die Altmark war meine Heimat, aber eben nicht die DDR....

....und ansonsten tust du mir echt leid, weil du wahrscheinlich zu denen gehörst, die sich auch in Nord-Korea mit den Gegebenheiten abfinden würden, wenn sie da geboren sein sollten....

Das dir diejenigen nicht leid tun, die angeeckt sind, das zeigt mir wieder einiges mehr von dir, danke dafür...ich bin ja richtig froh, das du nich noch dreissig Jahre früher geboren bist, wär sonst noch nen strammer Nazi aus dir geworden....

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
zuletzt bearbeitet 16.05.2010 19:35 | nach oben springen

#13

RE: Wieviel wusste der normale DDR Bürger über die Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.05.2010 19:34
von PF75 | 3.292 Beiträge

@ Mara
der R-M-R war doch "bloß" Pionier ,der hat doch mit den normalen Grenzdienst nichts zu tuen,der konnte doch gar keinen hindern die Grenze zu verletzen.


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#14

RE: Wieviel wusste der normale DDR Bürger über die Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.05.2010 19:39
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Zitat von PF75
@ Mara
der R-M-R war doch "bloß" Pionier ,der hat doch mit den normalen Grenzdienst nichts zu tuen,der konnte doch gar keinen hindern die Grenze zu verletzen.



Ja, ich war auch mal Pionier....sogar mal Thälmannpionier...und da wollte ich austreten und da gab es aber ein drauf sach ich dir....Klassenkonferenz vom Feinsten....alle nur betreten gekuckt und ne Lehrerin die in Retorik wohl zu den Besten gehörte....

PF75, mal im ernst....auch als Pionier bei den Grenztruppen hat er wissen müssen, wie es da aussieht....

groetjes

Mara


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#15

RE: Wieviel wusste der normale DDR Bürger über die Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.05.2010 19:42
von Theo85/2 | 1.198 Beiträge

Zitat von PF75
@ Mara
der R-M-R war doch "bloß" Pionier ,der hat doch mit den normalen Grenzdienst nichts zu tuen,der konnte doch gar keinen hindern die Grenze zu verletzen.




Meinst Du das im Ernst??

Theo 85/2 auch "bloß" Pionier!!


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#16

RE: Wieviel wusste der normale DDR Bürger über die Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.05.2010 19:46
von Rüganer (gelöscht)
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Ich hab Probleme mit Leuten, die jeden, der kein Verständnis hatte für die Leute, die gegen die DDR anrannten, mit potenziellen Nazis gleichsetzen... harter und starker Tobak unter der Gürtellinie, find ich jedenfalls...
Grüße von der Insel

der Rüganer


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#17

RE: Wieviel wusste der normale DDR Bürger über die Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.05.2010 19:50
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von nucleardirk
Kann mir jemand sagen wieviel "offiziell" über die grenze bekannt war?
man liest immer wieder dass viele DDR Bürger wohl dachten die Hinterlandmauer sei die Grenze und danach beginne die Freiheit. Was wusste man bzw. konnte man wissen - über Schutzstreifen, Signalzaun etc?

Wissen hatten doch ansich nur die Jungs die an der Grenze stationiert waren - wobei das ja wohl jeder Mann gewesen sein müsste, oder gab es sowas wie "Verweigern" und Zivildienst ableisten? Wenn ja hatte man danach sicher nen dicken Vermekr in seiiner Stasi-Akte....



1. Der Wissensstand über den Aufbau der Staatsgrenze West war sicher unterschiedlich. Wie du bei @mara liest wußten z.B. Bewohner der grenznahen Gebiete sicherlich mehr als andere. Genaue Kenntnisse der technischen Absicherung hatten, wie du bereits richtig bemerkt hast, jedoch nur ehem. AGT und auch diese wußten nicht wie lang dieses Wissen aktuell war. Jeder Bürger der DDR wußte aber, dass die Grenze militärisch gesichert wurde und versuchte Grenzdurchbrüche daher Lebensgefährlich sind und strengstens geahndet werden. Wer einen Grenzdurchbruch wagte wußte um die Gefahr dabei tödlich zu verunglücken, siehe der Text von R-M-R (16.05.2010/17:50).

2. Diente nur ein sehr geringer Teil der Wehrpflichtigen bei den Grenztruppen, da der größte Teil in der NVA diente. Die Truppenstärkte der NVA betrug ca. 173.000 Soldaten, während bei den Grenztruppen lediglich ca. 38.000 Soldaten dienten und entsprechend fiel auch das Verhältnis der Wehrpflichtigen aus. Daher ist dein Gedanke, dass alle Männer an der Grenze dienten nicht realistisch.

3. Verweigern und Zivildienst gab es nicht, dafür gab es die Bausoldaten. Diese dienten nicht an der Waffe und waren in ihrer Art einzigartig im sozialistischen Lager.

4.Deine Aussage: "Wenn ja hatte man danach sicher nen dicken Vermekr in seiiner Stasi-Akte...." ist falsch, denn dies hört sich so an, als gäbe es über jeden Bürger der DDR eine Akte beim MfS und dies war nie der Fall! Das die Bausoldaten durch die HA I erfasst werden mußten war später leider eine zwingende Notwendigkeit, da bei diesen u.a. Vorfelderscheinungen der politischer Untergrundtätigkeit gehäuft auftraten.
Nichtsdestotrotz brachte ein Bausoldat es bis zum Verteidigungsminister.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 16.05.2010 20:27 | nach oben springen

#18

RE: Wieviel wusste der normale DDR Bürger über die Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.05.2010 19:57
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Bella, ich musste so lächeln bei deinem "strammen Nazi". Ich war schon immer ein Einzelgänger, hatte aber auch gute Freunde in der Kindheit und heute ebenfalls noch.
Weiter bin ich in einer sehr bunten Familie..Arbeiter bzw. Werktätige, Privatfabrikanten zu DDR-Zeiten, eingeheiratete Juden aufgewachsen. Ich sah schon als Kind die Gegensätze zwischen normaler Wohnung und Palast, bzw Fabrikantenvilla, das hat mich enorm geprägt, obwohl dieser Familienzweig mit dem Palast auch bloß aus Fleisch und Blut war, sehr bodenständig und gut diplomatisch mit dem sozialistischen System konnte, ohne sich zu verbiegen oder nicht mehr in den Spiegel schauen zu können.
Was wollte ich da im Westen, im Gegenteil, ich wollte den Palast, zumal meine Fabrikantentante das große menschliche Vorbild für mich war, heute noch ist. Ob ich ihn bekommen habe, den Palast? Das wird Stoff für ein Buch, da greife ich nicht vor.

R-M-R


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#19

RE: Wieviel wusste der normale DDR Bürger über die Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.05.2010 19:58
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Zitat von Rüganer
Ich hab Probleme mit Leuten, die jeden, der kein Verständnis hatte für die Leute, die gegen die DDR anrannten, mit potenziellen Nazis gleichsetzen... harter und starker Tobak unter der Gürtellinie, find ich jedenfalls...



Nun ja Rügener....er sagt doch selber, das er sich halt anpassen und unterwerfen muß im jeweiligen System....es ist dann doch wohl sehr naheliegend....und ausserdem waar die Frage von mir rein fiktiv....

...aber ich kenne das wenn jemand rein auf das Wort Nazi reagiert....in Deutschland ist das echt ein Buh-Thema, ich weiß....sei nich bessorgt, in Ländern, in denen ich mich aufhalte halt nicht....da macht man sogar Späße drübber....RMR wird's schon verstehen....immerhin liebt er ja auch die Vermischung von Fiktion und Wirklichkeit in seinen Geschichten und Märchen....

groetjes

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
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#20

RE: Wieviel wusste der normale DDR Bürger über die Grenze?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.05.2010 20:05
von PF75 | 3.292 Beiträge

Zitat von Theo85/2

Zitat von PF75
@ Mara
der R-M-R war doch "bloß" Pionier ,der hat doch mit den normalen Grenzdienst nichts zu tuen,der konnte doch gar keinen hindern die Grenze zu verletzen.




Meinst Du das im Ernst??

Theo 85/2 auch "bloß" Pionier!!




ein bißchen arroganz darf doch wohl seien,aber euch mußte es ja auch geben.Hatte halt jeder seine Aufgabe und Funktion also wollen wir uns nicht streiten,sondern vertragen uns weiter.


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