#1

Am atomaren Abgrund

in Spionage Spione DDR und BRD 29.04.2010 23:03
von EK-Zappel-79-2 (gelöscht)
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Gestern Abend sah ich auf arte die Dokumention, "Am atomaren Abgrund" auf Arte, hier der Link zur Wiederholung am 1. Mai um 16.05 Uhr, am 4.Mai um 11.10 Uhr und am 11.Mai um 01.35 Uhr.

http://www.arte.tv/de/woche/244,broadcas...,year=2010.html

Man hatte damals was was geahnt und es sickerte durch das die Welt mehr oder weniger am Abgrund stand, oder besser der Fuß schon drüber gesetzt war, das eine einzelne Entscheidung eines Sowjetoffiziers vielleicht den Untergang der Welt verhinderte, er dafür aber abgesägt wurde .... war mir neu.
Aber auch hier sieht man plötzlich kleine Dinge in ganz anderem Licht.


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#2

RE: Am atomaren Abgrund

in Spionage Spione DDR und BRD 30.04.2010 00:00
von glasi | 2.815 Beiträge

danke ek zappel für den link.. dieser film zeigt wie dumm menschen sein können. lg glasi



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#3

RE: Am atomaren Abgrund

in Spionage Spione DDR und BRD 30.04.2010 08:13
von seaman | 3.487 Beiträge

Ich kann diesen Film nur empfehlen,
Er ist gut recherchiert,die Zeitzeugen West und Ost kommen zu Wort,eine gute Aneinanderreihung des chronologischen Ablaufs damals.
Dieser Film sollte jene nachdenklich machen,die über diese Ereignisse erst jetzt erfahren bzw.den Kalten Krieg verharmlosen.

seaman


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#4

RE: Am atomaren Abgrund

in Spionage Spione DDR und BRD 30.04.2010 09:38
von Boelleronkel (gelöscht)
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Danke für den Tipp.
Sehenswerte Reportage,keine Frage.
Sicher etwas anstrengend,weil der geneigte Zuschauer ein bissle Mitdenken sollte,heute in weiten Bereichen des TV Geschehens ja eher weniger "gewünscht".
Ach ja... beim Mitdenken,kann der Zuschauer sich auch gleich daran erinnern,wo sich die beiden Seiten direkt gegenüber standen.


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#5

RE: Am atomaren Abgrund

in Spionage Spione DDR und BRD 30.04.2010 13:07
von S51 | 3.733 Beiträge

Das war eine Sache, wegen der ich immer noch und womöglich "ewig" Schwierigkeiten habe, Agenten und Spione egal von welcher Seite mit "Verrätern" in einen Topf zu werfen.
Und es immer noch richtig finde, wenn seinerzeit in der damals angespannten Stimmung nicht bei jeder "Provokation" gleich mit dem großen Hammer gedroht oder dieser durchgezogen wurde, sondern man eben mal einfach gar nicht reagiert hat. Auch wenn das damals so nicht in der DV stand. Andererseits aber auch die Gegenseite durch Besonnenheit so manche Lage beruhigt hat, indem sie einfach mal wegsah... Und ich denke schon, dass auch dies damals nicht in deren DV stand.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#6

RE: Am atomaren Abgrund

in Spionage Spione DDR und BRD 30.04.2010 14:19
von seaman | 3.487 Beiträge

Milton Bearden stellte deshalb 2004 in einem Referat vor Geheimdienst-Experten in Berlin(Spionage für den Frieden) dazu fest:

«Die meisten von uns durchlebten diese Zeit Anfang der frühen Achtzigerjahre ohne zu wissen, dass das Verhältnis zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten wegen des ‹Able Archer›-Manövers bis zum äussersten gespannt war, weil wir nicht wussten, dass die Sowjetunion in ihren Einschätzungen zu dem Schluss gekommen war, wir würden einen Erstschlag vorbereiten. Unsere Nachrichtendienste hatten in dieser Angelegenheit zu wünschen übrig gelassen.»

Also kein Geringerer, als der im Kalten Krieg eine sehr wichtige und hohe Position innehabende CIA-Abteilungschef Milton Bearden, bezeugte den Nachrichtendiensten beider Seiten das Lob:
«Die Nachrichtendienste haben während dieser Periode (des Kalten Krieges, d.A.) ihre Rolle gespielt. Ehrlicherweise muss die Rolle der Nachrichtendienste beider Seiten – lassen Sie mich hinzu fügen: aller Nachrichtendienste in Ost und West – als Beitrag dazu gesehen werden, dass der 45 Jahre dauernde Krieg kalt blieb und nicht heiss wurde.… Zum Schluss möchte ich sagen, dass – unabhängig von der ideologischen Ausrichtung der während des Kalten Krieges gegeneinander angetretenen Nachrichtendienste – diese Dienste sicherlich nicht nur ihren Völkern, sondern auch der Sache des Friedens gut gedient haben.»


An einer Entspannung auf Seiten der sowjetischen Führung dabei dürfte jedenfalls auch der DDR-Geheimdienst wie in dem Film zu sehen,die HVA nicht unerheblichen Anteil gehabt haben.
Nach der Vereinigung Deutschlands, wanderten dafür Topas(Rainer Rupp) und seine Mitstreiter hinter Gittern.
Verurteilt zu 12 Jahren....

seaman


zuletzt bearbeitet 30.04.2010 14:51 | nach oben springen

#7

RE: Am atomaren Abgrund

in Spionage Spione DDR und BRD 30.04.2010 15:02
von SCORN (gelöscht)
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Eigendlich könnte man diesen thread mit diesem verschmelzen:"Haben die Geheimdienste in Ost und West dazu beigetragen dass aus dem Kalten Krieg kein Heisser wurde?"


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#8

RE: Am atomaren Abgrund

in Spionage Spione DDR und BRD 30.04.2010 16:30
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Ich glaube die allerwenigsten wissen wirklich,wie knapp wir schon an einer atomaren Katastrohpe vorbei geschlittert sind.
Was da alles im Hintergrund abgeht,die ganzen angeblichen Übungen,Vorgänge die im Dunkel bleiben.
Ob man da noch in Ruhe schlafen kann oder konnte(im kalten Krieg)?



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#9

RE: Am atomaren Abgrund

in Spionage Spione DDR und BRD 01.05.2010 22:35
von SCORN (gelöscht)
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konnte heute nachmittag auf arte diese doku sehen. man sollte diese sendung in den schulen zeigen anstatt junge menschen nach hohenschönhausen zu karren.

fazit: ohne die geheimdienste in ost und west wäre die erde mit hoher wahrscheinlichkeit im november 1983 im atomaren wahnsinn verglüht !


zuletzt bearbeitet 01.05.2010 22:39 | nach oben springen

#10

RE: Am atomaren Abgrund

in Spionage Spione DDR und BRD 01.05.2010 23:24
von Rostocker | 7.733 Beiträge

Zitat von SCORN
konnte heute nachmittag auf arte diese doku sehen. man sollte diese sendung in den schulen zeigen anstatt junge menschen nach hohenschönhausen zu karren.

fazit: ohne die geheimdienste in ost und west wäre die erde mit hoher wahrscheinlichkeit im november 1983 im atomaren wahnsinn verglüht !


Scorn-da geb ich Dir Recht---wenn das Millitär anfängt Kriegsspiele zu spielen--sollte das Volk anfangen Testamente zu schreiben --wenn es noch was bringt.selbst die Kommunisten haben es ihren Volk vor enthalten was ablief.


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#11

RE: Am atomaren Abgrund

in Spionage Spione DDR und BRD 02.05.2010 17:03
von MajorTom | 217 Beiträge

Zitat von Rostocker

Scorn-da geb ich Dir Recht---wenn das Millitär anfängt Kriegsspiele zu spielen--sollte das Volk anfangen Testamente zu schreiben --wenn es noch was bringt.selbst die Kommunisten haben es ihren Volk vor enthalten was ablief.



@Rostocker, was hätten sie denn veröffentlichen sollen? Daß unsere Geheimdienste den abgefangenen Funksprüchen entnahmen, daß da wohl gezündelt wird, und - möglicherweise - ein atomarer Angriff droht? Was hätte das - außer Panik - gebracht? Und der Gegner hätte gewußt, wie weit wir seine Nachrichtenverbindungen aufgeklärt haben. Testamente schreiben hätte im Fall der Fälle auch nichts mehr gebracht...
Tom


Die DDR war meine Heimat, auch wenn nicht alles Gold war, was glänzte - wo die DDR war, ist meine Heimat nicht mehr


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#12

RE: Am atomaren Abgrund

in Spionage Spione DDR und BRD 02.05.2010 17:26
von SCORN (gelöscht)
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Zitat von MajorTom
[quote="Rostocker"]
Rostocker, was hätten sie denn veröffentlichen sollen? Daß unsere Geheimdienste den abgefangenen Funksprüchen entnahmen, daß da wohl gezündelt wird, und - möglicherweise - ein atomarer Angriff droht?



hallo major tom,

das kam so in diesem beitrag nicht rüber. vielmehr das eine quelle der HVA im NATO HQ explizit darauf hinwies das kein realer nuklearangriff in planung und ausführung ist. mit sicherheit auch ein gewichtiger fakt in der waagschale der entscheidungsträger im kreml, denn bis zu diesem zeitpunkt war man sich in der sowjetischen führung sicher dass ein nuklearer erstschlag von NATO seite, aus dem rahmen von "Able Archer" heraus, unmittelbar bevor stand.

gruss
SCORN


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#13

RE: Am atomaren Abgrund

in Spionage Spione DDR und BRD 02.05.2010 18:11
von Alfred | 6.854 Beiträge

Scorn,

aber nicht vergessen, R. Rupp schätzte ein, dass dies für die NATO zutraf. Er sagte aber auch, dass die USA eine ganz andere Sache waren, dies konnte er so nicht einschätzen.


zuletzt bearbeitet 02.05.2010 18:12 | nach oben springen

#14

RE: Am atomaren Abgrund

in Spionage Spione DDR und BRD 02.05.2010 20:00
von SCORN (gelöscht)
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alfred,

das ist richtig,und wurde von herrn rupp auch so dargestellt.


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#15

RE: Am atomaren Abgrund

in Spionage Spione DDR und BRD 02.05.2010 23:34
von Jameson | 759 Beiträge

Eine sehr interessante Dokumentation. Mich stört daran nur immer dieses "Wir wollten nur spielen aber die bösen Russen mit ihrer verknöcherten Führung haben das alles mißinterpretiert."
Was von dem "Spiel" zu halten war wenn alle hohen Entscheidungsträger daran teilnehmen sollten, ist doch klar. Und Krjutschkow hatte auch recht, wenn er sinngemäß sagte: "Was viele heute ausblenden, die USA haben als einzigste jemals Atomwaffen eingesetzt."

Ahoi Jameson



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#16

RE: Am atomaren Abgrund

in Spionage Spione DDR und BRD 03.05.2010 09:54
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Zermatt
...Ob man da noch in Ruhe schlafen kann oder konnte(im kalten Krieg)?



Warum nicht? In der Regel dürfte selbst ein Diensthabender im System relativ gesehen ein viel zu kleines Licht gewesen sein, um sich da vorher oder während einer solchen Lage zu vielen Grübeleien widmen zu können. Die militärische Disziplin und lagebedingte straffe Abläufe sorgten dafür, dass man solche Gedanken an einen "irgendwo Führenden" delegierte. Und je weniger man zu melden hatte, um so mehr galt doch "Wat mut dat tut".
Im Nachhinein, wenn alles gegessen war, dann kam sicher ab und an das große Flattern und für jene Entscheidungsträger mit "dem Koffer" auch mal zwischendurch. Aber für uns kleine Leute war das Alles zu unfaßbar, zu weit weg.
Es ging raus mit dem Gedanken, mal sehen, wo mich der Abend sieht. Man kam zurück, schaute in den beginnenden Morgen und sagte sich "Schwein gehabt".
Mehr eigentlich nicht. Der "Knopf" war für uns unerreichbar, wir hätten es also sowieso dann nicht mehr ändern können. So blieb am Ende allenfalls so ein Art "Zufriedenheit". Und vielleicht war das, was man da tat auch viel zu unwichtig.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#17

RE: Am atomaren Abgrund

in Spionage Spione DDR und BRD 03.05.2010 13:59
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Hallo S51,

im Prinzip war das Gefühl schon da, dass es immer noch einen über einem selbst gab. Dennoch gab es zwei Grundszenarien, vor denen ich auf der Führungsstelle als Kommandeur Grenzsicherung Respekt hatte: Provokationen und Luftlagen. Gut, bei Provokationen war man noch durch den Grundsatz: "Erst melden, dann handeln" geschützt. Für die reinen Lagen in der Grenzsicherung hatten wir unsere Abläufe. Die waren trainiert. Im Falle von Provokationen wäre die Bandbreite zu groß gewesen, um sich gedanklich darauf vorzubereiten. Noch größer aber war der Respekt bei Lagen mit der Dringlichkeitsstufe "Luft!" (höchste Dringlichkeitsstufe). Innerhalb von 90 Sekunden war die Verbidnung vom Grenzposten bis zur nächsten funktechnischen Einheit herzustellen und die Meldung an letztere abzusetzen. Ich weiß heute nicht mehr, welche Knöpfe ich genau hätte dazu drücken müssen auf der Führungsstelle. Aber Zeiten für Meldungen waren da nicht mehr drin. Man musste handeln und konnte sich nicht sicher sein, welche Auswirkungen es hatte. Sicher, wir hätten damit kaum einen Krieg auslösen können. Aber ein mulmiges Gefühl war schon dabei.

Ansonsten hatte meine Freundin letztens ein paar alte Geburtstagskarten zwischen 1983-1985 gefunden. Wir waren beide überrascht auf welcher persönlichen Ebene, mit welcher Ernsthaftigkeit und wie oft Wünsche auf Frieden in diesen Karten standen. Ich denke schon, dass wir die Bedrohung zwar als latent, aber auch als sehr real empfunden haben.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 03.05.2010 14:01 | nach oben springen



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