#1

Denkmal für enteignete Bauern passt nicht jedem

in Presse Artikel Grenze 24.04.2010 16:04
von Angelo | 12.391 Beiträge

Berlin - Die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft vor 50 Jahren in der DDR war Unrecht. Daran gibt es keinen Zweifel. An das Unrecht erinnern fällt einigen jedoch bis heute schwer. Das zeigt die Einweihung eines Denkmals am Sonntag im brandenburgischen Kyritz. Auf der Bronzeplatte an dem zweieinhalb Meter hohen Findling steht: "Den Opfern der Zwangskollektivierung im sogenannten Sozialistischen Frühling 1960 in der DDR."

Initiiert hat das bundesweit erste Denkmal dieser Art der Deutsche Bauernbund, die Interessenvertretung der bäuerlichen Familienbetriebe in Ostdeutschland. Festredner ist Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU). Auch Ulrike Poppe, die Brandenburgische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, spricht. "Es gab sehr viel Leid", sagte Poppe dieser Zeitung. Historiker werten die Enteignung als beispiellose, von SED, Stasi, Polizei und Tausenden "Agitatoren" getragene Repressionswelle. Rund 850 000 bäuerliche Familienbetriebe wurden auf Geheiß von SED-Chef Walter Ulbricht in Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) überführt, die Hälfte davon zwangsweise - oft mit Gewalt und Psychoterror. "Die Folgen belasten die ostdeutsche Agrarstruktur bis heute", sagt Kurt-Henning Klamroth, Präsident des Bauernbundes. Daran will nicht jeder erinnert werden. Als Standort für das Mahnmal war zunächst Jessen in Sachsen-Anhalt vorgesehen. Laut Bauernbund hätten aber die Stadtparlamente von Jessen und später von Schönhausen in der Altmark gegen das Mahnmal gestimmt.

hier bitte weiter lesen
http://www.welt.de/die-welt/politik/arti...icht-jedem.html


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#2

RE: Denkmal für enteignete Bauern passt nicht jedem

in Presse Artikel Grenze 24.04.2010 16:41
von Rainman2 | 5.752 Beiträge

Ja, diese Kollektivierung war vom Unrecht begleitet und es ist richtig, daran zu erinnern.

Ein Aber kann ich mir allerdings nicht verkneifen und zwar bei dem Satz: "Die Folgen belasten die ostdeutsche Agrarstruktur bis heute", sagt Kurt-Henning Klamroth, Präsident des Bauernbundes. Es ist für mich durchaus interessant, dass Genossenschaften, die sich nicht von der Hysterie in der Nachwendezeit anstecken und von westdeutschen Beratern auf falsche Wege schicken ließen, heute noch erfolgreich bestehen. Als Beispiel dient mir mal wieder der Ort Golzow. In den Filmen der Langzeitdokumentation "Die Chronik der Kinder von Golzow" kann man sehen, wie erfolgreiche Landwirtschaft auch auf einer genossenschaftlichen Basis möglich blieb. Die Website ist leider ein bisschen dünn ( http://www.lwgolzow.de ), aber der funktionierende Link auf die Ausbildungsangebote spricht durchaus schon eine verständliche Sprache.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 24.04.2010 16:42 | nach oben springen

#3

RE: Denkmal für enteignete Bauern passt nicht jedem

in Presse Artikel Grenze 24.04.2010 19:06
von Drewitz | 356 Beiträge

[quote="Rainman2"]Ja, diese Kollektivierung war vom Unrecht begleitet und es ist richtig, daran zu erinnern.

Okay-da gehe ich mit.Enteignet war es wohl aber doch nicht so ganz,oder?
Ansonsten brauchte man eben für modernere Produktionsmethoden größere Flächen als diese Handtuchparzellen und eine Konzentration der Technik.Und sooo unzufrieden waren die Bauern über den Urlaub etc ja dann auch nicht.
Drewitz


MfS,BV Potsdam,Abt.VI,PKE Drewitz 1.Zug,1.Gruppe 1988-1990 danach GR44 bis zum Ende


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#4

RE: Denkmal für enteignete Bauern passt nicht jedem

in Presse Artikel Grenze 24.04.2010 19:09
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Hallo Angelo,
in diesem Zusammenhang möchte ich Dir mal zwei Tipps geben.
Zum ersten, demnächst kommt eine DVD über den Alltag einer DDR- Bauernfamilie ("Die Lindstedts") heraus, vertrieben über Amazon.
Ich werde die mir mit Sicherheit besorgen, hab allerdings nur eine sehr dumpfe Erinnerung daran.
Trotzdem war es eine Eigenart vieler Filme über den Berufsalltag ("Jockey Monika", "Zur See", u.va.) in der DDR, daß die kaum Propaganda implizierten und das macht sie sehr sehenswert.
Übrigens und zweitens habe ich vor wenigen Wochen ein Buch aus meinen DDR- Altbeständen an Jugendliteratur ausgegraben, das ich (oft sehr amüsiert) auf meinen langen Zugreisen nochmals komplett durchgelesen hatte.
Das Buch Hieß "Daniel und Dagmar" von Klaus Gerisch und war eigentlich eine Liebesgeschichte wie sie trotz aller Romatik untrennbar in den übrigen Alltag des Jungbauern Daniel eingebetettet war.
Unvorstellbar eigentlich wie dieser Rebellen (Gegner der Großfeldwirtschaft und militanter Heckenpflanzer) die Zensur passieren konnte.



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#5

RE: Denkmal für enteignete Bauern passt nicht jedem

in Presse Artikel Grenze 24.04.2010 19:09
von Pitti53 | 8.783 Beiträge

hatten wir das thema nicht schon? siehe suche:veranstaltungstipps


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#6

RE: Denkmal für enteignete Bauern passt nicht jedem

in Presse Artikel Grenze 24.04.2010 19:40
von Altermaulwurf (gelöscht)
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Heute werden die kleinen Bauern mittels Marktmonopolisten und Banken enteignet und um den gerechten Lohn für ihre schwere Arbeit gebracht. Die Politik und EU im Besonderen hat Rahmenbedingungen geschaffen die große landwirtschaftliche Betriebe massiv bevorzugen und durch Gentechnik und Marktkontrolle die kleinen traditionellen Bauern über kurz oder lang weitgehend verdrängen. Allein der Name "Monsanto" treibt hier manchen Landwirt Zornesröte ins Gesicht.

Wie Raiman bereits erwähnt, war die DDR Landwirtschaft nicht nur von Mißerfolg geprägt sondern durchaus ein Erfolgsmodell und auch heute überlebensfähig.

Die Frage Bodenreform und Kollektivierung sind differenziert zu sehen und waren ein Feld ideologisch - klassenkämpferischer Auseinandersetzung.

Die Bodenreform und Enteignung großer Güter sehe ich als historisch gerechtfertigt an, da deren Entstehung auch durch Enteignung und Ausbeutung der Landbevölkerung entstand ( Besitzungen der großen Adelsgeschlechter usw. )

Die Kollektivierung war ein hart umkämpftes Feld, in dem auch die Gegner besonders Großbauern und kirchliche Kräfte mit harten und auch zum Teil kriminellen Mitteln agierten. Mir sind aus IM Akten hierzu auch einige Fälle gut dokumentiert bekannt. Da ging es über Körperverletzung und Morddrohungen gegen Kollektivierte und Funktionäre, Brandstiftung und Sabotage von Erntetechnik oder vergiftetes Vieh. Wie gesagt das waren gut dokumentierte Geschichten und Vorfälle die aber nur eine Seite der Madaille darstellen. Anderseits wurde der Zusammenschluss seitens der Partei sicher auch sehr forciert vorangetrieben, die Überzeugung der Betroffenen hinten an gestellt und es gab den Ehrgeiz eine nach sowjetischen Muster entsprechende Struktur zu schaffen.

Mir sind auch haarsträubende Fälle von Mißwirtschaft und Fehlplanungen bekannt, die besonders Anfangs zu großen Verlusten geführt haben ( verschimmeltes Erntegut oder kranke Tiere durch offene Ställe )

Im Laufe der Jahre hat sichjedoch vieles verbessert und die Arbeits und Lebensbedingungen in der Landwirtschaft waren recht gut. Besonders mit den kleinen Hauswirtschaften gab es für die Bauern gute Einkommensmöglichkeiten.

Abschließend auch die von der EU Subventionswirtschaft geprägte BRD Landwirtschaft war nicht immer ein Erfolgsmodell - Vernichtung von Lebensmitteln, Milchseen, Butterberge usw sprechen hier auch von Problemen.


Jawa 350 und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.04.2010 19:40 | nach oben springen

#7

RE: Denkmal für enteignete Bauern passt nicht jedem

in Presse Artikel Grenze 24.04.2010 21:19
von X-X-X (gelöscht)
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Alles, was mit dem Wort 'Zwang" verbunden ist (Zwangsenteignung Zwangsunsiedlung usw), ist natuerlich nicht rechtens. Ich finde es persoenlich unangebracht, gleich Denkmaeler fuer die Enteigneten aufstellen zu lassen, da dies eine gewisse Gleichstellung mit Ermordeten, gefallenen Soldaten und desgleichen andeutet. Ich betrachte das persoenlich als uebertrieben, ohne die Situation der Enteigeneten krass unterschaetzen zu wollen. Das man vielliecht an einem geeigneten Ort oder an meheren geiegneten Orten Informations- und Erinnerungstafeln aufstellen laesst (gibt es z.B. ein Landwirtschaftsmuseum Brandenburg oder Sachsen?), waere Bedeutungsvoller und auch zugaenglicher als ein Gedenkstein auf einem Acker in der Provinz.

Jens


LO-Wahnsinn hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#8

RE: Denkmal für enteignete Bauern passt nicht jedem

in Presse Artikel Grenze 24.04.2010 21:40
von Altermaulwurf (gelöscht)
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Mal langsam, es war keine Enteignung, sondern genossenschaftliches Eigentum - selbst in der DDR und bis in die heutige Zeit von Bedeutung........

Das soll von Härten für Einzelne nicht ablenken, ist aber für das Gesamtbild wichtig


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#9

RE: Denkmal für enteignete Bauern passt nicht jedem

in Presse Artikel Grenze 24.04.2010 22:40
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Altermaulwurf
Heute werden die kleinen Bauern mittels Marktmonopolisten und Banken enteignet und um den gerechten Lohn für ihre schwere Arbeit gebracht. Die Politik und EU im Besonderen hat Rahmenbedingungen geschaffen die große landwirtschaftliche Betriebe massiv bevorzugen und durch Gentechnik und Marktkontrolle die kleinen traditionellen Bauern über kurz oder lang weitgehend verdrängen. Allein der Name "Monsanto" treibt hier manchen Landwirt Zornesröte ins Gesicht.



Auch mir steigt die Zornesröte ins Gesicht, wenn ich sowas hier lesen tue! Der von Angelo eröffnete Thead fragt nicht nach EU-Politik und auch nicht nach "Gentechnik, Marktkontrolle, Marktmonopolisten und das Zutun von Banken in der heutigen Zeit, sondern die Frage umreißt doch einen ganz klaren Zeitraum der DDR-Geschichte!!


Wie Raiman bereits erwähnt, war die DDR Landwirtschaft nicht nur von Mißerfolg geprägt sondern durchaus ein Erfolgsmodell und auch heute überlebensfähig.

Wenn Raiman das so sieht, dann halte ich dem entgegen: Sieht so ein Erfolgsmodell aus, daß dazu geführt hatte, daß die Versorgun bis zumindestens in die 60er Jahre, diese "Genossenschaften" noch nicht mal in der Lage waren, den Bedarf an Milch, Butter und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu decken?? Ich erinnere mich noch sehr genau an die "200"Gramm Butter, die man sich wöchentlich in der Kaufhalle abholen konnt, man mußte in besagter Kaufhalle aber auch registriert sein. Ab un An wurde man auch schon mal auf "Morgen" oder "Übermorgen" vertröstet!!



Die Frage Bodenreform und Kollektivierung sind differenziert zu sehen und waren ein Feld ideologisch - klassenkämpferischer Auseinandersetzung.

Was Du hier als "ideologisch-klassenkämpferische Auseinandersetzung benennen tust, war in Wirklichkeit einer der größten Machtmißbräuche der DDR-Obrigkeit, bei denen sich in ganz besonderer Weise das MfS mit ihren Mitarbeitern hervor getan hatten!!


Die Bodenreform und Enteignung großer Güter sehe ich als historisch gerechtfertigt an, da deren Entstehung auch durch Enteignung und Ausbeutung der Landbevölkerung entstand ( Besitzungen der großen Adelsgeschlechter usw.)


Was Du hier von Ausbeutung der Landbevölkerung vor der Bodenreform schreibst, kann ich so auch nicht nachvollziehen, denn davor hatte ein gewisser Österreicher ( den ich bei Gott nicht hochleben lasse) schon dafür gesorgt, daß Deine von Dir angeführten Adelsgeschlechter nicht mehr dan Stellenwert wie zu Kaisers Zeiten hatten!! Du magst das ja Alles als gerechtfertigt ansehen, vergißt aber scheinbar, daß man das Versprechen das man den daraus hervor gegangenen "Neubauern" einige Jahre später in schändlichster Weise gebrochen hat! "Junkerland in Bauernhand" war doch für die spätere Zwangskollektivierung nur der Vorwand!!




Die Kollektivierung war ein hart umkämpftes Feld, in dem auch die Gegner besonders Großbauern und kirchliche Kräfte mit harten und auch zum Teil kriminellen Mitteln agierten. Mir sind aus IM Akten hierzu auch einige Fälle gut dokumentiert bekannt. Da ging es über Körperverletzung und Morddrohungen gegen Kollektivierte und Funktionäre, Brandstiftung und Sabotage von Erntetechnik oder vergiftetes Vieh. Wie gesagt das waren gut dokumentierte Geschichten und Vorfälle die aber nur eine Seite der Madaille darstellen. Anderseits wurde der Zusammenschluss seitens der Partei sicher auch sehr forciert vorangetrieben, die Überzeugung der Betroffenen hinten an gestellt und es gab den Ehrgeiz eine nach sowjetischen Muster entsprechende Struktur zu schaffen.

Sag mal, wie soll ich das verstehen: "Großbauern und kirchliche Kräfte"? Wieviele Großbauern hat es denn noch nach der Bodenreform überhaupt noch gegeben. War da nicht mal irgendwo eine Obergrenze von 100 ha, oder irre ich mich da? In Deinem "hartumkämpften Feld" wurde nur von einer Seite mit harter Gewalt gekämpft, wer nicht nachgab landete nach dem Vorwurf der "Sabotage, dem Schwarzschlachten, der Nichterfüllung des Ablieferungssoll´s, dem Diebstahl von Volkseigentum ecetera, ecetera in den damals so berüchtigten Knästen und in den frühen 50ern ging es teilweise noch nach Moskau in die Butyrka. Da gab es einen Keller indem es am fortlaufendem Band knallte. Einen Ludwigsluster möchte ich in diesem Zusammenhang erwähnen, nämlich Einen der "Gebrüder Schulze, dem Mitinhaber der Fleisch-und Wurstwarenfabrik, von der wir Ludwigsluster uns in der schlimmsten Zeit nach dem Kriege einmal in der Woche heiße "Wurstbrühe" als Grundlage für Suppen holen konnte. Diesen Mann hat man in den 50er Jahren dort erschossen und die Erfüllungsgehilfen für seine Überstellung waren, na wer wohl?? Danach war es ein Volkseigener Betrieb und ist heute die größte Fleisch-und Wurstwarenfabrik Mecklenburg´s!! Um auf die Kollektivierung zurück zu kommen, solche Beispiele wie mit dem Herrn Schulze gab es überall in der Republik und förderte natürlich bei Einigen den Entschluß "freiwillig" in so eine LPG einzutreten. Ein großer Teil zog es aber vor sich dieser "Behandlung" zu entziehen indem sie bei Nacht und Nebel über die "Grüne Grenze" in die Freiheit übersiedelten. Das es Fälle gegeben hatte, indem man vorher sein Eigentum angezündet hatte, damit das "verhaßte" Regime nicht noch Nutznießer des großen Unrecht´s wurde, will ich nicht leugnen und kann es in gewisser Hinsicht sogar nachvollziehen. In jedem Falle war das aber nicht die Regel, sondern es handelte sich um Ausnahmen. Ich komme aus einer ländlichen Gegend, kann mich aber bei vielen "Übersiedlungen nur an ein abgebranntes Gehöft erinnern, wobei die Brandursache nicht eindeutig geklärt wurde, die Propagandamaschine auf Hochtouren aufgedreht wurde. Zwei Brüder meines Vaters hatten auch Landwirtschaft, ohne diese Beiden wären wir (4 Kinder) nicht so gut über die Schwere Nachkriegszeit gekommen, auch sie mußten mit Sack und Pack in so eine Genossenschaft eintreten, Beide hatten bis zu ihrem Lebensende dies damaligen Maßnahmen verflucht und fühlten sich auf ihren eigenem Hof als Knechte!!


Mir sind auch haarsträubende Fälle von Mißwirtschaft und Fehlplanungen bekannt, die besonders Anfangs zu großen Verlusten geführt haben ( verschimmeltes Erntegut oder kranke Tiere durch offene Ställe )

Ja, in strengen Wintern sind die Rindviecher in ihrer eigenen Sch....e festgefroren und das Fleisch konnte man etwas später auf der "Freibank" erstehen. Dafür gab es aber wieder weniger Milch für die Kälber, für den Käse und für die Butter" Ich habe das mit den Rinderoffenställen hautnah mitbekommen, das Dilemma war bekannt , auch der Führung, der eingeschlagene Weg wurde aber trotzdem für´s Erste beibehalten und wenn sich ein ehemaliger Bauer dazu äusserte bekam er es mit den Funktionären zu tun, die zwar keine Fachkenntnis hatten, aber dafür das Parteibuch!!



Im Laufe der Jahre hat sichjedoch vieles verbessert und die Arbeits und Lebensbedingungen in der Landwirtschaft waren recht gut. Besonders mit den kleinen Hauswirtschaften gab es für die Bauern gute Einkommensmöglichkeiten.


Dazu möchte ich mich nicht äussern, denn das passt nicht in den zeitlich vorgegebenen Zeitraum!!


Abschließend auch die von der EU Subventionswirtschaft geprägte BRD Landwirtschaft war nicht immer ein Erfolgsmodell - Vernichtung von Lebensmitteln, Milchseen, Butterberge usw sprechen hier auch von Problemen.




Wenn Du hier schon wieder mit so etwas kommst, wie EU-Subventionswirtschaft, BRD- Landwirtschaft, Milchseen und Butterberge, so laß Dir sagen, mir sind solche Berge lieber als dementsprechende Täler. Die BRD hatte es sich immer zur Pflicht gemacht, den Bedarf an Butter für einen bestimmten Zeitraum einzulagern, damit auch bei aussergewöhnlichen Engpässen der Bedarf gesichert war!! Daß Eure ehemaligen "Freunde" regelmäßig davon provitierten, indem sie diese Butterberge zu Dumpingpreisen in Empfang nehmen konnte, zeigt doch einmal mehr, wie überlegen die von Dir ach so "verdammte" BRD- Landwirtschaft Euerm großen sozialistischem Vorbild war, dem Ihr zumindestens in der Zeit der Rinderoffenställe eifrig nachgeeifert hattet!!
Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 24.04.2010 22:48 | nach oben springen

#10

RE: Denkmal für enteignete Bauern passt nicht jedem

in Presse Artikel Grenze 24.04.2010 23:27
von Altermaulwurf (gelöscht)
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Also in der DDR wurde jeder satt, Grundnahrungsmittel waren bis auf die Nachkriegszeit immer vorhanden.

Wosch , Du bist schon ziemlich einseitig in Deiner Betrachtung. Ich sehe die Geschichte auch immer in ihrem Zeitfenster und nicht mit den Wertmaßstäben von Heute. Die Kollektivierung halte ich grundsätzlich für richtig, die Art und Weise entsprach manchmal leider der damaligen Situation und die Auseinandersetzung wurde auch vom Gegner sprich der damaligen BRD benutzt, um die DDR zu schwächen. Die Aktionen sogn. reaktionärer Kräfte sind belegt und die Sabotageakte hat es gegeben, genau wie die Übergriffe auf Aktivisten der Kollektivierung belegt sind. Ich verstehe auch was es im Einzelfall für Bauern bedeutet hat aus ihrer Tradition herausgelöst zu werden, aber letztendlich war der Grundgedanke von Genossenschaften der richtige.
Der Hauptkurs, da machen wir uns beide glaub nichts vor, wurde vom Großen Bruder vorgegeben und entsprach in der Umsetzung leider dem Zeitgeist.
Allerdings hat man aus Fehlern gelernt und nicht wenige Bauern waren wirklich stolz auf ihre "Kolchose".

Der Grundgedanke von Genossenschaften war ursprünglich von Lenin in Hinblick auf dessen Äußerung " Sozialismus ist Kapitalismus der Kollektive" zu sehen und zu bewerten. Diese Umsetzung hätte uns glaub weiter gebracht als wir damals gekommen sind.Leider wurde diese Sicht der Dinge unter einen Herrn Dshugaschwili @ Stalin etwas verändert.

Zu meinen Einstieg über die Situation der Landwirte stehe ich, oder entspricht sie nicht den Tatsachen ?


LO-Wahnsinn hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.04.2010 23:54 | nach oben springen

#11

RE: Denkmal für enteignete Bauern passt nicht jedem

in Presse Artikel Grenze 24.04.2010 23:42
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Altermaulwurf
Also in der DDR wurde jeder satt, Grundnahrungsmittel waren bis auf die Nachkriegszeit immer vorhanden.

Wosch , Du bist schon ziemlich einseitig in Deiner Betrachtung. Ich sehe die Geschichte auch immer in ihrem Zeitfenster und nicht mit den Wertmaßstäben von Heute. Die Kollektivierung halte ich grundsätzlich für richtig, die Art und Weise entsprach manchmal leider der damaligen Situation und die Auseinandersetzung wurde auch vom Gegner sprich der damaligen BRD benutzt, um die DDR zu schwächen. Die Aktionen sogn. reaktionärer Kräfte sind belegt und die Sabotageakte hat es gegeben, genau wie die Übergriffe auf Aktivisten der Kollektivierung belegt sind. Ich verstehe auch was es im Einzelfall für Bauern bedeutet hat aus ihrer Tradition herausgelöst zu werden, aber letztendlich war der Grundgedanke von Genossenschaften der richtige.
Der Hauptkurs, da machen wir uns beide glaub nichts vor, wurde vom Großen Bruder vorgegeben und entsprach in der Umsetzung leider dem Zeitgeist.
Allerdings hat man aus Fehlern gelernt und nicht wenige Bauern waren wirklich stolz auf ihre "Kolchose".

Der Grundgedanke von Genossenschaften war ursprünglich von Lenin in Hiblick auf dessen Äußerung " Sozialismus ist Kapitalismus der Kollektive" zu sehen und zu bewerten. Diese Umsetzung hätte uns glaub weiter gebracht als wir damals gekommen sind.Leider wurde diese Sicht der Dinge unter einen Herrn Dshugaschwili @ Stalin etwas verändert.

Zu meinen Einstieg über die Situation der Landwirte stehe ich, oder entspricht sie nicht den Tatsachen ?




Na wenn Du meinst, wäre nur noch die Frage zu klären, wer von uns Beiden recht hat. Spielt im Nachhinein aber für mich keine Rolle, ich hab meine -und Du hast Deine Sicht der Dinge. Deine letzte Frage würde ich mit "Nein" beantworten, wäre für die Betroffenen wahrscheinlich zum größten Teil ohne Relevanz, da sie wohl in der Mehrheit schon das Zeitliche gesegnet haben dürften. Übrigens, ich erwarte auch nicht von Dir, daß Du mir zustimmst, ich wollte Dir nur widersprechen!
Schönen Gruß aus Kassel.


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#12

RE: Denkmal für enteignete Bauern passt nicht jedem

in Presse Artikel Grenze 15.02.2014 14:21
von SET800 | 3.090 Beiträge

Zitat von Angelo im Beitrag #1
"Den Opfern der Zwangskollektivierung im sogenannten Sozialistischen Frühling 1960 in der DDR."



Hallo,
Opfer? Wie, wer? Wer wurde denn enteignet, ich denke es ging um Kollektivierung und nicht um Enteignung! Es gab doch auch noch am 3.10.1990 die Grundbucheinträge inkl. Vererbung durch "Bodeneinbringer" an die von ihnen Bedachten.


Und EU-Preise, Förderung, Vorschriften, Bankkredite bedeuten auch für Westbauern massiven Zwang sich den politischen Vorgaben anzupassen.



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