#641

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2014 09:32
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #639
Zitat von Nostalgiker im Beitrag #636
Schnattchen, wurden denn Deiner Meinung die Menschen in der DDR in ihrer Kindheit und Jugend anders erzogen die später als " Betriebsleiter und Direktoren" in der DDR arbeiteten als der große Rest der Bevölkerung welche Du zu "Warteschlangennörgler und Anweisungsempfänger" abqualifizierst?

Nostalgiker



Ich qualifiziere niemanden ab, aber es dürfte doch aufgefallen sein wie weltfremd und naiv sich viele DDR Bürger nach der Kehre gaben und sich dementsprechen schwer taten als die Euphorie nachließ und der Alltag einzug hielt.
Was die ehemaligen Eliten angeht hatten die selbstverständlich bessere Voraussetzungen als die Masse. Sie durften studieren und hatten dann später durch ihre Tätigkeit Zugang zu Informationen und Kontakte , die der einfache DDRler eben nicht hatte.



Nur mal als Hinweis.

Viele Personen hatten Zugang zu den verschiedensten Informationen. Es gab Radio, Fernsehen und es gab Besuch aus dem "Westen".
Da musste man nicht zur "Elite" gehören. Selbst da müsste geklärt werden, wer denn nun "Elite" war.


nach oben springen

#642

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2014 09:43
von Mholzmichel | 381 Beiträge

"Elite" ist wohl der falsche Ausdruck, eher Auskenner.
Was waren denn das für Leute die gleich nach der Wende die Bürostühle der öffentl,. Einrichtungen und Führungspositionen übernommen hatten und noch haben ? Von einem auf den anderen Stuhl gerutscht.


EK 81/2
nach oben springen

#643

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2014 09:45
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Heutzutage gibt es selbstverständlich keine "Eliten" mehr, nur noch Leistungsträger ......

Alle haben in der freiheitlichen Demokratie die gleichen Voraussetzungen, alle haben die gleichen Möglichkeiten sich zu informieren und Kontakte zu knüpfen ....
Nun frage ich mich doch etwas verwundert, wieso haben wir dann in Deutschland Millionen von Arbeitslosen und Hartz IV Empfängern, Jugendliche ohne Schulabschluß und demzufolge ohne Lehrstelle ....
Der "einfache" BRDler hat doch all das was dem "einfache" DDRler laut Schnattchen verwehrt war.
Irgendwie versteh ich die Welt nicht mehr oder ich kann Schnattchens spezieller Sicht auf diese Welt nicht mehr folgen.

Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

nach oben springen

#644

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2014 09:49
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

Ja, da kann man leicht den Überblick verlieren.
Es geht um die kleine DDR, mit dem für ihre Bürger eingeschränkten Blick in die Welt.


nach oben springen

#645

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2014 10:10
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #644
Ja, da kann man leicht den Überblick verlieren.
Es geht um die kleine DDR, mit dem für ihre Bürger eingeschränkten Blick in die Welt.


Und über wen schreibst Du konkret? Die DDR war klein - stimmt. Die DDR hatte ca. 16 Mio Einwohner - alle mit einem eingeschränkten Blick? Wäre es so gewesen, dann hätten sich im Sommer und Herbst 1989 nicht tausende auf den Weg Richtung Westen gemacht. Von den vielen anderen vorher ganz zu schweigen.

Hätte es nicht die mit dem eingeschränkten Blick gegeben, dann wäre eine solche Umstrukturierung des Staates in kürzester Zeit nicht möglich gewesen. Von Rentenversicherung, Krankenversicherung, wo für nicht wenige die tägliche Kohle dran hing, ganz zu schweigen. Und es waren nicht nur Beamte aus den Partnerländern mit Buschzulage, die die Ärmel hoch gekrempelt haben. Ich habe etliche mit einegeschränkten Blick in der Umbruchzeit erlebt, die kreativ und mit viel Herzblut sich für die eingesetzt haben, die zu den Verlierern der Wende hätten gehören können - zum Beispiel alleinerziehende Mütter, Jugendlichen, deren Ausbildungsplätze auf einmal perdu waren usw. usf. ....

Ich erinnere an die Welle von ABM - und Qualifizierungsmaßnahmen für die da gebliebenen, die sie damals weggingen wie warme Brötchen, weil sie mit vielen Hoffnungen verbunden waren. Und die mit dem eingeschränkten Blick haben, wenn sie eine solche Möglichkeit hatten, auch wieder angepackt - man was gab es für schöne Projekte in den Städten und Gemeinden. Ich war damals viel in solchen Projekten in Brandenburg und Berlin unterwegs und kann mich an viele Menschen mit dem eingeschränkten Blick erinnern.

Der Bruch kam später. Ich kann ihn nicht datieren. Er kam dann, als sich abzeichnete, dass es in den neuen Bundesländern kein produzirenden Gewerbe oder Industrie geben würde um alle in Lohn und Brot zu bringen. Aber diesbezüglich gab es dann schon keine Unterschiede mehr zwischen Brandenburg und dem Ruhrgebiet.

LG von der Moskwitschka


zuletzt bearbeitet 14.10.2014 10:14 | nach oben springen

#646

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2014 10:13
von Rüganer (gelöscht)
avatar

Nehmt doch einfach mal ein praktisches Beispiel für diese These:

War wohl auch ein Mentalitätsproblem.
Der DDR Bürger wurde nicht zum kühnen Chancenergreifer erzogen, sondern eher zum Warteschlangennörgler und Anweisungsempfänger.
Das ist sicher manchem nach der Kehre zum Verhängnis geworden.
Die flexibelsten waren oft die ehemalige Betriebsleiter und Direktoren, die schnell in der neuen Gesellschaftsordnung ankamen.
Zitat: Schnatterinchen
Ich war zur Wendezeit Technischer Leiter in einem größeren Landwirtschaftsbetrieb,
es war doch eindeutig abzusehen, dass diese Strukturen den Bach herunter gehen werden. Also musste man sich doch auf dass besinnen, was man konnte und irgend etwas aus dem, was man hatte, machen. Wir haben dann angefangen, Wasserleitungen in Eigenheimen zu installieren, haben uns dem Wasserversorger angedient und bauten in mehreren Gemeinden Wasseruhren ein und nach und nach nabelten wir uns von der eigentlichen Tätigkeit für den Mutterbetrieb ab und letztendlich entstand dann eine eigene Firma daraus. Mit dem letzten Geld meiner Familie und der Belastung unseres Eigenheimes.
Ich hätte auch meine Füße stillhalten können und darauf warten, dass irgendwann einmal das Arbeitsamt mir eine Maßnahme vermittelt oder einen Job bringt.
Und ich verstand Schnattchen so, dass gerade die Leute, die irgendwie schon immer die sogenannten „Macher“ gewesen sind, dass die heute auch wieder obenauf sind und bestätige diese, seine Meinung.
Der ehemalige Betriebsleiter führte erfolgreich den Kernteil des Betriebes weiter, paar Dörfer weiter wurde ein Direktor Wiedereinrichter und pachtete sich Land hinzu, Brigadiere wurden Betriebsleiter neuer Landwirtschaftsbetriebe, mein Betrieb ist zur Miete in einem Unternehmen, was durch Betriebsleiter, Buchhalterin, Produktionsdirektor und Technischen Leiter in eine GmbH überführt wurde und heute sehr erfolgreich arbeitet.
Ich schrieb es schon an anderer Stelle, wer sich mit seiner Neubauwohnung zufrieden gab und nichts weiter machte, der konnte sich wahrlich in der Wende nur schwer umstellen, wer allerdings schon vorher wühlte und ackerte, der war es zumindest gewohnt, selbst nun etwas auf die Beine zu stellen und loszulegen. So verstand ich auch Schnattchen


furry, GKUS64 und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#647

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2014 10:57
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #612
Läßt sich kurz und knapp zusammenfassen: soziale Gerechtigkeit.
Darf man auch heute noch haben, wenn man einen A... in der Hose hat.


und wie sieht das genau aus, wenn man einen A.. in der Hose, also soziale Gerechtigkeit hat ? Bringe bitte mal ein paar Beispiele!


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#648

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2014 11:07
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #646
Nehmt doch einfach mal ein praktisches Beispiel für diese These:

War wohl auch ein Mentalitätsproblem.
Der DDR Bürger wurde nicht zum kühnen Chancenergreifer erzogen, sondern eher zum Warteschlangennörgler und Anweisungsempfänger.
Das ist sicher manchem nach der Kehre zum Verhängnis geworden.
Die flexibelsten waren oft die ehemalige Betriebsleiter und Direktoren, die schnell in der neuen Gesellschaftsordnung ankamen.
Zitat: Schnatterinchen
Ich war zur Wendezeit Technischer Leiter in einem größeren Landwirtschaftsbetrieb,
es war doch eindeutig abzusehen, dass diese Strukturen den Bach herunter gehen werden. Also musste man sich doch auf dass besinnen, was man konnte und irgend etwas aus dem, was man hatte, machen. Wir haben dann angefangen, Wasserleitungen in Eigenheimen zu installieren, haben uns dem Wasserversorger angedient und bauten in mehreren Gemeinden Wasseruhren ein und nach und nach nabelten wir uns von der eigentlichen Tätigkeit für den Mutterbetrieb ab und letztendlich entstand dann eine eigene Firma daraus. Mit dem letzten Geld meiner Familie und der Belastung unseres Eigenheimes.
Ich hätte auch meine Füße stillhalten können und darauf warten, dass irgendwann einmal das Arbeitsamt mir eine Maßnahme vermittelt oder einen Job bringt.
Und ich verstand Schnattchen so, dass gerade die Leute, die irgendwie schon immer die sogenannten „Macher“ gewesen sind, dass die heute auch wieder obenauf sind und bestätige diese, seine Meinung.
Der ehemalige Betriebsleiter führte erfolgreich den Kernteil des Betriebes weiter, paar Dörfer weiter wurde ein Direktor Wiedereinrichter und pachtete sich Land hinzu, Brigadiere wurden Betriebsleiter neuer Landwirtschaftsbetriebe, mein Betrieb ist zur Miete in einem Unternehmen, was durch Betriebsleiter, Buchhalterin, Produktionsdirektor und Technischen Leiter in eine GmbH überführt wurde und heute sehr erfolgreich arbeitet.
Ich schrieb es schon an anderer Stelle, wer sich mit seiner Neubauwohnung zufrieden gab und nichts weiter machte, der konnte sich wahrlich in der Wende nur schwer umstellen, wer allerdings schon vorher wühlte und ackerte, der war es zumindest gewohnt, selbst nun etwas auf die Beine zu stellen und loszulegen. So verstand ich auch Schnattchen


@Rüganer das hast du sehr gut verstanden und hier auch dargestellt. Ich erlebte es nach meiner Flucht genauso.In der DDR daran gewöhnt für alles und jedes ein Rezept vorgesetzt zu bekommen begriff ich sehr schnell dass hier eine andere Art herrschte Dinge, zu planen und durchzuführen. Ihc musste mich komplett neu orientieren und umstellen
Da kam keiner und nahm mich ans Händchen, Gert mach mal das oder das. Ich selbst war gefragt, etwas für mich zu tun.
Na ja, die DDR Bürger die in ihrem Plattenbau sitzen blieben und auf den großen Wohlstand warteten, sitzen heute noch da, schlimmstenfalls mit einer Hartz IV Versorgung. Das wird auch so bleiben.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#649

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2014 11:08
von DoreHolm | 7.687 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #639
Zitat von Nostalgiker im Beitrag #636
Schnattchen, wurden denn Deiner Meinung die Menschen in der DDR in ihrer Kindheit und Jugend anders erzogen die später als " Betriebsleiter und Direktoren" in der DDR arbeiteten als der große Rest der Bevölkerung welche Du zu "Warteschlangennörgler und Anweisungsempfänger" abqualifizierst?

Nostalgiker



Ich qualifiziere niemanden ab, aber es dürfte doch aufgefallen sein wie weltfremd und naiv sich viele DDR Bürger nach der Kehre gaben und sich dementsprechen schwer taten als die Euphorie nachließ und der Alltag einzug hielt.
Was die ehemaligen Eliten angeht hatten die selbstverständlich bessere Voraussetzungen als die Masse. Sie durften studieren und hatten dann später durch ihre Tätigkeit Zugang zu Informationen und Kontakte , die der einfache DDRler eben nicht hatte.



Schattchen, da machst Du es Dir etwas zu einfach. Nicht die besseren Konatkte waren es vorrangig, sondern auch das höhere Wissen in Technik, Naturwissenschaften und Ökonomie. Ein Ökonomiestudium (meist Ing.-Ökonom) beinhaltete stehts auch die ökonomie des Kapitalismus und da weiß man eben, wie der Hase in der neuen Zeit läuft. Und sich diese Fähigkeiten und Kennnisse rechtzeitig anzueignen, lag ganz allein bei jedem Einzelnen. Auch die Bereitschaft, mitunter unbequeme Änderungen in seiner Lebensführung und dem Familieleben zu akzeptieren. In unserer Firma gab es einen Lagerarbeiter, der absolut nicht bereit war, innerhalb der Firma eine anderen Arbeitsplatz zu betreuen. Resultat: Kündigung. Seine Frau, die auch in unserer Firma in der Verwaltung arbeitete, traf ich einmal und sie konnte absolut nicht verstehen, daß ich rote Socke noch in Lohn und Brot stehe, einen neutralen Firmenwagen auch für Privatnutzung habe und überall in Deutschland rumkomme, gutes Geld verdiente und mich auf Messen beim Geschäftsessen den Bauch vollschlug. Da war für diese kollegin völlig nebensächlich, daß auch ich mein Leben radikal umstellen mußte. "Wir bauen einen Außendienst auf und Du gehst in den Außendienst" höre ich noch heute meine Chef so um den Wechsel 1989/90 sagen. Da gab es für mich kein Herummaulen, auch wenn es für meine Frau erst mal schwer zu verkraften war, fast die ganze Woche allein zu sein. Gerade Außendienst, eine Tätigkeit, für die Unternehmen nicht so einfach geeignete und engagierte Leute finden.



nach oben springen

#650

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2014 11:49
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #648
Zitat von Rüganer im Beitrag #646
Nehmt doch einfach mal ein praktisches Beispiel für diese These:

War wohl auch ein Mentalitätsproblem.
Der DDR Bürger wurde nicht zum kühnen Chancenergreifer erzogen, sondern eher zum Warteschlangennörgler und Anweisungsempfänger.
Das ist sicher manchem nach der Kehre zum Verhängnis geworden.
Die flexibelsten waren oft die ehemalige Betriebsleiter und Direktoren, die schnell in der neuen Gesellschaftsordnung ankamen.
Zitat: Schnatterinchen
Ich war zur Wendezeit Technischer Leiter in einem größeren Landwirtschaftsbetrieb,
es war doch eindeutig abzusehen, dass diese Strukturen den Bach herunter gehen werden. Also musste man sich doch auf dass besinnen, was man konnte und irgend etwas aus dem, was man hatte, machen. Wir haben dann angefangen, Wasserleitungen in Eigenheimen zu installieren, haben uns dem Wasserversorger angedient und bauten in mehreren Gemeinden Wasseruhren ein und nach und nach nabelten wir uns von der eigentlichen Tätigkeit für den Mutterbetrieb ab und letztendlich entstand dann eine eigene Firma daraus. Mit dem letzten Geld meiner Familie und der Belastung unseres Eigenheimes.
Ich hätte auch meine Füße stillhalten können und darauf warten, dass irgendwann einmal das Arbeitsamt mir eine Maßnahme vermittelt oder einen Job bringt.
Und ich verstand Schnattchen so, dass gerade die Leute, die irgendwie schon immer die sogenannten „Macher“ gewesen sind, dass die heute auch wieder obenauf sind und bestätige diese, seine Meinung.
Der ehemalige Betriebsleiter führte erfolgreich den Kernteil des Betriebes weiter, paar Dörfer weiter wurde ein Direktor Wiedereinrichter und pachtete sich Land hinzu, Brigadiere wurden Betriebsleiter neuer Landwirtschaftsbetriebe, mein Betrieb ist zur Miete in einem Unternehmen, was durch Betriebsleiter, Buchhalterin, Produktionsdirektor und Technischen Leiter in eine GmbH überführt wurde und heute sehr erfolgreich arbeitet.
Ich schrieb es schon an anderer Stelle, wer sich mit seiner Neubauwohnung zufrieden gab und nichts weiter machte, der konnte sich wahrlich in der Wende nur schwer umstellen, wer allerdings schon vorher wühlte und ackerte, der war es zumindest gewohnt, selbst nun etwas auf die Beine zu stellen und loszulegen. So verstand ich auch Schnattchen


@Rüganer das hast du sehr gut verstanden und hier auch dargestellt. Ich erlebte es nach meiner Flucht genauso.In der DDR daran gewöhnt für alles und jedes ein Rezept vorgesetzt zu bekommen begriff ich sehr schnell dass hier eine andere Art herrschte Dinge, zu planen und durchzuführen. Ihc musste mich komplett neu orientieren und umstellen
Da kam keiner und nahm mich ans Händchen, Gert mach mal das oder das. Ich selbst war gefragt, etwas für mich zu tun.
[gruen]Na ja, die DDR Bürger die in ihrem Plattenbau sitzen blieben und auf den großen Wohlstand warteten, sitzen heute noch da, schlimmstenfalls mit einer Hartz IV Versorgung. Das wird auch so bleiben.[/gruen]




Gert --das ist nun absoluter Nonsens

Rot--Also kann man es so verstehen--das die Demokratie nicht in der Lage ist Armut zu bekämpfen--Wie denn auch!


zuletzt bearbeitet 14.10.2014 11:57 | nach oben springen

#651

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2014 12:00
von Rüganer (gelöscht)
avatar

Zitat von DoreHolm im Beitrag #649


Schattchen, da machst Du es Dir etwas zu einfach. Nicht die besseren Konatkte waren es vorrangig, sondern auch das höhere Wissen in Technik, Naturwissenschaften und Ökonomie. Ein Ökonomiestudium (meist Ing.-Ökonom) beinhaltete stehts auch die ökonomie des Kapitalismus und da weiß man eben, wie der Hase in der neuen Zeit läuft. Und sich diese Fähigkeiten und Kennnisse rechtzeitig anzueignen, lag ganz allein bei jedem Einzelnen. Auch die Bereitschaft, mitunter unbequeme Änderungen in seiner Lebensführung und dem Familieleben zu akzeptieren. In unserer Firma gab es einen Lagerarbeiter, der absolut nicht bereit war, innerhalb der Firma eine anderen Arbeitsplatz zu betreuen. Resultat: Kündigung. Seine Frau, die auch in unserer Firma in der Verwaltung arbeitete, traf ich einmal und sie konnte absolut nicht verstehen, daß ich rote Socke noch in Lohn und Brot stehe, einen neutralen Firmenwagen auch für Privatnutzung habe und überall in Deutschland rumkomme, gutes Geld verdiente und mich auf Messen beim Geschäftsessen den Bauch vollschlug. Da war für diese kollegin völlig nebensächlich, daß auch ich mein Leben radikal umstellen mußte. "Wir bauen einen Außendienst auf und Du gehst in den Außendienst" höre ich noch heute meine Chef so um den Wechsel 1989/90 sagen. Da gab es für mich kein Herummaulen, auch wenn es für meine Frau erst mal schwer zu verkraften war, fast die ganze Woche allein zu sein. Gerade Außendienst, eine Tätigkeit, für die Unternehmen nicht so einfach geeignete und engagierte Leute finden.



Sehr gutes Beispiel dafür, dass man sich "bewegen" musste und auch mal etwas Unangenehmes in Kauf zu nehmen hatte. Kein Herummaulen, wie Dore es so treffend beschreibt.
Ich will nicht bestreiten, dass es Tausende gegeben haben kann, die sich zum Arbeitsamt bewegten und dort auf solche Dinge wie ABM und Weiterbildung hofften und letztendlich an der Unfähigkeit dieser Leute verzweifelten, etwas wirklich festes für die Tausende beschaffen zu können. Andererseits, ich suche einen Kraftfahrer, der Ortskenntnisse besitzt, mitunter auch 40 Säcke zu 25kg von Hand abladen muss und der einen Doppelnippel von einer Muffe unterscheiden kann..... werde ich den über das Arbeitsamt finden? Ich bezweifle es, besagt jedenfalls meine nunmehr 24-jährige Erfahrung..


nach oben springen

#652

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2014 12:12
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Das wird wohl zu einem ganz erheblichen Teil davon abhängen was Du diesem Kraftfahrer dann zahlen willst.

P.S. Wir können das ja mal ausprobieren, vielleicht meldet sich sogar jemand bei Dir.

Ich bewerbe mich jetzt mit Anfang 30 bei Dir, habe keine Angst vor körperlicher Arbeit, Führerschein C/CE, früher eine Ausbildung in einem Fachgroßhandel für Sanitär- und Klempnertechnik gemacht und kenne daher den von Dir beschriebenen Unterschied und auch eine IA Muffe würde mich nicht verwirren.

Was wäre meine reguläre Wochenarbeitszeit, welche Zeitvorgaben (Anfang-Ende) habe ich, welchen Urlaubsanspruch, wie hoch wäre mein Bruttolohn und gibt es zusätzlich noch andere Benefits? Macht es dabei irgendwo einen Unterschied ob ich Single bin oder eventuell Frau und 2 Kinder habe?

Falls Du das ehrlich beantworten willst werde ich Dir auch gerne schreiben ob und warum, oder auch nicht, ich mich auf diese Stelle bewerben würde wenn ich auf Arbeitsplatzsuche wäre.


zuletzt bearbeitet 14.10.2014 12:41 | nach oben springen

#653

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2014 12:21
von Elch78 | 501 Beiträge

"... War wohl auch ein Mentalitätsproblem.
Der DDR Bürger wurde nicht zum kühnen Chancenergreifer erzogen, sondern eher zum Warteschlangennörgler und Anweisungsempfänger."
(Zitat Schnatterinchen)

Wenngleich uncharmant ausgedrückt, steckt hier doch ein wahrer Kern drin.
Wir DDR-Bürger wurden von Anfang darauf geprägt, daß soziale Sicherheit herrscht und Vater Staat und seine ausführenden Organe uns an's Händchen nehmen und durch's Leben führen.
Eben das Gegenteil der sogenannten "Ellenbogenmentalität", und viele von uns vermissen doch heute auch jene Form von "Solidarität", die eigentlich eine gewisse Geborgenheit in der Gemeinschaft in Not- oder Mangelzeiten bedeutet.

Diejenigen unter uns, bei denen diese Form der Prägung nicht so optimal wirkte oder die aus anderen Gründen (Anpassungsfähigkeit, Intelligenz, Glück, geeignetes Alter, passende Ausbildung, Wohnort, ...) besser Fuß fassen konnten in der neuen Lebensumwelt "BRD", haben natürlich nach der Wende davon profitiert.
Die Anderen haben die Arschkarte gezogen - das betrifft ganze viel Einzelschicksale, und ich möchte mich hier nicht an die "Schuldfrage" heranwagen. Nicht jeder hat das richtige Alter, das Glück, die passende Ausbildung usw. für einen tollen Neustart. Idioten und Faule gab's und gibt's natürlich auch ...

Elch


"Es gibt immer drei Wahrheiten: eine, die Du siehst, eine, die ich sehe und eine, die wir beide nicht sehen"
zuletzt bearbeitet 14.10.2014 12:40 | nach oben springen

#654

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2014 12:45
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von Mholzmichel im Beitrag #642
"Elite" ist wohl der falsche Ausdruck, eher Auskenner.
Was waren denn das für Leute die gleich nach der Wende die Bürostühle der öffentl,. Einrichtungen und Führungspositionen übernommen hatten und noch haben ? Von einem auf den anderen Stuhl gerutscht.


Hab so eine "Auskennerin" bei mir daheim sitzen, 1985 ein finanzökonomisches Studium abgeschlossen dann beim Rat des Kreises Abteilung Finanzen, 1988 aus eigenem Entschluss aus dem Staatsdienst ausgeschieden um als Hauptbuchhalterin in einem VEB zu arbeiten, 1992 als nicht genügend West-Beamte trotz "Buschzulage" in den Osten zu locken waren wieder in den Staatsdienst eingestiegen mit einem Nachstudium des Gesamtdeutschen Steuerrechts.
Die folgenden Jahre auch nicht nach landläufiger Meinung am Schreibtisch geschlafen sondern richtig gearbeitet, der Staats-Laden muss schließlich finanziell laufen, Rente und H4-Gelder fallen ja nicht vom Himmel.
Zwar vom Dienstherren gut versorgt, aber in der Privatwirtschaft z.B.als Steuerberaterin hätte sie sich auch die sprichwörtliche goldene Nase verdienen können.
Es gibt natürlich auch genug Beispiele von Arbeits-Biographien die nicht so vom "Auskenner-Gen" generierten, ein jeder ist ja nicht befähigt zu studieren.
Eine enge Bekannte von uns kann nur nähen und die macht das mit 55 Jahren für 850 netto im Akkord was eigentlich eine unerträgliche Sauerrei ist, weil mit nichts machen hätte sie nur ca.100 Euro weniger.
Sie hat nun auch noch Angst diesen "tollen" Job zu verlieren weil der Chef schon verlauten lassen hat bei Einführung des Mindestlohnes die Produktion ins Ausland zu verlegen.


zuletzt bearbeitet 14.10.2014 12:57 | nach oben springen

#655

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2014 12:54
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von Sicherheitsrisiko im Beitrag #632
Ich würde denken ja @seaman denn jeder hatte doch die Chance sich neu zu orientieren, sich weiterzubilden, sich einen neuen Job zu suchen und und und. Sicher hatten es nicht alle gleich leicht, aber die grundsätzliche Möglichkeit hatte wohl jeder.

Der Vater von einem Kumpel war bis zur Wende beim MfS, und selbst der hat wieder einen Job bekommen und hatte sich nicht aufgegeben. Leider auch nur für einen schmalen Lohn in einer Stasi Firma (Wachdienst) aber immerhin. Ich kenne zwar auch andere Fälle, aber dann lag es meist daran dass man nichts neues anfangen wollte und umziehen dorthin wo es Arbeit gab schon gleich gar nicht.


Was soll den das nun wieder???

Der ewige Prügelknabe wird einmal wieder aus der Tasche geholt. Es ist einfach köstlich, wie wir mit unserer Vergangenheit umgehen.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


nach oben springen

#656

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2014 12:58
von Rüganer (gelöscht)
avatar

Zitat von Sicherheitsrisiko im Beitrag #652
Das wird wohl zu einem ganz erheblichen Teil davon abhängen was Du diesem Kraftfahrer dann zahlen willst.

P.S. Wir können das ja mal ausprobieren, vielleicht meldet sich sogar jemand bei Dir.

Ich bewerbe mich jetzt mit Anfang 30 bei Dir, habe keine Angst vor körperlicher Arbeit, Führerschein C/CE, früher eine Ausbildung in einem Fachgroßhandel für Sanitär- und Klempnertechnik gemacht und kenne daher den von Dir beschriebenen Unterschied und auch eine IA Muffe würde mich nicht verwirren.

Was wäre meine reguläre Wochenarbeitszeit, welche Zeitvorgaben (Anfang-Ende) habe ich, welchen Urlaubsanspruch, wie hoch wäre mein Bruttolohn und gibt es zusätzlich noch andere Benefits? Macht es dabei irgendwo einen Unterschied ob ich Single bin oder eventuell Frau und 2 Kinder habe?

Falls Du das ehrlich beantworten willst werde ich Dir auch gerne schreiben ob und warum, oder auch nicht, ich mich auf diese Stelle bewerben würde wenn ich auf Arbeitsplatzsuche wäre.



Das will ich Dir genau schreiben, mein Kraftfahrer hatte im Juni 1.491,25 Brutto. 26 Tage Urlaub, Überstunden werden bezahlt, wir fangen morgens um 6.45 Uhr an und für ihn endete es um 15.45. Wir leben und arbeiten hier auf der Insel Rügen, bei uns kostet der Diesel zwar 1.45 dafür verdienen wir hier allgemein aber weniger als auf dem Festland. Deswegen - Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld - Fehlanzeige, es sei denn, das Jahr lief verdammt gut, dann gibt es was, ohne dass daraus aber in den Folgejahren Ansprüche abgeleitet werden können. Es gibt keine Unterschiede, ob Single oder Verheiratet, außer in deiner Steuerklasse, aber die ist nicht mein Problem. Ich kann Dir auch nicht bei der Arbeitssuche Deiner Frau behilflich sein, es sei denn, meine Kontakte würden da etwas hergeben, aber meist ist es dann so, dass wenn es dann da nicht so klappt, der Vermittler die Prügel bezieht.
Wie geschrieben, es ist hypothetisch, da du ja nicht auf Arbeitssuche bist und ich schon den Kumpel meines Sohnes genommen habe.... nicht über das Arbeitsamt...


nach oben springen

#657

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2014 13:00
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #648
Zitat von Rüganer im Beitrag #646
Nehmt doch einfach mal ein praktisches Beispiel für diese These:

War wohl auch ein Mentalitätsproblem.
Der DDR Bürger wurde nicht zum kühnen Chancenergreifer erzogen, sondern eher zum Warteschlangennörgler und Anweisungsempfänger.
Das ist sicher manchem nach der Kehre zum Verhängnis geworden.
Die flexibelsten waren oft die ehemalige Betriebsleiter und Direktoren, die schnell in der neuen Gesellschaftsordnung ankamen.
Zitat: Schnatterinchen
Ich war zur Wendezeit Technischer Leiter in einem größeren Landwirtschaftsbetrieb,
es war doch eindeutig abzusehen, dass diese Strukturen den Bach herunter gehen werden. Also musste man sich doch auf dass besinnen, was man konnte und irgend etwas aus dem, was man hatte, machen. Wir haben dann angefangen, Wasserleitungen in Eigenheimen zu installieren, haben uns dem Wasserversorger angedient und bauten in mehreren Gemeinden Wasseruhren ein und nach und nach nabelten wir uns von der eigentlichen Tätigkeit für den Mutterbetrieb ab und letztendlich entstand dann eine eigene Firma daraus. Mit dem letzten Geld meiner Familie und der Belastung unseres Eigenheimes.
Ich hätte auch meine Füße stillhalten können und darauf warten, dass irgendwann einmal das Arbeitsamt mir eine Maßnahme vermittelt oder einen Job bringt.
Und ich verstand Schnattchen so, dass gerade die Leute, die irgendwie schon immer die sogenannten „Macher“ gewesen sind, dass die heute auch wieder obenauf sind und bestätige diese, seine Meinung.
Der ehemalige Betriebsleiter führte erfolgreich den Kernteil des Betriebes weiter, paar Dörfer weiter wurde ein Direktor Wiedereinrichter und pachtete sich Land hinzu, Brigadiere wurden Betriebsleiter neuer Landwirtschaftsbetriebe, mein Betrieb ist zur Miete in einem Unternehmen, was durch Betriebsleiter, Buchhalterin, Produktionsdirektor und Technischen Leiter in eine GmbH überführt wurde und heute sehr erfolgreich arbeitet.
Ich schrieb es schon an anderer Stelle, wer sich mit seiner Neubauwohnung zufrieden gab und nichts weiter machte, der konnte sich wahrlich in der Wende nur schwer umstellen, wer allerdings schon vorher wühlte und ackerte, der war es zumindest gewohnt, selbst nun etwas auf die Beine zu stellen und loszulegen. So verstand ich auch Schnattchen


@Rüganer das hast du sehr gut verstanden und hier auch dargestellt. Ich erlebte es nach meiner Flucht genauso.In der DDR daran gewöhnt für alles und jedes ein Rezept vorgesetzt zu bekommen begriff ich sehr schnell dass hier eine andere Art herrschte Dinge, zu planen und durchzuführen. Ihc musste mich komplett neu orientieren und umstellen
Da kam keiner und nahm mich ans Händchen, Gert mach mal das oder das. Ich selbst war gefragt, etwas für mich zu tun.
Na ja, die DDR Bürger die in ihrem Plattenbau sitzen blieben und auf den großen Wohlstand warteten, sitzen heute noch da, schlimmstenfalls mit einer Hartz IV Versorgung. Das wird auch so bleiben.





Brav, wer so schreibt, hat immer seine B...-Zeitung gelesen und den damit erworbenen Horizont über 25 Jahre bewahren können. Respekt!

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


nach oben springen

#658

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2014 13:03
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von der glatte im Beitrag #655
Zitat von Sicherheitsrisiko im Beitrag #632
Ich würde denken ja @seaman denn jeder hatte doch die Chance sich neu zu orientieren, sich weiterzubilden, sich einen neuen Job zu suchen und und und. Sicher hatten es nicht alle gleich leicht, aber die grundsätzliche Möglichkeit hatte wohl jeder.

Der Vater von einem Kumpel war bis zur Wende beim MfS, und selbst der hat wieder einen Job bekommen und hatte sich nicht aufgegeben. Leider auch nur für einen schmalen Lohn in einer Stasi Firma (Wachdienst) aber immerhin. Ich kenne zwar auch andere Fälle, aber dann lag es meist daran dass man nichts neues anfangen wollte und umziehen dorthin wo es Arbeit gab schon gleich gar nicht.


Was soll den das nun wieder???

Der ewige Prügelknabe wird einmal wieder aus der Tasche geholt. Es ist einfach köstlich, wie wir mit unserer Vergangenheit umgehen.

Gruß Reiner


Was für ein Prügelknabe? Das ist eine Firma die von der Stasi vor ihrer Auflösung gegründet wurde um dort ihre Mitarbeiter unterbringen zu können, so hat er es erzählt und wenn ich den Firmennamen google dann kommen auch Unterlagen von der Gauck-Behörde die das bestätigen.


nach oben springen

#659

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2014 13:04
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #654
Zitat von Mholzmichel im Beitrag #642
"Elite" ist wohl der falsche Ausdruck, eher Auskenner.
Was waren denn das für Leute die gleich nach der Wende die Bürostühle der öffentl,. Einrichtungen und Führungspositionen übernommen hatten und noch haben ? Von einem auf den anderen Stuhl gerutscht.


Hab so eine "Auskennerin" bei mir daheim sitzen, 1985 ein finanzökonomisches Studium abgeschlossen dann beim Rat des Kreises Abteilung Finanzen, 1988 aus eigenem Entschluss aus dem Staatsdienst ausgeschieden um als Hauptbuchhalterin in einem VEB zu arbeiten, 1992 als nicht genügend West-Beamte trotz "Buschzulage" in den Osten zu locken waren wieder in den Staatsdienst eingestiegen mit einem Nachstudium des Gesamtdeutschen Steuerrechts.
Die folgenden Jahre auch nicht nach landläufiger Meinung am Schreibtisch geschlafen sondern richtig gearbeitet, der Staats-Laden muss schließlich finanziell laufen, Rente und H4-Gelder fallen ja nicht vom Himmel.
Es gibt natürlich auch genug Beispiele von Arbeits-Biographien die nicht so vom "Auskenner-Gen" generierten, ein jeder ist ja nicht befähigt zu studieren.
Eine enge Bekannte von uns kann nur nähen und die macht das mit 55 Jahren für 850 netto im Akkord was eigentlich eine unerträgliche Sauerrei ist, weil mit nichts machen hätte sie nur ca.100 Euro weniger.
Sie hat nun auch noch Angst diesen "tollen" Job zu verlieren weil der Chef schon verlauten lassen hat bei Einführung des Mindestlohnes die Produktion ins Ausland zu verlegen.


Ach Grenzwolf--Da gibt es heute noch ganz andere Sachen. War mal zu einen Lehrgang, lernte dort einen kennen--der war Beamter. Der war schon 4 Jahre zu Hause,bei vollen Gehalt,weil man keine Stelle für ihn hatte. Er sagte zu mir, mich interessiert der Lehrgang überhaupt nicht aber hin und wieder muss ich mal dran teil nehmen und einen anderen Job kann ich nicht annehmen auch wenn einer da wäre.Denn dann würde ich meinen Beamtenstatus verlieren, also mach ich mir weiterhin schöne Tage. Auch so was gibt es heute.


nach oben springen

#660

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 14.10.2014 13:14
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo,

imho gehört und gehörte zu allen Zeiten zu einer Karriere die gleiche persönliche Grundausstattung:

Fachkenntnisse und -fertigkeiten, Sozialkompetenz, Schneid, Rücksichts- und Skrupellosigkeit, Protektion bzw. Vitamin B und ein sicheres Gefühl für Gelegenheiten.

In unterschiedlicher Wichtung, nicht alles davon ist notwendig, aber die letzten drei sind immer hinreichend. Eine gleichmäßige Mischung von allem funktioniert immer und überall.

Die Propaganda West hat allerdings erfolgreich in die Gehirne gehämmert, daß DDR-Karrieren ausschließlich politisch bedingt waren und West-Karrieren lediglich durch Bildung und Fleiß zustandekommen.
Im Umkehrschluß ist, wer in der DDR keine Karriere gemacht hat, ein Opfer des Stalinismus und, wer im Westen keine Karriere gemacht hat, ein Dummkopf und Faulenzer.
Die überwältigende Mehrheit glaubt das auch.
Wie schön, daß alles so einfach ist!

Grüße aus Hessen


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


der glatte und Rostocker haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen



Besucher
24 Mitglieder und 56 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: loryglory
Besucherzähler
Heute waren 841 Gäste und 88 Mitglieder, gestern 3810 Gäste und 192 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14364 Themen und 557468 Beiträge.

Heute waren 88 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen