#581

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 10.10.2014 20:28
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #575
Irgendwie kann ich jetzt auch nicht folgen, auch wenn ich mich bemühe.
Die SED wurde 1946 gegründet, was war nun 12 Jahre vorher, 1934, was diejenigen, die - ich sage mal - Gründungsmitglieder der SED waren, als Warnung sehen sollten (wenn ich das jetzt richtig interpretiere).

Ganz ernsthaft, dieser Satz ist mir nicht so recht verständlich.

Gruss

icke



Ich versuche es mal zu deuten. @Gert meinte damit wohl, damit die SED-Mitglieder am Beispiel der NSDAP hätten sehen können, wohin eine "omnipotente" Ein-Parteienherrschaft führt: nämlich in Chaos und Verderben.
So gesehen, wenn es denn so gemeint war, gebe ich Gert völlig recht! Es darf niemals mehr passieren, dass eine einzige Partei von sich behauptet, die Wahrheit gepachtet zu haben, sich für alle Zeiten an die Spitze stellt und diese "Führungsrolle" auch noch in der Verfassung verankert. So etwas muss ja schiefgehen!
Nicht mit gehen tue ich mit der pauschalen Be oder besser gesagt Verurteilung sämtlicher SED-Mitglieder und der "Schergen des ehemaligen DDR-Systems". Das hat für mich den selben, ungerechten Stellenwert, wie die anderer Stellung erfolgte Gleichsetzung von DDR-Flüchtlingen mit Kriminellen. Ein paar Millionen Menschen, die man nicht mal persönlich kennt, überhaupt nicht persönlich kennen kann, in Bausch und Bogen abzukanzeln, ist mehr als nur schlechter Stil. Damit werden nur neue Gräben aufgerissen. Schon allein deshalb weil die Aussage " einmal Scherge immer Scherge" unausgesprochen aber deutlich im Raum steht. Muss das wirklich sein?

Gruß an alle
Uwe


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zuletzt bearbeitet 10.10.2014 20:28 | nach oben springen

#582

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 10.10.2014 20:31
von Uffz.JoMu (gelöscht)
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Zitat von Gert im Beitrag #572
Zitat von Uffz.JoMu im Beitrag #568
Zitat von Gert im Beitrag #561
Zitat von Gert im Beitrag #560
Zitat von Uffz.JoMu im Beitrag #558
Zitat von Gert im Beitrag #555
Zitat von Moskwitschka im Beitrag #550
Zitat von Gert im Beitrag #545
Zitat von Moskwitschka im Beitrag #536
[quote=Gert|p394106] In der DDR war diese Diskriminierung bei der Ausbildung schulischer und beruflicher Art politisch motiviert. Die Qualität des Zeugnisses spielte eine untergeordnete Rolle.


Amen im Namen der Raute

LG von der Moskwitschka



das soll wohl so 'ne Art Zynismus darstellen was du hier postulierst. Daher meine Frage :
weisst du was in den 50er und 60er Jahren in der Zone abging ? Da warst du doch noch gar nicht dort, wenn ich mich recht erinnere an deine Biografie, oder ?


Lieber @Gert ,

ja ich bin ein Zonenkind. Nein, ich habe durch die Gnade meiner späten Geburt die 50-er Jahre nicht persönlich erlebt. Was ich aber erlebt habe ist, dass, wenn Leistung nachgewiesen wurde, man auch als nichtpolitischer Mensch, oder konfessionel gebunder Mensch an der Bildung in der DDR teilhaben konnte. Das beste Beispiel ist unsere Kanzlerin - daher die Raute.

Es werden immer die negativen Beispiele in den Vordergrund gerückt. Die, die Bildung trotz oppositioneller Einstellung zur DDR genossen haben, melden sich nicht zu Wort. Nicht zuletzt, weil sie dann wahrscheinlich sofort in die Ecke der Mitläufer oder Angepassten gerückt werden und in Erklärungsnot geraten. Die, die 1988/89 die Entwicklung in der DDR maßgeblich angestoßen haben, waren sehr gebildete Menschen. Und das waren nicht wenige.

LG von der Moskwitschka




ich habe nicht irgendwelche Beispiele zitiert, es war ein "Schwank" aus meinem Leben.Was andere erlebt haben, weiss ich nicht und warum du die Kanzlerin bei jeder Gelegenheit im Negativen zitierst, wird wohl dein Geheimnis bleiben. Aber ist egal, denke was du willst, für mich waren und sind SED Leute Drecksäcke und das werden sie bei mir auch immer bleiben


Gilt das für Alle und Jeden? Kennst Du alle?




Als ich dort lebte habe ich sie kennengelernt. Ich weiß wovon ich rede. Es war einer wie der andere darum kenne ich sie alle



man Gert, wirst ja immer verbitterter, woran liegt das, an alle ehemaligen SED Mitglieder oder auch an andere?



Wenn man über die Wahrheit spricht ist man verbittert ? Nach diesem Massstab hätte die ganze Nazischeisse auch unter den Teppich gekehrt werden müssen?[/ quote]

ist sie ja auch. ansonsten deine Meinung


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#583

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 10.10.2014 20:32
von icke46 | 2.593 Beiträge

Mir geht es in dem Zusammenhang eher um den Zeitpunkt - ich persönlich glaube schon, dass die Denkungsart zum Zeitpunkt der SED-Gründung etwas anders war. Und nur darum ging es mir eigentlich. Immerhin sprechen wir wenn es um das Jahr 1946 geht, alle nur noch von Hörensagen - zumindest glaube ich nicht, dass es im Forum viele Mitglieder gibt, die diese Zeit bewusst miterlebt haben.

Gruss

icke



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#584

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 10.10.2014 20:37
von Kalubke | 2.299 Beiträge

Man muss auch den Prozess der Stalinisierung berücksichtigen, denn in der Anfangszeit befanden sich durchaus auch kritische und streitbare Geister in der Führungsspitze der Partei (Schirdewan, Herrnstadt, Lamberz etc). Die wurden aber der Reihe nach vom Zirkel um Ulbricht kalt gemacht, der ja Rückendeckung in Moskau hatte. Übrig blieb in der ersten Reihe nur 2. und 3. Granitur und die, die zur ersten Garnitur hätten taugen können, durften sich in der Provinz bewähren. Aber mal Hand aufs Herz, ist das heute wesentlich anders? Bestes Beispiel ist der kluge Kopf Geissler, der in der CDU nie hochkam.

Gruß Kalubke



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zuletzt bearbeitet 10.10.2014 20:47 | nach oben springen

#585

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 10.10.2014 20:46
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #581
Zitat von icke46 im Beitrag #575
Irgendwie kann ich jetzt auch nicht folgen, auch wenn ich mich bemühe.
Die SED wurde 1946 gegründet, was war nun 12 Jahre vorher, 1934, was diejenigen, die - ich sage mal - Gründungsmitglieder der SED waren, als Warnung sehen sollten (wenn ich das jetzt richtig interpretiere).

Ganz ernsthaft, dieser Satz ist mir nicht so recht verständlich.

Gruss

icke



Ich versuche es mal zu deuten. @Gert meinte damit wohl, damit die SED-Mitglieder am Beispiel der NSDAP hätten sehen können, wohin eine "omnipotente" Ein-Parteienherrschaft führt: nämlich in Chaos und Verderben.
So gesehen, wenn es denn so gemeint war, gebe ich Gert völlig recht! Es darf niemals mehr passieren, dass eine einzige Partei von sich behauptet, die Wahrheit gepachtet zu haben, sich für alle Zeiten an die Spitze stellt und diese "Führungsrolle" auch noch in der Verfassung verankert. So etwas muss ja schiefgehen!
Nicht mit gehen tue ich mit der pauschalen Be oder besser gesagt Verurteilung sämtlicher SED-Mitglieder und der "Schergen des ehemaligen DDR-Systems". Das hat für mich den selben, ungerechten Stellenwert, wie die anderer Stellung erfolgte Gleichsetzung von DDR-Flüchtlingen mit Kriminellen. Ein paar Millionen Menschen, die man nicht mal persönlich kennt, überhaupt nicht persönlich kennen kann, in Bausch und Bogen abzukanzeln, ist mehr als nur schlechter Stil. Damit werden nur neue Gräben aufgerissen. Schon allein deshalb weil die Aussage " einmal Scherge immer Scherge" unausgesprochen aber deutlich im Raum steht. Muss das wirklich sein?

Gruß an alle
Uwe



Uwe deine Deutung im ersten Absatz ist richtig. Was die Mitgliedschaft in der SED anbelangt bin ich schon der Meinung dass jedes zahlende Mitglied mitverantwortlich ist. Ohne die Millionen PG's im Rücken hätte das Politbüro unter Ulbricht und Honecker nicht so agieren können, wie sie es taten.Natürlich halte ich nicht jeden PG verantwortlich für einzelne bestimmte Untaten, aber ich glaube du verstehst wie ich das meine.
Ich erinnere als der Bundeskanzler Kiesinger sein Amt antrat. Er war Mitglied der Nazipartei, aber eben so ein zahlender Opportunist, die sich nach dem Kriege "Mitläufer" nannten. Was für ein Geschrei setzte ein über den Nazikanzler Kiesinger, als er amtierte. Daher stelle ich mal die ketzerische Frage : sind Mitläufer danach völlig unschuldig an dem Disaster, dann gilt das für alle oder haben sie durch millionenhafte Mitgliedschaft erst die Parteien so stark gemacht, dass sie danach machen konnten was sie wollten so wie in der deutschen Geschichte geschehen?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#586

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 10.10.2014 20:50
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Uffz.JoMu im Beitrag #582
Zitat von Gert im Beitrag #572
Zitat von Uffz.JoMu im Beitrag #568
Zitat von Gert im Beitrag #561
Zitat von Gert im Beitrag #560
Zitat von Uffz.JoMu im Beitrag #558
Zitat von Gert im Beitrag #555
Zitat von Moskwitschka im Beitrag #550
Zitat von Gert im Beitrag #545
Zitat von Moskwitschka im Beitrag #536
[quote=Gert|p394106] In der DDR war diese Diskriminierung bei der Ausbildung schulischer und beruflicher Art politisch motiviert. Die Qualität des Zeugnisses spielte eine untergeordnete Rolle.


Amen im Namen der Raute

LG von der Moskwitschka



das soll wohl so 'ne Art Zynismus darstellen was du hier postulierst. Daher meine Frage :
weisst du was in den 50er und 60er Jahren in der Zone abging ? Da warst du doch noch gar nicht dort, wenn ich mich recht erinnere an deine Biografie, oder ?


Lieber @Gert ,

ja ich bin ein Zonenkind. Nein, ich habe durch die Gnade meiner späten Geburt die 50-er Jahre nicht persönlich erlebt. Was ich aber erlebt habe ist, dass, wenn Leistung nachgewiesen wurde, man auch als nichtpolitischer Mensch, oder konfessionel gebunder Mensch an der Bildung in der DDR teilhaben konnte. Das beste Beispiel ist unsere Kanzlerin - daher die Raute.

Es werden immer die negativen Beispiele in den Vordergrund gerückt. Die, die Bildung trotz oppositioneller Einstellung zur DDR genossen haben, melden sich nicht zu Wort. Nicht zuletzt, weil sie dann wahrscheinlich sofort in die Ecke der Mitläufer oder Angepassten gerückt werden und in Erklärungsnot geraten. Die, die 1988/89 die Entwicklung in der DDR maßgeblich angestoßen haben, waren sehr gebildete Menschen. Und das waren nicht wenige.

LG von der Moskwitschka




ich habe nicht irgendwelche Beispiele zitiert, es war ein "Schwank" aus meinem Leben.Was andere erlebt haben, weiss ich nicht und warum du die Kanzlerin bei jeder Gelegenheit im Negativen zitierst, wird wohl dein Geheimnis bleiben. Aber ist egal, denke was du willst, für mich waren und sind SED Leute Drecksäcke und das werden sie bei mir auch immer bleiben


Gilt das für Alle und Jeden? Kennst Du alle?




Als ich dort lebte habe ich sie kennengelernt. Ich weiß wovon ich rede. Es war einer wie der andere darum kenne ich sie alle



man Gert, wirst ja immer verbitterter, woran liegt das, an alle ehemaligen SED Mitglieder oder auch an andere?



Wenn man über die Wahrheit spricht ist man verbittert ? Nach diesem Massstab hätte die ganze Nazischeisse auch unter den Teppich gekehrt werden müssen?[/ quote]

ist sie ja auch. ansonsten deine Meinung



nun du kannst es nicht besser wissen, weil du zu der Zeit nicht hier lebtest. Es ist nicht alles aufgearbeitet worden, da bin ich auch unzufrieden, aber einiges schon.


.
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#587

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 10.10.2014 20:52
von Kalubke | 2.299 Beiträge

Ja, die Masse der Opportunisten ist damals wie heute ein gewichtiger Machtfaktor, um dessen Kontrolle sich die Mächtigen bzw. die, die gern mächtig werden wollen, ganz "besonders" bemühen. Denn wie sagte schon Stalin: "Einer, der mir aus Angst dient, ist mir lieber, als Einer, der es aus Übrzeugung tut, denn die Überzeugung kann sich ändern!"

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 10.10.2014 20:56 | nach oben springen

#588

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 10.10.2014 21:01
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Nach meinem Meisterlehrgang meinte mein Produktionsdirektor "Peter jetzt musste aber auch in unsere SED und Genosse werden" Ich sagte einen Scheissdreck muss ich,Ihr wolltet mich als Meister haben,ich habe auch noch einen gelernten Beruf und kann auch da weiter Arbeiten.
Mein Vater war sehr Stolz auf mich.


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#589

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 10.10.2014 21:07
von Hapedi | 1.884 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #588
Nach meinem Meisterlehrgang meinte mein Produktionsdirektor "Peter jetzt musste aber auch in unsere SED und Genosse werden" Ich sagte einen Scheissdreck muss ich,Ihr wolltet mich als Meister haben,ich habe auch noch einen gelernten Beruf und kann auch da weiter Arbeiten.
Mein Vater war sehr Stolz auf mich.




und dein SV

gruß Peter



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#590

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 10.10.2014 21:12
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Peter, da wäre ich vieleicht sein Freund gewesen Ich hatte übrigens von Anfang an klare Verhältnisse mit Ihm,Er lebt sein Leben für Volk ,Partei und Vaterland,und ich Lebe meines. Ich habe nicht Ihn geheiratet sondern seine Tochter

Ist aber Heute alles OK,wir Leben in Friedlicher Koexistenz


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#591

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 10.10.2014 21:16
von ABV | 4.202 Beiträge

Wer bei der VP studieren wollte, musste in die SED eintreten. Sonst wäre er ewig " Bordsteinkantenlatscher" geblieben. Ich bin aber schon während meiner Zeit in Berlin, als ein Studium noch gar nicht zur Debatte stand, Kandidat und später auch Mitglied geworden. Für mich gehörte die Mitgliedschaft in der SED für einen Volkspolizisten einfach dazu. Heute kann ich über diese " Partei" nur noch den Kopf schütteln. Leere, hohle Rituale, kollektives Abnicken und Nachplappern vorgegebener Redewendungen. Parteiversammlungen fanden immer nach dem selben Schema statt: erst hielt der Parteisekretär eine Rede, die sich auf ein aktuell politisches Thema bezog, dann forderte er eine Diskussion. Die jedoch keine war. Und auch als solche nicht erwartet wurde. Auf gesellschaftliche Mißstände hinzuweisen, galt als Sakrileg.
Und so weiter und so weiter. Ein gutes hatte meine zweijährige Mitgliedschaft am Ende doch: ich kann der Nachwelt aus eigenem Erleben von dem schizophrenen Wahnsinn berichten. Das glaubt doch in ein paar Jahren kein Mensch mehr!

Gruß an alle
Uwe


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Hapedi, RudiEK89, Gert, matloh und Svenni1980 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#592

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 10.10.2014 21:17
von Hapedi | 1.884 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #590
Peter, da wäre ich vieleicht sein Freund gewesen Ich hatte übrigens von Anfang an klare Verhältnisse mit Ihm,Er lebt sein Leben für Volk ,Partei und Vaterland,und ich Lebe meines. Ich habe nicht Ihn geheiratet sondern seine Tochter

Ist aber Heute alles OK,wir Leben in Friedlicher Koexistenz




weis ich doch , wollte dich nur Provozieren

schönen Abend Peter



Pit 59 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#593

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 10.10.2014 21:24
von Hapedi | 1.884 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #591
Wer bei der VP studieren wollte, musste in die SED eintreten. Sonst wäre er ewig " Bordsteinkantenlatscher" geblieben. Ich bin aber schon während meiner Zeit in Berlin, als ein Studium noch gar nicht zur Debatte stand, Kandidat und später auch Mitglied geworden. Für mich gehörte die Mitgliedschaft in der SED für einen Volkspolizisten einfach dazu. Heute kann ich über diese " Partei" nur noch den Kopf schütteln. Leere, hohle Rituale, kollektives Abnicken und Nachplappern vorgegebener Redewendungen. Parteiversammlungen fanden immer nach dem selben Schema statt: erst hielt der Parteisekretär eine Rede, die sich auf ein aktuell politisches Thema bezog, dann forderte er eine Diskussion. Die jedoch keine war. Und auch als solche nicht erwartet wurde. Auf gesellschaftliche Mißstände hinzuweisen, galt als Sakrileg.
Und so weiter und so weiter. Ein gutes hatte meine zweijährige Mitgliedschaft am Ende doch: ich kann der Nachwelt aus eigenem Erleben von dem schizophrenen Wahnsinn berichten. Das glaubt doch in ein paar Jahren kein Mensch mehr!

Gruß an alle
Uwe



ABV hast du dich vertippt mit den 2 Jahren Mitgliedschaft . Vielleicht habe ich auch irgendwo überlesen wie lange du VP Angehöriger warst

gruß Hapedi



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#594

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 10.10.2014 21:28
von ABV | 4.202 Beiträge

Hallo Hapedi!
Ich wurde 1987 Kandidat der SED und 1988 "Vollmitglied". Wenn man die Kandidatenzeit mitzählt, kommen gute zwei Jahre Mitgliedschaft zusammen. Oder sogar zwei Jahre und fünf Monate. Um genau zu sein. Bei der VP war ich seit Juni 1985.

Viele Grüße aus dem Oderland
Uwe


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zuletzt bearbeitet 10.10.2014 21:30 | nach oben springen

#595

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 10.10.2014 21:32
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Pit 59 im Beitrag #590
Peter, da wäre ich vieleicht sein Freund gewesen Ich hatte übrigens von Anfang an klare Verhältnisse mit Ihm,Er lebt sein Leben für Volk ,Partei und Vaterland,und ich Lebe meines. Ich habe nicht Ihn geheiratet sondern seine Tochter

Ist aber Heute alles OK,wir Leben in Friedlicher Koexistenz

Sage mal Pit, der Spruch mit Volk und so, den gab es schon mal, da ist nur ein Wort aus getauscht wurden!
Grüsse steffen52


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#596

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 10.10.2014 21:38
von Hapedi | 1.884 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #594
Hallo Hapedi!
Ich wurde 1987 Kandidat der SED und 1988 "Vollmitglied". Wenn man die Kandidatenzeit mitzählt, kommen gute zwei Jahre Mitgliedschaft zusammen. Oder sogar zwei Jahre und fünf Monate. Um genau zu sein. Bei der VP war ich seit Juni 1985.

Viele Grüße aus dem Oderland
Uwe



Entschuldigung , habe noch mal bei dir nachgesehen . Da war mir klar was ich mir hätte ersparen können . Aber ich dachte echt es war ein Schreibfehler von dir , sollte auch keine Anmache sein

gruß Hapedi



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#597

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 10.10.2014 21:42
von Hapedi | 1.884 Beiträge

Zitat von steffen52 im Beitrag #595
Zitat von Pit 59 im Beitrag #590
Peter, da wäre ich vieleicht sein Freund gewesen Ich hatte übrigens von Anfang an klare Verhältnisse mit Ihm,Er lebt sein Leben für Volk ,Partei und Vaterland,und ich Lebe meines. Ich habe nicht Ihn geheiratet sondern seine Tochter

Ist aber Heute alles OK,wir Leben in Friedlicher Koexistenz

Sage mal Pit, der Spruch mit Volk und so, den gab es schon mal, da ist nur ein Wort aus getauscht wurden!
Grüsse steffen52





Steffen , wie meinst das jetzt

gruß Hapedi



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#598

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 10.10.2014 21:50
von ABV | 4.202 Beiträge

Mir fällt da noch eine Story ein: Nicht jeder, der nach der Wende von sich behaupten konnte, " niemals Mitglied der SED gewesen zu sein", ist deswegen automatisch ein positiver Mitmensch.
Im VPKA Seelow gab es einen Polizisten, der unter den Kollegen (Genossen), als lebendes Vorkommnis galt. Faul, übergewichtig, ungepflegt und gegenüber den Bürgern ruppig. Mit anderen Worten : ein richtiger Volkspolizist.
Dieser Genosse war tatsächlich niemals auf die Idee gekommen, in die Reihen der SED einzutreten. Im Gegenzug wäre auch keiner auf die Idee gekommen, den Kollegen als Kandidaten zu werben!
Bis eines Tages der Parteisekretär des VPKA die Weisung erteilte, dass der noch immer parteilose Genosse L. unbedingt auch Mitglied der SED werden sollte. Den Grund blieb er uns schuldig. Vielleicht hatte er ja von höherer Stelle eine Auflage bekommen?
Jedenfalls bestimmte er sofort einen altgedienten ABV zum Bürgen für den zukünftigen SED-Genossen L. Der von seinem Glück noch nicht einmal etwas ahnte.
Jetzt geschah etwas ungeheuerliches. Der Abschnittsbevollmächigte zeigte dem Parteisekretär entrüstet einen Vogel. " Such dir gefälligst einen anderen Blöden", entrüstete sich der ABV. " Der Idiot baut eine Scheiße nach der anderen und ich bekomme als Bürge anschließend von Dir Prügel. Nee, nee mein Lieber!"
Entgeistert sprach der Parteisekretär noch drei weitere Genossen an. Jedes Mal erwartete ihm die gleiche Reaktion. Niemand zeigte sich bereit, für den unbeliebten Polizisten die Bürgschaft zu übernehmen. Er blieb, bis zur Wende, parteilos.
Nach der Wiedervereinigung konnte dieser Polizist genüssloch über die " Roten Socken" herziehen und auf seine, vermeintlich, " Weiße Weste" verweisen. Dabei wollte bloß keiner die Bürgschaft für den Dussel übernehmen..

Gruß an alle
Uwe


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#599

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 10.10.2014 21:51
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Hapedi im Beitrag #596
Zitat von ABV im Beitrag #594
Hallo Hapedi!
Ich wurde 1987 Kandidat der SED und 1988 "Vollmitglied". Wenn man die Kandidatenzeit mitzählt, kommen gute zwei Jahre Mitgliedschaft zusammen. Oder sogar zwei Jahre und fünf Monate. Um genau zu sein. Bei der VP war ich seit Juni 1985.

Viele Grüße aus dem Oderland
Uwe



Entschuldigung , habe noch mal bei dir nachgesehen . Da war mir klar was ich mir hätte ersparen können . Aber ich dachte echt es war ein Schreibfehler von dir , sollte auch keine Anmache sein

gruß Hapedi


Ist doch kein Problem. Ich habe es auch nicht als Anmache verstanden.

Viele Grüße aus dem Oderland
Uwe


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#600

RE: Fragen über Fragen zum Leben in der DDR

in Leben in der DDR 10.10.2014 22:03
von passport | 2.639 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #590
Peter, da wäre ich vieleicht sein Freund gewesen Ich hatte übrigens von Anfang an klare Verhältnisse mit Ihm,Er lebt sein Leben für Volk ,Partei und Vaterland,und ich Lebe meines. Ich habe nicht Ihn geheiratet sondern seine Tochter

Ist aber Heute alles OK,wir Leben in Friedlicher Koexistenz




@Pit 59

Dafür darfst Du auch sein ND und dein SV im Austausch BILD lesen



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