#101

RE: 4 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet

in Themen vom Tage 19.04.2010 10:15
von grenzergold | 187 Beiträge

Das Trauerspiel von Afghanistan von Theodor Fontane

Der Schnee leis stäubend vom Himmel fällt,/Ein Reiter vor Dschellalabad hält,/"Wer da!"-"Ein britischer Reitersmann,/Bringe Botschaft aus Afghanistan."

Afghanistan!Er sprach es so matt;/Es umdrängt den Reiter die halbe Stadt,/Sir Robert Sale,der Kommandant,/Hebt ihn vom Rosse mit eigener Hand.

Sie führen ins steinerne Wachthaus ihn;/Sie setzen ihn nieder an den Kamin,/Wie wärmt ihn das Feuer,wie labt ihn das Licht,/Er atmet hoch auf und dankt und spricht:

"Wir waren dreizehntausend Mann,/Von Kabul unser Zug begann,/Soldaten,Führer,Weib und Kind,/Erstarrt;erschlagen,verraten sind.

Zersprengt ist unser ganzes Heer,/Was lebt,irrt draussen in Nacht umher,Mir hat ein Gott die Rettung gegönnt,/Seht zu,ob den Rest ihr retten könnt."

Sir Robert stieg auf den Festungswall,/Offiziere,Soldaten folgten ihm all,/Sir Robert sprach:"Der Schnee fällt dicht,/Die uns suchen,sie können uns finden nicht.

Sie irren wie Blinde und sind uns so nah,/So lasst sie,s hören,dass wir da,Stimmt an ein Lied von Heimat und Haus,/Trompeter blast in die Nacht hinaus!"

Da huben sie an und sie wurden,s nicht müd,/Durch die Nacht hin klang es Lied um Lied./Erst englische Lieder mit fröhlichem Klang,/Dann Hochlandslieder wie Klagegesang.

Sie bliesen die Nacht und über den Tag,/Laut,wie nur die Liebe rufen mag./Sie bliesen-es kam die zweite Nacht,/Umsonst,dass ihr ruft,umsonst,dass ihr wacht.

"Die hören sollen,sie hören nicht mehr,/Vernichtet ist das ganze Heer,/Mit dreizehntausend der Zug begann,/Einer kam heim aus Afghanistan."

Mit der Ballade beschreibt er den Ausgang der drei anglo- afgahnischen Kriege 1839-1842.

grenzergold


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#102

RE: 4 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet

in Themen vom Tage 19.04.2010 11:13
von Rüganer (gelöscht)
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Gestern bei Anne Will in der Ard hieß es, 70% der Deutschen sind für einen Abzug der Soldaten. In der Diskussion sagte doch der Mann der FDP sinngemäß: Bei der Bundestagswahl war die Einstellung der Parteien zum Afghanistaneinsatz bekannt, da sind bei Kenntnis dieser Einstellung aber andere Wahlergebnisse herausgekommen...
Mein Gedanke dabei war, es interessiert überhaupt keinen in der Regierung, wie die Einstellung des Volkes dazu ist, weshalb auch? Und bei der nächsten Wahl werden sie wieder gewählt und betrachten sich allen Ernstes als legitimiert für das Deutsche Volk zu sprechen...


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#103

RE: 4 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet

in Themen vom Tage 19.04.2010 11:58
von karl143 (gelöscht)
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Das Problem liegt doch eigentlich viel tiefer. Sicher hat er damit Recht, das er die Mehrheit der letzten BW zu seiner Politik heranzieht. Ebenso selbstverständlich ist aber die Tatsache, das ja kein Wähler Schwarz/Gelb ausschließlich wegen der Unterstützung zum Afganistan-Mandat gewählt hat. Jeder fügt das Gesamte und setzt daraus die Wahlentscheidung.

Kein Land, und keine Partei hat bisher, und wird es auch in Zukunft nicht tun, von heute auf morgen seine gesamte Politik um 180 Grad geändert. Das Problem was ich nach dem Abzug aller Truppen dort sehe, ist eigentlich dasselbe, wie es die Politiker sagen. Das wird dort mal ein riesiges Ausbildungslager, staatlich mind. geduldet für islamische Terroristen. Auch in 4 Jahren, wenn der Abzug abgeschlossen sein soll, wird weder die afganische Armee noch die Polizei dort in der Lage sein, für Ordnung zu sorgen. Dazu kommt die Korruption und der Einfluss der Clans. Und außerdem das Einkommen und die Gewinne durch den Mohnanbau. .

Das sind die Fakten, eine Lösung wüßte ich auch nicht. Was mich ehrlich gesagt betroffen macht in diesem Krieg ist die Tatsache, das in Deutschland immer noch großes Geschrei herrscht, wenn dort Zivilisten durch allierte Truppen getötet werden. Und das man nicht mehr diejenigen unterstützt, die dort diese gefährliche Arbeit verrichten. Den Dienst dort nur mit dem finanziellen Zuschusss begründen macht die Sache allzu leicht. Trotz aller Realitäten bin ich für einen Abzug.


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#104

RE: 4 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet

in Themen vom Tage 19.04.2010 12:32
von turmwache (gelöscht)
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Meine Frage an die user dieser Seite hier und heute:

Kennt jemand von Euch diesen von mir schon mal vorher eingestellten Buchtitel?

"EIN SCHÖNER TAG ZUM STERBEN"Autorin ist Heike Groos, Als Bundeswehrärztin in Afghanistan?

Karl?

Bevor es begann waren ausreichende Informationen in den Medien zB. gab es bei ARTE dazu einen Bericht der mehrfach wiederholt wurde - es ist diese Sendung mit der Landkarte im Hintergrunf und ein Franzose sitzt am Tisch - tut mir leid, ich habe den Namen vergessen.

------) der Krieg wird ausschließlich einer Erdölleitung wegen geführt, tut mir leid aber alles andere der Politer warum - weshalb ist nur Geschwätz.

Hier noch mal ein Beitrag der Uni Kassel:


Ölhändler in Afghanistan
USA ernennen Khalisad zum Sonderbeauftragten - Ein Mann von Unocal

Von Patrick Martin

Den folgenden Text von P. Martin haben wir in einer deutschen Übersetzung (aus dem Amerikanischen) per e-mail erhalten. Eine Ursprungsquelle konnten wir nicht mehr feststellen. Wir bitten um Nachsicht. Wir haben den Text gekürzt.


US-Präsident Bush hat einen ehemaligen Berater des amerikanischen Ölkonzerns Unocal, den in Afghanistan geborenen Salmaj Khalisad, zum Sonderbeauftragten für Afghanistan ernannt. Die Ernennung wurde am 31. Dezember bekannt gegeben, neun Tage nachdem die von den Vereinigten Staaten gestützte Übergangsregierung von Hamid Karsai ihr Amt in Kabul angetreten hatte.

Die Ernennung unterstreicht die wirklichen ökonomischen und finanziellen Interessen, die hinter der amerikanischen Militärintervention in Zentralasien stehen. Khalisad hat intime Kenntnis von den langjährigen amerikanischen Bemühungen, einen direkten Zugang zu den Öl- und Gasreserven in der Region zu erlangen. Die Energieressourcen Zentralasiens sind bislang kaum erschlossen, man vermutet dort aber die zweitgrößten Vorkommen weltweit, übertroffen nur vom Ölreichtum des Persischen Golfs.

Als Berater von Unocal erstellte Khalisad eine Risikoanalyse für eine geplante Gaspipeline, die von der ehemaligen Sowjetrepublik Turkmenistan über Afghanistan und Pakistan zum Indischen Ozean führen sollte. Er nahm 1997 an Gesprächen zwischen dem Ölkonzern und Taliban-Vertretern teil, die das Ziel hatten, ein 1995 getroffenes Abkommen in Kraft zu setzen, dem zufolge die Pipeline durch Westafghanistan verlaufen sollte.

Unocal war der führende Konzern bei der Errichtung des Centgas-Konsortiums, dessen Zweck darin bestand, das Gas der Dauletabad-Feldern in Südostturkmenistan, die zu den größten der Welt zählen, dem Weltmarkt zuzuführen. Das mit zwei Milliarden Dollar veranschlagte Projekt beinhaltete den Bau einer Pipeline mit einem Durchmesser von 1,20 Meter, die von der afghanisch-turkmenischen Grenze über die afghanischen Städte Herat und Kandahar und die pakistanische Stadt Quetta verlaufen und schließlich bei Multan mit bereits existierenden Pipelines verbunden werden sollte. Eine zusätzliche Erweiterung nach Indien zum Preis von 600 Millionen Dollar war im Gespräch.

Khalisad setzte sich auch öffentlich für eine wohlwollendere Politik der amerikanischen Regierung gegenüber den Taliban ein. Vor vier Jahren verteidigte er in einem Artikel in der Washington Post das Taliban-Regime gegen den Vorwurf, dass es den Terrorismus fördere. Er schrieb: "Die Taliban praktizieren nicht die antiamerikanische Spielart des Fundamentalismus, wie sie vom Iran betrieben wird."

"Wir sollten... bereit sein, Anerkennung und humanitären Beistand anzubieten und für den internationalen Wiederaufbau der Wirtschaft zu werben", erklärte er. "Es wird Zeit, dass die Vereinigten Staaten wieder Beziehungen aufnehmen" mit dem afghanischen Regime. Diese "Wiederaufnahme der Beziehungen" wäre für Unocal selbstverständlich äußerst profitabel gewesen, da der Ölkonzern ansonsten das Gas und Öl aus dem von Landmassen umschlossenen Turkmenistan nicht auf die Märkte transportieren könnte.

Khalisad rückte von seiner Haltung gegenüber den Taliban erst ab, nachdem die Clinton-Regierung im August 1998 Ziele in Afghanistan mit Marschflugkörpern beschossen hatte und behauptete, dass Terroristen unter der Führung des in Afghanistan ansässigen Osama bin Laden für die Bombenanschläge auf amerikanische Botschaften in Kenia und Tansania verantwortlich seien. Einen Tag nach diesen Angriffen legte Unocal das Projekt Centgas auf Eis, und zwei Monate später gab der Konzern alle Pläne für eine Pipeline durch Afghanistan auf. Die Ölkreise begannen sich um ein Afghanistan nach der Taliban-Herrschaft zu kümmern, wie auch ihre Vertreter im nationalen Sicherheitsapparat Amerikas.

Verbindung zu islamischen Guerillakämpfern

Khalisad, der 1951 in Masar-i-Scharif geboren wurde, entstammt der alten herrschenden Elite Afghanistans. Sein Vater war Berater des Königs Sahir Schah, der das Land bis 1973 regierte. Als die Sowjetunion 1979 in Afghanistan einmarschierte, studierte Khalisad an der Universität von Chicago, einem intellektuellen Zentrum der amerikanischen Rechten.

Khalisad nahm die amerikanische Staatsbürgerschaft an und diente als Verbindungsglied zwischen dem US-Imperialismus und den islamisch-fundamentalistischen Mudschaheddin, die das von der Sowjetunion gestützte Regime in Kabul bekämpften und das Milieu bildeten, aus dem später sowohl die Taliban als auch bin Ladens Al Qaida hervorgingen. Während der Regierungszeit Reagans war Khalisad Sonderberater des amerikanischen Außenministeriums und setzte sich erfolgreich für eine verstärkte Militärhilfe der USA zugunsten der Mudschaheddin ein, unter anderem für die Lieferung der Stinger-Luftabwehrraketen, die eine Schlüsselrolle im Krieg spielten. Er wurde später, während des amerikanischen Kriegs gegen den Irak, Staatssekretär im Verteidigungsministerium unter Bushs Vater und wechselte dann zur Rand Corporation, einem höchst einflussreichen Think Tank des amerikanischen Militärs.

Nachdem George W. Bush vom Obersten Gerichtshof der USA mit einer Mehrheit von fünf zu vier Stimmen als Präsident eingesetzt worden war, stand Khalisad dem Team vor, das die Übernahme des Verteidigungsministeriums durch die Regierung Bush vorbereitete, und beriet den zukünftigen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Bezeichnenderweise wurde ihm allerdings kein unterer Posten im Kabinett gegeben, was eine Bestätigung durch den Senat erforderlich gemacht und eventuell unangenehme Fragen über seine Rolle als Berater der Ölkonzerne in Zentralasien und Zwischenhändler bei den Taliban hervorgerufen hätte. Stattdessen wurde er zum Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats ernannt, wozu keine weitere Zustimmung anderer Instanzen notwendig ist.

Als Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats ist Khalisad der nationalen Sicherheitsberaterin Condoleeza Rice unterstellt, die selbst bereits für einen Ölkonzern als Beraterin in zentralasiatischen Fragen gearbeitet hat. Nachdem sie von 1989 bis 1992 in der Regierung von Bush Senior tätig gewesen war, erhielt Rice einen Vorstandsposten beim Ölkonzern Chevron und diente dort als führende Expertin für Kasachstan, wo Chevron von allen internationalen Ölkonzernen die größten Konzessionen besitzt. Die Verbindungen von Präsident Bush und Vizepräsident Cheney zur Ölindustrie sind weithin bekannt, aber in den Medien wird kaum erwähnt, welche herausragende Rolle jene Regierungsvertreter in der afghanischen Politik spielten, die die Ölindustrie in zentralasiatischen Angelegenheiten beraten haben.

Einer der wenigen Kommentare in den amerikanischen Medien über diesen Aspekt der US-Militärkampagne erschien im San Francisco Chronicle am 26. September vergangenen Jahres. Redakteur Frank Viviano bemerkte: "Die verdeckten Interessen im Krieg gegen den Terrorismus können in einem einzigen Wort zusammengefasst werden: Öl. Die Landkarte mit den Zufluchtsstätten der Terroristen und Zielen im Mittleren Osten und Zentralasien ist gleichzeitig in außergewöhnlicher Übereinstimmung die Karte der Hauptenergiereserven der Welt im 21. Jahrhundert.... Unvermeidlich wird der Krieg gegen den Terrorismus von vielen als Krieg verstanden werden, der im Interesse der amerikanischen Konzerne Chevron, Exxon und Arco, des französischen Konzerns TotalFinaElf, der British Petroleum, der Royal Dutch Shell und anderer multinationaler Giganten geführt wird, die Hunderte Milliarden Dollar in der Region investiert haben."

...
Auch Verteidigungsminister Rumsfeld spielte eine Rolle in den anhaltenden Manövern um Ölpipelines. Während seines Besuchs am 14. Dezember in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku sicherte er Vertretern dieses ölreichen Staats am Kaspischen Meer zu, dass die amerikanische Regierung die Sanktionen aufheben werde, die 1992 wegen Aserbaidschans Konflikt mit Armenien um die Enklave Bergkarabach verhängt worden waren.

Aserbaidschan und Armenien haben sich beide dem militärischen Vorstoß der Vereinigten Staaten nach Zentralasien gefügt und dem Pentagon Passierrechte und die Benutzung von Flughäfen angeboten. Rumsfelds Besuch und seine versöhnlichen Bemerkungen waren die Belohnung dafür. Rumsfeld sagte gegenüber Präsident Hajdar Alijew, dass die amerikanische Regierung mit den Kongressführern übereingekommen sei, auf die Sanktionen zu verzichten.

Am 28. November gab das Weiße Haus eine Stellungnahme heraus, in der die offizielle Eröffnung der ersten neuen Pipeline durch das Kaspische Pipeline Konsortium (CPC) begrüßt wurde, einem Joint Venture von Russland, Kasachstan, Oman, ChevronTexaco, ExxonMobil und sieben anderen Ölkonzernen. Die Pipeline verbindet die riesigen Tengiz-Ölfelder in Nordwestkasachstan mit dem russischen Schwarzmeerhafen Noworossisk, von wo aus Tanker das Öl dem Weltmarkt zuführen. Amerikanische Konzerne übernahmen eine Milliarde der sich insgesamt auf 2,65 Milliarden Dollar belaufenden Baukosten.

In der Stellungnahme von Bush heißt es: "Das Projekt der CPC befördert auch die nationale Energiepolitik meiner Regierung, indem ein Netz verschiedener Pipelines im Kaspischen Raum entwickelt wird, zu dem auch die Ölpipelines Baku-Tiblis-Ceyhan, Baku-Supsa und Baku-Noworossisk sowie die Gaspipeline Baku-Tiblis-Erzurum gehören." Die amerikanische Presse ist auf diese Erklärung kaum eingegangen. Ebenso wenig widmeten sich die Medien der Tatsache, dass das Pipeline-Konsortium, das den Baku-Ceyhan-Plan verfolgt und vom britischen Ölkonzern BP angeführt wird, in juristischen Fragen vom Unternehmen Baker & Botts vertreten wird. Der führende Anwalt dieses Unternehmens ist James Baker III, der unter Bushs Vater Außenminister war sowie als Hauptsprecher für Bush im Wahlkampf 2000 auftrat. Während dieser Kampagne wurde erfolgreich die Neuauszählung der Stimmen im Bundesstaat Florida unterbunden.


Die folgenden Textpassagen stammen aus dem "Neuen Deutschland" vom 9. Januar 2002. Sie passen sehr gut zu dem Artikel von Patrick Martin.

Afghanistan: Der lange Arm der Ölmafia von UNOCAL
Von Anton Holberg

... Den USA-Angriff auf Afghanistan nur auf direkt das Land betreffende ökonomische Interessen zurückzuführen, wäre zweifellos verkürzt. Doch diese gering zu schätzen, ist ebenso wenig angebracht. Die Auswahl führender Köpfe des neuen Spiels um Afghanistan weist darauf hin. Für die unmittelbare Verwaltung Afghanistans hatten die USA bereits Ende November/Anfang Dezember in der Person des neuen Regierungschefs Hamid Karzai einen Mann mit »Öl-Geruch« gefunden. Wie die Pariser Tageszeitung »Le Monde« am 13. Dezember zu berichten wusste, sei Karzai durch seinen USA-Aufenthalt nicht nur bestens mit dem Westen vertraut, sondern habe in jener Zeit auch als Berater des US-amerikanischen Ölkonzerns UNOCAL gearbeitet. UNOCAL untersuchte in den 90er Jahren die Möglichkeit des Baus einer Pipeline von den Ölfeldern des Kaspischen Meers durch Afghanistan zur pakistanischen Hafenstadt Karatschi.

Nur neun Tage nach der Amtsübertragung an Karzai ernannten die USA am 31.Dezember mit dem afghanischstämmigen Zalmay Khalizad einen Sonderbeauftragten für das Land am Hindukusch, der seinerzeit für die gleiche Ölgesellschaft eine Risikostudie über das erwähnte Pipelineprokekt erstellte. Kahlizad war 1997 auch an den Verhandlungen zwischen UNOCAL als Hauptkraft des Centgas-Konsortiums und den Taleban über das bereits zwei Jahre zuvor im Prinzip angenommene Projekt der Pipeline von den Ölfeldern von Daulatebad in Südost-Turkmenistan über Herat und Kandahar in Afghanistan und Quetta in Pakistan beteiligt.

Wie ein Artikel aus Kahlizads Feder in der »Washington Post« 1996 deutlich machte, unterstützt er jeweils diejenigen politischen Kräfte in Afghanistan auch propagandistisch, die gerade die Gunst der USA-Regierung genossen. In jenem Artikel schrieb er, dass die Taleban nicht die Art von USA-feindlichem Fundamentalismus verträten wie etwa der benachbarte Iran. Erst als Präsident Clinton im August 1998 Raketen auf Afghanistan abfeuerte, änderte er seine Position parallel zur Entscheidung von UNOCAL, ihre Beteiligung an Centgas einzufrieren.

Khalizad, Sohn eines Vertrauten des 1973 gestürzten Königs Zahir Schah, studierte 1979, als die UdSSR in Afghanistan einmarschierte, an der Universität von Chicago und wurde bald USA-Bürger. Als solcher fungierte er als Verbindungsmann zu den afghanischen Mujaheddin, zu denen seinerzeit die späteren Taleban ebenso gehörten wie die führenden Kader von Osama bin Ladens Al Qaida. Unter Präsident Reagan war er Sonderberater des Außenministeriums und soll sich in dieser Funktion für die Lieferung der dann so effektiven Boden-Luft-Raketen des Typs Stinger an die Mujaheddin eingesetzt haben.

Unter Präsident Bush sen., dem Vater des amtierenden Präsidenten, wurde Khalizad während des Golfkriegs Staatssekretär im Verteidigungsministerium. Anschließend wechselte er zur Rand Corporation, einem führenden think tank des militärindustriellen Komplexes der USA. Nach der Wahl von Bush jun. zum neuen USA-Präsidenten leitete Khalizad zunächst das Übergangsteam des Verteidigungsministeriums und beriet den zukünftigen Verteidigungsminister Rumsfield. Schließlich wurde er in den Nationalen Sicherheitsrat berufen, wo er dessen Chefin Condoleezza Rice unterstellt ist. Frau Rice hat ebenfalls Öl-Erfahrung im zentralasiatischen Raum. Unter Bush sen. diente sie im Management von Chevron als wichtigste Expertin für Kasachstan. ...


******
"UNOCAL, ein amerikanisch-saudisches Konsortium, gehörte zu den frühen Förderern der Taliban. Der Grund: UNOCAL plante zwei milliardenschwere Projekte mit strategischer Bedeutung für Zentralasien:
1. Eine Erdölleitung...
2. Zudem war eine Gasleitung vorgesehen..."
Text aus: Michael Pohly, Khalid, Durán, Nach den Taliban, München 2002 (zit. nach ND vom 09.01.2002)


Das große Spiel

Der pakistanische Autor Ahmed Rashid notiert in seinem Bestseller »Taliban« über die Beraterpraxis von UNOCAL während ihres Afghanistan-Pokers:

"Die Firma holte sich Robert Oakley, den früheren US-Botschafter in Pakistan und späteren US-Sonderbeauftragten in Somalia. Oakley hatte bereits in den 1980ern eine zwielichtige Rolle gespielt, als die US-Regierung die Mujaheddin unterstützte. Viele Afghanen und Pakistanis fanden ihn arrogant - sein Spitzname während seiner Amtszeit als Botschafter in Islamabad war »der Vizekönig«. Oakley...stellte andere Experten für UNOCAL ein. Darunter waren Goutierre, Boardman, Zalmay Khalizad, ein afghanischstämmiger Amerikaner, der für die Rand Corporation arbeitete, und der Zentralasienexperte Brill Olcott. Es ist für USA-Unternehmen nichts Ungewöhnliches, ehemalige Regierungsbeamte einzustellen. Alle US-Firmen, die beim Großen Spiel dabei waren, taten dies...Doch das fand in der Region überhaupt kein Verständnis und bestärkte erneut den Verdacht, UNOCAL sei ein politischer Arm der US-Regierung."

Aus: Ahmed Rashid, Taliban - Afghanistans Gotteskrieger und der Dschihad, Droemer, München 2001, S. 282/83 (zit. n. ND 09.01.2002)


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Uni Kassel, AG Friedensforschung, Peter Strutynski, Nora-Platiel-Str. 5, 34109 Kassel, eMail: strutype@uni-kassel.de

Ölhändler in Afghanistan
USA ernennen Khalisad zum Sonderbeauftragten - Ein Mann von Unocal

Von Patrick Martin

Den folgenden Text von P. Martin haben wir in einer deutschen Übersetzung (aus dem Amerikanischen) per e-mail erhalten. Eine Ursprungsquelle konnten wir nicht mehr feststellen. Wir bitten um Nachsicht. Wir haben den Text gekürzt.


US-Präsident Bush hat einen ehemaligen Berater des amerikanischen Ölkonzerns Unocal, den in Afghanistan geborenen Salmaj Khalisad, zum Sonderbeauftragten für Afghanistan ernannt. Die Ernennung wurde am 31. Dezember bekannt gegeben, neun Tage nachdem die von den Vereinigten Staaten gestützte Übergangsregierung von Hamid Karsai ihr Amt in Kabul angetreten hatte.

Die Ernennung unterstreicht die wirklichen ökonomischen und finanziellen Interessen, die hinter der amerikanischen Militärintervention in Zentralasien stehen. Khalisad hat intime Kenntnis von den langjährigen amerikanischen Bemühungen, einen direkten Zugang zu den Öl- und Gasreserven in der Region zu erlangen. Die Energieressourcen Zentralasiens sind bislang kaum erschlossen, man vermutet dort aber die zweitgrößten Vorkommen weltweit, übertroffen nur vom Ölreichtum des Persischen Golfs.

Als Berater von Unocal erstellte Khalisad eine Risikoanalyse für eine geplante Gaspipeline, die von der ehemaligen Sowjetrepublik Turkmenistan über Afghanistan und Pakistan zum Indischen Ozean führen sollte. Er nahm 1997 an Gesprächen zwischen dem Ölkonzern und Taliban-Vertretern teil, die das Ziel hatten, ein 1995 getroffenes Abkommen in Kraft zu setzen, dem zufolge die Pipeline durch Westafghanistan verlaufen sollte.

Unocal war der führende Konzern bei der Errichtung des Centgas-Konsortiums, dessen Zweck darin bestand, das Gas der Dauletabad-Feldern in Südostturkmenistan, die zu den größten der Welt zählen, dem Weltmarkt zuzuführen. Das mit zwei Milliarden Dollar veranschlagte Projekt beinhaltete den Bau einer Pipeline mit einem Durchmesser von 1,20 Meter, die von der afghanisch-turkmenischen Grenze über die afghanischen Städte Herat und Kandahar und die pakistanische Stadt Quetta verlaufen und schließlich bei Multan mit bereits existierenden Pipelines verbunden werden sollte. Eine zusätzliche Erweiterung nach Indien zum Preis von 600 Millionen Dollar war im Gespräch.

Khalisad setzte sich auch öffentlich für eine wohlwollendere Politik der amerikanischen Regierung gegenüber den Taliban ein. Vor vier Jahren verteidigte er in einem Artikel in der Washington Post das Taliban-Regime gegen den Vorwurf, dass es den Terrorismus fördere. Er schrieb: "Die Taliban praktizieren nicht die antiamerikanische Spielart des Fundamentalismus, wie sie vom Iran betrieben wird."

"Wir sollten... bereit sein, Anerkennung und humanitären Beistand anzubieten und für den internationalen Wiederaufbau der Wirtschaft zu werben", erklärte er. "Es wird Zeit, dass die Vereinigten Staaten wieder Beziehungen aufnehmen" mit dem afghanischen Regime. Diese "Wiederaufnahme der Beziehungen" wäre für Unocal selbstverständlich äußerst profitabel gewesen, da der Ölkonzern ansonsten das Gas und Öl aus dem von Landmassen umschlossenen Turkmenistan nicht auf die Märkte transportieren könnte.

Khalisad rückte von seiner Haltung gegenüber den Taliban erst ab, nachdem die Clinton-Regierung im August 1998 Ziele in Afghanistan mit Marschflugkörpern beschossen hatte und behauptete, dass Terroristen unter der Führung des in Afghanistan ansässigen Osama bin Laden für die Bombenanschläge auf amerikanische Botschaften in Kenia und Tansania verantwortlich seien. Einen Tag nach diesen Angriffen legte Unocal das Projekt Centgas auf Eis, und zwei Monate später gab der Konzern alle Pläne für eine Pipeline durch Afghanistan auf. Die Ölkreise begannen sich um ein Afghanistan nach der Taliban-Herrschaft zu kümmern, wie auch ihre Vertreter im nationalen Sicherheitsapparat Amerikas.

Verbindung zu islamischen Guerillakämpfern

Khalisad, der 1951 in Masar-i-Scharif geboren wurde, entstammt der alten herrschenden Elite Afghanistans. Sein Vater war Berater des Königs Sahir Schah, der das Land bis 1973 regierte. Als die Sowjetunion 1979 in Afghanistan einmarschierte, studierte Khalisad an der Universität von Chicago, einem intellektuellen Zentrum der amerikanischen Rechten.

Khalisad nahm die amerikanische Staatsbürgerschaft an und diente als Verbindungsglied zwischen dem US-Imperialismus und den islamisch-fundamentalistischen Mudschaheddin, die das von der Sowjetunion gestützte Regime in Kabul bekämpften und das Milieu bildeten, aus dem später sowohl die Taliban als auch bin Ladens Al Qaida hervorgingen. Während der Regierungszeit Reagans war Khalisad Sonderberater des amerikanischen Außenministeriums und setzte sich erfolgreich für eine verstärkte Militärhilfe der USA zugunsten der Mudschaheddin ein, unter anderem für die Lieferung der Stinger-Luftabwehrraketen, die eine Schlüsselrolle im Krieg spielten. Er wurde später, während des amerikanischen Kriegs gegen den Irak, Staatssekretär im Verteidigungsministerium unter Bushs Vater und wechselte dann zur Rand Corporation, einem höchst einflussreichen Think Tank des amerikanischen Militärs.

Nachdem George W. Bush vom Obersten Gerichtshof der USA mit einer Mehrheit von fünf zu vier Stimmen als Präsident eingesetzt worden war, stand Khalisad dem Team vor, das die Übernahme des Verteidigungsministeriums durch die Regierung Bush vorbereitete, und beriet den zukünftigen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Bezeichnenderweise wurde ihm allerdings kein unterer Posten im Kabinett gegeben, was eine Bestätigung durch den Senat erforderlich gemacht und eventuell unangenehme Fragen über seine Rolle als Berater der Ölkonzerne in Zentralasien und Zwischenhändler bei den Taliban hervorgerufen hätte. Stattdessen wurde er zum Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats ernannt, wozu keine weitere Zustimmung anderer Instanzen notwendig ist.

Als Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats ist Khalisad der nationalen Sicherheitsberaterin Condoleeza Rice unterstellt, die selbst bereits für einen Ölkonzern als Beraterin in zentralasiatischen Fragen gearbeitet hat. Nachdem sie von 1989 bis 1992 in der Regierung von Bush Senior tätig gewesen war, erhielt Rice einen Vorstandsposten beim Ölkonzern Chevron und diente dort als führende Expertin für Kasachstan, wo Chevron von allen internationalen Ölkonzernen die größten Konzessionen besitzt. Die Verbindungen von Präsident Bush und Vizepräsident Cheney zur Ölindustrie sind weithin bekannt, aber in den Medien wird kaum erwähnt, welche herausragende Rolle jene Regierungsvertreter in der afghanischen Politik spielten, die die Ölindustrie in zentralasiatischen Angelegenheiten beraten haben.

Einer der wenigen Kommentare in den amerikanischen Medien über diesen Aspekt der US-Militärkampagne erschien im San Francisco Chronicle am 26. September vergangenen Jahres. Redakteur Frank Viviano bemerkte: "Die verdeckten Interessen im Krieg gegen den Terrorismus können in einem einzigen Wort zusammengefasst werden: Öl. Die Landkarte mit den Zufluchtsstätten der Terroristen und Zielen im Mittleren Osten und Zentralasien ist gleichzeitig in außergewöhnlicher Übereinstimmung die Karte der Hauptenergiereserven der Welt im 21. Jahrhundert.... Unvermeidlich wird der Krieg gegen den Terrorismus von vielen als Krieg verstanden werden, der im Interesse der amerikanischen Konzerne Chevron, Exxon und Arco, des französischen Konzerns TotalFinaElf, der British Petroleum, der Royal Dutch Shell und anderer multinationaler Giganten geführt wird, die Hunderte Milliarden Dollar in der Region investiert haben."

...
Auch Verteidigungsminister Rumsfeld spielte eine Rolle in den anhaltenden Manövern um Ölpipelines. Während seines Besuchs am 14. Dezember in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku sicherte er Vertretern dieses ölreichen Staats am Kaspischen Meer zu, dass die amerikanische Regierung die Sanktionen aufheben werde, die 1992 wegen Aserbaidschans Konflikt mit Armenien um die Enklave Bergkarabach verhängt worden waren.

Aserbaidschan und Armenien haben sich beide dem militärischen Vorstoß der Vereinigten Staaten nach Zentralasien gefügt und dem Pentagon Passierrechte und die Benutzung von Flughäfen angeboten. Rumsfelds Besuch und seine versöhnlichen Bemerkungen waren die Belohnung dafür. Rumsfeld sagte gegenüber Präsident Hajdar Alijew, dass die amerikanische Regierung mit den Kongressführern übereingekommen sei, auf die Sanktionen zu verzichten.

Am 28. November gab das Weiße Haus eine Stellungnahme heraus, in der die offizielle Eröffnung der ersten neuen Pipeline durch das Kaspische Pipeline Konsortium (CPC) begrüßt wurde, einem Joint Venture von Russland, Kasachstan, Oman, ChevronTexaco, ExxonMobil und sieben anderen Ölkonzernen. Die Pipeline verbindet die riesigen Tengiz-Ölfelder in Nordwestkasachstan mit dem russischen Schwarzmeerhafen Noworossisk, von wo aus Tanker das Öl dem Weltmarkt zuführen. Amerikanische Konzerne übernahmen eine Milliarde der sich insgesamt auf 2,65 Milliarden Dollar belaufenden Baukosten.

In der Stellungnahme von Bush heißt es: "Das Projekt der CPC befördert auch die nationale Energiepolitik meiner Regierung, indem ein Netz verschiedener Pipelines im Kaspischen Raum entwickelt wird, zu dem auch die Ölpipelines Baku-Tiblis-Ceyhan, Baku-Supsa und Baku-Noworossisk sowie die Gaspipeline Baku-Tiblis-Erzurum gehören." Die amerikanische Presse ist auf diese Erklärung kaum eingegangen. Ebenso wenig widmeten sich die Medien der Tatsache, dass das Pipeline-Konsortium, das den Baku-Ceyhan-Plan verfolgt und vom britischen Ölkonzern BP angeführt wird, in juristischen Fragen vom Unternehmen Baker & Botts vertreten wird. Der führende Anwalt dieses Unternehmens ist James Baker III, der unter Bushs Vater Außenminister war sowie als Hauptsprecher für Bush im Wahlkampf 2000 auftrat. Während dieser Kampagne wurde erfolgreich die Neuauszählung der Stimmen im Bundesstaat Florida unterbunden.


Die folgenden Textpassagen stammen aus dem "Neuen Deutschland" vom 9. Januar 2002. Sie passen sehr gut zu dem Artikel von Patrick Martin.

Afghanistan: Der lange Arm der Ölmafia von UNOCAL
Von Anton Holberg

... Den USA-Angriff auf Afghanistan nur auf direkt das Land betreffende ökonomische Interessen zurückzuführen, wäre zweifellos verkürzt. Doch diese gering zu schätzen, ist ebenso wenig angebracht. Die Auswahl führender Köpfe des neuen Spiels um Afghanistan weist darauf hin. Für die unmittelbare Verwaltung Afghanistans hatten die USA bereits Ende November/Anfang Dezember in der Person des neuen Regierungschefs Hamid Karzai einen Mann mit »Öl-Geruch« gefunden. Wie die Pariser Tageszeitung »Le Monde« am 13. Dezember zu berichten wusste, sei Karzai durch seinen USA-Aufenthalt nicht nur bestens mit dem Westen vertraut, sondern habe in jener Zeit auch als Berater des US-amerikanischen Ölkonzerns UNOCAL gearbeitet. UNOCAL untersuchte in den 90er Jahren die Möglichkeit des Baus einer Pipeline von den Ölfeldern des Kaspischen Meers durch Afghanistan zur pakistanischen Hafenstadt Karatschi.

Nur neun Tage nach der Amtsübertragung an Karzai ernannten die USA am 31.Dezember mit dem afghanischstämmigen Zalmay Khalizad einen Sonderbeauftragten für das Land am Hindukusch, der seinerzeit für die gleiche Ölgesellschaft eine Risikostudie über das erwähnte Pipelineprokekt erstellte. Kahlizad war 1997 auch an den Verhandlungen zwischen UNOCAL als Hauptkraft des Centgas-Konsortiums und den Taleban über das bereits zwei Jahre zuvor im Prinzip angenommene Projekt der Pipeline von den Ölfeldern von Daulatebad in Südost-Turkmenistan über Herat und Kandahar in Afghanistan und Quetta in Pakistan beteiligt.

Wie ein Artikel aus Kahlizads Feder in der »Washington Post« 1996 deutlich machte, unterstützt er jeweils diejenigen politischen Kräfte in Afghanistan auch propagandistisch, die gerade die Gunst der USA-Regierung genossen. In jenem Artikel schrieb er, dass die Taleban nicht die Art von USA-feindlichem Fundamentalismus verträten wie etwa der benachbarte Iran. Erst als Präsident Clinton im August 1998 Raketen auf Afghanistan abfeuerte, änderte er seine Position parallel zur Entscheidung von UNOCAL, ihre Beteiligung an Centgas einzufrieren.

Khalizad, Sohn eines Vertrauten des 1973 gestürzten Königs Zahir Schah, studierte 1979, als die UdSSR in Afghanistan einmarschierte, an der Universität von Chicago und wurde bald USA-Bürger. Als solcher fungierte er als Verbindungsmann zu den afghanischen Mujaheddin, zu denen seinerzeit die späteren Taleban ebenso gehörten wie die führenden Kader von Osama bin Ladens Al Qaida. Unter Präsident Reagan war er Sonderberater des Außenministeriums und soll sich in dieser Funktion für die Lieferung der dann so effektiven Boden-Luft-Raketen des Typs Stinger an die Mujaheddin eingesetzt haben.

Unter Präsident Bush sen., dem Vater des amtierenden Präsidenten, wurde Khalizad während des Golfkriegs Staatssekretär im Verteidigungsministerium. Anschließend wechselte er zur Rand Corporation, einem führenden think tank des militärindustriellen Komplexes der USA. Nach der Wahl von Bush jun. zum neuen USA-Präsidenten leitete Khalizad zunächst das Übergangsteam des Verteidigungsministeriums und beriet den zukünftigen Verteidigungsminister Rumsfield. Schließlich wurde er in den Nationalen Sicherheitsrat berufen, wo er dessen Chefin Condoleezza Rice unterstellt ist. Frau Rice hat ebenfalls Öl-Erfahrung im zentralasiatischen Raum. Unter Bush sen. diente sie im Management von Chevron als wichtigste Expertin für Kasachstan. ...


******
"UNOCAL, ein amerikanisch-saudisches Konsortium, gehörte zu den frühen Förderern der Taliban. Der Grund: UNOCAL plante zwei milliardenschwere Projekte mit strategischer Bedeutung für Zentralasien:
1. Eine Erdölleitung...
2. Zudem war eine Gasleitung vorgesehen..."
Text aus: Michael Pohly, Khalid, Durán, Nach den Taliban, München 2002 (zit. nach ND vom 09.01.2002)


Das große Spiel

Der pakistanische Autor Ahmed Rashid notiert in seinem Bestseller »Taliban« über die Beraterpraxis von UNOCAL während ihres Afghanistan-Pokers:

"Die Firma holte sich Robert Oakley, den früheren US-Botschafter in Pakistan und späteren US-Sonderbeauftragten in Somalia. Oakley hatte bereits in den 1980ern eine zwielichtige Rolle gespielt, als die US-Regierung die Mujaheddin unterstützte. Viele Afghanen und Pakistanis fanden ihn arrogant - sein Spitzname während seiner Amtszeit als Botschafter in Islamabad war »der Vizekönig«. Oakley...stellte andere Experten für UNOCAL ein. Darunter waren Goutierre, Boardman, Zalmay Khalizad, ein afghanischstämmiger Amerikaner, der für die Rand Corporation arbeitete, und der Zentralasienexperte Brill Olcott. Es ist für USA-Unternehmen nichts Ungewöhnliches, ehemalige Regierungsbeamte einzustellen. Alle US-Firmen, die beim Großen Spiel dabei waren, taten dies...Doch das fand in der Region überhaupt kein Verständnis und bestärkte erneut den Verdacht, UNOCAL sei ein politischer Arm der US-Regierung."

Aus: Ahmed Rashid, Taliban - Afghanistans Gotteskrieger und der Dschihad, Droemer, München 2001, S. 282/83 (zit. n. ND 09.01.2002)


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#105

RE: 4 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet

in Themen vom Tage 19.04.2010 12:34
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von karl143
Was mich ehrlich gesagt betroffen macht in diesem Krieg ist die Tatsache, das in Deutschland immer noch großes Geschrei herrscht, wenn dort Zivilisten durch allierte Truppen getötet werden. Und das man nicht mehr diejenigen unterstützt, die dort diese gefährliche Arbeit verrichten.



Hallo Karl, aus einem ganz anderem Grund als du jetzt sicher denkst habe ich mal eine Frage an dich.

Ich fasse deine Worte so auf, dass es zwar bedauerlich und unschön ist wenn dort Zivilisten zu Schaden kommen, es jedoch im Sinne des Auftrags und beim Kampf für eine gute Sache leider nicht zu vermeiden ist. Es wäre zwar besser wenn dies nicht passieren würde/müsste, jedoch erfordert der Kampf für eine bessere Gesellschaft dort für alle zwangsläufig Opfer und Verluste für einige?

Habe ich das so richtig wiedergegeben?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 19.04.2010 12:35 | nach oben springen

#106

RE: 4 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet

in Themen vom Tage 19.04.2010 12:46
von karl143 (gelöscht)
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Nein Feliks,
so ist das nicht gemeint. Jeder Tote ist eigentlich einer zuviel. Ich meinte damit die Mentalität in Deutschland, bzw. von den Deutschen. Uns tun eigentlich immer andere mehr leid, als wir uns selber.
Erinnere dich mal an die Schlagzeilen als der Tanklastzug bombadiert wurde. Wenn jetzt mehrere deutsche dort sterben, ein bis zwei Tage Bestürzung und Trauer, und dann wars das. Diese Mentalität bezieht sich aber nicht konkret auf diesen Fall. In den 80er Jahren war ich sehr oft in Dändemark im Urlaub, dort konnte man auch das schwedische Fernsehen empfangen. In beiden Ländern kommen ersteinmal die Nachrichten aus dem eigenen Land, im letzten Drittel Nachrichten aus aller Welt. Ich wollte damit nur ausdrücken, das bei aller Kritik auch eine Unterstützung der Soldaten notwendig ist.


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#107

RE: 4 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet

in Themen vom Tage 19.04.2010 12:53
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Ok, jeder Tote ist einer zuviel ganz klar da sind wir uns einig. Geben tut es sie nun aber trotzdem.

Ist es also deiner Meinung nach im Sinne des Auftrages dort nicht auch zwangsläufig die Folge, dass es leider ab und an beim Kampf für eine bessere Zukunft in Afghanistan (das sollte ja der Auftrag der westlichen Truppen dort sein) auch mal ein Zivilist zu Schaden kommt? Einen Kampf ganz ohne Opfer kann es ja nun einmal gesetzmäßig nicht geben.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#108

RE: 4 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet

in Themen vom Tage 19.04.2010 13:07
von karl143 (gelöscht)
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Feliks,
so schlimm wie sich das auch anhören mag, das es dort ohne Verletzte oder Tote unter Soldaten und Zivilisten abgeht, wäre doch wirklich blauäugig. In meinem Beitrag ging es garnicht darum, einen Unterschied über den Wert der Toten aufkommen zu lassen. Nur meine ich, das es kaum einen Afganen geben wird, der über den Tod der deutschen Soldaten trauert.


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#109

RE: 4 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet

in Themen vom Tage 19.04.2010 13:35
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Um einen unterschiedlichen Wert der Opfer geht es mir nicht, behandeln wir hier also zumindest theoretisch einmal alle Opfer des Kampfes für eine bessere Zukunft dieses Landes gleich.

Mir ging es um die Feststellung ob auch ein Angehöriger des bürgerlichen und demokratischen Bevölkerungsteils der BRD dem Punkt zustimmen kann, dass der Kampf für eine bessere Zukunft eines Landes Opfer die er gesetzmäßig mit sich bringt vielleicht nicht direkt rechtfertigt, ohne diese jedoch nicht durchführbar ist. Somit hat der Kampf für eine bessere Zukunft aller, auch bei absolut bedauerlichen Opfern einzelner, trotzdem auch nach westlichen Werteverständnis eine Berechtigung.

Ich glaube aus deinem Beitrag, in diesem Punkt, eine Zustimmung für diese These ableiten zu können?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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zuletzt bearbeitet 19.04.2010 14:34 | nach oben springen

#110

RE: 4 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet

in Themen vom Tage 19.04.2010 17:29
von VNRut | 1.486 Beiträge

Jeder Tote ist eigentlich Einer zuviel. Darum sollte sich Deutschland aus Afghanistan zurück ziehen. Nicht einmal den Präsidenten Karzai kann man noch trauen. Mich würde es nicht wundern, wenn er eines Tages zu den Taliban schwenkt. Wollen die Afghanen wirklich geholfen werden?

Meist steckt hinter einen Krieg der Kampf um Ressourcen (Rohstoffe, Drogen) bzw. die Waffenindustrie, die ihre Produkte an den Mann bringen will. Die Politik ist nur Mittel zum Zweck und darum wird keine Krähe der anderen Krähe ein Auge raus reißen.

Wenn man die Taliban besiegen wollte, hätte man bestimmt schon andere Waffen eingesetzt. Im Vietnamkrieg setzte die Amerikaner Napalm und Agent Orange gegen die Bevölkerung sprich Frauen und Kinder ein. Viele Vietnamesen leiden noch heute unter den Folgen des Bombardements und hohe amerikanische Gerichte lehnen eine Klageschrift der AO-Opfer zur Wiedergutmachung ab.

Siehe: http://www.cms.vietnam-infothek.de/index...d=73&Itemid=126

http://cathrinka.blog.de/2010/04/06/foto...-zeigt-8317262/

Gruß Wolfram VNRut


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
zuletzt bearbeitet 19.04.2010 20:50 | nach oben springen

#111

RE: 4 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet

in Themen vom Tage 19.04.2010 21:33
von glasi | 2.815 Beiträge

mann muß sich kurz und knapp fragen. warum ist es in 8 jahren nicht gelungen das land zu befrieden und wie soll es weitergehen?



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#112

RE: 4 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet

in Themen vom Tage 19.04.2010 22:01
von turmwache (gelöscht)
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hier mein tipp zum anschauen die Homepage der Oberstabsärztin Frau Heike Groos als Autorin und mit Leseprobe und Diskussion - interessant dabei die Beiträge von BW-Soldaten und deren Angehöriger.


*
Inhalte
o Ein schöner Tag zum Sterben
+ Im Gedenken
+ Leseprobe
o Fotogalerien
o Kontakt
+ Diskussion
# Impressum

* Home
* Ein schöner Tag zum Sterben
* Fotogalerien
* Kontakt

Ein schöner Tag zum Sterben

Fürchte dich nicht vor deinen Feinden – schlimmstenfalls
können sie dich töten.
Fürchte dich nicht vor deinen Freunden – schlimmstenfalls
können sie dich verraten.
Fürchte dich vor den Gleichgültigen – denn nur mit ihrer
stillschweigenden Zustimmung gibt es Mord und Verrat auf
der ganzen Welt.

Ein schöner Tag zum Sterben Leseprobe

Inhalt
Cover
Presseinformation
Amazon

vielleicht geht es einigen wie mir
vielleicht wünschen und hoffen einige,
dass Afghanistanveteranen in ihrem Heimatland
geschätzt und anerkannt werden
vielleicht möchten manche nur, dass jemand zuhört
vielleicht ist es leichter, nicht allein zu trauern
vielleicht vielleicht vielleicht
vielleicht findet ihr meine "Infos" interessant
und vielleicht schreibt ihr mir hier
Diskussion


Im Gedenken

*
Infos
*
Videos
Papa kämpft in Kabul Teil 1 Papa kämpft in Kabul Teil 2 Papa kämpft in Kabul Teil 3 Papa kämpft in Kabul Teil 4 Papa kämpft in Kabul Teil 5

black hawk down


*
Musik
Wir sind Deutsche
Ich bin ich
Horizont
Time to say good bye

*
Blogroll
o Die Redner Krieg und Frieden “response.UN.ability”
*
Links
o Amazon.de
o Buch.ch
o Buch.de
o Couchsurfing
o Fischerverlage.de
*
o Neo-Sapian by WP Designer.
o Blog at WordPress.com.

Also ist dieses Bild der Buches nicht von Amazon sondern von ihrer offiziellen Homepage


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#113

RE: 4 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet

in Themen vom Tage 19.04.2010 22:04
von turmwache (gelöscht)
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Entschuldigung , es hatte nicht geklappt

Das Foto vom Buch wurde wegen Verstosses gegen das Urheberrecht gelöscht.

Aus dem Impressum der Autorin: Das Copyright für veröffentlichte, vom Autor selbst erstellte Objekte bleibt allein beim Autor der Seiten. Eine Vervielfältigung oder Verwendung solcher Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte in anderen elektronischen oder gedruckten Publikationen ist ohne ausdrückliche Zustimmung des Autors nicht gestattet.

karl143


zuletzt bearbeitet 19.04.2010 23:35 | nach oben springen

#114

RE: 4 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet

in Themen vom Tage 19.04.2010 23:07
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von S51
In Afghanistan geht es um Bodenschätze? - Äh, welche?. Um Märkte - welche? Um Einflussphären? Ja, gut, Pakistan.



Einflußsphäre auch in Afghanistan --- und zwar insofern, als dort ein stabiles, pro-westliches System aufgebaut werden soll, das keinen Nährboden mehr für den islamistischen Terrorismus bietet. Dabei ist man gerade in letzter Zeit auf einem guten Weg --- und deswegen steht ein Abzug zum gegenwärtigen Zeitpunkt (oder auch eine konkrete Abzugsankündigung) auch gar nicht zur Debatte.

Leider empfinden viele Deutschen (nach Umfragen sogar die Mehrheit) die Terrorgefahr als nicht real und akut. So schön es auch ist, daß wir in Deutschland bisher keinen erfolgreichen islamistischen Anschlag hatten: Muß wirklich erst eine Berliner S-Bahn oder das Münchner Oktoberfest in die Luft fliegen (was jederzeit möglich ist), damit einigen Leuten die Augen aufgehen?


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#115

RE: 4 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet

in Themen vom Tage 19.04.2010 23:11
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von Rüganer
Gestern bei Anne Will in der Ard hieß es, 70% der Deutschen sind für einen Abzug der Soldaten. In der Diskussion sagte doch der Mann der FDP sinngemäß: Bei der Bundestagswahl war die Einstellung der Parteien zum Afghanistaneinsatz bekannt, da sind bei Kenntnis dieser Einstellung aber andere Wahlergebnisse herausgekommen...



Richtig. Afghanistan ist ein Thema, das die meisten Deutschen (zumindest nach ihrer eigenen Einschätzung, s.o.) weder besonders betrifft noch bewegt --- und das insofern bei Wahlentscheidungen (wie etwa der letzten Bundestagswahl) keine nennenswerte Rolle spielt.

Hinzu kommt, daß sich die auf Bundesebene relevanten fünf Parteien in ihrer Bejahung des dortigen Bundeswehr-Einsatzes nicht fundamental unterscheiden --- was hoffentlich auch so bleiben wird.


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#116

RE: 4 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet

in Themen vom Tage 20.04.2010 08:38
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von Sonny

Zitat von S51
In Afghanistan geht es um Bodenschätze? - Äh, welche?. Um Märkte - welche? Um Einflussphären? Ja, gut, Pakistan.



Einflußsphäre auch in Afghanistan --- und zwar insofern, als dort ein stabiles, pro-westliches System aufgebaut werden soll, das keinen Nährboden mehr für den islamistischen Terrorismus bietet. Dabei ist man gerade in letzter Zeit auf einem guten Weg --- und deswegen steht ein Abzug zum gegenwärtigen Zeitpunkt (oder auch eine konkrete Abzugsankündigung) auch gar nicht zur Debatte.

Leider empfinden viele Deutschen (nach Umfragen sogar die Mehrheit) die Terrorgefahr als nicht real und akut. So schön es auch ist, daß wir in Deutschland bisher keinen erfolgreichen islamistischen Anschlag hatten: Muß wirklich erst eine Berliner S-Bahn oder das Münchner Oktoberfest in die Luft fliegen (was jederzeit möglich ist), damit einigen Leuten die Augen aufgehen?



Sonny,
denkst du wirklich, dass man da gerade auf einem guten Weg ist?
Was passiert gerade im Irak? Trotzt der Anwesenheit der Alliierten Truppen? Bomben, Terror und permanenter Streit zwischen den Glaubensrichtungen und wenn die Alliierten weggingen, dann würde da wahrscheinlich erst richtig die Eskalation losgehen. Die jahrtausendalte Strukturen werden doch nicht durch die Anwesenheit der westlichen Truppen in Afghanistan aufgebrochen, ja man geht eben mal kurz ein bisschen auf Tauchstation, aber ob sich da ein "guter Weg " abzeichnet? Eher halte ich das Argument, man wolle neben Pakistan nicht noch einen Staat entstehen lassen, der radikal islamistisch werden würde, schon für sehr nahe an der Wahrheit. Dann entsteht der eben woanders, und Trainingszentren für Terroristen - Somalia, Sudan, - es gäbe doch genug andere Länder, wohin sie ausweichen könnten. Wollen wir die alle niederringen und besetzen?
Die Zivilisten, die bei den Tanklastern getroffen wurden, haben Familie. Die Taliban haben Familie. Alle beklagen Tote und werden nicht so sehr nett über die denken, die ihre Toten zu verantworten haben. Ich denke, eher von dieser Richtung erwächst eine Gefahr für das Oktoberfest oder die S- Bahn...
Da denke ich nur an den Bürger einer ehemaligen Sowjetrepublik, der den Schweizer Fluglotsen tötete, weil er ihn für den Schuldigen am Absturz eben dieses Flugzeuges hielt, in dem seine Tochter saß... die Mentalität gleicht nicht der unseren, Sonny...


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#117

RE: 4 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet

in Themen vom Tage 20.04.2010 08:51
von Holtenauer | 1.158 Beiträge

Zitat von Augenzeuge

Zitat von Mike59
Jetzt fliegt unser oberster Kriegsgott auch noch zurück nach Masar i Sharif.

Dabei weiß doch wirklich jeder das die Großkopferten in der täglichen Aufgabenerfüllung nur hinderlich sind. Im Gefecht sind die so wichtig wie dem Papst seine ..er

Mike59




Guttenberg ist für niemanden ein Gott- aber endlich mal ein Minister, der nicht nur in seiner bisherigen kurzen Amtszeit weiß, wo man seiner Verantwortung gerecht wird, sondern den (Kriegs)-Zustand dort ungeschminkt beim Namen nennt. Für mich der beste Verteidigungsminister seit Jahren...
Es ist noch nicht lange her, da hat man darüber gemeckert, dass man um Afghanistan einen Bogen machte.
AZ





Stimme dir voll zu AZ

Krieg ist Krieg, da gibt es Tote und Verletzte. Sinnvolle Kriege gibt es sowieso nicht.

Vor nicht allzulanger Zeit war das hier in Europa ja auch ein Thema. Würde mich interessieren, ob die, die jetzt aufschreien, auch zuhause geblieben wären, wenns losgegangen wäre.


Gruß
Thomas
Zerstörer Lütjens - D185

Seit man begonnen hat, die einfachsten Behauptungen zu beweisen, erweisen sich viele von ihnen als falsch

Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast


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#118

RE: 4 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet

in Themen vom Tage 20.04.2010 08:57
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

ich schreibe es mal so.
es gibt keine zwangskommandierung in den irak,die soldaten sind freiwillig kommandiert und erfuhren eine sonderausbildung dafür(ich kenne 2).aus welchen gründen sie auch freiwillig ja sagten,armee ist ihr job und jeder weis vor seiner verpflichtung welche aufgaben eine armee hat und welche gefahren der job in sich bürgt.traurig ist jeder gefallene zu beklagen,aber wäre die armee ein kasperverein wo jeder sagen kann:was,die schießen wirklich,na dann nehme ich mal urlaub in der zeit.dann bräuchten wir keine bw.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#119

RE: 4 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet

in Themen vom Tage 20.04.2010 13:42
von Sonne | 510 Beiträge

[quote="fela123"]Vier deutsche Soldaten in Afghanistan getötet
vom 15.04.2010 | AFP


Was will man überhaupt dort ?
Innere Sicherheit ist in Deutschland viel wichtiger!
Dort hätte man genug zu leisten.!


Gruß Sonne

05/66-10/67
18 Monate meiner Jugend
in Glowe, Rothesütte, Elend


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.
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#120

RE: 4 deutsche Soldaten in Afghanistan getötet

in Themen vom Tage 20.04.2010 18:23
von PF75 | 3.293 Beiträge
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