#21

RE: Ist der „Ossi“ eine eigene Ethnie?

in Leben in der DDR 10.04.2010 23:04
von TOMMI | 1.992 Beiträge

Zitat von 94
_TOMMI_>
Tapfer, einen Badener als Schwaben zu bezeichnen. Respekt!





Ups, Pforzheim in Baden?
Wäre ja das selbe, wie einen Franken als Bayer zu bezeichnen.
Man möge mir nachträglich verzeihen....


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#22

RE: Ist der „Ossi“ eine eigene Ethnie?

in Leben in der DDR 10.04.2010 23:11
von Mongibella (gelöscht)
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Ossis/Wessies....

....hmmmm ja, als ik nach NRW kam machte man es mir nie schwierig, se haben es ja schliesslich auch nich gemerkt das ich aus Osten kam sobald ich was gesagt habe....ich hatte wohl den typischen Slang nicht....naja, ich bin in der Altmark aufgewachsen und war bei Rostock die letzten 6 Monate im Dienst.....und auch nur mit fast nur Fisschköppen in einer Lehrklasse....hab mich wohl im Sauerland dann eher wat Niedersächsisch angehört....

....klar wenn ich's dann erzählt hab, kamen die Vorurteile zum Vorschein oder es wurden Witze gemacht....aber wen juckt es, wer die selben Vorurteile hat und auch noch kräftig mitlachen konnte...

Eine Anekdote fällt mir aber zu Lüdenscheid ein....Ausländeranteil bei etwa 17% damals in 1990....

Ich war beim Einwohnermeldeambt für irgendwat....ich glaub ne Ummeldung auf ne andere Adresse...wo sind sie geboren, ah in Salzwedel, das liegt doch in Polen oder nich, neehee..dat liegt mitten in Deutschland....ich mußte eben mal neben den Schalter warten bleiben und sie zog andere Leute eben mal vor...scheinbar Polen...nun gut, die Beambte und die Polen hatten wohl einige Verständigungsprobleme und da meinte doch die Beambtin zu mir, hey sie, sie können uns doch sicher helfen, sie kommen doch auch aus Polen....ich so, wie oft den noch, Salzwedel liegt nicht in Polen, ich kann höchtens einige Schipfwörter auf Polnisch, ansonsten sprech ich aber gut Deutsch....sie begriff es aber nich.......achja, jeder kann mal den überblick verlieren....und Geografie is ja nu auch nich jedermanns Stärke....

Nun gut, ich siedelte kurz danach über nach Holland....auf einmal gab es kaum noch Probleme mit der Buchstabierung meines Nachnamens, ich sprech ihn nun eh etwas vlämischer aus....in Deutschland, obwohl er für Deutsche doch supereinfach ist, gabs immer Probleme....und nein, er klingt echt Deutsch und echt nich Polnisch....

Wie wurd ich weiter in Holland behandelt....nunja, ich gab mir von Anfang an sehr große Mühe die Sprache zu lernen, was mir schnell gelang und ab und an hab ich echt kaum noch nen Akzent...ich hab eher schon stellenweise nen holländischen auf Deutsch...wenn ich irgendwo hin komm in Holland werd ich immer als Zuid-Limburger erkannt, wir sprechen wirklich ab und an heftigen Dialekt und Redewendungen, die Holländer aus andern Provinzen so nich sprechen oder gebrauchen....

....zuerst war es ganz gut so integriert zu sein....aber nach und nach, wenn es zur Sprache kommt, das ich aus Deutschland komm, sag ich immer dazu, das ich aus Ostdeutschland bin....selbst die Holländer machen nämlich Unterschiede und da kommen die Ostdeutschen durchweg viel besser weg als die Westdeutschen....okee, im Grßen Und Ganzen ist man den Deutschen über eh sehr offen aber intern fällt schonmal das Wort *kut volk*....wobei *kut* eigendlich das Pedant zu *Votze* ist, umgangssprachlich aber so wie im Deutschen das Wort *Scheiße* benutzt wird....also *Scheißvolk*....naja, aber dann auch immer mit 'nem Zwinkern gesagt....also meisten garnichma so schlimm gemeint....aber jeder weiß so seine Erfahrungen mit den *kut-duitser* zu erzählen....Holländer haben so ihre eigene Sicht der Dinge....is ja auch klar, jeder hat so seine Perspektive auf's andere Land....und auch die Provinzen unter sich in Holländ sehen die jeweils andere Provinz als Ventil um mal Dampf abzulassen....is halt menschlich und es ist halt so....inwieweit man sich davon was annimmt, ist ja nun jedem sein Ding....

....ich will mal so sagen....ich mag Bayern nich, hab aber bayrische Freunde....und das laß ich mal so stehen....zur Gedankenanregung....kein Bayer soll sich beleidigt fühlen....

Zum Abschluß will ich noch sagen, das es jedes Mal echt aufbauend ist, das wenn ich nen Auszug aus dem Gemeinderegister haben muß, da drin steht, *geboren in de Duitse Democratische Republiek*....es is schon so ein Gefühl von Stolz und jeder in Holland weiß direkt, das ich kein Wessie gewesen bin....hahahaha, auch hab ich nen 2ten Wohnsitz *tief im Westen*....halt in GrönemeierCity....

Tjaaaa, dat is was mir dazu einfällt....

Seid alle gegrüßt(Ossie wie Wessie)(eh alle gleich) aus Chiasso

Mara


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#23

RE: Ist der „Ossi“ eine eigene Ethnie?

in Leben in der DDR 11.04.2010 00:01
von Theo85/2 | 1.201 Beiträge

Zitat von TOMMI
Also Leute, um hier mal den Maler Max Liebermann zu zitieren,
"Ich kann nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte"
Einige scheinen es immer noch nicht begriffen zu haben, dass
wir das Jahr 2010 schreiben. Solch ein Vokabular darf nur noch
der Vergangenheit angehören. Die Begriffe "Ossi" und "Wessi" haben
zwar erst einmal einen harmlosen, wenn nicht gar witzigen Klang,
aber dennoch einen diskriminierenden Unterton. Und das darf es nicht
geben. Ich gebe hier zu bedenken, dass es sogar ein Gebot des Grund-
gesetzes ist, "...an der Einheit Deutshlands in Freiheit mitzuwirken."
Ganz besonders schlimm wird es, wenn nicht von "Wessis" und "Ossis" geredet wird,
sondern von "Deutschen" und "Ossis". In dem Augenblick wird Dummheit in der
Sprache fast schon zum Verbrechen. Denn eine solche Gegenüberstellung soll heißen:
"...Leute in Thüringen, Meck-Pomm, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt sind anders,
sind keine Deutschen, lediglich minderwertige Eingeborene einer Kolonie"
(Wir kennen alle noch solch ein Vokabular wie zB. "Buschzulage"!)
Anders herum wird der "Wessi" als ein arroganter Schnösel beurteilt, der uns belehren
will, wie wir früher gelebt haben, als diese Begriffe noch eine gewisse Existenzberechtigung
hatten. Was in der DDR Scheiße war, wissen wir selber und viel besser als jeder Außenstehende,
wir wissen auch, was weniger schlecht und was vielleicht auch gut war. Weiterhin wissen wir,
dass es auch ein Leben jenseits der Politik gab und gibt und dass man sich trotz aller Widrigkeiten
so gut es ging eingerichtet hat.
Die Qualität eines Menschen wird daran gemessen, ob er ein symphatischer, vernünftiger
Zeitgenosse ist oder ein unsymphatischer Kotzbrocken, ganz unabhängig von der Herkunft.
Die Ursachen solcher Entartungen mögen vielfältig sein, eine davon sind in groben
und gröbsten Fehlern während des Vereinigungspozesses zu suchen. Diese zu diskutieren, würde
aber hier den Rahmen sprengen, da dieses Thema Stoff für einen neuen Thread liefert.
Dinge, wie zum beispiel unterschiedliche Entlohnung bei gleicher Arbeit sind nicht nur ungerecht,
sondern schlichtweg eine Sauerei, welche so schnell wie möglich verschwinden muss.
Sich deswegen aber den Schuh "Ossi" anzuziehen, ist grundweg falsch. Denn so werden solche Zustände
hingenommen, wenn nicht gar anerkannt. Irgendwo habe ich gar gelesen, dass jemand schrieb, er
sei "Ossi" und stolz darauf. Ja Leute, wisst ihr denn, was ihr da sagt, respektive schreibt?
Ihr werdet beleidigt und freut euch noch darüber?
Wie kann man seine Identität leugnen und sich eine diskriminierende Scheinidentität auferlegen?
Ich für mein Teil bin Deutscher und Thüringer. Meinetwegen auch umgedreht. Nicht mehr und nicht weniger.
Allein schon in Erwäung zu ziehen, ob ein Ossi eine eigene Ethnie ist, dann qualifiziert das einen
schon für eine geschlossene Anstalt in einer Psychiatrie. (Anwesende ausgeschlossen)
Zum Abschluss noch eine kleine Geschichte, die ich fast wie eine Anekdote erlebte:
Vor einigen Jahren hatte ich beruflich mit zwei Leuten aus Pforzheim zu tun.
Irgendwann fingen sie auch mit diesen "Ossi"-Geschwätz an. Natürlich rief das meinen
Widerspruch hervor. Ich sagte, dass ich Thüringer bin und Thüringen die MITTE Deutschlands und
nicht der OSTEN ist. Wenn sie in den Osten wollten, sollten sie sich in Richtung Cottbus
bemühen. (unsere Freunde in der Lausitz mögen dies verzeihen)
Darauf antworteten sie: "Ja, ihr nennt uns doch auch "Wessis" ".
Woruaf ich entgegnete: "Nö, für mich seid ihr Schwäbele".
Von diesem Augenblick an war der Bann gebrochen und wir wurden ein super Team.

Ein schönes Wochenende wünscht ein Deutscher und Thüringer.



Hallo THOMMI

Mir ist es ein Bedürfniss, Dir zu sagen, daß Du mir aus der Seele gesprochen hast!

Gruß Theo 85/2, auch ein Thüringer


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#24

RE: Ist der „Ossi“ eine eigene Ethnie?

in Leben in der DDR 11.04.2010 00:22
von Mongibella (gelöscht)
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Zitat von Theo85/2

Hallo THOMMI

Mir ist es ein Bedürfniss, Dir zu sagen, daß Du mir aus der Seele gesprochen hast!

Gruß Theo 85/2, auch ein Thüringer



Ich find den Beitrag von THOMMI auch 'nen richtig Guten....

@THOMMI, ich gehör als Limburger in Holland auch ner belächelten Minderheid an....trag das aber echt mit Würde....is eh der schönste Teil von Nederland....

in dat Sinn(ja okee, dat kommt wieder aus'm Ruhrpott, aber auch da halt ich den Ossie hoch)

groetjes uit Chiasso

Mara


zuletzt bearbeitet 11.04.2010 00:25 | nach oben springen

#25

RE: Ist der „Ossi“ eine eigene Ethnie?

in Leben in der DDR 11.04.2010 11:24
von nolle (gelöscht)
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Danke an Theo85/2. Du hast mir wirklich aus dem Herzen gesprochen. Viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
Tschüß


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#26

RE: Ist der „Ossi“ eine eigene Ethnie?

in Leben in der DDR 11.04.2010 11:36
von Steiner | 13 Beiträge

Seit meiner Entlassung aus der Staatsburgerschaft der DDR,wohne ich in BW!(Badisch!)In den20 Jahren habe ich versucht, dass die Vorurteile uber uns abbgebaut werden.Viele wissen überhaupt nichts über das damalige soz.System.Meine Tocter ist hier geboren und wird wenn sie erwachsen ist über manches hoffentlich nur noch lächeln.Ich werde weiterhin mein bestes geben,um Vorurteile gegen über Uns abzubauen!!!Wir sind ein Volk,und haben eine sehr schöne Heimat auf die wir Stolz sein können.Probleme wird es immer geben,aber Klotzen nicht nur Motzen



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#27

RE: Ist der „Ossi“ eine eigene Ethnie?

in Leben in der DDR 11.04.2010 18:00
von WernerHeinrich (gelöscht)
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Sagt mal könnten wir uns nicht darauf einigen einfach nur Deutsche mit, dank unserer Vorfahren, verschiedener Geschichte zu sein.


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#28

RE: Ist der „Ossi“ eine eigene Ethnie?

in Leben in der DDR 11.04.2010 18:25
von TOMMI | 1.992 Beiträge

Zitat von WernerHeinrich
Sagt mal könnten wir uns nicht darauf einigen einfach nur Deutsche mit, dank unserer Vorfahren, verschiedener Geschichte zu sein.



Mein Reden, Werner Heinrich, mein Reden.....


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#29

RE: Ist der „Ossi“ eine eigene Ethnie?

in Leben in der DDR 11.04.2010 18:57
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Zitat von WernerHeinrich
Sagt mal könnten wir uns nicht darauf einigen einfach nur Deutsche mit, dank unserer Vorfahren, verschiedener Geschichte zu sein.


Hallo WernerHeinrich,

auch auf die Gefahr, als Spielverderber angesehen zu werden, sage ich mal: Nö. Das hat mehrere Gründe.

Der wichtigste für mich ist, dass ich die Vielschichtigkeit meiner Herkunft nicht unter einer solch allgemeinen Einsortierung wiederfinde. Ich bin entsprechend Gesprächspartner und Gesprächsinhalt wahlweise zunächst: gebürtiger Leipziger, gebürtiger Sachse, Rucksackberliner, Prolet, Ex-Offizier, alter Grenzer, Friedensbewegter, Ossi, Rumpelzoni (danke nochmal an sentry, dass er diesen Begriff hier im Forum salonfähig gemacht hat), Deutschlandreisender, noch ein paar andere Sachen und dann vielleicht auch mal Deutscher.

Ein weiterer Grund ist, dass ich mit dem Begriff Deutscher meine politische Heimat nicht beschrieben sehe. So lange es hier die Akzeptanz der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen gibt, solange sich dieses Land an Kriegen beteiligt, differenziere ich meine Herkunft lieber nach den oben genannten Begriffen.

Ein weiterer Grund ist, dass mit dem "Wegdrücken" von Begriffen nach meiner Meinung immmer auch eine Art Verdrängung einhergeht. Es ist doch nicht so, dass, selbst wenn wir uns alle auf einen Begriff einigen sollten, die Differenzen, aus denen heraus die Begriffe entstanden, auf einmal weg sind. Ich bin ständig in ganz Deutschland unterwegs und erlebe, wie wenig Menschen übereinander wissen und wie das fehlende Wissen gern durch Vorurteile ersetzt wird. Nein, dann rede ich lieber Tacheles, als mich irgendeinem Wischi-Waschi-Kompromiss hinzugeben.

Und einen weiteren Grund nannte Erich Kästner mal so schön: Warum soll ich ausgerechnet das Land lieben, an das ich Steuern zahle?

WernerHeinrich, TOMMI, ich verstehe Euer Anliegen und teile sogar die Auffassung, dass es gut wäre, wenn wir diese alten Streits aus der Welt schaffen könnten. Aber die Abschaffung der Begriffe schafft doch nicht den Streit aus der Welt. Mich erinnert das ein wenig an einen alten Witz aus den Zeiten der Rassentrennung in den USA: Ein paar Afroamerikaner wollen im vollen Bus vorn mit fahren. Ein paar Weiße protestieren. Der Streit droht schon fast zur Tätlichkeit zu eskalieren, da dreht sich der Busfahrer: "Aber, aber Freunde! Wir wollen doch friedlich bleiben. Ich verstehe auch den ganzen Streit nicht. Stellt Euch doch einfach vor, wir sind nicht schwarz oder weiß, sondern alle grün." Im Bus herrscht nachdenkliches Schweigen, in das der Busfahrer ergänzt: "Und nun die Dunkelgrünen nach hinten!"

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#30

RE: Ist der „Ossi“ eine eigene Ethnie?

in Leben in der DDR 11.04.2010 19:02
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo zusammen, zum Thema direkt nicht so viel aber ich wollte nocheinmal auf den Text von Rüganer vom 9.04 hier eingehen.
Ich hatte schon öfters geschrieben, ich hänge dieser DDR-Zeit nicht hinterher,hänge ihr nach oder so.
Wer dieses aus meinen Texten liest, liest sie nicht richtig.
Es geht mir auch heute entsprechend und keine Klagen, nicht Eine. Nur möchte ich damit aufzeigen, das es immer einen Weg gibt, um das bestehende System, sei es das heutige oder das damalige ...ich nenne es mal ganz einfach, "um es zu bescheißen".
Dies mag für Manche Mitbürger unverständlich klingen, ich sehe es als normal an ganz einfach aus der Meinung her, das ich nicht Alles als " Gottgegeben" hinnehmen muss.
Warum sollte ich damals den " obersten Zehntausend" huldigen und sollte es heute tun? Sie hatten damals die Moral außen vor gelassen und sind heute keinen Jota besser, im Gegenteil, die Alten Betonköpfe in der DDR waren wahre Weisenknaben gegen diese Spezies, die uns heute regiert.
War ich damals Einer, der logischerweise kein Vorbild für die Jugend war, der " sozialistischen Jugend" war, möchte ich heute, das der Jugendliche nicht dem Götze Staat, dem Pharaonen und Priester Staat hinterherrennt, der ihm vorgaukelt, ein demokratisches System zu sein, aber diese moralischen Werte schon lange über den Jordan gewrfen hat.
Also gesunden Menschenverstand genutzt und zwischen den Zeilen gelesen, dann entschieden, was könnte wahr und was falsch sein, und dann gehandelt, gelebt.
Die DDR gab und nahm...ich gab ihr meine Loyalität, sie respektierte dies und lies mich machen, und ich nahm im Gegenzug, warum sollte ich dies nicht ausleben, denn Blödheit hatte ich mir nicht auf die Fahne geschrieben.
Dieses System heute...ist es soviel anders?
Ego, um nochmal auf den Anfang zrückzukommen...diese Zeiten des " Gottgegeben" sind Mittelalter, der Sozialismus hatte einem Menschentyp hervorgebracht, der nicht mehr an Götzen glaubte, er machte sich sein eigenes Bild, er handelte...gutes Beispiel, die Wende.
Heute sind wir wieder im Mittelalter gelandet, im menschlichem Mittelalter, den der verdammte Konsum hat unseren Verstand ausgeschaltet.
Aber auch wie geschrieben, ich war und möchte kein Vorbild für die Jugend sein. Nur eines würde mir gefallen, wenn sie ihren ganz eigenen Geist einsetzen, und auch mal über den Tellerrand schauen., den erweiterten Horizont wahrnehmen.
Also dem " Gottgegeben" einen Tritt, das es bis zum " Sanktnimmerleinstag" fliegt, und eigene Gedanken ausgelebt, von niemanden und nichts pressen lassen.
Auch wenn ich die Gemeinschaft liebe, die Kraft die sie hervorbringt, aber diese Zeiten sind lange vorbei, alles Geschichte.
Diese heutige Zeit hat es hervorgebracht, den grenzenlosen Egoismus, also muss sie auch damit leben, das der Mensch meint: "Ihr könnt doch lange quatschen, ich mach sowieso, was ich will".
Auch auf die Gefahr hin, das eines schönen Tages der Mensch sich selber ein Bein stellt, er hatte es doch so gewollt, oder liege ich falsch damit?

R-M-R


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#31

RE: Ist der „Ossi“ eine eigene Ethnie?

in Leben in der DDR 11.04.2010 22:51
von josy95 | 4.915 Beiträge

[quote="Luchs"

(Zitat Luchs Auszug)

Wir sollten die Fehler nicht immer nur bei der anderen Seite suchen sondern uns an die eigene Nase fassen. Wenn das, allein hier im Forum die Masse tut, sind wir auf dem richtigen Weg.
Viele Grüße
Micha[/quote]


Luchs, Micha!

Keine Panik! Hatte nur nicht die Zeit und Muße dazu, meinen Beitrag irgendwie fortzusetzen. Aber nun zur Gegenfraktion der ewig Jammernden, Klagenden: Erst dicke SED-Genossen gewesenen, alle Vorteile daraus "genossen", voll in die rote Tastatur gehauen, zu allem ja und amen gesagt, Kollegen denunziert, angeschissen, nie viel, nie richtig Lust zum Arbeiten gehabt, dann zur Wende schnell das Parteiabzeichen weg, sich schnell, anonym und vorteilhaft unter das demonstrierende Volk gemischt. Im Grunde Vaterlandsverrat betrieben. Ja, dann aber irgendwo gescheitert, (leider nur) als Faulpelz erkannt. Oft schon bei dem Thema, einfach mal, richtig zu arbeiten, acht Stunden ohne langwierige "Propagandapausen" durchzuhalten kläglich gescheitert. Seit einigen Jährchen schon von Sozialhilfe oder Hartz IV lebend, ganze Tag vor der Glotze hockend, den ganzen Tag nur meckern und nölen, von alten Zeiten schwärmen, die in Wirklichkeit keine waren, weil damals schon und nur durchs Leben schmarotzt, genasshauert... . Und heute irgendwelchen linken oder rechten Demagogen fröhnend...!

Fortsetzung folgt. Insbesondere für die große Mehrheit, der Menschen, der "Ossis" (schlimmes Wort, ganau wie "Wessi"!) die Dank eklatantem Versagen bundesdeutscher Nachwendepolitik gerne mit ehrlicher Arbeit ihr Geld verdienen wollten, wollen, aber davon, wie auch von einem menschenwürdigen Dasein immer weiter abgekoppelt werden.
Wie heißt es doch so schööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööön im $, hoppla § 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland? "...die Würde des Menschen ist unantastbar...!"

In diesem Sinne, schönen Sonntag Abend noch.
Gute Nacht Deutschland! Schlaf gut im Traum von einer sozialen Marktwirtschaft, einem bischen Gerechtigkeit. Träum von Deinen übervorteilten und gut betuchten Korifeen, deren exenstiell sorgenfreiem Leben. Träum aber auch davon, das der Mob der Straße irgendwann, und hoffentlich bald mal wieder erwacht und alle, alle hinwegfegt! So wie das biblische Fegefeuer der Hölle...


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 11.04.2010 22:54 | nach oben springen

#32

RE: Ist der „Ossi“ eine eigene Ethnie?

in Leben in der DDR 12.04.2010 12:53
von Grete85 | 840 Beiträge

Zitat von Rainman2

Zitat von WernerHeinrich
Sagt mal könnten wir uns nicht darauf einigen einfach nur Deutsche mit, dank unserer Vorfahren, verschiedener Geschichte zu sein.


Hallo WernerHeinrich,

auch auf die Gefahr, als Spielverderber angesehen zu werden, sage ich mal: Nö. Das hat mehrere Gründe.

Der wichtigste für mich ist, dass ich die Vielschichtigkeit meiner Herkunft nicht unter einer solch allgemeinen Einsortierung wiederfinde. Ich bin entsprechend Gesprächspartner und Gesprächsinhalt wahlweise zunächst: gebürtiger Leipziger, gebürtiger Sachse, Rucksackberliner,Adoptivboulette, Prolet, Ex-Offizier, alter Grenzer, Friedensbewegter, Ossi, Rumpelzoni (danke nochmal an sentry, dass er diesen Begriff hier im Forum salonfähig gemacht hat), Deutschlandreisender, noch ein paar andere Sachen und dann vielleicht auch mal Deutscher.

Ein weiterer Grund ist, dass ich mit dem Begriff Deutscher meine politische Heimat nicht beschrieben sehe. So lange es hier die Akzeptanz der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen gibt, solange sich dieses Land an Kriegen beteiligt, differenziere ich meine Herkunft lieber nach den oben genannten Begriffen.

Ein weiterer Grund ist, dass mit dem "Wegdrücken" von Begriffen nach meiner Meinung immmer auch eine Art Verdrängung einhergeht. Es ist doch nicht so, dass, selbst wenn wir uns alle auf einen Begriff einigen sollten, die Differenzen, aus denen heraus die Begriffe entstanden, auf einmal weg sind. Ich bin ständig in ganz Deutschland unterwegs und erlebe, wie wenig Menschen übereinander wissen und wie das fehlende Wissen gern durch Vorurteile ersetzt wird. Nein, dann rede ich lieber Tacheles, als mich irgendeinem Wischi-Waschi-Kompromiss hinzugeben.

Und einen weiteren Grund nannte Erich Kästner mal so schön: Warum soll ich ausgerechnet das Land lieben, an das ich Steuern zahle?

WernerHeinrich, TOMMI, ich verstehe Euer Anliegen und teile sogar die Auffassung, dass es gut wäre, wenn wir diese alten Streits aus der Welt schaffen könnten. Aber die Abschaffung der Begriffe schafft doch nicht den Streit aus der Welt. Mich erinnert das ein wenig an einen alten Witz aus den Zeiten der Rassentrennung in den USA: Ein paar Afroamerikaner wollen im vollen Bus vorn mit fahren. Ein paar Weiße protestieren. Der Streit droht schon fast zur Tätlichkeit zu eskalieren, da dreht sich der Busfahrer: "Aber, aber Freunde! Wir wollen doch friedlich bleiben. Ich verstehe auch den ganzen Streit nicht. Stellt Euch doch einfach vor, wir sind nicht schwarz oder weiß, sondern alle grün." Im Bus herrscht nachdenkliches Schweigen, in das der Busfahrer ergänzt: "Und nun die Dunkelgrünen nach hinten!"

ciao Rainman




Haste noch vergessen(rot), ansonsten guter Beitrag.

Ich hab keine Schwierigkeiten im Umgang mit Menschen ob "Ossi" oder "Wessi".Jeder ist auf seine Weise komisch. Bloß wenn man den Anderen nicht in seiner Art und Denkweise versehen kann und will,dann wird das nichts.Man muß sich schon mit seinem Gegenüber beschäftigen und alles nicht so verbissen sehen.Oder man nehme ihn so wie er ist. Und wenn man mit ihm nicht kann, na dann eben nicht.Doch sollte man nicht in das Extrem verfallen und (weil man den Gegenüber nicht versteht) ihn schlecht und nieder machen.

Gruß Grete


--------------------------------------------------
Geschichte ist nichts anderes
als die Unfallchronik der Menschheit.

Chales Talleyrand,französicher
Staatsmann (1754-1838)
--------------------------------------------------
Gedient von Frühjahr 1982 bis Frühjahr 1985 beim
VEB Landesverteidigung, Betriebsteil Grenzsicherung Rhön
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#33

RE: Ist der „Ossi“ eine eigene Ethnie?

in Leben in der DDR 12.04.2010 16:25
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Grete85

Zitat von Rainman2

Zitat von WernerHeinrich
Sagt mal könnten wir uns nicht darauf einigen einfach nur Deutsche mit, dank unserer Vorfahren, verschiedener Geschichte zu sein.


Hallo WernerHeinrich,

auch auf die Gefahr, als Spielverderber angesehen zu werden, sage ich mal: Nö. Das hat mehrere Gründe.

Der wichtigste für mich ist, dass ich die Vielschichtigkeit meiner Herkunft nicht unter einer solch allgemeinen Einsortierung wiederfinde. Ich bin entsprechend Gesprächspartner und Gesprächsinhalt wahlweise zunächst: gebürtiger Leipziger, gebürtiger Sachse, Rucksackberliner,Adoptivboulette, Prolet, Ex-Offizier, alter Grenzer, Friedensbewegter, Ossi, Rumpelzoni (danke nochmal an sentry, dass er diesen Begriff hier im Forum salonfähig gemacht hat), Deutschlandreisender, noch ein paar andere Sachen und dann vielleicht auch mal Deutscher.

Ein weiterer Grund ist, dass ich mit dem Begriff Deutscher meine politische Heimat nicht beschrieben sehe. So lange es hier die Akzeptanz der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen gibt, solange sich dieses Land an Kriegen beteiligt, differenziere ich meine Herkunft lieber nach den oben genannten Begriffen.

Ein weiterer Grund ist, dass mit dem "Wegdrücken" von Begriffen nach meiner Meinung immmer auch eine Art Verdrängung einhergeht. Es ist doch nicht so, dass, selbst wenn wir uns alle auf einen Begriff einigen sollten, die Differenzen, aus denen heraus die Begriffe entstanden, auf einmal weg sind. Ich bin ständig in ganz Deutschland unterwegs und erlebe, wie wenig Menschen übereinander wissen und wie das fehlende Wissen gern durch Vorurteile ersetzt wird. Nein, dann rede ich lieber Tacheles, als mich irgendeinem Wischi-Waschi-Kompromiss hinzugeben.

Und einen weiteren Grund nannte Erich Kästner mal so schön: Warum soll ich ausgerechnet das Land lieben, an das ich Steuern zahle?

WernerHeinrich, TOMMI, ich verstehe Euer Anliegen und teile sogar die Auffassung, dass es gut wäre, wenn wir diese alten Streits aus der Welt schaffen könnten. Aber die Abschaffung der Begriffe schafft doch nicht den Streit aus der Welt. Mich erinnert das ein wenig an einen alten Witz aus den Zeiten der Rassentrennung in den USA: Ein paar Afroamerikaner wollen im vollen Bus vorn mit fahren. Ein paar Weiße protestieren. Der Streit droht schon fast zur Tätlichkeit zu eskalieren, da dreht sich der Busfahrer: "Aber, aber Freunde! Wir wollen doch friedlich bleiben. Ich verstehe auch den ganzen Streit nicht. Stellt Euch doch einfach vor, wir sind nicht schwarz oder weiß, sondern alle grün." Im Bus herrscht nachdenkliches Schweigen, in das der Busfahrer ergänzt: "Und nun die Dunkelgrünen nach hinten!"

ciao Rainman




Haste noch vergessen(rot), ansonsten guter Beitrag.

Ich hab keine Schwierigkeiten im Umgang mit Menschen ob "Ossi" oder "Wessi".Jeder ist auf seine Weise komisch. Bloß wenn man den Anderen nicht in seiner Art und Denkweise versehen kann und will,dann wird das nichts.Man muß sich schon mit seinem Gegenüber beschäftigen und alles nicht so verbissen sehen.Oder man nehme ihn so wie er ist. Und wenn man mit ihm nicht kann, na dann eben nicht.Doch sollte man nicht in das Extrem verfallen und (weil man den Gegenüber nicht versteht) ihn schlecht und nieder machen.

Gruß Grete




Ihr habt den "Dunkeldeutschen" vergessen! Das bekam ich, mehr im Scherz, Anfang der Woche vom Jagdaufseher des Nachbarrevieres zu hören. Er bezog sich darauf, dass früher im Dorf keine Straßenbeleuchtung gewesen wäre. Und er wohnt wenigstens zeitweise in einem Dorf, wo ab 23:00 Uhr eben jene Beleuchtung der Sparsamkeit wegen gegenwärtig abgeschaltet wird. Ich habe ihm dafür als Entschädigung eine Banane als Hauptspeise der Bevölkerung angeboten. Das hat die Situatin spürbar entschärft.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#34

RE: Ist der „Ossi“ eine eigene Ethnie?

in Leben in der DDR 12.04.2010 20:37
von Steiner | 13 Beiträge

Klasse Beitrag!



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#35

RE: Ist der „Ossi“ eine eigene Ethnie?

in Leben in der DDR 12.04.2010 20:41
von Steiner | 13 Beiträge

Dein Beitrag hat was!Stimme Dir in Sehrv vielen Punkten zu



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#36

RE: Ist der „Ossi“ eine eigene Ethnie?

in Leben in der DDR 12.04.2010 21:33
von Pauker | 37 Beiträge

Ein Ossi zu sein, schreckt mich nicht mehr ab!
Wir Ossis, im Alter von sagen wir mal 35 Jahren bis 80 Jahren eint doch nur eines: Wir sind mehr oder weniger in der DDR aufgewachsen. Sie hat uns geprägt, gleich ob wir heute jammern, dass es sie nicht mehr gibt, die gute alte DDR oder ob wir froh sind, dass es diesen Staat seit 20 Jahren nicht mehr gibt.
Als Ossi unter Ossis kann ich hier im Osten immer noch sagen: "Ich geh jetzt einen Broiler essen!"
Jeder in der oben angesprochenen Altersgruppe versteht mich, ohne dass ich mir dass Wort "Grillhändl" rauswürgen muss.
Ja und den Wessis geht es genauso. Auch sie blicken auf eine gemeinsame Geschichte zurück und sind unter den selben Vorzeichen alt geworden. Das prägt und eint die Volksgruppen gleichermaßen.
Stolz wurde in der DDR berichtet, dass die "Westverwandtschaft" ein Paket geschickt hat. Und wenn die Oma aus dem "Osten" endlich mal ihre Enkel in Hamburg oder München besuchen durfte, dann haben die sich über die Ost-Oma auch gefreut.
Ich bin gern Ossi und freue mich über jeden der gern Wessi ist. ....und Arschlöcher gibts überall.



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#37

RE: Ist der „Ossi“ eine eigene Ethnie?

in Leben in der DDR 12.04.2010 21:53
von PF75 | 3.294 Beiträge

@ Pauker


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#38

RE: Ist der „Ossi“ eine eigene Ethnie?

in Leben in der DDR 14.04.2010 01:21
von Mike59 | 7.979 Beiträge
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#39

RE: Ist der „Ossi“ eine eigene Ethnie?

in Leben in der DDR 15.04.2010 15:04
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

Zitat von 94
http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/article7107280/Bewerbungsfaktor-Ossi.html


vor wenigen minuten ist das urteil gesprochen.das gericht sagt nein.der anwalt will weiter klagen


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#40

RE: Ist der „Ossi“ eine eigene Ethnie?

in Leben in der DDR 15.04.2010 15:40
von MK1987 | 50 Beiträge

Ein vollkommen richtiges Urteil!



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