#1

Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.04.2010 12:42
von jenni (gelöscht)
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Hallo, also ich werde in näherer Zukunft meine Abi-Prüfung zu folgendem thema halten:

In der DDR war eine freie Meinungsäußerung nicht möglich! - Die DDR ein Überwachungsstaat?

ich habe schon relativ viele Informationen gefunden und wollte näher auf operative Personenkontrollen, Videoüberwachung, konspirative Hausdurchsuchen und Abhörtechniken eingehen.

Doch informieren einen die Quellen sehr einseitig und ich wollte einmal die Meinung von "betroffenen" Zeitzeugen dazu hören.

Habt ihr euch damals in irgendeine Weise bewacht oder eingeschränkt gefühlt? Standet ihr unter Bewachung oder ähnlichem? Und was für Überwachungsmethoden gab es damals? Stimmt es, dass sogar Lautsprecher zu Wanzen "umgeformt" wurden?

Ich weiß, das sind eine ganze Menge Fragen, doch mich interessiert dieses Thema mitlerweile wirklich sehr, also würde ich mich über eine große Beteiligung an dieser Dikussion sehr freuen!

P.s.: Ich weiß, in der BRD gabs das auch^^ und heute wird vermutlich mehr überwacht als damals, ist aber nur bedingt mein Thema ;)

Vielen Dank im Voraus und liebe grüße

Jenni


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#2

Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.04.2010 15:42
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Hallo Jenni,

du sprichst an du möchtest auf operative Personenkontrollen, Videoüberwachung, konspirative Hausdurchsuchen und Abhörtechniken eingehen.


Dabei solltest du jedoch unterscheiden, dass die OPK eine mögliche Variante der operativen Arbeit war, während die anderen angsprochenen Punkte lediglich konspirative bzw. operativ-technische Mittel sind die hierbei zum Einsatz kommen konnten. Art und Umfang des Einsatzes operativ-technischer Mittel bestimmten sich immer auch aus der Art des Vorganges.


Hier gab es beginnend mit der niedrigsten Stufe folgende:

Sicherheitsüberprüfungen
Operative Personenkontrollen (OPK)
Operative Vorgänge (OV)

die selbstverständlich alle konspirativ erfolgten.


Bei Sicherheitsüberprüfungen, denen in der Regel Objekte unterzogen wurden die bestimmte in der dafür geltenden Richtlinie festgelegte Tätigkeiten oder Aufgaben in der DDR übernehmen sollten z.B. Soldaten, Wissenschaftler, Reisekader..., wurde in der Regel lediglich auf IM und GMS zurückgegriffen.


Eine OPK, die natürlich auch durch eine entsprechende Richtlinie des Genossen Ministers geregelt war, wurde in der Regel dann eingeleitet wenn durch einen IM oder andere Organe Anhaltspunkte für eine feindlich-negative Betätigung eines Objektes gemeldet wurden, bzw. sich bei der Sicherheitsüberprüfung eines Objektes entsprechende Verdachtsmomente ergaben. Wurde die Einleitung einer OPK durch einen Leiter bestätigt, wurden in einem Maßnahmeplan die Einzelheiten z.B. in Bezug auf den Einsatz der Mittel, den Zeitrahmen, sowie die Zielstellung festgelegt. Zuständig für die Beobachtung und Ermittlung war hier die Linie VIII von der auch, bei entsprechender Vorgabe, die von dir angesprochenen konspirativen Wohnungsdurchsuchungen durchgeführt worden, während eine eventuelle Postkontrolle durch Kräfte der Abteilung M realisiert wurde. Wichtigstes Hilfsmittel waren aber auch bei einer OPK die eingesetzen IM, die Informationen liefern aber je nach Lage auch lenkend auf das Objekt einwirken sollten. Lenkend in der Hinsicht, dass das Ojekt nach Möglichkeit von seinen feindlich-negativen Bestrebungen und Einstellungen aktuell und in Zukunft ablassen sollte. Die Folgen und das Ende einer OPK bestimmten sich aus der Art der hierbei gewonnenen Informationen bzw. Kompromate.


Ein OV wurde in fast allen Fällen auf der Basis der bei einer Sicherheitsüberprüfung bzw. OPK gewonnenen Informationen eingeleitet. Selbstverständlich wurde auch hier ein Operativplan erstellt und es konnten alle Mittel der operativen Arbeit zum Einsatz kommen. Die Besonderheit beim OV war lediglich die gleichzeitige operative Bearbeitung des Objektes, um auch schon vorbeugend ein Wirksamwerden feindlich-negativer Kräfte und Bestrebungen zu verhindern, über die heute unter dem Begriff Zersetzung die abenteuerlichsten Räubermärchen verbreitet werden. Mittel hierzu waren u.a. natürlich IM und die bereits bei der OPK angesprochenen Maßnahmen. Zusätzlich wurde verstärkt mit der Abt. 26 zusammengarbeitet die hierbei häufig die Aufträge A, B oder D erhielt und sämtliche in diesem Zusammenhang erforderlichen Maßnahmen konspirativ ausführte. A= Telefonüberwachung, B= Abhörmaßnahmen mit z.B. Wanzen und D= optische und elektronische Beobachtung von Örtlichkeiten. Diese Maßnahmen konnten aber auch schon im Verlauf einer OPK eingesetzt werden, sie waren nicht allein einem OV vorbehalten. Als Abschluß eines OV wurde häufig ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren mit oder ohne Haft eingeleitet, welches von einem Untersuchungsführer für Vorgangsbearbeitung [Nein nicht Vernehmer, Ermittler oder Stasi-Verhörer!!!] der Linie IX geleitet wurde. Je nach Sachlage konnte der OV jedoch auch eingestellt werden, bzw. weitere Maßnahmen zur Bearbeitung des Objektes festgelegt werden.

Am Ende eines jeden der hier genannten Verfahren konnte natürlich auch ein IM-Vorlauf oder die direkte Anwerbung des Objektes als IM stehen.


Zitat
Habt ihr euch damals in irgendeine Weise bewacht oder eingeschränkt gefühlt? Standet ihr unter Bewachung oder ähnlichem?



Eine umfassende oder flächendeckende Überwachung aller Bürger gab es nicht!



Das soll als kleiner Überblick dazu reichen, da ich denke mehr würde den Rahmen der meisten hier sprengen und es macht daher keinen Sinn noch mehr ins Details zu gehen bzw. sich in ihnen zu verlieren. Ich hoffe ich habe die Thematik für Laien einigermaßen verständlich und übersichtlich darlegen können.



P.S.

1.Bitte verschont mich jetzt mit euren moralischen Wertungen und Diskussionen über das ach soooo böse MfS, da es hier nicht das Thema ist und es sonst gut sein kann, das der nächste der Fragen in diese Richtung stellt in diesem Forum keine Antwort mehr erhält.

2. Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten, schließlich hab ich hier schnell nebenbei im Büro geschrieben.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 11.04.2010 18:46 | nach oben springen

#3

Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.04.2010 15:47
von X-X-X (gelöscht)
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#4

Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.04.2010 15:53
von X-X-X (gelöscht)
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Fuer mich waere es besser, wenn eine Feststellung nicht VOR einer Frage steht. Nur mal so...


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#5

Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.04.2010 16:16
von jenni (gelöscht)
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so muss das aber formal in der abiprüfung sein, eine these, eine fragestellung und dann in der präsentation dazu antworten . . . . sorry da musste dich beim berliner schulsenat beschweren ;)

wirklich nützlich und hilfreich sid deine kommentare also nicht! hätteste dir auch sparen können


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#6

Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.04.2010 16:20
von jenni (gelöscht)
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und an feliks, danke, das is mir nicht aufgefallen, wusste bisher nicht, dass es da einen solchen unterschied gibt, dann sollte ich mich für personenüberwachung oder ähnliches entscheiden.

wäre bestimmt ein riesiger fehler in der prüfung gewesen!

also nochmal riesigen dank
Thx liebe grüße jenni


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#7

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.04.2010 22:37
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von jenni
so muss das aber formal in der abiprüfung sein, eine these, eine fragestellung und dann in der präsentation dazu antworten . . . . sorry da musste dich beim berliner schulsenat beschweren ;)




Wie wärs dann mit folgender..

Flächendeckende Überwachung der Bürger der DDR. Die DDR ein Überwachungsstaat?

Die These der flächendeckende Überwachung kannst du dann ja bestens falsifizieren, da es z.B. nicht annähernd die benötigten Kräfte hierfür gab.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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zuletzt bearbeitet 09.04.2010 07:15 | nach oben springen

#8

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.04.2010 08:00
von jenni (gelöscht)
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Das kann nciht mehr geändert werden
Das ist alles fest vorgeschrieben in den Prüfungsunterlagen, jetz kann ich nur noch das beste machen, um diese Thematik bestmöglich zu beantworten


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#9

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.04.2010 12:59
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von jenni
Hallo, also ich werde in näherer Zukunft meine Abi-Prüfung zu folgendem thema halten:

In der DDR war eine freie Meinungsäußerung nicht möglich! - Die DDR ein Überwachungsstaat?

ich habe schon relativ viele Informationen gefunden und wollte näher auf operative Personenkontrollen, Videoüberwachung, konspirative Hausdurchsuchen und Abhörtechniken eingehen.

Doch informieren einen die Quellen sehr einseitig und ich wollte einmal die Meinung von "betroffenen" Zeitzeugen dazu hören.

Habt ihr euch damals in irgendeine Weise bewacht oder eingeschränkt gefühlt? Standet ihr unter Bewachung oder ähnlichem? Und was für Überwachungsmethoden gab es damals? Stimmt es, dass sogar Lautsprecher zu Wanzen "umgeformt" wurden?

Ich weiß, das sind eine ganze Menge Fragen, doch mich interessiert dieses Thema mitlerweile wirklich sehr, also würde ich mich über eine große Beteiligung an dieser Dikussion sehr freuen!

P.s.: Ich weiß, in der BRD gabs das auch^^ und heute wird vermutlich mehr überwacht als damals, ist aber nur bedingt mein Thema ;)

Vielen Dank im Voraus und liebe grüße

Jenni




Viel Erfolg bei Deiner Prüfung!

Feliks D. hat ja schon als "Experte MfS" umfassend und ausführlich geantwortet.

Ich will mal meinen (zu Deinen und von mir rot markierten Fragen) "Senf" als DDR- Otto- Normalverbraucher dazugeben:

Eine freie Meinungsäußerung war sehr schwierig, aber auch nicht generell unmöglich. Man mußte nur sehr, sehr aufpassen und vorsichtig, übervorsichtig sein, wann, wo, vor wem, zu welchem (gefährlichen) Thema und unter was für Begleitumständen man sich äußerte. Als gefährliches Thema war alles anzusehen, was der Ideologie und dem Allmachtsanspruch der SED und ihren führenden Genossen widersprach! Dazu zählten auch z. Bsp. intensive Kontakte in die BRD oder ins übrige westliche Ausland. Als kleines Beispiel, so wie Feliks schreibt, ein IM (inoffizieller Mitarbeiter des MfS) war auf eine Zielperson angesetzt. Man war, aus was für Gründen auch immer, mit vor Ort, mit dieser Person und auch noch anderen zusamm. Z. Bsp. in einer Gaststätte beim Bierchen. IM´s waren ja in den meißten Fällen äußerlich nicht zu erkennen. Es konnte ein gänzlich Unbekannter sein, ein mehr oder weniger gut Bekannter, ein Nachbar, Freund, Abeitskollege, der Wirt, die Bedienung..., eben einfach jeder! Der IM war natürlich auf die Zielperson angesetzt, schnappte natürlich von den anderen Anwesenden auch was mit auf. Nun kam es aber auch auf den IM an, war es ein kleines mieses Denunzianten*chwein, wird der natürlich alles, was an diesem (fiktiven) Kneipentisch gesprochen wurde, regestriert und im Nachhinein natürlich mit seinen eigenen Worten, die wie bei solchen Situationen üblich, manchmal auch viel Dichtung, Halb- und Unwahrheiten enthalten das zu Papier gebracht haben und an seine Vorgesetzten weitergemeldet haben. Um hierbei sich natürlich so viel als möglich Lorbeeren zu verdienen, auch unter der Option,auf die Gefahr hin, weitere unschuldige oder harmlose Personen mit in das Visier des MfS zu bringen. Das hing natürlich dann auch von dem Führungsoffizier des IM´S beim MfS ab, wie er diese konspirativ erlangten Informationen wertete, einstufte. Aber wie das bei Geheimdiensten oder besser gesagt, Ermittlern auch heute immer noch so ist, die sind neugierig und da ist alles interessant, jedes Detail wichtig!!! Oder es war eben ein IM, der sich nur auf den ihm erteilten Auftrag, seine Zielperson konzentrierte und ggfls. nur gravierende Äußerungen Anderer mit erfaßte. Das waren aber eher die Minderheiten der IM´s.
Das ist natürlich auch etwas "Fachwissen" von heute, der Nachwendezeit. Man wußte eben schon als DDR- Bürger, das wurde einen auch schon im gewissen Sinne aus den Erfahrungen der Eltern und Großeltern mit dem russischen Geheimdienst und dessen perfiden Methoden in der Nachkriegszeit mit in die Wiege gelegt, das man sehr vorsichtig sein mußte. Oder man war eben ein Kämpfer, ein Märtürer und wußte, auf was man sich einließ. Oder gar ein Volltrottel...!
Das MfS bekannte sich ja eindeutig zu den "Traditionen" und Methoden des sowjetischen Geheimdienstes, deshalb bezeichneten sie sich (intern) auch gern als Tschekisten.

Wie dem auch sei, das es eine flächendeckende Überwachung gegeben hat, möchte ich aus heutiger Sichtweise bestreiten. Nur kamen die Ausmaße der Überwachung einer flächendeckenden Situation sehr, sehr nahe. Man darf und muß auch immer die damaligen technischen Vorraussetzungen der Überwachungen bedenken, die mit den heutigen Mitteln in keinster Weise mehr vergleichbar sind. Das spiegelt sich schon allein darin wieder, mit welch hohem Personalaufwand das durch das MfS betrieben wurde, betrieben werden mußte. Die Zahlen dazu findest Du in jeder guten Statistik.

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 09.04.2010 13:09 | nach oben springen

#10

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.04.2010 13:22
von Alfred | 6.841 Beiträge

Josy,

die Zahl der MA des MfS - oder auch eines anderen Geheimdienstes - was soll die schon aussagen ?

Aber dieses Thema hatten wir ja schon.

Und noch einiges haut so wie von DIR geschrieben nicht hin.


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#11

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.04.2010 13:34
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Alfred
Josy,

die Zahl der MA des MfS - oder auch eines anderen Geheimdienstes - was soll die schon aussagen ?

Aber dieses Thema hatten wir ja schon.

Und noch einiges haut so wie von DIR geschrieben nicht hin.



Alfred, mag sein. Das ist eben die heutige Freiheit, auch die des freien Wortes.

Und was die Anzahl der MfS- Mitarbeiter anbelangt, meinte ich ganz einfach den logisch höheren Personalaufwand auf Grund der damals vorhandenen, personalintensiveren Technik, der personalintensieveren Auswertung der erlangter Informationen. Das brauch ich Dir doch nicht zu erzählen. Auch wieder im Vergleich zu damals.
Natürlich haben auch die damaligen politischen Verhältnisse bei der Personalbemessung eine nicht unerhebliche Rolle gespielt. Wenn Du das meinst, muß ich Dir Recht geben.

Aber Du wirst mir bei meiner Hypothese sicherlich auch Recht geben, Recht geben müssen, das mit Einzug der personalsparenden PC- und digitalen Technik auch Du irgendwann vermutlich arbeitslos geworden wärst...

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 09.04.2010 13:36 | nach oben springen

#12

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.04.2010 13:53
von Alfred | 6.841 Beiträge

josy,

mag alles sein.

Aber auch am Inhalt ist einiges SO nicht korrekt.

So wurden IM in der von Dir beschrieben Art nicht eingesetzt. Jetzt wird aber sicher wieder Herr XY aus der Kiste springen und sagen , "doch, so habe ich dies bei mir in der Akte gelesen".

Es war z.B. immer Aufgabe der Führungsoffiziere, erhaltene Informationen auf den Wahrheitsgehalt zu prüfen.

Und auch hier kann jetzt wieder XY sagen, bei mir war dies nicht so.

Das die Technik heute eine ganz andere Rolle spielt ist schon richtig.

Ich finde, ein Schüler ist mit einer solchen Abi - Arbeit - Thema - überfordert .


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#13

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.04.2010 15:42
von ABV | 4.202 Beiträge

Es kam ganz sicher darauf an, wo und zu wem man seine Meinung äußerte. Im ungünstigsten Falle konnte die Meinungsäußerung einen Verstoß gegen den § 220 StGB (Öffentliche Herabwürdigung) darstellen, was auch mit Gefängnis bestraft werden konnte. Es gab aber in der DDR die Möglichkeit verklausuliert auf gewisse Missstände in der Gesellschaft hinzuweisen. Diese Möglichkeit nutzten besonders Autoren von Sketchen und Bühnenstücken sehr gerne. Am Gelächter und Beifall des Publikums konnte man sehr leicht erkennen, dass die Botschaft angekommen war. Wenn man sich heute Wiederholungen solcher auch im DDR-Fernsehen gesendeter Bühnenstücke, zum Beispiel die beliebte " Maxe Baumann-Reihe, ansieht, verstehen viele heutige Zuschauer die Witze nicht mehr. Das konnte man nur als " gelernter DDR-Bürger", bis 1990.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#14

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.04.2010 16:24
von 94 | 10.792 Beiträge

_ABV_> Diese Möglichkeit nutzten besonders Autoren von Sketchen und Bühnenstücken sehr gerne. Am Gelächter und Beifall des Publikums konnte man sehr leicht erkennen, dass die Botschaft angekommen war.

O.F. Weidling


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#15

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.04.2010 16:31
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von 94
_ABV_> Diese Möglichkeit nutzten besonders Autoren von Sketchen und Bühnenstücken sehr gerne. Am Gelächter und Beifall des Publikums konnte man sehr leicht erkennen, dass die Botschaft angekommen war.

O.F. Weidling



Stimmt! Aber leider hatte es bei O.F. Weidling tragische Folgen. So viel mir bekannt ist, saß Kurt Hager, der Chefideologe der SED, eines Tages im Publikum. Der hatte sich wohl Anfangs noch ein Lächeln abgerungen, nicht allein deswegen da O.F. ihn direkt angesprochen und verulkt hatte. Der Humorlose Hager sorgte dafür, dass O.F. Weidling in der Zukunft "kalt gestellt" wurde. Der beliebte Komiker hatte dieses faktische Berufsverbot nie verwunden und ist bald darauf mehr oder weniger " an gebrochenen Herzen" verstorben. Das konnte ja nichts werden, mit solch einer Regierung

Gruß an alle
Uwe


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#16

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.04.2010 16:58
von Alfred | 6.841 Beiträge

ABV,

dass Thema Weidling hatten wir schon mal.

Nur so viel, Deine Info ist so nicht korrekt.


Zur Eröffnung des Friedrichstadtplastes war das PB erschienen , inkl. Honecker. Weidling sprach Mittag an.


Fakt ist aber auch, dass Weidling zu diesen Zeitpunkt schon sehr schwer erkrankt war. Selbst seine Söhne kamen zu der Auffassung, dass ihr Vater nicht viele weitere Veranstaltungen aus gesundheitlichen Gründen überstanden hätte. Dies kam vor einiger Zeit in einer Doku. Weidling hatte wohl eine Jubliläum o.ä..

Aber dies hat ja nichts mit dem Ausgangsthema zu schaffen.


zuletzt bearbeitet 09.04.2010 16:59 | nach oben springen

#17

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.04.2010 17:53
von ABV | 4.202 Beiträge

@Alfred, du hast Recht, es handelte sich um Mittag. Der war aber offenkundig auch keine Frohnatur und schon gar nicht in der Lage über sich selbst zu lachen. Die anderen Aussagen behalte ich bei, siehe auch hier http://www.welt-des-wissens.com/wissen/person_ofweidling.htm
Aber du hast natürlich auch Recht, dass das alles nichts mit dem Eingangsthema zu tun hat. Also belassen wir das damit!

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#18

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.04.2010 18:03
von ABV | 4.202 Beiträge

Es gab in der DDR noch eine Überwachungsmaßnahme: die staatlichen Kontrollmaßnahmen gemäß § 48 StGB. Mittels dieses Paragraphen wurden Haftentlassene unter Kontrolle gehalten, wobei diese Maßnahme nicht in jedem Fall zur Anwendung kam. In den Fällen in denen Kontrollmaßnahmen durchgeführt wurden, legte man extra zu dem Betroffenen eine Kontrollakte an. Der Haftentlassene wurde mit Auflagen, dass war eine regelmäßige Meldung bei der VP, Kontaktsperre zu bestimmten Personen und Arbeitsplatzbindung, belegt. Der Kontrolloffizier der VP, in aller Regel der ABV, durfte unangemeldet in der Wohnung des Haftentlassenen erscheinen, um sich persönlich ein Bild von dessen Lebensumständen zu überzeugen. Im Gegenzug konnte er auch auf Hilfe von den staatlichen Organen bei eventuellen Schwierigkeiten bei der Wiedereingliederung hoffen. Die VP hatte hierbei die Rolle eines Bewährungshelfers und/oder Sozialarbeiter übernommen, was natürlich keine klassische Polizeiaufgabe ist. Wie groß das "Vertrauen" eines solchen Menschen in die " Institution Polizei" war, kann sich jeder selbst vorstellen. Bei den mir bekannten Fällen handelt es sich allerdings ausnahmslos um Zeitgenossen, welche auch nach dem heutigen Maßstab als kriminell gelten würden.

Gruß an alle
Uwe


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http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#19

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.04.2010 22:23
von Boelleronkel (gelöscht)
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Kann mich erinnern,dass ein Kollege einen Eintrag im PA hatte...das war auch eine Art Klappkarte oder so.
Jedenfalls hatte er BERLINVERBOT.

Vielleicht kann das näher erklärt werden?


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#20

RE: Überwachungsmethoden in der DDR

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.04.2010 11:07
von turtle | 6.961 Beiträge

Ich hatte einen PM-12, Personalausweis .In erster Linie bekamen solch ein Ausweis "politisch nicht tragbare" DDR-Bürger.Meistens nach der Haftentlassung Als politisch"nicht tragbar", zählten unter anderen DDR-Bürger ,die wegen § 213 (vers.illegaler Grenzübertritt),§ 212 (Widerstand gegen die Staatsgewalt) und anderen Delikten gegen das sozialistische System waren.etc.)inhaftiert wurden, bekamen nach der Haftentlassung den PM-12.Er war meistens mit div.Auf- lagen( wie: wöchentliche Meldepflicht bei der Polizei, Arbeitsplatzbindung,)und weitere Schikanen verbunden.Bürger, die den PM-12 hatten,konnten von "Freiheit"nicht reden.Sie war damals durch das sozialistische System schon eingeschränkt, aber durch den PM-12,noch mehr. So einfach einmal an die Ostsee fahren oder Berlin war damit nicht möglich!
Diesen PM-12 Ausweis bekamen aber auch andere aus der Haftentlassene wie asoziale etc.
Auf diese Gruppe trifft es eher zu was ABV vom Bewährungshelfer ABV schreibt! In der Regel wurde sich um Ex-Kriminelle nach der Haftentlassung mehr gekümmert als um politische Ex-Häftlinge!
Ich stelle mir heute manchmal folgendes zu . Es hätte zu DDR Zeiten in den Haushalten PCs mit den Komunikationsmöglichkeiten von heute wie Internet etc. gegeben! Das wäre bestimmt eine große Herrausforderung für die Überwachung gewesen.
Damals durfte man nicht einmal einen Tonträger wie eine Musikkassette in die DDR einführen. Na von schnell einmal in die BRD telefonieren schreibe ich lieber nichts. Es gab ja nicht einmal genug Telefone in den Haushalten!
Gruß Peter(turtle)


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