#41

RE: Ist es wahr, dass in der DDR Kinder von studierten Eltern NICHT mehr zur Uni zugelassen wurden?

in Mythos DDR und Grenze 24.09.2010 07:52
von sentry | 1.091 Beiträge

Ist es wahr, dass in der DDR Kinder von studierten Eltern NICHT mehr zur Uni zugelassen wurden?

Die Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Das sieht man daran, dass einige (mit persönlichen Erfahrungen) behaupten, dass sei absolut richtig, andere wiederum (auch mit persönlichen Erfahrungen) behaupten, dass wäre nicht richtig.

Die Frage lässt sich natürlich auch auf verschiedene Arten interpretieren.

War es grundsätzlich so, dass in der DDR Kinder von studierten Eltern NICHT mehr zur Uni zugelassen wurden?
Hier muss man ganz klar sagen, dass es nicht richtig ist, dass Kinder von studierten Eltern nicht mehr zur Uni zugelassen wurden. Dazu gibt es einfach zu viele Beispiele, die das Gegenteil beweisen - jedenfalls mehr, als dass man von Ausnahmen reden kann.
Ich kann nicht sagen, ob es Perioden gab, wo es tatsächlich grundsätzlich ein Ausschlusskriterium war, ob die Eltern studiert haben. Wenn wir von den 50ern sprechen, mag das sogar sein, denn da hätten die Eltern so um 1910 herum studiert, und ich kann mir gut vorstellen, dass einige Entscheider der frühen DDR verhindern wollten, diese Linien fortzusetzen.

Gab es Fälle, dass in der DDR Kinder von studierten Eltern NICHT mehr zur Uni zugelassen wurden?
Grundsätzlich war es nicht nur in den 50ern sondern auch später so, dass Arbeiterkinder bevorzugt werden sollten. Allerdings war der Begriff des "Arbeiterkindes" weitgespannt. Nur weil man studierte, verlor man nicht automatisch diesen "Arbeiterstatus". Folglich blieben regelmäßig auch Kinder von Studierten Arbeiterkinder... Ich kann mich gut an Diskussionen erinnern, wann man Arbeiterkind im Sinne dieser Bevorzugung war und wann nicht. Allein das zeigt schon, dass zugunsten diverser Berufsgruppen dieser Begriff mit der Zeit aufgeweicht wurde.
Kinder von Studierten wurden ganz sicher häufig abgelehnt. Man müsste allerdings auch hinterfragen, ob das wohl der einzige Grund war. Auch das kann sicher nicht immer ausgeschlossen werden.

Ich persönlich bin nicht gerade ein Verfechter des gelegentlich so hochgelobten Bildungssystems der DDR. Meiner Meinung nach waren die Chancen für den Einzelnen viel zu sehr von der Willkür des Systems und einiger weniger Entscheider abhängig und weniger von der Leistung und Motivation des Kindes. Beispiele wurden hier schon genug genannt (z.B. Rainman).
Interessanter als die Ausgangsfrage dieses threads ist meiner Meinung nach die Zulassung zum Abitur, denn hier wurden eigentlich die Weichen für die Zukunft gestellt. Meine Erfahrung war die, dass man mit der Möglichkeit zum Abitur auch praktisch alle Chancen auf ein anständiges Studium hatte. Natürlich spielte bei einigen Studiengängen die "Linientreue" des Abiturienten eine Rolle. So war das System eben. Aber prinzipiell war man mit dem Abitur über den Berg. Einen Abiturplatz zu ergattern war da schon viel schwieriger und das ist auch der Grund, warum ich das heutige Bildungssystem trotz aller seiner Mängel bevorzuge: Der Schüler hat die Möglichkeit, mit einer ausreichend guten Leistung, den Bildungsweg zu gehen den er möchte.
Wir müssen nicht über den Einfluss des Umfeldes und des Geldes auf diesen Bildungsweg reden. Darüber wissen wir alle Bescheid und auch die beinahe unkontrollierte Flut an ungeeigneten Möchtegern-Abiturienten ist sicher nicht gut für das Bildungssystem. Aber Fakt ist, dass das System dem Schüler keine Steine in den Weg legt wegen seiner Herkunft oder seiner Gesinnung und darauf kommt es an. Einem "bildungsfernen" Elternhaus und einer prekären Lage kann man (theoretisch) entfliehen. Aber wenn deine Regierung entscheidet: "Hier ist Schluss für dich!", hast du keine Chance mehr.

Und nochmal die persönlichen Erfahrungen zur Ausgangsfrage: Meine Eltern haben beide studiert und alle Kinder (mich eingeschlossen) haben ebenfalls eine Hochschule bzw. Uni besucht. Meine Mutter ist übrigens Pastorenkind. In der Verwandtschaft habe ich ähnliche Beispiele.
Unter meinen Komilitonen, soweit ich sie näher kannte, war das Verhältnis Akademikerkind/Oder eben nicht etwa ausgeglichen, denke ich (späte 80er Jahre).


zuletzt bearbeitet 24.09.2010 07:55 | nach oben springen

#42

RE: Ist es wahr, dass in der DDR Kinder von studierten Eltern NICHT mehr zur Uni zugelassen wurden?

in Mythos DDR und Grenze 24.09.2010 08:30
von dieter (gelöscht)
avatar

Zitat von seaman


Meine Geschwister waren nach meiner(unser) Republikflucht erstmal zum Studium gesperrt...

seaman




Kannst du etwas zu den Gründen der Republikflucht, den Ablauf bzw. den Folgen schreiben?
Dieter


nach oben springen

#43

RE: Ist es wahr, dass in der DDR Kinder von studierten Eltern NICHT mehr zur Uni zugelassen wurden?

in Mythos DDR und Grenze 24.09.2010 08:51
von Norweger (gelöscht)
avatar

Zitat von sentry
Die Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. ...

Ich persönlich bin nicht gerade ein Verfechter des gelegentlich so hochgelobten Bildungssystems der DDR. Meiner Meinung nach waren die Chancen für den Einzelnen viel zu sehr von der Willkür des Systems und einiger weniger Entscheider abhängig und weniger von der Leistung und Motivation des Kindes.




Was mich hier in Norwegen als erstes doch in Erstaunen setzte, war die Situation im Bildungswesen. Allein das Verhältnis Lehrer : Schüler und ältere Generation. Kurzum: Der Umgang miteinander. Na und dann entdeckte ich dann noch den Begriff Polytechnik.Obs? Durchfragen war angesagt. Und siehe da. Ein Großteil der norwegischen Lehrer (jetzt bereits im entsprechenden Alter!) hat in der DDR Pädagogik studiert. Wesentliche Elemente des Bildungssystems wurden übernommen und landespezifisch modifiziert. So gibt es heute (immer noch) Stoffverteilungspläne, Bildungs- und Erziehungsziele usw. usf. Kommt einem dann doch schon -auch mit zeitlichem Abstand - bekannt vor. Im Gespräch wurde ich dann einmal gefragt, weshalb denn immer noch das dreigliedrige Schulwesen in Deutschland praktiziert wird? Hier schätzt man ein, daß dieses "Auslaufmodell" doch bereits seit Ende der 70er OUT war. Läßt Pisa vielleicht grüßen?


nach oben springen

#44

RE: Ist es wahr, dass in der DDR Kinder von studierten Eltern NICHT mehr zur Uni zugelassen wurden?

in Mythos DDR und Grenze 24.09.2010 10:35
von sentry | 1.091 Beiträge

Zitat von Norweger
Ein Großteil der norwegischen Lehrer (jetzt bereits im entsprechenden Alter!) hat in der DDR Pädagogik studiert. Wesentliche Elemente des Bildungssystems wurden übernommen und landespezifisch modifiziert.



Ok, da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt.
Ich kritisiere nicht das Bildungssystem der DDR hinsichtlich seiner Methodik und seines Erfolgs. Dazu bin ich auch gar nicht in der Lage, denn ich verstehe nicht allzu viel davon. Fakt ist aber, dass der Ossi bei weitem nicht dümmer aus der Schule gekommen ist als der Wessi. Vielleicht wären wir bei PISA-Tests sogar besser weggekommen als der heutige Grund- oder Hauptschüler - keine Ahnung.
Ich denke Art und Umfang der Bildung gingen schon in Ordnung - bis auf die ideologisch bedingten Über- und Unterbewertungen z.B. von geschichtlichen Themen.

Ich habe das System lediglich hinsichtlich seiner Chancengleichheit und Gewichtung der Leistungsfähigkeit des Einzelnen kritisiert, denn hier wurde meiner Meinung nach unzulässig die Entwicklung Vieler blockiert. Im Grunde kritisiere ich nicht das Bildungssystem, sondern die Auswirkungen des Systems "Sozialismus" oder meinetwegen "DDR" auf die Bildung.


zuletzt bearbeitet 24.09.2010 10:36 | nach oben springen

#45

RE: Ist es wahr, dass in der DDR Kinder von studierten Eltern NICHT mehr zur Uni zugelassen wurden?

in Mythos DDR und Grenze 24.09.2010 10:43
von mic44 | 183 Beiträge

Leider gab es aber auch genug Fälle,wo Leute zum Studium zugelassen wurden,die nicht das geistige Rüstzeug besassen.In meiner Klasse wurde einer durch das Abi gelotst,weil er sich zu 25 Jahren verpflichtet hat.Aus eigener Kraft hätte er das nie geschafft.


nach oben springen

#46

RE: Ist es wahr, dass in der DDR Kinder von studierten Eltern NICHT mehr zur Uni zugelassen wurden?

in Mythos DDR und Grenze 24.09.2010 11:02
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Feliks D.

Zitat von matloh
Man brauchte tatsächlich eine Zulassung um studieren zu dürfen?

Was findest Du daran schlimm?
Ich weiß ja nicht wie das bei euch in Österreich geregelt ist, aber hier brauchst Du auch heute eine Zulassung um in Deutschland studieren zu können.


Ok, ich habe mich etwas undeutlich ausgedrückt - mea culpa. Natürlich benötigt man auch in Österreich bestimmte Voraussetzungen um ein Studium beginnen zu können (Abitur [in Österreich: "Matura"], ggf. eine Aufnahmeprüfung an der Uni). Diese Voraussetzungen sind aber nicht davon abhängig, welche Meinung ich von der gerade herrschenden Regierung habe (selbst wenn ich das öffentlich zur Schau trage), ob ich Mitglied der kommunistischen/sozialistischen/freiheitlichen/bürgerlichen/grünen Partei bin, ob ich mich freiwillig zu erweitertem Militärdienst melde, ob ich jemals versucht habe in ein fernes Land zu zu reisen (Urlaub, internationale Erfahrung...) oder ob mein Cousin 3. Grades in einem anderen Land wohnt.
Die Voraussetzung ist nur, dass der künftige Student ein gewisses Grundwissen mitbringen muss damit man im Zuge des Studiums nicht bei Null beginnen muss.

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
nach oben springen

#47

RE: Ist es wahr, dass in der DDR Kinder von studierten Eltern NICHT mehr zur Uni zugelassen wurden?

in Mythos DDR und Grenze 24.09.2010 12:28
von sentry | 1.091 Beiträge

Zitat von matloh
Diese Voraussetzungen sind aber nicht davon abhängig, welche Meinung ich von der gerade herrschenden Regierung habe ...
Die Voraussetzung ist nur, dass der künftige Student ein gewisses Grundwissen mitbringen muss damit man im Zuge des Studiums nicht bei Null beginnen muss.



Voraussetzung ist auch die Verfügbarkeit ausreichender Studienplätze für die anströmenden Bewerber ...gestern wie heute. Da hilft die unter Umständen auch ein Superabitur nicht weiter.
Wie das in einer Planwirtschaft so ist, wurde sicher auch hier eingegriffen, in dem man die verfügbaren Studiengänge und die Anzahl der Studiengänge auf die Erfordernisse der Wirtschaft abstimmte. Das dürfte in vielen Fällen natürlich verhindert haben, dass alle ihr Traumfach studieren. Allerdings finde ich das jetzt nicht übermäßig verwerflich.
Ansonsten, wenn wie gesagt die Abiturhürde genommen war, dürften die Behinderungen von politischer Seite nicht mehr so übermäßig gewesen sein, wenn man nun nicht ganz offensichtlich den "Super-Putscher" hat raushängen lassen. Dennoch ist klar, dass auch die politische Einstellung der Studenten kritisch beobachtet wurde...man wollte natürlich Führungskräfte im eigenen Sinne heranziehen und nicht die künftigen Gegner...
Zwischendurch gab natürlich noch die Wehrdienstkeule, die offen oder verdeckt geschwungen wurde. Von einem entwickelten sozialistischen Studenten wurde natürlcih ein dreijähriger Wehrdienst erwartet. Aber letztendlich war auch dies kein Ausschlusskriterium, genau wie der Bildungsweg der Eltern. Auch hier waren in meinem Studiengang bestimmt die Hälfte der Studenten nur die vorgeschriebenen 18 Monate bei der Armee (mich eingeschlossen).
Fazit: Man muss deutlich zwischen massiven und überwindbaren Hürden auf dem DDR-Bildungsweg unterscheiden.


nach oben springen

#48

RE: Ist es wahr, dass in der DDR Kinder von studierten Eltern NICHT mehr zur Uni zugelassen wurden?

in Mythos DDR und Grenze 30.09.2010 10:29
von dieter (gelöscht)
avatar

Zitat von dieter
[quote="seaman"]

Meine Geschwister waren nach meiner(unser) Republikflucht erstmal zum Studium gesperrt...

seaman



War die von der HVA inszeniert?
Dieter


nach oben springen

#49

RE: Ist es wahr, dass in der DDR Kinder von studierten Eltern NICHT mehr zur Uni zugelassen wurden?

in Mythos DDR und Grenze 20.02.2011 18:48
von praeceptor507 | 233 Beiträge

Hallo Angelo

Zitat
Lieber Angelo, vielleicht solltest Du Dir mal überlegen, ob man zum Eingang in das Forum nicht mal ein paar Pflichtfelder ausfüllen müßte!!



Ich denke, daß wosch damit Recht hat.
Ein Minimum an Infos wären vielleicht von Nutzen.
Absolute Anonymität ist in so einem Forum fehl am Platz.
Mann will doch wissen, mit wem man sich unterhält.
Da ich selbst Ahnenforschung betreibe würde ich mich gerne
mal mit Ahnenforscher austauschen.


Komm'se mal zurück Gefreiter! Könn'se denn nich grüßen?
nach oben springen

#50

RE: Ist es wahr, dass in der DDR Kinder von studierten Eltern NICHT mehr zur Uni zugelassen wurden?

in Mythos DDR und Grenze 20.02.2011 19:38
von Unterfeld (gelöscht)
avatar

Komisches Thema eigentlich! Ich habe Freunde/Bekannte die haben Abitur, sind Lehrer, Ärzte usw. . Letztendlich kommt es doch immer auf den Menschen an!

Bei uns gab es mal einen "Kerl" der hiess Thxxxe, wollte Mathematik studieren nach seinen 3 Jahren, hochintelligent, hat immer zugegeben das er die 3 Jahre wegen seines anschliessenden Studiums macht, ich war "Überzeugungstäter". Nach einem Jahr hab ich die Schn.... voll gehabt, Schluss mit Heroismus!

Thxxxe konnte niemals mehr sein Studium aufnehmen, hat was im Maschinenbau gemacht, hat mich angerufen nach unserer Entlassung - er konnte sich nicht mehr richtig konzentrieren!

Thomas

Bitte keine Klarnamen verwenden edit@Stabsfähnrich


zuletzt bearbeitet 20.02.2011 21:47 | nach oben springen

#51

RE: Ist es wahr, dass in der DDR Kinder von studierten Eltern NICHT mehr zur Uni zugelassen wurden?

in Mythos DDR und Grenze 20.02.2011 21:26
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Unterfeld
- er konnte sich nicht mehr richtig konzentrieren!

Thomas




Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
nach oben springen

#52

RE: Ist es wahr, dass in der DDR Kinder von studierten Eltern NICHT mehr zur Uni zugelassen wurden?

in Mythos DDR und Grenze 21.02.2011 08:43
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

@feliks, die mos´er waren nach kurzer zeit durch den unterschiedlichen schichtrhythmus und die hohe stundenzahl des dienstes schnell fertig mit sich und ihrer umwelt. viele sahen beizeiten aus wie alte männer . dazu kam noch der starke nikotinkonsum und im ausgang der alkohol. nach spätestens 1 1/2 jahren waren die männer verschlissen. monatliche postenzeiten von 260 - 280 stunden waren keine seltenheit. nicht umsonst häuften sich die sogenannten "mos-macken".... und wenn man mitten im wald in der waldsiedlung auf eine angeblich fahrende straßenbahn feuert, war das nur eine der auswirkungen.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
nach oben springen

#53

RE: Ist es wahr, dass in der DDR Kinder von studierten Eltern NICHT mehr zur Uni zugelassen wurden?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2011 18:20
von Bommelmütze2 (gelöscht)
avatar

Zitat von Angelo
Ich habe gestern in einem Buch gelesen: Kinder, deren Elternteil studiert hat, wurden in der DDR nicht mehr zur Uni zugelassen. Das klingt schrecklich abstrus und ich möchte jetzt wissen, ob das korrekt wieder gegeben wurde.




Das hatte ich in meiner Jugend auch mal so gehört. Das Gerücht? Diese Tatsache? ...hörte ich das erste Mal
hier im Westen innerhalb eines TV-Interviews mit ExDDR Bürgern vor der Wende. Im Westen hat das hier bis
zur Wende eh keinen "normalen" Bundesbürger interessiert.

Gerade wieder eingefallen, das da jemand aus der DDR kam. Die hat auch mal mir gegenüber sowas erzählt
"da (DDR) hies es Akademikerkind, ...so konnte ich in der DDR nicht studieren."
Das nur dazu, das durchaus zumindest solche Behauptungen verbreitet wurden.

Enttäuschend ist hier mal wieder die Reaktion von der "DDR Lobby" im Forum. Statt nun einen Gegenangriff zu starten, reagiert ihr
wieder nur mit "ungläubigen Unverständnis." Gerade in der sozialen Frage hat der Westen extreme Defiziete! Da wäre es auch
Pflicht, mal darauf herumzureiten, wie hoch denn die Zahl der Studierenden aus der Arbeiterklasse im Westen waren - und sind.
Und wieviele aus dem Bürgertum (auch zum Stichwort: Studiengebühren) hier studieren!

Eine andere Frage wäre das nie in den Medien angesprochene Thema "Gab es auch in der DDR innerhalb der Eliten so eine Art
"SOZIALISTISCHES BÜRGERTUM"??? Aber dieses Tabuthema wäre schon fast ein anderer Thread.


zuletzt bearbeitet 26.02.2011 18:23 | nach oben springen

#54

RE: Ist es wahr, dass in der DDR Kinder von studierten Eltern NICHT mehr zur Uni zugelassen wurden?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2011 18:24
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Kaum im Forum, legt "Bommelchen" ja mit Volldampf los!!


zuletzt bearbeitet 26.02.2011 18:24 | nach oben springen

#55

RE: Ist es wahr, dass in der DDR Kinder von studierten Eltern NICHT mehr zur Uni zugelassen wurden?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2011 18:42
von Mike59 | 7.963 Beiträge

Zitat von Bommelmütze2

Zitat von Angelo
Ich habe gestern in einem Buch gelesen: Kinder, deren Elternteil studiert hat, wurden in der DDR nicht mehr zur Uni zugelassen. Das klingt schrecklich abstrus und ich möchte jetzt wissen, ob das korrekt wieder gegeben wurde.




Das hatte ich in meiner Jugend auch mal so gehört. Das Gerücht? Diese Tatsache? ...hörte ich das erste Mal
hier im Westen innerhalb eines TV-Interviews mit ExDDR Bürgern vor der Wende. Im Westen hat das hier bis
zur Wende eh keinen "normalen" Bundesbürger interessiert.

Gerade wieder eingefallen, das da jemand aus der DDR kam. Die hat auch mal mir gegenüber sowas erzählt
"da (DDR) hies es Akademikerkind, ...so konnte ich in der DDR nicht studieren."
Das nur dazu, das durchaus zumindest solche Behauptungen verbreitet wurden.

Enttäuschend ist hier mal wieder die Reaktion von der "DDR Lobby" im Forum. Statt nun einen Gegenangriff zu starten, reagiert ihr
wieder nur mit "ungläubigen Unverständnis." Gerade in der sozialen Frage hat der Westen extreme Defiziete! Da wäre es auch
Pflicht, mal darauf herumzureiten, wie hoch denn die Zahl der Studierenden aus der Arbeiterklasse im Westen waren - und sind.
Und wieviele aus dem Bürgertum (auch zum Stichwort: Studiengebühren) hier studieren!

Eine andere Frage wäre das nie in den Medien angesprochene Thema "Gab es auch in der DDR innerhalb der Eliten so eine Art
"SOZIALISTISCHES BÜRGERTUM"??? Aber dieses Tabuthema wäre schon fast ein anderer Thread.




-----------------------------
Dann mach doch diesen Tread auf
Übrigens ist das Bürgertum ja wohl die Mittelschicht und die gab es sehr wohl - das nun als soz. Bürgertum zu bezeichnen - na von mir aus. Ein ausgeprägtes Spießertum gab es auf jeden Fall. Quer durch alle Schichten.

Mike59


nach oben springen

#56

RE: Ist es wahr, dass in der DDR Kinder von studierten Eltern NICHT mehr zur Uni zugelassen wurden?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2011 21:10
von Bommelmütze2 (gelöscht)
avatar

@ die anderen
Nein,
"Dampf" ist übertrieben. Habe aber die Meinung, das nicht nur in diesen Forum, die allgemeine
Auseinandersetzung eher zur gegenseitigen Phrasendrescherei verkommen ist. Echt langweilig.
Scheint bei unserer dt. Mentalität unangemessen zu sein, sich aus der jeweiligen Fraktion etwas
herauszulösen und eine eigene persönliche Meinung oder Betrachtungsweise zu besitzen.

Wenn wir nur immer wieder die gleichen Sprüche und Phrasen hören wollen, können wir auch gleich ZDF anschauen.

Zitat von Mike59

Dann mach doch diesen Tread auf
Übrigens ist das Bürgertum ja wohl die Mittelschicht und die gab es sehr wohl - das nun als soz. Bürgertum zu bezeichnen - na von mir aus. Ein ausgeprägtes Spießertum gab es auf jeden Fall. Quer durch alle Schichten.

Mike59



Nett von Dir zu hören Mike. Ich hatte nur solch einen Eindruck gewonnen, bei Gesprächen mit ehm. DDR Bürgern. Dazu muss
ich sagen, das der Grundeindruck bei den v o r 1989 erzogenen eher der war, das die weniger arrogant gegenüber den "Unter-
schichten" waren. Allerdings gab es auch wenige echt schockierende Äußerungen von einigen Studenten die in "den Westen
gegangen" sind. Z.B.

"Die Arbeiter in der DDR...die Arbeiter in der DDR, .....also wenn da einer Arzt oder Akademiker war...da hatten die überhaupt
keinen richtigen Respekt vor!"

Da habe ich mir auch gleich gedacht, was sollten die denn tun? Im sogn. Arbeiter und Bauernstaat vor denen auf den Boden
herumkriechen und permanent danken, das es sie gab? Dafür gibt es ja heute die neoliberale BRD!
Nee, echt. Sowas ist in der DDR aufgewachsen. Einen ähnlichen Eindruck hatte ich nochmal bei einer aus OstBerlin. Da saßen
wir so zu fünft um einen grossen Tisch in irgendeinen offentlichen Wartesaal.
Auch fiel mir (west. Unterschichtenangehöriger) auf, in was für Länder die schon alles war und was die zur DDR Zeiten schon so
alles an Besitztümern (Swimmingpool, Ferienhäuser, mehr als 1 Auto) besaßen.
Da habe ich aber bedeutend weniger gut gelebt. Von weiteren Äußerungen entnahm ich, das deren Eltern vermutlich "was waren",
wenn natürlich auch nichts konkretes erzählt wurde. Schon gar nicht gegeüber Wessis.

Auch aus dem sozialistischen Polen, ist mir schon mal ein "Bananenkind" begegnet, die auch schon vor 1989 alles, aber auch
alles, bekommen hatte, was man auch nur irgendwie in einen "Sozialistischen Bruderstaat" auf welche Wege auch immer,
beschaffen bzw. konsumieren konnte.
Mike:
"Ein ausgeprägtes Spießertum gab es auf jeden Fall. Quer durch alle Schichten."

Den Eindruck habe ich auch schon frühzeitig gewonnen. Bevor ich "echte" Bürger aus dem anderen Deutschland erlebt habe, habe
ich auch das meiste der Westmedien von den "fanatisch überzeugten revolutionären DDR Leuten" geglaubt. Aber nicht erst nach
dem gezielten Suchen nach Äußerungen der SED/MfS Mitarbeitern zwingt sich der Eindruch auf, das die Mehrzahl erschreckend
sp......sein konnten. Auch extrem deutsch-bürokratisch. Und, sehr zu meinen Leidwesen, z.B. im NVA Forum, stark unter unter
schrecklicher AKüFi (AbKürzungs Fimmel) leiden. Da ich aus dem Westen komme, weiß ich sotrotz Interesse, oft nicht, was,
die nun wo, wie, meinten (w.d.n.w.w.m.).
Ich habe mir auch mal so Büchern von ExMfs Chefs per Fernleihe entliehen. Mal das eigene Selbstverständnis der "anderen
Seite" so lesen. Also einer kam noch recht gut bei weg, ein anderer fiel mir durch seinen völlig dekandenten Lebenswandel und
seiner unerträglichen, permanente Herablassung und Arroganz gegenüber der Arbeiterklasse auf.
Und sowas war Stellvertreter im MfS.

Aber es stimmt auch, gerade die "neue" Bundesrepublik hat eine Menge an Fehlern. Das sollte dann auch mal angesprochen
werden. Auch mißfiel mir die, ebenfalls einseitige, Darstellung der guten edlen Bundeswehr auf dem NVA Forum.
Das machte mich auch wütend, denn so "edel" und nur "die Freiheit schützen" war die auch nicht.


zuletzt bearbeitet 26.02.2011 21:11 | nach oben springen

#57

RE: Ist es wahr, dass in der DDR Kinder von studierten Eltern NICHT mehr zur Uni zugelassen wurden?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2011 21:34
von Mike59 | 7.963 Beiträge

@ Bommelmütze2
Ist ein interessanter Beitrag aber offensichtlich voll off Topic.

Vor einem Arzt oder Akademiker sollte man auch heute keinen Respekt haben - hatte ich auch nicht und habe ich heute auch nicht. Respekt kann man nur vor der Leistung eines Menschen haben, egal welche Graduierung. Zumal der Dr. Titel z.Zt. etwas in Verruf gekommen ist.

Mike59


nach oben springen



Besucher
25 Mitglieder und 72 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: weber-thum@web.de
Besucherzähler
Heute waren 2904 Gäste und 155 Mitglieder, gestern 3611 Gäste und 206 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14367 Themen und 557831 Beiträge.

Heute waren 155 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen