#21

RE: Veranstaltungstipp

in Das Ende der DDR 04.04.2010 19:28
von PF75 | 3.291 Beiträge

Manudave for Präsidentoder?


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#22

RE: Veranstaltungstipp

in Das Ende der DDR 04.04.2010 20:12
von Thunderhorse | 4.005 Beiträge

Zitat von Büdinger

Zitat von manudave

Zitat von Büdinger

Zitat von manudave
Das Wort "Enschädigungslos" hab ich übrigens auch auf Band entdeckt:
http://www.radiobremen.de/bremeneins/ser...7810-popup.html


Hallo manudave ,
wenn ich richtig gehört habe, hat dieses Wort 'entschädigungslos' Bezug zur Enteignung von Junkerland in einer Schrift der KPD von 1930.
Tschüß



Korrekt.
Hat aber so schön zum Thema gepasst.



Hallo manudave ,
um es mal ganz einfach zu sagen:
So etwas zu machen finde ich nicht in Ordnung.
In letzter Zeit kommt mir bei Deinen Beitragen der Gedanke, ob Du nicht etwa Ambitionen hegst, Poltiker zu werden?
Tschüß




Liegt möglicherweise an seinem Umgang.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#23

RE: Veranstaltungstipp

in Das Ende der DDR 04.04.2010 20:30
von Mike59 | 7.944 Beiträge

Bin eigentlich kein Kirchgänger,
aber wenns hilft.
Herr erspare uns dies. Amen

Mike59


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#24

RE: Veranstaltungstipp

in Das Ende der DDR 04.04.2010 23:12
von Büdinger | 1.502 Beiträge

Zitat von manudave
... Was ist an dem Radiobeitrag nicht in Ordnung? Er betrifft doch das Thema...



Kurzes und klares: Nein.

Es betrifft zwar im Allgemeinen die Land- und Forstwirtschaft, im Speziellen jedoch zwei verschiedene Themen: 1) Die entschädigungslose Enteignung von Großgrundbesitzern (Kriegsverbrechern und -gewinnlern) und 2) die Zwangskollektivierung. Diese Themen sind zu trennen, da sie in keinerlei Zusammenhang stehen.

Tschüß


.

Ich finde Menschen faszinierend, die meinen mich zu kennen.
Manchmal drängt es mich sie zu fragen, ob sie mir ein bisschen was über mich erzählen können ...

Ich übernehme die Verantwortung für alles, was ich sage, aber niemals für das, was andere verstehen!

.
zuletzt bearbeitet 04.04.2010 23:13 | nach oben springen

#25

RE: Veranstaltungstipp

in Das Ende der DDR 05.04.2010 00:00
von S51 | 3.733 Beiträge

Meine Großeltern kamen aus Ostpreußen. Ihre Güter dort haben sie nach der Flucht verloren. Dafür gab es keine Entschädigung, da sie ja im Osten blieben.
Hier wurden die Flüchtlinge "Umsiedler" genannt. Das klingt halt politisch korrekter. Das hier nach der Bodenreform enteignete Land wurde aufgeteilt. Davon erhielten sie auch Acker und Wald.
Im Zuge der Kollektivierung gingen die Ackerflächen in die LPG über. Doch galt das nur für die Bewirtschaftung. Man wurde mit seinem Acker Mitglied in der Genossenschaft, die nun insgesamt den Acker bewirtschaftet hat. Der Ertrag blieb in der Genossenschaft, dafür bekam man von dort den Lohn. Doch das Eigentum an den Flächen blieb nach wie vor bei uns. Der Wald ging in der Bewirtschaftung in den staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb über. Dafür gab es weder Lohn noch Pacht. Aber das Eigentum an sich haben wir behalten. Mussten in dieser Zeit allerdings keine Grundsteuer und keine Versicherung hierfür bezahlen. Das beglich der staatliche Forstwirtschaftsbetrieb.
Mit der Zustimmung zur LPG war es so eine Sache. Hast du guten Acker gehabt und gut gewirtschaftet, so hast du als Einzelbauer besser gelebt als ein Genossenschaftsbauer mit seinem ja auch nicht üppigen Lohn. Deshalb hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Hattest du keinen guten Boden, nur wenig oder war dein Ertrag aus anderen Gründen nicht so gut, dann war die LPG für dich besser. Auch, weil Landmaschinen nie billig waren.
Die eingebrachte Fläche konnte man verkaufen, an die LPG, an andere Mitglieder. Auch Übergabe an die Kinder war möglich. Dann war man nur noch Lohnarbeiter in der LPG. Doch eine entschädigungslose Enteignung war das nicht.
Bei den nüchternen Fakten darf man die aufgeheizte Stimmung damals nicht vergessen. Den Druck durch Parteien und FDJ. Die politisch motivierten Angriffe auf Bauern, die an ihrer Scholle und ihrer eigenverantwortlichen Arbeit darauf hingen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 05.04.2010 00:04 | nach oben springen

#26

RE: Veranstaltungstipp

in Das Ende der DDR 05.04.2010 07:42
von manudave (gelöscht)
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Zitat von Mike59
Bin eigentlich kein Kirchgänger,
aber wenns hilft.
Herr erspare uns dies. Amen

Mike59



Politiker werden heute gewählt - da könntest du dann auch jemand anderes wählen.
Eine Freiheit, die du früher nicht hattest.

Davon abgesehen gehe ich nicht in die Politik. Wie gerade hier im Forum zu sehen ist, lasse ich mich nicht verbiegen - eine Grundvorrausetzung für Politik.

Das aber nur kurz zu Mike´s Nebenkriegsschauplatz - Zurück zum Thema.


zuletzt bearbeitet 05.04.2010 07:54 | nach oben springen

#27

RE: Veranstaltungstipp

in Das Ende der DDR 05.04.2010 08:15
von manudave (gelöscht)
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Ich erinnere mich an eine Gespräch mit einem Landwirt, wo wir über die Farbenvielfalt auf den Äckern Hessens sprachen - sprich viele kleine unterschiedlich bewirtschaftete Felder mit reichlich Strauchwerk dazwischen.
Ich meinte, dass mich die großen Felder im Osten immer beeindruckt haben - besonders wenn man an einem kilometerlangen Weizenfeld entlanglief (damals der Weg zum Badesee).
Nun meinte das Bäuerlein, dass diese Art der Bewirtschaftung den Nachteil hat, dass der Wind einen Teil der Ernte vorher "kaputtdrücken" kann, da das Buschland als Windfang nicht vorhanden ist und bei einem großen Feld die Angriffsfläche größer ist.

Ist das so?


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#28

RE: Veranstaltungstipp

in Das Ende der DDR 05.04.2010 09:47
von S51 | 3.733 Beiträge

Im Prinzip ja. Durchschnittene Flächen bremsen den Wind, der sonst den guten Boden wegtragen kann. Gerade in windgefährdeten Bereichen. Große Flächen begünstigen die Bodenerosion. Allerdings ist das von den örtlichen Gegebenheiten abhängig. Flächen gegen die vorherrschende Windrichtung sind eher betroffen, wie auch gegenan steigende Flächen als geschützte Flächen. Fruchten mit starker Wurzel (Rüben z.B.) trifft es weniger als Getreide in der Reife. Kleine Flächen haben den Nachteil, dass der Ertrag pro Hektar gemessen am Aufwand geringer ist. Ausfälle durch Ungeziefer, Wetter, Wild, Preiskämpfe den kleinen Bauern viel härter treffen als die große, effektiv produzierende Genossenschaft. Teure Maschinen bei kleinen Flächen schwerer zu finanzieren sind und weniger effektiv arbeiten. Immerhin kostet ein guter Traktor heutzutage auch um die 200 000 Euro. Die muss man erst mal erwirtschaften.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#29

RE: Veranstaltungstipp

in Das Ende der DDR 05.04.2010 11:11
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Guten Morgen oder fast Mittag. Wir haben drei Großbauern im ...ich nenne es mal ein Dorf nahe einer mittleren Kleinstadt. Einen von ihnen sehe ich öfters auf den Feldern mit seinem schweren Geländewagen( dafür sind sie gut,nicht als Spielzeug für die Straße)...aber ich schweife ab, also er hockt da auf der Scholle und lässt die Erde zwischen den Händen rieseln, oder steht im reifen Getreide und zerbröselt die Halme zwischen den Fingern.
Mit einer relativ kleinen Mannschaft bewirtschaftet er Riesenflächen, darauf Raps, Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Zuckerrüben und gehen wir spazieren entlang seiner Felder, liegt dir der Duft der Kulturen in der Nase.
Da denke ich immer so bei mir....er ist ein guter Bauer und gelernt ist gelernt, so wie in meinem Handwerk.Er hält die Fäden in der Hand, und hat wohl einen guten Überblick, nur Zuhause bei seiner noch jungen Frau sieht man ihn selten.
War nur mal so ein Gedankengang zur Bewirtschaftung größerer Flächen.

R-M-R


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#30

RE: Veranstaltungstipp

in Das Ende der DDR 05.04.2010 11:37
von S51 | 3.733 Beiträge

Hallo Rainer,
denke mal nicht, dass Landwirtschaft nur so abläuft wie früher mit dem Pferd und der Maschine dahinter. Gut, ich habe mein Land verpachtet. Mir selber fehlt die Zeit, weshalb ich nur noch den Wald selbst bewirtschafte. Aber einige meiner Mitjäger sind noch Bauern und führen die Agrargenossenschaft. Da ist inzwischen moderne Technik in. Die Männer steuern den vernetzten Trecker, Frauchen koordiniert das Büro. Fruchtfolgen oder Fütterungszeiten und -mengen kalkuliert der PC, Flächen werden mit GPS vermessen und die Maschine per GPS gesteuert. Die EU überwacht den Anbau per Satellit und GPS, damit sie keiner bei den Fördergeldern besche... Trotzdem kann man nicht auf die Anwesenheit da draußen oder im Stall verzichten. Denn manchmal will die Natur nicht so wie der Rechner oder gar die spitzen Bleistifte der Verwaltung. Trotzdem gibt es keine festen Arbeitszeiten, richtet sich alles nach dem Stand der Frucht, nach Wetter und der gerade aktuellen Preisentwicklung.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#31

RE: Veranstaltungstipp

in Das Ende der DDR 05.04.2010 11:53
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von S51
Meine Großeltern kamen aus Ostpreußen. Ihre Güter dort haben sie nach der Flucht verloren. Dafür gab es keine Entschädigung, da sie ja im Osten blieben.
Hier wurden die Flüchtlinge "Umsiedler" genannt. Das klingt halt politisch korrekter. Das hier nach der Bodenreform enteignete Land wurde aufgeteilt. Davon erhielten sie auch Acker und Wald.
Im Zuge der Kollektivierung gingen die Ackerflächen in die LPG über. Doch galt das nur für die Bewirtschaftung. Man wurde mit seinem Acker Mitglied in der Genossenschaft, die nun insgesamt den Acker bewirtschaftet hat. Der Ertrag blieb in der Genossenschaft, dafür bekam man von dort den Lohn. Doch das Eigentum an den Flächen blieb nach wie vor bei uns. Der Wald ging in der Bewirtschaftung in den staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb über. Dafür gab es weder Lohn noch Pacht. Aber das Eigentum an sich haben wir behalten. Mussten in dieser Zeit allerdings keine Grundsteuer und keine Versicherung hierfür bezahlen. Das beglich der staatliche Forstwirtschaftsbetrieb.
Mit der Zustimmung zur LPG war es so eine Sache. Hast du guten Acker gehabt und gut gewirtschaftet, so hast du als Einzelbauer besser gelebt als ein Genossenschaftsbauer mit seinem ja auch nicht üppigen Lohn. Deshalb hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Hattest du keinen guten Boden, nur wenig oder war dein Ertrag aus anderen Gründen nicht so gut, dann war die LPG für dich besser. Auch, weil Landmaschinen nie billig waren.
Die eingebrachte Fläche konnte man verkaufen, an die LPG, an andere Mitglieder. Auch Übergabe an die Kinder war möglich. Dann war man nur noch Lohnarbeiter in der LPG. Doch eine entschädigungslose Enteignung war das nicht.
Bei den nüchternen Fakten darf man die aufgeheizte Stimmung damals nicht vergessen. Den Druck durch Parteien und FDJ. Die politisch motivierten Angriffe auf Bauern, die an ihrer Scholle und ihrer eigenverantwortlichen Arbeit darauf hingen.



S51, dass, was Du beschreibst war der Typ I der LPG. Es gab noch den Typ II und dann den Typ III, beim letzteren waren Vieh und der Acker in die Genossenschaft eingebracht worden und man erhielt den Lohn in Form von sogenannten Arbeitseinheiten.
Genau wie Du es beschreibst waren die gut dran, die einen schlechten Boden hatten und die irgendwie nach Aufsiedlung der großen Güter zum Bauern wurden, obwohl sie eigentlich keiner waren.
Mein Onkel und seine Frau waren jedenfalls teilweise froh, dass diese elende Schufterei auf dem Acker für Beide ein Ende hatte und dies nun in der LPG auf vielen Schultern verteilt war. Dafür brach ihnen fast das Herz, als sie das Pferd und die Kühe in den genossenschaftlichen Stall abgeben mussten. Es war ein lachendes und ein weinendes Auge.
Aber wenn ich daran denke, dass diese beiden vor 2 Hektar Zuckerrüben standen, die zu verziehen und zu hacken waren und ohne Verwandte hätten sie dies niemals geschafft, der "Planet " brannte von oben, die Erdkrumen hart wie Beton und der Rücken wird dir dabei immer krummer werden.
Hinzu kam das"Soll", welches jedem Landwirt auferlegt wurde, alles was er darüber hinaus produzierte, konnte er unter dem hier geltenden Begriff "Freie Spitzen" verkaufen. Dann musste man sich mit dem Aufkäufer der VEAB ( ich weiß gar nicht mehr, was das hieß) gut stellen, damit der das Vieh in eine hohe Güteklasse einschätzte, weil da das Kg mehr einbrachte. Hinterher standen die Gespanne dann immer auf dem MArkt und die Bauern saßen in der Kneipe, die Pferde liefen dann auch ohne aktiven Herrn nach Hause, der lag meist voll auf dem Kutschbock.
Auch in der LPG Typ III hatten die Mitglieder individuelle Viehhaltung. Jede "Splitterfläche" wurde genutzt, um dort Futter anzubauen.
Die ganz großen Ackerflächen wurden erst mit dem Entstehen der KAP -der Kooperativen Abteilung Pflanzenproduktion - ( ich glaube jedenfalls, das die so hießen) geschaffen. Dort verschwanden hier jedenfalls auch kleine Wasserlöcher, Mergelkuhlen und Ackerwege, enorme Schläge entstanden, die teilweise heute noch von den Wiedereinrichtern bewirtschaftet werden, allerdings nur mit einem Hundertstel des Personals.
Ich kann aber bestätigen, dass der Boden immer Eigentum des Bauern geblieben ist, falls er ihn nicht an die LPG überschrieben hat. Mir sind durch glückliche Umstände alle Flächen meines Onkels zugefallen, ich habe sogar nach der Liquidation der LPG noch entsprechend der Anteile der Ackerflächen eine Ausschüttung des Erlöses bekommen, dies in der Nachwendezeit.


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#32

RE: Veranstaltungstipp

in Das Ende der DDR 05.04.2010 11:55
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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S51, indirekt hast du es mit deinem Text ausgebaut...ich vergaß zu schreiben...er ist schon ein moderner Bauer und ja, seine Frau schmeißt den ganzen PC-Kram. wie du es so schön beschreibst.
Hauptsache, er vergißt sie nicht über seine Riesenfelder, denn auch junge Frauen wollen ab und zu " bestellt" werden, und nicht nur die ihre Felder.
Ich hoffe, ich schweife nicht ab, aber so spielt das Leben, so einfach und schön.
So, nun lassen wir Manudave und die Politik wieder und die alten Indianer würden ihm einen sehr schönen Namen geben:
Nein, nicht "Der, der mit dem Wolf tanzt", sondern "Der, der gerne neben dem Politiker steht".
Habe ich den Punkt getroffen, Ricardo, mein Lesefreund?

R-M-R


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#33

RE: Veranstaltungstipp

in Das Ende der DDR 05.04.2010 17:36
von manudave (gelöscht)
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So hat halt jeder seine Sammelleidenschaft, Rainer-Maria.
Das fing schon mit 13 Jahren an - damals noch mit Anthony Yeboah von Eintracht Frankfurt - mit meinen zarten 49 Kg neben diesem Ochsen.
"Der mit dem Wolf tanzt" - ja, auch das gab es mal - hab ein Bild mit einem Eintracht-Spieler - Dirk Wolf.
Es sind auch einige Rockgrößen darunter - deshalb hat das nix mit Politik zu tun - aber wenn sie schon mal vor meiner Haustür sind...

Aber dein Hobby mit dem "bestellen" kritisiere ich natürlich auch nicht - so wie du mich nicht, gell...


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#34

RE: Veranstaltungstipp

in Das Ende der DDR 06.04.2010 23:25
von wibi (gelöscht)
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Hallo zusammen,ich will mal feststellen oder auch nicht,die LPGs haben wohl nach meiner Kenntnis zu letzt die Versorgung der Bevölkerung befriedigen können,was ja nicht immer so war.
Ich will bloß hier mal wieder das System verdeutlichen.Nach den Zusammenbruch/Befreiung herschte Chaos in der SBZ
Die Gruppe Ulbricht mußte nach Willen der Sowjets ein System aufbauen.Die Rittergutsbesitzer sind ja alle getürmt und die mittelständigen Bauern hatten Probleme mit Saatgut,Maschinen usw.Es sollte ja alles demokratisch aussehen und so kam die Bodenreform.Es gab ja genug Vertriebene(so durften die aber nicht genannt werden)und so war die B. das eine gute Sache.Was erwirtschaftet wurde konnte aber nicht den Bedarf decken zu mal die Besatzungsmacht auch bedient werden mußte.Es half auch nicht viel die MTS was wohl eine große Hilfe für viele war
Wann die LPGs gegründet wurden kann ich garnicht so genau sagen,es wurde aber von den Bauern kaum angenommen.
Die Normen wurden immer höher geschraubt,aber die Bauern hielten stand.Als Stalinist mußte ja U.alles so machen wie er es in Russland gesehen hatte.Es war keine Vorgabe der Sowjets mit den LPGs.Da die Bauern nicht freiwillig der LPG beitraten mußte Druck gemacht werden 1960.Einige haben sich entzogen,die Mauer gab es noch nicht.
Es wurden Gruppen von 3 -5 Mann gebildet(Lehrer,Parteimitglieder,u.a.)die sollten die Bauern"überzeugen".Das war aber nicht so einfach,es ging mit einen Gespräch nicht ab.Dies Typen haben mit dieser befohlenen Aktion den Tatbestand der Nötigung nach"DDR StGB § 129 erfüllt und wahrscheinlich noch § 180.Es sind Tafeln mit allen Bauernnamen am Rathaus angebracht worden und wer dann endlich ja gesagt hat ist dies da sichtbar gemacht worden.Da hatte man dann das Mittel um die anderen,die extra vors Rath.gefahren wurden um zu sehen ob es stimmt,das der Nachbar ja gesagt hat.So hatte man an den Sonntag bis 22 Uhr 98 % im Sack und konnte die Meldung der Bezirksleitung melden.Mir ist aber auch ein Fall bekannt,der hat durch gehalten und am Mo.wurde seine Milch nicht mitgenommen,so führ er sie selbst zur Molkerei.Doch nichts war,sie sei eine Molkerei der LPG und nahm sie nicht an.Selbst buttern war verboten nun stand er da und die Herren auch und so war auch für ihm das aus.
Es gab wohl 3 LPG Typen ich will mal sagen für einige war es ein Segen,aber freie Entscheidung war nicht mehr für viele unmöglich.Bei den Polen ist es auch zweigleisig gegangen oder waren es die schlechteren Kommunisten. Man kann sagen,man ist wieder zum Rittergutsprinzip zurück gekommen und deshalb ist die Frage warum den Umweg.Durch die Überprotuktion in der EU ist der Bauer natürlich heute überhaupt nicht mehr gefragt in Ost wie West.Diese Erfahrung machen aber auch Arbeitnehmer in jeder Branche.


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#35

RE: Veranstaltungstipp

in Das Ende der DDR 13.04.2010 20:22
von manudave (gelöscht)
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Zitat von GilbertWolzow


@manudave, da du dem vortrag sicherlich folgen wirst, wäre es nett, wenn du mir anschliessend folgende fragen beantworten könntest:

- wurden diese bauern tatsächlich enteignet?
- entschädigungslos ?
- wie wurden sie rechtlich in der genossenschaft behandelt bzw. gestellt ?
- bekamen die enteigneten 1990 ihr eigentum wieder ?


danke für deine mühe



Es wurden nur vereinzelt Bauern enteignet. Rechtlich gesehen, war der Landwirt - wenn er nicht zwangsausgesiedelt wurde, wie tausenfach geschehen - weiterhin Eigentümer des Landes - praktisch aber nicht mehr Besitzer, er konnte also nicht über seinen Grund frei verfügen

Nach 1990 gab es sehr große Probleme, die bis heute nach anhalten. Aus Parteiunterlagen war zu entnehmen, dass die Pflege der Grundbücher bewusst vernachlässigt bis ignoriert wurde. Einige Bauern erwähnten, dass sie Glück hatten, wenn die Oma noch wusste, wo ungefähr die Grundstückgrenzen entlang gingen - das war aber eher die Ausnahme.
Entschädigung für die Bauern ist ein Thema, was schnell die Gemüter erregte. In der Wendezeit haben clevere LPG-Funktionäre den Laden als Bankrott ausgewiesen. Da aber die früheren Landwirte mit folgender Formel entschädigt wurden: Gesamtbesitz : Anzahl der zu Entschädigenden war das Ergebnis für die meisten ein Witz


Nun zur Veranstaltung selbst:

Sie war sehr gut besucht - allerdings mit einem hohen Durchschnittalter. Das lag natürlich daran, dass viele "Zeitzeugen" freiwillig den Weg in die Gedenkstätte fanden.
Es wurde sehr viel aus Stasi-Unterlagen bez. der Kollektivierung von 52-60 vorgelesen. Wenn es einem die Anwesenden nicht bestätigt hätten, hätte man kaum glauben können, dass damals Lautsprecherwagen vor die Höfe der Widerwilligen gefahren sind und diese rund um die Uhr mit Propaganda zugedröhnt haben.
1960-61 wurden dann innerhalb von 3 Monaten die verbliebenen 400.000 Landwirte in die LPG`s gezwungen.
Knapp 20.000 Bauern mussten jedoch nicht hinein, das sie unter einem Hektar Fläche zu bewirtschaften hatten - also die Aussage, dass ALLE hinein mussten, ist so nicht korrekt.

Auch wurde die Theorie behandelt, dass die Anweisung zur Zwangskollektivierung aus Moskau kam.
Das ist falsch.
Vielmehr konnte aus Parteiunterlagen entnommen werden, dass es einer der wenigen Fälle in der Geschichte der DDR war, wo man sich entschieden gegen die Willen der KPDSU stellte. Stalin selbst warnte die DDR-Führung vor einer harten und schnellen Kollektivierung. Schließlich hatte er das Drama in seinen Kolchosen selbst gesehen - sprich ein unglaublicher Ernteeinbruch und Ineffektivität der Landwirtschaft. Auch wurde dies von heimkehrenden Kriegsgefangenen damals als "Wahnsinn" bezeichnet, dass man genau das jetzt einführen will.
Die Ergebnisse der LPG´s gaben Stalin letzendlich recht.

Viele Bauern aus den LPG´s bezeichneten den größten Teil der heutigen Chefs der Agrargenossenschaften als die größten Wendehälse.
Denn bereits vor dem Mauerfall haben die sich erkundigt, wie marktwirtschaftlich zu arbeiten war. Ein Mitarbeiter von Raiffeisen-Landhandel erinnerte sich an Funktionäre, die sofort große Schlepper und Maschinen nach Grenzöffnung orderten. Diese Betriebe funktionieren heute profitabel - das liegt aber nicht am System, denn das der LPG gibt es so gar nicht mehr. Nein, es liegt daran, dass diese Betriebe heute durchschnittlich mit 93,7 % weniger Belegschaft arbeiten, als vor der Wende.

Das mal als Erster Eindruck.


zuletzt bearbeitet 13.04.2010 20:25 | nach oben springen

#36

RE: Veranstaltungstipp

in Das Ende der DDR 13.04.2010 21:37
von manudave (gelöscht)
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Übrigens:

Morgen vor 50 Jahren erklärte Walter Ulbricht die Zwangskollektivierung für abgeschlossen.

Und noch was zum Hören:

http://www.podcast.de/episode/1468535/Zw...ierung_DDR_1960


zuletzt bearbeitet 13.04.2010 21:40 | nach oben springen

#37

RE: Veranstaltungstipp

in Das Ende der DDR 13.04.2010 21:42
von manudave (gelöscht)
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Hier ein Interview mit einem der gestrigen Gäste:

http://www.nordkurier.de/wende/jahrestag...ektivierung.php


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#38

RE: Veranstaltungstipp

in Das Ende der DDR 13.04.2010 23:22
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von manudave
Auch wurde die Theorie behandelt, dass die Anweisung zur Zwangskollektivierung aus Moskau kam.
Das ist falsch.
Vielmehr konnte aus Parteiunterlagen entnommen werden, dass es einer der wenigen Fälle in der Geschichte der DDR war, wo man sich entschieden gegen die Willen der KPDSU stellte. Stalin selbst warnte die DDR-Führung vor einer harten und schnellen Kollektivierung. Schließlich hatte er das Drama in seinen Kolchosen selbst gesehen - sprich ein unglaublicher Ernteeinbruch und Ineffektivität der Landwirtschaft. Auch wurde dies von heimkehrenden Kriegsgefangenen damals als "Wahnsinn" bezeichnet, dass man genau das jetzt einführen will.
Die Ergebnisse der LPG´s gaben Stalin letzendlich recht.



Daß es hierfür keine Direktive aus Moskau gegeben haben dürfte, sieht man auch daran, daß die Landwirtschaftspolitik in den verschiedenen Ostblockstaaten recht unterschiedlich gehandhabt wurde. (So hat es in der VR Polen eine Kollektivierung im großen Stil nie gegeben, statt dessen gibt es dort bis heute viele Klein- und Kleinstbauern --- was für dieses Land ein großes Problem darstellt.)

Zitat
Viele Bauern aus den LPG´s bezeichneten den größten Teil der heutigen Chefs der Agrargenossenschaften als die größten Wendehälse.
Denn bereits vor dem Mauerfall haben die sich erkundigt, wie marktwirtschaftlich zu arbeiten war. Ein Mitarbeiter von Raiffeisen-Landhandel erinnerte sich an Funktionäre, die sofort große Schlepper und Maschinen nach Grenzöffnung orderten. Diese Betriebe funktionieren heute profitabel - das liegt aber nicht am System, denn das der LPG gibt es so gar nicht mehr. Nein, es liegt daran, dass diese Betriebe heute durchschnittlich mit 93,7 % weniger Belegschaft arbeiten, als vor der Wende.



Genau: Die Zusammenlegung der Flächen war im Prinzip richtig (und geschah ja in schwächerer Form z.T. auch im Westen, durch die Flurbereinigung) --- nur die Zahl der Beschäftigten war (wie auch in anderen Wirtschaftsbereichen) viel zu hoch und nach der Wende nicht aufrecht zu erhalten.

Allerdings werden viele ehem. LPGs heute auch von westdeutschen oder holländischen Landwirten betrieben. (Zitat eines Landwirts, der in den 90er Jahren von Westfalen nach Mecklenburg übersiedelte: "Wenn Landwirtschaft irgendwo eine Zukunft hat, dann hier.")


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#39

RE: Veranstaltungstipp

in Das Ende der DDR 14.04.2010 08:57
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von manudave


Das mal als Erster Eindruck.


danke für deine sachliche zusammenfassung.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#40

RE: Veranstaltungstipp

in Das Ende der DDR 05.04.2016 09:57
von andyman | 1.872 Beiträge

"Die Flucht über die Ostsee"
Zum Thema gibt es in der Volkshochschule in Stralsund heute einen Vortrag von Dr. Volker Höffer.
Beginn 18.°° Uhr,freier Eintritt

Bei Interesse und wer Zeit und Möglichkeit hat.
VHS Stralsund
Friedrich-Engels-Str.28
Anmeldung unter
Telf.03831/482310

Quelle:OZ vom 05.04.16

Lgandyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
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