#1

Buchenwald nach 1945

in Leben in der DDR 07.12.2008 16:53
von altgrenzer (gelöscht)
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Da ich in Weimar geboren bin: So ziemlich jeder Klassenausflug ging nach Buchenwald auf dem Ettersberg. Dort wurden uns Vorträge gehalten über die Verbrechen unserer "Väter".

Aber warum wurde die Gedenkstätte erst 1951 errichtet? Was war zwischen 1945 und 1950 in Buchenwald?

Diese Frage war damals ein Tabu, die hat auch niemand gestellt.

Hier die Antwort: Buchenwald war ein Internierungslager für Kriegsverbrecher und wurde als KZ von den Russen weiter betrieben. Die Opfer jedoch waren keineswegs Kriegsverbrecher, es gab auch Unschuldige, die in das Lager mussen.

Zwei Schicksale
================

Onkel E. aus Weimar. Seine Verbrechen:
- er war Heizer auf einer Dampflock, die Züge nach Auschwitz brachte
- er heiratete die Witwe eines hohen Wehrmachtsoffiziers (meine Tante)

Onkel E. starb 1973, offiziell hieß es, er war nach 45 in russischer Gefangenschaft. Seine Frau, sie starb hochbetagt vor ein paar Jahren, hat mir erzählt, dass das mit der Gefangenschaft eine Lüge war, Onkel E. war in Buchenwald. Er durfte nie darüber reden.

Onkel K. aus meinem Dorf. Sein Verbrechen: er heiratete die Witwe eines gefallenen Wehrmachtsoffiziers. Offiziell war K. nach 45 in russischer Gefangenschaft. Nach 1990 erzählte mir K., dass er dazu lügen musste, wollte er am Leben bleiben. Tatsächlich war K. in Buchenwald.

Gemeinsamkeiten: Beide durften nie darüber reden, Todesangst.

Onkel K. starb Mitte der 90er, er war ein lieber Mensch.

Ich kenne noch mehr solche Fälle, auch in meiner eigenen Verwansdtschaft, die hier Geschilderten Fälle beruhen auf Personen, die ich persönlich kannte.

1950 wurde Lager Buchenwald aufgelöst und die Überlebenden in ihre Familien entlassen. Sie durften nie darüber reden, allenfalls sagen: "Ich war in sowjetischer Gefangenschaft"


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#2

RE: Buchenwald nach 1945

in Leben in der DDR 07.12.2008 18:37
von manudave (gelöscht)
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Und nicht nur Buchenwald.
Es gab dutzende Lager und Gefängisse des NS-Regimes, die weiter genutzt wurden.


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#3

RE: Buchenwald nach 1945

in Leben in der DDR 10.12.2008 10:52
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Rolf gleich zu Anfang und da wirst du mir nicht unbedingt zustimmen bezeichne ich die Nachnutzung der deutschen Konzentrationslager nach 1945, nein besser ausgedrückt die Diskussion darüber als eine scheinheilige Diskussion. Gerade und das hatte ich Peter (Turtle) schon einmal geschrieben, gerade weil der zweite Weltkrieg über 50 Millionen Tode gefordert hat. Ich sehe auch keine direkte oder indirekte Schuld der Sowjetunion an der ganzen ungeheuren Problematik obwohl es heute wieder Leute gibt die am liebsten ihr den schwarzen Peter zuschieben würden. Denn Internierungslager nach 1945 gab es in den Westsektoren auch, so zum Beispiel das KZ "Neuengamme". Deswegen dachte ich mir setzt doch mal einige Dokumente über Buchenwald und Ravensbrück hier rein, zu Anfang ein Zeitungauszug über die Firma "Topf&Söhne". (im Anhang) Dazu würde mich doch mal interssieren: a; was ist aus dieser Firma und ihren Mitarbeitern nach 1945 geworden? b; Eventuell einsitzen am eigenen Ofen in Buchenwald oder Verurteilung nach 1945? c; Geschlossene Flucht in die westliche Besatzungszone um sich somit der Strafe zu entziehen? Wenn das mal einer recherschieren könnte wäre ich ihn sehr dankbar. Natürlich muss auch ich zugeben das wir diese Nutzung der Lager nach 1945 in der Schule nicht behandelt haben, ich halte dies noch nachträglich für einen riesen großen Fehler der alten Sozialisten. Denn Horrorfilme der heutigen Generation sind "Kinderkram" gegen das was Menschen anderen Menschen in diesem Schutzhaft und Vernichtungslagern vor 1945 Tag für Tag angetan haben. Irgendwo habe ich einmal die Lesermeinung einer Überlebenden der Lager nach 1945 ausgeschnitten, vielleicht finde ich sie noch. Sie schreibt darin Sinngemäß: Wenn sie eins den Siegermächten zum Vorwurf macht war es die miserable Rechtssprechung (Wenn überhaupt) dieser Zeit über Menschen die auf den bloßen Verdacht hin, durch anschwärzen anderer usw. interniert waren. Es wurde weder Anklage erhoben noch Recht gesprochen, es wurde nur verwahrt und das hat vielen durch Mangelernährung, Seuchen usw. das leben gekostet. Wenn ich so lese Rolf mit wem deine Tanten vor 1945 verheiratet waren (hohe Offiziersdienstgrade), also das sie dich an die Grenze....... . Ich glaube da hat einer bei der Stasi geschlampt, da muss ich doch gleich mal Susannes alte Chefs (Elbgrenze 24.9.08) fragen was bei dir schief gelaufen ist. Aber da fällt mir ein die sind ja beide schon Tod, hast du ein Schwein mein Freund. Zum Schluss noch, hast du einmal auf diesem riesigen Appellplatz auf den Ettersberg gestanden wenn der kalte Wind aus dem Osten so schön durch die Kleidung Pfiff, ich erinnere mich an eine Klassenfahrt im Dezember 2000; Wir standen da bloß 10 Minuten da wollten die meisten der Schüler in ihren warmen Jacken schon wieder weg, Die Häftlinge vor 1945 standen am manchen dieser Tage 8-10 Stunden.



Gruß

Rainer-Maria


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#4

RE: Buchenwald nach 1945

in Leben in der DDR 10.12.2008 18:42
von turtle | 6.961 Beiträge

Leider wurde vieles verschwiegen was dem Ansehen der Sowjetunion schaden könnte!Die Weiternutzung von Lagern nach 1945, Verbrechen unter Stalin in der Sowjetunion,oder auch wenig
Spektakuläres wie Straftaten von Sowjetsoldaten in der DDR, oder unter welchen Bedingungen die
Sowjetsoldaten in der DDR in ihren Kasernen leben mußten.Die Selbstmordrate war ziemlich hoch
im Vergleich zu anderen Armeen.Ich hatte vor kurzen ein Gespräch in Kiew mit einem ehemaligen
General welcher in Dresden stationiert war,da erfuhr ich so manches!Es war nicht alles zum Ruhme der Sowjetarmee!! Wahrheit und Informationen wurden in der DDR und den anderen Sozialitischen Staaten mehr zurückgehalten wie in westlichen Demokratien! Manche Aufmache der
Bildzeitung mit ihrer freien Presse fand ich allerdings auch zum Kotzen!


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#5

RE: Buchenwald nach 1945

in Leben in der DDR 11.12.2008 12:51
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Peter (Turtle) der Seefahrer ist wieder da und ich nahm schon an das dir Europa zu kalt geworden ist. Habe dir einen Beitrag 26.11.08 in die Weiterführung Diskussion gestellt schau mal rein. Ihr mit eurer wechselnden Thematik wird Angelo wieder sagen denn wir schweifen von Buchenwald zur Sowjetunion un ihren Soldaten nach 1945. Aber einer geht noch Angelo. Ich hatte es Kyra schon einmal geschrieben und wir haben eine ganze Weile auch mit Skylight über das Thema "fahnenflüchtige Sowjetsolden" disskutiert.
Forum Kyra 25.6/2.7/6.7/8.7.08
15 Jahre Arbeit in Kasernen der GSSD (Gruppe der sowjet. Streitkräfte in Deutschland) haben auch meinen Horizont erweitert, ich lernte x verschiedene Nationalitäten kennen, nein genauer sind es 69 verschiedene Völkergruppen die die alte Sowjetunion mit Druck aber friedlich zusammengehalten hat. Da waren sie alle uneingeschränkt und gleichberechtigt Sowjetbürger, heute sind sie sich größtenteils spinnefeind! Wer profitiert wohl davon Peter aber ich denke du weist die Antwort und deswegen bauen wir das hier nicht weiter aus. Logisch, das es damals Probleme auch unter diesen verschiedenen Völkergruppen gab aber eine Armee egal ob NVA, Bundeswehr, US-Air-Forces, Ledernacken oder britische Rheinarmee ist keine Heilsarmee oder ein Kaffekränzchen. Da geht es schon mal rauher zu und es gibt die Starken, Schwachen, Angsthasen, Zarten, die Sensiblen, die Schleimer ja und die die sich das Leben nehmen auch. Schade um die Jungs kann ich da nur sagen. Ein Beispiel: In Heiz oder Kesselhäusern dominierten stark russische Nationalitäten was die Aufsicht betraf, die Arbeiten selbst (Öfen beschicken, putzen, Asche ziehen etc.) erledigten Aserbaidshaner, Turkmenen, Usbeken u.a. . Kein Offizier fand daran was anstößiges, es war stellenweise so Sauber das du vom Fußboden essen konntest. Wir haben auch öfters mal länger (nach 16.00 Uhr) in Objekten gearbeitet, so bis zum Postenaufzug, wenn Termine drückten und ich kenne somit auch das Freizeitverhalten der Soldaten dazu gehörte viel Sport, Kino, überhaupt Kultur wurde groß geschrieben. Da waren schon gebildete Kerlchen dabei die wußten stellenweise mehr über uns wie wir über sie. Unser Bauwagen mit den schönen vielen nackten Mädels darin (Tapeziert) wurde in Abständen aufgebrochen und ausgeräumt (es fehlten nur die Mädels). Wer kann es ihnen verdenken denn ich hätte es genau so gemacht. Aber wir hatten ja ständig Nachschub (FKK-Hefte aus Schweden) die meine Cousine schickte und die muss Schorsch24 auf seinen Zollpostamt immer übersehen haben, sie waren wohl zu flach für die DDR-Röntgengeräte. Aber weg von den schönen Sachen für uns Männer hin zu den "weniger schönen". In diesen ganzen 15 jahren habe ich nur eine Situation erlebt wo es schon mal richtig schmerzhaft zu ging. Eine Handfeste Prügelei im Heizhaus zwischen Offizier und Abgänger (Älterer Soldat) an deren Ende der Offizier blutend auf den Boden lag und man den Soldaten abführte (weder schlug noch.....) das lag wohl daran weil wir Augenzeugen waren, der Grund, die Endkonsequenz darauf keine Ahnung? Am nächsten tag ging die Arbeit weiter wie bisher, keiner meiner russischen Freunde redete darüber. Und es erzähle mir niemand das es solche Situationen nicht auch in anderen Armeen auf unseren Globus gegeben hat.

Gruß

Rainer-Maria


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#6

RE: Buchenwald nach 1945

in Leben in der DDR 11.12.2008 19:39
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo Rainer-Maria,
Ich möchte zu diesem Thema nichts weiter schreiben,natürlich gab es in allen Armeen Selbstmorde!
Mit dem Satz schade um die Jungs ist es nicht abgetan! Schön das Du zugibst das der Sowjetbürger nicht gleich Sowjetbürger war.Wahrscheinlich kommt von Dir nun wieder der Vergleich von Farbigen oder anderen ethnischen Rassen in anderen Armeen.Aber diese Unterschiede im Sozialismus!!Gerade die Jungs aus dem nichteuropäischen Teil der Sowjetunion wurden schikaniert,mußten niedere Arbeiten machen,Ihre Ausstiegschancen innerhalb der Sowjetarmee waren auch schlechter. Ein Toter Kalmücke,Turkmene,Kirkise,Jakute, Tschuktsche oder Armenier,
war auch ein Toter Sohn,Ehemann,Bruder,oder Freund.Na da kann die Volksarmee stolz sein,Sorben wurden gleich behandelt!Mir ist nichts anderes bekannt!Mein Schwager ist Ukrainer und war Pilot in der Sowjetarmee.Er hatte da keine Probleme,die fingen erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion an,da war er auch niemand.Aber das ist ein anderes Thema. Gruß Peter


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#7

RE: Buchenwald nach 1945

in Leben in der DDR 13.12.2008 19:49
von altgrenzer (gelöscht)
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Der Vater meiner Mutter war ein Jude, der erste Schwager meiner Oma ein Nazi und der Nachfolger ein Kommunist, mein Vater stammt von den Hugenotten ab, die bei den Preußen gern gesehen waren.

Warum sollte ich für eine Politik, die sich mit Herkunftsfragen befasst, auf einem Apellplatz stehen!?


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#8

RE: Buchenwald nach 1945

in Leben in der DDR 17.12.2008 12:34
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Rolf deine Frage gibt mir irgendwie Rätsel auf aber ich denke mir du meinst die Zeit vor 1945, im übrigen sei doch froh das du so einen gemischten Stammbaum hast denn die alte NVA stand doch auch in preusischer Tradition und deine Hugenottenahnen könnten doch stolz auf dich sein. Habe noch etwas zum lesen so wie es die Schüler der alten DDR über das KZ Buchenwald vermittelt bekommen haben, ein Auszug aus dem Buch "Die Frauen von Ravensbrück" (Kongress-Verlag Berlin 1961) ist auch noch angehängt aber vielleicht ist es besser du erläuterst doch noch einmal was du mit deinem letzten Satz gemeint hast.

Kurzer Nachsatz: Beitrag war gestern im falschen Thema gelandet, entschuldige!
Zwei Anhänge sind dazu aber unter "Weiterführung Diskussion BRD-DDR" zu finden!

Gruß

Rainer-Maria


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#9

RE: Buchenwald nach 1945

in Leben in der DDR 10.03.2009 08:42
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo alle zusammen dieser Artikel aus der FAZ vom 22.10.2008 passt ganz gut zu diesem Thema.

Gruß

Rainer-Maria


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#10

RE: Buchenwald nach 1945

in Leben in der DDR 30.03.2009 11:07
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo alle zusammen die Geschichte dieser alten Dame passt genau ins Thema. Später mal eine kleine Geschichte aus meiner eigenen Familie dazu aber lest erstmal in aller Ruhe.

Gruß Rainer-Maria


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#11

RE: Buchenwald nach 1945

in Leben in der DDR 30.03.2009 12:00
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo Rainer-Maria,
Diese beiden Dateianlagen waren sehr aufschlussreich und haben meinen Horizont über das trübe Kapitel deutscher Geschichte erweitert! Danke!Hoffendlich bleiben diese Lager mit ihrer Geschichte vor oder nach 45 Mahnung für immer. Gruß Dein Freund Peter


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#12

RE: Buchenwald nach 1945

in Leben in der DDR 30.03.2009 16:58
von Wolfgang B. (gelöscht)
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Hallo miteinander,

ich kenne ein kleineres Außenlager aus persönlichem Erleben.

Es handelt sich um Hüfingen, heute im Schwarzwald-Baar-Kreis. Die Existenz dieses Lagers wird heute "totgeschwiegen", so erhält man beispielsweise von der Gemeinde auf Anfrage keine Antwort. Auch sonst ist dieses Lager in keinen Quellen vermerkt.

Beim Lager handelt es sich um eine kleinere Außenstelle, ich vermute von Natzweiler-Struthof im Elsass. Ebenso vermute ich, dass es sich um ein Lager für einen "speziellen Betrieb" handelt.

Jedenfalls weiß ich, dass diese NS-Einrichtung nach dem Krieg der französischen Besatzungsmacht als Internierungslager diente. Unter anderen war die umstrittene Schauspielerin, Regisseurin und Dokumentarfilmerin LENI RIEFENSTAHL hier einige Monate inhaftiert.

Nach Aufgabe des Lagers durch die Franzosen, lebten dort einige ehemalige Inhaftierte weiter. Gleichzeitig diente die Barackensiedlung, die immer nur als "Lager" bezeichnet wurde, als Notunterkunft für Vertriebene, Flüchtlinge, Ausgebombte. Die Familie eines Großonkels lebte dort bis Ende der 1960er Jahre. Ich selbst war dort etliche Male mit meinen Großeltern zu Besuch und habe auch einige Male meine Ferien verbracht.

Aus mir nicht bekanntem Grund diente der Appellplatz des Lagers für Sinti und Roma als alljährlicher Treffpunkt.


Das Bild zeigt meine Oma und ihre Schwester Anfang der 1950er Jahre im Lager.

Angefügte Bilder:
hüfingen.jpg

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#13

RE: Buchenwald nach 1945

in Leben in der DDR 31.03.2009 09:40
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo alle zusammen hier noch die Quelle der Geschichte „ Die Zeitzeugin“/ LVZ vom 18.09.2008. Wie Erika Pelke war auch meine Tante Hilde Führerin im Bund deutscher Mädchen. Für alle die neu im Forum sind liste ich einmal die Themen der Texte die ich mittlerweile über sie und ihren Ruhrpottbergmann eingestellt habe am Ende auf. Heute sind sie Beide schon lange tot, man soll über Tote nichts schlechtes reden und das mache ich auch nicht aber man kann Lebensgeschichte erzählen, da denke ich werden sie mit mir Nachsicht haben. Meine Mutter erzählte uns Kindern schon zu tiefsten DDR- Zeiten, das ihre ältere Schwester mit einem der letzten Personenzüge aus ihrer Heimatstadt in Oberschlesien erst nach Berlin und weiter dann in das Ruhrgebiet geflüchtet ist. Die eigene Beurteilung ihrer damaligen Situation so Tante Hilde war als sie einmal zur Leipziger Messe in den 60er Jahren auf Besuch kam Zitat:“ Sonst hätten mich die Russen erschossen;! Als Kind habe ich da nicht gefragt, Warum? Ich dachte an Hitler und unseren Geschichtsunterricht und wusste , warum.. Den das noch nebenbei erwähnt, über die Vertreibung/ Aussiedlung der Volksdeutschen nach dem 8. Mai 1945 durch die Polen war der Schüler der DDR und da gehe ich einmal von meiner Familie aus gut informiert. Bei meiner Mutter, den kleineren Geschwistern und ihren Eltern hieß das „ innerhalb einer Stunde Sachen packen, nur Handgepäck, anschließend Marsch zum Bahnhof und dort standen die Güterzüge heim ins geschlagene Reich. Und da hatten sie noch großes Glück, lese ich heute über die Lebensgeschichten anderer Landsleute meiner Großeltern. Sollte ich als kleiner Junge den Polen da böse sein , nach Allem was ihnen der „ gute Deutsche“ angetan hatte , eventuell noch meine Mutter fragen ob sie nicht gleich mit der Nachbarsfrau im Leipziger Osten einen „ Bund der Vertriebenen“ so wie in Westdeutschland gründen will! Nein, das denke ich nicht. Aber um wieder zum Thema „ Speziallager“ zu kommen. Dieser Satz gleich am Anfang „und existierte für die DDR praktisch nicht“ ist meiner Ansicht nach nicht ganz richtig und ich versuche dies mal zu begründen. Bücher von Erik Neutsch habe ich erst nach 1990 gelesen, seine verfilmten Romane allerdings so „ Spur der Steine , Auf der Suche nach Gatt“ kannte jeder Bürger der DDR ob alt oder jung und somit auch meine Wenigkeit. Im Roman in 4. Bänden „DER FRIEDE IM OSTEN“, Mitteldeutscher Verlag Halle ( Saale) 1974 / 1. Band steht die Problematik NKWD ( sowjetisches Volkskommissariat für innere Angelegenheiten) im ersten Kapitel auf den Seiten 137-210 an dem Beispiel des ehemaligen Hitlerjungen Achim Steinhauer hinreichend und sehr nachvollziehbar beschrieben. Nun war mein Land, die alte DDR ein Leseland aber das habe ich schon einmal in einem anderen Text beschrieben, dieser Junge im Roman hatte Glück das er nach einem längeren Zeitraum aus dem Magdeburger Gefängnis wieder entlassen wurde aber Erik Neutsch wird nicht der einzige Schriftsteller meines Landes gewesen sein, der sich diesem Thema angenommen hatte. Vielleicht haben wir hier im Forum einen Kenner der ostdeutschen Literaturszene, der uns da weiterhelfen kann? Den nicht umsonst hatte der „ Sieger“ ich nenne ihn einmal das kapitalistische System und das soll jetzt keine Spitze, nur eine traurige Feststellung sein ca. 40 % der Bücherbestände der alten DDR auf die Abfalldeponien kippen lassen! Hier für den interessierten Schüler, so etwas verwerfliches war alles schon einmal da, nur damals 1933 mit Beginn des Dritten Reich hatte man die unbequemen Bücher gleich verbrannt. Warum wohl, eigentlich eine gute Frage für euren Geschichtsunterricht ? Aber um es hier nicht zu strapazieren, wer seinen Horizont durch die Literatur erweiterte wusste um das Thema oben. Peter und Wolfgang, habe eure Texte gestern erst gelesen und über die Franzosen einen ganz interessanten Beitrag den ich noch einstellen werde, Peter du kennst langsam deinen Freund, es freut mich das dir die Geschichten helfen den Horizont zu erweitern aber ich hoffe du nimmst es mir nicht übel das ich sie trotzdem zum Teil hier in Frage stelle. So, nun noch zu meiner herzensguten Tante Hilde, unter dem Thema „ Das Leben an der DDR Grenze ( Ost- West ) findet ihr unter „ Weihnachtspakete 28.11.08 und 04.12.08 zwei schöne Geschichten, wie schon geschrieben den Duft der Pakete habe ich heute noch in der Nase!

Gruß euch allen Rainer- Maria


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#14

RE: Buchenwald nach 1945

in Leben in der DDR 31.03.2009 11:54
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo Rainer-Maria,
Ohne verdeckte Seitenhiebe geht bei uns wohl nichts! Meinen Horizont hat es immerhin dahin erweitert das ich von Dir überhaupt nicht so einen kritischen Bericht erwartet habe. Und über das Lager Fünfeichen wusste ich wirklich nichts. Dazu machst Du eine Zeitzeugin bekannt welche in Deiner DDR keine guten Karten hatte. Du bringst sie mit Deinem Beitrag auch menschlich rüber. Du machst Aufmerksam auf dieses traurige Kapitel der Geschichte. Respekt! Wie sich die Zeiten geändert haben .Liedertour in Leipzig mit "Diese Zeit hat es nie gegeben"
DIE LIEDER-TOUR e.V. präsentiert das neue Film-, Musik- und Leseprojekt „Diese Zeit hat es nie gegeben“. Im Mittelpunkt des anspruchvollen Medienprojektes steht der gleichnamige preisgekrönte Jugend-Dokumentarfilm. Jugendliche begegnen einer Zeitzeugin: Erika Pelke aus Pößneck/Thüringen, geboren 1922, begeisterte „Bund deutscher Mädchen“-Führerin im Nationalsozialismus, wurde nach dem Krieg unter Werwolf-Verdacht im Gefängnis Saalfeld inhaftiert, verhört, gefoltert und anschließend ins sowjetische „Speziallager Nr. 2“ nach Buchenwald gebracht. Dort wartete sie zweieinhalb Jahre auf Rechtsprechung. Im Rückblick setzt sich die 85jährige in Teil 1 und 2 des Filmes mit ihrer persönlichen Schuld und dem gemeinschaftlichen Versagen eines Volkes auseinander. Der dritte und vierte Teil befasst sich mit ihrer Situation nach Kriegsende und ihrem Leben in der DDR. Erst nach der Wende gelang ihr eine Annäherung an die traumatischen Erfahrungen. „Diese Zeit hat es nie gegeben“ wagt die Auseinandersetzung mit dieser jüngsten deutschen Geschichte –
ein Leben in zwei Diktaturen.
Die Liedertour ergänzt den Film mit vertonten und gelesenen Texten aus dem Gedichtband „Moabiter Sonette“ (Langewiesche-Brandt Verlag) und erinnert damit an Albrecht Georg Haushofer – geboren am 07.01.1903 in München, ermordet durch die SS am 23.04.1945 in Berlin – der die Gedichte während seiner Haftzeit schrieb. 1946 wurde seine Gedichtsammlung posthum veröffentlicht. Dabei gelingt Gitarrist und Singer/Songwriter Francis D.D. String und der Liedertour-Akustikband eine überraschende musikalische Umsetzung dieser strengen Gedichtform, die einerseits die angemessene Stimmung der literarischen Vorlage berücksichtigt, andererseits die 63 Jahre alten Texte hochaktuell erscheinen lassen. Eine 40bändige Koffer-Bibliothek zur Thematik begleitet dieses multimediale Projekt gegen das Vergessen, gegen neuen Rechtsradikalismus und für Toleranz.

Nun mein Seitenhieb zurück. Ich bin mir nicht sicher ob Du das so wolltest. Noch etwas von Albrecht Hausdorfer welchen Du in Deinem Link erwähnst .
Ich klage mich in meinem Herzen an:
Ich habe mein Gewissen lang betrogen,
Ich hab mich selbst und andere belogen –
Ich kannte früh des Jammers ganze Bahn.
Ich hab gewarnt – nicht hart genug und klar!
Und heute weiß ich, was ich schuldig war

Ich habe übrigens noch DDR Bücher ,meine Ex war einmal in einem Buchclub in der DDR und bekam regelmäßig Bücher.
Sie hatte kein Interesse mehr dafür . Ich habe sie alle Behalten nun steht Erich Honecker mit „ Aus meinem Leben “neben dem Pfaffenspiegel oder Ausgaben aus dem 3.Reich im Regal. Es ist sehr interessant wie die jeweilige Zeit die Bücher geprägt hat!
Meine Schwester hat einmal in Leipzig in einem Buchverlag gearbeitet . Von ihr bekam ich auch Bücher welche schwer zu bekommen waren. Das zu Deinen Zeilen über die DDR Bücher welche auf Abfalldeponien landeten.
Also machs gut alter Knabe und denk daran ein Seitenhieb bringt oft einen zurück. Tschüss Dein Freund Peter. Noch kurz zu Wolfgang in einen Deiner Artikel hast Du Leni Riefenstahl erwähnt. Als Künstlerin war sie Spitze. Ihre Filme über die Olympiade 1936 zählen heute noch zu den besten Sportfilmen aller Zeiten. Ich fand diese Filme echt Spitze. Gruß Peter


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#15

RE: Buchenwald nach 1945

in Leben in der DDR 31.03.2009 17:29
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Peter ich bin doch nicht der Chefredakteur von diesem Blatt „ Die Welt „ der alles das weglässt was ich anschließend im „ Neuen Deutschland „oder in der „ jungen Welt „ lesen kann. Genau die gleiche Masche hatte zu tiefsten DDR- Zeiten das ND drauf, heute haben sie wohl aus ihren Fehlern gelernt. Deswegen habe ich doch schon öfters geschrieben, wo sind die alten Richter wieder Richter, jetzt die alten Redakteure wieder ……, nein besser sie haben den Staffelstab an die Jungen weitergegeben. Dein Freund ist doch weltoffen und mit ihm kannst du über alles reden aber du weißt wenn mir der Kragen eng wird, wenn da so ein Neunmalkluger wie Horst Köhler kommt , mit 12 Jahren die DDR verlassen und heute will er mir meine eigene Geschichte erzählen. Aber Abfahrt Horst sagt da der alte Sachse!!! Der Wächter wird mich tadeln das ich beim Thema bleibe, den es ist ein ernstes Thema wo du gleich weiterrecherchiert hast über diese alte Dame und Zeitzeugin Erika Pelke. Aber über sie steht ja nun genug geschrieben hin zu diesem Albrecht Haushofer, dem Sohn von Karl H. Den Sozialisten war er keine Zeile im Lexikon wert, nicht einmal im Schriftstellerlexikon habe ich ihn gefunden aber Bertelsmann, welche Freude die, die mit Wroclaw so ihre Probleme hatten, da steht er darin. Zitat:“ sein Vater beeinflusste die weltpolit. Konzeption des Nationalsozialismus“. Vater und Sohn, beide 1944 verhaftet wegen Verbindungen zur Gruppe um Stauffenberg. Da hatte er wohl Gewissensnöte bekommen der Junior das er gleich so schöne Gedichte schrieb aber über Tote soll man nichts schlechtes reden , das habe ich oben schon einmal geschrieben, nur ihre Geschichten erzählen und Peter mal im Ernst, so als Seitenhieb habe ich das gar nicht gesehen. Weil wir gerade bei Stauffenberg sind hier noch ein guter Textauszug uber die Männer des 20. Juli 1944, gefunden im Buch von Erwin Bekier“ GEBOREN AM 8. MAI „Auszug: Es scheint notwendig, immer wieder auf diese Tatsachen hinzuweisen, um einigen Geschichtsfälschungen entgegenzutreten, die aus ganz bestimmten Gründen von westlicher Seite begangen werden und die glauben machen sollen, das nur diejenigen bürgerlichen Politiker und Offiziere, die an den Ereignissen vom 20. Juli 1944 beteiligt waren, das heißt an den Vorbereitungen des missglückten Attentats auf Hitler, die einzigen und wahren Widerstandskämpfer gewesen wären. Das ist nichts als Geschichtsfälscherei zugunsten der Kriegsverbrecher und der Hitler von heute. Das politische Ziel der Verschwörung vom 20. Juli bestand absolut nicht in der Beendigung des Krieges durch den Sturz Hitlers und die Errichtung einer antifaschistischen Volksmacht, sondern nur in der Beendigung des Mehrfrontenkrieges und der Weiterführung des Krieges nur an einer Front, nämlich gegen die Sowjetunion. Die führenden Männer der Verschwörung, wie Generaloberst Beck, Dr. Goerdeler usw., fürchteten nichts mehr als die durch das Nationalkomitee Freies Deutschland entfachte breite Volksbewegung. Sie wollten keine demokratische Umwälzung. Sie wollten lediglich Hitler beseitigen, weil er den Krieg nicht zu gewinnen vermochte. Sie wurden tätig, um für den deutschen Imperialismus zu retten, was noch zu retten war. Sie fürchteten vor allem die Arbeiterklasse und wollten verhindern, dass eine Volkserhebung gleichzeitig mit der Beseitigung des Hitlerregimes auch seine monopolkapitalistischen und junkerlichen Stützen hinwegfegte. Junge, waren das Sätze Peter sie hätten glatt von Karl Eduard von Schnitzler stammen können, logisch, überzeugend, fundiert. Ich hoffe beim letzten Wort steht Wolfgang nicht gleich wieder auf dem Schlauch! Rainman, Bruder im Geist hilf mir du junger Grenzoffizier, der du mit 23 Jahren eine Truppe überzeugen solltest für die du das Alter der älteren Männer heute hier im Forum gebraucht hättest. Aber wie haben die Sozialisten gesagt: Ein jeder wächst mit seiner Arbeit / Aufgabe, nur dich hatten sie gleich ins kalte Wasser geschmissen! Zu Wolfgang und Leni Riefenstahl sowie den Franzosen später, muß erst mal scannen denn über sie habe ich auch noch eine interessante Geschichte.

Gruß alle zusammen Rainer- Maria


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#16

RE: Buchenwald nach 1945

in Leben in der DDR 31.03.2009 19:37
von Transitfahrer (gelöscht)
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Moin,

also die Kommunisten waren nicht die einzigen "wahren" Widerstandskämpfer. Folgende Webseite gibt einen kurzen Überblick darüber.
http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/widerstand/
oder auch hier
http://de.wikipedia.org/wiki/Widerstand_...onalsozialismus

@ Rainer
Wer war denn dieser Erwin Bekier? Sein Buch ist doch von 1971 und ist im Kinderbuchverlag erschienen.

Gruß
Peter

zuletzt bearbeitet 31.03.2009 19:46 | nach oben springen

#17

RE: Buchenwald nach 1945

in Leben in der DDR 01.04.2009 14:46
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo Rainer-Maria,
Ich bin faul das Wetter ist zu schön um in der Wohnung zu sitzen .Deshalb nur eine kurze Antwort.
Es ist schon klar das die Gruppe um Stauffenberg keinen Sozialismus in Deutschland aufbauen wollten .Aber wie Transitfahrer hinweist gab es Widerständler gegen das Naziregime aus allen Bevölkerungsschichten .Trotzdem waren die Männer vom 20.Juli 1944 auch Opfer der Nationalsozialisten und verdienen unseren Respekt !(Haushofer eingeschlossen! )
Den von Dir genannten Schriftsteller Erwin Bekier fand ich auch nur unter Kinderbuchautor. Als ich seine Titel las wurde mir auch einiges klar. Jedoch kommt mir das von Dir zitierte von Bekier nicht so vor als stammt es aus einem Kinderbuch. In wie weit sich jemand mit Bekier identifiziert überlasse ich jeden selber Von mir nur ,der Jargon und ideologischem Inhalt dieser Bekierzeilen
Spiegelt deutlich wieder wo es erschienen ist. Gruß Dein Freund Peter


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#18

RE: Buchenwald nach 1945

in Leben in der DDR 01.04.2009 18:32
von Wolfgang B. (gelöscht)
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Weil wir gerade bei Stauffenberg sind hier noch ein guter Textauszug uber die Männer des 20. Juli 1944, gefunden im Buch von Erwin Bekier“ GEBOREN AM 8. MAI „Auszug: Es scheint notwendig, immer wieder auf diese Tatsachen hinzuweisen, um einigen Geschichtsfälschungen entgegenzutreten, die aus ganz bestimmten Gründen von westlicher Seite begangen werden und die glauben machen sollen, das nur diejenigen bürgerlichen Politiker und Offiziere, die an den Ereignissen vom 20. Juli 1944 beteiligt waren, das heißt an den Vorbereitungen des missglückten Attentats auf Hitler, die einzigen und wahren Widerstandskämpfer gewesen wären. Das ist nichts als Geschichtsfälscherei zugunsten der Kriegsverbrecher und der Hitler von heute. Das politische Ziel der Verschwörung vom 20. Juli bestand absolut nicht in der Beendigung des Krieges durch den Sturz Hitlers und die Errichtung einer antifaschistischen Volksmacht, sondern nur in der Beendigung des Mehrfrontenkrieges und der Weiterführung des Krieges nur an einer Front, nämlich gegen die Sowjetunion. Die führenden Männer der Verschwörung, wie Generaloberst Beck, Dr. Goerdeler usw., fürchteten nichts mehr als die durch das Nationalkomitee Freies Deutschland entfachte breite Volksbewegung. Sie wollten keine demokratische Umwälzung. Sie wollten lediglich Hitler beseitigen, weil er den Krieg nicht zu gewinnen vermochte. Sie wurden tätig, um für den deutschen Imperialismus zu retten, was noch zu retten war. Sie fürchteten vor allem die Arbeiterklasse und wollten verhindern, dass eine Volkserhebung gleichzeitig mit der Beseitigung des Hitlerregimes auch seine monopolkapitalistischen und junkerlichen Stützen hinwegfegte. Junge, waren das Sätze Peter sie hätten glatt von Karl Eduard von Schnitzler stammen können, logisch, überzeugend, fundiert. Ich hoffe beim letzten Wort steht Wolfgang nicht gleich wieder auf dem Schlauch!


Hallo Rainer-Maria, alter Schwede,

ich kenn den Schnitzler (Schwarzer Kanal) und ich gehe mit dem zitierten Tex völlig Konform, stehe also hoffentlich nicht auf dem Schlauch. Höchstens wenn ich eine "ironische" Spitze überlesen hätte in der Du mir "Begriffsztutzigkeit" bescheinigst.

Noch ein Satz zur Bewertung der DDR durch "Neunmalkluge" wie Du schreibst. Die "Sieger" malen keine Bunten Bilder, sie malen in Schwarzweiss. Da rollt es mir als Wessi auch die Zehennägel hoch, glaub mir, aber dagegen bist Du im wahrsten Sinne des Wortes "Machtlos".



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#19

RE: Buchenwald nach 1945

in Leben in der DDR 01.04.2009 21:03
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Peter ( Transitfahrer) wolltest du mich jetzt zuschütten mit dem ganzen Widerstand, den es gegen Adolf Hitler, seine Steigbügelhalter, Unterstützer, Mitstreiter und Monopolnutznießer alles gab? So nach dem Motto, „ wenn der das gelesen hatt weiß er am Ende dieser Fülle von W. nicht mehr was Phase ist. Aber Spaß beiseite 98 % von diesen Texten leicht abgewandelt kannte ich schon, mein Bücherfundus ist enorm und bei mir kam keiner an die 40 % heran, von denen ich oben mal geschrieben habe um sie wegzuschmeißen. Aber weil ich so ein Geschichtsfan bin und du den Kinderbuchautor Erwin Bekier leicht naserümpfend in Frage gestellt hast, tatsächlich das Buch ist für Leser von 12 Jahren an. Weißt du was Peter, machen wir doch die Probe aufs Exempel die Geschichten aus diesem Buch erklären gut die Ursachen dieser Speziallager, um die es hier im Thema geht, ich beginne gleich anschließend mit einer G .und am Ende sagt uns ein Leser / Schüler der hier eventuell mitliest ob sie ideologisch rot eingefärbt ist, so wie mein Freund Peter schreibt oder einfach nur gut für seinen Horizont war.

Nacht ohne Ende 1. Teil

Es gab eine Zeit, da hatte Lokführer Steckel seinen Beruf geliebt. Wie lange das schon her war? Seine Augen, entzündet von Zugluft und Überanstrengung, starrten in die Dunkelheit. Nicht, das solche Fahrten ihm besondere Schwierigkeiten bereitet hätten, er konnte es sich schon gar nicht mehr vorstellen, wie es war, wenn eine Lokomotive mit aufgeblendeten Scheinwerfern fuhr. Seit über sechs Jahren lagen die Bahnhöfe im Dunkeln, ebenso wie die Dörfer und die Städte an der Strecke, die er befuhr.
In den letzten Jahren allerdings waren die Städte oft schon auf große Entfernung hin zu erkennen. Sie brannten, weil sie bombardiert worden waren, nicht von einigen wenigen Flugzeugen, wie in der ersten Kriegszeit, sondern von riesigen Geschwadern, die ganze Bombenteppiche warfen, wie man es nannte, wenn die Bomben dicht bei dicht fielen und ganze Straßenzüge auf einmal vernichtet wurden. Was die Sprengbomben nicht schafften, vollendeten dann die dazwischen abgeworfenen Phosphorkanister. Vor diesen Bombergeschwadern flogen die „ Lotsenflugzeuge“ mit den ortskundigen Piloten. Sie setzten die „ Tannenbäume“ ab. So wurden im Volksmund die Markierungssignale genannt, die wie mit brennenden Kerzen geschmückte Weihnachtsbäume niederschwebten und die Flächen bezeichneten, die bombardiert werden sollten. Die Bomber hatten dann nichts weiter zu tun, als ihre Bombenlast abzuladen.
Im vergangenen Monat, im Februar, hatte ihn sein Heizer eines Nachts auf den glutroten Himmel aufmerksam gemacht. Sie rätselten lange, welche Stadt das wieder sei könnte. Beide wären nie darauf gekommen, dass es sich dieses Mal um Dresden handelte. Von Dresden waren sie, nach ihrer Meinung, viel zu weit entfernt. Jedenfalls hatten sie beide solch einen Himmel noch nicht gesehen.“ Eine schöne Bescherung“, sagte der Heizer.
In den folgenden Tagen trafen sie Kollegen, die vom Dresdner Hauptbahnhof kamen. Die Kollegen berichteten von 6000 angreifenden Flugzeugen und von über 40000 Toten. Natürlich brauchten diese Zahlen nicht zu stimmen, nur das stimmte ganz genau: In einer einzigen Nacht war eine Großstadt völlig zerstört worden. Wie viele Menschen dabei umgekommen waren…Die Kollegen sagten, man hätte die Toten wie Brennholz gestapelt, mit Benzin übergossen und verbrannt, um den Ausbruch von Seuchen zu verhindern. Zur Zeit des Angriffs hatten sich in Dresden schon Zehntausende Flüchtlinge aufgehalten. Nach der Zerstörung der Stadt irrten zwischen den Trümmern Hunderttausende Obdachlose umher.

Gruß ihr beiden Rainer-Maria


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#20

RE: Buchenwald nach 1945

in Leben in der DDR 02.04.2009 08:15
von Transitfahrer (gelöscht)
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Hallo Rainer-Maria,

nein, zuschütten wollte ich Dich damit nicht. Du hast genug Lesematerial.
Ich wollte nur mal deutlich machen das es mehr gab als den Kommunistischen Widerstand gegen das Hitlerregime.

Naserümpfend? Nun ja, ich kenne Erwin Bekier halt nicht und weiß auch nicht wie ich ihn einschätzen sollte.
Denn ob der Krieg nach einem gelungen Putsch weitergegangen wäre oder wie die Politische Lage dann ausgesehen hätte, sind doch alles nur Thesen und Glaskugelseherei.

Die Geschichte, die Du angehängt hast, soll mir was sagen?
Du weißt, ich komme aus Hamburg, da wird Dir die Operation Ghomorra was sagen. Ich habe die Ausstellung im Hafen besucht und habe Film- und Buchmaterial darüber. Dort wo ich jetzt wohne stand kein Haus mehr. Zugegeben, die Geschichte von E. Bekier kann man 1 zu 1 auf Hamburg übertragen. Da ist nichts rot eingefärbt.

Gruß
Peter


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