#61

RE: Stromversorgung in der DDR

in Leben in der DDR 27.03.2010 21:57
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Mike, ich bin kein Erfurter aber habe einmal zu DDR-Zeiten in einer Kaserne außerhalb gearbeitet, so auf nem Berg. Es scheint sie noch zu geben, diese Kaserne, denn ich kam einmal von einem konspirativen Forumtreffen und musste um Mitternacht in Erfurt umsteigen.
Dutzende junge Kerle in Zivil bündelten sich am Bahnhof, um wieder einzurücken. Jeder Dritte so fett, ich dachte so bei mir...ob der wohl in eine Uniform passt, geschweige denn den sportlichen Anforderungen gewachsen ist?
Ja, ja sind wohl neue Zeiten heute, im Gegensatz zu unserer Zeit. Nun bist du ja ein " Ungedienter Plattenbewohner" und wirst schon fragen...was will der Kerl denn damit sagen?
Ganz einfach, mir hatte Erfurt gefallen, zumindest wo ich noch Lehrling war, so um 1970 herum.

R-M-R


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#62

RE: Stromversorgung in der DDR

in Leben in der DDR 27.03.2010 22:05
von Mike59 | 7.978 Beiträge

RMR ich bin zwar Plattenbewohner gewesen ( für Insider = Prager Strasse) aber ich bin alterfurter, da gab es noch keine Platte. Geb 1959.
ende und


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#63

RE: Stromversorgung in der DDR

in Leben in der DDR 27.03.2010 22:21
von werraglück | 679 Beiträge

Was zum Stromausfall...wir wohnten Anfang der 1970er in einem kleinen Dorf auf der Insel Usedom und da gab es öfter mal einen. Besonders bei extremen Wetterlagen war dies nicht selten.

MfG


"Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Ge­genwart nicht verstehen und die Zukunft nicht ge­stalten"

ROMAN HERZOG
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#64

RE: Stromversorgung in der DDR

in Leben in der DDR 27.03.2010 22:44
von Heldrasteiner (gelöscht)
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Übrigens wurde nicht nur Zorge, sondern auch Wanfried (Werra-Meißner-Kreis) mit Strom aus der DDR beliefert.
Auch dort kannte man Spannungsschwankungen und spinnende Uhren.

Daß Zittau stromtechnisch in so einer prekären Situation war, kann ich nicht recht glauben. Denn dort gab es ja ne Menge Braunkohlekraftwerke in der Nähe - ist ja die Braunkohleregion schlechthin gewesen.
Ich denke da nur an das Kraftwerk Hagenwerder, das ich Euch in meinen Urlaubsbildern gezeigt habe.
Hier mal ein Link zur Geschichte dieses technischen Denkmals: http://www.ostkohle.de/html/kw_hagenwerder.html


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#65

RE: Stromversorgung in der DDR

in Leben in der DDR 27.03.2010 23:31
von S51 | 3.733 Beiträge

Nach der Schule war ich beruflich viel unterwegs zwischen Sachsen, Magdeburg, Berlin und dem Harz. Stromabschaltungen habe ich nicht erlebt. Bei Unwettern gab es in den ländlichen Gebieten öfter Ausfälle, weil die Freileitungen beschädigt waren. Da Erdkabel eher selten waren, konnte so ein lokaler Sturm oder ein starkes Gewitter schon mal ein paar Dörfer für einige Stunden lahmlegen. Die Wasserversorgung hat meist die gleichen Trassen für ihre Rohre wie die Energieversorgung für ihre Leitungen benutzt. So sind wir uns öfter begegnet.
Der Strom wurde im RGW, damit in der DDR, nicht so geregelt, wie in der Bundesrepublik. Geregelt im wahrsten Sinne des Wortes. Die Anpassung von Kraftwerksleistung und Verbrauch war anders, gröber. Das führte zu Schwankungen in der Netzfrequenz zwischen 60 und 40 Hz. Deshalb gingen elektrische Uhren, die ihre Zeit aus der Teilung der Frequenz bezogen, nicht genau. Ebenso automatische Spannungsrichter. Die konnte es regelrecht durchfeuern.
Andererseits waren die Schaltmöglichkeiten bei lokalen Ausfällen von Leitungen viel vielfältiger als heutzutage. Wenn es mal geplautzt hat, war die Umschaltung sehr viel schneller. Meist gar nicht spürbar für den Durchschnittsverbraucher. Im Wasserwerk haben wir es an den Spannungsspitzen und den Frequenzschwankungen gemerkt, wenn da mal was geholpert hat.
Anders als heutzutage zum Beispiel in Berlin, wo alle paar Wochen mal für etwa 2 bis 90 Minuten die Strömlinge komplett ausbleiben. Wobei da auch heutzutage Spannungsspitzen durchgefeuert werden, die so manche USV (unabhängige Stromversorgung) kurzzeitig zum Heulen bringen. Und manchen Privatfernseher oder PC die Existenz kosten. Natürlich ohne Anspruch auf Entschädigung. Das wenigstens war damals auch so.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 27.03.2010 23:32 | nach oben springen

#66

RE: Stromversorgung in der DDR

in Leben in der DDR 28.03.2010 05:54
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Altermaulwurf
Die Energiebilanz von Plattenbauten war trotz fehlender Isolierung gar nicht so schlecht, durch die" Verschachtelung " vieler Wohnungen bleibt die Platte warm

Im Plattenbau meiner Eltern Bj 1968 gab es erst nach Totalrenovierung 1995 neue Heizkörper mit Thermostaten .

Auf jeden Fall war der DDR Bürger auf widrige Situationen besser vorbereitet als der Wessi




Welche "widrigen Situationen meinst Du denn? Ich kann mich an solche nicht erinnern! Zumindestens in Kassel nicht!! Strom war immer da und auch Gas und Öl, selbst zu Zeiten der Ölkrise in den 70er/80er Jahren!
Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 28.03.2010 06:00 | nach oben springen

#67

RE: Stromversorgung in der DDR

in Leben in der DDR 28.03.2010 08:55
von altgrenzer (gelöscht)
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Um diesen Thread mal ein bischen Mehrwert zu geben:

Anfang 1990 hatte ich das Vergnügen, einen noch intakten Bunker der Stasi im Stadtgebiet von Erfurt besichtigen zu dürfen. Die Zweckbestimmung dieses Bunkers war einzig und allein die Steuerung der Energieversorgung für die Stadt Erfurt und Umgebung im K-Fall. Das wäre sozusagen die Schaltzentrale gewesen zur Verteilung eines strategisch wichtigen Energieträgers (Strom). Von dieser Führungsstelle aus konnten also Trassen zu- oder abgeschaltet werden, was Alfreds Frage nach einer "Flächenabschaltung" beantworten dürfte.

Der Bunker war nicht sonderlich getarnt und auch nicht ständig besetzt, es gab nur einen Maschendrahtzaun (unauffällig). Er war nur wenige Meter unter der Erde, zumindest im Eingangsbereich war die Treppe nicht viel länger als eine normale, etwas längere Kellertreppe. Die Einrichtung war einfach und auch alles Andere als Luxuriös. Besonders witzig fand ich das Notstromaggregat, das war ein Einzylinder-Zweitakt-Diesel mit großen Schwungrädern, was so aussah wie ein Lanz (Traktor), das mit Sicherheit, aufgrund seiner Bauweise, jedoch sehr zuverlässig funktioniert haben dürfte.

Schöne Grüße von Drüben!
Horst Haselhuhn


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#68

RE: Stromversorgung in der DDR

in Leben in der DDR 28.03.2010 09:54
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von wosch

Zitat von Altermaulwurf


Auf jeden Fall war der DDR Bürger auf widrige Situationen besser vorbereitet als der Wessi




Welche "widrigen Situationen meinst Du denn? Ich kann mich an solche nicht erinnern! Zumindestens in Kassel nicht!! Strom war immer da und auch Gas und Öl, selbst zu Zeiten der Ölkrise in den 70er/80er Jahren!
Schönen Gruß aus Kassel.




Hi, Wosch, ich denke, genau das meint er. Der "Wessi" konnte sich auf die Situationen nicht vorbereiten, weil es die "Simultationen" nicht gab. Man kannte es einfach nicht und konnte nichts probieren...
Eigentlich ist es doch so auch mit der jetzigen jungen Generation.

Ich denke schon, dass der DDR-Bürger aufgrund der realen Bedingungen in der Gesellschaft einfach einfallsreicher sein mußte, einfach öfter aus Nichts etwas machen musste.
AZ


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#69

RE: Stromversorgung in der DDR

in Leben in der DDR 28.03.2010 10:14
von Zermatt | 5.293 Beiträge

" Auf jeden Fall war der DDR Bürger auf widrige Situation besser vorbereitet als der Wessi"

Wozu auch,wir hatten immer "Saft"



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#70

RE: Stromversorgung in der DDR

in Leben in der DDR 28.03.2010 10:19
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von Zermatt
" Auf jeden Fall war der DDR Bürger auf widrige Situation besser vorbereitet als der Wessi"

Wozu auch,wir hatten immer "Saft"



.......................................................................................
Jenau 4o Jahre von den Versorgungswegen abgeschnitten und dennoch überlebt


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#71

RE: Stromversorgung in der DDR

in Leben in der DDR 28.03.2010 11:30
von dein1945 (gelöscht)
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Zitat von S51
Nach der Schule war ich beruflich viel unterwegs zwischen Sachsen, Magdeburg, Berlin und dem Harz. Stromabschaltungen habe ich nicht erlebt. Bei Unwettern gab es in den ländlichen Gebieten öfter Ausfälle, weil die Freileitungen beschädigt waren. Da Erdkabel eher selten waren, konnte so ein lokaler Sturm oder ein starkes Gewitter schon mal ein paar Dörfer für einige Stunden lahmlegen. Die Wasserversorgung hat meist die gleichen Trassen für ihre Rohre wie die Energieversorgung für ihre Leitungen benutzt. So sind wir uns öfter begegnet.
Der Strom wurde im RGW, damit in der DDR, nicht so geregelt, wie in der Bundesrepublik. Geregelt im wahrsten Sinne des Wortes. Die Anpassung von Kraftwerksleistung und Verbrauch war anders, gröber. Das führte zu Schwankungen in der Netzfrequenz zwischen 60 und 40 Hz. Deshalb gingen elektrische Uhren, die ihre Zeit aus der Teilung der Frequenz bezogen, nicht genau. Ebenso automatische Spannungsrichter. Die konnte es regelrecht durchfeuern.
Andererseits waren die Schaltmöglichkeiten bei lokalen Ausfällen von Leitungen viel vielfältiger als heutzutage. Wenn es mal geplautzt hat, war die Umschaltung sehr viel schneller. Meist gar nicht spürbar für den Durchschnittsverbraucher. Im Wasserwerk haben wir es an den Spannungsspitzen und den Frequenzschwankungen gemerkt, wenn da mal was geholpert hat.
Anders als heutzutage zum Beispiel in Berlin, wo alle paar Wochen mal für etwa 2 bis 90 Minuten die Strömlinge komplett ausbleiben. Wobei da auch heutzutage Spannungsspitzen durchgefeuert werden, die so manche USV (unabhängige Stromversorgung) kurzzeitig zum Heulen bringen. Und manchen Privatfernseher oder PC die Existenz kosten. Natürlich ohne Anspruch auf Entschädigung. Das wenigstens war damals auch so.



Hallo S51,
mal zu den von Dir angeführten Frequenzschwankungen (40-60Hz), ein Drehstrommotor läuft bei damals 220/380V und 50Hz mit 3.000 Umdrehungen/min, bei 40Hz 20% langsamer und bei 60Hz 20% schneller, ich müßte also überall Frequenzumrichter einsetzen, diese waren in der benötigten Stückzahl leider nicht vorhanden, auch wäre dies technisch kaum umsetzbar, also wenn deine Behauptung stimmt, wären im Stromnetz der DDR, oder im Verbund mit den RGW-Netzen alle vorhandenen Drehstrommotoren ständig mal schnell, mal langsam gelaufen, stelle ich mir besonders lustig an einer Drehbank vor.

Zum Stromausfall in Berlin, erstens wohne seit 36 Jahren im Süden von Berlin, hab also noch viele Jahre mit der Insellage von Westberlin gelebt, kann mich an keinen Stromausfall erinnern, wenn dann nur für Bruchteile von Sekunden bei Umschaltungen, die technisch bedingt überall vorkommen. Ansonsten halten sich Stromausfälle in Berlin in Grenzen, oft verursacht durch Bauarbeiten, wenn mal wieder ein Bagger auf eine Leitung trift, Spannungsspitzen dürften eine USV kaum außer Betrieb setzen, da jeder vernünftige Betreiber einen Überspannungsschutz einsetzt,
Gruß aus Berlin (Elektromeister i.R.) mit Konzession BEWAG/Vattenfall


zuletzt bearbeitet 28.03.2010 11:31 | nach oben springen

#72

RE: Stromversorgung in der DDR

in Leben in der DDR 28.03.2010 11:47
von altgrenzer (gelöscht)
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Zitat
..den RGW-Netzen alle vorhandenen Drehstrommotoren ständig mal schnell, mal langsam gelaufen, stelle ich mir besonders lustig an einer Drehbank vor.



ich bin zwar kein Zerspanungsfacharbeiter, aber mit 3000 U/min ist eine Drehmaschine bestimmt nicht gelaufen, der Motor ja, aber nicht das Werkstück!

Grüße von Drüben ;)


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#73

RE: Stromversorgung in der DDR

in Leben in der DDR 28.03.2010 11:53
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von dein1945

Zitat von S51
Nach der Schule war ich beruflich viel unterwegs zwischen Sachsen, Magdeburg, Berlin und dem Harz. Stromabschaltungen habe ich nicht erlebt. Bei Unwettern gab es in den ländlichen Gebieten öfter Ausfälle, weil die Freileitungen beschädigt waren. Da Erdkabel eher selten waren, konnte so ein lokaler Sturm oder ein starkes Gewitter schon mal ein paar Dörfer für einige Stunden lahmlegen. Die Wasserversorgung hat meist die gleichen Trassen für ihre Rohre wie die Energieversorgung für ihre Leitungen benutzt. So sind wir uns öfter begegnet.
Der Strom wurde im RGW, damit in der DDR, nicht so geregelt, wie in der Bundesrepublik. Geregelt im wahrsten Sinne des Wortes. Die Anpassung von Kraftwerksleistung und Verbrauch war anders, gröber. Das führte zu Schwankungen in der Netzfrequenz zwischen 60 und 40 Hz. Deshalb gingen elektrische Uhren, die ihre Zeit aus der Teilung der Frequenz bezogen, nicht genau. Ebenso automatische Spannungsrichter. Die konnte es regelrecht durchfeuern.
Andererseits waren die Schaltmöglichkeiten bei lokalen Ausfällen von Leitungen viel vielfältiger als heutzutage. Wenn es mal geplautzt hat, war die Umschaltung sehr viel schneller. Meist gar nicht spürbar für den Durchschnittsverbraucher. Im Wasserwerk haben wir es an den Spannungsspitzen und den Frequenzschwankungen gemerkt, wenn da mal was geholpert hat.
Anders als heutzutage zum Beispiel in Berlin, wo alle paar Wochen mal für etwa 2 bis 90 Minuten die Strömlinge komplett ausbleiben. Wobei da auch heutzutage Spannungsspitzen durchgefeuert werden, die so manche USV (unabhängige Stromversorgung) kurzzeitig zum Heulen bringen. Und manchen Privatfernseher oder PC die Existenz kosten. Natürlich ohne Anspruch auf Entschädigung. Das wenigstens war damals auch so.



Hallo S51,
mal zu den von Dir angeführten Frequenzschwankungen (40-60Hz), ein Drehstrommotor läuft bei damals 220/380V und 50Hz mit 3.000 Umdrehungen/min, bei 40Hz 20% langsamer und bei 60Hz 20% schneller, ich müßte also überall Frequenzumrichter einsetzen, diese waren in der benötigten Stückzahl leider nicht vorhanden, auch wäre dies technisch kaum umsetzbar, also wenn deine Behauptung stimmt, wären im Stromnetz der DDR, oder im Verbund mit den RGW-Netzen alle vorhandenen Drehstrommotoren ständig mal schnell, mal langsam gelaufen, stelle ich mir besonders lustig an einer Drehbank vor.

Zum Stromausfall in Berlin, erstens wohne seit 36 Jahren im Süden von Berlin, hab also noch viele Jahre mit der Insellage von Westberlin gelebt, kann mich an keinen Stromausfall erinnern, wenn dann nur für Bruchteile von Sekunden bei Umschaltungen, die technisch bedingt überall vorkommen. Ansonsten halten sich Stromausfälle in Berlin in Grenzen, oft verursacht durch Bauarbeiten, wenn mal wieder ein Bagger auf eine Leitung trift, Spannungsspitzen dürften eine USV kaum außer Betrieb setzen, da jeder vernünftige Betreiber einen Überspannungsschutz einsetzt,
Gruß aus Berlin (Elektromeister i.R.) mit Konzession BEWAG/Vattenfall




..........................................................................................
Wie schön das es noch Fachleute in der Welt gibt,die wissen wie man mit Spannungspitzen und Frequenzen
und Amperes umgeht.
Sicher zu der Zeit war vieles "Gröber"!
Wenn heute die Blitze am Himmel zucken,wird manch elektronischem Teil sozusagen "Warm ums Herz"
Grüsse an den E-Meister i.R.


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#74

RE: Stromversorgung in der DDR

in Leben in der DDR 28.03.2010 12:31
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Jörg, endlich, nach langer, langer Zeit mal ein Text von dir mit dem ich mich...na, du weißt schon.
Aus diesem " Nichts" etwas machen, das hatten wir drauf und gelernt war gut gelernt.
Schönen Sonntag, mein Eisenacher Freund.

R-M-R


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#75

RE: Stromversorgung in der DDR

in Leben in der DDR 28.03.2010 12:42
von Altermaulwurf (gelöscht)
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Zitat von wosch

Zitat von Altermaulwurf
Die Energiebilanz von Plattenbauten war trotz fehlender Isolierung gar nicht so schlecht, durch die" Verschachtelung " vieler Wohnungen bleibt die Platte warm

Im Plattenbau meiner Eltern Bj 1968 gab es erst nach Totalrenovierung 1995 neue Heizkörper mit Thermostaten .

Auf jeden Fall war der DDR Bürger auf widrige Situationen besser vorbereitet als der Wessi




Welche "widrigen Situationen meinst Du denn? Ich kann mich an solche nicht erinnern! Zumindestens in Kassel nicht!! Strom war immer da und auch Gas und Öl, selbst zu Zeiten der Ölkrise in den 70er/80er Jahren!
Schönen Gruß aus Kassel.




Hab damit die allgemeine Improvisationsfähigkeit gemeint, besser auf eigenen Füßen zu stehen und auf Situationen eigenständig zu reagieren.
Beispiele Autoreperatur, Defekte im Haushalt, fehlender Ausstattung kreativ begenen............

Hatte ja bereits gesagt, daß ich Strom oder Heizungsausfälle so nicht kannte.
Generell war für den lebensnotwendigen Grundbedarf immer gut gesorgt.

Halt traurig das durch Sturheit, Inkompetenz und Dogmatismus nicht mehr daraus wurde.


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#76

RE: Stromversorgung in der DDR

in Leben in der DDR 28.03.2010 19:22
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von dein1945
[Hallo S51,
mal zu den von Dir angeführten Frequenzschwankungen (40-60Hz), ein Drehstrommotor läuft bei damals 220/380V und 50Hz mit 3.000 Umdrehungen/min, bei 40Hz 20% langsamer und bei 60Hz 20% schneller, ich müßte also überall Frequenzumrichter einsetzen, diese waren in der benötigten Stückzahl leider nicht vorhanden, auch wäre dies technisch kaum umsetzbar, also wenn deine Behauptung stimmt, wären im Stromnetz der DDR, oder im Verbund mit den RGW-Netzen alle vorhandenen Drehstrommotoren ständig mal schnell, mal langsam gelaufen, stelle ich mir besonders lustig an einer Drehbank vor.

Zum Stromausfall in Berlin, erstens wohne seit 36 Jahren im Süden von Berlin, hab also noch viele Jahre mit der Insellage von Westberlin gelebt, kann mich an keinen Stromausfall erinnern, wenn dann nur für Bruchteile von Sekunden bei Umschaltungen, die technisch bedingt überall vorkommen. Ansonsten halten sich Stromausfälle in Berlin in Grenzen, oft verursacht durch Bauarbeiten, wenn mal wieder ein Bagger auf eine Leitung trift, Spannungsspitzen dürften eine USV kaum außer Betrieb setzen, da jeder vernünftige Betreiber einen Überspannungsschutz einsetzt,
Gruß aus Berlin (Elektromeister i.R.) mit Konzession BEWAG/Vattenfall



Wir hatten in den Wasserwerken Wienrode und Mockritz sowie Torgau oder in den Steuerungen bei Kago extra große Umformer weil die Frequenzschwankungen natürlich auch bei den großen Motoren und damit Pumpen Schwankungen in der Pumpenleistung bewirkt haben bzw. hätten. Allerdings waren 60 - 40 Hz genaugenommen nur der Spielraum. In der Regel lagen die Schwankungen weit niedriger. Genau 50 Hz waren allerdings auch wieder die absolute Ausnahme, die wir in der Einspeisung praktisch nie zur Verfügung hatten. Und exakte Voraussagungen, was nun gleich kommen würde, waren auch nicht möglich. Deswegen mussten die Maschinisten immer aufpassen. Denn die automatische Regelung hat nicht immer funktioniert.
Stromausfälle in Berlin selten? Auf ganz Berlin gesehen hast du recht. Auf bestimmte Bereiche bzw. Straßenzüge, die immer mal wechseln, sind sie eher die Regel. In Mitte/Neukölln liegt der Letzte lt. meinen Unterlagen gerade mal 11 Tage zurück. Dauer: 23 Minuten. Wir haben in dem Bereich Server stehen, die dann gestützt werden müssen. Doch es funkt auch in anderen Stadtbezirken. Sicher, oft durch Bauarbeiten aber immer kann das auch nicht als Erklärung hinreichen. Im vergangen Jahr habe ich drei USV, eine davon live erlebt, die bei solchen Stromausfällen meist beim Wiedereinschalten durch die Spannungsspitzen beschädigt wurden. Und das war keine Baumarkttechnik. Es läßt sich beim Auslesen der Daten ja nachvollziehen. Da ich diese Geräte nur nutze, nicht aber einrichte, kann ich nicht sagen, warum ein Überspannungsschutz nicht gegriffen hat oder ob der Hieb nur zu stark war. Aber das "Heul-Bumm-Aus" war eindrucksvoll.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#77

RE: Stromversorgung in der DDR

in Leben in der DDR 28.03.2010 20:43
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo zusammen, hatte einmal angefragt bei einem gelernten Heizungsfachmann, hier sein Text, den er mir gestattet hatte, einzustellen. Gruss R.M.R

Logo gab es in der DDR damals auch Regler an den Heizkörpern.
In den Anfangsjahren wurden Einrohrsysteme (obere Verteilung) verbaut mit sogenannten Konvektortruhen. Dort waren meist keine Ventile vorhanden sondern nur Klappen die den Luftdurchlass regulieren konnten.
Bei geschlossener Klappe konnte keine Luft zirkuliern und damit keine Wärme entweichen.
Später wuden dann Plattenheizköper verbaut mit Regulierventilen (3 Wegeventile keine Thermostate).
In den letzten Jahren vor der Wende wurden dann auch Zweirohrsysteme eingebaut mit Absperrventilen allerdings auch ohne Thermostate. Kurz vor der Wende gab es dann auch schon vereinzelt Thermostatventile.
Heizkosten und Miete haben damals aber keine Rolle gespielt, war staatlich subventioniert wie vieles andere auch. So etwas funktioniert auf Dauer nie.
Ähnlich dem derzeitigen Schwachsinn von Photovoltaikanlagen den die gesamten Stromnutzer zahlen, da die exorbitanten Einspeisevergütungen von den Stromanbietern auf alle umgelegt werden.
Grüße aus Nordhausen
kirsche.ndh


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