#101

RE: Sexuelle Übergriffe auch in Jugendwerkhöfen der DDR

in Themen vom Tage 25.03.2010 10:33
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von nightfire64
Guten Morgen zusammen,

kein Mensch wird bestreiten, das es diese Perversitäten zu jeder Zeit und in jedem Land, leider immer geben wird.
Was mich aber an der ganzen Sache so maßlos ärgert ist, es wird sich mehr um die Täter, wie um die Opfer gekümmert. Die Täter bekommen jede Aufmerksamkeit, wie Therapien usw., wobei die Opfer meist sich selbst mit ihren Familien überlassen werden und wie viele zerbrechen daran.
Da sind Gutachter, die sich raus nehmen, sie könnten tief in die Seele eines Menschen blicken und die Täter dann als therapiert zur Entlassung oder Ausgang frei geben. Wie endet das dann sehr oft, sie greifen sich das nächste Opfer.
Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube nicht, das es diese ganzen „Gutachter“ zu DDR- Zeiten gab.

Ich wünsche euch einen schönen Tag

liebe Grüße
Kerstin




Gutachter???

Nun will ich nicht diesen Berufsstand pauschal schlecht machen. Garantiert gibt es eine Menge sehr guter Gutachter. Aber wie Du schon schreibst, auch mir kocht da oft die Galle hoch! Und es zwängt sich wirklich der Eindruck auf, das es in dieser Branche vermehrt richtig schwarze Schafe gibt. Warum nur, würde sich z. Bsp. ein Guido Westerwelle auf diese, direkt an ihn gestellte Frage wundern...?

Warum? Weil sich damit medienwirksam eine Menge Geld verdienen läßt und nach deutscher Gesetzeslage sich jeder Trollo "Gutachter für..." nennen kann. Das ist weder strafbar noch verstößt es gegen irgendwelche Gesetze...
Geht die Sache auf Grund eines von so einem "Trollo", früher verwendete man auch gern den eigentlich treffenderen Ausdruck, Begriff "Hochstapler" erstelltes und meißt mit Steuergeld horent bezahltes Gutachten "in die Hose". Naja, nicht so schlimm. Das nächste Opfer wird schon drüber wegkommen und den Rest bezahlt ja eeh wieder der Steuerzahler. Und was passiert dem Gutachter..., dreimal dürft ihr raten: NICHTS!

Traurig, traurig!


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 25.03.2010 10:37 | nach oben springen

#102

RE: Sexuelle Übergriffe auch in Jugendwerkhöfen der DDR

in Themen vom Tage 25.03.2010 17:11
von manudave (gelöscht)
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Zitat von nightfire64
Guten Morgen zusammen,

kein Mensch wird bestreiten, das es diese Perversitäten zu jeder Zeit und in jedem Land, leider immer geben wird.
Was mich aber an der ganzen Sache so maßlos ärgert ist, es wird sich mehr um die Täter, wie um die Opfer gekümmert. Die Täter bekommen jede Aufmerksamkeit, wie Therapien usw., wobei die Opfer meist sich selbst mit ihren Familien überlassen werden und wie viele zerbrechen daran.
Da sind Gutachter, die sich raus nehmen, sie könnten tief in die Seele eines Menschen blicken und die Täter dann als therapiert zur Entlassung oder Ausgang frei geben. Wie endet das dann sehr oft, sie greifen sich das nächste Opfer.
Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube nicht, das es diese ganzen „Gutachter“ zu DDR- Zeiten gab.

Ich wünsche euch einen schönen Tag

liebe Grüße
Kerstin



Speziell bei diesem Thema werden die Insassen der Jugendwerkhöfe über einen Kamm gescherrt. Allein ich kenne drei Menschen, die dort gesessen haben, weil sie Gedanken zur Republikflucht geäußert haben.
Und nein, S51 - zwei davon wurden nicht auf den rechten Weg damit geführt - nein, sie sind heute gebrochene Menschen, die um eine Opferrente kämpfen. Opfer für die sich keiner interessiert - ja ganz im Gegenteil - sie werden auch noch verhöhnt.

Und davon gibt es sicher noch eine ganze Menge.


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#103

RE: Sexuelle Übergriffe auch in Jugendwerkhöfen der DDR

in Themen vom Tage 25.03.2010 17:16
von nightfire64 (gelöscht)
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Sorry, ich habe aber Kinderschänder und ihre Opfer gemeint!!
LG Kerstin


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#104

RE: Sexuelle Übergriffe auch in Jugendwerkhöfen der DDR

in Themen vom Tage 25.03.2010 18:07
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von manudave
...
Speziell bei diesem Thema werden die Insassen der Jugendwerkhöfe über einen Kamm gescherrt. Allein ich kenne drei Menschen, die dort gesessen haben, weil sie Gedanken zur Republikflucht geäußert haben.
Und nein, S51 - zwei davon wurden nicht auf den rechten Weg damit geführt - nein, sie sind heute gebrochene Menschen, die um eine Opferrente kämpfen. Opfer für die sich keiner interessiert - ja ganz im Gegenteil - sie werden auch noch verhöhnt.

Und davon gibt es sicher noch eine ganze Menge.



Ja, das sind jene, wo die eigene Erfahrung versagt. Ich kenne inzwischen durch öffentliche Auseinandersetzungen über die Gedenkstätte auch einige, die sich in Torgau stark engagieren.
Die Tatsache, dass ich zu DDR-Zeiten solche Fälle nicht gekannt habe, schließt eben nicht aus, dass es sie gab. Für solche Art der Willkür war unser System leider äußerst anfällig. Und weil man zu DDR-Zeiten aus dieser Richtung eben nur Schläger, Diebe, Räuber gekannt hat, muss man sich regelrecht zwingen, diese Menschen nicht auch dort einzusortieren.
Das ist auch der Grund, warum ich die Möglichkeit der Rehabilitation gut heiße. Warum ich diese Menschen gedanklich anders behandele als zum Beispiel Hr. Strehlow. So eine Art Wiedergutmachung. selbst, wenn man damit manchmal auch Leuten hilft, die dies eigentlich nicht verdient hätten. So liegt dazwischen doch so viel Zeit, dass man darüber (außer für Mord, der kam durch Insassen auch dort vor) den Frieden breiten muss.
Jedoch stört mich daran nach wie vor der absolute "Verzicht" auf Mitleid für die Opfer dieser Menschen, auf Ehrlichkeit. Wie immer waren nur die anderen schuld. Nur, wer zwischen den Zeilen liest, bekommt eine Ahnung, was wohl vorher alles passiert sein mag. Deshalb gibt es von mir auch immer wieder mal so richtig Dampf in der Hütte.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#105

RE: Sexuelle Übergriffe auch in Jugendwerkhöfen der DDR

in Themen vom Tage 27.03.2010 09:37
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von S51
[quote="manudave"]...
Speziell bei diesem Thema werden die Insassen der Jugendwerkhöfe über einen Kamm gescherrt. Allein ich kenne drei Menschen, die dort gesessen haben, weil sie Gedanken zur Republikflucht geäußert haben.
Und nein, S51 - zwei davon wurden nicht auf den rechten Weg damit geführt - nein, sie sind heute gebrochene Menschen, die um eine Opferrente kämpfen. Opfer für die sich keiner interessiert - ja ganz im Gegenteil - sie werden auch noch verhöhnt.
Und davon gibt es sicher noch eine ganze Menge.





300 Euro Entschädigung für Tausende DDR-Heimkinder

Zusätzlich kann dann noch ein Antrag auf Opferrente bei der Landesdirektion Chemnitz gestellt werden. Wird sie bewilligt, gibt's monatlich noch einmal 250 ...

http://www.bild.de/BILD/regional/leipzig...heimkinder.html


Hoffentlich habe ich meinem Freund Rainer-Maria jetzt nicht das Wochenende versaut.


Gruß Peter(turtle)


zuletzt bearbeitet 27.03.2010 09:43 | nach oben springen

#106

RE: Sexuelle Übergriffe auch in Jugendwerkhöfen der DDR

in Themen vom Tage 27.03.2010 10:02
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Guten Morgen Peter mein Freund und nein, das hast du nicht, mir das "Wochenende versaut". Das Thema ist zu Ernst, um hier Scherze zu machen...so, von meiner Seite jetzt. Ich sehe es auch so...wo berechtigter Anspruch entsteht für Entschädigung, finde ich es vollkommen in Ordnung.
Nun schrieb ich mal, das ich auch kein Chorknabe ( Diebstahl) war, und wahrscheinlich nur dem Reden meines Vaters zu verdanken habe, das ich nicht prophylaktisch einmal drei Monate eingerückt bin, mein Kumpel aber dafür schon.
Ich hätte ja zu gern gewusst, ob er heute ebenfalls so eine Entschädigung bekommt? Und meine Mutter sagte immer, "ich solle mich von ihm fernhalten, er kommt aus asozialem Elternhaus und das würde nochmal schlimm enden", aber er war doch mein Kumpel?
Ansonsten halte ich es mit S51 seinen Texten zu der Problematik, in den Jugendwerkhöfen der DDR saßen nicht nur Chorknaben und Heilige, sondern...siehe seine Texte.
Ich hoffe, jetzt hab ich dir nicht das Wochenende versaut...aber du bist hart im Nehmem, das weiß und achte ich Peter.
Einen guten Tag allen im Forum.

R-M-R


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#107

RE: Sexuelle Übergriffe auch in Jugendwerkhöfen der DDR

in Themen vom Tage 27.03.2010 10:50
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo Rainer-Maria,
Klar hast Du Recht das auch böse Buben und Mädchen im Werkhof waren.Deshalb wird alles ja geprüft bevor entschieden wird wem eine Entschädigung zusteht! Bei mir ist es aber klar dass meine Einweisung in das Kinderheim notwendig war. Da ist der Staat DDR seiner Obhutspflicht nachgekommen. Politisch war daran nichts! Wenn das Elternhaus versagt müssen zur Not staatliche Stellen eingreifen um schlimmeres zu verhindern. Mein Wochenende ist nicht versaut. Ich freue mich auf Fussball,Formel 1, oder einfach nur auf meine Frau und den etwas mehr Stunden die wir gemeinsam verbringen!
Schönes Wochenende Euch allen!
Gruß Peter(turtle)


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#108

RE: Sexuelle Übergriffe auch in Jugendwerkhöfen der DDR

in Themen vom Tage 27.03.2010 11:26
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von Angelo
Auch in den sogenannten Jugendwerkhöfen und Spezialkinderheimen der DDR gab es sexuellen Missbrauch. Allein in Thüringen haben sich über 160 ehemalige Insassen beim Landesberater für SED-Opfer Manfred May mit Berichten über sexuelle Übergriffe gemeldet.Die 55 Jugendwerkhöfe waren Strafanstalten für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren. Für jüngere Kinder gab es "Spezialkinderheime". In der Regel hatten die Jugendlichen keine Straftat begangen. Es reichte, die Schule zu schwänzen oder unangenehm aufzufallen, etwa - im Falle von Mädchen - durch "sexuelle Auffälligkeit" oder "sexuelle Interessiertheit".

weiter lesen
http://www.welt.de/die-welt/politik/arti...en-der-DDR.html


...................................................................................................
Das gibt es in allen Laendern und allen Gesellschaften.
Der entscheidende Punkt ist,nicht wegschauen und im Falle eines Falles dagegen VORZUGEHEN!!!


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#109

RE: Sexuelle Übergriffe auch in Jugendwerkhöfen der DDR

in Themen vom Tage 27.03.2010 20:42
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von turtle
Hallo Rainer-Maria,
Klar hast Du Recht das auch böse Buben und Mädchen im Werkhof waren.Deshalb wird alles ja geprüft bevor entschieden wird wem eine Entschädigung zusteht! Bei mir ist es aber klar dass meine Einweisung in das Kinderheim notwendig war. Da ist der Staat DDR seiner Obhutspflicht nachgekommen. Politisch war daran nichts! Wenn das Elternhaus versagt müssen zur Not staatliche Stellen eingreifen um schlimmeres zu verhindern. Mein Wochenende ist nicht versaut. Ich freue mich auf Fussball,Formel 1, oder einfach nur auf meine Frau und den etwas mehr Stunden die wir gemeinsam verbringen!
Schönes Wochenende Euch allen!
Gruß Peter(turtle)



Nein, zumindest was Torgau betrifft, wird dies nicht geprüft. Da hat ein Gericht entschieden, dass der Grund für die Einweisung keine Rolle spielt. Hier hat jeder Anspruch auf Rehabilitation. Siehe auch hier:
http://www.jugendwerkhof-torgau.de/zeitz...hren/index.html

So kann es durchaus mal zu grotesken Situationen kommen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#110

RE: Sexuelle Übergriffe auch in Jugendwerkhöfen der DDR

in Themen vom Tage 27.03.2010 21:56
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von S51
[Nein, zumindest was Torgau betrifft, wird dies nicht geprüft. Da hat ein Gericht entschieden, dass der Grund für die Einweisung keine Rolle spielt. Hier hat jeder Anspruch auf Rehabilitation. Siehe auch hier:
http://www.jugendwerkhof-torgau.de/zeitz...hren/index.html

So kann es durchaus mal zu grotesken Situationen kommen.



Oder hier:

http://sewoma.de/berlinblawg/entschaedigung-ddr-heimkinder/

Schicksal der "Geburt am falschen Ort" mal anders. Da passieren Dinge, die für manchen, der nicht das "Glück" hatte, in Heimen der DDR leben zu müssen, der blanke Hohn sind. Jedoch für Opfer mancher dieser ehemaligen Insassen noch viel mehr.
Alles hat nun mal nicht nur eine Seite.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#111

RE: Sexuelle Übergriffe auch in Jugendwerkhöfen der DDR

in Themen vom Tage 01.04.2010 16:58
von karl143 (gelöscht)
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Meldung auf tagesschau.de von heute - 01.04.2010

Wir waren der Willkür der Erzieher ausgesetzt"

In staatlichen Heimen der DDR hat es offenbar zahlreiche Fälle von sexuellem Missbrauch gegeben. In einem Brief an Bundesfamilienministerin Christina Schröder forderte der CDU-Bundestagsabgeordnete Manfred Kolbe, Vertreter der Gedenkstätte "Geschlossener Jugendwerkhof Torgau" am geplanten Runden Tisch zur Aufarbeitung der sexuellen Übergriffe zu beteiligen. Das Thema müsse gesamtdeutsch aufgearbeitet werden, sagte Kolbe dem "Tagesspiegel". Der Runde Tisch tagt erstmals am 23. April.

Die Leiterin der Gedenkstätte, Gabriele Beyler, sagte, es habe in DDR-Kinderheimen Fälle von sexuellem Missbrauch gegeben, die sogar in Akten notiert wurden: "Es gibt in Stasi-Unterlagen Hinweise darauf", so Beyler. "Wenn es so etwas in den DDR-Kinderheimen gegeben hat, wären die Stasi-Akten eine sichere Quelle", betonte auch der Leiter der Leipziger Stasi-Gedenkstätte "Runde Ecke", Tobias Hollitzer. Allerdings kenne er selbst nicht den Inhalt aller Akten. Um in diese Einblick zu nehmen, könnten etwa Journalisten oder Wissenschaftler einen Antrag stellen.
Aufruf an Betroffene

Die Gedenkstätte hatte unter dem Eindruck der jüngsten Missbrauchsdebatte kürzlich einen Aufruf veröffentlicht, in dem sie Betroffene aufforderten, über entsprechende traumatische Erlebnisse in DDR-Heimen zu berichten. Bisher hätten sich 25 ehemalige Bewohner gemeldet, die von massiven sexuellen Übergriffen durch Erzieher berichteten, sagte die Gedenkstätten-Chefin. Die bis jetzt bekanntgewordenen Fälle, in denen es um sexuellen Missbrauch an 6- bis 17-Jährigen in ganz unterschiedlichen Heimen geht, stellen nach Ansicht Beylers nur die Spitze eines Eisberges dar. Der sexuelle Missbrauch sei aber nur eine Facette dessen, was den Kindern und Jugendlichen in den Heimen angetan worden sei. "Es wurde auch versucht, Kinder mit Psychopharmaka 'ruhigzustellen'", betonte Beyler.


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#112

RE: Sexuelle Übergriffe auch in Jugendwerkhöfen der DDR

in Themen vom Tage 01.04.2010 18:12
von S51 | 3.733 Beiträge

Frau B. ist in Kreisen Ehemaliger nicht ganz unumstritten, was mit der Motivlage Mancher zu tun hat. Und nicht alle Hinweise aus dieser Richtung sind "zielführend". Wenn zu DDR-Zeiten sexuelle Übergriffe bekannt wurden, sind diese je nach dem, von wem diese Übergriffe ausgingen (gar nicht so selten von den Jugendlichen auch untereinander) entweder in den Ermittlungs- und Strafakten der belangten Erzieher oder in den Unterlagen der Jugendhilfe verzeichnet. Die Akten der BSTU haben damit wenig zu tun. Dort gibt es allenfalls Aktenvermerke, die sich manchmal auf tatsächliche Vorgänge beziehen aber manchmal eben auch auf Dinge, die sich später in den Ermittlungen nicht bestätigt haben. Wer das Eine (tatsächliche Vorgänge) ausblendet und nur auf das Andere (eben auch Vermutungen, Denunziationen, die sich nicht immer bestätigt haben) verweist, hat dafür womöglich Gründe. Oder braucht welche...


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#113

RE: Sexuelle Übergriffe auch in Jugendwerkhöfen der DDR

in Themen vom Tage 01.04.2010 21:00
von S51 | 3.733 Beiträge

Einer der bekannt gewordenen Fälle wird hier erwähnt:

http://www.mdr.de/nachrichten/7152583.html

Das war allerdings nicht in Torgau.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#114

RE: Sexuelle Übergriffe auch in Jugendwerkhöfen der DDR

in Themen vom Tage 31.05.2010 20:28
von Merkur | 1.026 Beiträge

Zitat von karl143
Exemplarisch ist auch der Mord an Lars Bense in Halle Neustadt 1981(verfilmt in der PR110 Reihe unter "Kreuzworträtselfall" Folge 123 von 1988, ebenso als Dokumentation vom MDR mit Interviews von damaligen Ermittlern, Sendung vom 26.05.2005 - http://www.mdr.de/doku/175228.html ).

Da wurde sehr anschaulich demonstriert, wie man in der DDR mit soetwas umging. In Halle erschien erst Tage später eine ganz kleine Notiz in der regionalen Presse das ein Kind verschwunden sei. Die Informationen erfolgten immer nur soweit, wenn man nicht mehr weiterkam.




Auch wenn @karl 143 nicht mehr im Forum ist, möchte ich diese falsche Aussage nicht unkommentiert stehen lassen und durch Fakten richtigstellen. Leider ist es oft so, dass Personen, die vom konkreten Sachverhalt keine Ahnung haben und sich in ihren Äußerungen ausschließlich auf Medienwissen stützen, dumm umherschwatzen.
Im Fall L. B. hat das Untersuchungsorgan hervorragende Arbeit geleistet und eine Vielzahl von Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit zeitnah realisiert.
L. B. verließ am 15.01.1981 gegen 15:30 Uhr die elterliche Wohnung in Halle-Neustadt, um im Kino "Treff" einen Film ("Däumelinchen") zu sehen, der um 16:00 Uhr begann und um 17:40 endete. Als L. B. gegen 18:00 Uhr noch nicht zu Hause war, schickte die Mutter die Schwester von L. B. los, um ihn zu suchen. Nachdem dies erfolglos blieb, machte sich die Mutter gegen 18:30 Uhr auf die Suche, u. a. im Kino und in der Kaufhalle. In der Zeit von 19:15 bis 19:45 überprüfte die Mutter von L. B. die Adressen von drei Freunden und einer Freundin, wo er sich hätte aufhalten können. Als auch dies erfolglos blieb, ging die Mutter gegen 19:45 Uhr zum 4. VP-Revier in Halle-Neustadt und informierte die VP über das Verschwinden ihres Sohnes. Die VP suchte mit der Mutter die Umgebung ab und suchte die Oma von L. B. auf. Auch das brachte keinen Erfolg.
Die Vermisstenanzeige wurde durch einen Kriminalisten (administrativ) gegen 23:45 Uhr aufgenommen, die Suche nach L. B. u. a. operative Maßnahmen durch die VP begannen bereits um 20:00 Uhr.
Sofort nach dem Bekanntwerden des Verschwindes von L. B. wurden folgende Maßnahmen eingeleitet:
- Eilfahndung/Vermisst Stufe II
- erste Überprüfungen zu den bekannten Adressen
- Suche in den einzelnen Wohngebieten, auf Spielplätzen/in Versteckmöglichkeiten
- Bildung einer Einsatzgruppe unter Leitung der MUK der BDVP Halle
- Befragung der Mitschüler
- Überprüfung im und in der Umgebung des Kinos
- Überprüfungen im Kraftverkehr und beim VEB Taxi
- erste Ermittlungen zur Personenbewegung im Bereich des Kinos "Treff"
Bereits am Abend des Verschwindes wurde nach L. B. mit Lautsprecherwagen gesucht, am darauffolgenden Tag, dem 16.01.1981, ebenfalls. Auch in den Kaufhallen der Umgebung wurde die Bevölkerung zur Mithilfe aufgerufen. Nachdem dies erfolglos blieb, wurde am 17.01.1981 ein Presseaufruf in der Halleschen Bezirkszeitung "Freiheit" veröffentlicht. Alle Maßnahmen waren leider vergeblich, da L. B. unmittelbar nach seinem Verschwinden durch den Täter M. S. ermordet wurde. Auf die umfangreichen Maßnahmen, die zur Ergreifung des Täters führten, verzichte ich an dieser Stelle.



zuletzt bearbeitet 31.05.2010 20:31 | nach oben springen

#115

RE: Sexuelle Übergriffe auch in Jugendwerkhöfen der DDR

in Themen vom Tage 31.05.2010 20:58
von torpedoschlosser | 330 Beiträge

Zitat von KID
Wer sowas sucht, wird es auch finden. Frag mal den Papst, was so alles in kirchlichen Einrichtungen passiert. Dort reicht es oftmals nur Junge zu sein.

Dieses Thema ist ueberfluessig und dient nur der Hetze, solange es auf nur der ehem. DDR begrenzt ist.

Die darauffolgende Diskussion wird sicherlich sehr sachlich sein... [ironie/sarkasmus]...

1. DDR war boese.... 2. Alle Einrichtungen dieses Staates waren auch boese... 3. Alles, was in diesen Einrichtungen passierte war eine direkte Nachfolge des Unrechtsstatuses dieses boesen, menschenverachtenden Staates. 4.Dass sowas in der BRD auch heute passiert sei hier nicht das Thema, da dies ein DDR-Forum sei. Soweit korrekt? Durch solch eine Themenwahl verfaellt das Niveau dieses Forums.
Schade eigentlich.

Jens



hallo Teilnehmer,
weil die ganze Problematik im Bereich der altbundesdeutschen Kirche bekanntgeworden ist muß unbedingt soetwas auch in der DDR geschehen sein- logisch, eben nur viel schlimmer. Nee, sicher hat es das auch in der DDR gegeben. Ein Problem, was in jeder Gesellschaftsordnung leider vorkommt.


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#116

RE: Sexuelle Übergriffe auch in Jugendwerkhöfen der DDR

in Themen vom Tage 31.05.2010 20:59
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Merkur,
ja ,deine Aussage steht jetzt hier.Ich kenne den Fall nicht,kann so nichts dazu sagen.
Der Karl kann sich ja aucht nicht mehr äussern,wie er es sehnen würde.

So wie du es schilderst,wurde intensiv an dem Fall gearbeitet.



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#117

RE: Sexuelle Übergriffe auch in Jugendwerkhöfen der DDR

in Themen vom Tage 31.05.2010 22:31
von Merkur | 1.026 Beiträge

Zitat von Zermatt
Merkur,
Der Karl kann sich ja aucht nicht mehr äussern,wie er es sehnen würde.
So wie du es schilderst,wurde intensiv an dem Fall gearbeitet.



Es ist ziemlich unerheblich, wie Karl dies sehen würde, wenn man sich einfach an die Fakten hält, die eindeutig sind und keinen Spielraum für Spekulationen lassen.
Bereits in der ersten Phase der Untersuchungen wurde, wie geschildert, die Öffentlichkeit in die Suche nach L. B. intensiv einbezogen. Zuerst gab es vier Versionen des Verschwindens
1. L. B. lebt und hält sich an einem unbekannten Ort auf
2. L. B. hat sich verirrt/befindet sich in einer hilflosen Lage
3. L. B. erlitt einen Unfall
4. L. B. wurde Opfer eines Tötungsverbrechens.

Im Zuge der Ermittlungen wurde die Version 4 immer wahrscheinlicher. Am 28.01.1981 wurde ein EV gem § 112 (1) StGB gegen "Unbekannt" eingeleitet. Am gleichen Tag wurde der Koffer mit der Leiche von L. B. am km 107,370 an der Bahnstrecke zwischen Schkeuditz und Wahren durch einen Streckenwärter der DR aufgefunden. Im Zuge der Ermittlungen wurde ein Schriftenvergleich durchgeführt (da im Koffer ausgefüllte Kreuzworträtsel gefunden wurden), der in der Kriminalgeschichte einmalig ist. Es wurden realisiert:
- Einholung von 20.834 Schreibleistungen von Bürgern
- 105.286 Schriftenvergleiche in Kaderakten
- 69.300 Schriftenvergleiche zu Wohnungsanträgen und KfZ-Anmeldungen beim Ifa-Vertrieb
- 250.000 Schriftenvergleiche PM 1
- 95.000 Schriftenvergleiche zu Telegrammen
- 10.778 Schriftenvergleiche zu einem speziell zur Fahndung veröffentlichten Kreuzworträtsel
- 50.000 Schriftenvergleiche zur Ermittlung von Pendlern.
Dazu kamen Schriftenvergleiche aus 60 Tonnen Altpapier sämtlicher Oberschulen von Halle-Neustadt.
Am Ende war dann ein Treffer dabei, der auf die konkrete Spur des Täters führte, der am 19.11.1981 festgenommen werden konnte.

Das sind die Fakten und nicht irgendwelche Theorien, die in Unkenntnis der Sachlage verbreitet werden.



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#118

RE: Sexuelle Übergriffe auch in Jugendwerkhöfen der DDR

in Themen vom Tage 01.06.2010 17:05
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Nur die Ruhe Merkur,deine Aussführung sind angekommen.Dann lassen wir das mal so stehen.



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#119

RE: Sexuelle Übergriffe auch in Jugendwerkhöfen der DDR

in Themen vom Tage 01.06.2010 23:40
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Guter Text Merkur, ich hatte über diesen Fall in einem Buch gelesen. Interessant wäre einmal, was aus dem damaligen Täter geworden ist, seine weitere Entwicklung...wo er heute wohnt siehe seine eventuelle Begnadigung nach der Wende?
Wer kann etwas dazu beitragen?

R-M-R


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#120

RE: Sexuelle Übergriffe auch in Jugendwerkhöfen der DDR

in Themen vom Tage 02.06.2010 00:48
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Guter Text Merkur, ich hatte über diesen Fall in einem Buch gelesen. Interessant wäre einmal, was aus dem damaligen Täter geworden ist, seine weitere Entwicklung...wo er heute wohnt siehe seine eventuelle Begnadigung nach der Wende?
Wer kann etwas dazu beitragen?

R-M-R



Nach meinen Informationen wurde nach der Wende 1991 das Verfahren neu aufgenommen, da der Täter nach bundesdeutschem Recht nach Jugendstrafrecht verurteilt werden musste/konnte. Am 20 Mai 1991 erging das Urteil, wieder wegen Mord. Das alte Urteil wurde kassiert aber diesmal gab es eine Freiheitsstrafe von 10 Jahren mit anschließender Unterbringung in der Psychatrie. Dabei blieb es nicht. Bis 1996 war er im Maßregelvollzug, dann im offenen Vollzug. 1999 wurde er endgültig entlassen. Er erhielt eine neue Identität, sein Aufenthaltsort ist mir nicht bekannt. Er soll aber in Freiheit sein.
Quellen? Nein, habe ich nicht. Bis jetzt aber hat sie mich nie enttäuscht.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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