#21

RE: Die Exotik der DDR-Sprache

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 19.03.2010 22:35
von Boelleronkel (gelöscht)
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Geh mal mit einem Bayern in Berlin GOLDBROILER essen,danach sagt er sicher..
daer GOCKERL..guuad haeds gschmeackt


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#22

RE: Die Exotik der DDR-Sprache

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 19.03.2010 23:38
von EK76/1 | 84 Beiträge

mit der Zeitansage haben die Wessis auch so ihre Probleme.
Bei uns hiess es z.B. "dreiviertel Zehn" oder "viertel Zehn".
Der Altbundesbürger besteht aber auf sein "viertel vor oder nach".
Stimmts, oder hab ich Recht?
viele Grüsse



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#23

RE: Die Exotik der DDR-Sprache

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 19.03.2010 23:40
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von EK76/1
mit der Zeitansage haben die Wessis auch so ihre Probleme.
Bei uns hiess es z.B. "dreiviertel Zehn" oder "viertel Zehn".
Der Altbundesbürger besteht aber auf sein "viertel vor oder nach".
Stimmts, oder hab ich Recht?



Das ist regional verschieden, aber nicht zwischen Ost und West. Auch im Westen (bzw. genauer gesagt im Süden) sagt man "Viertel" und "Dreiviertel".


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#24

RE: Die Exotik der DDR-Sprache

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 19.03.2010 23:41
von karl143 (gelöscht)
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Es stimmt und du hast Recht. Als Kind kam ich da bei meiner Oma immer durcheinander. Sie kam aus Forst/Lausitz und sagte auch immer diese Uhrzeiten. Das sind aber Unterschiede, die findest du in vielen anderen Beispielen auch zwischen Nord- und Süddeutschland. Da liegt auch einiges auseinander.


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#25

RE: Die Exotik der DDR-Sprache

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 19.03.2010 23:55
von Rostocker | 7.726 Beiträge

Meine Mutter und meine Großmutter haben sich fast nur auf Plattdeutsch unterhalten,einiges habe ich im laufe der Zeit ja verstanden und mitbekommen was dort geredet wurde.Aber wenn sie mit Uhrzeiten anfingen,da waren bei mir alle Messen gesungen.


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#26

RE: Die Exotik der DDR-Sprache

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 20.03.2010 00:04
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Also mir ist von den älteren Leuten hier im Ort auch noch das "dreiviertel 12" geläufig. Was den Ausdruck "Sonnabend" betrifft kenne ich den wiederum von meiner Oma, welche Berlinerin war.

Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#27

RE: Die Exotik der DDR-Sprache

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 20.03.2010 01:47
von Ernest | 210 Beiträge

Was die Uhrzeiten betrifft, sind "viertel" und "dreiviertel" ganz normaler Sprachgebrauch bei uns. Ich glaube man würde mich dumm angucken, wenn ich sagen würde, es wäre "viertel vor Drei". Bei uns heißt es "viertel Drei", "halb Drei" und "dreiviertel Drei"....genau wie "zehn vor halb Drei" oder "zehn nach halb Drei".
Als ich gleich nach der Wende mit dem Toyota zur Durchsicht in Helmstedt war, mußte ich sogar einer Frau meine Uhr unter die Nase halten, weil sie meine Zeitangabe einfach nicht verstehen wollte.

Was Samstag und Sonnabend betrifft, so ist bei uns der Sonnabend geläufig. Samstag würde bei uns auf Arbeit nie einer sagen, weil wir nämlich sehr oft "sonnabends" arbeiten müssen und nicht samstags.

Ansonsten gab es natürlich ganz DDR-spezifische Bezeichnungen für einige Dinge, die man einem Fremden erst erklären müßte, weil sie nur hier gebräuchlich waren.
Obwohl ich den Getränkestützpunkt nicht so hoch anbinden würde, denn wo es den nicht gab, nahm man das Wort auch nicht in den Mund. Man kannte es nur vom "Hören-Sagen". Außenstehende könnten sonst denken, jeder Laden, in dem es auch Getränke gab, war automatisch ein Getränkestützpunkt.

Eieraufkaufstelle, SERO-Sammelstelle, Dienstleistungszentrale (bei uns das "Haus der Dienste"), unser Kreiskulturhaus, die Obst- und Gemüseannahmestelle und, und und.............ich glaube, all das gab es wohl nur bei uns. Na und die Bezeichnung "Westpakete" kennt auch nur der eingefleischte DDR-Bürger, der die entsprechende Verwandtschaft dafür hatte.

Apropos "eingefleischt", mir fällt da der Fleischer ein. Da sieht man schon alleine die unterschiedlichen regionalen Bezeichnungen für die gleiche Sache. In unserer Ecke (Magdeburg) ist es der Fleischer, wo anders halt der Metzger oder Schlachter. Was bei uns Gehacktes ist, heißt anderswo Mett, Schabefleisch, Tatar, Hackfleisch oder gar Hackepeter. Wobei, wenn ich mich nicht irre, Hackepeter wohl bereits fertig gewürzt ist, denn Hackepeterbrötchen habe ich in meiner Lehre in Thüringen sehr oft gegessen (damals für 50 Pfennig). Hatte ich noch genügend Lehrlingsgeld, hab ich mir auch mal ein Thüringer Rostbrädl gegönnt, das war natürlich leckerer.

Gruß
Herbert


zuletzt bearbeitet 20.03.2010 01:52 | nach oben springen

#28

RE: Die Exotik der DDR-Sprache

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 20.03.2010 02:37
von Jameson | 759 Beiträge

Hallo Ernest,
wenn bei uns ne Geburtstagslage anstand, gab es für jeden ein halbes Pfund Hackepeter und drei Schrippen und branchentypische Getränke, versteht sich.
Hackepeter ist Schweinehack fertig gewürzt mit ca. 30% Fett (erlaubt lt. Hackfleischordnung glaube ich 35%), Rinderhack bis 20% Fett und Tatar ist sehr mageres, möglichst sehnenfreies Rindfleisch mit bis zu 6% Fett.

... jetzt kriejick Hunger

Ahoi Jameson



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#29

RE: Die Exotik der DDR-Sprache

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 20.03.2010 02:53
von CaptnDelta (gelöscht)
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Diese typische, verballhornte Funktionaerssprache der DDR mit ihren kuenstlichen Wortgebilden wurde (so ab den 80ern, glaub ich) im Westen auch Kaderwelsch genannt.

-Th


zuletzt bearbeitet 20.03.2010 02:53 | nach oben springen

#30

RE: Die Exotik der DDR-Sprache

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 20.03.2010 02:56
von Ernest | 210 Beiträge

Zitat von Jameson
Hallo Ernest

... jetzt kriejick Hunger

Ahoi Jameson




weil du grad was von Hunger sagst....so ein schönes Rostbrädl, wie zu damaligen Zeiten in Tambach-Dietharz..........hmmmmmmmm, also das würde ich jetzt auch nicht ausschlagen. Tambach-Dietharz, Gaststätte Zum Tammichgrund, das wäre mein Geheimtip.

Herbert


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#31

RE: Die Exotik der DDR-Sprache

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 20.03.2010 03:12
von Ernest | 210 Beiträge

Zitat von CaptnDelta
Diese typische, verballhornte Funktionaerssprache der DDR mit ihren kuenstlichen Wortgebilden wurde (so ab den 80ern, glaub ich) im Westen auch Kaderwelsch genannt.

-Th



Das war aber wirklich nur eine Funktionärssprache (beim Reden halten), da hast du recht. So wie die Dame in dem Video redet, hat mein ganzes Leben noch nie jemand mit mir gesprochen. Dieses Verschrobene kannte man nur aus dem Fernsehen. Genau so aufgeblasen hätte es damals auch in der Zeitung stehen können.

"Kauderwelsch" nannte man bei uns, wenn jemand etwas erzählte, was man nicht verstand. Na gut, was die Dame erzählte wollten auch die wenigsten verstehen. Ich für mein Teil brauchte es nicht verstehen, weil ich es mir gar nicht angehört hab. Zum anderen, wer sollte mir damals so etwas erzählen ??? Das war kein Sprachgebrauch in meinem Umfeld.
Aber Kaderwelsch ist da schon eine passende Bezeichnung, das stimmt.

Gruß
Herbert


zuletzt bearbeitet 20.03.2010 03:16 | nach oben springen

#32

RE: Die Exotik der DDR-Sprache

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 20.03.2010 08:14
von HARZ69 | 107 Beiträge

Ja ja die Volkswirtschaftliche Geheimsprache
Man war es halt so gewöhnt.Ich denke aber das es die zwei Sprachebenen nicht aus Angst oder gehorsam gab.
Es sollte halt bei Versammlungen und Planungs Besprechungen oder eben im Fernsehen besonders innovativ und Fortschrittlich klingen.Jetzt wenn man es hört kann man schmunzeln!Alltags sprachlich waren viele Begriffe oder Bezeichnungen halt nur zweckmäßig gewählt.

Konsum --- konsumieren von Lebensmitteln und Handelsware
Fischhalle ----natürlich gab´s hier Fisch zu kaufen
Getränkestützpunkt ----hier kann man sich auf Getränke stützen(quatsch hier gab´s halt Sämmtliche Getränke)
Broilerbar ----eine Bar in der Broiler(Brathänchen)angeboten und verzehrt werden
Industrie Laden ----eine Art Drogerie oder eben verkauf von Waren aus der Industrie der DDR

Also anhand der Beispiele sieht man,das eben ganz banale Grundlagen der Begriff Ihrer selbst schufen.
Genau so ein Suaheli wie die Volkswirschaftssprache treffen wir ja heute noch bei Versicherungen oder in der Rechtssprechung.Wenn man sich damit nicht beschäftigt ,versteht man auch nur Böhmische Dörfer.


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#33

RE: Die Exotik der DDR-Sprache

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 20.03.2010 09:23
von Rüganer (gelöscht)
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Konsum wurde doch frei so übersetzt:

K aufe
O hne
N achzudenken
S chnell
U nseren
M ist.....

Viel schlimmer waren in den Betrieben in den 80iger Jahren diese Wortungetüme wie:
persönlich schöpferischer Plan,
kollektiv schöpferischer Plan
sozialistischer Wettbewerb...
Mit welchem "Käse" wir uns damals aufgehalten haben, völlig unverständlich heute.


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#34

RE: Die Exotik der DDR-Sprache

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 20.03.2010 09:59
von Boelleronkel (gelöscht)
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Jeder mag seine eigenen Erfahrungen gemacht haben,aber...
KWV-Kommunale Wohnungsverwaltung hatte bei uns nur einen Namen
K-Kann
W-Weiter
V-Verfallen


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#35

RE: Die Exotik der DDR-Sprache

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 20.03.2010 10:13
von Rüganer (gelöscht)
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Wer von unseren Forumsmitgliedern von westlich der Elbe wird schon einmal etwas von einer
- Wohnungskommission - gehört haben, die in Betrieben mit für die Vergabe von zugeteiltem Wohnraumkontingent verantwortlich war, wer kennt von Euch denn noch die - Bilanzanteile -, ohne die es kein Material gab?


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#36

RE: Die Exotik der DDR-Sprache

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 20.03.2010 10:45
von Boelleronkel (gelöscht)
avatar

LVO Produktion,Negativattest,ABI,


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#37

RE: Die Exotik der DDR-Sprache

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 20.03.2010 11:37
von Boelleronkel (gelöscht)
avatar

Zitat von Rüganer
Wer von unseren Forumsmitgliedern von westlich der Elbe wird schon einmal etwas von einer
- Wohnungskommission - gehört haben, die in Betrieben mit für die Vergabe von zugeteiltem Wohnraumkontingent verantwortlich war, wer kennt von Euch denn noch die - Bilanzanteile -, ohne die es kein Material gab?



...............................................................................................
Bilanzanteile waren dass Eine,Wirtschaftsvertraege dann das Andere.
LVO Produktion,hatte, so meine ich einen roten Querstrich ueber das Papier.
Ohne Bilanz in der Regel kein Material.
Den Faehigkeiten der Materialbeschaffungs-Mitarbeiter in den Betrieben fehlte es aber auch nie an der noetigen Phantasie


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#38

RE: Die Exotik der DDR-Sprache

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 20.03.2010 11:42
von Landeposten (gelöscht)
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Hallo Boelleronkel,was ist ein Negativattest?


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#39

RE: Die Exotik der DDR-Sprache

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 20.03.2010 11:56
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von Landeposten
Hallo Boelleronkel,was ist ein Negativattest?


......................................................................................................
Also einen Negativattest brauchtest Du hauptsaechlich z.B. fuer Ersatzteile an einer Maschine aus dem
NSW , Nicht Soziallistischen Wirtschaftssysthem oder einfacher gesagt aus dem Westen kommend.

Es gab dafuer extra Abteilungen in den jeweiligen Kombinaten.

Dann wurde die ganze DDR abgeklappert,ob irgendein Betrieb,dieses Teil in der oder anderen Form herstellt.
Bevor Du keine Bestaetigung hattest,dass das Teil in der DDR nicht hergestellt wird,gabs keine Freigabe
von Valutamitteln,sprich harte Waehrung.


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#40

RE: Die Exotik der DDR-Sprache

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 20.03.2010 12:27
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Ari@D187
Also mir ist von den älteren Leuten hier im Ort auch noch das "dreiviertel 12" geläufig. Was den Ausdruck "Sonnabend" betrifft kenne ich den wiederum von meiner Oma, welche Berlinerin war.

Stefan


Darunter versehe ich eher den Sonntag,ist aber ja der Samstag,obwohl im Wort Sonnabend viel vom
Sonntag drinsteckt.Benuzte ich nie,entweder Samstag oder Sonntag,da ist die Zuordnung klar.



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